Gesetz der Rache (Law Abiding Citizen) – Review

15 Comments

„You’re dead.“

Originaltitel: Law Abiding Citizen
Herstellungsland: USA 2009
Regie: F. Gary Gray
Drehbuch: Kurt Wimmer
Darsteller: Gerard Butler, Jamie Foxx, Leslie Bibb, Colm Meaney

★★★☆☆ Renington
★★★☆☆ Batzman

Clyde Shelton führt mit Frau und Tochter ein glückliches Leben, bis zwei fiese Gangster in ihr Haus einbrechen, Frau und Tochter vergewaltigen und umbringen. Staatsanwalt Nick Rice geht einen Deal mit einem der Gangster ein, weil die Beweislage eh’ wackelig ist und er seine Aufklärungsrate halten möchte, woraufhin Clarence Darby, genau der Gangster verantwortlich für Mord an Tochter und Frau, freigesprochen und der andere in die Todeszelle geschickt wird. Clyde Shelton findet das ziemlich scheiße, verständlicherweise.

Zehn Jahre später soll Rupert Ames exekutiert werden, was fürchterlich schief läuft und der einen grausigen Tod stirbt. Die Beweise für die Manipulation führen zu seinem ehemaligen Komplizen, aber all das ist natürlich nur der lang geschmiedete Racheplan von Clyde Shelton. Der lässt sich nach einem kurzen Katz und Maus-Spiel festnehmen, aber all das ist natürlich erst der Anfang.

„Gesetz der Rache“ hat ein großes Problem, und das ist sein Hauptdarsteller. Gerard Butler kann unheimlich betroffen und maximal angepisst gucken, das war aber bereits seine darstellerische Palette, dazwischen ist nüscht. Und „Gesetz der Rache“ hat ein mittelgroßes Problem, und das ist sein Drehbuch, das sowohl in Dialogen als auch in der Narration immer wieder durch unpassende und fremd wirkende Szenen auffällt. Etwa, wenn Shelton im Gerichtssaal die Richterin und das Justiz-System durchaus gekonnt vorführt – um den Saal dann mit den Worten „Sie mögen’s wohl gern in den Arsch“ verlässt. Oder wenn Shelton für eine Szene aus dem Knast geholt wird, nur damit Nick Rice ihm eine reinhauen kann – und es das dann tatsächlich war. Da sitzt man im Kino und fragt sich nur: „Warum?“

Dennoch ist „Gesetz der Rache“ kein schlechter Film. Er wirkt ein bisschen, wie ein lose zusammengezimmertes Regal, das aber trotzdem nicht zusammenfällt. Sitzt, passt, wackelt und hat Luft sagt man zu sowas. Denn die Handlung mäandert zwischen Justiz- und Geheimagententhriller, Splattermomenten, Serienkiller, Drama und Copfilm, was in meinen Augen die offensichtlichen Schwächen ausgleicht. Der Film ist hart ohne Gewaltverherrlichung, episch in seiner Rachegeschichte und wird nie langweilig. Dazu spielt Jamie Foxx den Karrieristen durchweg gut und der Film stellt seine Figuren immer ambivalent dar und spielt immer mit seinen Antago- und Protagonisten.

Das geht klar, kann man sich durchaus angucken. Eben ein okayer Genre-Beitrag ohne Anspruch. Muss man sich wirklich nicht im Kino ansehen, aber für einen unterhaltsamen Abend auf DVD reicht das allemal.

Batzman meint:

Was als dumpfer Selbstjustiz-Thriller anfängt, entpuppt sich dann doch als routinierter Superschurken-Krimi, der die Sadismen erfreulicher Weise mehr andeutet als auswalzt und seinen Bösewicht nicht durch das ihm zugemutete Leid rechtfertigt. Butlers Figur ist im Grunde schon von Anfang an ein eiskalter Soziopath, der nach dem Tod von Frau und Kind sein antisoziales Verhalten in einem verquast-moralisierenden Rachefeldzug auslebt. Schön, das die Sympathien hier letztlich eindeutig bei Jamie Foxx liegen. Kein großes Kino, aber nette Thriller-Unterhaltung für den DVD-Abend, auch wenn Butler ohne Backenbart immer etwas wie aussieht wie Captain Link aus “Schweine im Weltall”.

Hier nochmal der Trailer:


(Youtube Direktcitizen)

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15 Comments

  1. McFly

    Jop, stimme dir voll und ganz zu. Bei der Gerichtsszene hab ich mir auch ein großes WTF? über meinem Kopf gewünscht, aber der Rest des Sneak-Publikums war natürlich am gröhlen! Ansonsten netter Rache-Thriller, fand ihn besser als 96hours.

  2. criticer

    Das Ende ist doch sowas von dermaßen schlecht, ein Profi der nicht mal dafür sorgt das seine Bombe weg getragen wird, wie schlecht.. am sonsten ganz guter Film mit ordentlich Action und wenig Sinn im Motiv des Protagonisten.

  3. Kiran

    Das Poster sieht irgendwie grottig aus :D

  4. Clark Kent

    der film war ganz gut. aber die kritik wie immer hier langweilig, unpräzise und oft an de haaren herbeigezogen…wer 2012 ne bessere bewertung gibt als dark knight, hangover oder benjamin button der darf auch keine anderen Kommentare erwarten…nur mal so als Bsp.

  5. alex

    Das Ende fand ich enttäuschend. Ein offenes Ende oder ein Ende wie David Finchers Sieben wäre viel besser gewesen

  6. nico

    Ich finde, dass größte Problem des Films ist seine Weltansicht. Todesstrafe reicht nicht, es braucht Todesqual. Er verhöhnt das Rechtssystem aufs Übelste -selbst die Anwälte suchen ja in mehreren Szenen immer wieder “Schlupflöcher in den Vorschriften”-zeigt aber keinerlei Alternativen auf. Clyde schlachtet alles ab und wird dabei immer noch als der edle Rächer dargestellt, der ja das schlimmst mögliche erlebt hat. Oder wieso wirbt der Film die ganze Zeit für Sympathien? Jeder Lacher ist auf Clydes Seite. Dann auch noch diese lächerlichen Twists. War sehr überrascht über die 3 Sterne.

    LG
    nico

  7. mo

    nee, fand den film auch eher mäßig. der war sich selbst nicht sicher, was er eigentlich sein will. außerdem hasse ich filme (bis auf sie7en), in denen der schurke wirklich jeden schritt vorausahnen kann. da hat mich law abiding citizen schon ein wenig an 12 rounds erinnert, und der war wirklich grottig.

  8. Bob Ross

    Problem: Ich lese irgendwann: “Zehn Jahre später soll Rupert Ames … ” und habe bis dahin nix von einem Rupert gelesen. Verwirrend. Ansonsten gutes Review. Und boah ich werde den Film SO gucken. Ich liebe Rachefilme – alle. Auch 96 Hours fand ich grandios. Rache rockt!

  9. GunGrave

    Revenge is a dish – best served cold! ^_~ gute Review – werd ich guggn.

  10. Binding

    Das Drehbuch ist echt panne! Wer soll eigentlich der Sympathieträger sein? Keiner? Aber dafür wird die Foxx-Figur am Ende zu sehr als Gewinner dargestellt und das Ganze ist nicht nihilistisch genug. Jedenfalls verrät der Film seinen Hauptdarsteller, indem er ihn trotz anfänglicher Sympathie zum rachegeblendeten Psychopathen-Buhmann macht. Da lob ich mir doch den Kevin-Bacon-Film “Death Sentence – Todesurteil” mit ganz ähnlicher Thematik – der führte auch echt in Abgründe, während hier nur alles oberflächlich bleibt. Die einzige wirklich gute Szene war das Telefon-Attentat.

  11. Lenox

    Ich fand den Film auch besser als 96 Hours, was für mich an mehr und besserer Story liegt, so wie an routienierten Darstellern. Auch wenn einige der ,,technischen Tricks“, ich erinnere nur an das Handy Attentat, doch recht haarsträubend sind, funtkionieren sie für mich und der Film ist schnell genug das man sich darüber keinen Kopf machen muss.

    Meine Sympathie lag fasst durchgehend bei der Figur von Gerald Butler, was weniger an ihm als an der Kaltschnäuzigkeit des Staatsanwalts lag, der sich partout keine Mitschuld andichten lassen will, selbst in der Friedhofszene.

    Absolut unverständlich für mich das Ende, da wird der Chef der Staatsanwaltschaft und sein Polizei Stichwortgeber zu Mördern und danach geht man entspannt in die Aufführung seines Kindes als ob nichts gewesen ist. Für mich der letzte und größte Sieg der Butler Figur, den Anwalt auf seine eigene Ebene runter gezogen, wenn das kein Erfolg ist.
    Für die Story spielt es doch auch keine Rolle ob der letzte Anschlag gegklückt ist oder nicht, zu dieser Zeit hatte Butler schon alles erreicht und zu verlieren hatte er nie was gehabt.

    Insgesammt natürlich absolut Oberflächliche Charaktere und eine löchrige Story, die von der guten Action und bemühten Darstellern aber gerettet wird.

    Für mich beißt sich die Story jedoch am Ende in den eigenen Hintern, der Racheengel konnte nur durch Mord der offiziellen aufgehalten werden und hatte in dem Moment jedoch schon längst gewonnen.

  12. olivertwist

    Also hab gestern den Film gesehen und muss sagen ich fand ihn richtig schlecht. Das eine ist ja, dass ich eigentlich keine Rachestories mag.

    Viel gravierender ist aber die elendig schlechte Handlung. Es muss ja nicht alles möglichst realistisch sein, aber die Art und Weise wie Buttler seinen Rachefeldzug führt, ist derartig unrealistisch! Ein kompletter Tunnel ins Gefängnis zu allen Zellen, mit netten Schanieren womit man das Klo zur Seite klappt. Oder der Anschlag auf die Richterin. Warum reitet Buttler nicht gleich auf einem Einhorn den Regenbogen herunter und killt alle mit der heiligen Handgranate? Und das sind nicht die einzigen Punkte, wo man von der schlechten Handlung förmlich ins Gesicht geschlagen wurde.

    Ehrlich gesagt bin ich nicht der Meinung, dass der Film eine grundsätzlich kritische Haltung zu Selbstjustiz einnimmt. Man mag, wenn man eine solche bereits hat, durchaus Ansätze darin finden, aber wenn man ehrlich ist, bedient der Film hauptsächlich die Rachefanatiker. Und nein, umbringen reicht nicht, es muss noch möglichst qualvoll sein. Wenn man das ernsthaft gutheißt, ist man wohl selbst der größte Psychopath.

    Wie ein Film, der sich selbst so todernst nimmt eine derartig bescheuerte Handlung haben kann ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel.

  13. Lense

    +++++Achtung- Spoiler+++Achtung-Spoiler+++Achtung-Spoiler+++++
    Also ich fand den Film eigentlich ziehmlich gut.Ich kann auch nicht verstehen was an dem deutschen,heftig kritisierten Titel schlecht sein soll.
    Was mir persöhnlich an dem Film sehr gut gefallen hat ist,das man sich sehr gut in die Rolle von Clyde reinversetzen kann.Die Story ist an sich auch sehr gut,da es kaum Filme gibt wo jemand andere Leute umbringt und dann Bedingungen stellt,unter denen er sich stellt.Die Actionszenen sind auch sehr gut umgesetzt.
    Ein sehr großes Minus ist aber die fehlende Logik an manchen Teilen des Films.Z.B. hab ich mich gefragt wieso gerade seine Tochter und seine Frau vergewaltigt und getöten wurden,da die Verbrecher doch sehr so geguckt haben als wäre das alles geplant gewesen.
    Ausserdem fehlt dem Film leider in manchen Teilen ein bisschen an Spannung.
    Im großen und ganzen würde ich dem Film 7 von 10 Punkten geben.
    Wer gerne Ballerfilme guckt,mit geiler Story die aber dann doch an manchen Stellen rätselhaft ist,der sollte sich “Gamer” angucken.
    Gamer ist einer der besten Ballerfilme die ich kenne.Verdammt geniale Effekte.Aber man sollte ihn gucken wenn man nicht Müde ist und nicht besoffen etc. , da die Story manchmal anspruchsvoll ist :D:D
    Ok genug von Gamer.
    Haut rein Leute :D

  14. luis

    Danke für das schöne ausführliche Review. Der Film hat mir sehr gut gefallen, kann ihn nur weiter empfehlen.

  15. downfall of gaia

    hey hey
    was war das denn grade für eine enttäuschung , als alle die das rechtssystem ändern wollen alle quälen und töten müssen er will doch was ändern doch aber nicht so.
    oh mein satan schlechter gehts echt nich mehr butler müsste von anfang an eine andre tacktig gehabt haben. so autonom oder einen eigenen staat gründen soll der sich selbst verwaltet und nich die ganze welt ändern indem er menschen umbringt dass tun sie doch sowieso gegenseitig….

    ahhhh ich muss rauchen :)

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    officialgaygeeks:

    That lightsaber sound lol


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    11/16/14

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    pennyfornasa:

    Putting The Cost Of The ESA’s Rosetta Mission In Perspective

    "So what do we get for our €1.4bn? Rosetta is both an astounding feat of engineering (catapulting a tonne of spacecraft across millions of kilometres of space and ending up in orbit around a comet just 4 km across) and an extraordinary opportunity for science (allowing us to examine the surface of a lump of rock and ice which dates from when the Solar System formed).

    Like a lot of blue-skies science, it’s very hard to put a value on the mission. First, there are the immediate spin-offs like engineering know-how; then, the knowledge accrued, which could inform our understanding of our cosmic origins, amongst other things; and finally, the inspirational value of this audacious feat in which we can all share, including the next generation of scientists.

    Whilst those things are hard to price precisely, in common with other blue-skies scientific projects, Rosetta is cheap. At €1.4bn, developing, building, launching and learning from the mission will cost about the same as 4.2 Airbus A380s—pretty impressive when you consider that it’s an entirely bespoke robotic spacecraft, not a production airliner. On a more everyday scale, it’s cost European citizens somewhere around twenty Euro cents per person per year since the project began in 1996.

    Rosetta has already sent us some stunning images of Comet 67P/Churyumov–Gerasimenko and today’s landing will, with any luck, provide us with our first close-up glimpse of the chaotic surface of this dirty snowball. If you’re a sci-fi fan, then, you might consider the mission to have been worth its price tag just for the pictures. The total cost for the Rosetta mission is about €3.50 per person in Europe; based on the average cinema ticket price in the UK (€8.50), it has cost less than half of what it will cost for you to go to see Interstellar.”

    Via Scienceogram: http://scienceogram.org/blog/2014/11/rosetta-comet-esa-lander-cost/

    Find Out How Budget Cuts Canceled NASA’s Own Comet Landing Mission: http://www.penny4nasa.org/2014/11/11/how-budget-cuts-canceled-nasa-own-rosetta-comet-landing-mission/

    11/15/14

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    meatbicyclevevo:

    i never wanted this to end

    10/20/14

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    iambluedog:

    Life is too short to be holding on to old grudges

    10/20/14

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    10/09/14