szmtag

Ich habe “This is it!” zuletzt im Kino gesehen und muss sagen, das ist ein toller Film, wenn man Michael Jackson jemals etwas abgewinnen konnte. Ich habe damals mit 6 Jahren die “Thriller” zu Weihnachten bekommen und das war meine erste Musikplatte die auf meinem Plattenspieler lief, der sonst nur Märchenplatten abspielte. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, das ich mit dem Typen und seiner Musik durchaus etwas verbinde. Bis zur Bad, ab der Dangerous hatte ich dann keine Lust mehr.

Nun habe ich den Film mit meiner besten Freundin geguckt und unserer Tochter, die jetzt mit 8 Jahren totaler Michael Jackson Fan geworden ist. Ich weiss nicht inwiefern der Totenkult da eine Rolle spielt, aber sie hört die CDs tagein tagaus rauf und runter und steht vor dem Spiegel um “Man in the mirror” mitzusingen und ich bin ehrlich gesagt mal ganz froh was anderes als High School Musical oder den Soundtrack von “Hairspray” aus dem Kinderzimmer zu hören.

Es war also relativ klar, das wir den Film über die Proben zu Jacksons letzter Konzertreihe, sehen müssten. Nun war ja die Maxime des Verleihs folgende: Der Film wird nur 2 Wochen im Kino sein! Also schnell Karten besorgen! Weswegen die Eintrittskarten auch einen Monat vor Filmstart schon in den Vorverkauf gingen. Meine beiden Mädels hatten also Panik, das wir keine Karten mehr kriegen würden und so kam ich dazu das erste und einzige Mal in meinem Leben Kinokarten 2 Wochen VOR dem Film zu kaufen. Auch wenn ich sie zu beruhigen versuchte, das der Film doch eh sicher ganz erfolgreich würde und dann würden die behaupten, das sie den FIlm wegen des grossen Erfolges nocheinmal verlängern und so. Es half nix, ich musste die Karten vorher holen.

Ironie des Schicksals: Wir haben den Termin nicht geschafft, zu dem wir die Karten hatten. Nun sollten wir das darauffolgende Wochenende ins Kino gehen und ich weigerte mich standhaft, vorher Karten dafür zu holen. Mir wurde vielfacher Ärger angedroht, wenn wir nicht in die Vorstellung kommen würden, aber ich war mir meiner Sache absolut sicher. Mal im Ernst: So viele MJ-Fans gibt es in Deutschland auch nicht mehr, als das die Sonntagnachmittags einen Kinosaal in einem Einkaufszentrum füllen. Vor allem nicht wenn der Film schon ca. 10 Tage läuft.

Wir kamen an die Kasse. Im Saal waren 6 Plätze verkauft, der Rest war frei. Ich lächelte triumphierend. Und ein kurzes Gespräch mit der Kassiererin klärte dann auf: Der Film läuft in Deutschland gar nicht. Null. In Amerika ist das ein Hit, aber hier will den keiner sehen. Und natürlich werde die Laufzeit verlängert. Um sagen zu können, man habe die Laufzeit verlängert.

Und was erreicht mich heute für eine Pressemeldung? Genau:

Die letzte Chance für deutsche Fans,
den Film auf der großen Leinwand zu erleben:

MICHAEL JACKSON’S THIS IS IT
nur noch 10 Tage lang im Kino

Spielzeit endet am 2. Dezember

Ja, ich weiss, das ist jetzt keine große Überraschung und Promotion funktioniert eben so. Ich finde das aber trotzdem ein bischen schade. Das ist ein guter Film, wie gesagt, wenn man MJ mag. Der hat mich auch stellenweise sehr gerührt und ein bischen traurig gemacht, obwohl ich nun schon lange kein “Fan” mehr bin. Aber dieses marktschreierische Theater um die Pseudo-Verknappung, das finde ich einfach ein bischen unwürdig, für so einen grossen Künstler. Und das musste jetzt mal raus. Also wenn ich Jackson jemals mochtet, dann guckt euch den mal an. Doch bedenkt: IHR HABT NUR NOCH 10 TAGE!!!!!!…;)

1 Trackback

  1. 23.11.2009 - Links vom 23. November 2009 | Testspiel.de

11 Kommentare

  1. Du meinst 10 Tage bis die DVD dann wie Blei in den Regalen von Media Markt liegt und in einem Jahr auf dem Grabbeltisch vergammelt…?

    Kommentar #1 von Batzman am 23.11.2009 um 13:03 Uhr

  2. Auf ProSieben oder RTL schafft er in zwei drei Jahren dann vielleicht nochmal gute Quoten. Besseres Marketing natürlich vorausgesetzt.

    Kommentar #2 von Anmerkungsmann am 23.11.2009 um 13:18 Uhr

  3. Mir würde es eher helfen, den Film in einem Kino mit gutem Soundsystem zu hören…
    Hat jemand Empfehlungen im Raum FFM?

    Kommentar #3 von PS am 23.11.2009 um 14:02 Uhr

  4. bei dir war die erste m.j.
    bei mir war sie “spiel nicht mit den schmuddelkindern” von f.j. degenhart.
    “ballade für sacco und vanzetti” rauf und runter:
    Dieses Lied ist für Nicola Sacco und Bart Vanzetti, zwei amerikanische Arbeiterführer. Sie hatten Streiks organisiert und Demonstrationen gegen die Herrschaft des Kapitals. Deshalb sollten sie beseitigt werden und man klagte sie an wegen Mord, den sie nie begangen hatten. Trotzdem wurden sie zum Tode verurteilt. Hunderttausende in allen Ländern der Welt gingen gegen dieses Unrechtsurteil auf die Straße, streikten und forderten die Freilassung von Sacco und Vanzetti. Zwar konnte der Mord nicht verhindert werden. Am 22. August 1927 wurden Sacco und Vanzetti auf dem elektrischen Stuhl zu Tode gefoltert. Aber der Kampf der internationalen Bewegung zur Befreiung der beiden Arbeiterführer öffnete Millionen die Augen über den wahren Charakter des kapitalistischen Systems und seiner Justiz. Sacco und Vanzetti blieben Kämpfer bis zum letzten Augenblick. Aus dem Gefängnis heraus forderten sie zu weiteren Aktionen auf. Sie wußten, weshalb sie hingerichtet werden sollten, und starben als Opfer des internationalen Befreiungskampfes.

    das nenne ich frühkindliche prägung!

    Kommentar #4 von zero_content am 23.11.2009 um 14:23 Uhr

  5. Also da muss ich der Verkäuferin (Habe den gleichen Nebenjob in männlicher Form), zumindest in unserem Fall wiedersprechen, bei uns im Kino lief der ziemlich gut. (Paderborn) Ausverkauft war er aber auch eigentlich nie.

    Kommentar #5 von McFly am 23.11.2009 um 15:06 Uhr

  6. “Nun habe ich den Film mit meiner besten Freundin geguckt und unserer Tochter, …”

    interessante formulierung.

    Kommentar #6 von t-wurst am 23.11.2009 um 15:35 Uhr

  7. Hab auch gehört und gelesen, dass der recht gut läuft. Wenn auch nicht so wie erwartet. Aber wann bildeten sich in Deutschland jemals Camping-Schlangen vor den Sälen?
    Habe den in einer Spätvorstellung in Woche 2 gesehen die war recht gut besucht.
    Diese “nur noch 2 Wochen” “Huch, noch mal 2 Wochen” “jetzt aber wirklich nur noch 10 Tage” Politik ist auch lächerlich, aber mal ehrlich. Wer hatte das nicht eh schon von Anfang an geahnt. Wenn der Film in 10 Tagen immernoch gut läuft, dann lassen sie ihn doch sicher drinnen.

    ABER – intressant finde ich Filme wie Events zu vermarkten.
    Wenn die das mal ernsthaft durchziehen und den Film no matter what nach X Tagen/Wochen wieder rausnehmen -wie ein Konzert halt- dann können Filme einen anderen Charakter bekommen. Für Musik ist das interessant. Vielleicht auch um kleine aber coole Filme zu hypen. I dont know…. Geht halt nur ums Geld. Leider!

    Und von dem werden sie mehr machen, als hätte MJ seine 50 Shows gespielt…
    Und damn it… DIE Show hätte ich zu gerne live gesehen!

    Kommentar #7 von Claas am 23.11.2009 um 16:32 Uhr

  8. Claas
    “ABER – intressant finde ich Filme wie Events zu vermarkten.
    Wenn die das mal ernsthaft durchziehen und den Film no matter what nach X Tagen/Wochen wieder rausnehmen -wie ein Konzert halt- dann können Filme einen anderen Charakter bekommen.”

    So etwas hat es in den USA bereits in den 50er und 60er Jahren gegeben. Große Filmproduktionen, in den meisten Fällen 65/70mm-Produktionen, wurden auf Tournee geschickt. Ein Film lief mindesten für 4 Monate in einem der besten Kinos der Stadt. Dieses mußte bei 70mm natürlich dafür ausgerüstet sein. Es gab Karten nur per Vorbestellung, die Zuschauer wurden auf ihre Plätze eingewiesen, die Vorstellungen wurden in Abendgarderobe besucht und es gab keinen Popcorn-Verkauf. Bei vielen dieser “Roadshow”-Fassungen wurde bei gedimmtem Licht und geschlossenem Vorhang als Overtüre Filmmusik gespielt, erst bei der Einblendung des Studio-Logos wurde das Licht ausgeschaltet und der Vorhang geöffnet (“Never show a white screen!”). Wegen der oftmals langen Laufzeit der Film gab es eine Pause von 15 Minuten. Das Ende der Pause wurde wiederum durch Musik (Entr’acte) im Kinosaal und Foyer angekündigt.
    Viele dieser Filme wurden für die spätere reguläre Kinoauswertung (bei 65/70mm-Produktionen dann als 35mm Reduction-Prints) häufig rabiat geschnitten, um mehr Vorstellungen in den Kinos zu ermöglichen.

    Kommentar #8 von 4LOM am 24.11.2009 um 01:47 Uhr

  9. Ich erinnere mich noch lebhaft daran, dass im März diesen Jahres Michael Jackson die letzten zehn Konzerte spielen wollte … moment, die letzten 30 … nein wartet … die letzten 50. Die Pseudo-Verknappung hat auch früher bereits funktioniert (und ich meine nicht die letzten 5 Jahre). Nicht sehr subtil, aber effizient!

    Übrigens: Den Film fand ich auch toll und teilweise sehr rührend. Michael konnte noch performen, sehr!

    Kommentar #9 von Robert am 24.11.2009 um 10:53 Uhr

  10. … aja… 2Pac bringt auch noch regelmäßig Platten raus – MJ´s Film läuft doch länger als 2 Wochen… und vieles mehr! … hätte ich doch ein Ticket auf die geheime Insel der verstorbenen Stars… da leben sie alle und schlürfen Cocktails… all day long!

    Kommentar #10 von GunGrave am 24.11.2009 um 12:25 Uhr

  11. @ GunGrave: in der tat. von der insel kommt wohl auch “jeanny part 3″

    ;)

    Kommentar #11 von Nilz N Burger am 24.11.2009 um 12:29 Uhr

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