Vampire saugen – Abrechnung mit einem langweiligen Monster

43 Comments

vampires-suckPhoto by Notahipster

Ganz ehrlich: Vampire sind öde. Okay vielleicht nicht so langweilig wie Mumien – nichts ist so ungruselig wie eine schlechtgelaunte Mullbinde – aber dennoch ziemlich öde.

Zumindest die meisten. Denn mehr als jedes andere Monster haben Vampire die Macher und das Publikum herausgefordert sie zu romantisieren, zu vermenschlichen, in ihnen keine echte Bedrohung sondern irgendein erotisches Ideal zu sehen. Vampire verführen ihre Opfer meistens, bis diese ihnen willig die Schlagader entblößen und darum betteln endlich gefi- gebissen zu werden. Es ist ja nicht so, als hätte Twilight den Trend ausgelöst. Schon zu Bela Lugosis Zeiten schwärmten die Girlies, die damals noch Backfische genannte wurden, für die erotische Ausstrahlung des bissigen Ungarn und schickten ihm Liebesbriefe und Unterwäsche.

Dracula erschien immer als der bessere Liebhaber, der neben den gepflegten Umgangsformen das Verlangen nach Exotik und Leidenschaft befriedigte. Dagegen konnte der brave Freund oder Ehemann nur abstinken, selbst wenn er sich extra in den Tigertanga oder die lustige Büx mit dem Elefantenrüssel zwängt. Vampire sind sexy.

Was ja alles schön und gut ist, aber eben nicht wirklich gruselig und sie als Protagonisten eines Horrorfillms ziemlich untauglich macht. Es fehlt einfach die Bedrohung, das Unerwartete, der Schock, das im wahrsten Sinne des Wortes Monströse. Denn selbst wenn Vampire mal nicht als erotische Knatterbüchsen im edlen Zwirn dargestellt werden, präsentieren die Filmemacher sie wenigstens als leidende, melancholische Grübelottos die ja soooo darunter leiden nicht sterben zu können. Wo der erste Nosferatu noch ein echtes Monster war, dem ich auch heute ungern im Dunkeln begegnen würde, war Herzogs Nosferatu in der Form von Klaus Kinski schon längst der weltschmerzschwere Leidensmann, der den Tod als Erlösung herbeisehnt. Jaja der Tod der ist ein Abgrund, tausend Nächte tief…

Wie soll ein Film unheimlich wirken, wenn das Monster entweder gefickt oder bedauert werden soll? Ein Werwolf leidet auch an seinem Fluch, ist aber dennoch ein richtiges Monster das aus seinen Opfer Hackfleisch macht und sie frisst und nicht stundenlang Gedichte aufsagt, herumphilosophiert oder sich bemüht geistreich und charmant zu sein. Werwolf-Sex ist wild und animalisch geil (siehe ->The Howling oder American Werwolf), während Vampire eher für Kuschelsex, langes Vorspiel und hinterher ausführlich drüber reden stehen.

Tarantino hat Recht, wenn er beklagte, das Vampire immer mehr zu weichgespülten Frauenverstehern werden, anstatt echten Horror zu verbreiten. Und das liegt an den Filmemachern, nicht am grundlegenden Konzept.

Vampire sind Untote die das Blut der Lebenden trinken und sie oftmals dadurch umbringen, bisweilen auch zu einem der ihren machen. Nirgendwo steht geschrieben, dass sie geföhnte Langweiler sein müssen, die den ganzen Tag nur darüber nachdenken, wie sie sich das Bluttrinken abgewöhnen können um bloß niemandem zu nahe zu treten. Es wird Zeit das dies auch im Horrorfilm mal wieder erkannt wird, statt die Bande immer weiter zu romantisieren und zu verkitschen, wie das in True Blood oder den Vampire Diarys derzeit schon wieder geschieht. Buffy hat Vampire gepfählt und sie immer als echte Bedrohung angesehen, selbst wenn sie mit Angel und Spike herumgemacht hat. Die Blutsauger blieben eine echte Bedrohung und Gefahr mit mörderischem Potential. Spike hat hunderte von Menschen umgebracht und sich auch erst für Buffy interessiert, als er einen Chip im Kopf hatte, der ihn zwang seine gewaltätigen Impulse im Zaum zu halten.
Edward fängt wenns ernst wird an zu Glitzern und kämpft eher ungern, weil seine Frisur dabei durcheinander kommen könnte.

Was ist so schwer daran Vampire wirklich bedrohlich zu inszenieren? Wieso müssen selbst gestandene Regisseure wie Coppola eine verkitschte-opernhafte Verfilmung abliefern, die aussieht wie Rosamunde Pilcher die mal einen drauf machen will, mit einem Vampir dessen Schatten hinter ihm herumkaspert und dessen Frisur aussieht als wären mit Udo Walz mal wieder die Inspirationspartikel durchgegangen?

Ja, es mag in der Natur des Blutsaugers liegen, das er zu den intelligenten Monstern gehört und damit auch die Chance hat seine Opfer zu faszinieren, aber das sollte doch kein Freibrief sein wirklich jeden Anflug von Spannung und echter Bedrohung durch süssliche Kleinmädchenphantasien zu ersetzen. Near Dark – bezeichnenderweise von einer Frau inszeniert (Kathryn Bigelow) – hat vorgemacht wie eigensinnig brutal und bedrohlich Vampire sein können. Fright Night hatte bei allen Comedy-Elementen einen Horde von Vampiren die intelligent und sehr gefährlich waren. Selbst Kiefer Sutherland und Edward Hermann in Lost Boys funktionieren als verführerische, smarte und dennoch brutal sadistische Monster. Von den Mexican-Vampires in From Dusk Till Dawn ganz zu schweigen, die von Rodriguez und Tarantino bewusst als Gegengift zu Lestat, Dracula und all den anderen Kuschelsaugern entworfen wurden. Die Reaper in Blade 2 von DelToro waren ebenfalls ganz schicke Monster, genau wie der einzigartige “Martin” von Romero. Und auch Eli, in “So finster die Nacht”, wirkt bei aller Zuneigung zur Figur immer noch sehr unheimlich, wie ein Kampfhund der jederzeit ausrasten könnte und dann entsetzliches anstellt. Die Gewaltätigkeit und der unbedingte Wille alles zu tun um zu überleben ist in jeder Sekunde spürbar, selbst wenn sie mit ihrem kindlichen Straker-Ersatz zusammen das Bett teilt.

Doch alle diese guten Blutsauger sind leider in der Minderheit im Vergleich zu den lieben, nachdenklichen, sinnierenden, leidenden, biss- und blutlosen Vampirfiguren, die das Kino von Lugosi, über Christopher Lee, George Hamilton, Tom Cruise, Eddie Murphy bis zu Robert Pattinson bevölkern. Vampirfilme sind fast immer Chickflicks in denen mehr geliebt und gelitten als gestorben und geflüchtet wird. Von “Todd Browings Dracula” zu “John Badhams Dracula”, von “Begierde – The Hunger” bis “Interview mit einem Vampir”, von “Andy Warhols Dracula” bis “Liebe auf der ersten Biss”, von “Dracula jagt Mini-Mädchen” zu “Königin der Verdammten”, von “Die blutige Gräfin” zu “Twilight / New Moon”.

Dort wo pubertär-romantische Träume befriedigt werden hat der Grusel das Nachsehen. Die Opfer der Kuschelvampire könnten auch gleich zur Blutspende gehen und dabei Hedwig-Courths Mahler lesen. Das macht auch schwindelig und rechtfertigt die krausen Fantasien.

Aber bitte liebe Filmproduzenten: Macht Vampire endlich wieder unheimlich. Wir hatten genug Douchebag-Monster. Genauso wie ich keine rumjammernden Superhelden mehr sehen will, möchte ich keine knuddeligen Kein-Sex-Vor-Der-Ehe-Vampire mehr sehen.

Denn auch wenn die Viecher untot sind: Die Eier hat man ihnen ja wohl nicht abgeschnitten?

In : Features, Thema

About the author

Oliver “Batz” Lysiak studierte Mediensoziologie und arbeitete als Redakteur für NDR, RTL, Pro7, wo er lernte, dass “die Zuschauer Ironie nicht verstehen”. Seit 2006 betreibt er, zusammen mit vier anderen Cinemaniacs, das erfolgreiche Filmblog “Die Fünf Filmfreunde” und arbeitet als “Creative Director” und Filmjournalist bei Deutschlands größter Filmwebsite moviepilot.de. Er mag Wombats, Katzen und Leute die im Kino die Klappe halten und träumt davon, irgendwann von Stephen Fry adoptiert zu werden.

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  • dröö

    Vampire sind nicht gleich Nosferatu!
    Es gibt zahlreiche Arten von Vampiren, die alle unterschiedlich mit ihrem animalischen Trieb umgehen.
    neben edlen und schönen Blutsaugern gibt es auch aggressive, rücksichtslose und immens brutale Dracula-Abkömmlinge.
    so z.B. die Malkavianer, Toreador, Brujah usw… und die animalischste & vermutlich hässlichste Sorte ist der Nosferatu.
    —Klugscheissmodus aus—

    Dennoch stimme ich dir zu, wenn du “twilight” als eine prüde, eierlose Christen-Bravo-Girl-Buffy-abklatsch-Tortur darstellst.
    Mir hat die Rifftrax-Folge dazu schon sehr viel Angst gemacht! XD

    ja, das hat uns noch gefehlt! Vampire die direkt aus dem Jesuscamp entsprungen sind!

    “Interview mit einem Vampir”….. *seufz!* das war noch ein Vampirfilm!

  • elnino545

    Du hast Blade vergessen! Da gibts auch kräftig auf die Glocken. Da werden schließlich Vampire verprügelt, die nur an Weltherrschaft und rumvögeln (und zwar ohne kuscheln) denken.

  • http://holonblog.geheimorden.de/ Marcus Kober

    Ein herrlich erfrischender Artikel! Und spricht mir so sehr aus der Seele. Für mich war “So finster die Nacht” auch eine gern gesehene Ausnahme in all dem sonstigen Weichspülquatsch. Und mit so herrlich wenigen Klischees beladen.
    In “30 Days of Night” sind die Vampire ja auch richtig schön böse dargestellt – leider ist das jedoch alles andere als ein guter Film. Die Idee nicht schlecht, der Soundtrack gut – aber sonst?

  • http://www.flusskiesel.de Flusskiesel

    Zustimmung!

    Aber die junge Dame in dem Teaser weiter unten finde ich durchaus gruselig.
    Zumal sie vier (!!) Beißzähne oben hat!
    :-)

  • stb247

    Ich werde Coppolas “Dracula” auf ewig verteidigen. Der hat ganz sicher seine Schwächen (ähem, die Mehrzahl der Darsteller), aber er entführt uns auch in einen Bilderrausch, in eine phantastische Welt, in der Liebe unsterblich ist. Oder zumindest das, was ein 400 Jahre alter Typ für Liebe hält. Nicht umsonst wird der Film gern als “Oper” bezeichnet, weil er so Over-The-Top ist. Und irgendwie wird bei dem Film immer Lucy vergessen, die ja nun wirklich kein Glück mit dem Transylvanier hatte.

    Dazu sind “Twighlight” und “True Blood” kein Vergleich, weil sie den kleinen Mädchen vorgaukeln, so wäre die echte Welt (wobei das Kino sagt “Bloß kein Sex” und das TV “Gerne, aber nur mit viiiiel Liebe”).

    Auch der hier gescholtene “The Hunger” ist ein Meisterwerk für sich und nur einer von zwei wirklich guten Filmen, die Tony Scott jemals gedreht hat.

    Zu den Vampiren: Ja, ich wünsche mir auch manchmal mehr Horror, aber wie du ja selbst schreibst gibt es da eben eine lange Tradition, die den Vampir nicht als blutrünstiges (sic!) Monster darstellt. Es gibt Ausnahmen. “From Dusk Till Dawn” gehört sicher zu den besseren. Aber es gibt auch “Addiction” von Jarmush (WTF? langweilig). Und “30 Days of Night”, der als bahnbrechendes Ereignis angepriesen wurde, war nichts weiter als ein Zehn-kleine-Negerlein-Aufguss. Da hätten auch Zombies durch die Stadt rennen können. Sowieso ist doch der eigentliche Unterschied zwischen Vampiren und Zombies die intellektuelle und von Restemotion getriebene Persönlichkeit des ersteren im Vergleich zur tumben Ich-beiss-dir-dein-Hirn-weg-Mentalität des anderen. Und wenn man den Weltschmerz des Vampirs weglässt, was bleibt dann noch als ein Zombie übrig?

    Zu Werwölfen: Da gabs auch einen bei Coppola, der Lucy vergewaltigt. Das war Beastiality vom Feinsten. Und soweit muss man gar nich gucken, um auch in dem Genre einen romantischen Film zu finden… das ist nämlich “Wolf” von Mike Nichols.

    Letztlich kann ich dir also eigentlich nur zustimmen: Vampire sind als HorrorFilmMonster langweilig. Aber das ist meiner Meinung nach auch nicht ihre Stärke.

    PS: Ich versuche seit geraumer Zeit einen Vampirfilm zu drehen, der dir tatsächlich gefallen könnte, nämlich eine reine Ich-jage-die-Menschen-zum-Blutaussaugen-Geschichte. Ein Film, der den Vampir als Raubtier darstellt, das keinerlei Mitleid mit seinen Opfern hat und nur auf den nächsten Blutfix aus ist. Neben offensichtlichem Geldmangel hat mich bisher die Frage aufgehalten, ob das ausser mir eigentlich jemand sehen will. Wenn ich das hier richtig lese, hätte ich mit dir meinen ersten potentiellen Zuschauer. Das ist doch auch mal schön zu wissen.

  • http://www.inderzange.de Stryke

    Ist heute schon wieder Gegenteiltag? …

  • http://kasumi.chris-jung.de/wordpress kasumi

    Ich mag Vampire, nicht so sehr wie Zombies, aber ich mag sie. Solange sie nicht glitzern finde ich sie super. Aber vllt ist das eine Mädchensache. Eine Mädchensache die auch Mädchen wieder in 2 Lager spaltet. Auf der einen Seite die “Ich mag glitzernde Vampiere”-Mädchen und auf der anderen Seite die “Ich mag traditionelle Vampiere”-Mädchen.

  • Lalala

    Interview mit einem vampir gut??? das doch die wurzel allen übels

  • L. W. Koch

    Ha, jede Zeile ein Treffer!

    Hoffe Tarantino nimmt sich eines Tages auch nochmal dem Piraten-Genre an, da ist auch einiges im Argen ;-)

  • Paul_Baeumer

    Ists der Schlafmangel oder habe ich tatsächlich weder in Batzmanns Text noch in den Kommentaren was von John Carpenters Vampire gelesen?

    Oder gehört der mit zu den Tarantino/Rodriguez-Mexiko-Vampirfilmen?

  • Gerrit

    Der Artikel erinnert mich stark an “Der Graf” von den Ärzten. In diesem Lied beklagt Bela B. die Blutleere eines modernen Vampirs. Paradoxerweise wird es von jemanden gesungen der sich nach genau diesem Typ Vampir benannt hat.

    Ich finde es okay, dass Vampire zu 90 Prozent als herzenbrecherische Gentleman-Monster dargestellt werden. Das ist von Anfang an deren Marktlücke gewesen. Historisch gesehen stehen sie aus Opfersicht, für den Reiz, einer erotischen Verführung widerstehen zu müssen. Als Monster symbolisieren sie den Typ gepflegten, aristrokratischen Intellektuellen, mit dunklen Geheimnis.

    Die von Batzmann gewünschten Dinge werden und sollten auch in Zukunft im Grusel- und Horrorbereich meiner Meinung nach von anderen Monster besetzt bleiben. Den Vampir nur als von Blutgier getriebene Mordmaschine zu charakterisieren würde ihn austauschbar machen. Denn das sind für mich Zombies.

    Ich fand den Artikel insofern interessant, als dass er bei mir die Frage aufgeworfen hat, warum es gerade in den 80er und 90er-Jahren zu einer solchen Radikalisierung des Vampirbildes kam. Gab es das vorher auch schon?

  • Olli K.

    Besteht die Crux mit den Vampiren nicht auch darin, dass sie einfach zu menschenähnlich, gar menschlich sind? Die menschliche Gestalt, egal ob attributiert mit Blässe, Reißzähnen usw. ist doch per se nicht furchteinflößend. Werwölfe, um mal das beliebte Gegebeispiel zu bemühen, erkennt man auf den ersten Blick als Gefahr. Filmisch gut umgesetzt lösen sie locker dieselben Flcuhtinstinkte aus wie reale Raubtiere. Vampire hingegen beziehen bzw. bezogen ihren unmittelbaren Schrecken stets allein daraus, dass sie sich an anderen Menschen nähren – in Form des Blutsaugens. Dazu kommen natürlich noch die potenzielle Unsterblichkeit und verschiedene “unheilige” Kräfte. Aber solche Eigenschaften müssen im Kontext der Zeit gesehen werden, aus der auch der europäische Vampir-Mythos stammt. Und die liegt locker einige hundert Jahre zurück. Damals ließ man sich durchaus noch von der Vorstellung ängstigen, die Toten würden aus ihren Gräbern steigen und Jagd machen. Aber heute?
    Ich denke, aus der Sache lässt sich einfach nichts mehr herausschlagen, und wir erleben die Resteverwertung des Vampirgenres – es hat sich einfach selbst überlebt.

    P.S.: Trotz allem werde ich mir Daybreakers ansehen. Aber da ist der Vampir-Part ja ohnehin eher Maskerade, um die Verwandlung der Menschheit etwas interessanter zu machen.

  • JoJo

    Toller Text, hat mich sehr amüsiert. Sehe das aber anders. :-)

    Mein Vorredner Gerrit bringt meine Sicht eigentlich aufn Punkt. *textmarker ansetz*

    Vampire waren immer Symbole verborgener/verbotener Begierden (und sind da natürlich Kinder ihrer Zeit) oder/und einsame tragische Figuren. Das gilt übrigens auch für den alten Nosferatu!
    Deswegen halte ich es für völlig verdreht, aus den Geschichten um blutsaugende Einzelgänger plötzlich actionreiche Gewaltorgien wie “Blade” zu basteln.
    Da bleib ich doch lieber bei den Anne-Rice-Vampiren. Wieso ist der Name eigentlich noch nicht gefallen?

  • genervt

    Vampire, Werwölfe, Zombies – alles langweilig.
    Seit 100 Jahren immer dieselben “Monster”.
    Da hilft auch kein Facelifting.
    Das letzte Mal, als ich mich in einem Vampirfilm gegruselt habe, war, als der Fiesling durch das Dachfenster schwebte. Das war glaube ich “Tanz der Vampire” und ich 12. Und mit “Blutsaugen” als “verborgener Begierde” kann ich auch nichts anfangen, das läßt mich sowas von kalt. Ich bin ja dafür, daß die alle eingemottet werden und sich jemand mal ein zeitgemäßes Monster ausdenkt.

  • http://grafikpolizei.de kumi

    Noch keiner die Serie »True Blood« (besser als die Literaturvorlage) auf dem Schirm gehabt hier? Das sind mal Vampire. Auch da stört mich wenig, dass sie zwar sehr blutrünstig und gory, aber auch verführerisch sein können. Mir gefällt das Thema, dass die Vampire in 2 Lager gespalten sind: Diejenigen, die Blutersatz trinken, weil sie nach ihrem Outing mit Menschen als Gleiche unter Gleichen leben möchten, und auf der anderen Seite die, die ihrer Begierde nicht nachgeben wollen, nach wie vor im Dunklen hausen und auf die Jagd gehen. »True Blood« reicht mir schon fast als Ansatz zum »modernen« Vampir. Obwohl es im Grunde eine Parabel auf Südstaaten/Rednecks/Homosexuelle ist.

    Wer die Serie noch nicht gesehen hat: unbedingt nachholen!

    Twilight-Vampire gehen nicht als Vampire durch. Aber auch so gar nicht :-)

  • fichtenelch

    Vampire. Vampire. Vampire. Ich kanns echt nicht mehr lesen. Kann man nicht einfach Twilight ignorieren und gut is?

  • Arno Nym

    True Blood war jetzt aber auch irgendwie ziemlich käsig und hat nicht viel aus der tatsächlich interessanten Idee gemacht.
    Irgendwann hatte ich doch das Gefühl es geht nur um enge Tops und Vampire poppen.
    Vielleicht ist das aber in der zweiten Staffel anders, ich weiß es nicht.

  • Lalala

    Ich find das die “romantischen” vampirefilme so überbordend kitschig sind das ich des nich durchhalt einen ganz zu gucken

  • Schwarzmaler

    Vampirfilme müssen so sein, dafür liebe ich sie. Ich will Spike, ich will Angel, ich will Louis und Lestat. Ekel und Horror könnt ihr gern bei Saw Teil VII bis IX ausleben. Metaphern auf Herzschmerz, Liebe, Zurückweisung, Einsamkeit und Coolness.

  • GreatCthulhu

    @dröö/Kommentar 1: “Nosferatu” ist ein Term den Murnau für den Vampir übernommen hat – du bezeichnest Malkavianer, Toreador und das ganze Kroppzeug so, als wären sie real-mythologische Varianten des Vampirs. Doch das sind nur Namen aus einem (wenn auch brillanten) Pen und Paper-Rpg. Die gibbet nich – auch wenn ihre Namen auf Mythen wie der Brujah-Hexe basieren.
    Hier geht´s um Filmvampire und literarische Versionen – die leider nahezu alle ihren BISS verloren haben und zu memmenden Emo-Schleimern oder Lack-Goten verkommen sind.
    Was freue ich mich, wenn der Vampir endlich wieder zum Monster wird – allerdings bitte nicht so plakativ zombieesk wie in “30 Days of Night”…

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Batzman

    @Schwarzmaler

    Wenn Vampire so sind wie Spike hab ich absolut nichts dagegen. Aber du willst Buffys Blutsauger ja wohl nicht auf eine Stufe mit diesen ganzen Weichei-Vampiren stellen. Buffy war näher an Near Dark und Fright Night als an “Interview mit einem Vampir” oder “Twilight”… ;)

    Spike würde Edward und Lestat in den Arsch treten, das ihnen die Augen rausfliegen.

  • stb247

    Ich ziehe sämtliche Aussagen zurück, wenn ich mich hier in der Umgebung von Buffy-Fans wähne. Dieser TV-Schrott von Joss Ich-versau-mal-Alien Wheadon soll irgendwas mit Horror zu tun haben?

    Hier haben grade ganz viele Leute enorm an Credibility verloren. Aber ganz viel…

  • knorkeborke

    srsrsly wer ernsthaft denkt das buffy besser mit dem vampir-mythos umgeht als true blood(und das auf eine stufe stellt mit twilight) hat wirklich gar keine ahnung…

  • Babylon

    @stb “Ich ziehe sämtliche Aussagen zurück, wenn ich mich hier in der Umgebung von Buffy-Fans wähne. Dieser TV-Schrott von Joss Ich-versau-mal-Alien Wheadon soll irgendwas mit Horror zu tun haben?

    Hier haben grade ganz viele Leute enorm an Credibility verloren. Aber ganz viel…”

    SIGNED!
    diese Vampir-Teenie-Buffy-Angel-Soap ist der Beweis dafür, dass Vampire sowas von null Stil haben können! ^^
    “Ich verwandel’ mich erstmal und werde hässlich & dann stecke ich Buffy die Zunge in den Hals” soll ernsthaft guter Vampir-Krams sein?

    Vielleicht solltet ihr mal Anne Rice lesen….

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Batzman

    Auf Joss Wheadon lasse ich nichts kommen. Und nach Finchers Alien-Stinker war selbst Alien 4 noch ein Meisterwerk. Da gabs nichts mehr zu ruinieren. Das ist als würd man sagen Critters 4 habe den tollen Franchise gekilled.

    Mir fallen spontan mehr wirklich creepige unheimliche Momente aus Buffy ein, als in Stokers Dracula, Interview with a Vampire und Twilight zusammen.

    Aber da die Kritik an Buffy ja eh meist von Leuten kommt, die die Serie nicht gesehen haben (oder bestenfalls eine aus dem Zusammenhang gerissene Folge) und sich meinen alleine auf Grund des ironischen Namens darüber erhöhen zu müssen, erübrigt sich da auch jede Diskussion. ;)

    Und es geht mir überhaupt nicht um den Vampir-Mythos oder ob der respektiert wird, es geht mir darum ob die Vampire interessante Figuren sind oder schwülstige Douchebags.

  • TopF

    strell nbicht interview mit einen vampir auf eine stufe mit twillight..um himmels willen
    twillight hat keinen mythos der vampirlegenden übernommen, außer blutsaugen.
    aber blutsaugen ist nicht gleich vampir
    vampire so wie in interview mit einen vampir sind clevere kaltblütige,wenn auch teilweise melancholische geschöpfe,tom criuse war ein sehr kaltes wesen. nur als beispiel.

    man darf nicht vergessen dass die romanfigur dracula eig eine verstoßene seele ist.
    er hat sich vomn seinem gott abgewendet und wurde dafür bestraft.
    die buffy-serie war das beste,was man je unter vampir verstehen konnte.
    vorallem fand ichs genial,dass vampire keine seele haben.
    und angel der einzige mit seele war,ist, je nachdem wie er drauf ist XD
    romantisch sollen sie sein, und so ist es auch gewollt.

    die andere fraktion reizt auch ziemlich.
    die “splatter-vampire” ich sag es mal so,weil sie nicht mehr blut saugen,sondern körperteile ausreißen,wenn sie wollen,und sie haben ihren spaß daran.
    ich find beide versionen klasse, auch wenn ich mir wünschen würde,dass beide versionen in einen film vereint werden. ich sag mal copulas dracula in verbindung mit 30 days of night.das wäre ein film…obwohl..john carpenters vampire hatte beides,nur keinen grusel.

  • justus_jonas

    Vampire dafür zu kritisieren, dass sie romantisierte Monster sind, ist so, als ob man Zombies dafür kritisieren würde, dass sie untot sind.
    Da dieses romantisierte, die Todessehnsucht, etc. schon zu Beginn der Vampirfiktion ein essentieller Bestandteil der Figur war.
    Siehe beispielsweise das Gedicht “Der Vampir” von Heinrich August Ossenfelder aus dem Jahr 1748 (!).
    http://web.uvic.ca/geru/487/ossenfelder.html

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Batzman

    @Justus

    Das ist doch aber genau son Kitschgedicht, wie das was sich kleine Mädchen in ihr MySpace-Profil schreiben. Nur weils alt ist, wird es deswegen noch lange nicht gut. Es gibt auch genügend alte Vampirgeschichten die wirklich gruselig sind und der Aberglaube der den Stories zugrunde liegt hat eher mit untoten Blutsaugern als romantischen Schnullis zu tun.

    Im Endeffekt ist mir die Geschichte oder die Genese der Figur einigermaßen egal. Ich bejammere auch nicht, das Zombies keine Voodooopfer mehr sind und heutzutage bisweilen rennen. Vampire sind ein grobes Konstrukt das im Gegensatz zu fixen Figuren wie Holmes, Bond oder Indiana Jones interpretiert werden kann.

    Und ich hab auch nichts gegen intelligente Vampire, die von mir im obigen Text positiv erwähnten Vampire sind auch intelligent und ja auch bei Buffy gibt es romantische Beziehungen zwischen Mensch und Blutsauger. Dennoch bleiben die Figuren dort Monster die eine reale Bedrohung darstellen, die unter der smarten und vielleicht auch charmanten Oberfläche sehr gefährlich sind. Das ist es was ich von Vampiren erwarte, das sich die Macher erinnern, dass sie sich im Horrorgenre bewegen und die Figuren entsprechend behandeln. Klar auch der Obervampir in Fright Night ist ein charmanter verführer, ja auch sein Opfer Evil Ed hat tragische Momente, aber dennoch definieren sich diese Figuren eben nicht über Kleinmädchenromantik und Gedichte aufsagen.

  • agathos

    Vampirfilme sind meistens langweilig, weil das Arsenal ihrer Semiotik so ausgelutscht ist … Wer einen tollen Film über Vampire (nur im weiteren Sinn) sehen will, dem empfehle ich Claire Denis’ “Trouble Every Day”: hier wird das Thema mal von allen Fantasy-Elementen befreit und realistisch geerdet, nämlich als Fetischismus ganz erst genommen. Im Resultat ein z.T. befremdend schöner poetischer Film, ohne alle Weichspülerei.

  • Lalala

    Fällt mir grad ein Vampiremythen in vielen anderen kulturen, russland, japan, südamerika usw. sind richtige monster. Nur bei uns sinds posterboys für mädels ;)

  • http://www.palastmagazin.de chris kurz

    @stb247 ADDICTION ist nicht von jim jarmusch, sondern von abel ferrara

  • bunteskanzler

    Eli aus “Let the right one in” war ein fantastischer Vampir. Sowohl bedrohlich als auch von dieser inneren Zerrisenheit zwischen Kälte und Melancholie. Ähnlich dem mensch und doch anders, niemals ganz zu begreifen. Die besten Vampire finde ich haben beides, die Költe, Bedrohung und die Melancholie/Verführung. Das ist das Spannungsfeld aus dem sich der Vampir definiert. Einfach nur Bedrohung, Furcht einflößen und gore finde ich zu eindimensional für wirklichen Grusel.

  • http://holonblog.geheimorden.de/ Marcus Kober

    Und Eli war noch nicht einmal männlich oder weiblich! Keine Geschlechtsorgane! Was das für Filme wie Twilight bedeuten würde…

    Ja, “Trouble every Day” ist auch ein guter Tipp. Allerdings gehts da ja eher um Kannibalismus…

  • stb247

    @ chris kurz
    “ADDICTION ist nicht von jim jarmusch, sondern von abel ferrara”

    Oh sorry… mein Fehler. Allerdings wird der Film dadurch auch nicht besser.

    Fand den irgendwer gut?

  • Ashari

    Ich sehe Batzmans Artikel eher als Hilfeschrei eines ausufernden Trends. Vampire werden zunehmend verweichlicht und auf ihre Romantik und Erotik beschränkt, dass Sie im Grunde keine Monster mehr sind.
    Wenn Vampire allerdings nur noch blutrünstige Monster sind, unterscheidet sie nichts mehr von anderen “Monstern”. Eine Monsterart (Werwolf, Vampire, Zombie) braucht doch ein Alleinstellungsmerkmal, um eine Daseinsberechtigung zu haben. (Siehe Diskussion: “Sind laufende Zombies noch Zombies?”)

    Die erotische Anziehung von Vampiren entsteht doch erst aus der Mischung zwischen “Monster” und “Gentleman”. Ein reiner Gentleman ist auch nicht besonders erotisch.

    An dieser Stelle möchte ich mal ausdrücklich die “World of Darkness” von White Wolf loben. Im Grunde basierend auf dem Typus des modernen Vampirs von Anne Rice. (interview with a vampire), hat sich die WoD immer das Monströse in den Vampire erhalten. In der WoD gibt es alles von dem Liebhabervampir (der im Grunde aber auch nur ein seelenloses Monster ist z.B. Clan der Toreador ) und dem reiner Monster (der viel monströser ist als alles was ich aus Filmen kennen z.B. Clan der Tzimisce). Zur WoD gibt auch eine (eher mäßige) Fernsehserie “Kindred the Embraced) und viele (gute!) Bücher (Suche nach: Clansroman)

    http://alturl.com/3fb9

  • Lalala

    ich :P

  • knorkeborke

    addiction ist ja auch eine angestrengte holocaust parabel…

  • GunGrave

    … nett zu lesen und viel Wahrheit steckt darin – Wandel der Zeit, Charaktere werden in Genre-Mixes geworfen… alles nicht so prickelnd… back to the roots – und so gelitten hat Kinski als Nosferatu auch nicht! ^_°

  • Pingback: calibanblog.de » Au contraire

  • Schwarzmaler

    Zu Joss Whedon: für mich unvergeßlich die Schlußszene von “Beneath you”. Wenn Spike auf dem Kreuz lehnend darum bittet, endlich Ruhe zu finden. Und wer creepy Vampire sehen will findet sie in “Fool for Love” – die Szenen des Boxeraufstandes – oder in “Sleeper”.

  • Leto

    Ein sehr gelungener und unterhaltsamer Artikel über die Versoftung einer Horror-Ikone. Ich einem Punkt bin ich allerdings anderer Meinung – es hängt sehr viel davon ab, welcher Darsteller den “Weichspül-Beisser” verkörpert. Bei Schönlingen wie Brad Pitt und Tom Cruise kann eigentlich nichts anderes rauskommen als die beklagte, roamantisierte Frauenversteher-Variante.
    Deshalb bin ich – trotz aller unbestreitbaren Schwächen ihrer Billig-Machart – Fan der britischen Hammer Dracula-Filme der 60er/70er – denn: da konnte das Drehbuch noch so grottig sein, Christopher Lee besass einfach eine Präsenz und Ausstrahlung, die neben der aristokratischen Gentlemen-Attitüde das bedrohliche Element (auch den “übernatürlichen”/diabolischen Ursprung) der Figur stets auf unnachahmliche und beeindruckende Weise durchschimmern liess.
    Kein eindimensionales “Monster” im konventionellen Sinne, aber etwas, was auf keinen Fall in die Kategorie “gedichtelesender Frauenversteher” fallen konnte. Dafür bin ich Christopher Lee dankbar.

  • wär_gern_mal_optimist

    —————–
    Toller Artikel, seh ich ähnlich. Allerdings seh ich mir genauso gern Softie-Vampir-Filme (Interview mit einem Vampir *hach war das schön*) als auch die Brutalo-Vampire aus “30 Days of Night” an. Zur Zeit nehmen romantisierte Vampirfilme für Teenager überhand (die nächsten sind schon im Kommen!), ich wünsche mir wieder ein paar blutige, krachende, schockende VampirStreifen damit die Balance stimmt. Und: Gut aussehende Vampire die aber übelst auf Opferjagd gehen schliesst sich doch nicht aus? Quasi ein Lestat in einem HorrorSplatter. Nix mit Seelenschmerz und Kuscheln. Das würde ich mal gern sehen!

  • eolan

    Vampire als richtige Monster, als Raubtiere an der Spitze der Nahrungskette?
    Da fällt mir noch ein SF-Buch ein welches ich als Jugendlicher gelesen habe und dessen jüngste Verfilmung irgendwie garnix mehr mit Vampiren zu tun hat: I legend !!!
    Vor allem der Schluss und die Intention des Titels gehen ziemlich am Original vorbei.

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