Zombieland (Review)

34 Comments

-“Do you have any regrets?”
-“Garfield maybe.”

Originaltitel: Zombieland
Herstellungsland: USA 2009
Regie: Ruben Fleischer
Drehbuch: Rhett Reese / Paul Wernick
Darsteller: Jesse Eisenberg, Woody Harrelson, Emma Stone, Abigail Breslin, Amber Heard, Bill Murray
★★★½☆ Batzman
★★★★☆ Jet Strajker
(Review hier)

zombieland-poster

Ein Virus verwandelt die Menschen in rasende zombieähnliche Monster. Die Welt hat die Apocalypse schon hinter sich. Amerika ist Zombieland. Wenige haben überlebt. Unter ihnen ein junger Mann (Jesse Eisenberg), genannt Columbus, der wie seine Begleiter nur nach dem Ort gerufen wird, zu dem er unterwegs ist.
Zusammen mit dem Bad Motherfucker Tallahassee (Woody Harrelson) trifft er auf das Geschwisterpaar Little Rock (Abigal Breslin) und Wichita (Emma Stone), die jedoch ihre eigenen Ziele verfolgen. Gemeinsam versucht sich die Viererbande durch das zombieverseuchte Amerika zu schlagen….

Ruben Fleischer legt mit “Zombieland” – der ursprünglich als TV-Serie geplant war und dies auch nicht ganz verbergen kann – einen höchst unterhaltsamen New-Zombiemovie, genauer gesagt einen Infiziertenfilm vor. Ein klassisches Road-Movie, das sich süffisant seines neurotischen Erzählers bedient, der immer neue Überlebensregeln aufstellt, die ihm helfen sollen, mit der gefährlichen Realität klarzukommen.

Jesse Eisenberg, der auch als Alter Ego Woody Allens gut aufgehoben wäre und neben Michael Cera der talentierteste Darsteller der jungen Neurotiker darstellt, entwirft mit Columbus eine sympathische Figur, die von Anfang an die richtige Meta-Ebene etabliert, auf der dieser Film arbeitet. Auch wenn “Zombieland” gern und oft mit dem modernen Klassiker “Shaun of the Dead” verglichen wird, ist der Film näher an “Dance of the Dead”, “Dead and Breakfast” oder einer komischen “Mad Max”-Variante, als an Wright/Peggs genialer Zombie-Britcom.

Was kein Nachteil ist, denn auch so macht der Film verdammt viel Spaß. Die Charaktere, die allesamt das Glück haben von wirklich guten Schauspielern verkörpert zu werden, sind gerade tiefgründig genug, das wir sie über ihre offenkundigen Stereotypen wie “dummer Macho”, “Geek”, “Final Girl” und “Cute Kid” hinaus akzeptieren und schätzen lernen. Das ist wichtig, denn da der Film wenig andere Figuren hat, wissen wir, das Bodycount unter den Lebenden nach der Introsequenz entsprechend gering bleiben wird und auch die Zombie treten eher sporadisch auf.

Der Fokus liegt auf der Interaktion der Figur, der Annäherung der Protagonisten, die Spannungen unter ihnen und dem Umgang mit vertrauten Bedrohungssituationen. Der Splatter ist drastisch, aber nie detailfreudig explizit und wird eher als Action inszeniert. Die Zombies, respektive Infizierten überzeugen eher durch ihre rasende Tollwut, die Geschwindigkeit als durch ihr horribles aussehen.

Fans echter lebender Toter werden enttäuscht sein, denn das Makeup der Zombies ist eher schlicht gehalten. Was nicht bedeutet, das die Infizierten nicht für einige solide Schockmomente sorgen können. Columbus Kampf gegen seine ehemals vergötterte Nachbarin ist ein gutes Beispiel für eine Szene die ebenso komisch wie unheimlich ist. Ebenso gelungen sind die wenigen, aber klug gesetzten ernsten Momente, die überraschenderweise auch auf der emotionalen Ebene funktionieren. Es ist Fleischer anzurechnen, das er die unter dem zynischen Witz liegende Ernsthaftigkeit der Situation eingesteht, sie aber nicht unnötig auswalzt. Die wenigen Einblicke in die Psyche der Figuren reichen aus um sie zu verstehen.

Natürlich hat der Film auch seine kleinen Schwächen. Das für die Handlung die Drehbücher der ersten beiden geplanten Serienfolgen überarbeitet wurde, ist dem Ganzen durchaus anzumerken. Auch das Finale ist budgetbedingt nicht unbedingt der Riesenshowdown, der möglich gewesen wäre. Die Gewissheit, das alle Figuren überleben, mag dem schon angekündigten Sequel geschuldet sein, aber ein klein wenig mehr Drama, wäre hier durchaus drin gewesen.

Dennoch sind das eher kleine Kritteleien, an einem Film der Genrefans, aber auch Popcorngucker gleichermaßen unterhalten sollte, denn alleine die Momente im Haus eines bekannten Hollywoodstars, die Tricksereien des ausgeschlafenen Geschwisterpaars (wer hätte gedacht, das Little Miss Sunshine so abgebrüht sein kann), sowie Woody Harrelsons Gesichtsausdruck, wenn seine Hoffnung auf einen Twinkie (die Süssigkeit, nicht das andere) wieder einmal enttäuscht wurde, lohnen alleine den Eintrittspreis.

Fazit: Ein spassiger Action-Zombie-Road Movie mit toller Besetzung, dessen kleine Durchhänger und das etwas schlappe Ende nicht wirklich schaden. Immerhin bleibt so die Spannung auf Teil 2 gewahrt.

+++

Was ich in Zombieland erlebt habe, könnt ihr, falls ihr es noch nicht gesehen habt HIER anschauen.

In : Review

About the author

Oliver “Batz” Lysiak studierte Mediensoziologie und arbeitete als Redakteur u.a. für NDR, RTL, Pro7, wo er lernte, dass “die Zuschauer Ironie nicht verstehen”. Seit 2006 betreibt er, zusammen mit vier anderen Cinemaniacs, das erfolgreiche Filmblog “Die Fünf Filmfreunde” und arbeitet als “Creative Director” und Filmjournalist bei Deutschlands größter Filmwebsite moviepilot.de. Er mag Wombats, Katzen und Leute die im Kino die Klappe halten und träumt davon, irgendwann von Stephen Fry adoptiert zu werden.

Related Articles

34 Comments

  1. McFly

    Seen it in sneak, liked it pretty much. bill murray rocks! :D

  2. Christian

    3,5 Sterne sind verglichen mit 4 Sternen für Küss den Frosch sehr weit unten angelegt…

  3. Mozzerino

    4 Sterne von mir.
    Ein wirklich flotter, toll inszenierter Actionfilm, der es schafft, die Waage zwischen Horror und Comedy Momenten zu halten, ordentlich auf die Kacke zu hauen und wirklich Spass macht, ohne sich auf Pipikackapillermann-Niveau herabzulassen. Und Woody ist grandios. Der perfekte Film, um ihn sich mit der Horde Jungs und ner Kiste Bier reinzuziehen, ohne sich ganz entwürdigt dabei vorkzukommen.

    Kompliment an Dich Batzman, dass Du es geschafft hast, den besten Part des Films aus dem Review rauszulassen und so nicht zu verraten (im Gegensatz zu vielen anderen Kritiken, die dieser Versuchung nicht widerstehen konnten).
    Aber folgenden Satz würde ich doch gerne mal erklärt bekommen:
    “Jesse Eisenberg, der auch als Alter Ego Woody Allens gut aufgehoben wäre und neben Michael Cera der talentierteste Darsteller der jungen Neurotiker darstellt,”
    Da stimmt aber was gewaltig nicht mit dem Satz.

  4. mickey

    also wenn rené hier keine review zu schreibt, dann ist das ende gekommen, schweine fliegen und ich hab nen besen gefressen. alle drei zusammen.

  5. Ranor

    Braucht kein Mensch.
    Schaut euch lieber “Ninja Assassin” an, das Ding rockt!

  6. Timo

    Hätt’ gern Renés Kommentar dazu.

    Von mir vielleicht 2,5 Sterne.

  7. Nico

    Sau geiler Film

  8. Jet Strajker

    Batz, du alter Spoilerer. :)

  9. Batzman

    @Mozzerino

    Der Satz wurd beim umstellen wohl abgeschnitten, hab ihn ergänzt.

    @Jet

    Na eben nicht. Zumindest diesmal ;)

  10. Jet Strajker

    Man braucht ja nur in die Stabangaben zu gucken. :D

  11. TopF

    wenn er nahe an dance of the dead ist wirds ein spaß :DD

  12. Links vom 11. Dezember 2009 | Testspiel.de

    […] gute Nachricht | PolkaRobotSternbrücke: Clubs brauchen schnelle Hilfe | altona.INFO WebzeitungZombieland (Review) | Die Fünf Filmfreunde Mehr: Abmahnwelle · Blogosphäre · Hamburg · Kritik · Musikindustrie […]

  13. freeminder

    In meiner Moviepilot Bewertung gab es eine 8, aber auf dem Spassbarometer gibt es die volle 10. Das tolle ist wirklich, das der Film in erster Linie durch die sofort liebenswerten Charaktere Spass macht. Im Mittelteil gibt es recht lange Passagen, in denen kein einziger Zombie auftaucht, trotzdem wird es nie langweilig. Für mich DER Funfilm 2009. Einerseits freue ich mich jetzt auf das Sequel, andererseits mache ich mir auch Sorgen. Den der erste der mir auch nur 5 gute Sequels von Überraschungshits nennen kann, kriegt von mir eine ganze Packung Twinkies.

  14. Tobias

    Genialer Film! Hat echt Spaß gemacht.
    Ich finde er ist wirklich lustig und die Schauspieler sind großartig.

  15. GunGrave

    … ein klasse Film und die passende Bewertung dazu! Top!

  16. bale

    @freeminder: das imperium schlägt zurück, terminator 2, der pate 2, mad max 2, dawn of the dead, the dark knight, für ein paar dollar mehr..

    bekomme ich die prämie in euro?

  17. freeminder

    @Bale
    Nein, das ist so wie bei allen anderen Gewinnspielen auch. Übrigens muss es leider abgesagt werden, denn Woody Harrelson ist gestern bei mir eingebrochen und rate mal was er mitgehen ließ.

  18. McFly

    Wo bleibt denn das 5/5 Sterne Review von René? :D
    Und mal ehrlich? Es handelt sich doch definitiv um Zombies! Zombies und “Infizierte” die sich wie Zombies verhalten, zu unterscheiden ist so nerdy, dass es schon wieder uncool nerdy ist!

  19. Heini

    Als es hieß, dass sich Patient 0 an einem Burger infiziert hat, musste ich sofort an die letzte Treehouse of Horror Folge der Simpsons denken …

    Ich hab’s mal hochgeladen: http://www.myvideo.de/watch/7161050/Burger_Zombies
    (Bei Youtube wird’s wegen Copyright-Crap sofort gelöscht …)

  20. SchönerDenken » Rule 32: Enjoy the Little Things

    […] “So ist Zombieland eine nette Komödie geworden. Mehr aber auch nicht.” / Batzmann: “Ein spassiger Action-Zombie-Road Movie mit toller Besetzung, dessen kleine Durchhänger und d… / Und Rajko bringt es auf den Punkt: “… er schöpft sein Unterhaltungspotential vor […]

  21. Binding

    Ich würde sagen, dieser Film hat genau das, was “Carriers” gefehlt hat. Richtig gut wäre er aber erst, wenn er auch ein bisschen unspaßiges “Carriers”-Feeling aufzuweisen hätte und seine dämliche Teenie-Attitüde ablegen würde – die hat nämlich tierisch genervt. Nichts gegen die jugendlichen Hauptfiguren, aber muss sich denn auch gleich der ganze Film auf Teenie-Niveau herabbegeben? Ich kann Leute verstehen, die “Zombieland” sogar als Tiefpunkt (bzw. Ausverkauf) des Genres betrachten. Es ist derselbe Effekt wie damals, als Robocop plötzlich Einzug in Kinderzimmer hielt (wo er eigentlich gar nicht hingehört).

  22. Where are the fuckin’ Twinkies? | roadeo.de

    […] Am Anfang ist unser Hauptprotagonist Columbus (Jeder heißt so wieder Ort wo man hin will) noch alleine unterwegs, lernt aber sehr schnell den etwas verrückten und immer auf der Suche nach einem Twinkie, Tallahassee kennen. Dieser spielt übrigens eine sehr gelungene Parodie auf seine Rolle in Natural Born Killer (Danke für die Erinnerung). […]

  23. Lenox

    9/10 auf der Spassskala, gute Schauspieler, witzige Dialoge, Bill Murray…..was will man mehr. Für jemanden wie mich der Regel zwischen Zombiefilmen und Harry Potter wenig unterschiede macht war es zwar eine Überwindung, aber schon die ersten Szenen waren überzeugend. Zugegeben alle 4 Darsteller stellen pure Steorotypen dar, aber das machen sie auch richtig und für mich in keinster weise langweilig. Woody hats mal wieder gemacht würde ich sagen und die neuen Nachwuchsschauspieler gefallen mir in den Filmen dieses Jahr immer besser.

    Die Szenen mit Bill Murray waren bei mir für mehr als nur ein Lacher gut…..:)

  24. Big Flow

    Ich geb dem Film alle Punkte und noch zwei mehr! ^^
    Der beste Film, den ich jemals gesehn hab!!!
    Bei dem Clown musste ich sofort an Left 4 Dead 2 denken, ein ganzes Level, wo man ZombieClowns abschlachten muss!
    Nur , dass mit Bill Murray fand ich bissl fies ;-)

    Lecker Twinkies XD

  25. kumi

    @ Big Flow

    Der »beste Film, den ich jemals gesehn hab!!!«

    Wohl der »einzigste«, den du jemals sahst :-)

    Aber war schon prima Abendunterhaltung, soviel steht fest :-)

  26. Payne

    War seit langem mal wieder ein Zombie Film der Spaß gemacht hat. Perfektes Popcorn / Bier Kino mit den besten Kumpels was braucht man(n) mehr.

    Schon als “For whom the bell tolls” im Intro anlief war klar dass dieser Film speziell wird.

  27. dead men talking

    Ich fand den Film total geil.

  28. abc

    Finde den Film echt schlecht. Keine Ahnung was alle an dem so toll finden. Lachen kann ich über so einen Schwachsinn nicht.

    mfg

  29. DarthFJ

    schließ ich mich mal an – hab ihn gerade gesehen und “meeeh” hin und wieder ein schmunzeln .. aber Shaun of the Dead bleibt ganz oben..

  30. Leonidas

    Zombieland war wirklich gut, endlich gibt es wieder einmal einen Zombie-Film der Spass macht!

  31. marius

    of course it has to be a clown!!!!

  32. chris

    geht geil ab der Film
    Woody Harrelson seh ich echt gerne!

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked (required)

Fünf Facefreunde
Fünf Filmtumblr
  • photo from Tumblr

    officialgaygeeks:

    That lightsaber sound lol


    Get the My Neighbor Groot shirt http://buff.ly/1EFUcA2 http://ift.tt/1BEBgm8

    11/16/14

  • photo from Tumblr

    pennyfornasa:

    Putting The Cost Of The ESA’s Rosetta Mission In Perspective

    "So what do we get for our €1.4bn? Rosetta is both an astounding feat of engineering (catapulting a tonne of spacecraft across millions of kilometres of space and ending up in orbit around a comet just 4 km across) and an extraordinary opportunity for science (allowing us to examine the surface of a lump of rock and ice which dates from when the Solar System formed).

    Like a lot of blue-skies science, it’s very hard to put a value on the mission. First, there are the immediate spin-offs like engineering know-how; then, the knowledge accrued, which could inform our understanding of our cosmic origins, amongst other things; and finally, the inspirational value of this audacious feat in which we can all share, including the next generation of scientists.

    Whilst those things are hard to price precisely, in common with other blue-skies scientific projects, Rosetta is cheap. At €1.4bn, developing, building, launching and learning from the mission will cost about the same as 4.2 Airbus A380s—pretty impressive when you consider that it’s an entirely bespoke robotic spacecraft, not a production airliner. On a more everyday scale, it’s cost European citizens somewhere around twenty Euro cents per person per year since the project began in 1996.

    Rosetta has already sent us some stunning images of Comet 67P/Churyumov–Gerasimenko and today’s landing will, with any luck, provide us with our first close-up glimpse of the chaotic surface of this dirty snowball. If you’re a sci-fi fan, then, you might consider the mission to have been worth its price tag just for the pictures. The total cost for the Rosetta mission is about €3.50 per person in Europe; based on the average cinema ticket price in the UK (€8.50), it has cost less than half of what it will cost for you to go to see Interstellar.”

    Via Scienceogram: http://scienceogram.org/blog/2014/11/rosetta-comet-esa-lander-cost/

    Find Out How Budget Cuts Canceled NASA’s Own Comet Landing Mission: http://www.penny4nasa.org/2014/11/11/how-budget-cuts-canceled-nasa-own-rosetta-comet-landing-mission/

    11/15/14

  • photo from Tumblr

    meatbicyclevevo:

    i never wanted this to end

    10/20/14

  • photo from Tumblr

    iambluedog:

    Life is too short to be holding on to old grudges

    10/20/14

  • photo from Tumblr

    10/09/14