“I wanted to run away, but you can’t run away from your own feet.”
Originaltitel: Cloudy with a Chance of Meatballs
Herstellungsland: USA 2009
Regie: Phil Lord, Chris Miller
Sprecher: Bill Hader, Bruce Campbell, Mr. T, Anna Faris, James Caan, Andy Semberg






Flint Lockwood ist schon seit seiner Kindheit ein Erfinder. Und dabei tatsächlich äusserst genial bei der Sache, wenn seine Erfindungen auch nicht immer zu hundert Prozent gut gehen. So präsentiert er seiner Grundschulklasse damals stolz seine Erfindung der aufsprühbaren Schuhe – aber vergisst etwas zu erfinden, womit man die auch wieder ausziehen kann. Damit ist er das Gespött der ganzen Klasse.
Seine Mutter aber baut ihn wieder auf. Sie weiss um seine Genialität. Für seinen Vater, der einen Anglerbedarfsladen in ihrer Heimatstadt führt, ist das alles nichts. Er flüchtet sich in grossspurige Metaphern, die immer etwas mit fischen zu tun haben. Nach dem Mut machen seiner Mutter ist Flint aber überzeugt: Er wird ein grosser Erfinder.
Einige Jahre später. Flint lebt immernoch in seinem Elternhaus und bastelt an seiner revolutionärsten Erfindung: Ein Gerät, das aus Wasser Nahrung macht. Und zwar jede Nahrung, die man sich nur vorstellen kann und wünscht. Es soll sein ganz grosser Coup werden. Sein Vater aber hat die Faxen dicke, von Flints Erfindungen. Er will das sein Sohn in seinem Laden mitarbeitet. Die Mutter ist vor mehreren Jahren gestorben, seitdem sind die beiden Männer allein. Dadurch hat Flints Vater noch mehr Zugang zu seinem Sohn verloren.
Flint aber hat sich über das Verbot seines Vaters hinweggesetzt. Er testet seine neue Erfindung und es kommt wie es kommen muss: Das Ganze endet in einem Debakel. Flint ruiniert die Eröffnung eines neuen Sardinen-Freizeitparks, der der neue Tourismusmagnet auf Swallow Falls werden sollte. Die Insel ist einzig und allein für ihre Sardinen bekannt. Da das Geschäft mit dem Fisch über die Jahre nachliess, haben die Menschen, die dort leben, einzig Sardinen als Nahrungsmittel, in allen erdenklichen Formen. Selbst als Brei im Babyfläschchen. Doch etwas ist passiert mit Flints Erfindung: Die Maschine hat sich in einer Wolke festgesetzt und plötzlich regnet es: Hot Dogs!
Vom Saulus zum Paulus wird Flint als Held und Retter von Swallow Falls gefeiert. Die Menschen wünschen sich bei ihm ihr Lieblingsessen und kurze Zeit später regnet es vom Himmel. Der Bürgermeister aber sieht darin eine noch grössere Tourismusattraktion und beschliesst Flint und seine Maschine dafür voll einzuspannen und zu sabotieren. Und da passiert es natürlich: Die Gier bringt alle in Gefahr. Einschliesslich der zufällig auf der Insel anwesenden Wetterreporterin, die ein bisschen mehr als eine dumme Wetterfee zu sein scheint. Sie ist ein Nerd, genau wie Flint. Der muss jetzt kämpfen: Um seine Heimat, seine neue Liebe und die Anerkennung seines Vaters. Ganz schön viel zu tun für so einen schmalschultrigen Jüngling.
Ich habe die letzten grossen Animationsfilme verpasst (Pixars “Oben”) oder absichtlich nicht geguckt (“Ice Age 3″, weil ich die seit dem ersten Teil nicht mochte), jetzt war es also wieder einmal so weit. Mit meiner Tochter (8) bin ich zusammen ins Kino gegangen, um mir Fleischbällchen anzugucken, auf den ich zugegebenermassen seit dem ersten Trailer schon ziemlich heiss war. Wie schön zu sehen, wenn es dann einmal funktioniert: Das nämlich der Trailer hält was er verspricht und trotzdem nicht zu viel spoilert.
Ich tu mich immer schwer mit der Aussage, die viele Leute zum Beispiel bei den Simpsons immerwieder machen: Das tolle sei, das da Gags drin wären, die für Erwachsene gemacht seien. Das mag ja auch durchaus stimmen, ich wüsste nur nicht das das schon ein Qualitätsmerkmal sei. Idealerweise ist es doch so, einen Humor zu finden, der Groß und Klein gleichermassen anspricht und zum Lachen bringt. Das hatte zum Beispiel Disney damals ziemlich hervorragend und nachwievor ziemlich unerreicht geschafft mit “Ein Köngreich für ein Lama”, ein Film bei dem ich heute noch vor Lachen auf dem Boden liege. Mit meiner Tochter.
Ich bin mir noch nicht hundertprozentig sicher, aber “Fleischbällchen” hat durchaus das Potential, genau dahin zu kommen. Wirklich, ich habe lange nicht mehr im Kino so laut und befreit gelacht, wie bei diesem Film. Ich mag den Drive, den die Geschichte aufnimmt. Ich mag es wie die Charaktere zusammenfinden und ja, ich mag auch den sehr schnellen, meist slapstickigen Humor des Films. Ich möchte jetzt nichts nacherzählen, denn so funktionieren die Witze nicht. Man muss nur aufpassen, das einem nicht die Hälfte entgeht.
Auch das Charakter-Design weiss mir durchaus zu gefallen. Ich war desöfteren an “Robert” aus der Sesamstrasse erinnert (hier), was aber gut passt. So charmant, cartoonig und trotzdem recht plastisch. Das Essen, das vom Himmel regnet, sieht so comic-haft lecker aus, das einem das Wasser im Munde zusammenläuft. Ein Effekt, den alle nachvollziehen können, die sich auf der letzten Seite eines jeden Asterix-Heftes schon immer über die Lippen geleckt haben.
Die Geschichte schlägt Haken und es gibt Momente, in denen ich ein bisschen besorgt war, das ihr jetzt die Luft ausgeht (Wackelpudding-Zäsur). Aber kurz darauf überschlagen sich die Ereignisse wieder so sehr, das man vergessen hat, kurz davor noch voller Zweifel gewesen zu sein, dass der Film das Tempo hält, dass er selber vorlegt. Das ist clever getrickst. Nach jeder Pause nur umso lauter draufhauen, dann ist der Impact grösser und man vergeudet keinen Knalleffekt. Da hat jemand seine Drehbuch-Hausaufgaben gemacht. Raffiniert webt sich auch die Liebesgeschichte in die Handlung und am Ende des Films war ich wirklich und ehrlich gerührt, wozu natürlich die Vater-Sohn-Geschichte (und ihre äusserst amüsante und gleichzeitig herzliche Auflösung) ihr übriges tat. Ein bisschen gekullert hat es auf jeden Fall.
Ich mag den Film. Sogar sehr. Und ich freue mich schon, den mal auf DVD sehen zu können. Oder geh ich nochmal ins Kino? Was besseres läuft für Kinder im Moment sowieso nicht. Und für hungrige Papas auch nicht.
- Nilz N Burger •
- Februar 8th, 2010 •
- 15 Kommentare
- Schlagwörter: Animation, Cloudy with a Chance of Meatballs, Review









































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