The Wolfman (2010) – Review

28 Comments

Now, let’s all watch as Mr. Talbot in fact does not transform into this wolf creature, shall we?

Originaltitel: The Wolfman
Herstellungsland: USA 2010
Regie: Joe Johnston
Darsteller: Benicio del Toro, Anthony Hopkins, Emily Blunt, Hugo Weaving, Geraldine Chaplin

★★★½☆ Renington
★★☆☆☆ Batzman

Ben Talbot verschwindet, weshalb seine Frau Gwen Conliffe einen Brief an den in Amerika theaterspielenden Bruder, Lawrence Talbot, schickt, der daraufhin zurückkehrt, um das Verschwinden zu untersuchen. Kaum zuhause angekommen findet er Gwen als Witwe und den Bruder tot vor. Genau der war Unterhändler der in der Nähe campierenden Zigeuner und ein bei Ben gefundener Ring deutet auf sie als Spur hin.

Als Talbot die Spur im Camp der Zigeuner untersucht und von Wahrsagerin Maleva über einen Fluch aufgeklärt wird, überfällt ein Werwolf das Lager und metzelt einige Dorfeinwohner zu Brei. Talbot verfolgt das Vieh, das einem Jungen nachjagt, wird selbstverständlich überfallen und gebissen, bevor der Werwolf von den Dorfeinwohnern verjagt wird. Die Wunde heilt unnätürlich schnell, was erstes Mißtrauen von Inspektor Francis Aberline nach sich zieht, der Mond naht, und Tel Toro findet seinen Vater in einer Gruft mit Anschnalldings, in der selbiger sich einschliest und den tranformierenden Lawrence seinem Schicksal überlässt. Nach der ersten Verwandlung wird Talbot in die Klapse gesteckt, gefoltert und vorgeführt, als der Mond reinscheint transformiert Del Tero in The Wolfman und metzelt die Profs.

Schwieriger Film für mich. Das Original habe ich weit über 20 mal gesehen und der Werwolf ist einer der drei Ur-Horror-Archetypen neben Dracula und Frankenstein: The Wolfman, seit 1941 nicht mehr neuverfilmt, nun also das Remake des Ur-Films einer der Ur-Horrormythen. Kurz gesagt: Meine Erwartungen waren nicht grade niedrig, trotz der schon im Vorfeld bekannt gewordenen Schwierigkeiten bei der Produktion.

Zunächst sollte Mark Romanek die Regie übernehmen, der schmiss allerdings Anfang 2008 das Handtuch wegen kreativer Differenzen, woraufhin Joe Johnston (Jumanji, The Rocketeer, Jurassic Park III) übernahm. Rick Baker sollte die Transformations-Szene übernehmen, dann wieder doch nicht, zunächst sollte Danny Elfman den Soundtrack beisteuern, dann doch nicht, dann wieder doch, das Script wurde drölf mal umgeschrieben, es wurden einige Action-Szenen nachgedreht und man kann sich nur ausmalen, was da hinter den Kulissen los war. Die Vorzeichen standen alles andere als gut für The Wolfman. Und das merkt man dem fertigen Film leider an.

Der Film beginnt bleiernd schwer und bleibt auch so. Alles sehr bedeutungsschwanger inszeniert und alles steuert immer auf die unvermeidliche Tragödie zu, alle Charaktere im Film sind immer griesgrämig und finster und schmeißen sich grimmige One-Liner wie „Sometimes the monsters hunt you“ an die Köpfe, wirkliche Tiefe bieten sie dabei aber nicht.

Denn wegen der übermächtigen Tragödie sind die Figuren dermaßen schwermütig überzeichnet, dass sie keine wirkliche Identifikation anbieten. Die Schauspieler sind zwar durch die Bank gut, das Casting auch (Del Toro gibt einen guten Lon Chaney, Jr., der mit seinem Fluch hadert, Anthony Hopkins hat seinen Spaß am diabolischen Vater, Hugo „Agent Smith“ Weaving ist ein hervorragender Scotland Yard-Inspektor und Emily Blunt ist auch dabei, bleibt aber blaß), aber die Trägödie ist so allgegenwärtig, dass die Figuren eindimensional bleiben. Die agieren dafür aber in einem wunderbar gotischen Production-Design.

Wolfman hat wirklich schicke Bilder, die am Ende auch das beste am Film sind, denn kommen wir zu dem Punkt, der wirklich interessiert: Die Transformationsszenen sind gut getrickst, wirken plausibel und auch der umgeknickste Mittelfinger sah im Kino besser aus, als im Trailer und dass ich das Character-Design mag, hatte ich an anderer Stelle hier schonmal diskutiert. Es gibt noch mehr gutes zu sagen:

Wolfman bedient sich bei den richigen Vorbildern: Beim Original sowieso, dessen Geschichte er mindestens um das Doppelte erweitert, darüber hinaus aber auch bei „The Curse of the Werewolf“ und dem Finale von „American Werewolf in London“. Hier macht der Film an einigen Stellen einiges richtig. Die Transformationsszene im Hörsaal der Klinik schrammt knapp am modernen Klassiker vorbei und überhaupt: Jedesmal, wenn der Wolf im Bild ist, brennt die Luft. Hier ist der Film schnell inszeniert und erfreulich heftig für einen Mainstream-Horrorfilm. Da fliegen durchaus Arme und Beine durch die Luft und es liegen Innereien herum. Wörtlich. Gut so.

Das gothische Set ist sehr schön eingefangen, die Bilder im Wald sind schick, die Animation des Wolfman auf seltsam-gute Art ungelenk, der Film bietet sogar den ein oder anderen unerwarteten Schock. Dabei ist er allerdings seltsam geschnitten und die Rückblenden, in denen sich Talbot an schicksalhafte Momente aus seiner Familiengeschichte erinnert, wirken seltsam deplatziert. Man merkt, dass der Film umgeschnitten und -geschrieben wurde, was zu einem holprigen Erzählrythmus geführt hat, der nicht stört, aber auffällt und schließlich mündet „The Wolfman“ in ein beinahe (aber eben nur beinahe) albernes Finale, das dann viel zu schnell endet, dabei aber durchaus packend inszeniert ist.

Am Ende bleibt ein insgesamt guter Mainstream-Horrorfilm mit Mut zu Gore, der nicht der Klassiker wie sein Vorgänger, aber ein gefälliges Genre-Update mit den richtigen Vorbildern ist, der durchaus gekonnt aus alten Hammer Goth-Streifen zitiert und diese visuell updated und der sich für Genrefans durchaus auch im Kino lohnt. (Und gemessen daran, dass der letzte Versuch der Re-Animation von Universals Wolfsmenschen „Van Helsing“ hieß, ist „The Wolfman“ durchaus ein Fortschritt in der neueren Geschichte der Universal Monster Legacy.)

Batzman
Batzman meint zum Unrated-Cut des Films:

Angesichts der tollen Ausstattung und ehrenwerten Besetzung ist es schon eine rechte Schande, wie unausgegoren und schlecht dieser Film mit seiner problemgeplagten Produktionsgeschichte leider ist. Dabei beginnt es so hoffnungsvoll und weckt in der Tat Erinnerungen an klassischen Horror, aus einer Zeit vor dem hyperkinetischen Schnitt und dem digitalen Monsterinferno.

Doch je weiter der Film sich der unweigerlichen Transformation nähert, desto mehr rutscht er ins Lächerliche und Langweilige. Die Hoffnung mit ordentlich Splatter-Szenen fehlende Spannung zu ersetzen, geht auch hier mal wieder nach hinten los. Zumal viele der digitalen Metzeleien, die in der Unrated-Fassung nochmal aufgejazzt wurden – mal wieder halb so überzeugend aussehen, wie eine Zwischensequenz aus einem Resident Evil Game.

Und bitte was soll dieses Wolfsman-Design? Wenn man sich ansonsten schon so weit vom Original entfernt, das es nicht mal mehr aus der Ferne winken kann, dann wäre es doch ein leichtes gewesen auch dem Wolfsman endlich einen anständigen Look zu verpassen, der in irgendeiner glaubwürdigen Relation zu der von ihm angerichteten Verheerung steht. Hier wird jedoch nur aus einem Benicio DelToro mit Moe Stooges-Gedächnis-Frisur ein Wesen das ausschaut wie Kurt Beck nach einem Wochenende am Ballermann. Ein bißchen eklig vielleicht, aber nicht wirklich gruselig.

Dem Gegenüber steht ein Anthony Hopkins, dem man auch gleich ein Schild “Ich bin der sinistre Bösewicht” hätte umhängen können, so plump wie seine Figur inszeniert wird. Sir Anthony mümmelt sich zudem extrem gelangweilt und monoton durch seine Texte, die er mit dem Selben Enthusiasmus vorträgt, der sonst der Lektüre von Beiblättern zur Anlage C der Einkommensteuererklärung vorbehalten ist. Das sich in seinem Gesicht mittlerweile weniger abspielt als in dem vom Ottfried Fischer, lässt fast vergessen, das dieser Mann im Schweigen der Lämmer mal einen der eindrucksvollsten Schurken aller Zeiten erschaffen hat. Deutlicher kann ein Schauspieler nicht machen, wie sehr er beim Dreh an den Gehaltsscheck gedacht hat.

Wenn der Wolf Man im letzten Akt dann wie weiland Spider-Man über die Londoner Dächer hüpft, hat sich jede Hoiffnung doch noch einen guten Film geliefert zu bekommen, schon lange verabschiedet. Was – wenn man die katastrophale von mehrfachem Personalwechsel geplagte Produktionsgeschichte kennt – zwar nicht verwunderlich, aber doch schade ist. Denn einige Bilder sind wirklich großartig und die anfängliche Atmosphäre verspricht auch so vieles, was der Film dann leider zugunsten dummer Effekte und plakativer Wolfsrangeleien mit unnützem Splatter zuschanden reitet. Das ist kein Howling, das ist einfach zum Heulen.

In : Review

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  • http://diehaarigenbiester.de/ Andrea

    Schönes Review, aber ich biete euch hiermit ganz ernsthaft an, eure Reviews korrekturzulesen, bevor sie veröffentlicht werden…

  • Claas

    Komme gerade aus dem Kino.
    Kurz gesagt: Kackfilm.
    Sieht super aus, aber mies geschrieben, doof inszeniert und zero scary.
    Gott sei Dank ist der Film blutig, sonst wäre es noch weniger entertaing.
    Max 2 Sterne für die guten Dinge: Kamera, Szenen- & Kostümbild und die gut gemachte Verwandlung.

  • slowcar

    Hier ein anderes Video, Nachfahre von Wolfman:
    http://www.thedailytail.com/videos/video-dog-eating-at-the-table/

  • c

    Vielleicht erstmal ins Bett gehen und morgen ausgeschlafen das Review überarbeiten und neu online stellen. Das ist wirklich schrecklich zu lesen und lenkt vom Inhalt ab.
    Zudem hört sich das ganze schlechter an als es 3 Sterne vermuten lassen, aber darüber kann man ja streiten.

  • http://www.mymtw.de cru

    Da schreibt einer Nachts ein schnelles Review und für einige Leute gibt es nichts anderes als zu meckern, sowas regt mich auf, seid froh das er sich direkt hinsetzt und was schreibt.

    Komme auch eben aus dem Kino, also der Film hat schon gute Bilder und der Werwolf sieht wirklich gut aus, der Abschnitt in der Klinik plus Stadt war gut, aber der Anfang zb. war total schlecht geschnitten, wo der erste Typ am Bauch und Gesicht bearbeitet wurde, da war dann einfach ein cut als er gerannt ist und dann kam einfach so mal das Intro=).

  • firejoe29

    ich hatte den Film schon nicht mehr auf meiner “muss ich im Kino sehen Liste”. Renington Steels Filmgeschmack deckt sich aber ca. 90% mit meinem und so werde ich heute ins Kino starten.

  • Bernd

    Ich bin vom Film sehr enttäuscht. Zwar finde ich den Teil in der Klinik/Stadt auch gut, aber der Rest geht sehr unter. Die Schockeffekte waren immer die gleichen, also blieb irgendwann der Schock aus…Schade!

  • Gerrit

    Cooles Review, bin nun auch schwer am überlegen, da reinzugehen.

    Endlich passt die Sternebewertung auch mal zum Inhalt des Reviews und nicht dieses affektierte “absolut-geiler-Film-super-Film-da-gebe-ich-mal-gönnerhafte dreieinhalb-Sterne-Gehabe.” Das ist nämlich ehrlich gesagt ein ziemliches Armutszeugnis für die eigene Anspruchshaltung und lässt unfreiwillig tief blicken.

  • http://abgespielt.wordpress.com Ranor

    Ich habe mir den Film am Donnerstag angesehen und war ehrlich gesagt positiv überrascht. Nach den ganzen Produktionsschwierigkeiten hatte ich deutlich schlimmeres erwartet, aber der Film ist ein in meinen Augen wirklich gutes Stück Genrekino geworden.

  • rt

    Ich kann mich nur anschließen: Bitte korrekturlesen, bevor online stellen. Ist ja kein Kindergarten-Blog.

  • Akaron

    Also ich hab den auch gesehen und fand ihn im wahrsten Sinne des Wortes schrecklich. Zum einen hat der Film zwanghaft versucht Schreckmomente zu liefern (und das wirklich im Minutentakt) und vor allem spannender zu wirken als er ist. Meißtens an Stellen an denen es absolut unpassend ist. Der Filmsoundtrack besteht scheinbar nur aus Stücken die einem weiß machen, dass gleich etwas furchtbares passiert.
    Schwer zu beschreiben.. Doch dieser Drang den ganzen Film über jede Sekunde spannend und angsteinflößend zu sein, war nach ca 3 Minuten einfach nur noch lächerlich… Die Schockmomente waren nach der selben Zeit absolut berechenbar und somit nutzlos.

    Der ganze Film hat für mich keine Spannung aufgebaut sondern nur versucht durch die (wie gesagt leider nutzlosen) Schreckmomente eine Art “Horror”gefühl zu erzielen. Das ganze war also mehr auf Schreckmomente als auf richtigen Horror aufgebaut. Also auch hier im wahrsten Sinne des Wortes schrecklich ;)

    Aber um mal die positiven Seiten zu benennen. Wer auf solche Schockfilme steht und es mag erschreckt zu werden und Blut zu sehen statt eine zermürbend spannende Horrorstory zu haben ist hier richtig. Die Effekte sind recht gut gemacht, die Schauspieleriche Leistung war auch nicht übel (Bei einem Cast wie Benicio del Toro, Anthony Hopkins, und Hugo Weaving auch schwierig das nicht behaupten zu können).
    Ich kenen das Original nicht, falls die Story stark daran angelehnt ist kann man ja über die eher schwache Story hinwegsehen und es eher positiv nennen, dass sie originaltreu ist.

    Aber die Tatsache dass ich dafür gestern Metropolis hab sausen lassen… Hätte ich gerne meine Zeit und mein Geld wieder :(

  • ScheichHabib

    Der Film war absolut knorke und was hier die Kritiker vergessen ist das der Film garkein Ultra krasser Schocker sein will, bei dem man alle 2 min. aus dem Sitz springt. Der Film hatte n paar Jumps Scraes, die locken natürlich keinen Horrorfan hinter dem Ofen vor. Was den Film geil und zum besten Mainstream Horror seit langem macht ist:
    -Die Atmosphäre, richtig schön klassisch.
    -Kamera, Musik, Darsteller alles Top.
    -Wolfaman Design TOP
    -Wolfman Angriffe schön brachial inszeniert, das war einfach ne Genugtuung, mal wieder nen Typ in nem Monstersuit zu sehen der Leuten Arme und Köppe abreißt.

    Einziger Negativpunkt für mich: Der Film hätte in London enden sollen und zwar mit nem ricgtig spektrakulärem Finale.

  • Art

    Kann einer mal das Poster im Startpost auswechseln? Das ist ja furchbar.

  • tsuru

    Ich kann mich nur dem Kommentar von cru anschliesen. Anstatt dauernd auf die Rechtschreibfehler herum zu reiten, solltet Ihr Euch doch mal freuen, dass es hier diese Seite gibt. Meine Güte: Keiner ist perfekt…aber is das nicht auch das, was “Leben” ausmacht?

  • toasted

    Was mir auffiel: Gollum spielt ja auch mit :)

    Und habe eben gesehen, auf der “Frühstück bei Tiffany”-DVD prangt ein “Ab 16″ Schildchen. Wolfman ist auch ab 16. Strange World.

  • Matze

    Schönes Review, schöne Einleitung (des Reviews) ich hab ein zutreffendes Gefühl für den Film und als Nicht-So-Film-Freak auch ein bisserl was Filmhistorisches gelernt, ohne dass ich belehrt wurde. Danke.

  • http://www.beepromotions.de Max

    Bestimmt ein toller Film, werde ihn mir in dreieinhalb Jahren im Free-TV ansehen, freue mich schon richtig darauf ;)

  • http://abfallkalender.wordpress.com Sebastian

    Der Film wirkt schon ein wenig aus seiner Zeit gefallen und der Werwolf hat ja das grundsätzliche Problem, nur eine Nacht im Monat gefährlich zu sein. Diesen Monat zu überbrücken hat in der Sequenz, in der Talbut von London nach Blackmoor wandert, sehr schön funktioniert, ansonsten wurde das einfach ignoriert. Der Schnitt war generell unter aller Kanone, gerade am Anfang kommt der Film überhaupt nicht in die Puschen. Kamera, Kostüm und Darsteller haben mir aber sehr gefallen.
    Ist aber sicher kein Film, der hängenbleiben wird.

  • troll

    der Film ist ja nichtmal in 3D…da braucht man ja garnicht ins Kino gehen :-)

  • Buckaroo Banzai

    Zweitklassiges, unausgegorenes, beinahe langweiliges Remake eines Horror-Klassikers, der nur in ganz wenigen Momenten halbwegs überzeugen kann.

    Ein Stakkato an plumpen Schockeffekten, die mich seltsamerweise nur ein- bis zweimal ein wenig aufschrecken ließen. Dumpfer Splatter, der meistens einfach nur aufgesetzt wirkt. Die Story wird hastig heruntergenudelt (vor allem am Anfang) und ist phasenweise arg vorhersehbar. Die paar deftigen Logikfehler und Inkohärenzen bestätigen nur umso mehr den negativen Gesamteindruck. Selten entwickelt sich tatsächlich so etwas wie atmosphärische Dichte, die gerade bei einem solchen Film umso mehr notwendig gewesen wäre. Die Darsteller wurden verschenkt und Danny Elfman dürfte wohl an einem Wochenende einen 08/15-Gruselsoundtrack aus Versatzstücken seiner vergangenen Arbeiten rausgequetscht haben…

    Das Potential und nicht zuletzt das Budget war definitiv vorhanden, aber so… Wäre es ein B-Movie-Streifen gewesen, der mit zweitklassigen Darstellern und einem kleinen Budget hadert, würde dieses Machwerk in etwas sympathischererem Licht erscheinen (siehe Hammer-Filme), aber bei einem so hocklassigen Cast, an sich meist sehr guten SFX und einer aufwändigen Ausstattung bleibt offenbar wieder allzu gerne das Drehbuch und das Gefühl für Spannung und Rythmus des Regisseurs komplett auf der Strecke…

    btw: die finale Sternchen-Bewertung des Films ist lächerlich, wenn man bedenkt, wieviele andere hochklassige Werke an dieser Stelle genauso bewertet wurden (und ich halte Qualität für objektiv bewertbar, selbst wenn man aus Wolfman etwas mehr heraussehen kann, als ich es tue)…

  • ScheichHabib

    “Ein Stakkato an plumpen Schockeffekten, die mich seltsamerweise nur ein- bis zweimal ein wenig aufschrecken ließen.”
    Eigentlich hat der Film wirklich nur ein paar Jump Scares, das die dich nicht vom Hocker hauen ist klar, wenn du mehr als 2 Horrorfilme gesehen hast. Darauf kommt es aber auch nicht an.

    “Dumpfer Splatter, der meistens einfach nur aufgesetzt wirkt.”

    Was willst du damit sagen? Aufgesetzt = Passt nicht in den Film/überflüssig? Hier verwandelt sich n Typ in einen Wolf, Werwölfe fressen Menschen, demzufolge wird das dann auch gezeigt. Da ist nichts aufgesetztes drann. Und: “Dumpf”, nochmal, der Typ ist ein WOLF, der reißt seine Opfer halt ainfach auseinander, natürlich ist das dumpf, was erwartest du da sonst? Argentoeske Grand Guignol Inszenierungen?

    “Die Story wird hastig heruntergenudelt (vor allem am Anfang) und ist phasenweise arg vorhersehbar. ”

    Hastig heruntergenduselt > sollen die DIE HAndllung etwa auf 3 Stunden strecken? “Vorhersehbar” Nee, echt? Der Film ist ein REMAKE DES KLASSISCHEN WERWOLF STOFFES, natürlich ist das jedem der mal so einen Film gesehen hat bekannt. Es ist ein klassisches Muster, was soll da sonst kommen? Twists ala SAW und SIEBEN? Bitte nicht…

    “Die paar deftigen Logikfehler und Inkohärenzen bestätigen nur umso mehr den negativen Gesamteindruck.”

    Ähm…mal abgesehen das die Story in sich doch total logisch war (Typ wird gebissen, wird Werwolf, kämpft gegen Werwolf der ihn gebissn hat, muss selber sterben ENDE), es geht um nen Typen der sich in einen WOLFSMENSCHEN VERWANDELT: Die ganze Grundpremisse ist nicht logisch. Jetzt komm mal aufn Punkt.

    “Selten entwickelt sich tatsächlich so etwas wie atmosphärische Dichte, ”

    aha, wird deine Kritik endlich mal relevant, schreibst leider nicht warum dem angeblich so ist. Der Film hat tolle Sets, Nebel, nen Super Soundtrack, nimmst sich selbst ernst = dichte Atmosphäre für mich.

    “Die Darsteller wurden verschenkt”

    Wieder so ein inhaltsleerer Bilderbuchspruch angehender Arthouse Kritiker, was heißt denn verschenkt? Ihre Präsenz ist also unnütz? Glaub ich nicht denn, das hier ist natürlich kein Stoff wo sich die Akteure über alle Maßen hinaus anstrengen mussten, jedoch glänzen sie doch alle in ihren Rollen und verleihen dem Film Glaubwürdigkeit. Del Toro als Wölfi war super aber so wie du das siehst hätte man die alle auch durch C-Mimen ersetzen können?

    “und Danny Elfman dürfte wohl an einem Wochenende einen 08/15-Gruselsoundtrack aus Versatzstücken seiner vergangenen Arbeiten rausgequetscht haben…”

    Der Soundtrack hat das erreicht was er erreichen solte, den Film düster zu untermalen. Von mir aus ist das 0815 aber bestimmt nicht schlecht (schreibst du ja auch nicht, ich weiß).

    “…aber bei einem so hocklassigen Cast, an sich meist sehr guten SFX und einer aufwändigen Ausstattung bleibt offenbar wieder allzu gerne das Drehbuch und das Gefühl für Spannung und Rythmus des Regisseurs komplett auf der”

    Warst du in letzter Zeit mal im Kino? War das der erste Hollywood Film seit 10 Jahren den du gesehen hast? Denn genau DAS beschreibst du da, Hollywood Blockbuster Kino, ich würde gerne mal wissen wo dein Anspruch an den Film ag als du ins Kino bist.

    “btw: die finale Sternchen-Bewertung des Films ist lächerlich, wenn man bedenkt, wieviele andere hochklassige Werke an dieser Stelle genauso bewertet wurden”

    Ich weiß von welchen “hochklassigen Werken” du jetzt genau redest, aber es sollte doch klar sein das die Bewertungen immer aus dem Kontext des jeweiligen Genres zu sehen sind. Wolfman = Monster Horror, für das Genre n guter, deswegen die Bewertung.

    Fazit:
    Sorry ich kann diese Scheisse echt nicht mehr lesen. Diesen hingeschmierten Quatsch mit Standard Floskeln (Schauspieler verschenkt, Splatter aufgesetzt blabla). Bitte geh doch einfach nicht mehr ins Kino wenn ein verdammter HORRORFILM läuft.

  • Ave

    Nun habe ich mir gerade den Film “Wolf” von 94 im 4ten angesehen habe, freue ich mich umso mehr auf The Wolfman. Ich habe hohe Erwartungen.
    Und Filme die hier 3,5 Sterne bekommen haben, fand ich meist sehr gut.

  • http://www.irgendwas.de Das Ding

    @21
    Neee… eigentlich geht einem dein Geheule über das Geheule auf den S…Weichteilbereich.
    Zitat “Bitte geh doch einfach nicht mehr ins Kino wenn ein verdammter HORRORFILM läuft.”
    Für dich und deinesgleichen 21: Bitte schmeiß deinen Rechner aus dem Fenster und geh nie wieder ins Internet.

  • GunGrave

    … liest sich ja doch akzeptabel – wahrscheinlich dieses WE dran… letztes musste ich dank weibliche Lenkung “Wenn Liebe so einfach wäre…” ansehen… der war auch gut… aber Werwölfe hätten mich doch mehr gereizt!

  • http://www.live-leben.de Pina

    Da schau ich mir lieber nochmal die Friseuse an, als solch einen Film…
    Da sind wahrscheinlich noch die Underworld filme besser…

  • Buckaroo Banzai

    @21:
    ”…nochmal, der Typ ist ein WOLF, der reißt seine Opfer halt ainfach auseinander…”

    An sich hab’ ich gar nichts gegen reichlich Splatter, bei einem Film wie ‘Videodrome’ oder von mir aus ‘Scream’ ist ein hoher Gewaltgrad mit Blut und Beuschel sogar reichlich begrüßenswert (bei Tarantino in kurzen, deftigen Szenen auch sehr gern), aber von einem ‘Wolfman’ erwarte ich mir nun einmal mehr an intensivem, atmosphärischen Horror und weniger dass uns bei jeder Metzelszene andauernd mit Eingeweiden und herumfliegenden Körperteilen ins Gesicht gedrückt wird, dass dies ein ganz arger, ganz brutaler und ganz schlimmer Horror-Film ist. Weniger wäre hier für mich einfach mehr gewesen…

    ”…DIE HAndllung etwa auf 3 Stunden strecken…”

    Wenns Sinn macht und die Story es ‘verlangt’, gerne. Aber z.B. in der Einführungssequenz wird man ehe sich ein Spannungsbogen richtig entwickeln kann, gleich mit dicken Lettern des Filmtitels erschlagen und die Exposition mit einer Off-Stimme, einem kurzen Brief und einer Mini-Szene von Herrn del Toro als Shakespear-Darsteller (obwohl in der Handlung desöfteren darauf verwiesen wird) wirkt zusammengequetscht sondergleichen. Vorhersehbar ist die Handlung für mich insofern, als dass man oft schon leicht im vorhinein erraten kann, welcher Schockeffekt als nächster kommt und welche Person als nächstes das Zeitliche segnet und das passiert bei einem guten Drehbuch nicht derartig oft…

    ”…mal abgesehen das die Story in sich doch total logisch war…”

    Haupthandlungsstrang soweit an sich ja. Aber mir ist z.B. die Frauenfigur ein völliges Rätsel geblieben, die anscheinend von allen Seiten als begehrtes Wesen herhalten muss, aber warum? Als Sexualobjekt zur Fortpflanzung? Haben sich alle reihenweise in sie verliebt? Ihre Suche im ‘Google-Buch’ über Werwölfe und die Konsultation der Zigeunerin hat anscheinend keinerlei Konsequenzen für ihre finale Tat, denn dass Silberkugeln Werwölfe töten wird schon sehr früh im Film allen klar. Mit welcher Wendigkeit ein Werwolf Kugeln ausweichen kann, obwohl ein Dutzend Polizeibeamte frontal auf denselbigen schießen erscheinen auch seltsam. Warum ein Werwolf nicht tagsüber und nicht während einer Vollmondnacht gejagt wird trotz offensichtlicher Beweisführung wer der Werwolf ist erscheint mir auch unschlüssig (lieber Polizeibeamte des Nächtens einzeln in den unvorhersehbaren Tod schicken)… etc. An sich sehe ich gerne über kleinere Logikfehler bei guten Filmen hinweg, aber bei wirklich guten Filmen fallen die gar nicht so auf bzw. sind die gar nicht vorhanden. Aber wenn ich mir im Kino schon auf den Kopf greife…

    ”…Der Film hat tolle Sets, Nebel, nen Super Soundtrack, nimmst sich selbst ernst = dichte Atmosphäre für mich…”

    Der Film hat ohne Zweifel tolle Sets, jede Menge Nebel und an sich entwickelt sich phasenweise durchaus Atmosphäre (und dass sich ein solcher Film selbst ernst nimmt finde ich absolut wichtig), aber viel Nebel und dunkle Nacht und ein heller Mond alleine machen keine Szene besonders intensiv, wenn der Rest nicht stimmt, wenn mir die Figuren beinahe egal sind und der inszenatorische Aufbau keinerlei Intensität herbeiführt. Und Herr Elfman hat schon wesentliche bessere und erinnerungswürdigere Soundtracks von ‘Batman’ bis ‘Sleepy Hollow’ produziert.

    ”…jedoch glänzen sie (die Schauspieler) doch alle in ihren Rollen…”

    Dass so gut wie alle Schauspieler von ‘Wolfman’ zu großartigen Leistungen fähig beweisen sie praktisch allesamt in früheren Filmen. Herr del Toro dürfte wohl eine Idealbesetzung für einen Werwolf sein und Herr Hopkins als Vaterfigur ist auch eine offensichtliche Wahl. Auf dem Papier sah das sicher auch glänzend aus, aber das Drehbuch und die Regie versagen hier in weiten Teilen und so hört man dann doch zu oft altbekannte Klischee-Sätze in Dialogen und eine gute Dynamik zwischen den Figuren will sich auch nicht richtig einstellen (wohl auch aufgrund nicht immer klarer Motivation). Wären Drehbuch und Regie deutlich besser so würden wohl auch die Schauspieler deutlich besser rüberkommen…

    ”War das der erste Hollywood Film seit 10 Jahren den du gesehen hast? Denn genau DAS beschreibst du da, Hollywood Blockbuster Kino, ich würde gerne mal wissen wo dein Anspruch an den Film ag als du ins Kino bist.”

    Auf einem hohen Anspruch natürlich. Standartisiertes, dümmliches Hollywood-Blockbuster-Kino ist mir prinzipiell zu wenig, aber Mainstream-Filme müssen ja nicht zwangsläufig inhaltlich niedrigstes Niveau bedienen. ‘Avatar’ hat für mich in mehrfacher Hinsicht seine Qualitäten und bei über 2 Milliarden Dollar Einspielergebnis ist das wohl ein Hollywood Blockbuster Film. ‘The Dark Knight’ finde ich genialst. Mit ‘Spider-Man’ oder ‘Pirates of the Carribean’ (ganz wichtig: jeweils nur der erste Teil) kann ich auch durchaus etwas anfangen. Über so etwas wie ‘Transformers” braucht man allerdings wohl nicht lange diskutieren…

    ”’Ich weiß von welchen “hochklassigen Werken” du jetzt genau redest…”

    Naja, ich halte es z.B. für absurd, dass ‘The Dark Knight” und ”The Wrestler”, beide zählen für mich zu den absolut besten Filmen der jüngeren Vergangenheit, eine gleich hohe Wertung (!) wie ‘Wolfman’ hier bekommen haben. Für mich liegen da schon ein paar qualitative Welten dazwischen…

    ”Sorry ich kann diese Scheisse echt nicht mehr lesen…”

    Hm, an sich finde ich sowohl Kritiken von den F5 als auch von anderen Besuchern hier meistens lesenswert um über einen Film einen guten Gesamteindruck zu bekommen (führe mir freilich auch reichlich andere Film-Kritiker zu Gemüte). Immerhin scheint dir ja ‘Wolfman’ besonders gut zu gefallen. Die Meinung teile ich eben nicht.

    ”Bitte geh doch einfach nicht mehr ins Kino wenn ein verdammter HORRORFILM läuft.”

    Da mir Filme im allgemeinen und Horrorfilme auch im speziellen (wobei des Genre nicht primär ist), werde ich mich von dieser Bitte schwerlich aufhalten lassen. Gerade Werwolf-Filme interessieren mich besonders, da ich diese mythologische Figur in all ihren Ausformungen besonders liebe, aber leider gibt es kaum entsprechend gute Filme (‘American Werewolf ‘, ‘Wolf’ und der erste Teil der ‘Underworld’-Saga sind da die wenigen positiveren Ausnahmen). Immerhin ist der Werwolf in der Popkultur nicht so unendlich verkommen wie der Vampir (wobei… wir war das im zweiten ‘Twilight’-Teil?)…

    So, ich hoffe ich konnte somit meinen Standpunkt etwas differenzierter ausdrücken ohne allzu viele ‘Standard Floskeln’ zu verwenden…

  • stb247

    Ich war erstaunt und froh wie sehr man die “klassische” Route genommen hat. Ein schöner Old School Style. Ja, man merkt dem Film seine Produktionsprobleme an, aber alles in Allem ist der recht unterhaltsam und funktioniert gut. Hopkins ist wie immer der Hammer, wobei ich gar nicht sicher bin, ob ich seine Performance wirklich mochte (er wirkte manchmal recht gelangweilt) – sein Rolle war aber den Kinobesuch Wert. Hätte mir eine stärkere LoveStory gewünscht, dann hätte der Schluss etwas besser funktioniert.

    Ach ja, eigentlich fand ich del Toro Völlig fehlbesetzt. Und trotzdem mochte ich den Film. Also irgendwas muss da doch richtig gemacht worden sein.

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