Review

Blind Side – Die große Chance (Review)

Standard, 23. 3. 2010, Jet Strajker, 69 Kommentare

„Michael, I want you to have a good time but if you get a girl pregnant out of wedlock, I will crawl into the car, drive up to Oxford and cut off your penis.“

Originaltitel: The Blind Side
Herstellungsland: USA 2009
Regie: John Lee Hancock
Darsteller: Sandra Bullock, Lily Collins, Kathy Bates, Kim Dickens, Quinton Aaron, Tim McGraw, Jennifer Rose Locke, Rhoda Griffis
[rating:0]

Wie ein treudoofer Taugenichts mit Welpenblick stampft Michael Oher (Quinton Aaron) durch die Eingangspforten seiner neuen Schule, die Kinder bürgerlicher amerikanischer Christen zu vorbildhaften Gesellschaftern heranzieht. Sie werden erfolgreich sein im Leben, weil sie Geld haben. Da muss sich Michael, verniedlicht Big Mike genannt (weil er so groß und putzig und auch etwas doof ausschaut), natürlich wie ein Außenseiter fühlen, er kommt aus mittellosen Verhältnissen und er ist, im Gegensatz zu allen anderen, auch noch schwarz. Das ist hier, im Selbstverständnis des Films, ein natürlicher Nachteil, der ausgeglichen gehört. Und so kommt Michael das Schicksal in Gestalt einer weißen Frau zu Hilfe, als er eines Nachts im Regen den Highway entlang torkelt: Leigh Anne Tuohy (Sandra Bullock), glückliche Ehefrau und Mutter zweier Kinder, nimmt den hilflosen Tunichtgut selbstlos zu sich. In ihrer großen Villa richtet sie ihm die Couch her und lässt ihn bei sich und ihrer Familie wohnen. Es ist ein Akt der Nächstenliebe. Lediglich an gewisse Bedingungen geknüpft.

Michael ist von nun an das neue Haustier der Tuohys. In ihrer sorglosen Welt fremdelt er zunächst, aber die Familienmitglieder, allen voran der kleine Sohn, wissen ihn zu halten und abzurichten. Er darf beim kollektiven SuperBowl-Familienabend mitschauen, den jüngsten Spross mit Spiel, Spaß und Laune unterhalten, und er bekommt sogar ein Stück vom Thanksgiving-Braten ab. Das alles nimmt Michael stillschweigend hin, weil er eh nichts zu melden hat als jemand, der aus dem Ghetto kommt und keine Bildung genossen hat. Aber der Teenager wird erst noch erfahren müssen, was Demütigung bedeutet, als Leigh Anne in ihm das Potential eines echten Vorzeigehündchens entdeckt. Michael nämlich ist groß und schwer und massiv gebaut, also ein idealer Footballspieler. Deshalb wird er fortan zum Training geschickt und gezielt zum Sportstar ausgebildet, ehe sich die Vereine des Landes um ihn reißen und Mutter Tuohy sich auf die Schulter klopfen darf.

„The Blind Side“ formt mit seiner rührig-süß erzählten Geschichte (natürlich: auf wahren Begebenheiten) die ältesten, klassischsten, urzeitlichsten aller nur denkbaren Rassenklischees zu einem modernen neoliberalen Märchen. Der Film gibt sich gönnerhaft und weltlich in seinem aufgeklärten Humanismus, den er von seiner beispielhaften Idee des wahren American Dream ableitet, in dem mithilfe Klassen- und Rassenübergreifender Chancen – wie sie der Footballsport beispielsweise ermöglicht – alle ethnischen Grenzen überwunden werden können. Arm und reich, schwarz und weiß kommen hier unter republikanischem Dach zusammen, um sich zu vereinen und ein Loblied auf die Gleichberechtigung einzustimmen. Dass der Film nie, zu keiner Zeit, keine einzige Sekunde lang nicht einmal ansatzweise eine Begegnung auf Augenhöhe zulässt, verrät seine scheinliberale Menschlichkeit schnell als reine Behauptung.

Tatsächlich schwelgt „The Blind Side“ von vorn bis hinten in der reaktionären Vorstellung, ein Schwarzer sei immer auch ein Abweichler, dem der richtige Weg erst noch gezeigt werden müsse. Es ist die uralte Idee von der Disziplinierung des ungebändigten schwarzen Wilden, die der Film in modisch gehüllte, aber zutiefst konservative Bilder drückt. Hier nun zur gutmütigen weißen Frau variiert, die ihrem Schützling bürgerliche Ideale anerziehen und sich anschließend auf ihre gute Tat einen runterholen darf. Es geht ausschließlich um ihre ekelhafte Profilierung, die der Film auch noch selbstgefällig als Geste der Nächstenliebe verkaufen möchte. Im Blick hat die Geschichte lediglich die weibliche Hauptrolle, die als Verkörperung des neuen republikanischen Rollenverständnisses schlagfertige Karrierelady, treue Ehefrau und sorgsame Mutter in einem sein darf (und selbstverständlich rettende Hundemama). Nie aber vermittelt der Film, was der zum Objekt degradierte Michael wirklich denkt oder fühlt, seine Sicht interessiert offenbar ebenso wenig wie seine Hintergrundgeschichte, die nebulös bleibt. Vermutlich erwartet der Film, dass die Zuschauer sich diese – in ähnlich rassistischen Denkmustern – aus der Ghettoherkunft der Figur herleiten.

Dorthin entführt „The Blind Side“ das Publikum im Übrigen nur ganz kurz, weil der Film Unbequemlichkeiten freilich meidet. Stattdessen nutzt er die Gelegenheit, um andere schwarze Figuren – also abgesehen von Michael, dem stummen Familienexperiment – entweder als Gangster oder Junkies zu charakterisieren, denen Sandra Bullock dann auch noch kräftig die Meinung geigt, während sie „ihren“ Big Mike verteidigt: „If you so much as set foot downtown you will be sorry. I’m in a prayer group with the D.A., I’m a member of the NRA and I’m always packing.“. Das alles ist eigentlich zu schlimm, um es zu glauben. Und man könnte diesen fürchterlichen Mist auch getrost ignorieren, hätte er in den USA nicht als erfolgreichster Film mit einer weiblichen Hauptdarstellerin auch noch einen Rekord aufgestellt. Das nun ist wirklich traurig und wirklich bezeichnend. Aber Frau Bullock erhielt für ihre Darstellung als menschliche Viehtreiberin ja sogar einen Oscar und Standing Ovations von der versammelten Hollywoodbagage – was kann einen da noch verwundern. Während amerikanische Zuschauer bei diesem Film ihr Gewissen polieren, verlässt man andernorts nur beschämt den Kinosaal.

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69 Kommentare

  • Reply Mozzerino 23. 3. 2010 at 19:22

    Ohne Witz, der Film ist wirklich so derbe übel, ich habe teilweise gedacht ich guck hier ne Persiflage.
    Sandra Bullock an sich ist ja nicht schlecht in ihrer Rolle, das ist aber auch wirklich DAS EINZIGE was an diesem Film halbwegs positiv zu bewerten ist.
    „White Guilt“ nennt man sowas.
    Ich bin mir sicher, Sarah Palin findet THE BLIND SIDE wirklich super.

  • Reply buzZ 23. 3. 2010 at 19:29

    Oh weh. Ich hab ja befürchtet, dass der Film uninteressant bis schei*** ist. Aber so reaktionär amerikanisch hab ich ihn dann doch noch nicht eingeschätzt.

  • Reply Steini 23. 3. 2010 at 19:34

    Nachdem ich eigentlich dachte, dass ich mir den Film eventuell mal später ausleihen werde, werde ich nach dieser Review wohl einen großen Bogen darum machen.

  • Reply bale 23. 3. 2010 at 20:08

    o sterne wertung – ich war dabei. ^^

  • Reply William 23. 3. 2010 at 20:23

    Hm ich fand den Film ansich relativ rührend. Ne nette Geschichte ist es durchaus und spaß den anzugucken hat es auf jeden Fall gemacht.
    Mir ist nich so ganz klar warum hier so rumgeheult wird. In welchem Film sind die schwarzen den nicht die „untere Schicht“? Meistens sind die schwarzn entweder Gangster oder sagen wir mal etwas „besonderes“.
    Und was ist so schlimm an der Idee der Nächstenliebe, Schicksalen und Football? Jeder der einmal längere Zeit in Amerika gelebt habt dürfte mitbekommen haben dass Schwarze fast immer aus schlechteren sozialen Umfeldern, und damit automatisch unkultivierteren Bereichen kommen.
    Und der christliche Gedanke anderen zu helfen ist in Amerika existent. Natürlich kennt das hier niemand mehr.
    Und warum ist dann die eigentliche Intelligente und charmante Person, die Nachhilfelehrerein, Demokratin?
    Im Endeffekt ist es nur ein Film der unterhalten soll, und genau das hat er bei mir getan.
    Ich hab keine Lust mir irgendwelchen ethisch korrekten Kram voll von europäischer multi-kulti-träumereien anzugucken bei dem die eigentlich rührende Story in den Hintergrund gerät.

  • Reply Jet Strajker 23. 3. 2010 at 20:25

    Na dann, gute Unterhaltung. Und nicht am Popcorn verschlucken.

  • Reply Vagabond 23. 3. 2010 at 20:32

    Mit einem derartigen Verriß hatte ich nicht gerechnet, aber dass der Film Murks wird, sollte eigentlich jedem bereits nach dem Trailer klar gewesen sein.

  • Reply namenlos 23. 3. 2010 at 21:12

    Ah egal wie einfach ein Verriss theoretisch zu schreiben ist. Jedesmal herrlich einen zu lesen. vorrallem wen er so viel wahres beinhaltet.
    Strajker weitermachen!

  • Reply burns 23. 3. 2010 at 21:25

    „Im Endeffekt ist es nur ein Film der unterhalten soll, und genau das hat er bei mir getan.“
    @William:
    Das ist ein ganz großer Irrtum. Kein Film will nur unterhalten. Eh Du ein Drehbuch schreibst, brauchst Du ein Thema, ein Anliegen, das hinter allem steht. Botschaft wäre wohl schon zu viel gesagt (obwohl bei manchen Hollywoodproduktionen leider nicht…), aber eine Grundidee des Lebens, das abgebildet wird, liegt jedem Film zugrunde.
    Da wäre es gut, wenn Du Dich selber um eine Illusion ärmer machen möchtest. Sonst blendest Du eine ganz schön fette Dimension des Filmemachens und -rezipierens aus.
    Sogar Mörderkacke wie TRANSFORMERS hat noch Subtext – so zweifelhaft der auch sei…

  • Reply Björn 23. 3. 2010 at 22:34

    @burns
    Prinzipiell stimme ich dir da zu, allerdings lässt sich das auch nicht so pauschal sagen. Es gibt genügend Filme, die einfach nur die Geschichte erzählen wollen, nicht immer liegt dem Ganzen ein Anliegen zugrunde, oder eine Message die vermittelt werden soll. Prinzipiell ist das natürlich auch immer eine Frage der Definition, aber bestimmte Umstände entstehen nicht immer aus anfangs festgelegten Bedeutungen heraus, oft ist es auch anders herum. Sieh dir nur mal die Serie Mad Men an, die spielt nunmal in den 60ern, mit allen dazugehörenn Klischees und Frauenbildern, aber nicht weil sie gleiches irgendwie anklagen oder verurteilen will, sondern einfach weil es zur akkuraten Darstellung dieser Zeit gehört. Ähnlich wie bei Taking Woodstock, Human Traffic, oder vielen anderen Filmen. Natürlich liegt es dann immer im Auge des Betrachters, was er da heraushört oder was er einfach als gegebenen Umstand um die Geschichte zu erzählen hinnimmt, aber nicht alles was in Filmen dargestellt wird muss auch immer eine angedachte Bedeutung haben. Oft ist es so, und viele Filme haben natürlich auch zentrale Themen um die sie sich drehen, aber verallgemeinern kann man das nicht. Die Grenze dazwischen ist natürlich auch immer schwammig und komplett subjektiv.
    Transformers beispielsweise würde ich jetzt in keinster Weise einen Subtext der über ein paar Seitenhiebe auf das mittelständische amerikanische Leben hinausgeht andichten, ich denke so wurde der auch nicht gemacht.

  • Reply OnkelNiko 23. 3. 2010 at 22:35

    Als lange Zeit schweigender Mitlesender auf dieser Seite sehe ich mich zu dieser wunderbaren Kritik doch einmal gezwungen zu kommentieren:
    Vielen Dank für die wirklich auf den Punkt gebrachte Sezierung dieses unfassbaren Machwerks .
    Zum Film: Fressen, kotzen und so, man kennt das ja.

  • Reply Batzman 23. 3. 2010 at 22:44

    Forrest Gump will ja auch nur unterhalten und keineswegs unterschwellig vermitteln, dass Gehorsam und Dummheit viel besser sind als Rebellion, eigener Kopf und systemkritische Einstellung, gell? ;)

    Schöne Kritik Jet. Und danke das ich mir den Scheiß nicht ansehen musste!

  • Reply jansenfab 23. 3. 2010 at 22:52

    Erwähnenswert wär ja neben dem Oscar auch noch der Razzie für die Sandra dieses Jahr. Aber anscheinend hat man die Filme verwechselt…

  • Reply thyrver 23. 3. 2010 at 22:58

    neoliberal, neokonservativ, neoegal, eh alles das selbe. Dann ist es auch egal ob reaktionär gleich republikanisch ist, wer den ersten Unterschied nicht merkt, übersieht den Zweiten noch viel eher. Die Kodewörter sind gesetzt, und fertig ist die feinschichtige Analyse der amerikanische Gesellschaft. Ohne parteipolitische Bezugnahme, wäre das ein richtig schön vor Emotionen triefender Verriss. So ist es leider auch ein Spiegel deutscher Vorurteile über die USA.

  • Reply Liz 23. 3. 2010 at 23:13

    0 (in Worten: NULL) Sterne!?
    Gab es das eigentlich schonmal hier?

    Bei mir ist es ja immer so, dass ich mir die besonders schlecht bewerteten Filme mehr anschauen will, als die gut bewerteten. Total verdreht.

  • Reply toasted 23. 3. 2010 at 23:41

    Ich dachte immer, Filme sind dazu da, Geld zu verdienen bzw einzuspielen. Jetzt sollen die auch noch Inhalt haben? Transformers soll mehr Inhalt haben als „Gebt uns euer Geld, dafür bekommt ihr anderthalb Stunden feuchten Kindertraum“?
    Aber mal im Ernst, manche Filme erzählen zugegeben wirklich eine Geschichte. Aber die meisten Filme, die aus der Hollywoodecke kommen, werden doch inzwischen am Reißbrett gestrickt. Dabei von Inhalt oder gar Anliegen zu sprechen, halte ich für ein wenig übertrieben.

  • Reply Sims Alabim 24. 3. 2010 at 0:51

    Filme erzählen immer etwas – ob die Macher es wollten, oder nicht. Gerade Filme wie „Transformers“, bei denen sich die Macher selbst vermutlich tatsächlich nicht mehr überlegt haben, als welche Schlüsselreize ein möglichst breites Kinopublikum anlocken, tragen auf einer Metaebene sehr wohl zur „großen Erzählung“ der jeweiligen Kultur bei, aus der heraus sie entstanden sind. So ist es durchaus berechtig (und sehr spannend), aus Transformers Schlüsse über die aktuelle Technikversessenheit oder gewisse Weltuntergangsparanoia unserer Zeit zu ziehen, auch wenn ich kaum glaube, dass Michael Bay über solche Dinge tatsächlich nachgedacht hat.
    (Das muss ich leider so halbspekulativ sagen, weil ich weder Transformers noch The Blind Sinde gesehen habe, und so Gott will wird sich daran die nächsten 50 Jahre meines Lebens auch nichts mehr ändern.)
    Gerade wenn ein Film so ungeher großen Erfolg hat, muss man sich doch fragen, welche halbbewußten Ängste, Hoffnungen, Weltvorstellungen und Klischees darin bedient werden, und was das über unsere Zeit aussagt, und sollte das nicht auf Schlagworte wie „Reißbrett-Popcornkino“ oder „rührende Geschichte“ reduzieren.

  • Reply Claas 24. 3. 2010 at 0:54

    Null Sterne gabs glaub ich noch nie…

  • Reply Björn 24. 3. 2010 at 0:59

    @Batzman
    Das meine ich damit. Um die Intention hinter Filmen zu erfahren muss man wohl den Autor fragen, bzw. den Regisseur, alles andere ist reine subjektive Interpretation, egal was da die landläufige Meinung ist. Insofern, beim Beispiel Forrest Gump, du interpretierst den Film so und, so schätze ich mal, magst den Film deswegen nicht, ich interpretiere den Film anders und mag ihn. Alles Ansichtssache. Kommt wohl auch immer darauf an wie man an Filme generell rangeht.

  • Reply OK 24. 3. 2010 at 1:03

    Naja, jeder für sich, was er aus einem Filmen mitnimmt. Ich habe eine tolle Frau gesehen, die sich den Arsch aufreisst, in ihrer Welt, mit ihren Mitteln, auf ihre Weise. Märchen eben.

    Schoener Film.

    Habt ihr den Film „Georgia“ mit Val Kilmer auf dem Kieker? Kann doch nur eine Komödie werden.

    Ausserdem heute „My Sassy Girlfriend“ im koreanischen Original von 2001 gesehen. Sehr viel gelacht.

  • Reply OK 24. 3. 2010 at 1:06

    Achja, der Typ war ausserdem nen Kind. Und emanzipiert sich sehr wohl zum Schluss „in Augenhöhe“. Was Kinder halt so tun, wenn sie erwachsen werden und rebellieren.

  • Reply Batzman 24. 3. 2010 at 1:33

    @Björn

    Ich mag Forrest Gump, weil es schwer ist ihn nicht zu mögen – da er schauspielerisch und handwerklich ziemlich gut gemacht ist. Es bleibt dennoch die sehr konservative Aussage des Films, die sich auch schwerlich anders auslegen lässt (außer man ignoriert den Subtext völlig).
    Und gerade Zemeckis ist jetzt nicht gerade der progressivste, was man auch in seinen eigenen Aussagen zum Film merkt. Das FG mehrfach zu einem der besten konservativen Filme aller Zeiten gewählt wurde, zeigt wie deutlich die Botschaft des Films ist.

    Es kann kein Zufall sein, das aus einem sehr satirischen Buch, das sich über viele heilige Amerikanische Kühe lustig macht und den Hauptcharakter als Schwachkopf darstellt eine Film gemacht wurde, der all diese Aussagen ins Gegenteil verkehrt, alle negativen Eigenschaften den linken, alternativen, systemkritischen Protagonisten unterschiebt (und denen die nicht an Gott glauben wollen) und Forrests niedrigen IQ, seine Naivität, sein „nicht alles hinterfragen wollen“, also im Grunde eine antintellektuelle Figur zum Helden verklärt. Denk nicht nach, hör auf dein Herz, frag nicht soviel. Wären die Grenzen ambivalenter, wäre es weniger klar, aber nachdem die Linke im Film nur als fehlgeleitet, gewaltätig, selbstzerstörerisch, heuchlerisch, gefährlich, verblended, unvorsichtig usw. dargestellt wird – und Forrest quasi die vergebende, nächstenliebende christliche Seite darstellt, fällt es mir schwer zu glauben, das diese Gewichtung die der Buchvorlage so entgegenläuft zufällig passiert sein soll.

    Das sie den Buchautor zudem um Millionen beschissen haben, weil sie ihn um seine prozentuale Gewinnbeteiligung gebracht haben und das Zemeckis bis heute stolz und ziemlich abfällig verkündet er habe das Buch nie gelesen (so zB auf dem Bonus-Material der neuen Blu-ray) spricht auch für sich.

  • Reply Buckaroo Banzai 24. 3. 2010 at 1:35

    Bei den paar Ausschnitten des Films zur Oscarverleihung habe ich mir schon im Ersteindruck gedacht, dass selbiger inhaltlich sehr konventionell wirkt, wenn nicht gar mit üblichen Klischees (oder gar mit Rassismen) arbeitet… Offenbar habe ich mich da nicht wirklich gettäuscht.

    In Hollywood bekommen anscheinend gewisse Publikumslieblinge irgendwann den Oscar nachgeschmissen, wenn sie nur lange genug im Business sind und irgendwann mal zur Abwechslung bei was ansatzweise Seriöses mit halbwegs einer ‚Botschaft‘ mitspielen (siehe auch Julia Roberts).

    Zwar wirkte Frau Bullock nicht wirklich unsympathisch an dem Abend (die persönliche Annahme der Razzie halte ich sowieso für prinzipiell sympathisch in Sinne einer zumindest ansatzweise ausgeprägten Selbstironie), aber dass der Goldjunge für sie für die Leistung verdient war, wird auch an anderer Stelle mehrfach bezweifelt. Immerhin hat sie uns einen hysterischen Heulkrampf erspart…

    Da die Geschichte ja auf einer wahren Geschichte beruht, mag es wohl auch so sein, dass sich gelegentlich amerikanische Klischees (oder zumindest das, was aufrechte halb-liberale Republikaner für Klischees halten) sich gelegentlich tatsächlich selbst verwirklichen. Aber gerade bei einem solchen Thema und gerade bei der Gefahr nur oberflächliche Plattitüden zu bedienen wäre eine differenzierte Darstellungsweise bzw. ein tatsächlich substanzielles Aufzeigen von Hintergründen, Dynamiken und Ursächlichkeiten sozialer Missstände wirklich wichtig. Umso mehr ist ein Film ein Problem, der daran versagt.

    Alles das ohne den Film gesehen zu haben. Aber grundsätzlich manifestieren sich derlei Darstellungsmuster ja immer wieder in der medialen Wirklichkeit (oder vor allem darin, was uns Hollywood als ‚gute und wichtige‘ Geschichte vorsetzen will).

    Ansonsten noch ein sehr gut geschriebenes Review…

  • Reply ryan 24. 3. 2010 at 3:32

    zu mir hat mal ein mich unterrichtender professor gesagt: „sie haben zu viel mit dem kopf gewollt.“ das trifft auf den kritiker meiner meinung hier ebenfalls zu. der film an sich unterhält bestens, wenn man sich denn auf emotionales gefühlskino einlassen kann und die unterschwellig zu vermutende botschaft – nur die weißen können den schwarzen den weg ebnen – ausblendet.
    manchmal hilft es einfach, nicht über alles nachzudenken und dinge hinein zu interpretieren. ich kenne selbst sämtliche der hier angesprochenen hintergründe. ich bin selbst schwarzer und habe mehrere jahre in den usa gelebt. aber das ist für mich alles nebensächlich. blind side hat mich nämlich wunderbar unterhalten.
    zudem: der erfolg gibt dem film eh recht…

  • Reply McFly 24. 3. 2010 at 7:28

    Uiui, hab ihn zwar noch nicht gesehen, aber das hätte ich nicht gedacht. Zumal der bei uns im Kino in der Sneak lief und sehr sehr gut ankam. Naja, da ich fürs Kino nix bezahle, werde ich ihn mir dennoch mal ansehen.

  • Reply Bluthusten 24. 3. 2010 at 7:33

    Das verdient auch meinen ersten Kommentar. Natürlich war dies nicht die hohe Filmkunst, und der Film ist mir viel zu egal um ihn zu verteitigen, aber eigentlich war der Film auch nur die xte Variante von „Gutmensch hilft armer Wurst“, und damit moralisch nicht schechter oder besser als X andere Filme dieser Gattung (man tausche den Dicken schwarzen gegen einen Behinderten etc.) Ihn jetzt stellvertretend für ein ganzes Unter-genre an den Pranger zu stellen halte ich für übertrieben – aber durchaus amüsant zu lesen. Fakt ist das er wenigstens handwerklich gut gemacht war, und tatsächlich gut gespielt, womit er sich bei mir gepflegt auf 2 Basispunkten ausruhen dürfte. Jetzt bekommt er von mir noch 2 Sterne extra, weil ich dann mal der Gutmensch sein darf, und der Film mein dicker Schwarzer/Behinderter/putziges Kleinking….

  • Reply Doughnut 24. 3. 2010 at 7:47

    Der Knackpunkt ist imo, was Jet zu den nicht vorhandenen sozialen Hintergründen von Michael und der fehlenden Konzentration auf seine Figur schreibt. Schön und gut, wenn man die Heldengeschichte eine weißen republikanischen Vorzeigemutter zeigen möchte, warum nicht. Aber dann doch bitte etwas breiter angelegt und nicht so verkrampft auf dieses Märchen vom sozialen Aufstieg durch Sport fixiert.
    Mich stört daran weniger, dass es um weiße Klischees über schwarze Ghettobewohner geht, die unfähig seien, sich selbst zu helfen. Denn es gibt solche Ghettos ja wirklich und ihre Bewohner sind in die amerikanische Gesellschaft wahrscheinlich ebensowenig integriert wie manche Türken bei uns in den Städten in die deutsche. Und dass es diesen von ihrem Umfeld auch nicht leicht gemacht wird sich zu integrieren (nein, nicht dem Islam abzuschwören und Kopftücher zu bannen, meine damit eher, ein ganz normales Verhältnis zu Deutschen allgemein aufzubauen), wird wohl kaum jemand bezweifeln.
    Also dürften all die hier so scharf kritisierten Klischees sehr wohl wenn auch sehr undifferenziert und an den Betroffenen desinteressiert (wenn man dem Review glauben kann) die wahre Lage vieler schwarzer Amerikaner widerspiegeln (Armut, mangelnde Bildung, Kriminalität). Und dass der Reviewautor so ein Problem damit hat, sagt mehr über ihn aus als über die Filmemacher.

    Aber was ich dann doch schrecklich finde und weshalb ich diesen Film garantiert nicht anschaun werde, ist dieses verlogenen Märchen vom amerikanischen Traum und dass jeder es da schaffen kann, wenn er sich nur anstrengt. Das ist einfach mal Bullshit und das kann man den hinter diesem Film stehenden Republikanern (siehe Gesundheitsreform=Sozialismus) wirklich nur als bodenlose Frechheit anrechnen. Die solln mal lieber langsam anfangen, von ihren ewig selben Hollywoodmärchen wieder auf den Boden der traurigen Tatsachen zurückzukommen…
    Nanu, das lässt mich stutzig werden. Wieso gehn Leute noch gleich ins Kino? XD

  • Reply 3rd Engine 24. 3. 2010 at 9:11

    …ich hab‘ schon beim Trailer das grosse Kotzen gekriegt.

    …scheint aber immernoch wichtig zu sein, die Leuts in Zeiten der Wirtschaftskrise daran zu erinnern, dass der Weisse Mann /die weisse Männin schon alles richten wird.
    Und schau! Die Weisse Frau lässt dir gütig ihre Brotkrumen über… du Baumwollpflücker…

    Holy Shit!!! Was für eine Abwärtsspirale des braun angemalten american Religiot-Syndromes feiert seine „Filmkultur“?!
    Danke, american Nightmare!

    Dieser Film ist ein Armutszeugnis!

  • Reply xVx 24. 3. 2010 at 9:51

    „I’m in a prayer group with the D.A., I’m a member of the NRA and I’m always packing.”

    Sagt ja wohl alles.

    Schönes Review, danke!

  • Reply Dieter 24. 3. 2010 at 10:03

    Blinde Side < Twiglight! Really?

  • Reply Mozzerino 24. 3. 2010 at 10:33

    Hab heute morgen zufällig SAT1-Frühstücksfernsehen gesehen und Hans-Ulrich Pönack fand THE BLIND SIDE super.
    Begründung: „Endlich mal ein Film, wo auch mal was Gutes passiert, nicht immer nur so deprimierendes Zeug!“
    Seufz. Hat dieser Mann schon jemals eine einzige treffende Kritik abgegeben? Wieso ist der Eierkopf eigentlich der einzige Kritiker der im deutschen Fernsehen auftreten darf?

    An THE BLIND SIDE zeigt sich einfach mal wieder, wie verschieden die amerikanische und die europäische Mentalität sind. Das nehmen viele hier in Europa gar nicht so richtig wahr, aber es gibt in Amerika nun mal einen großen Bevölkerungsanteil, der die Weltsicht propagiert und vertritt, die dieser Film präsentiert.
    Dieser Film war schon immer für das amerikanische Publikum gemacht und nicht für das internationale. Wäre der ganze Oscar-Buzz um Sandra Bullock nicht gewesen, wäre er wahrscheinlich bei uns nicht mal im Kino gelaufen.

  • Reply caliban 24. 3. 2010 at 11:51

    @Mozzerino: Doch, doch… Pöni hat auch schon sehr treffende und gute Kritiken abgeliefert;)
    Warum er der einzige ist? das würde hier zu weit führen. Ein großer Teil ist sicherlich, dass er eine „Type“ ist. Und das Fernsehen braucht solche Gesichter.
    Problematisch finde ich bei ihm immer nur die Scheuklappen. Dass er Ricky Gervais ablehnt, weil das ja nur ein „Fernsehkomiker“ sei, fand ich damals schon sehr bezeichnend.

    Zum Film: Ich habe soetwas befürchtet. Also noch schlimmer als Jerry Maguire, der eine ähnliche Story erzählte? Aua.

  • Reply Mozzerino 24. 3. 2010 at 12:21

    @caliban
    Als Type find ich Pönack auch nicht so schlecht, wenigstens legt er ordentlich Emotion rein in seine Rezensionen. Auch wenn ers oft übertreibt und dann wirkt wie der wirre Onkel, den man eh nicht ernst nehmen kann.
    Mit den Scheuklappen hast Du es aber gut getroffen. Oft habe ich das Gefühl, der Mann hat seine Meinung schon gefasst, bevor er überhaupt den Film gesehen hat.
    Abgesehen davon, über Geschmäcker kann man streiten – das ist klar. Von einem Kritiker erwarte ich aber, dass er seine Meinung gut begründen kann. Dass kriegt der Pönak meistens überhaupt nicht hin. Bei ihm bleibt des meistens bei: „Is gut, weils gut is!“ – Das reicht mir nicht.

    Die Fernseh-Aversion findet man übrigens bei vielen älteren Filmkritikern. Das sind halt Leute, die mit einem Fernsehprogramm sozialisiert wurden, dass qualitativ unterirdisch war und mit Filmen sowieso nicht mithalten konnte. Deswegen wurde es von vornherein abgelehnt.
    Das letzte Jahrzehnt hat da einiges verändert, Serien wie SOPRANOS, THE WIRE, ROME oder BAND OF BROTHERS können sowohl vom Produktionsaufwand, als auch qualitativ mit großen Kinofilmen mithalten (oft sind sie sogar besser). Sowas gabs früher einfach nicht.

  • Reply Tweets die Blind Side – Die große Chance (Review) | Die Fünf Filmfreunde erwähnt -- Topsy.com 24. 3. 2010 at 12:51

    […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Fünf Filmfreunde und VIDEO WORLD PDM, Stephen Reygate erwähnt. Stephen Reygate sagte: Verriß der 5 Filmfreunde von "The Blind Side": http://bit.ly/cz3pUk […]

  • Reply buzZ 24. 3. 2010 at 13:54

    @ ryan:
    Gab der Erfolg demnach auch recht lange den Nazis recht?!
    Damit macht man es sich und Meinungsmachern in aller Welt herzlich einfach. Kino in der Größenordnung ist immer politisch und viele Amis müssen nicht auch noch bestärkt werden in ihrer 2 Klassenmentalität. Achja und Transformers hat zwar nicht wirklich eine Massage, aber die Welt die einem gezeigt wird spiegelt doch bestimmte Meinungen wieder.

    Natürlich kann man immer damit argumentieren bestimmte Dinge ausblenden zu müssen, aber dann kommen wir irgendwann bei „Der Film xy ist doch ok, weil die Bullock darin vorkommt und immernoch gut aussieht.“ an. Das ist aber nicht Sinn einer Kritik eines Filmes. Genauso wie dieser ganze Mist von wegen ein Film schaffe doch was er sich vorgenommen habe und sei deshalb weniger schlecht… 10 Sterne für jeden Bollfilm, weil der sich nie was vornimmt oder wie?
    Ich kann den meisten nur zustimmen: Sehr gelungene Kritik. Abgesehen von der amüsanten Art zu schreiben auch endlich eine Seite die Filme mal vernünftig analysiert.

  • Reply Dachsman 24. 3. 2010 at 14:23

    @ #9:
    Moment, ich glaube da schmeißt du jetzt zwei Sachen durcheinander. Ja, jeder Film hält eine Botschaft bereit, quasi die Moral von der Geschicht und sei es nur „Jeder kann die Welt verändern/retten“ (HdR) oder „Vertrau auf dich selbst“ (SW). Das ist dann aber mehr etwas, was als „Nebenprodukt“ beim Geschichtenschreiben entsteht. Je nachdem welche Geschichte der Autor erzählen will, je nach dem ändert sich die Geschichte.
    Aber, und das ist etwas, was in jedem drittklassigen Buch übers Drehbuchschreiben steht, man darf nie eine Geschichte schreiben, um eine Botschaft zu vermitteln, denn dann ordnet man Charakter usw. der Botschaft unter und kann keine richtige Geschichte mehr erzählen.

    @Batzman:
    Die Frage ist doch, ob „Forrest Gump“ die Figur Forrest als beneidenswert darstellt, oder nicht.
    Und ich persönlich denke, dass der Zuschauer zwar mit Forrest sympathisiert, aber ihn keinesfalls beneidet. Dazu bleibt er eben zu sehr, nunja, dumm. Er ist ein Tölpel. Liebenswert ja, aber eben auch jemand der durchs Leben stolpert und letztlich mehr Glück als Verstand hat. Er ist immer kindlich-naiv geblieben und auch wenn jeder Kinder und ihre einfache Weltsicht mag, wirklich wieder so sein, möchte dann doch niemand. Und demnach sind dann auch diejenigen, die im Film scheitern die sehr viel interessanteren und „komplexeren“ Charakter. Forrest ist derjenige, durch dessen Augen wir das alles sehen, was aber nicht heißt, dass wir nicht mit Jenny oder Lieutnant Dan eher sympathisieren, denn gerade durch ihr Scheitern werden sie lebendig.
    Und das der Tölpel Forrest letztlich immer „gewinnt“ ist doch der satirische Seitenhieb auf die Gesellschaft, den man verlangt. Der Zuschauer begreift Forrest als Dummkopf und trotzdem ist er es, der etwas erreicht und gefeiert wird. Das begreife ich eher als Zerrbild der Gesellschaft, denn als (übermäßige) Glorifizierung von Forrest Gump.
    Wobei er natürlich auch nicht schlecht wegkommt. Er hilft seinen Freunden über Krisen hinweg und schafft es auch den schlimmsten Ereignissen noch gutes abzugewinnen, eben weil er sich die kindliche Naivität erhalten hat. Die Botschaft die dahinter steckt ist ja nicht wirklich von Grund auf Böse (und ich erspare es mir hier Tabaluga zu zitieren).

  • Reply bongokarl 24. 3. 2010 at 14:23

    @buzZ Obwohl ich dir ja inhaltlich nicht Unrecht gebe.. Godwin! :)

    Gutes Review. Ich finds gut, dass ihr da sensibel seit und die in Filmen präsentierten Weltbilder hinterfragt. Sieht man nicht überall.

  • Reply egal 24. 3. 2010 at 18:08

    Einmal über den konkreten Fall hinausgedacht … auf dieser Seite werden die Weltbilder in Filmen immer nur dann hinterfragt, wenn sie nicht genehm sind. Das lässt sich einfach zeigen. Man nehme die hier in Form zahlreicher Poster, Trailer, Ankündigungen etc. als sehenswert angepriesenen Filmen und klopfe sie einmal auf ihren politischen, ethischen etc. Gehalt, eben auf ihr Weltbild ab. Man wird sehen, dass die KRITISCHE Reflektion immer erst mit dem Ärger über die (nicht geteilte) Weltsicht der Anderen einsetzt. Ein „blinder Fleck“ im Denken…

  • Reply OK 24. 3. 2010 at 18:24

    @37(egal)

    Zustimmung. Aber laesst sich nicht vorwerfen, ist eben ein Blog der Filmfreunde. :)

  • Reply Jimmy Papadokulos 24. 3. 2010 at 18:46

    Sehr schöner Verriss! Zwar nicht ganz so schön, wie der von Batz zu „Ruinen“, aber immer noch ein all time classic. :D
    Das scheint ja der passende Streifen für tea-bagger und Glenn Beck-Zuschauer zu sein.

  • Reply Jet Strajker 24. 3. 2010 at 19:30

    @thyrver (Post 14):

    Die „parteipolitische Bezugnahme“ kommt nicht von mir – im Film wird ca. 100mal betont, dass die Tuohys Republikaner sind. Bullock zieht sogar ’ne Riesenfresse, als Nachhilfelehrerin Bates sich als Demokratin „outet“.

  • Reply Renington Steele 24. 3. 2010 at 20:04

    >Null Sterne gabs glaub ich noch nie…

    Doch, 0 Sterne gab’s hier auch schon, nur hatte ich meine Kritik damals etwas eleganter formuliert ;)
    http://www.fuenf-filmfreunde.de/2006/10/08/bierfest/

  • Reply Tyten 24. 3. 2010 at 22:15

    Ich dachte erst das der Film nicht bewertet wurde (warum auch immer). Aber dann habe ich in den Kommis gelesen das es Null Sterne sind xD. Hat man auf dem Ersten Blick gar nicht gesehen^^

    Zum Thema Null Sterne: Jet Strajker hat bei Transformers 2 auch 0/5 gegeben ;)

  • Reply TopF 25. 3. 2010 at 2:36

    LOL
    der erste film ohne sternbewertung…

    der muss so schlecht sein,das muss man wohl erlebt haben XDD

  • Reply Kinostart: From Paris with Love, Blind Side, .. | Blind, Donnerstag, Review, Paris | Serien-Load.de 25. 3. 2010 at 14:13

    […] ganze Review gibts bei den Filmfreunden und falls Ihr noch fest entschlossen seid oder es mal wart in “The Blind Side” gehen zu […]

  • Reply Cyde 25. 3. 2010 at 14:37

    Seh ich genauso wie bugenhagen. Das war sicher das letzte Mal, dass ich diese Seite besuche, denn so einen extrem subjektiven Müll brauch ich mir als Filmkritik nicht durchzulesen.
    Da kann ich mir gleich auf imdb die „most overrated/worst movie ever“ Threads durchlesen und werde trotz der erzwungenen Antihaltung besser unterhalten als hier.

  • Reply El_Skeletto 25. 3. 2010 at 14:52

    @bugenhagen:

    Es ist eben auch immer wieder nötig, dem Massenpublikum, das mittlerweile für „subtile“ (in dicken Gänsefüßchen) rassistische Grundmuster blind zu sein scheint, die Augen (vielleicht auch auf zynische Art und Weise) zu öffnen.
    Dass jemand ‚ewig‘ die gleiche politische Weltanschauung verfolgt, ist jetzt also negativ? Seit wann denn das? Bist du hier mal liberal, da mal weniger und dort vielleicht auch mal total konservativ? Wenn ja, dann tust du mir ernsthaft leid.
    Formelhaft nennst du es, wenn sich jemand immer und immer wieder die Mühe macht, zweifelhafte und gerade in der US-Amerikanischen Literatur seit Urzeiten bestehende Denkmuster in Filmen aufzudecken, die dort als ‚Feel Good Movie‘ getarnt in die Köpfe des unkritischen Zuschauers gesäuselt werden. Für mich ist das notwendige und immer wieder zu verrichtende Arbeit, die hier auf dieser Seite auf ziemlich hohem Niveau betrieben wird. Also sei lieber dankbar, dass es die kritischen Instanzen gibt, die einen immer oberflächlicher werdenden popkulturellen Diskurs konstruktiv mitprägen, anstatt diese völlig haltlos, der ‚Hinterfotzigkeit‘ zu bezichtigen.

  • Reply SuppenkaZper 25. 3. 2010 at 16:15

    El Skeletto darf ich dir applaudieren? Wunderschöner Beitrag und meiner Meinung nach wichtig und richtig. Danke..
    Standing Ovations

  • Reply OnkelNiko 25. 3. 2010 at 21:59

    @ El-Skeletto: Jetzt versau dem armen Kerl doch seine Realität nicht mit Tatsachen ;-)

  • Reply Butz 26. 3. 2010 at 9:51

    ähhhhm mal ne Frage: Hat sich einer von euch ach so tollen Filmkritikern mal mit der Lebensgeschichte von Michael Ohen befasst??? Dann sieht man den Film mit anderen Augen und eure Kritik kommt rüber wie eine Lachnummer…

  • Reply filmgaffer 26. 3. 2010 at 12:19

    Unterhaltsamer wie von Ignoranz blinder Verriss. Ist schon blöd, wenn einige Sachen unterschlagen werden müssen, die dem Autor nicht ins Weltbild passen.

    Geht´s noch?

    Die Geschichte ist tatsächlich passiert. Warum kein Wort darüber in dem Verriss? Lieber mit Begriffen wie reaktionär und rassistisch um sich schmeißen statt sich mal anzuhören, was Michael Oher zu dem Thema zu sagen hat. Der hat womöglich gar keine Ahnung davon, dass er Opfer von Rassismus geworden ist.

    Wer den Film gesehen hat, wird sich erinnern, dass nicht alle Schwarzen Gangster oder Drogendealer sind, aber auch das passt nicht in das hier aufgetischte Märchen von einem „neoliberalen Märchen.“

    Anderen Vorurteile mittels einer von Vorurteilen und falschen Behauptungen triffenden Filmkritik zu unterstellen, hat schon was.

  • Reply Dr. Borstel 26. 3. 2010 at 16:22

    Na schau an. Ich habe auch kein Interesse daran, mir den Film anzuschauen, schaut halt nach dem typischen American-Dream-Blödsinn aus, aber dass es so schlimm ist …

  • Reply marCH1LLL 26. 3. 2010 at 17:26

    Auch wenn die Geschichte war ist, muss man sie nicht mit 3 Lagen Käse belegen und ordentlich Butter runterschmieren, damit es nicht so schwer im Magen liegt. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die reale Geschichte so cheesy war. Und die Tatsache, dass die Geschichte auf realen Tatsachen beruht, merkt man an keiner Stelle, weil an allen Stellen und Ecken übertrieben wurde bis ins maximum, man zwingt den Zuschauher gerade zu Mitleid zu empfinden(für Menschen mit Alexithymie unmöglich) und gibt ihm seine Portion gutes Gewissen, braucht er wenigstens nicht spenden.

  • Reply Butz 26. 3. 2010 at 19:06

    @ marCH1LLL:
    Ist das nicht Sinn eines Kinofilms??? Werden Kinofilme nicht gemacht, damit man für 2 Stunden mal seine Sorgen vor der Kinotür lassen kann? Natürlich gibt es Filme die einem einen Gedankenanstoß geben und das ist auch gut so aber wenn es Filme gibt wie dieser einfach nur unterhalten sollen ist es doch auch ok. Muss jeder Film eine Botschaft übermitteln und uns Menschen zum nachdenken bringen?

  • Reply Eric 26. 3. 2010 at 19:59

    Man kanns auch übertreiben. Diese Kritik ist wirklich zu hart geraten, aber na gut, Geschmäcker sind halt verschieden. Da wird mal in einem Film gezeigt, daß eine weiße Republikanerin über Ihren Schatten springt und sich um einen Benachteiligten Schwarzen kümmert, da krähen gleich wieder die selben Leute das Wort Rassismus, die es schreien, wenn Weiße Schwarze unterdrücken. Also nein, das war eure schlechteste Filmkritik bisher – und ich meine das nicht wegen eurem Filmgeschmack, sondern wegen der Art, wie ihr es begründet habt.

  • Reply Anna 26. 3. 2010 at 23:31

    Es wird sich immer darüber beschwert, warum die Amerikaner sich ja ach so sehr selber auf die Schulter klopfen müssen, aber diese nervige, sich ständig und immer wieder wiederholende und dabei selbst mit Vorurteilen bis zum geht nicht mehr behaftete, europäische Möchtegern-Intelektuellen-Getue ist sowas von out…

  • Reply andi 29. 3. 2010 at 3:36

    fand den film sehr gelungen für ein feel-good-movie.
    die kritik hier weniger. erinnert mich daran mal welche gelesen zu haben in der herr der ringe voll von rassistischen stereotypen gedeutet wurde, 300 als latent homosexuell und star wars phantom menace als judenfeindlich.

  • Reply Drachen verdrängen Alice vom 1. Platz in den USA und Deutschland, werden aber nicht fortgesetzt « Medien-Monopoly 29. 3. 2010 at 14:56

    […] Blinde Side – Die große Chance 138.000 Zuschauer Warner Bros. (Time Warner) […]

  • Reply Bernhard 29. 3. 2010 at 20:31

    Hab den Film gestern gesehen und fand Ihn vollkommen in Ordnung. Vielleicht bin ich vom Kino zu sehr amerikanisiert, aber der Film ist als das was er ist – eine Verfilmung nach einer wahren Geschichte – vollkommen gelungen. Es gibt keine nennenswerten Längen und Sandra Bullock schafft es sogar noch ein wenig Situationskomik unterzubringen, was den Film etwas auflockert. Es ist ein Feel-Good-Movie und ich hatte ein paar schöne Stunden währenddessen und danach.

  • Reply don't panic, it's organic! » Hier wird jeder bedient 31. 3. 2010 at 14:07

    […] zum Zerbersten bedient werden müssen. Wer nach einem ordentlichen Verriss giert, kann sich bei den fünf Filmfreunden […]

  • Reply Filmkritik: “Blind Side – Die zweite Chance” : Nerdtalk 9. 4. 2010 at 16:44

    […] bin ich zugegebenermaßen von der vernichtenden Filmkritik bei den Fünf Filmfreunden, bei denen der Film nicht mal einen Trostpunkt in der Wertung erhält. Sie ist auch der Grund warum […]

  • Reply grinsekätzchen 11. 4. 2010 at 11:16

    bei diesen vielen Kommentaren muss ich mir den Film unbedingt ansehen – damit ich mitreden kann :-)

  • Reply GunGrave 13. 4. 2010 at 12:04

    … wow „0 – Sterne“ und ein OSCAR … also im Durchschnitt Einheitsbrei! ;)

  • Reply a 14. 5. 2010 at 17:19

    das hier dreht sich ja im kreis wie buddhismus. aber am besten sind die komentare von den leuten die immer wieder sagen ‚ist doch ein ‚feel-good-movie(allein das wort schon) das muss doch nur unterhalten‘ und ‚is doch ne wahre geschichte’…na und? a) man sollte nicht ins kino gehen um seine sorgen zu vergessen sondern um kunst zu konsumieren und wenn man soregen verdrängen will kann man heroin nehmen oder fernsehen und b) gibts viele wahre geschichten aber inwieweit das gut bzw. gut umgesetzt ist, ist eine ganz andere frage. baader meinhoff zB ist auch relativ unreflektiert und einseitig.

  • Reply OK 14. 5. 2010 at 17:37

    @60

    soso. „man sollte“. da koennen Sie doch nur von sich selbst ausgehen. und wieso soll „heroin“ fernsehen was anderes sein als „heroin“ kino? mit beidem pieken Sie sich ins hirn. kunst hin oder her.

    wieso muss ich mich hier eigentlich beleidigen lassen, wenn ich mir feel-good-filme anschaue? wieso darf ich nicht in die traeumereien anderer menschen schauen? wieso darf ich nicht selbst urteilen, was ich gut finde oder nicht? warum reden andere immer von oben herab?

  • Reply Maro 4. 6. 2010 at 23:00

    Film basiert auf der Lebensgeschichte eines Menschen der nun im Rampenlicht stehend als durchaus akkurat getroffen herausstellt.

    Das wuerde nun verglichen mit der Kritik bedeuten, dass es diesen Menschen gar nicht geben kann da es ja alles nur Klischees sind.
    Da es ihn jedoch gibt, ist an der Kritik die Grundeinstellung falsch.

    Natuerlich es wirkt fuer jeden Europaere (sehr speziell fuer deutsche) eher seltsam das eine solche Frau/Familie einen voellig fremden aufnimmt seine Eriehung/Ausbildung bezahlt usw doch so ist es nun einmal wirklich in den Staaten die Menschen glauben an solch Verhalten.
    Was mich auch die Frage stellen laesst, wuerde denn irgendein Deutscher solche tun an den Tag legen?
    Hier ganz speziell der ach so intelektuelle Mittelstand in Deutschland, ich glaube dieser wuerde unter keinen Umstaenden so handeln.

    Das dann noch ueber diesen DAE /NRA Satz her gezogen wurde, dass verdeutlicht fuer mich diese Vourteilsbehaftete Beissreaktion auf alles amerikanische. Gehen somit die betreffenden in den Keller zum Lachen?
    Oh ha ei Witz aus den USA das MUSS was ganz bedeutungschweres haben also erst mal ohne Gnade zerreissen.

    Apropos, dass der derzeitige Praesident Obama den tasaechlichen Oher getroffen und mit ihm gesprochen hat und danach den Film immer noch gut findet……
    Klar es ist amerikansich, per se schlecht.

    good night.

  • Reply Blödsinn 30. 8. 2010 at 7:52

    Der Verriss ist Unfug, jeder sollte sich selbst ein Bild von dem Film machen. Man kann sich auf diese Weise dem Film nähern, wie er hier dargestellt wird. Von wegen Augenhöhe und so.

    Man sollte aber auch nicht vergessen, dass in Amerika viele Menschen mit der weißen, reichen Oberschicht schlicht und ergreifend nicht auf Augenhöhe sind. Das ist eine politische Realität, die zwar bitter aber nicht egal ist.

    Und für mich wird das in der Szene deutlich, als Mike zu Leigh Ann in seinem soeben vorgestellten, eigenen Zimmer sagt:

    mike: „Ich hatte nie eines“

    l.a.: „Was, ein eigenes Zimmer?“

    mike: „ein eigenes bett“

    An dieser Stelle ist Mike mehr als auf Augenhöhe mit seiner verwöhnten Mum aus bestem Hause. Für die solche Probleme schlicht nicht existieren, für die der Problemhorizont zwischen 0,1 und 0,2%’iger Milch liegt. Die sich in ihrer perfekten, konservativen Welt nicht vorstellen kann, dass nur ein paar Blocks entfernt, Menschen so leben. Und leider ist das so. Kinder, die ihre Väter nicht kennen, in verwahrlosten Wohnungen hausen (folgt der Presse in Deutschland, das gibts auch bei uns…)

    Die Kritik dieses Artikels blendet diese Realitäten leider völlig aus. Das der Film dramaturgische Schwächen hat, ist dabei unbestritten. Wer aber aus dem Film meint, dass Big Mike niemals auf Augenhöhe mit Leigh Ann und den anderen ist, der hat den Film nicht wirklich gesehen.

    Oder eben die rosarote Rassismusbrille aufgehabt, die überall, in jede Szene, jeden Dialog eine Spur Rassismus hineininterpretiert. Mir geht jedenfalls die zunehmende Sucherei nach Rassismus völlig auf den Zeiger. Es besteht nämlich die Gefahr, dass der beständige Alarmismus zu einer Abstumpfung führt, so dass wahrhaftiger Rassismus gar nicht mehr adäquat vorgeführt werden kann.

  • Reply Kinocast #160: “Neukölln unlimited” 22. 10. 2010 at 7:14

    […] Blind Side” Bashing von […]

  • Reply Welche Schauspielerin mögt ihr am liebsten? | Videoload Blog 28. 7. 2011 at 8:43

    […] genommen hat. Dass sie es besser kann, zeigte sie in dem selben Jahr, als sie in dem Drama “Blind Side – Die große Chance“ in der Rolle als fürsorgliche und engagierte Mutter brilliert. Zurecht erhielt sie für die […]

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