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She is beautiful! – She is dead. – She’s my daughter – She’s your daughter? – She was.

Originaltitel: Survival of the Dead
Herstellungsland: USA 2010
Regie: George A. Romero
Buch: George A. Romero
Darsteller: Devon Bostick, Alan van Sprang, Kenneth Welsh, Kathleen Munroe, Athena Karkanis

★★☆☆☆ Renington
★★★½☆ Batzman
★★★½☆ Jet Strajker
(Review gibt’s hier)

Es mag daran liegen, dass mir das Setting des Films ästhetisch gegen den Strich läuft (Western meets Zombies), aber für mich markiert „Survival of the Dead“ den absoluten Tiefpunkt von Romeros Zombie-Filmen, gegen den sein Vorgänger „Diary of the Dead“ beinahe wie ein fantastischer Film aussieht.

Survival erzählt die Geschichte eines Militärtrupps, der bereits in Diary zu sehen war und der auf einer Insel landet, auf der sich zwei Clans mehr oder weniger bekriegen: Die auf der Insel lebenden Cowboys wollen die lebenden Toten domestizieren und auf Schweinefleisch konditionieren, die Fischer wollen sich der Zombies auf der Insel per Kopfschuss entledigen, wie man das eben so macht. Finden die Cowboys eher doof, weil manche der Zombies ihrem Clan angehören und niemand erschießt einfach so einen Cowboy, selbst wenn er untot ist.

Nach einem kleineren Scharmüzzel werden ein paar der Fischer von der Insel verbannt, die sich in einer Hütte bei einer Anlegestelle verbarrikadieren, wo auch schon bald unser Militärtrupp eintrifft (nachdem die ein Inseltourismus-Video der Fischer auf ihrem iPhone angeschaut haben, kein Scheiß!) Die Zombies kommen, mit dem einen überlebenden Fischer tuckert man mit der Fähre nach Plum Island und selbstverständlich kommt es dort zum Showdown zwischen Fishermens Friends und den Marlboro-Cowboys, wo sowohl die GI Joes als auch die Untoten zwischen die Fronten geraten.

Was für ein furchtbarer Film, zumindest gemessen an seinen Vorgängern.

Eine völlig wirre Geschichte, die genauso diffus erzählt wird, wie sie klingt. Romeros Gesellschaftskritik, die in all seinen Zombiefilmen den Menschen als das wahre Monster darstellt, gerät hier zur aufgesetzten Farce. Romero bietet keine wirklichen Protagonisten, die man als Zuschauer der verkommenen Mini-Gesellschaft auf der Insel gegenüberstellen könnte. Die bereits in Day und Land gezeigten Experimente mit „Zombie-Intelligenz“ werden hier auf beinahe dumme Weise dargestellt: Ein untoter Postbote, gekettet an einen Briefkasten, wirft einen Brief ein, geht weg, wird von der Kette gestoppt und wiederholt den Vorgang bis ins Unendliche… Stupide Repetition als Ersatz für die beinahe liebevolle Inszenierung von Bub in Day of the Dead. Man möchte meinen, George Romero ist des von ihm selbst erschaffenen Genres überdrüssig.

Dieser Eindruck wird verstärkt von den stellenweise völlig unmotiviert eingeschobenen Comedy-Momenten, die selten okay sind, meistens aber der insgesamt eben doch ernsthaften Tonalität im Wege stehen. Die im Trailer zu sehende Anglerszene beispielsweise trägt keinen Jota zur Handlung bei und ist wohl einzig und alleine dafür da, um Wasserzombies zu zeigen, die von den Fans seit Bekanntwerdens des Projekts herbeigesehnt wurden. Ein anderes Beispiel wäre ein einfach mal so nach einer eher ernsthaften Szene zu hörendes „Muh“ einer Kuh, die nicht zu sehen ist. Wait, what?

„Survival of the Dead“ ist ein völlig konfus erzählter Film, der sich nicht entscheiden kann, ob er eine Persiflage auf Romeros Filme sein will oder doch eine ernsthafte Fortsetzung von Diary, der darüberhinaus keine Identifikationsfiguren anbietet und ästhetisch für meinen Geschmack mehr als zweifelhaft ist: Als der Militärtrupp auf der Insel eintrifft, von einem Cowboy-Scharfschützen unter Beschuss genommen werden (weil das Cowboys eben so machen) und die Situation durch einen gezielten Schuß geklärt wird, kommt auf einmal – und hier justiere ich mal meine Sprache, um diesem beinahe schon surrealen Moment im Film gerecht zu werden:

Da kommt auf einmal ein Ross aus dem Unterholz gesprungen, hüpft des Windes gleich über ein Dingsbums und entschwindet sammt untoter Zombie-Reiterin gen Horizont, woraufhin ein Jüngling in die Ferne frohlockt: „She is beautiful!“, woraufhin sich folgender, beinahe poetischer Dialog entbrennt: „She is dead.“ – „She’s my daughter“ – „She’s your daughter?“ – „She was.“ Yeah, fuck me. Whatever.

Batzman Batzman meint:

Survival of the Dead macht Spaß. Nach dem hibbeligen “Diary of the Dead” dem es deutlich an Scope und Focus gebrach (und zu dem es hier eine nette Cross-Referenz gibt) liefert Romero hier eine waschechte Horror-Wester-Komödie ab, bei der der Grusel deutlich die zweite Geige spielt.

Der Film wird durchzogen von einer gewissen Abgeklärtheit und es fehlt ihm die Wut der früheren Werke. Vielleicht ist es auch Altersmilde, die Romero die Zombiegeschichte und seine soziopolitischen Parabeln diesmal noch ironischer und offen witziger abhandeln lässt, als noch in Land of the Dead, der plakativ seinen Frust über die Bush-Ära einfing.

Natürlich ist der Film recht günstig gedreht und natürlich erreichen die Splattereffekte, von denen viele digital sind, nicht die Güte eines Savini oder der Nicotero-Truppe. Aber da der Film eh leichtfüssiger daherkommt und mit dem ganz drollig anzusehenden Devon Bostick (der zuletzt in dem Egoyan-Langweiler Adoration zu sehen war) eine ungewöhnlich junge und flapsige Hauptfigur anbietet, die noch mehr von Hormonen als vom Gehirn angetrieben wird, bietet er einen netten, ruhigeren Kontrapunkt zu den hibbeligen Zombiefilmen der jüngeren Zeit. Romero hat deutlich mehr Interesse an den Menschen als an den Zombies und erzählt im Plauderton von der Verbohrtheit und Dummheit der Lebenden, die es auch ohne Zombies schaffen würden, sich das Leben zur Hölle zu machen. Die Dialoge sind dabei angenehm ironisch und bisweilen auch etwas albern. Nur ab und zu – etwa wenn die Flüchtlingstruppe zwischen Gewehrsalven und herrannahenden Zombies ins Wasser flüchtet um auf eine Fähre zu gelangen, kommt das alte Survival und Endzeitgefühl auf. Dazwischen gibt es Good Old Boys, die weit unangenehmer sind als die gebändigten Untoten – deren Entwicklung recht konsequent voranschreitet. Seit Day of the Dead ist eine Menge passiert – die Zombies haben sich weiterentwickelt, doch die Menschen sind noch immer Arschgeigen.

Das ist keine so originelle Erkenntnis und im Oeuvre seiner Dead-Filme ist “Survival” sicher nur eine nette Fingerübung, aber es bleibt dennoch ein spassiger Film, der sehr viel besser unterhält als viele moderne Epigonen, die vor lauter Coolness nichtmal die Kamera ruhig halten können.

Hier eine Übersicht der Kinos, in denen der Film seit heute in Deutschland läuft.


(Youtube Direktdead)

4 Trackbacks

  1. 06.05.2010 - Tweets die Survival of the Dead (Review) erwähnt -- Topsy.com
  2. 08.05.2010 - How to create a Zombie-Bite with less than 20$ (feat. George A. Romero) - Nerdco [...]
  3. 14.05.2010 - Romero droht mit noch mehr „…of the Dead“ (plus: Romeros Zombie-Shooter/Ap [...]
  4. 25.11.2010 - Win Win Win: Survival of the Dead-Package - Nerdcore

21 Kommentare

  1. Ich weiß ja nicht, ob ich schon hysterisch werde, aber ich habe über den Trailer sehr gelacht. LG Kaddi – nee ich werd den bestimmt nicht kucken

    Kommentar #1 von Kaddi am 06.05.2010 um 22:44 Uhr

  2. gibts ja schon als 720p, gut das ich da kein geld für ausgegeben hab. schade um die zeit, eigentlich waren nur die paar gore-effekte gut gemacht.

    Kommentar #2 von slowcar am 06.05.2010 um 23:06 Uhr

  3. hab ihn gesehen, war ok. paar wirklich absurde sachen dabei, wie das untote reitergirl und das iphone video. handlung ist aber, wie schon erwähnt, total bescheuert. die cowboys wollen die zombies am leben halten, obwohl diese sie bei jeder gelegenheit anfressen und nicht das schweine- oder sonst ein fleisch. naja – besser als manch andere fortsetzung und allemal besser als das, was sonst im kino läuft.

    Kommentar #3 von chris am 07.05.2010 um 00:17 Uhr

  4. Seit der “28″-Revolution kann ich einen gehenden Zombie einfach nicht mehr als echte Gefahr wahrnehmen. Dieser Prozess ist normal und es geht sicherlich nicht nur mir so, dass diese Entwicklung nur soziologische und wirtschaftliche Veränderungen in den letzten 20 Jahren widerspiegelt.

    Kommentar #4 von reeft am 07.05.2010 um 19:18 Uhr

  5. “…und allemal besser als das, was sonst im kino läuft.”
    @chris:
    Äähhhh….. Sicher??…

    Kommentar #5 von burns am 08.05.2010 um 09:32 Uhr

  6. wenn man zombies mag.. ;-)

    Kommentar #6 von chris am 08.05.2010 um 09:35 Uhr

  7. Dreieinhalb Sterne von Jet? Waren das vorgestern nicht noch 2 oder sowas?

    Kommentar #7 von Björn am 08.05.2010 um 20:02 Uhr

  8. @ Björn: Nö, die zwei Sterne waren schon immer von mir.

    Kommentar #8 von Renington Steele am 08.05.2010 um 20:13 Uhr

  9. Ach von dir ist der Verriss :D Sorry, hab gedacht Jet hätte den ersten Text geschrieben.

    Kommentar #9 von Björn am 08.05.2010 um 22:41 Uhr

  10. Ich konnte eigentlich jedem Film der Reihe etwas abgewinnen (selbst “Diary of the Dead” fand ich ganz okay) aber der hier ist einfach nur schlecht. Stimme dem Review von Renington uneingeschränkt zu. Schade, dass Romero mit so einen unlustigen und langweiligen Schundstreifen seinen (bei mir) bisher guten Ruf verspielt.

    Kommentar #10 von Irreversibel am 10.05.2010 um 22:15 Uhr

  11. “Seit der “28″-Revolution kann ich einen gehenden Zombie einfach nicht mehr als echte Gefahr wahrnehmen. Dieser Prozess ist normal und es geht sicherlich nicht nur mir so, dass diese Entwicklung nur soziologische und wirtschaftliche Veränderungen in den letzten 20 Jahren widerspiegelt.”

    Ging mir auch so, bis ich ‘World War Z’ von Max Brooks gelesen habe.
    In Letzterem machen nämlich auch wieder die Schlurfzombies Angst und sind nicht mehr nur die verspotteten Figuren alà Shaun of the Dead.

    Kommentar #11 von fp am 11.05.2010 um 17:39 Uhr

  12. Schock schwere Not. Das is ja mal einer des übelsten Zombie Filme die ich gesehen habe (und ich hab echt schlechte gesehen).

    Diese konfuse Handlung, blödsinnigen Momente (IPhone video; Lesbe macht sichs neben Ihrem soldatenkumpel, Handgranate sprengt Holzwand weg und die die dahinter standen guggen verrust recht doof aus der Wäsche usw…), mal ganz abgesehen davon dass es denen offenbar allen total am Arsch vorbei geht dass die Welt wie sie sie kennen untergegangen ist und sie halt alle ganz cool ihr Leben weiterleben wie zuvor und die absolute Bedrohungslosigkeit der ganzen Situation an und für sich machen den Film belanglos und schlecht…

    Romero mag das Zombie genre begründet haben, aber auf einen guten Film von ihm warte ich bis heute.

    Kommentar #12 von Fabsterman am 14.05.2010 um 10:04 Uhr

  13. Was ein mieser Zombie Film, man ist in dem Genre ja eigentlich schon sehr gefeilt gegen sinnentleerte Drehbücher, aber das ist ein echter Tiefpunkt.

    Ich finde den ,,Veriss“ noch höflich formuliert. Mehr als 1-2 Mitleidslacher über das Unvermögen Romeros konnte der Film mir nicht entlocken.

    Kommentar #13 von Lenox am 14.05.2010 um 13:00 Uhr

  14. nicht zu fassen. wie kann man denn bitte behaupten der film mache spass?
    macht man das, damit man sich ueber die tatsache hinweg taeuschen muss, dass der film der schlechteste film des gengres ist? der verzweifelte akt eines fanboys, herr batzmam?

    also wenn man soweit gehen muss, dann sollten man den film mit “shaun of the dead” vergleichen oder mit “an american werwolf in london”. das sind filme die horror und comedy erfolgreich verknuepfen. diesen vergleich scheut die frau batzmam hier.
    sorry mein lieber mit dieser rezesion haste dich direkt diqualifiziert.

    und-ja ueber geschmack laesst sich tatsaechlich streiten.
    “survival of the dead” ist einfach nur peinlich.

    Darueber hinaus beweist der film, dass romero zu unrecht als geschickter systemkritiker gilt, der mit einem subtilen unterton unsere kultur kommentiert.

    ich glaube das die fanboy gemeinde immer ein wenig mehr in die filme interpretiert hat als vorhanden war. aber solange die fanboys alles bejubeln was vom zombie/opa kommt (egal wie kacke), wird es immer wieder jemanden geben, der romero einen weiteren uuuunglaublich schlechten film finanzieren wird.

    mein verdacht-romero ist seit 20 jahren tot, aber niemand hat ihm in den kopf geschossen…

    Kommentar #14 von evilnerd am 15.05.2010 um 20:06 Uhr

  15. Eine Komödie ist der Film mit Sicherheit nicht. Aber Romero hat ein paar Späßchen eingebaut, die fast schon Slapstick-Charakter haben. Die sind mir auch sehr übel aufgestoßen. Allerdings fand ich “Diary” wesentlich trashiger und billiger, während “Survival” wenigstens noch ironisch-zynisch zu nennen wäre. Über die Western-Vermengung kann man streiten, aber ich finde die Grundkonstellation des Films gar nicht schlecht und kann mich sogar für die zombifizierte Reiterin als nette Idee erwärmen. Überhaupt scheinen Romero die Ideen nicht auszugehen. Er sollte nur vielleicht mal das Genre wechseln.

    Kommentar #15 von Binding am 21.05.2010 um 19:52 Uhr

  16. … hmm – 2 Sterne höchstens … also insgesamt ist der Zombiefilm nicht der Hammer … eher ein Gummi-Hämmerchen! … House of Dead & Land of the Dead sind immer noch die bestimmenden Vorbilder.

    Kommentar #16 von GunGrave am 08.06.2010 um 14:31 Uhr

  17. Ein griff ins Klo, Herr Batzman.

    (1 Stern)

    Kommentar #17 von Motoaki Yamamura am 30.06.2010 um 12:35 Uhr

  18. Wie kann man den so hoch bewerten und Predators so niedrig…. ???

    Kurz um …. der Film is einfach besch…..

    Kommentar #18 von Geno am 13.07.2010 um 21:59 Uhr

  19. Habe den Film gerade gesehen und direkt mal nach der allgemeinen Meinung in Netz geschaut. Ich kann Renington in seiner Meinung nur unterstützen: So einen überflüssigen Zombiefilm habe ich lange nicht mehr gesehen. Die schlechten Action-Szenen, gepaart mit schlechter Handlung und der mutwilligen Darstellungen von allzu hippen Jugendlichen mit iPhone & Co, die, wenn sie den Mund aufmachen, fast immer Sprüche kloppen…
    Mannomann, Romero hat seit Day of the Dead keinen guten Zombiestreifen mehr gemacht. Oder habe ich da einen übersehen? Danke und gute Nacht….

    Kommentar #19 von CaptainCoffee am 17.10.2010 um 22:59 Uhr

  20. Jetzt aber mal ehrlich, dieser Müllstreifen ist ja wohl kaum das Zelluloid wert, auf dem er gedreht ist. Hab den nach der Hälfte ausgemacht und das mach ich echt nur bei extrem schlechten Werken. Allein die Dialoge waren schon zum Schreien. Dazu die Lesbe, die es sich ganz entspannt neben dem Kameraden besorgt, oh Mann, da stimmt doch was nicht. Bin echt sprachlos.

    Kommentar #20 von knalltüte am 18.10.2010 um 23:04 Uhr

  21. Hier eine neue Rezension auf meinem Blog

    http://ntropy.de/?p=181

    Freue mich über Leser und Kommentare

    Kommentar #21 von Phire am 21.10.2010 um 12:51 Uhr

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