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Schnurz und schnerzlos geht es diesmal um: Gentlemen Broncos +++ The Girls of St. Trinian 1 +++ The Girls of St. Trinian 2 +++ The Wolfman Unrated

Gentlemen Broncos – USA 2009
★★½☆☆

Ein junger White-Trash Geek träumt davon, seine spinnerte Sci-Fi-Story verfilmt zu sehen. Leider muß er feststellen, dass sein großes schriftstellerisches Vorbild ihm die Geschichte auf einer Convention geklaut und als eigene ausgegeben hat.

Jared “Napoleon Dynamite” Hess bleibt seiner Linie treu und inszeniert einmal mehr seine Nerdphantasien. Allerdings weniger die liebenswerten Nerds a la Michael Cera oder Kevin Smith, sondern die wirklich debilen, die auch gutwilligen Leuten gerne mal auf den Sack gehen. Diesmal ist die Story (im Gegensatz zum Vorgänger Nacho Libre) sogar dazu angetan Interesse zu wecken, doch immer wieder verhindern unnötige Fäkaleinlagen, das die im Grunde ganz charmante Geschichte, so wirklich berühren will.

Der böse SciFi-Autor wird von einer Hälfte des Flight of the Conchords-Team zwar sehr komisch, aber auch jenseits jeder Karikatur gespielt. Wie die meisten Figuren ist auch sie zu verdreht um noch als echter Mensch durchzugehen. Dazu kommt die sehr lahmarschige Inszenierung, die die eigentliche Story erst im letzten Drittel abhandelt und zwischendurch viel zuviel Zeit mit Scheisse- und Kotzwitzen verplempert und uns mit visualisierten Szenen aus der Benjamins Story foltert, deren “Haha wir drehen einen bewusst trashigen Film”-Witz nach ca. 10 Minuten verpufft ist – genauso wie die Luchador-Nummer in Nacho Libre. Wie man sowas witziger und besser machen kann, zeigen die Flesh Gordon-Filme, die sogar Kacke-Witze souveräner durchgezogen haben als Hess der meint er müsste uns Kotz-Küsse zumuten.

Was bleibt ist ein wundervoller Vorspann, viele skurrile Momente und mit Michael Angarano und Sam Rockwell ein paar gute Hauptdarsteller – die alle mit einem etwas weniger aufs hässliche Extrem fixierten Regisseur wohl besser beraten gewesen wären.

The Girls of St. Trinian – UK 2007
★★★½☆

St. Trinians ist ein Horrorinternat, voll durchgeknallter und gemeingefährlicher Schülerinnen, die weder vor brachialer Gewalt noch kriminellen Unternehmungen zurückschrecken. Angeführt von ihrer Rektorin (Rupert Everett) müssen sie sich gegen das böse Schulministerium erwehren, welches droht die Schule wegen sittlicher Verlotterung dicht zu machen…

Ein durchwachsenes Spektakel, das sich einerseits bemüht den schwarzhumorigen galligen Witz der St. Trinian-Cartoons einzufangen und den klassischen Filmen Tribut zu zollen, andererseits aber auch das heutige Teeniepublikum bedienen will. Das klappt stellenweise leidlich gut, was vor allem der großartigen Besetzung geschuldet ist. Stellenweise ist aber auch arg Klamaukig.

Hier in Deutschland dürfte es der Film besonders schwer haben, denn die Originalfilme sind hier nahezu unbekannt – und wer mit Hansi Kraus und den Lümmeln von der letzten Bank aufwuchs, wird mit den bösartigen Mädchen, die bevorzugt mit dem Hockeyschläger auf andere losgehen, nicht unbedingt sofort warm.

Als Comicverfilmung macht die Story aber mit leichten Abstrichen doch Spaß und der Wechsel zum Heist-Movie tut dem Anfangs sehr episodischen Streifen dann sehr gut, inkl. dem selbstparodistischen Auftritt von Stephen Fry. Und das der aus tausend komödien bekannte notgeile Hund auch tatsächlich mal in den Häcksler kommt, hebt den Film dann doch wieder über das Einerlei anderer Brachialkomödien.

Und einen der besten Injokes der letzten Zeit hat der Film auch zu bieten, wenn sich Everett und Firth das erste mal im Film wiedersehen und überlegen wie lange es her ist, dass sie sich zuletzt gesehen haben: “Another time!” – “Another country!”

The Girls of St. Trinian 2: The Legend of Frittons Gold – UK 2009
★★★☆☆

Diesmal bedroht ein Frauenhassender Männerbund die Schule, dessen sich die rabiaten Mädels erwehren müssen und gleichzeitig gilt es einen lange verschollenen Piratenschatz zu finden…

Noch surrealistischer als in Teil 1, wird St. Trinians hier vollends seinen Comic-Wurzeln gerecht. David “Doctor Who” Tennant verstärkt die Stammbesetzung als neurotischer, frauenhassender Bösewicht und Rupert Everett darf einmal mehr die Schulleiterin mit Überbiss geben.

Das ist hinreichend durchgeknallt und hat einige starke Szenen, wie den improvisierten Flashmob und das Finale in Shakespeare Globe-Theater, wirkt aber insgesamt etwas unfokussierter als der Vorgänger. Dennoch: Es macht durchaus Laune diese Power-Girls bei ihrem Mayhem zu beobachten. Aber für einen etwaigen dritten Teil müssten dann doch ganz dringend ein paar neue Ideen her…

The Wolfman (Unrated) – USA 2010
★★☆☆☆

Zum Review von The Wolfman Unrated gehts hier, das hab ich der Ordnung halber hinter Reningtons Review der Kinoversion ergänzt. Von mir kriegt der Film nur 2 Sterne.

6 Kommentare

  1. Jetzt höre ich aber endgültig auf, die Kurzkritiken zu lesen. “Gentlemen Broncos” nur zweieinhalb Sterne …

    Kommentar #1 von Schwanenmeister am 28.05.2010 um 00:04 Uhr

  2. ja ich auch. gentleman broncos hätte NULL verdient.
    so einen beschissenen film habe ich meiner ganze lebzeit noch nicht gesehen.
    was für ein fürchterlicher dreck.
    amen. ende.

    Kommentar #2 von mickey am 28.05.2010 um 17:35 Uhr

  3. @ mickey

    Das unterschreib ich mal… kann nicht fassen, dass sie so einen Schrott bis zum Ende durchziehen konnten.

    Kommentar #3 von stb247 am 29.05.2010 um 00:16 Uhr

  4. Einspruch!
    Gentleman Broncos ist seit “Life aquatic” der subtilste und nerdigste (im positiven gemeint) Film den ich zu sehen bekam. Ich vermute, die Art von Humor geht nicht jedem auf.

    Kommentar #4 von ben am 29.05.2010 um 20:18 Uhr

  5. “The Girls of St. Trinian” war für mich eine einzige Qual trotz einiger gelungener Jokes.

    Kommentar #5 von Gunther am 30.05.2010 um 00:02 Uhr

  6. ich kann bei allen reviews absolut zustimmen!
    wolfman: schwaches story-gepansche!
    st. trinians: amüsant, leicht schwächelnder (dennoch guter) zweiter teil
    gentlemen broncos: bei jared hess ist die luft raus!

    Kommentar #6 von palast am 27.06.2010 um 19:01 Uhr

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