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Wir brauchen eure Meinung und eure Anregungen. Mein moviepilot Kollege Axel wird diese Woche beim Filmfestival in Locarno unterwegs sein, von dort berichten und auch an einer Podiumsdiskussion teilnehmen. Die beschäftigt sich mit einer spannenden Frage: Was verändern Blogger?

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Blogs die Kommunikation über Filme in den letzten Jahren verändert haben und welche Auswirkungen das auf die Filmindustrie hat oder nach haben wird.

Wir wurde eingeladen, um in Locarno mitzudiskutieren. Und nun laden wir euch ein, mitzudiskutieren. Was ist eure Sicht? Was hat sich durch Filmblogs verändert? Gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen Filmseiten und Filmblogs? Wieviel Einfluss haben Blogs auf euch und auf die Filmindustrie? Welche Entwicklungen seht ihr in den letzten Jahren und für die Zukunft? In welchem Verhältnis stehen Blog-Filmkritik und Feuilleton-Filmkritik?

Die Diskussion findet am 8.8.2010 um 12:30 Uhr in Locarno statt und wir würden euer Feedback gern mit in die Diskussion einbringen. Wir freuen uns über eure Ansichten und Ideen zum Thema!

13 Kommentare

  1. zuerst würde ich einmal sagen, dass das internet im allgemeinen die wahrnehmung verändert hat. es ist heute möglich, zu jedem film meinungen aus dem letzten winkel der erde zu bekommen.
    blogger finde ich im verhältnis zu filmseiten “persönlicher” und “authentischer”, ich habe das gefühl, dass es eher um die eigene als um eine “objektive” meinung geht. kann man als vor- oder nachteil empfinden, ich mag es so.
    ich glaube, dass (gerade große) blog einen ziemlich starken einfluss auf den erfolg von filmen haben können, besonders bei eher kleinen filmen. gibt es in der blogosphäre einen entsprechenden buzz, kann das für einen unbekannten film eine aufmerksamkeit erzeugen, die früher unmöglich gewesen wäre.
    auch glaube ich, dass es schlechte blockbuster heute schwieriger haben, da es sich relativ schnell rumspricht, wenn ein film einfach mies ist (was aber viele leute nicht davon abhält, sich diesen trotzdem anzugucken).

    so, ich hoffe, ihr versteht, was ich da mit sagen wollte, ich muss jetzt erst nochmal andere sachen machen!

    Kommentar #1 von alex am 04.08.2010 um 15:54 Uhr

  2. So aus dem Bauch heraus würde ich mal folgende Punkte behaupten:

    1.) Was das Internet so toll wie schlimm zugleich macht ist die Polyphonie (manche würden auch sagen: Kakophonie). Natürlich kann auch jeder, der eine Zeitungsrezension liest, seine eigene Meinung zum Film entwickeln, sich nach dem Kinobesüch über ein Bier hinweg mit anderen austauschen, in seinem Tagebuch eigene Rezensionen schreiben. Aber es ist eben nicht mehr nur “privat”, nicht mehr monologisch. Das denke ich ist offensichtlich, aber wenn eine Rezension reduktionistisch ausgedrückt im Endeffekt eine “Meinung” ist, dann werde ich im Netz von Meinungen nahezu bombadiert. Jede Öffentlichkeit muss sich neu strukturieren, wenn jeder Teil derselben sein kann.

    2.) Durch diese Explosion an Kommentaren, Re-Cuts, Rezensionen, etc. ändert sich auch die Öffentlichkeit des Films selbst. Trailer zirkulieren, werden bearbeitet, kommentiert, reformiert, usw. Das geht so weit, dass, wie neuerdings, Inception mit Toy Story 3, Dagobert Duck und Bill und Ted verknüpft wird, was sicherlich weder on der Süddeutschen, noch in der Bravo passiert wäre. Virales Marketing per Popkultur, sozusagen. Oder anders: Filme erhalten eine Art Remix-Öffentlichkeit. Nicht nur die Meinungen über Filme, auch die Darstellung derselben explodiert, zirkuliert, pluralisiert und polarisiert.

    3.) Rezension heißt heute, wie in fast jedem Journalismus, Beschleunigung. Was oft zu Ungunsten der Analyse selbst geht (zu fragen wäre, ob Rezension und Analyse zusammengehören, meiner Meinung nach bestenfalls schon). Paradoxerweise ist das Netz ja sowas wie das Medium der Unmittelbarkeit. Alles passiert schnell und für jeden, teilweise gleichzeitig. So schnell, wie ich Meinungen entwickeln kann, kann ich sie auch posten. Es wäre die Frage, ob man als Blogger nicht auch bewusst “anachronistisch” rezensieren kann oder will, was ja unbedingt geht, denn Blogger “müssen” ja nicht umgehend abliefern, wenn sie das Risiko eingehen wollen, “unzeitgemäß” zu schreiben.

    Nochmal kurz: Wo das Feulleton monologisch, das Marketing sonst substantiell und Rezensionen eher anachron waren, wird die Betrachtung von Filmen durch Blogs und das Netz nun polyphon, das Marketing plural und Rezensionen synchron.

    Aber wie gesagt, aus dem Bauch heraus.

    Kommentar #2 von robotradar am 04.08.2010 um 15:58 Uhr

  3. Filmblogs im Gegensatz zu den Feuilleton viel schneller und interaktiver, aber dies lässt sich eben auch auf alle Blogs anwenden.
    Ich denke schon, dass man davon reden kann, dass Blogs immer mehr in die Filmindustrie eingreifen. Filme erfahren durch die Mitwirkung von Blog einen richtigen Medienhype und werden dafür auch gezielt genutzt (siehe z.B. Cloverfield). Ich finde die Entwicklung jedoch gut, jedoch sollte man als Leser sich, wie natürlich woanders auch, immer eine Objektivität bewahren und die eigene Meinung nicht beeinflussen lassen.

    Kommentar #3 von Kristina am 04.08.2010 um 16:01 Uhr

  4. In jedem Fall schätze ich die Vielfalt, die Kommentarmöglichkeit und die Verlinkungsmöglichkeit.

    Man liest eine Filmbesprechung, hat eine Frage, ein Kommentator oder der Beitragsschreiber hat eine Meinung dazu oder zumindest einen weiterführenden Link.
    Zudem gibt es auch Filmbesprechungen unter bestimmten Gesichtspunkten. Ich zB habe mal einen Beitrag geschrieben in dem es darum geht wie Maverick in Top-Gun als attraktiver Mann aufgebaut wird. Genauso wird es andere Beiträge geben, in denen es eher um die fliegerischen Aspekte geht oder um sonst ein Thema.
    Ganz zu schweigen von solchen Filmen wie Inception bei der das Erklärungen und Theorien lesen nach dem Kinobesuch ja fast noch mehr Spass macht als das Gucken.

    Kommentar #4 von Christian am 04.08.2010 um 16:07 Uhr

  5. Äh.. das ist schief gegangen. Es sollte eigentlich dieser Link sein, vielleicht könntet ihr das noch anpassen:
    allesevolution.wordpress.com/2...

    Kommentar #5 von Christian am 04.08.2010 um 16:21 Uhr

  6. Blogs sind eine weitere äußerst günstige und wirklingsvolle Werbeplattform, mit denen Zielgruppen sehr genau beobachtet, eingeschätzt, geformt und manipuliert werden können. Sie lassen sich relativ gut missbrauchen um Hypes zu inszenieren, Meinungen und Märkte zu bilden sowie Produktionskosten & Risikos noch geringer zu halten.

    Und:
    Das jeder seinen SENF dazugibt macht die WURST letztendlich nicht besser.

    Kommentar #6 von Ufomuschi am 04.08.2010 um 17:31 Uhr

  7. Gar Nicht!

    Kommentar #7 von Lukas Heinzel am 04.08.2010 um 23:41 Uhr

  8. ich sehe keinen großen einfluss auf die filmindustrie. der mainstream ist nach wie vor darauf ausgerichtet, mit den altbekannten formeln, möglichst viele besucher anzuziehen. die blogger sind ja eigentlich die richtigen “fans”, also die die sich etwas mehr für filme interessieren. und eben die hat es immer schon gegeben.
    ausserdem sollte man die frage nach dem einfluss eher der filmindustrie stellen. ich kann nur vermuten, dass lucas und co die meinung (dh. das geld) des mainstreams wichtiger ist als die der fans -> siehe diverse sequels/prequels der letzten jahre.

    Kommentar #8 von kobrakay am 05.08.2010 um 01:17 Uhr

  9. naja früher musste man sich extra zeitungen bestellen. clubs/vereine bilden und um sich auszutauschen entweder briefe schreiben oder telefonieren. jetzt kann man das ganz einfach jederzeit und ohne umstände im internetz
    Das verändert vieles^^

    Kommentar #9 von Georg am 05.08.2010 um 01:22 Uhr

  10. Der direkte Kontakt und Austausch mit dem Kritiker ist natürlich so gesehen “neu”.

    Kommentar #10 von Claas am 05.08.2010 um 11:14 Uhr

  11. Ich denke, vor allem im Bereich des viralen Marketings übernehmen Blogs einen wichtigen Teil. Ein Hype kann einem schlechtem schlechten Film gute Zuschauerzahlen bringen. Ein Hype entsteht durch Mund-zu-Mund Propaganda, wie ein Dominoeffekt, und beginnt zwar auch auf Schulhöfen und Arbeitsplätzen, aber vor allem auch durch Blogs/Vlogs und Foren. Ein Blog ist doch im Grunde die beste Möglichkeit die Meinung eines Einzelnen in einem größeren Rahmen weiter zu erzählen, und somit wird die Meinung in einen Blog automatisch zu einem großeren Baustein in der Dominokette.
    Blogs sind das Sprechorgan der normalen Leute und somit für neue Trends und Hypes – und das betrifft auch wie aufkommende Filme wahrgenommen werden.
    Auch Kritik an Filmen kann durchs Blogs eher an der Verantwortlichen weitergebracht werden. Produzenten und Filmemacher reagieren auf die Sichtweisen der Internetgemeinde und beziehen diese in ihre neuen Projekte mit ein.
    Fazit: Zwei wichtige Faktoren wie Blogs die Filmindustrie beeinflussen – erstens als gute Plattform für virales Marketing. Beispiel: Pixar hat gerade erst viele Blogger zu sich eingeladen damit diese dann auf ihren Blogs über den neuen Toy Story3 berichten.
    Und zweitens als großes Marktforschungsgebiet.

    Allerdings glaube ich nicht, dass Filmkritiken von einzelnen Bloggern große Wellen schlagen. Man wird sich immer eher eine ausgearbeitete Filmkritik durchlesen wenn man sich über einen Film informieren will anstatt sie die Meinung von Blogger XY durchzulesen. Auch wenn ich selber gerne Filmkritiken in meinen Blog schreibe, es muss einen seriösen Rahmen geben, damit die Leser diese ernst nehmen. 5 Filmfreunde sieht aber seriös genug aus um im Bezug auf ihre Filmkritiken ernst genommen zu werden. Aber 5 Filmfreunde hat auch ein wesentlich professionelleres Layout als der 0815-Blogger.

    Kommentar #11 von PhillyH am 05.08.2010 um 11:15 Uhr

  12. das ausschlaggebende ist das polarisierende von vielen meinungen…
    ich nenne mal als beispiel das twilightgebashe, oder solche filme wie inglorious basterds. wenn viele stimmen positiv oder negativ auf einen film eingehen,ist der film eigentlich gut einzuschätzen bzw gut zu bewerten.
    das macht den gang ins kino zu einer recht durchdachten sache,da man sich vorweg schon ein eigenes bild von filmen machen kann,die die leute im blogg schon gesehen haben.. wenn man selbst vernarrt in den film ist, ihn unbedingt sehen will aber sich nicht sicher ist ob sich der kinobesuch/dvd-kauf lohnt…sind,finde ich bloggs sehr hilfreich.
    für mich ist das eine gute möglichkeit meine dvd-käufe und kinobesuche abzuwägen.und so finde ich,dass es eine positive entwicklung ist.

    Kommentar #12 von TopF am 06.08.2010 um 04:54 Uhr

  13. In erster Linie bieten Blogs für die Filmindustrie die herrliche Möglichkeit Unmengen an (i.d.R. recht inhaltsloser) Reklame relativ zielgenau über einem thematisch interessierten Publikum abzuwerfen. Entweder in Form von unzähligen Trailern, Gerüchten, Plakaten, banalen Anzeigen oder sinnentleerten Ratespielen zu Filmstarts (Welche PIXAR-Figur bist Du?).

    Dem normalen Filmfreak bieten Blogs die Möglichkeit mit Gleichgesinnten über kommende oder gerade angelaufene Filme zu diskutieren und so andere Meinungen kennen zu lernen oder die eigene bestätigt zu bekommen. Leider kommt es dabei oft nur zu einem Austausch von Standpunkten anstatt von Argumenten – das ist im angelsächsischen Raum oft anders/besser. Trotzdem ist der direkte Austausch mit anderen Filmfans der Hauptnutzen einschlägiger Blogs, würde ich sagen.

    Aufhänger für diesen Austausch ist entweder die oben genannte Reklame oder die Filmbesprechungen der Blogbetreiber. Diese zeichnen sich mMn im Gegensatz zu Besprechungen in Fachzeitungen etc.oft durch ein hohes (erwünschtes) Maß an Subjektivität und einer weniger akademischen Sprache aus, sprich: Rezensent und Leser sind eher auf einer Augenhöhe als in der “Cinema”. Das hat Vor- aber auch Nachteile.

    So, ich muss weg.

    Kommentar #13 von öfchtzchen am 07.08.2010 um 13:25 Uhr

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