Und hier noch zwei Starts der Woche: The Road +++ L.A. Zombie
The Road – USA 2009





Ein Mann (Viggo Mortensen) und sein Sohn (Kodi Smit-McPhee – demnächst in “Let Me In” zu sehen ) flüchten durch eine postapokalyptische Welt, die von kannibalistischen Überlebenden bevölkert wird.
Es ist nicht ganz verständlich, warum diese Bestseller-Verfilmung jetzt noch bei uns in die Kinos kommt, nachdem sie wirklich überall woanders schon durch und lange auf DVD erhältlich ist. Vielleicht schreckte die düstere Story dann doch zu sehr ab. Denn The Road ist alles andere als ein angenehmer Film, obwohl ihm technisch wenig vorzuwerfen ist. Schauspieler, Kamera, Setting und Look sind untadelig für das was sie beabsichtigen. Und doch fällt es schwer diese freudlose Geschichte zu mögen, in denen alle Figuren und besonders auch die Protagonisten nur zu reinen Überlebensmaschinen geworden sind, denen jedes menschliche Zwischenspiel im weitesten Sinne abgeht.
Bei allen Kraftakten die Viggo Mortensen durchleidet um seinen Sohn zu schützen, bleibt nach kurzer Zeit einfach die Frage nach dem warum, denn das Leben dass sie führen scheint absolut nicht lebenswert. Es gibt keine echten, wärmenden Momente der Ruhe, keine Lichtblicke, ja nichtmal wirklich eine Hoffnung auf irgendeine vage zukünftigere Besserung. Leid und Grauen ist alles was die Figuren umgibt und jeder andere Mensch nur potentielle Bedrohung. Das ist, wie gesagt gut, glaubwürdig und emotional gespielt, aber derart lebensunlustig, dass es schwerfällt dem Film irgendeine Begeisterung entgegenzubringen, denn die fatalistische, hoffnungslose Grundstimmung lässt dann doch etwas ratlos zurück, warum man diesen Film eigentlich gerade durchlitten hat.
L.A. Zombie – USA/Deutschland 2010






Ein außerirdischer Zombie (Pornodarsteller François Sagat) taumelt in L.A. aus der Brandung und beginnt sterbende Menschen zurück ins Leben zu ficken.
Bruce LaBruce ist ja immer ein Hit or Miss-Wonder. Was ihm in “Otto, or up with dead people” wunderbar gelang, einen stimmungsvollen, morbid-erotischen und streckenweise komisch-melancholischen Zombiefilm zu inszenieren, setzt er in “L.A. Zombie” mit Wucht in den Strand.
Was nicht heißt, dass der Film keine eindrucksvollen Bilder zu bieten hätte und ein durchaus stimmungsvolles Portrait von L.A. abliefert. Das nuttige, heruntergekommene, das sterbende, abgewrackte der Stadt fängt der Film schon in angemessenen Bildern ein. Leider bleibt es dabei und selbst die kurze Spielzeit tröstet nicht darüber hinweg, dass es nach dem ersten Ekel und Schock einfach nur öde ist mit anzusehen, wie der Zombie toten Leuten seinen hässlichen Pimmel in die Wunden steckt und Blut über sie ejakuliert. Irgendwie ja “total shocking” und ganz klar als zärtlicher Akt und Metapher gemeint, aber gleichzeitig auch extrem langweilig. Als Kurzfilm in 10min vielleicht eine gute Idee, aber auf Spielfilmlänge ermüdet dieser Untote ganz gewaltig…
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- Oktober 7th, 2010 •
- 26 Kommentare
- Schlagwörter: Bruce la Bruce, Gay, Horror, L.A. Zombie, Review, The Road, Zombies
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