-”Next time, we don’t date the girl with eleven evil ex-boyfriends. ”
-”Seven.”
-”Oh thats not that bad.”
Originaltitel: Scott Pilgrim vs. the World
Herstellungsland: USA 2010
Buch und Regie: Edgar Wright
Darsteller: Michael Cera, Mary Elizabeth Winstead, Kieran Culkin, Chris Evans, Anna Kendrick, Brandon Routh, Alison Pill, Jason Schwartzman




Batzman




Jet Strajker (Review gibt’s hier)

Scott Pilgrim (Michael Cera) ist ein typischer Slacker. Anfang 20, weiß er nicht so recht was er mit seinem Leben anfangen soll, wohnt bei seinem schwulen Kumpel Wallace (Kieran Culkin) zur Untermiete und spielt ohne große Ambitionen in einer Band, genauso wie er etwas gelangweilt die 17jr Knives (Ellen Wong) dated.
Das ändert sich, als er das Mädchen seiner Träume trifft: Ramona Flowers (Mary Elisabeth Winstead). Zu seiner eigenen Überraschung funkt es zwischen den beiden und es könnte alles so schön sein, wären da nicht ihre 7 Evil Ex – die sich geschworen haben jeden Nebenbuhler umzubringen und gemeinsam den Kampf gegen ihn aufnehmen…
Schon jetzt mein Favorit des bisherigen Jahres, der jedes bißchen Hype einlöst, den er zuvor bei allen Fans verursacht hat. Was nicht nur an Gags wie dem in 8Bit-Look gehaltenem Universal-Logo am Anfang liegt. Edgar Wright entfesselt eine furiose Mischung, einen genial großartigen Genremix, mit einer Referenzdichte und Zitatfreude, die jedem Geek, Gamer und Filmfan Spontanorgasmen verursachen muss – wohlgemerkt ohne dabei herablassend oder kalkuliert zu wirken. Hinter Wrights hyperkinetischem Inferno steckt eine enorme Spielfreude, eine überbordende Phantasie, die es schafft die ebenfalls schon nicht gerade zahme Comicvorlage nochmal um ein paar Stufen weiter zu drehen.
Wie seine geniale (und hierzulande zu unrecht immer noch recht unbekannte) TV-Serie Spaced auf Adrenalin gelingt dem Film der Spagat eine warme, anrührende Love-Story zu erzählen und gleichzeitig ein gigantisches Actionspektakel zu entfesseln, das der Comic-Vorlage mehr als gerecht wird. Die Besetzung ist Spot-On und Michael Cera überzeugt sowohl in seinem gewohnten Awkward-Geek-Mdous, wie als Actionheld mit überraschendem Wums. Nachdem er schon in der etwas braven, aber unterhaltsamen Romanverfilmung “Youth in Revolt” gezeigt hat das er nicht nur lieb und hilflos sein kann, läuft er auch in den akrobatischen Actioneinlagen als Scott zur Hochform auf.
Doch nicht nur Cera, sondern die gesamte Cast hat einen Heidenspaß mit ihren Rollen. Mary Elisabeth Winstead gibt als Ramona den ruhigeren, mysteriösen Gegenpool zu Scott, währen Kieran Culkin als sarkastischer Kumpel Wallace eindeutig die Coolness-Trophäe gewinnt. Jason Schwarzmann als evilster aller Evil Ex genießt seine schmierige Rolle genauso wie Ex-Superman Brandon Routh, der als Veganer mit Superkräften wesentlich eindrucksvoller kämpft als im blauroten Stählernen-Outfit.
Wright liebt die Vorlage, er liebt Film und er weiß wie man Geschichten in hohem Tempo erzählt, ohne hysterisch zu wirken. Wright ist niemand der sich auf zu seinem Material herablässt, sondern jemand der es liebt und verinnerlicht hat. Ein erwachsenes Kind, das genug Abstand zu seinem Sujet hat um es nicht als reiner Fanboy zu behandeln, es aber doch so intim kennt, dass er weiß was die Fans daran lieben.
Scott Pilgrim ist wie Shaun und Hot Fuzz ein Geek-Fest mit Herz und wohl der große Film des Jahres, bei dem man jeden Cent seines 60 Mio. Budgets auf der Leinwand sieht. Auch wenn das Bombardement an Einfällen, kleinen Gameanleihen, musikalischen wie optischen Sidegags für allzu sensible Gemüter vielleicht zu viel sein mag und je nach Verfassung vielleicht auch ermüdend wirken kann, beindruckt die schiere Verve mit der sich alle Beteiligten ins Zeug werfen um einen Film zu erschaffen den es in dieser Konsequenz noch nicht gegeben hat. Das “Welt als Game”-Konzept ist natürlich in TV-Serien und Webvideos immer mal wieder aufgegriffen worden, doch so konsequent beiläufig und als integralen Bestandteil der Story wurde es noch nie behandelt. Denn bei allem Spielkram bleiben Scott nie nur Game-Figuren sondern sympathische menschliche Wesen. Vielleicht zittert man in den Fight-Scenes weniger mit, als das man die Imagination und den Abwechslungsreichtum der einzelnen “Level” bewundert, aber das ist nur eine kleine Kritik an einem insgesamt großartigen Streifen. Genauso wie das Ende, das vielleicht ein bißchen zu offensichtlich nochmal nachgedreht wurde, damit es mit dem letzten Comicband abschließt. Aber was solls, ich bin Romantiker, so that is fine with me.
Und während das Publikum in grundsätzlich eher konservativ erzählte Streifen wie Inception oder Social Network strömt, um sich hinterher smart zu fühlen, rauscht Scott Pilgrim wahrscheinlich wieder an der Mehrheit vorbei, die nichtmal weiß, was sie wirklich verpasst und die das ganze wahrscheinlich als hibbelige MTV-Ästhetik abtut. Aber was solls, der Film wird seine Zielgruppe finden und sicherlich mehr junge Filmfans und Filmemacher inspirieren als viele der als “wichtig” wahrgenommenen Filme es tun werden.
Denn er macht einfach enorm viel Spaß und wird wiederholtes Ansehen sicher besser bestehen, als viele andere Filme.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- Oktober 20th, 2010 •
- 59 Kommentare
- Schlagwörter: Comics, Edgar Wright, michael cera, Review, Scott Pilgrim









































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