Forget you: Gervais soll Globes 2012 moderieren

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Ich fand die Performance von Ricky Gervais bei den Golden Globes ja okay. Wurde später ein bisschen eintönig. Der Eröffnungsmonolog war auch ganz gut, aber nur beleidigen ist eben auch nicht witzig. Mir hat da der Charme gefehlt. Ungefähr so wie Robert Downey Jr. den in seiner Laudatio hatte. Das war die richtige Mischung.

Wieauchimmer: Es haben sich ja alle klammheimlich gefreut und gekichert, das Gervais nun angeblich eine Persona non grata sei in Hollywood und das für ihn wohl eine Bannmeile um die Globes ausgesprochen würde. Nun, das Gegenteil ist der Fall: Die Organisatoren haben Gervais für nächstes Jahr wieder als Moderator angefragt. Aber er zieht den Schwanz ein. Angst vor der eigenen Courage?

Egal wie kalkuliert die Anfrage war (bevor jetzt die Kommentare kommen von wegen: Die wollten ihn auch nicht mehr, aber wegen dem großen Anklang, den der gefunden hat, MÜSSEN die ihn ja jetzt wieder nehmen…), die Globes haben damit sehr gekonnt zurückgeschossen. Den Spielverderber kann man ihnen jetzt nicht meht vorwerfen, Humorlosigkeit auch nicht (hat mich übrigens gewundert, wie “hart” viele Gervais Monolog fanden…Habt ihr noch nie einen “Comedy Central Roast” gesehen?) und ausserdem muss jetzt Gervais reagieren. Man kann also sagen: Alles richtig gemacht.

Nur einen neuen Moderator, den werden sie sich vermutlich suchen müssen…

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  • http://www.dasmanifest.com Julio Sacchi

    Ich weiß nicht, was ich absurder finde – die eklatante Fehleinschätzung der Qualität von Gervais’ diesjähriger Präsentation oder den völlig absurden Vergleich mit den schrottigen Nischenfeierlichkeiten à la “Roast”.

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Nilz N Burger

    Vielleicht ist es auch einfach nur Zeit, die eigenen Qualitätsmassstäbe zu überprüfen?

  • http://www.dasmanifest.com Julio Sacchi

    Muß ich nicht – ich bin kein Fan von Gervais und war dennoch überrascht von seiner ausgeprochen spitzzüngigen Moderation und dem Timing, mit dem er seine Pfeile abschoß. Im Präsentationseinerlei, zu dem Preisverleihungen verkommen sind, war das ein durchaus veritabler Weckruf.

  • kahlcke

    Ganz lahm. Gervais war schon richtig lustig.

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Nilz N Burger

    Das man so frustriert von vielen anderen, zugegeben langweiligen, Preisverleihungsmoderationen ist, das man relativ simples rumbeleidigen garniert mit einigen älteren und einigen gelungenen Pointen schon als spitzzüngig empfindet – überraschend. Aber was war das für ein Weckruf? Man moderiert dann gut, wenn man mit ein paar Sprüchen beim Zuschauer ein “Boah ey!” entlockt? Dann bin ich gerne Fehleinschätzer. Das ist mir nämlich zu wenig. Ich finde nicht etwas automatisch gut, nur weil es gut tut das es endlich mal anders ist. Sorry. (Und “Roast” für eine schrottige Nischenfeierlichkeit zu halten, zeugt von mindestens Ahnungslosigkeit – euphemistisch gesagt…)

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Nilz N Burger

    Nur um das nochmal klarzustellen: Ja, das war gut was der gemacht hat. Timing hat er ja. Aber das ist eben nicht alles. Und das war ganz sicher nicht die Offenbarung der Geschichte der Award-Moderationen. Dafür war es dann doch zu kalkuliert tabubrechend.

  • http://www.dasmanifest.com Julio Sacchi

    Innerhalb von drei Minuten völlig konträre Ansagen – wasdennnu?

  • http://www.dasmanifest.com Julio Sacchi

    “Ahnungslosigkeit” zu postulieren ist übrigens kein Euphemismus (man fragt sich auch im Stillen, was denn die Steigerung wohl sein könnte), sondern ne schlichte Beleidigung.

  • Mein Senf

    Moment mal “Julio Sacchi”, wo siehst du da eine “völlig konträre” Aussagen? Nilz hatte gerade versucht, seine Aussage zu relativieren – das stünde dir auch mal ganz gut zu Gesicht.

    Mal abgesehen von der Qualität der Moderation der diesjährigen Golden Globes finde ich Tabubruch des Autoren Bretzelburger.

    Diese unglaublich polarisierende Moderation von Rick Gervais darf ja also bittenschön alles genannt werden, nur nicht “mittelmäßig”. Eine solche Aussage ist ähnlich “kalkulierend tabubrechend” wie die Moderation, die er Rick Gervais unterstellt.

    Als ich vorhin den Artikel gelesen habe, war mein erster Gedanke: “Na gut, wieder ein typischer Alle-mal-herhören-ich-bin-voll-der-anderen-Meinung-als-der-Rest-der-Subkultur-Artikel.” Soweit so gewöhnlich, wenn man bei den 5Filmfreunden unterwegs ist. Bei solchen Artikeln wette ich dann immer, wer den wohl geschrieben hat und die Trefferwahrscheinlichkeit liegt gefühlt jenseits der 100 Prozent.

    “Nilz Bretzelbruger” hat mir den Schnitt schön versaut. Eigentlich ist er, zusammen mir “Mal Sehen” auf dieser Seite immer so ein bisschen die politische Mitte. Statt dummer populistischer Polemik, die mitunter fast schon selbstzweckmäßig um Aufmerksamkeit buhlt, geraten ihre Beiträge eigentlich immer wohltuhend differenziert (wie dann später ja auch in den Kommentaren zu sehen ist). Es gibt eben auch bei den Filmkritikern die Jörg Haiders und Oskar Lafontaines auf der einen Seite und die Helmut Schmidts und Heiner Geißlers auf der anderen Seite.

    Das mögen manche langweilig finden, ich habe das an euren Beiträgen aber immer sehr geschätzt.

  • Bastian

    Um die zwei Streithähne vielleicht mal wenigstens ein bisschen aneinander anzunähern:

    Ricky Gervais war einfach nicht ganz so gut wie im Jahr davor. Er hat den Maßstab 2010 halt selbst sehr sehr hoch gesetzt.

    Bei dem einen ruft das halt mehr – bei dem anderen eben weniger Enttäuschung hervor.

    Fakt ist: Er ist immer noch lustiger/besser als die meisten anderen Award-Hosts.

  • Mein Senf

    @Julio Sacchi: Vielen Dank für “Nischenfeierei” – die Formulierung wird gleich mal im Wortschatz abgeheftet.

  • stb247

    Gervais war super und ich fänads dschön, wenn er es nochmal machen würde.

    Downey Jr. hingegen war genau das, was man bei Award Shows als “witzig” einstuft. Aber auch nur, weil der Rest sonst so lahm ist. Da fand ich Rober DeNiro viiiel besser. Hatte der Gagschreiber? Der ist sonst live immer schlecht drauf und nie lustig. Vielleicht lags am Alkohol…

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Nilz N Burger

    nun, julio, es geht keineswegs darum “Ahnungslosigkeit” zu steigern, denn ein euphemismus ist ja eine beschönigende beschreibung. in diesem fall bedeutet das: wenn man sich mit den “roasts” nicht auseinandergesetzt hat, dem autor dieses artikels aber jegliche einschätzungsfähigkeiten abstreiten will, dann ist das schon eine starke leistung. aber das ist hick hack.

    meine aussagen sind keinesfalls völlig konträr. ich habe ja im obigen post gesagt das die moderation okay war. und das der monolog ganz gut war. ich verstehe nicht wo da die konträre aussage sein soll. ich finde okay und ganz gut halt relativ wenig. und das ganze noch “minus charme” deutlich zu wenig. es tut mir leid, das ich nicht ins gleiche horn stossen kann, wie alle anderen auch, aber, nochmal in aller deutlichkeit, FÜR MICH WAR DAS SCHWACH, was gervais dieses jahr abgeliefert hat. ich kann das auch gerne nochmal und nochmal und nochmal begründen. aber es war eben moderativ-qualitativ KEIN meilenstein. okaye gags, manche auch gut. alles in allem aber hauptsächlich beleidigend. keine zwischentöne, kein charme. nur “ich bin der dicke, freche engländer, mit dem lausebuben-grinsen und ich zeige jetzt auf der globes-bühne, wie ein mädchen dem alten hefner einen bläst…”. HEFNER! eine lustige figur über die aber wohl schon so ziemlich ALLE viagra und fickificki-witze gemacht wurden und der, vor allem auf einer FILMAWARD-verleihung ja wohl eine der uninteressantresten figuren ist. whats next? witze über paul bocuse?

    “das war nur EIN witz unter vielen!” ja, das stimmt. und auch wenn sich die meisten anderen witze auf anwesende und filmschafende bezogen, so war die quote der wirklichen kracher unter denen auch nicht viel höher.

    das war kein moderieren. das war eine witz-parade. mit guten autoren, die aber auch schon bessere tage hatten.

    und wenn mir das jetzt als prinzip-opposition ausgelegt wird, dann sei es eben so. ich entschuldige mich für meine fundierte meinung. ricky gervais ist der größte moderator der welt. er sollte alles moderieren. er hat das moderieren revolutioniert, wie kein zweiter vor ihm. nur so und nicht anders.

  • http://rauhesitten.ekkart.de/ etg

    Kannst Du:
    “Es haben sich ja alle klammheimlich gefreut und gekichert, das Gervais nun angeblich eine Persona non grata sei in Hollywood und das für ihn wohl eine Bannmeile um die Globes ausgesprochen würde”
    und
    “hat mich übrigens gewundert, wie “hart” viele Gervais Monolog fanden”

    mal irgendwie belegen? Ich habe nur wohlwollende Kritiken gelesen, außer bei Euch, die irgendwen zitierten, dass irgendwer gesagt haben soll und überhaupt. Hat bisher nicht gestimmt, aber Hauptsache, man baut sich selbst einen Popanz auf, gegen den man arbeiten kann, oder?

    Abgesehen davon: die Kommentare unter dem entsprechenden Artikel waren auch durchweg positiv.

  • Moep

    Angst vor der eigenen Courage ist vielleicht ein bisschen hart formuliert…
    Aber es stimmt, Gervais hat sein selbsterklärtes Ziel, quasi gefeuert zu werden, nicht erreicht. Da hat man ihm den Wind aus den Segeln genommen.

    Andererseits: Warum nochmal moderieren, wenn man so gar keinenBock drauf hat. Ich will seine Pöbeleien jetzt mal gewagt als Weckruf interpretieren, er wollte sicherlich auch die Oberflächlichkeit solcher Veranstaltungen entlarven. Die Veranstalter zeigen mehr Humor, als erwartet, aber warum sich dann davon vereinnahmen lassen?

    Also ist Ricky Gervais lustiges Vorhaben gescheitert, was solls…Mich hat seine Performance auch nicht umgehauen (Roast Material wäre wünschenswert & wirklich mutig gewesen,aber natürlich hinkt der Vergleich, die Situation ist schon eine andere), aber für viele war sie ja DER Grund die Golden Globes zu schauen. Irgendwie kann ich mich da jetzt nicht zu Häme durchringen und da versteh ich Nilz auch nicht.
    Ich mein, viele fanden ihn gut, wahrschienlich war er eher durchschnittlich, so what? Zielsetzung: Rausschmiss war ne lustige Idee und ihn noch mal anzuheuern ein guter Konter. Lässt sich doch wohl so festhalten.

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Nilz N Burger

    Danke Moep. Seh ich auch so. Hab mich ein bisschen hinreissen lassen. :)

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de/jet-strajker/ Jet Strajker

    Ich fand Gervais’ Moderation absolut Bombe und würde mir wünschen, dass andere Schnarchveranstaltungen (ich sag’s gern immer wieder: remember Martin/Baldwin bei den Oscars letztes Jahr) mal entsprechend auf die Kacke hauen.

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Nilz N Burger

    Du bist ja auch Justin Bieber Fan :)

  • http://www.dasmanifest.com Julio Sacchi

    “ich entschuldige mich für meine fundierte meinung. ricky gervais ist der größte moderator der welt. er sollte alles moderieren. er hat das moderieren revolutioniert, wie kein zweiter vor ihm. nur so und nicht anders.”

    Musst Du morgen zur ersten Stunde hin oder fällt Mathe aus?

    Bleibt nur noch die Frage, inwieweit man sich mit Roasts über das Ansehen hinaus auseinanderzusetzen hat…

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Nilz N Burger

    ist okay, julio, ist okay. du bist es.

  • mein Senf

    bin gespannt, wer hier das letzte Wort hat. Mittlerweile scheint es Julio ja wirklich nur noch darum zu gehen :-)

  • http://www.dasmanifest.com Julio Sacchi

    LetztesWortFetischist.

  • Frybo

    Ach Mist, bin zu der schönen Trollerei mal wieder zu spät gekommen! Julio du alte Sau, wann wirst dus endlich lernen…Tststs

    Meine uninteressante Meinung: Gervais war gut und wesentlich härter als letztes Jahr aber RDJ war eben wirklich besser. Liegt aber daran, dass ich von Hause aus fremdschämer bin und es mir bei allzu harten Bandagen schnell mal merkwürdig in der Magengegend wird.

    By the way: Sollte doch langsam jeder wissen, dass man nichts glauben soll, was im Internet steht! Auf http://www.rickygervais.com/thissideofthetruth.php kann man nämlich herrlich aus erster Hand nachlesen das noch GAR nichts betreffend seiner nächsten Moderation gesagt wurde. Ach Kinder, nicht immer alles so ernst nehmen…

  • http://DasManifest Julio Sacchi

    “Julio, Du alte Sau”. DAMIT kann ich was anfangen.

  • andreas(mag inception)

    also so oder so: gervais hatte keinen bock auf NOCH einen auftritt, daher ist das jetzt auch kein schwanzeinziehen. er hats rausgehauen, das ding war spitze, es hat gut unterhalten und für aufregung gesorgt und er hat die nötigen eier gezeigt, das durchzuziehen.und das grandios… warum also den kram wiederholen? damit würde es nur zu einem kalkül der globes und nichts weiter als die reproduktion dessen,was es sowieso schon gab…

  • http://blog.glotzkind.de/ Björn

    Ich gebe Nils recht. In so ziemlich allem. Moderieren kann und ist auch mehr als bloßes beleidigen, und man sollte da unterscheiden zwischen einer Moderation und einem Stand-Up Programm oder anderem. Klar, Gervais hat Spaß gemacht, er hat das super rübergebracht, er kann so Sachen, allerdings klappt sowas auch nur das erste Mal und wird danach altbacken, die Office-Nummer ist mit Carrell auch schon seit Jahren einstudiert und immer die gleiche. Nils sagt ja nicht dass er ihn schlecht fand, nur dass in Sachen Moderation da noch mehr und anderes gehen sollte.

    Und @ #14: Sorry, aber wo lebst du? Jeder der sich in den letzten zwei Wochen einigermaßen aktiv im internationalen Internet herumgetrieben hat wird dir diese Aussagen bestätigen können. Und “hart” bedeutet ja nicht zwangsweise schlecht.

  • Pingback: Forget you: Gervais soll Globes 2012 moderieren | Die Fünf Filmfreunde | INFOS FINDEN BEI MY-TAG.DE Game, Browsergame, Rollenspiel

  • evilnerd

    “Herr Müller Lüdenscheid-Nein, mit Ihnen teilt meine Ente das Wasser nicht.”…

    Ihr und euer interlektuelles Gedisse! Dieses hochgestochene Gelaber, um zu beweisen, dass die eigene Meinung auf einer fundierten Grundlage beruht.

    Was ist eigentlich aus dem guten alten “Fick Dich!” geworden?

    Also: “fick you!”

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