szmtag

Und mal wieder drei aktuelle Starts im halblang Review: True Grit +++ Unkown Identity +++ The Green Hornet

True Grit – USA 2010
★★★½☆

Die 14jr Mattie Ross (Hailee Steinfeld) beauftragt den abgewrackten Marshall Rooster Cogburn (Jeff Bridges) den Mörder ihres Vaters (Josh Brolin) zu fassen. Gemeinsam mit dem Texas Ranger LaBoeuf (Matt Damon) machen sie sich auf die Jagd.

Als altmodischem Western ist True Grit wenig vorzuwerfen – außer vielleicht das er ein überraschungsloser altmodischer Western ist. Haillee Steinfeld ist in jedem Fall eine Entdeckung und trägt mit ihrer Mischung aus altjüngferlicher Sturheit und der Weisheit eines zu früh erwachsen gewordenen Kindes, den Film über seine vorhandenen Längen hinweg. Sie ist das Herz und im Grunde der einzige echte Grund, warum wir uns für die Story interessieren.

Matt Damon und Jeff Bridges wirken in ihrer bärbeissigen Männlichkeit bisweilen dann schon eher wie Westernkarikaturen, besonders Bridges der nichtmal mehr im Ansatz versucht seine Texte verständlich herauszunuscheln. Seine guturale Knarzigkeit rückt ihn in den schönsten Momenten in die Nähe von Fuzzy und ähnliche Recken des Western von Gestern. Was vielleicht nicht wirklich beabsichtigt ist, genauso wie der surreale pythoneske Auftritt eines alten Zausels im Bärenfell.

Doch das sind seltene Momente in denen True Grit in all seiner geleckten Edelwestern-Optik mal für leichtes Schmunzeln sorgt (am Ende sorgt ein unerwarteter Gewehrrückstoß noch für einen kleinen Slapsticklacher, der sicher auch nicht so gedacht ist) . Dazwischen reagiert kunstfertige Gemächlichkeit, die sich immer dann etwas zieht, wenn Bridges zuviel Dialog abbekommt.

Vielleicht würde es helfen, wäre dies kein Coen-Film. Kein Film der Macher von Filmen die früher durch eine gewisse Einzigartigkeit, einen besonderen Touch überzeugten. Im Vergleich mit True Gritt wirkt Eastwoods Unforgiven schon fast wie Punk – so simpel, so überraschungsfrei arbeiten sich die beiden Brüder durch den Plot. Die Bilder sind schön, die Schauspieler gut, die Dramaturgie konventionell und die Musik fügt sich wunderbar in alles ein – aber es gab mal mehr Gründe sich einen Coen-Film anzusehen, als gutes Handwerk: Überraschungen.

Und vielleicht gibts demnächst auch mal wieder Filme mit jemand anderem als Jeff Bridges und Josh Brolin – ich mag die beiden ja wirklich, aber gefühlt waren sie in den letzten Jahren in jedem zweiten Film.

Ich hoffe immer nochmal auf einen Coen-Streifen, der nicht durchtelefoniert wirkt und bei sich wieder das Gefühl einstellt, sie hätten tatsächlich Herzblut in ihr Werk gesteckt. Das fehlt nämlich bei allem was sie seit The Man Who Wasn’t There abgeliefert haben (auch wenn No Country for old men ein kleiner Lichtblick war).

Unknown Identity (Unknown) – USA 2011
★★★☆☆

Dr. Martin Harris (Liam Neeson) kommen in Berlin an um an einem Kongress teilzunehmen. Kurz nach der Ankunft erleidet Harris einen Unfall. Als er zu seiner Frau zurückkehren will kann sich niemand mehr an ihn erinnern. Gemeinsam mit der Taxifahrerin die ihm das Leben gerettet hat, versucht er herauszubekommen wer er ist…

Berlin im Winter ist ganz schön hässlich. Darin überzeugt der Film, der sich ansonsten eher auf ausgetretenen Pfaden bewegt und nochmehr als Salt im vergangenen Jahr den Eindruck macht vor 20 Jahren konzipiert worden zu sein. Liam Neeson taumelt “mit ohne” Gedächnis durch die deutsche Hauptstadt, schaut dabei die meiste Zeit wie eine Schildkröte mit Gastritis und versucht herauszubekommen was überhaupt los ist.

Die Figurenkonstellation und das Setup des “keiner erkennt dich mehr” wird dabei nicht wirklich großartig variiert und spielt gern mal ins alberne Klischee wie mit Adolf Hitler der diesmal einen mürben, aber stolzen Ex-Stasioffizier spielt. Irgendwo pendelt der Film beständig zwischen “Die Drei Tage des Condor” und dem kürzlich gelaufenen “XIII” mit dem er die Grundprämisse und die Plotauflösung teilt. Der Rest ist solides Handwerk, nicht wirklich aufregend, mit recht biederen Actionszenen (die hauptsächlich beweisen das deutsche Taxen extrem uncool aussehen) und locker um eine halbe Stunde zu lang für die konstruierte Story, aber auch nicht wirklich schlecht. Falls man nicht wirklich ausgemachter Berlin-Fan ist, der danach hungert seine Stadt mal wieder im Kino zu sehen, reichts aber locker aus sich dieses Routinefilmchen auf DVD oder im TV anzusehen.

The Green Hornet – USA 2011
★★★☆☆

Nach dem Tod seines vermögenden Vaters entschliesst sich der Slacker Rex Reid (Seth Rogen) zusammen mit dem Technik- und Karatewunder Kato (Jay Chou) zusammen als Superheldenduo die Unterwelt aufzumischen. Als Green Hornet nimmt er den Kampf gegen den Gangster Bloodnofsky (Christoph Waltz) auf.

Wirklich schlecht ist Green Hornet nicht – was nach Ansicht der öden Trailer dann doch überrascht. Es gibt viele kleine Szenen die sympathisch sind und unterhaltsamer daherkommen als vergleichbare Effektspektakel.

Dennoch hat der Film unzweifelhafte Probleme und damit ist diesmal nicht das wie immer halbgare 3D gemeint. Das der Film wenig an typische Gondry-Werke erinnert und mehr Kind seiner Macher Rogen/Goldberg ist verschmerzbar, was für die dramatischen Pacing-Probleme leider nicht gilt, die verhindern das aus den z.T. schicken Szenen ein homogenes Ganzes wird.

Auch wenn es in der Story angelegt ist, fehlt gefühlt eine Entwicklung der Figuren, bleibt die Freundschaft zwischen Reid und Kato mehr Behauptung als wirklich spürbar. Was befremdet, weil sowohl Rogen als auch Jay Chou für sich genommen sehr knuffige und sympathische Typen sind. Nur miteinander will ihr Witz zusammen einfach nicht so recht zünden, was die ausgedehnten Zänkereien im Mittelteil dann leider sehr anstrengend und überflüssig macht – und Reid vom kindlichen Trottel mehr zum absoluten Unsympath degradiert. Diese internen Freundschaftskämpfe um eine Freundschaft die nicht wirklich glaubhaft war, bremst den Film sogar dermaßen aus, das es ihm schwerfällt zum Finale überhaupt nochmal irgendein Momentum zu entwickeln. Zumal die an sich ganz lustig gedachte Figur des Bloodnofsky breit gespielt durch Christoph Waltz, viel zuwenig Screentime hat um tatsächlich durchgängig als ernstzunehmender Gegner zu funktionieren.

Was zusammen mit dem insgesamt uneinheitlichen Tonfall – der die harmlos-kindischen Buddy-Elemente mit unnötig brutalen Morden, Leichenbergen und Katos Killer-Künsten vermengt – zu einem sehr seltsamen Film führt, der es in seiner Ambivalenz nie schafft mit einer Stimme zu sprechen, der weder Action-Comedy, Parodie noch Superheldenfilm ist und dadurch so ungelenk zwischen allen Stühlen sitzt, das es schwerfällt ihn auf irgendeiner Ebene ernstzunehmen. Doch zumindest bleibt hier ein interessanter Fehlschlag zu besichtigen, dessen Einzelelemente stellenweise sehr viel besser sind, als das Gesamtwerk – und das ist mehr als man über die meisten seelenlosen Tentpole-Movies der vergangenen Jahre sagen kann.

33 Kommentare

  1. Das Problem mit True Grit ist meiner Meinung nach, dass das Buch ziemlich seicht ist und sich mehr oder weniger sehr genau daran gehalten wurde. Allerdings hätte ich den Film durchaus noch ein paar Minuten mehr gegönnt. Gerade die Szenen wie Cogburn mit LaBeouf über Matties Kopf hinwegentscheidet gemeinsam auf die Suche nach Chaney zu gehen haben gefehlt. Auch die ganzen Verhandlungsszenen mit Mattie am Anfang waren nicht drin. Da hätte man noch besser sehen können wie erwachsen sie für ihr Alter ist. Die Bande um Luckey Ned Pepper hätte auch mehr Screentime verdient, sowie Chaney selber. Trotzdem: toller Film! Kein Meisterwerk, aber sehenswert!

    Kommentar #1 von dlb am 04.03.2011 um 08:56 Uhr

  2. Die Kritik zu Green Hornet sehe ich genauso. Der Film war ziemlich unterhaltsam aber im Stil äußerst heterogen. Comedy-Elemente werden mit unnötiger Brutalität gepaart, die Balance zwischen Pro- und Antagonist war einfach unstimmig und Cameron Diaz Rolle hätte auch komplett rausgestrichen werden können.

    Pluspunkte gib es für die infantile Zerstörungslust des Heldenduos. Da war wirklich Herzblut spürbar.

    Kommentar #2 von Mein Senf am 04.03.2011 um 09:20 Uhr

  3. Danke. Ich dachte schon, ich sei mit meiner Meinung zu Green Hornet alleine, welcher ja von der Kritik duchgängig gefeiertt wird…

    Kommentar #3 von blablub am 04.03.2011 um 13:09 Uhr

  4. “Dazwischen reagiert kunstfertige Gemächlichkeit, die sich immer dann etwas zieht, wenn Bridges zuviel Dialog abbekommt.”

    grade das besoffene Genuschel von Bridges war für mich ein Highlight des Films!
    Ich musste auch wesentlich öfter schmunzeln als nur beim Gewehrrückstoß.

    Mir hat der Film sehr gut gefallen. Muss aber dazu sagen, dass ich ein großer Western Fan bin.
    Für Coen Verhältnisse wirklich etwas glatt teilweise aber das stört mich nicht. Sie müssen ja nicht immer einen auf schräg machen.
    Wobei Jeff Bridges Rolle meiner Meinung nach schon sehr “Coenesk” daherkommt ;-)

    Ich stimme auch dlb zu: er wäre noch besser gewesen, wenn man ein paar Stellen noch ein bisschen ausgebaut hätte.

    Kommentar #4 von Oli am 04.03.2011 um 14:14 Uhr

  5. Es hätte True Grit nicht gut getan, wäre er nicht von den Coens, dann würde nämlich keine Sau über diesen Most-Overrated-Film-2010 reden. Der ist so lahm und belanglos, dass es schmerzt. Total niedlich, wie der versammelte Feulleton das Ding in den Himmel hebt, nur WEIL es von den Coens ist. War gestern nochmal mit Freunden im Kino, die sich den Film danach auch schönreden wollten. Freund: “Naja, ist schon krass, dass die Coens sich einfach mal rausnehmen, so einen normalen, absolut unspektakulären und undramatischen Film zu drehen. Schon cool irgendwie”. Ich: “Ja, ich fand ihn auch scheiße.”
    Damon ist Damon mit lustigem Bart, Bridges ist Bridges, Brolin ist verschenkt, Steinfeld allein ist wirklich großartig und die einzige wirkliche Sehenswürdigkeit des Filmes. Und wer hier von großartigen Bildern redet, guckt sonst nur Tatort. Der ist professionell in der Mittagspause runtergedreht worden. Großes Kino sieht anders aus, ganz anders.

    Unknown Identity (wo ich mal wieder dem, der sich den deutschen Titel ausgedacht hat, eine langen will… schön auf die Bourne-Schiene gebastelt) habe ich nicht gesehen, will ich aber unbedingt, weil, ja, ich bin Berlin-Fan :)

    Und Green Hornet war der (hoffentlich) eine schlechte Tag von Grondy, den ich schon beim Gucken vergessen hab. Der ist weder gut noch schlecht, sondern einfach überflüssig.

    Kommentar #5 von Silent Rocco am 04.03.2011 um 15:13 Uhr

  6. Gondry – Grundy – Grondy … Fehlerdreisatz, sorry.

    Kommentar #6 von Silent Rocco am 04.03.2011 um 15:53 Uhr

  7. Ja Rocco, du bist der Einzige, der den Film nicht durch die rosarote Brille sieht und deshalb ein waschechter Held! So cool!

    Kommentar #7 von dagon am 04.03.2011 um 18:45 Uhr

  8. Habe nie behauptet, dass ich mit der Meinung allein dastehe, ist auch nicht der Fall. Und es ist wirklich eine schlimme Welt, in der nicht alle immer ein und derselben sind.

    Kommentar #8 von Silent Rocco am 04.03.2011 um 21:22 Uhr

  9. The Green Hornet ist der lustigste Film, den ich je gesehen habe.

    Kommentar #9 von Lukas Heinzel am 05.03.2011 um 02:58 Uhr

  10. Lukas, Du hast da ‘nen Schreibfehler drin:
    Das heißt “einzige” :)

    Kommentar #10 von Silent Rocco am 05.03.2011 um 04:39 Uhr

  11. Schöne Review Batz, schade das es nur eine kurze ist aber die Zeit, die Zeit ^^
    In letzter Zeit scheint es mir eh so, dass gerade die Filme für die ich mir ausführliche Reviews wünschen würde, in Kurzreviews abgehandelt werden :P kein Vorwurf hier, häuft sich nur für “meine Favouriten” in letzter Zeit.

    Mir hat True Grit (nur) gut gefallen, Roccos Kritik an den Bildern und vor allem an Matt Damon kann ich nicht ganz nachvollziehen. Gerade letzterer hat mir sehr gut gefallen und meiner Meinung nach differenzierter gespielt als bloss “mit Bart”.
    Zustimmen kann ich aber das Josh Brolin (der aus der geringen Screen Time das beste gemacht hat) zu kurz kam und True Grit nicht das großartige Meisterwerk ist, welches den Western reanimiert.

    Frage: Bin ich eigentlich allein mit dem Glauben, dass das Ende einen doppelten Boden hat? Kein Spoiler hier (vielleicht falls noch jemand der Meinung ist später). Also das im Epilog nicht alles so klar ist wie es dargelegt wird?

    Das hat nämlicher meiner Meinung nach den Film aufgewertet und einen Coenschen Anstrich verpasst. Nur leider hab ich in den 3 englischsprachigen und 4 deutschsprachigen Reviews keine gefunden die meine Interpretation teilt. Aber vielleicht ist es nur so offensichtlich das man nicht drüber sprechen muss (ich bin nämlich immer der letzte der komplizierte Enden rafft) dann hab ich mich gerade mal wieder zum Honk gemacht :).

    Kommentar #11 von SuppenkaZper am 05.03.2011 um 08:18 Uhr

  12. Was ist denn Deine Interpretation des Endes?

    Kommentar #12 von Sims Alabim am 05.03.2011 um 09:39 Uhr

  13. —True Grit Spoiler Alert—

    Also ich bin der Meinung mehrere Indizien gefunden zu haben, welche darauf hinweisen das Rooster Cogburn das selbe Schicksal erlitten hat wie das Pferd, noch in der selben Nacht.
    Der Brief aus dem Epilog ist von LaBoeuf, welcher nie Texas Ranger war sondern immer nur Mitglied eines Western Show Ensembles.

    Kommentar #13 von SuppenkaZper am 05.03.2011 um 10:14 Uhr

  14. - True Grit Spoiler –

    Das würde schon passen – nur warum hat LaBoef ihr diesen Brief geschrieben? Und welche Leiche hat sie dann am Ende mit nach Hause genommen? Die von LaBoef?

    Kommentar #14 von Sims Alabim am 05.03.2011 um 12:11 Uhr

  15. -Spoiler-

    @ Sims

    Das “Warum?” bei dem Brief konnte ich auch nicht ganz ausklammüsern wenn ich ehrlich bin.

    Ich finde halt aber zu auffällig das man im Epilog keinen der beiden noch einmal sieht, außerdem sagt sie das LaBoef jetzt um die siebzig sein müsste. Wie alt müsste denn dann der trinkende sich selbstzerstörende Coburn sein? 90? Im wilden Westen wohlgemerkt.

    Die Coens stehen so sehr auf Wiederholungen, da konnte ich das mit dem Pferd irgendwie nicht ignorieren und im Nachhinein sind mir dann immer mehr Indizien aufgefallen von denen ich nicht weiß ob mir da mein Verstand nicht Streiche spielt.
    Da gibt es die Auseinandersetzung von Coburn und LaBoef über den Rang eines Kriegshelden, LaBoefs Klischeegeschichten, wie sehr LaBoef sein Texas Ranger Status betont, LaBoef wird an einem Lasso “durch die Manege” gezogen wenn man so will und als er morgens bei ihr am Bett steht nennt sie ihn sogar wörtlich einen Rodeoclown usw.
    Wie gesagt vielleicht rede ich nur Bullshit aber ich komm von dem Gedanken nicht los.
    Warum das mit dem Brief und warum da sich auch noch als Coburn ausgeben.. ich hab keine Ahnung.
    Kenn auch die Novelle nicht, weiß nicht ob es da eine ähnliche Situation gibt, oder die dort zweifellos klar ist.

    Kommentar #15 von SuppenkaZper am 05.03.2011 um 13:09 Uhr

  16. Würde den Coens absolut ähnlich sehen und wäre sogar noch wahrscheinlicher wenns in der Vorlage nichts dergleichen gäbe.
    Ich werd mir den Film jetzt nochmal ganz genau ansehen müssen.

    Kommentar #16 von CowVirus am 05.03.2011 um 17:07 Uhr

  17. Interessanter Ansatz mit dem Epilog, aber im Buch ist das so geradlinig erzählt bzw. die ganze Story so haargenau aufgedröselt, dass ich mir so eine Spitzfindigkeit nicht vorstellen kann. Ganz cool wär das allerdings schon, aber ich bezweifle, dass diese einfach Geschichte am Ende so abgehoben sein kann. Werde aber beim zweiten Sichten mal drauf achten! ;)

    Kommentar #17 von dlb am 06.03.2011 um 11:27 Uhr

  18. Oh Mann – auf True Grit hatte ich mich so gefreut – super hochgelobt, das ganze Oscar-Getue UND Matt Damon spielt mit, der aus der rundum bemerkenswerten Bourne-Trilogie. Und dann hatten die Coen-Brüder ja mal diesen Film “”Fargo” gedreht, der mir damals richtig gut gefallen hat.

    Aber ach. Ach, ach und nochmal ach!

    Aufwändige Requisite…äh, ja, und das war´s dann auch schon. Eine vollkommen ätzende Handlung, null Selbstironie, kein ernstzunehmender Witz, eine Ernsthaftigkeit bei den Charakteren die in deren hohlem, bedeutungslosen Leben keinerlei Begründung findet.

    Also man schleppt sich durch den Film, freut sich allerhöchstens an mitgenommenem Bier und Popcorn. Wobei- das Popcorn traut man kaum zu beißen, da sonst (Originalfassung) niemand mehr im Kinosaal die genuschelten und ach-so authentisch-erdigen Western-Schwätzereien versteht.

    Es ist schon länger her, daß mir ein Film eine solche, unangenehme Zeitverschwendung war.

    Kommentar #18 von Munich Tour Guide am 07.03.2011 um 04:02 Uhr

  19. Ich find die obige Interpretation spannend, glaube aber ehrlich nicht ganz das die Coens sich soviel dabei gedacht haben, nachdem der ganze Film ja doch eher Dienst nach Vorschrift war. Wenns doch so sein sollte, Kudos ;)

    Kommentar #19 von Batzman (Oliver Lysiak) am 07.03.2011 um 17:38 Uhr

  20. Vielleicht ist es auch nur Wunschdenken in der Hoffnung das die Coens doch noch was “Coenmäßiges” in diese eigentlich durch und durch Stangenware gebracht haben.
    Obwohl der Film mir gefallen hat (was eigentlich zu 90% an Cast und Thematik liegt) ist er ja wie auch im Review schon geschrieben leider überhaupt nichts besonderes.

    Kommentar #20 von SuppenkaZper am 07.03.2011 um 20:48 Uhr

  21. Ich weiß ehrlich gesagt nicht was ich über The Green Hornet denken soll. Mir gefällt der Film überhaupt nicht. Ich finde den ganzen Film total unsympathisch und das für mich: Einen-Superheldenfilme-sinnlose-gewalt-und-schwarzen-humor-anhimmelnden-Fan oO … Ich find die Umsetzung einfach X-Treme unsympathisch. Nichts reißt mich vom Hocker. Ich bin während der Vorstellung einfach raus gegangen..in einen anderen Saal. Und um ehrlich zu sein, will ich gar keine Sekunde meines Lebens mehr mit diesem Stink vergeuden und einfach nicht mehr daran denken…. -.-

    Kommentar #21 von Xirix am 09.03.2011 um 16:33 Uhr

  22. sorry batz,
    ich will wirklich nicht pedantisch wirken, aber das lesen fiel mir diesmal doch etwas schwerer bei sovielen fehlern im text. dabei scheint vieles einfach nur geschusselt, was es noch ärgerlicher macht, deswegen ins stocken kommen zu müssen.

    guck doch nächstes mal einfach nochmal drüber?

    Kommentar #22 von chris am 10.03.2011 um 19:48 Uhr

  23. @chris, boah, Klappe halten.

    Kommentar #23 von Robert am 12.03.2011 um 04:08 Uhr

  24. @ Xirix:

    Sehe ich genauso. Ich blieb diesmal zwar im Saal, aber nur, weil ich sonst nichts zu tun hatte. Es war eine reine Zeitverschwendung. Irgendwie war es den Machern von The Green Hornet immerhin gelungen, den Preview weitaus interessanter zu gestalten als den eigentlichen Film. Sinnlose Gewalt, und es kam einem so vor als wüsste der Protagonist des Films selber gar nicht, warum er den ganzen Blödsinn trotz jeglichen Fehlens einer wie auch immer gearteten eigenen nachvollziehbaren ethischen Motivation eigentlich macht – offensichtlich nur als Kampf gegen seine Langeweile! Das aber reicht nicht aus als Rechtfertigung, Selbstjustiz zu üben und so Rechtsstaat und tatsächliche Gerechtigkeit zu schwächen. Man könnte das als letztes Zucken der amerikanischen “wir stehen über jedem internationalen Recht” – Mentalität interpretieren: Die ideologische Munition hierzu ist nahezu komplett aufgebraucht, aber man macht weiter so wie bisher, schlichtweg weil es den Gewohnheiten entspricht. Siehe im “echten” Leben die fadenscheinige Begründung dafür, Bradley Mannings und Julian Assange allen Ernstes wegen “Terrorismus” zu verfolgen. Ein echt schwaches Bild. Beides.

    Kommentar #24 von Munich Tour Guide am 14.03.2011 um 03:01 Uhr

  25. Also ich war von True Grit nach all dem Zurückrudern hierzulande und den vielen Stimmen um mich, die behaupteten, der Film sei langweilig und konventionell, schon sehr positiv überrascht, als ich ihn nun selbst gesehn hab.
    Imo ist der kein Stück konventionell.
    Sicher, die Dramaturgie ist geradlinig, aber Mattie ist einfach toll und auch ihre beiden Begleiter und ihr Hahnenkampf haben mich gut unterhalten. Chaney wurde als unterbelichteter und weinerlicher Halunke charakterisiert, der an sich nichts auf die Reihe bekommt, ich fand das erfrischend anders und ebenfalls großartig. Die ganze Geschichte war also an keiner Stelle ein Kräftemessen zwischen Gleichstarken, sondern eher eine Art Hasenjagd, bei der es mehr um die Beziehungen zwischen den Jägern als um die Beute geht.
    Wer den Film also mit der Erwartung einer typischen Westernhandlung sieht, wird nicht warm damit, denn die findet er in True Grit nicht. Er sollte aber dann auch ehrlich genug zu sich selbst und anderen seien und zugeben, dass er eben doch nur epische Western-Standardkost wollte und enttäuscht ist, dass der Film die nicht bietet.
    Ich reihe den in einer Reihe mit Filmen wie “Der Mann, der Liberty Valance erschoss”, “Erbarmungslos” und “Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford”. Alle vier Filme zeichnen sich durch einen desillusionierenden Blick auf die Helden des Westerngenres aus und sind eher Antiwestern. (so wie es Antikriegsfilme gibt)
    Nicht, dass ein Western dem dargestellten Stoff gegenüber immer skeptisch sein muss, ich mag auch völlig absurde Spaghettiwestern.

    Was jedoch Fakt ist, ist, dass solche Filme wie True Grit immer noch die Ausnahme in dem Genre sind und es etwas seltsam ist, diesem Film vorzuwerfen, er sei konventionell.

    Ach ja, ein wenig erinnert “True Grit” mich auch an Jim Jarmuschs “Dead Man”, wobei der Coen-Film etwas glatter daherkommt und weniger in Nebensächlichkeiten abschweift. Ich mag aber beide Filme, denn beide nehmen sich Zeit für ihre Figuren und für Dialoge, die nicht wie aus einem Groschenheft abgeschrieben wirken, und folgen außerdem nicht sklavisch den üblichen Westernklischees.

    Um Behauptungen vorzubeugen, das sei kein Antiwestern und die Helden in True Grit würden überwiegend positiv gezeichnet:
    Hallie Steinfeld gelingt es gerade am Ende sehr gut, ihre Figur Mattie zu entzaubern und darzustellen, wie primitiv und erbarmungslos der Rachedurst ist, der sie antreibt. Isb. ihr Mienenspiel in der finalen Szene mit Chaney ist schauspielerisch genial und daher finde ich es auch jammerschade, dass die Portman dieses Jahr den Oscar bekommen hat. Ich mag die zwar auch, aber ich finde nicht, dass sie in Black Swan etwas auch nur annähernd vergleichbares geleistet hat.
    Hailee Steinfeld war zwar nur für die beste Nebendarstellerin nominiert, aber schon allein das ist völliger Bullshit, denn wenn das keine Hauptrolle ist, was dann? Ergo hätte sie der Portman den Oscar vor der Nase wegschnappen müssen. Aber es gibt eben keine Gerechtigkeit, genau wie in True Grit, wo der Rachedurst des Mädchens ihr am Ende ihr ganzes Leben versaut. ^^
    Und warum Matties Begleiter keine Saubermänner und auch nicht sonderlich sympathisch sind, muss ich hoffentlich nicht erst lang und breit begründen.

    Ach ja, Silent Rocco:
    Ich mag den Film nicht wegen: “ist schon krass, dass die Coens sich einfach mal rausnehmen, so einen normalen, absolut unspektakulären und undramatischen Film zu drehen.”
    Ich mag ihn aus den oben von mir erläuterten Gründen. Wenn du das alles für Blödsinn hältst, sei’s dir gegönnt. Aber bitte tu nicht so, als wärst du auch nur ansatzweise in der Lage, mir zu erklären, wieso ich den Film gut finde und warum das falsch ist, denn mit dieser Anmaßung machst du dich einfach nur lächerlich, weiter nichts. ;-)
    Diese Einschätzung deines Begleiters halte ich außerdem für großen Käse und sie zeigt mir nur, wie sehr auf den Hund gekommen manche Leute in Bezug auf ihre Sehgewohnheiten doch sind, wenn sie True Grit für normal und undramatisch halten. In Zeiten der “Transformers” und von “The Transporter” wird es als mutig bezeichnet, wenn man einen Film für Leute dreht, die auch gut geschriebene Dialoge, eine sorgfältige Figurenzeichnung und rohe, spärlich gesähte und realistische Gewaltausbrüche an zur Geschichte passender Stelle spannender finden als irgendsoein einfallsloses, ermüdend krachiges Kugelballet, wtf?!

    Kommentar #25 von Doughnut am 15.03.2011 um 08:54 Uhr

  26. So Sachen wie die geniale Musik von Carter Burwell, die tolle Kameraführung von Roger Deakins oder die bereits typisch Coenschen Humor und moralische Ambivalenz ausstrahlende Romanvorlage, die die Coens offenbar so sehr mögen, dass sie sie (laut einiger Kritiker, die sie offenbar gelesen haben) fast ohne die ihren Filmen eigenen Kapriolen verfilmt haben, hab ich überhaupt nicht erwähnt, aber sie haben erheblichen Anteil an der Wirkung dieses Films.

    Kommentar #26 von Doughnut am 15.03.2011 um 12:30 Uhr

  27. @Doughnut

    Deine Anmerkungen sind durchaus nahvollziehbar, jedoch bewerte ich die Punkte anders – denn deine Argumente für Anti-Western legen doch eine sehr, sehr altmodische Definition des Western von ca. Ende der 50er Jahre an und Ignorieren alle Spaghetti und Spätwestern, die genau die von dir angeführten Elemente auch oft und gerne Aufgegriffen und varriert haben und somit dem klassischen Western-Kanon hinzufügen – und wenn man diese Tradition einbezieht bleibt von der Originalität einfach nicht viel über, das der Rede wert wäre.
    Das kann man durchaus mögen, aber ne Offenbarung oder Einzigartigkeit wird es meiner Meinung nach trotzdem nicht. Gutes Handwerk an allen Enden, aber trotzdem mehr Handwerk als Herzensangelegenheit.

    Kommentar #27 von Batzman (Oliver Lysiak) am 15.03.2011 um 22:28 Uhr

  28. Klar, neue Facetten fügt True Grit dem Westerngenre keine hinzu und an sich ist alles in dem Film schon mal dagewesen. Spannend ist er für meinen Geschmack trotzdem. Und die leicht gestelzte, dafür aber wunderbar ironische und eloquente Sprache der Romanvorlage sowie die Konzentration auf die naseweise Mattie statt knallharter Machos als Hauptfigur macht ihn doch zu etwas Besonderem, finde ich. Nichts davon ist allein der Verdienst der Coens, das gab wohl alles schon der Roman her. Doch ich kenn den Roman nicht, drum bin ich ihnen sehr dankbar für diesen tollen Film. ;-)

    Es besteht außerdem imo ein Unterschied zwischen Spaghettiwestern, die ironisch mit den Westernklischees spielen, und Filmen wie diesem, die die Westernmythen mehr oder weniger vollständig demontieren.
    Und ich bleib dabei, solche Filme, die diese Epoche nicht romantisch verklären oder sich vor lauter Ironie überhaupt nicht dafür interessieren, sondern etwas Substantielles über die Moral der Gesellschaft des amerikanischen Westens und damit auch teilweise über die heutige US-Gesellschaft aussagen (Stichwort Gründungsmythen und Werte der Pioniere), gibt es nicht allzu viele.

    Kommentar #28 von Doughnut am 18.03.2011 um 19:46 Uhr

  29. Starb eigentlich Little Blacky bei John Wayne auch schon, oder war das die Idee der Coen Brothers? So oder so keine 4 Sterne Jungs. Ich weiss, dass Euch im Y-Chromosom sowas wie Sporen und Cowboyhüte mitvererbt wurden, aber HALLO? Ihr seid doch sonst so objektiv. 4 Sterne… ich fass es nicht!

    Und bei “Unknow Identitiy” einfach das Buch lesen. Paris ist ja auch eine Reise wert. Der Film ist leider nur eine schlechte Adaption. Und wieder einmal sowas von froh, auf meine Buchhändlerin gehört zu haben, dass man bitte zuerst das Buch lesen solle in diesem Fall.

    Kommentar #29 von ChliiTierChnübler am 19.03.2011 um 20:03 Uhr

  30. “Unknown Identity”: “Cinema” titelete dazu ja sogar “Besser als Bourne”! Ich glaube, die haben wie die Haupfigur des Films auch das Gedächtnis verloren – und zwar das cineastische. Der Film ist weder besonders “hart, intelligent & kompromisslos”, wie “Cinema” auf der März-Titelseite die “Thriller-Sensation 2011″ ankündigte, noch sonst irgendwie besonders bemerkenswert. Absolute Thriller-Standardware, mehr nicht.

    Dasselbe gilt leider auch für die beiden anderen Filme, wobei sie natürlich wegen der Regisseure schon noch gewisse Qualitäten haben, die sie über den Durchschnitt hinaus heben. Bei “True Grit” war ich zudem wirklich enttäuscht, denn bei den Coens hätte ich so eine geniale Genre-Verjüngungskur wie damals bei “Miller’s Crossing” in Sachen klassischer Mafiakrimi erwartet. War aber leider nüscht …

    @ Batzman: Zumindest “A Serious Man” war aber auf jeden Fall ein richtig geiles coenmäßiges Meisterwerk!

    Kommentar #30 von Binding am 23.03.2011 um 10:56 Uhr

  31. “Besser als Bourne” würde ich schon unterschreiben. Ich mag Bourne nun so gar nicht.

    Kommentar #31 von TS am 31.03.2011 um 13:50 Uhr

  32. Letzte Woche Unknown Identity geschaut und seit langem wieder mal ein Film, den ich wirklich schlecht fand. Und das liegt vor allem an der lausigen Geschichte, deren Ausgang ich mir schon nach 10 Minuten zusammenreimen konnte (also wer er ist und was er da will). Gut, dass das Ziel dann nicht der offensichtliche war, sondern der andere Typ, dass war “überraschend”, aber macht den Film nicht besser.

    Ich hasse es, wenn ich die Geschichte schon zu Beginn zusammenreimen kann. Dieser Wolverine Schauspieler/Obi-Wan Schauspieler Film über diese Sexgeschichte mit dem Anrufen und dem Buchhalter der erpresst wird, war auch so sehr vorhersehbar.

    Kommentar #32 von Michael am 11.04.2011 um 14:12 Uhr

  33. Ich finde den Film “The Green Hornet” recht oberflächlich und irgendwie stimmt die Chemie mit Seth Rogen nicht ganz, in “Wie das Leben so spielt” hat er mir bis jetzt immer noch am besten gefallen…

    Kommentar #33 von Robby am 04.05.2011 um 00:35 Uhr

Sag was!