Wer ist Hanna? (Review)

62 Comments

“I just missed your heart.”

Originaltitel: Hanna
Herstellungsland: Deutschland / Großbritannien 2011
Regie: Joe Wright
Drehbuch: David Farr, Seth Lochhead
Darsteller: Cate Blanchett, Saoirse Ronan, Eric Bana, Olivia Williams, Tom Hollander

★★★★½ Batzman
★★★★☆ Jet Strajker
(Review gibt’s hier)

Von ihrem vermeintlichen Vater in der Wildnis aufgezogen und zur Kämpferin ausgebildet, lernt die 16jr Hanna (Saoirse Ronan) bei ihrer Rückkehr in die Zivilisation, wer sie wirklich ist und warum eine Spezialeinheit versucht sie und ihren Vater umzubringen…

Inmitten eines Kinojahrs das noch trauriger wirkt als 2010, überrascht “Wer ist Hanna?” mit einer skurrilen Story, die in ungewöhnlichen Bildern mit wunderbarem Gespür für Tempowechsel, Emotionen und Action serviert werden.
Was auf dem Papier noch wie ein “Hit Girl – der Film” wirkte wird unter der Regie von Wright zu einem einfühlsamen, mitreissenden, humorvollen und immer wieder sehr surrealen Trip irgendwo zwischen Bourne mit SciFi-Einschlag und Entwicklungsroman.

Als Glücksgriff entpuppt sich dabei Saoirse Ronan die Hannas kindliche Verletzlichkeit, die Naivität ebenso wie ihre kämpferische und grausame Seite brillant spielt. Schon in Peter Jacksons (leider misratenem) Loveley Bones war sie eines der Highlights und hier kann sie jetzt zeigen was sie wirklich draufhat. Zwischen Schock, Angst, Überlebenswillen und überraschend zärtlicher Erotik trägt sie als Hanna meisterlich den Film über seine oft verwirrende und sicher nicht absolut logische Story.

Cate Blanchet als fast comichafte Antagonistin, steht ihrer jugendlichen Widersacherin nur wenig nach und spielt die Schurkin als eine Art Dana Scully in der Menopause. Wie ihre Neonazi-Handlanger ballanciert sie gekonnt auf dem schmalen Grad zum Grotesken, zum Overacting ohne je komplett lächerlich zu werden und erschafft somit Gegner die man zu hassen liebt.

Doch auch technisch überrascht Joe Wright immer wieder und lässt den 30 Mio.$-Streifen spannender und Abwechslungsreicher aussehen, als viele Blockbusterstreifen mit Effektoverkill. Die wenigen Action-Szene sind geschickt über die Laufzeit verteilt, halten das Tempo und lassen doch immer wieder viel Zeit zwischendrin, um Hanna kennenzulernen und mit ihr eine fremde Welt zu erkunden. Ob die waghalsig-montierte Flucht aus dem geheimen Regierungsgebäude, das Zusammentreffen mit US-Touristen, mit deren Tochter sie sich anfreundet oder der Showdown im phantasievoll-treffend inszenierten Berlin – irgendwo zwischen Großstadthölle und Märchenwald – immer findet Wright passende Bilder und balanciert perfekt Spannung, Härte, Humor und Gefühle.

Mal zärtlich langsam und poetisch verträumt, mal schmerzhaft brutal, absurd komisch und voller Tempo, wird Hanna nie eine Sekunde langweilig und schafft es wieder und wieder zu überraschen, obwohl die eigentlichen Storymechanismen im Grunde weder neu noch wirklich komplex sind.

Eindeutig schon jetzt ein Highlight des Jahres und das von einem Regisseur, der bislang eher durch gepflegtes Ambitionsdrama, denn durch innovative Bilder auffiel.

In : Review

About the author

Oliver “Batz” Lysiak studierte Mediensoziologie und arbeitete als Redakteur u.a. für NDR, RTL, Pro7, wo er lernte, dass “die Zuschauer Ironie nicht verstehen”. Seit 2006 betreibt er, zusammen mit vier anderen Cinemaniacs, das erfolgreiche Filmblog “Die Fünf Filmfreunde” und arbeitet als “Creative Director” und Filmjournalist bei Deutschlands größter Filmwebsite moviepilot.de. Er mag Wombats, Katzen und Leute die im Kino die Klappe halten und träumt davon, irgendwann von Stephen Fry adoptiert zu werden.

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62 Comments

  1. reeft

    /sign

  2. Lynsch

    Wow. Das ich dass noch erleben darf.
    Ich bin mal einer Meinung mit einer Filmbewertung bei den Filmfreunden.

  3. Tino

    Wer bist Du und was hast Du mit Batzman gemacht?

  4. gon

    Ich hab den Film letzte Woche schon gesehn und war auch sehr begeistert.
    Die Umschreibung “eine Art Dana Scully in der Menopause” ist echt super.

  5. Simon T.

    Das ihr hier mal eine positive Bewertung für einen guten Film abgebt …

  6. Silent Rocco

    Hannah ist absolut klasse! Dieser Film zeigt mit fast schon erschreckender Leichtigkeit, was die meisten anderen aktuellen Filme alles falsch machen. Die Atmo ist grandios, die Darsteller durchweg genial, der Soundtrack ist zum Niederknien. Das ganze Ding ist so zeitlos, eigen, perfekt inszeniert und voller Herz und Seele. Man, war ich glücklich, als ich aus dem Kino kam. Ein Film wie Hannah ist verdammt selten. Schön, dass ihr das ähnlich empfindet.

  7. burns

    @Silent Rocco:
    Mach mal eine eigene Filmseite auf. Ich habe bisher nur treffende, wunderbar formulierte und ganz nah an der Sache dranseiende Kommentare gelesen.

  8. Prof. Moriarty

    “… oft verwirrende und sicher nicht absolut logische Story …” da gibt es bei Souce Code natürlich sofort Abzüge aber die “zärtliche Erotik” von Hanna macht das weg ;o)

    Der Film wird nie den Status von Nikita erreichen und ist spätestens in ein paar Wochen vergessen.

  9. Silent Rocco

    @burns
    Hey, danke, das freut mich sehr. Einfach meinen Namen anklicken, dann kommst Du auf meiner relativen jungen Filmtippserie (3VIEW) raus.

    @Prof. Moriarty
    Andersrum, ich halte Hanna für einen modernen Klassiker und Source Code wird – obwohl ganz nett – übermorgen schon vergessen sein. Und diese “zärtliche Erotik” ist wirklich wunderbar, weil unerwartet, sehr sensibel und ganz und gar unamerikanisch.

  10. springshere

    Danke für’s Review. Deckt sich irgendwie mit meiner Erwartungshaltung, weshalb einem Kinobesuch nun aber auch absolut garnix mehr im Wege steht. Besten Dank…

  11. burns

    @Silent Rocco: Als ob ich’s gewusst hätte…
    War eben da und werde öfter vorbeischauen. Merci!

  12. Prof. Moriarty

    @ Silent Rocco: Source Code ist perfektes Sommerkino (am besten Open-Air im Rheinauhafen). Ob Hanna das Zeug zu Nikita der “Neon-Generation” hat? Abwarten, wir haben schon viele – gerade von Kritikern hochgelobte – “Kultfilme” gesehen die schon Monate später vergessen waren.

    Gerade Filme die erst von Kritikern gehaßt wurden wie: Zurück in die Zukunft, Stand by me, Nikita oder Die Verurteilten sind “wirkliche” Highlights/Kultfilme unanhängig ob das Feuilleton jubiliert (siehe Kritiker aus DIE ZEIT, anfangs hat er die Filme zerissen und 20 Jahre später im NDR plötzlich ein Anhänger im Stil von “das habe ich doch schon immer gesagt ;o)

    Abwarten ob Hanna und unser “Funkemariechen” Black Swan da mithalten kann ;o)

  13. MTA

    Sehr schöne Kritik, der “surreale Trip irgendwo zwischen Bourne mit SciFi-Einschlag und Entwicklungsroman” trifft den Nagel gekonnt auf den Kopf. Mir persönlich haben die Logik- und Storyprobleme des Films aber leider den Genuss doch deutlich beeinträchtigt, wobei mein Bild von “Hanna” interessanterweise besser wird, je länger der Kinobesuch her ist, da Musik, Optik und schauspielerische Leistungen wohl mehr im Gedächtnis bleiben als der eine oder andere nicht ganz schlüssige Moment in der Story.

    Zwei kleine sprachliche und eine inhaltliche Korrektur: “missratenem” statt “misratenem”, “Blanchett” statt “Blanchet” und es sind englische und keine US-Touristen, denen Hanna begegnet und mit deren Tochter sie sich anfreundet. Ich glaube viele Amerikaner haben Schwierigkeiten, Jessica Barden’s Akzent auch nur zu verstehen. Aber wir haben das Kauderwelsch des Dudes in “True Grit” ja auch überstanden….

  14. PeterPeter

    Ich fand den Film sehr intensiv, aber zutiefst europäisch (was ich eher als Qualitätsmerkmal sehe). Was mir extrem aufgefallen sind, sind die vielen, extremen Close-Ups (die ganze Leinwand voll mit nur einem Auge etc…), die dem Film einen unverwechselbaren Look geben. Nichrt zu vergessen der treibende Soundtrack der Chemical Brothers. Super!

  15. Markus

    …ohne nörgelig sein zu wollen: gibt’s hier zwischen ‘totaler schrott’ (hangover) und absolutes meisterwerk (hannah) noch irgendwelche abstufungen? sekretärinnen, 16jährige schulmädchen und offenbar auch die filmfreunde gehen in kino und finden einen film entweder total super oder total blöd.

    zu hannah: stimmt, der ist gut, miss ronan sogar der hammer – aber man muss schon auch erwähnen, dass er eine wirklich absolut abgenudelte, nach 20 minuten vollkommen vorhersehbare, überaus konventionelle geschichte erzählt, die zudem nicht gänzlich ohne logiklöcher auskommt. der showdown im berliner spreepark ist auch nur so mittel und martin wuttke als alternder clown… nun ja, das kann man mögen oder nicht.

    interessant zu sehen, wie sich doch alle immer wieder von ein bisschen arthouse-look blenden lassen. die gleiche geschichte auf hochglanz poliert und mit ein paar hektischen schnitten versehen – und das ding wäre hier gnadenlos durchgefallen…

  16. JMK

    Ich bin auch dafür, dass Rocco, seines Zeichens “Cineast” eine komplett eigene Seite bekommt, dann verschont er den Rest hier mit seinem Gefasel.

  17. Silent Rocco

    Armer JMK, mal wieder schlechte Laune? Oder fandest Du Hanna so schlimm, dass Du deinen Frust direkt bei mir abladen musst? Tief durchatmen, Sonne scheint, Leben geht weiter. Du schaffst doch auch ‘ne eigene Filmseite + Kommentare hier. Bist vielleicht sogar mein Vorbild :)

  18. Jet Strajker

    @Markus:

    “…ohne nörgelig sein zu wollen: gibt’s hier zwischen ‘totaler schrott’ (hangover) und absolutes meisterwerk (hannah) noch irgendwelche abstufungen?”

    Ja, direkt dazwischen. SOURCE CODE: 2,5 Sterne.

  19. Markus

    okay, hab ich nicht gesehen – ändert aber auch nix an der tatsache, dass man hier ein wenig zu extremen neigt… egal, schönen tach.

  20. Jet Strajker

    “Ich mach mir die Welt wie sie mir gefällt.”

  21. Dr.X

    Hmmm… guter Film, stimmt. Aber hier irgendwie aus den falschen Gründen gelobt. Nicht die Geschichte etc. – sondern die Machart ist der Knaller. Die Plansequenz mit Eric Bana im Mittelteil ist derart perfekt, das raubt einem den Atem. Ganz schöne und wirklich fundierte Kritik dazu hier:

    http://www.filmzentrale.com/rezis2/weristhannaek.htm

  22. Flinx

    Ich muss ja mal sagen, dass ich es als Schande für die Filmfreunde empfinde, diesen Film (zurecht) hoch zu bewerten ohne den erstklassigen Soundtrack der Chemical Brothers gebührend hervorzuheben.

  23. Säbba

    Aber warum eine japanisches Poster?

  24. ES

    @Säbba: Koreanisch. Und keine Ahnung.

  25. high.noon « monstropolis

    […] sein! Die Nato stuft Anonymous als Gefahr ein Junge verkauft Niere für iPad 2 Wer ist Hanna? (Review) Auch Darth Vader hatte eine Vatertagskarte verdient Sepp Blatters gestammelte Weisheiten […]

  26. christoph

    Um mal was ganz wichtiges zu sagen: Die Amis sind Engländer.

  27. Fettschürze

    @Markus:
    Was hast Du für ein Problem mit Sekretärinnen?

  28. Ken Takel

    Mmmh. weiß nicht. Die Story klingt immer noch dümmlich und mit minderjährigen gewalttätigen Mädchen (wie auch Hit girl) kann ich auch nichts anfangen.

  29. freakpants

    Guckt man den jetzt auf Deutsch oder English? Mir ist grad in nem englischen Trailer aufgefallen das die Hauptdarstellerin nen fast unerträglichen Akzent hat. Allerdings schaue ich bevorzugt originalsprache, und da steht ja Deutschland/Grossbritannien… was also nun? :D

  30. Binding

    “Hanna” ist zwar interessanter (gemacht) als viele andere Thriller, jetzt aber auch wieder nicht soooo interessant, dass er das Genre neu erfindet. Es ist ein “etwas anderer” Thriller mit außergewöhnlich ästhetischem Stilwillen und viel Interesse für fremde Kulturen, aber die Story (mit ihren vielen Logiklöchern) ist jetzt nicht sooo doll, dass man Freudentänze vollführen muss, und die Musik von den “Chemical Brothers” (an sich sehr elektronisch gut und witzig) passte irgendwie nicht richtig dazu, fand ich.

    Was ich wirklich gut fände: Wenn Joe Wright einen Bond-Film inszenieren würde. Das würde genial passen und eine gute Sache hervorbringen!

    Hat eigentlich jemand die Pressevorführung gesehen? Ich war leider nur in einer regulären Vorstellung und habe den Verdacht, dass in mindestens drei Szenen wegen einer besseren Jugendfreigabe derb geschnitten wurde. Sah man in der PV zum Beispiel, dass beim Kopfschuss der “Oma” Blut spritzt und dass die Eisenstange in den deutschen Fiesling gerammt wird? Und wird der Mord an “Herrn Grimm” aktiv gezeigt? Im Kino war das alles jedenfalls nicht zu sehen.

    Ich finde übrigens auch, dass eher “Hanna” als “Source Code” bald vergessen sein wird.

  31. stb247

    @29

    Es macht ja gerade die gute Regie aus, dass die drei von dir beschriebenen Gewaltszenen nicht explizit gezeigt werden (Omas Blut sieht Hanna ja später aufm Bilderrahmen).

    Ja, der Film war seit langem mal wieder richtig gutes Kino. Und ich liebe Eric Bans deutschen Akzent ja so, wie schön, den hier zu hören.

  32. Binding

    @ stb247: Das würde ich normalerweise auch so sehen, wenn genau das in dem Film nicht zu einem Fehler führen würde. SPOILER Denn man sieht die Oma von vorne, als sie aus kürzester Distanz von hinten per Kopfschuss erschossen wird, ohne dass überhaupt irgendwo Blut spritzt. Wie kann dann später aber die ganze Wand an just dieser Stelle total voller Blut sein??? SPOILER ENDE So kam ich ja erst darauf. Und die Eisenstangen-Szene sah am Ende total holprig geschnitten aus, was mich ebenfalls stutzig machte. Ich tippe mal darauf, dass da noch ein härterer Director’s Cut auf DVD rauskommt …

  33. zackbumm

    dieses sinnlose weggerenne andauernd, anstatt die 3 hanseln einfach mal tierisch zu vermöbeln^^

  34. Doughnut

    @23:
    Darüber hab ich mich auch die ganze Zeit gewundert. ^^

    Ganz gut, der Film, hat aber imo ein paar Schönheitsfehler.
    Erst mal beginnt das Ganze mit nem derben Logikschnitzer. Der Plan, sich gefangen nehmen zu lassen und die Gegenspielerin dann beim Verhör zu töten, ist nämlich reinstes Russisch-Roulette, bloß mit 5 Patronen statt einer. Ich glaub aber, derartigen Schwachsinn sieht man häufiger in Filmen. Das kam mir jedenfalls irgendwie bekannt vor, dieses alberne Konstrukt.
    Auch sonst war in dem Streifen einiges zu sehr Style over Substance (eine wirklich involvierende Story sieht anders aus) und außerdem teilweise auch etwas platt. Die Kussszene mit dem spanischen Jungen war imo zB nichts weiter als ein misslungener Gag, ebenso dieser Bullshit von wegen “I found breakfast.”.
    Aber ich will nicht meckern, solche visualisierten Kalauer gehören im heutigen Kino wohl zum guten Ton, das muss wohl so sein.

  35. Doughnut

    Upps, ich meinte Kommentar 32, nicht 23:
    “dieses sinnlose weggerenne andauernd, anstatt die 3 hanseln einfach mal tierisch zu vermöbeln^^”

    Das seh ich nämlich ebenso.

  36. Casaloki

    Bin aufgrund des Trailers und des Artikels hier reingegangen. Kann es nur bestätigen, mir hats gefallen. Am lustigsten fand ich, als die Hippi-Truppe mit dem Bus nach Frankreich will und die nächste Szene direkt in Hamburg auf dieser Köhlbrandbrücke spielt, der Vater hinten im Bus aufwacht und fragt, ob dies schon Lille oder so ähnlich sei. Da war Stimmung im Kino. :-)

  37. zackbumm

    @doughnut: denn ohne kugelschreiber scheinen die typen nicht sonderlich gefährlich zu sein^^

  38. lithium

    Schade. Ich war dann doch recht enttäuscht von Hanna. Insgesamt sehr ambilvalent der Film. Gute Szenen wechseln sich mit völlig danebengegangenen ab (z.B. der Ausbruch als Technodiscotanzballett). Bei mir wandelte Blanchett nicht auf dem schmalen Grad des Overacting – das war ziemlich daneben. Ebenso wie die comichaften Schurken. Viel zu stilisierter Thriller, bei dem weniger mehr gewesen wäre. Nochmals: Schade!

  39. genervt

    Ich glaub, ich spinne. Da will ich mir den Film schön im Kino meiner Wahl anschauen und muß feststellen, daß der diese Woche in den meisten Kinos am Mittwoch das letzte mal läuft. Der kam doch gefühlt gerade erst in die Kinos?!? Darf ich dann darauf hoffen, daß die DVD bereits im Sommer draußen ist? :(

  40. Nico

    Stimme der Kritik vollkommen zu. Der Film hat mich…. nicht überwältigt… aber wahnsinnig gepackt. Toll komponierte Bilder, tolles Timing, tolle Darsteller, ein gutes Gespür für Locations, ein Soundtrack absolut nach meinem Gusto – muss ich mir unbedingt noch im Original anschauen, obwohl die Übersetzung ganz gelungen klang.
    Vieles war absehbar, Einiges nicht ganz logisch, und wie Batz richtig schreibt, hier wird kein neues Kino erfunden – aber das ist völlig egal, weil es souverän und fesselnd, und im Großen und Ganzen dann doch stringent und mit Liebe zum Detail und zu den Charakteren umgesetzt ist.

    Wird definitiv auch auf DVD angeschafft und im Bekanntenkreis verliehen, um Leuten ein Paradebeispiel für gutes Mainstreamkino zu geben.

    Für mich als kleinen Produktions-Techniknerd war dann auch die Plansequenz zwischendurch ein kleines Highlight, ich hab seeehr vor mich hin gegluckst. Alles dran, alles drin. :)

  41. PS

    @28: habe ihn heute im Kino im Original gesehen und hatte mit keinem der Darsteller Verständnisprobleme; kann das daher nur empfehlen!

  42. ripa

    Von welcher “Plansequenz” redet ihr alle??

  43. Jet Strajker

    Als Eric Bana den Berliner ZOB erreicht und anschließend in den U-Bahnhof geht, ist das – inklusive Kampf – alles in einem Take gedreht.

  44. burns

    Fand ihn ebenfalls klasse.
    Eine mutige eigene Bildsprache, ein wirklich grandioser Soundtrack und ein passendes Ende ohne Andeuten künftigen Sonnenscheins.
    Stimme der Kritik zu.

  45. bioschock

    4,5 sterne? wtf!?!
    für saoirse ronans darstellung und joe wrights guten willen könnte ich mit max. 3 sternen leben. die logikfehler und die abartig überzeichneten bösewichte haben mir den film verdorben. außerdem fand ich die actionszenen schlecht inziniert. zb. die szene in der eric bana gegen 5 agenten kämpft. warum muss man sowas ohne schnitt drehen? die ganze szene sieht sowas von vorgespult aus.
    nicht zu vergessen die technomucke! grundsätzlich mag ich chemical brothers, aber das war nix! da war die musik in lola rennt ja schon besser eingesetzt (und das heißt schon was).
    zu guter letzt sei noch die szene erwähnt, in der die böse cate blanchet aus dem wolfskopf tritt. ich bitte euch. allein für so ein bild habt ihr schon bessere filme zerissen

  46. Silent Rocco

    Hey bioshock, all das, was Du als Kontras aufzählst, sind für mich die großen Pros :) Herrlich. Die Bösewichte sind NATÜRLICH überzeichnet (es ist ein Märchen), toll! Die von Dir erwähnten schlecht inszenierten Szenen sind lehrbuchwürdig, so gut sind sie gemacht. Und der Soundtrack? Wie kannst Du die Chemicals mögen, diesen Soundtrack aber nicht gut finden? Da stimmt was nicht. Das ist absolut deren dicker Elektro-Stempel. Und Wolfskopf, again, MÄRCHEN! Ein traumhaftes Bild.

    Ich empfehle Dir einen Film: Jagdhunde. Hat all das nicht, ist schön trocken, real und egal. Wird Dir gefallen.

  47. Hans Wurst

    #39 genauso hätte ich es nicht besser ausdrücken können. Wo ich mich dieses Jahr überwinden muß ins Kino zu gehen war dieser Film (ohne die Kritik hier wäre er an mir vorbei gegangen) einfach erfrischend anders. Warscheinlich schau ich die falschen Filme aber da ich kein Geldscheißer bin und mir auf gut glück irgendwelche kunstgurken ankucke, fand ich diesen einfach Gelungen.

    Und das ist doch was zählt.

  48. Binding

    @ 44 + 45: Mich haben die Bösewichte auch total gestört und bei meiner Bewertung des Films für Minuspunkte gesorgt. Das war total Banane!

    Und wie ich auch weiter oben schonmal schrieb, fand ich die Musik ebenfalls seltsam unpassend – obwohl ich totaler “Chemical Brothers”-Fan bin. Das geht sehr wohl, dass man da einen Unterschied macht – sofern man den Soundtrack in direkten Bezug zum Film und den entsprechenden Szenen setzt. Sonst müsste ja jede gute Musik automatisch einen guten Film machen. Der Einsatz von Filmmusik und die richtige Platzierung der Score-Musik ist aber eine Kunst für sich, und es kommt dabei natürlich auf die perfekte Interaktion an (womit nicht einfach nur Zukleistern gemeint ist).

  49. bioschock

    @silent rocco
    bin zwar kein fan vom deutschen kino, aber werd mal ausschau nach jagdhunde halten.
    was den soundtrack angeht, so kann ich mich #47 nur anschließen. ich mag auch atari teenage riot, aber als soundtrack für hanna…ne danke.
    außerdem denke ich nicht, dass dein märchen-argument die darstellung der bösewichte rechtfertigt. klar kannst du bestimmte aspekte des films in die kategorie märchen packen, aber das ist nicht so klar wie du es darstellst. für mich ist da ein klares kategorisieren des films unmöglich und genau da liegt doch auch das problem des films. nicht dass man verschiedene genres nicht miteinander vermischen dürfte oder so. es geht eher darum eine bestimmte linie zu verfolgen um den zuschauer nicht komplett vor den kopf zu stoßen. der film beginnt als äußerst ernster rache (action) thriller gefolgt vom wolfsmädchen-lernt-die-zivilisation-kennen-part. damit hätte ich auch leben können. was mir eher zu schaffen macht ist der 3-fascho-stooges-jagen-genetischen-übersoldaten-zu-extrem-unpassender-technomusik-part. und mal ganz ab von der darstellung der vertrottelten nazis…wieso hat hanna angst vor denen? und jetzt komm mir nicht damit, dass hanna keine gewalt mehr sehen bzw anwenden will. die 10(?) bewaffneten soldaten am anfang konnte sie auch ohne probleme töten, aber 3 strohdumme nazis mit einem messer sind ein problem? naja, aber da bin ich schon bei den ganzen logiklöchern, welche alle aufzuzählen eine ewigkeit dauern würde.

  50. freakpants

    ich finds toll wie hier lieber mit der eigenen meinung masturbiert wird anstatt meine ernst gemeinte frage zu beantworten :/

  51. Doughnut

    @ freakpants:
    Deine Frage wurde beantwortet, du Horst (Kommentar 40).

    Und nun lass uns in Ruhe weiter masturbieren. ^^

  52. Silent Rocco

    Man guckt IMMER im Original ;)
    Bekommst trotzdem noch ‘ne gute Portion Deutsch ab.

  53. chris

    ausgiebige plansequenzen sind übrigens ein markenzeichen des regisseurs joe wright, schon bei atonement (abbitte) gab es eine extrem lange und logistisch sehr beindruckende (strand-)szene die augenscheinlich in einem take gedreht wurde.

    hanna ist technisch genial, die gewählten filmischen mittel schaffen eine ganz besondere ästhetik, leider ging mir persönlich die elektromucke ganz gewaltig auf die nerven (und ich bin den chemical brothers nicht abgeneigt).
    die story inklusive der comicbösewichte war mir dann leider auch noch etwas zu banal… für mich insgesamt ein zwiespältiges erlebnis!

  54. PeterPeter

    Komischerweise fand ich gerade den Soundtrack absolut stimmig und perfekt auf den Film zugeschnitten. Und dabei bin ich nicht unbedingt ein Electro-Freund. Merkwürdig, oder?

  55. Ralph

    Schon über zwei Drittel lang ein sehenswerter Film mit unglaublich charismatischer Hauptdarstellerin. Leider ist der dritte Akt dann aber ziemlich unausgegoren und der Plot zerfasert bedenklich. Bisweilen nervt auch die prätentiöse Arthouse-Ästhetik, die manchmal wohl nur dazu da ist, die doch arg dünne Story zu kaschieren und Genre-Hassern schmackhafter zu machen. Die hier so abgefeierte Plansequenz hat mich übrigens auch so gar nicht vom Hocker gerissen – das gibt es in jedem zweiten, asiatischen Martial-Arts-Film mehrfach.

  56. Arne

    Ich war vom Film enttäuscht vielleicht habe ich einfach zu viel erwartet. Super Trailer super Webseite,gute Promo. Ja ich weiss Über Geschmack soll man sich nicht streiten. Es wird Menschen geben die ihn toll finden ich denke mir Schiesse wieder 111 Minuten Zeit verschwendet. Im Vergleich zu “Nikita ” oder der Triologie mit Noomi Rapace von Stieg Larsson ist Hanna einfach nur ein gebrauchter verrosteter rosa Fiat Panda den ich in die Kategorie “Hype Galore , Filme die die Menschheit nicht braucht “einstufe. Da kräht doch in einem Jahre keine Sau danach.
    Ich erwarte von einem Film das er mich überrollt wie ein grosser Caterpillar Bagger mich fesselt und nicht das mir die Füsse einschlafen.
    Und jetzt schau ich mir zum gefühlten hunderten mal La Haine oder Une Prophete an oder doch lieber Caveman mit Ringo ?
    Es bleibt mir ein Rätsel warum ihr diesen Film so feiert.

  57. Bootie

    tempowechse? der film hatte genau ein tempo: langeweile.

  58. Okarola

    Leider ein absoluter Mega-Scheiß. Hätte ich echt nicht gedacht.

  59. Killerspots

    Ich fand “hanna” jetzt nicht so den Knaller. Visuell wirklich geil mit großartigen Ideen (ONe-Shot im Berliner Untergrund, Schnitt, Bildkompositionen, etc) hat mich die Geschichte jetzt nun überhaupt nicht fesseln können.
    Fand auch Cate eher so lächerlich künstlich wie in Indiana Jones 4 und wusste nichts mit weiten Teilen des Films anzufangen.

    Vor allem war ich irritiert von der “Wir sind Freunde und ich gebe dir mein Freundschaftsarmband” Szene zwischen Hanna und Sofie in der Mitte des Films. Da stimmten die Blickachsen und Anschlüsse überhaupt nicht überein und ließen diese wirklich schöne Szene total zerbrechen.

    Von etlichen Logikfehlern sehen wir jetzt hier mal ganz gekonnt ab.

    Alles in Allem kurzweiliger UNterhaltungsfilm aber schon wieder vergessen. Bis auf die Mucke, die bietet sich idealerweise zum Laufen an.

  60. EddieBarzou

    @silent rocco
    “Und diese “zärtliche Erotik” ist wirklich wunderbar, weil unerwartet, sehr sensibel und ganz und gar unamerikanisch.”
    …was für ne aussage, der regisseur is engländer!

  61. projekt2501

    Und was soll Scully in Menopause bedeuten?

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