Serienfieber: Terra Nova, Torchwood: Miracle Day, Ringer, An Idiot abroad

29 Comments

Es wird wieder mal Zeit einen Blick auf die Serienneustarts der letzten Monate zu werfen:

Terra Nova – USA 2011
Erster Eindruck: ★★½☆☆

Irgendwann in der Zukunft, die Menschheit hat die Erde verseucht. Die einzige Hoffnung auf einen Neuanfang liegt in der Vergangenheit. Mit einer Zeitmaschine werden Siedler in die Zeit der Dinosaurier (in einen parallelen Zeitstrahl um den Butterfly Effect zu vermeiden) zurückgeschickt um dort eine neue Kolonie aufzubauen.

Natürlich ist Spielberg schon lange kein Gütesiegel für erstklassige Unterhaltung mehr, doch zumindest im Kino hat er immer wieder seine lichten Momente und selbst mittelmässige Filme haben ihre coolen Szenen, die das Ansehen lohnen. Als TV-Produzent hat er leider oft ins Klo gegriffen. Das “United States of Tara” so gut war, lag wohl auch eher an Diablo Cody, als an Steven, der wenn man ihn alleine machen lässt seit Jahren nur Bildschirm-Schrott wie SeaQuestDSV, Taken oder das überproduzierte und unter-originell Twilight-Zone-Rip-Off “Amazing Stories” hervorbrachte. Zuletzt enttäuschte Falling Skies als Alien-Invasion-Serie – die hauptsächlich deshabel überraschte, weil ihr Budget anscheinend von Folge zu Folge kleiner wurde, bis das Season-Finale die Endscheidungsschlacht dann sogar im Off stattfinden ließ. Ein Schicksal das dieser Jurassic Park meets Swiss Family Robinson-Serie, deren Pilot angeblich alleine über 10 Millionen gekostet haben soll, auch drohen könnte. Denn die Stories sind noch abgeschmackter, sülziger und altbackener als bei Falling Skies und die Trickeffekte sehen 20 Jahre nach Jurassic Park stellenweise aus, wie von Asylum geborgt. Dafür das ernsthaft hohes Drama angepeilt wird, bleiben die Figuren in den ersten drei Folgen sehr dünn gezeichnet und an keiner Stelle blitzt der Spaß auf, den man von einer Serie die eine derart hanebüchene Prämisse hat, eigentlich erwarten würde.

Während bei Primeval, das mit einem Bruchteil des Budgets seine Spektakel inszenieren muss, trotz trashigem Charme und cheesigen Momenten immer der Spaß überwiegt, sich die Ereignisse überschlagen und die Figuren zum Mitfiebern einladen, zieht sich Terra Nova bislang sämig in die Länge und erzählt sein nichts von Story in Tropfstein-Geschwindigkeit. Die Familie ist stinklangweilig und wäre nicht Stephen Lang als knarziger Chef der Siedler und Christine Adams als Anführerin der Rebellen, gäbe es kaum Momente die das anschauen lohnen – am wenigsten die mit den Sauriern.

Torchwood: Miracle Day UK/USA 2011

★★★★½

Auf einen Schlag stirbt niemand mehr. Weltweit. Menschen bleiben verletzt und krank, doch egal wie schlecht es ihnen geht: Sie sterben nicht mehr. Was anfänglich als Wunder angesehen wird, entwickelt sich bald zum globalen Problem und Fall für die Reste von Torchwood, denn das Wunder hängt irgendwie mit Captain Jack Harkness
zusammen, der als einziger Mensch plötzlich sterblich ist.

Es gibt tatsächlich noch Wunder. Während Moffat Doctor Who zu einer peinlichen, billig-aussehenden Travestie werden lässt, zeigt RTD wie man es richtig macht. Mit deutlich höherem Budget und in Zusammenarbeit mit dem USA-Sender Starz schafft er es eine fulminante, nachdenkliche, spannende und immer wieder überraschende Staffel von Torchwood zu produzieren. Die Angst, dass die Serie ihren britischen Touch verlieren könnte, war zum Glück unbegründet – sie fühlt sich immer noch sehr nach BBC an, auch wenn sie in weiten Teilen in den USA spielt und die Cast US-Verstärkung erhielt. RTDs Erzählweise war vielleicht immer schon eher amerikanisch inspiriert, deswegen fügt sich die neue Story mit ihren multiplen Handlungsorten auch letztlich zu einem befriedigenden großen Ganzen zusammen. Auch wenn ein-zwei Folgen etwas schwächeln und als Detour dienen um auf 10 Episoden zu kommen (z.B. Die Heist-Folge oder die Flashback-Folge mit Jacks Ex-Geliebtem), bleibt ein faszinierendes TV-Erlebnis, das viele provozierende Fragen stellt.

RTD-typisch geht es natürlich auch immer wieder um das große Ganze, die ganz großen Gefühle, Konflikte und das Ende der Welt – doch dank des starken Ensembles, schillernder Gegner und ambivalenter Figuren (ein verstörend-guter Bill Pullman als pädophiler Kindermörder Owald Danes, Lauren Ambrose als PR-Frau from Hell) funktionieren sogar die schwächeren Episoden noch verdammt gut und schaffen es über die gesamte Laufzeit bei der Stange zu halten und zum Schluss ein neues, verändertes Torchwood-Team zu präsentieren, auf dessen weitere Abenteuer ich ziemlich gespannt bin.

Ringer – USA 2011
Erster Eindruck: ★★★☆☆

Buffy is back. Bzw. Sarah-Michelle Gellar die in dieser Serie ein Zwillingspärchen spielt. Zwei Schwestern, die sich lange voneinander entfremdet haben. Als die eine bei einem Bootsunfall stirbt, ergreift die andere die Chance ihr verkorkstes Leben gegen das der Schwester zu tauschen…

Die Prämisse ist nicht so originell, wird allerdings ziemlich rasant umgesetzt. Ringer scheint zumindest einen Plan zu haben, wie die verschiedenen Mysterien aufgeklärt werden, die in den ersten Folgen auftreten und Gellar macht ihre Sache auch ziemlich gut, ebenso wie der Rest der Cast. Das Wechselspiel zwischen Screwball-Momenten und spannendem Drama und Thriller funktioniert ebenfalls nicht schlecht, auch wenn der letzte Funke zum wirklichen Must-Watch noch fehlt. Bisher liefert Ringer aber solide Serienunterhaltung ab und ich werde mal dabei bleiben und schauen, wie sich das ganze weiter entwickelt.

An Idiot abroad – UK 2010/11
★★★★½

Karl Pilkington wird von SKY ausgesandt um als Idiot auf Reisen die Wunder dieser Erde zu sehen (bzw. in Staffel 2 die Dinge zu erleben, die man im Leben gemacht haben sollte, ehe man stirbt). Als Natural Born Moaner der am liebsten nur seine Ruhe möchte, ist Karl natürlich prädestiniert dafür, von der Welt angenervt zu werden…

Ricky Gervais und Stephen Merchant sind die geborenen Sadisten. Die diebische Freude die sie verspüren, wenn sie ihren Kumpel Karl Pilkington rund um die Welt hetzen um ihn aus seiner Comfort-Zone zu bringen, ist teilweise schon etwas heftig. Umso mehr Spaß macht es dann Karl bei seinen Trips zu beobachten, wenn man ihn mit Weltwundern und fremden Kulturen konfrontiert. Und auch wenn der Titel es plakativ behauptet: Karl ist kein Idiot, denn in seinen Rants ist oft erstaunlich viel Wahrheit enthalten. Er traut sich auszusprechen, was jene die mit ehrfurchtsvollem Blick durch die Welt reisen, wohl nichtmal zu denken wagen. Dabei ist er nie bösartig oder herablassend gegenüber den Menschen auf die er trifft, sein Blick ist oft der eines Kindes, das überrascht und verblüfft reagiert, wenn die Dinge ihm zu fremdartig vorkommen. Karl bringt ein Level von Realität in das verstaube Reisereportage-Genre und erzeugt letztlich mehr Verständis für andere Kulturen, als es die üblichen Bildungsbürger Unterwegs zu vermitteln in der Lage sind.

In : Features, Thema

About the author

Oliver “Batz” Lysiak studierte Mediensoziologie und arbeitete als Redakteur u.a. für NDR, RTL, Pro7, wo er lernte, dass “die Zuschauer Ironie nicht verstehen”. Seit 2006 betreibt er, zusammen mit vier anderen Cinemaniacs, das erfolgreiche Filmblog “Die Fünf Filmfreunde” und arbeitet als “Creative Director” und Filmjournalist bei Deutschlands größter Filmwebsite moviepilot.de. Er mag Wombats, Katzen und Leute die im Kino die Klappe halten und träumt davon, irgendwann von Stephen Fry adoptiert zu werden.

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29 Comments

  1. stefanx

    game of thrones..

  2. Batzman (Oliver Lysiak)

    muss ich noch nachholen, hab nur die ersten 2 folgen gesehen und die waren eher lahm… wie LOTR ohne Fabelwesen..

  3. Matthias

    Blasphemie!!!

  4. Andi

    “Game of Thrones” ist am Anfang extrem mühsam, aber dafür ist die spätere Belohnung auch umso grösser. Rechne mal damit, dass der “Holy sh*t, this is AWESOME!”-Effekt so ungefähr bei Episode 5 oder spätestens 6 einsetzt. Aber trotzdem am besten nix überspringen!

  5. Teo

    GoT darf bei so einer Zusammenstellung wirklich nicht fehlen. Ohne die lahmeren Folgen ergäben die spannenderen ja auch wenig Sinn. Irgendwo muss die ganze Hintergrundgeschichte ja erzählt werden.

    Bei Terra Nova habe ich von Folge zu Folge mehr das Gefühl Lindenstraße mit Dinosauriern zu gucken. Irgendwie schade so einen Murks aus so einer Prämisse zu basteln.

    Miracle Day fand ich ehrlich gesagt enttäuschend. Klar geht es wieder um die Rettung der Welt, aber dieses ganze Brimborium vor dem irgendwie verstörenden und teils unlogischen Ende war für mich ziemlich anstrengend. Einige Momente waren doch ziemlich an den Haaren herbeigezogen, so z.B. der plötzlich mörderische Rhys, nur damit Oswald Jack begleiten kann.

  6. Drizzle

    Miracle Day taugt auch nicht wirklich, kein Vergleich zu Children of Earth.
    Und Ringer verdient maximal 1 Stern, ich bin echt schmerzfrei was Serien angeht und schau wirklich viel, aber so einen Schrott habe ich schon lange nicht mehr gesehen.

    Gebt lieber mal Hinweise auf echte Serienperlen, die aktuell neu bzw. wieder laufen.

    The Good Wife läuft mittlerweile in der dritten Staffel und Sons of Anarchy in der vierten.
    Boardwalk Empire läuft auch wieder.
    Homeland ist neu gestartet und der Pilot war wirklich klasse.
    Die vierte Fringestaffel ist auch vor kurzem gestartet.
    Und morgen kommt Breaking Bad Staffelfinale :D

  7. Julchen

    Ich reihe mich einfach mal in die Schlange der Game of Thrones Fans ein und sage: das ist eine tolle Serie, mit vielschichtigen Charakteren, überraschenden Wendungen, hohem Nochmal-Anschau-Faktor und gemacht von Leuten, die es drauf haben. Und man hat als Zuschauer nicht das Gefühl, dass einen die Macher für komplette Idioten halten.

  8. Norman

    Mal abseits der Neustarts bekommen andere herausragende Serien ihre verdiente Fortsetzung. Watch this:

    Boardwalk Empire (Season 2)
    How To Make It In America (Season 2)
    Sons Of Anarchy (Season 4)
    Bored To Death (Season 3)

    Und die 4. Staffel Breaking Bad läuft ja heute auch aus.

  9. Niniel

    Jo, Game of Thrones ist echt toll. Die Bücher ebenso. Nahezu eine eins zu eins umsetzung. Freue mich auf die zweite Staffel nächstes Jahr und hoffe das HBO die Qualität hällt.

  10. justus_jonas

    “Miracle Day” war von vorne bis hinten enttäuschend. Schlimme neue Charaktere, fürchterliche Dialoge, eine bis zur Unsinnigkeit aufgeblasene Handlung… Nach dem fulminanten “Children of Earth” ein komplettes Disaster. Die aktuellen Doctor-Who-Folgen mögen nicht an die Glanzzeiten der Tennant-Ära rankommen, aber die Qualität von aktuellen Doc-Folgen wie “The Doctor’s Wife”, “The Girl Who Waited” und “The God Complex” erreicht Torchwood an keiner Stelle auch nur ansatzweise. Ganz zu schweigen von Captain Jack, der nur noch ein müder Abklatsch seines damaligen Ichs ist.

  11. Batzman (Oliver Lysiak)

    @justus

    Für mich ist Moffats Doctor Who eine einzige Zumutung. Doctors Wife kann man (trotz Sparoptik) noch drüber reden, aber Girl who waited (Gefangen im Apple-Store) und God Complex waren kompletter Schrott. Von sowas peinlichem wie Closing Time, Lets kill Hitler und dem mal wieder gänzlich in Sand gesetzten Season-Finale will ich gar nicht erst anfangen…

    Der Kollege hier hat ziemlich gut auf denPunkt gebracht was bei Moffat schiefläuft: http://icebergink.blogspot.com/2011/10/russel-t-davies-vs-steven-moffat-doctor.html

    Und das ist leider mehr als der Sparzwang rechtfertigt.

  12. bar

    In Supernatural Folge 7×03 taucht ein Charakter namens “Amy Pond” auf.
    hihi. hihi. hihihi. hihihihi. :-D

  13. Geheimo

    the shadow line solltet ihr echt mal schauen.

  14. stefanx

    was ich an game of thrones spannend finde – es kommt als zuschauer nicht diese trügerische sicherheit auf, dass die hauptcharaktere ewig dabei bleiben. die werden gerne auch mal recht plötzlich dahingemetzelt.

  15. Ben

    @Batz: Schon merkwürdig wie Moffat genau auf das hereinfällt, was vielen anderen Serien auch passiert ist. Überkomplexe, übermysteriöse Handlungsstränge die staffelweise aufgetürmt werden enden immer in einer Enttäuschung. So langsam müsste das doch bei jedem Autoren angekommen sein. Genau so wie Jack Harkness komplett belanglos wird wenn man zu viel über ihn erfährt geht es eben auch mit River Song… bei ihren ersten Auftritten waren beide hervorragend, später wollte man nur noch abschalten.
    Das Hauptproblem sind für mich aber eher die aktuellen Companions. Seit gefühlt 1000 Folgen sind die Linien klar gezogen und jegliche Dynamik zwischen Doctor, Amy und Rory ist erkaltet. Sie sind nur noch Plotdevices die hier mal gerettet werden und dort mal eine Idee liefern, aber selbst nichts mehr zu erzählen haben (u.a. weil sie keine sozialen Kontakte neben dem Doctor pflegen).

    Dass Doctor Who schwächelt macht aber Torchwood nicht besser. Mir ist immer noch unklar wie man ein derart albernes Konzept (die 3 Fragezeichen mit Laserknarren) derart ironiebefreit inszenieren kann.

  16. justus_jonas

    @Batz: Sicher. Die Moffat-Staffeln hätten bislang besser und stringenter sein können (müssen), aber ich gebe da noch nicht auf. a) Dürfte im nächsten Jahr ein neuer Companion ins Haus stehen, da sich Rory und Amy ja langsam verabschieden und b) sagt Moffat selber, dass die kommende Staffel weg von den Mythologie-Folgen, hin zu mehr allein stehenden Episoden gehen soll. Ein Ansatz, der sich ja auch aus der aktuellen Geschichte ergibt. Der Doctor muss ohnehin jetzt etwas leiser treten. Überdies dürfte im nächsten Jahr mit dem nahenden “50-jährigen Jubiläum” noch die ein oder andere große Aktion kommen (das David-Tennant-Cameo steht ja recht fix im Raum). Ich bin auf jeden Fall gespannt. Matt Smith hingegen gefällt mir als Doctor immer noch ausgesprochen gut. Für seine jungen Jahre macht er einen Top-Job. Zudem darf man nicht vergessen, das auch RTD in seinem Lauf einige große Arschbomben gezündet hat (die Slitheen kann und will ich ihm nicht verzeihen). Egal. Der Doctor hat fünf Jahrzehnte überstanden, da wird er auch das leichte Formtief überstehen. Wer übrigens gar keine Ahnung hat, worüber ich hier schwadroniere, der sollte sich mal das Video hier anschauen und schnellsten aufholen.

  17. DerMatze

    Also Torchwood fand ich schon immer eher langweilig im Vergleich zu Doctor Who, und diese paar Sekunden Trailer hauen mich überhaupt nicht vom Hocker, und diese “I’m welsh”-punchline am Schluss ist ja mal unter aller Sau.

    Was ihr als Doctor Who’s Schwächen aufzählt, empfinde ich als Stärken. Ja, es ist oft übertrieben, ja es ist etwas mysterylastig, aber mal ehrlich – wie realistisch war denn Doctor Who vorher? The Moff hat mE immerhin neue Ideen in die Serie eingebracht, die am Schluss doch etwas eingestaubt war. Mir persönlich reicht ein bisschen “Bad Wolf” und “Oh, dieser und jener Planet ist weg, und habt ihr schon mitbekommen, dass die Bienen verschwunden sind?” als durchgehende Stories nicht. Da waren die letzten beiden Staffeln sehr, sehr viel besser.
    Vom Produktionswert her finde ich die Serie zur Zeit brilliant, btw.

    Und an GOT kommt zur Zeit wirklich gar nix ran. So muss ne Serie sein (wobei die Staffeln länger sein könnten ;-) )

  18. Ken Takel

    Justified + Bored to death > Game of thrones

  19. apfelalv

    Moinsen ,
    das ist ja alles irre spannend ,die ganzen nicht ganz so guten Serien .
    Aber wo in drei Teufels Namen guckt Ihr die bloss ? Gebt doch mal n Tip
    damit man auch mal rumsalbadern kann .

  20. Andi

    An Idiot abroad sieht wirklich super aus. Vielen Dank für den Tipp.

  21. Ralph

    Game of Thrones hat mich sprachlos zurückgelassen: da wurde seit langem mal wieder alles richtig gemacht: perfekte Besetzung (Peter Dinklage!), herrliche Dialoge, wuchtige Bilder und ganz großes Drama. LOTR ohne Fabelwesen trifft es natürlich überhaupt nicht – da wird eine gänzlich andere Geschichte erzählt. Fantasy ist hier eigentlich Nebensache: das ist ein Polit- und Familiendrama.
    @Batzman: oh, wird “Ringer” also noch besser? Der Pilot war ja bestenfalls Edeltrash mit schaurigen Bluescreen-Aufnahmen und enervierenden, völlig unpassenden Popsongs. Ich hab als Buffy-Fan naturgemäß eine Schwäche für Sarah Michelle Gellar aber auch sie hat mich in der ersten Folge leider so gar nicht überzeugt.
    Anonsten fand ich von den Broadcast-Piloten “Pan Am” noch überraschend in Ordnung.
    Und “Breaking Bad” darf sich spätestens nach dieser vierten Staffel endgültig ernsthaft Chancen ausrechnen, von mir zur besten Serie aller Zeiten ausgerufen zu werden.

  22. Doughnut

    @ Ralph:
    “oh, wird “Ringer” also noch besser?”
    Ich hab jetzt die ersten 5 Folgen gesehn und kann daher sagen, ja, es wird besser. Hanebüchen und unlogisch bleibt es aber trotzdem.
    Spoiler:
    Schon allein die Flucht ist Blödsinn. Sie glaubt echt, das FBI könne sie nicht vor einem kleinen, lokalen Gangsterboss schützen? Zu viel Alkohol, Bridget.
    Und dann, dass sie mal eben so ihre Schwester ersetzt, von der sie glaubt, dass sie auf dem schaurig schlecht gemachten Bootstrip über Bord gegangen wäre… auch etwas merkwürdig.
    Schlimm bleibt jedenfalls, dass sie einfach so Andrew belügt, alle Folgen bis zur 5.. Andrew ist ne arme Sau.
    Wobei das schon wieder erklärbar sein könnte, Bridget hat wohl doch mehr Ähnlichkeiten mit ihrer Schwester, als man erwarten würde (beide ziemlich ich-bezogen), Siobhan ist trotzdem die eiskalte Schlampe (SMG guckt mir häufig zu lieb für diese Rolle, aber auch das kann Absicht sein) und Bridget häufig reuevoll und mitfühlend…
    Naja, es passiert jedenfalls ne Menge, es gibt Tote, Entführungen und Intrigen, ist wie ne Film-Noir-Seifenoper mit ner tollen Hauptdarstellerin (und der Rest vom Cast überzeugt spätestens nach 3 Folgen auch).
    Recht unterhaltsam, mehr aber auch nicht. Die 3 Sterne gehen in Ordnung.

  23. Doughnut

    Ansonsten geht ja grad Dexter wieder los. Und das dermaßen gekonnt und punktgenau das Dexter-Feeling zurückbringend (Humor, Drama, tiefschürfende Monologe), dass es, wenn sie so weiter machen, Breaking Bad locker übertrumpfen könnte (S04 hatte ja neben den coolen Szenen diverse monströse Logiklöcher… die teils erst die coolen Szenen ermöglichten… irgendwie unverdient, was da teilweise passierte).

    Die uneinholbar beste Dramaserie ist ja eh “The Shield”. ;)

  24. Ralph

    Dann guck ich “Ringer” wohl mal doch noch ein bisschen weiter. Neo-Noir-Seifenoper klingt in meinen Ohren gerade irgendwie ganz eingängig.
    Aber Dexter? Ehrlich? Nach der pomadigen, repetetiven, fünften Staffel? Die (ständich wechselnden) Autoren haben einfach keine Eier (im krassen Gegensatz zu Vince Gilligan und seinem Team, die einem wöchentlich ordentlich die Fresse polieren). Hab allerdings noch nichts von der aktuellen gesehen aber ich muss es mir echt noch überlegen. Dexter ist irgendwie wie CSI, nur eben als Staffel-Procedural. Und wenns um Logik geht, finde ich die sich darin befindlichen Löcher bei Dexter weitaus frappierender als bei Breaking Bad.
    Und ja, “The Shield” war natürlich extrem gut. Aber nicht uneinholbar. Für den Pantheon reicht es allemal, nicht so für die heilige Serien-Troika.
    Ich schau jetzt mal, was die neue “Sons of Anarchy”-Staffel so kann…

  25. Doughnut

    “Dexter ist irgendwie wie CSI, nur eben als Staffel-Procedural.”
    Staffel.Procedural, lustige Wortschöpfung, gefällt mir. XD
    Ist ja auch so, die angebliche Entwicklung Dexters ist nichts weiter als die Anpassung seines “Dark Passengers” an wechselnde Lebensumstände. ^^

    S05 war eher mau, isb völlig überhastet zu Ende geführt.
    Hat mich aber auch extrem an S03 erinnert (tausche Miguel Prado gegen Lumen Pierce und ändere ein paar Persönlichkeitszutaten ^^) und die war auch überhastet und mau, trotzdem gefolgt von einer rasanten S04, die fast so spannend war wie die ersten Staffeln.
    Und andere Parallelen gibt es auch. In S04 war der göttliche John Lithgow Dexters Gegenspieler, in S06 wird es der fast ebenso göttliche … also halbgöttliche Edward James Olmos. Und das für Dexter in der Breite eher neue Thema Religion und Moral macht auch was her.
    Nene, bei Dexter ist die Luft lange noch nicht raus.
    Und dass die Serie logisch eher auf tönernen Füßen steht (die ganze Grundprämisse allein und dass er immer irgendwie haarscharf davonkommt), ist ja nix Neues, im Gegensatz zu Breaking Bad will Dexter aber auch nicht realistisch sein, sondern einfach ein extrem unterhaltsamer Horror-Crime-Comedy-Mashup mit nem Schuss Gedankenfutter hier und da. Ist doch toll!

  26. Doughnut

    “Und ja, “The Shield” war natürlich extrem gut. Aber nicht uneinholbar. Für den Pantheon reicht es allemal, nicht so für die heilige Serien-Troika.
    Ich schau jetzt mal, was die neue “Sons of Anarchy”-Staffel so kann…”

    Naja, hab natürlich auch noch lange nicht alles gesehn, was es so gäbe.
    “The Wire” trau ich mich nicht ran, ich glaub nicht, dass ich alles verstehe und außerdem brauch ich beim Format “Serial” gute Gründe, eine Staffel bis zum Ende zu verfolgen, “gute Milieustudie” ist da bei weitem nicht gut genug…
    Aus demselben Grund trau ich mich wohl auch nicht an “The Sopranos” ran. ^^

    Naja, Drama ist für mich aber auch eine sehr eng gefasste Definition. Eine Serie, in der nicht ordentlich Spannung aufgebaut wird, ist für mich einfach keins. Und von daher kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass es besser geht als bei “The Shield”, es sei denn, man bevorzugt SciFi und versteift sich deswegen trotz aller Schwächen auf BSG.
    “Babylon 5″ auf keinen Fall, ich seh nicht ein, wieso ich eine Serie nicht auch dafür ehren sollte, dass sie es schafft, glaubhafte CGI zu kreieren. Firefly hat es ja auch geschafft und die hatten auch nicht die besten CGI-Modelle, dafür aber raffinierte Mittel, um zu kaschieren, dass da nicht alles Gold war, was glänzte.
    Und zu “Sons of Anarchy”:
    Die neue Staffel ist der Wahnsinn, wem in Irland beim Zuschaun die Beine eingeschlafen sind, der kann sich sicher sein, dass die gaaaanz schnell wieder wach werden, hehe.

  27. Doughnut

    und zum Vergleich der Logiklöcher Dexter-Breaking Bad:
    Allein, dass Walter nicht schon längst im Zeugenschutz ist, ist ein einziges RIESIGES Logikloch. XD
    Dexter hat sowas in der Qualität nicht.

  28. Ralph

    Doch: Dexter wurde immer noch nicht gefasst und entkommt ständig, auch wenn er sich noch so blöd anstellt. Und das Ende von Season 5 war vielleicht nicht logisch aber totaler Quark.
    SPOILER
    Und Walter WILL ja nicht ins Zeugenschutzprogramm, weil er eine Art Scarface von Albuquerque werden will. Das sollte doch spätestens jetzt klar sein.
    The Wire ist übrigens weitaus mehr als eine Milieustudie. Da solltest du dich unbedingt mal rantrauen. Es wird nämlich extrem große Spannung aufgebaut. Genauso übrigens bei den Sopranos. Also los jetzt!
    Die vierte SOA-Staffel ist tatsächlich ziemlich lässig. Da fliegt nach der mauen dritten endlich wieder standesgemäß die schmutzige B-Movie-Kuh. Vor allem die letzten zwei Folgen haben mich ziemlich umgehauen. Endlich wird es wieder so richtig unangenehm und dreckig innerhalb des Clubs. Und der Kopfschuss vor zwei Wochen, war wohl einer der derbsten Gewaltausbrüche, die ich seit langer Zeit in einer Serie gesehen habe.

  29. samson

    wollt mich mal für den hinweis auf idiot abroad bedanken.

    Wer normal komplett an mir vorbei gegangen weil der erste eindruck zu sehr an RTL format erinnert.

    Aber dein review ist hängen geblieben und ich hab mir die ersten zwei folgen mit ziemlich viel spass angeguckt. das review trifft es gut!

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