Berlinale-Retrospektive: Die rote Traumfabrik

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Eine cinephile Schatzgrube öffnet die heute bekanntgegebene Retrospektive der Berlinale 2012, die sich dem deutsch-russischen Filmstudio Meschrabpom/Prometheus widmen wird. Gezeigt werden Filme – mit Sicherheit in hervorragenden Kopien – wie “Aelita” (1924), “Konez Sankt Peterburga” (Das Ende von St. Petersburg, 1927), “Dewuschka s korobkoj” (Das Mädchen mit der Hutschachtel, 1927) oder “Potomok Tschingis-Chana” (Sturm über Asien, 1928). Die 62. Internationalen Filmfestspiele finden vom 9.-19. Februar 2012 statt.

[...] Ein russischer Filmprofi aus der Zarenzeit mit Gespür für die richtigen Stoffe und ein deutscher Kommunist, ein “roter Medienunternehmer”: Moisej Alejnikow und Willi Münzenberg taten sich 1922 zusammen, mit pfiffigen Geschäftsideen, politischem Auftrag und unbändiger Lust an neuer filmischer Erzählung. So entstand ein einzigartiges deutsch-russisches Filmunternehmen, das Filmstudio Meschrabpom-Rus (später Meschrabpom-Film) in Moskau, mit einer Zentrale in Berlin. Rund 600 Filme und elf bzw. 14 Jahre später wurde das internationale Experiment von den Diktaturen Hitlers und Stalins gewaltsam beendet. Die Retrospektive der Berlinale 2012 widmet sich unter dem Titel „Die rote Traumfabrik” dieser Wiederentdeckung aus russischen Archiven. [...]

Die von Alexander Schwarz und Günter Agde kuratierte Retrospektive umfasst rund 30 Programme mit über 40 Stumm- und Tonfilmen. Alle Stummfilme des Programms werden mit Live-Musik durch international renommierte Künstler begleitet. Das Programm schließt diverse deutsche Erstaufführungen von Filmen ein, die Gosfilmofond (Moskau) und das Russische Staatliche Archiv für Film- und Fotodokumente Krasnogorsk zur Verfügung stellen. Die Retrospektive entstand in Kooperation mit dem Bundesarchiv/Filmarchiv, der Cinémathèque de Toulouse, dem Filmmuseum im Münchner Stadtmuseum, dem Österreichischen Filmmuseum in Wien und dem Department of Film des Museum of Modern Art. [...]

In enger Verbindung zur Retrospektive steht die gemeinsam mit Arte/ZDF ermöglichte, mit der originalen Musik Edmund Meisels vom Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin präsentierte Berlinale-Aufführung von Sergej Eisensteins Meisterwerk “Oktjabr” (Oktober, 1928). Der Film über die Oktoberrevolution von 1917 wird am 10. Februar 2012 im Friedrichstadtpalast gezeigt. [...]

Wow!

(via)

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  • Fluffy Bunny

    Wenn es dort eine “unzensierte” Fassung von “Admiral Nachimov” zu sehen gäbe wär ich sofort dabei. Muss mal schauen, was die im Angebot haben.

    Für interessierte – russisch/sowjetischer Film der Frühzeit ist ähnlich dem deutschen schon rein optisch ein echter Genuß – Handlung hin oder her.

  • http://laura.twoday.net/ Laura Zimmermann

    Ich finde es toll, dass die Retrospektive der Berlinale 2012so interessantes Thema hat. Ich liene die russischen und deutschen Filme. Ich meine es wird sehr interessant.

Fünf Facefreunde