So nachdem ich aus dem Urlaub zurück bin jetzt ein paar aktuelle Starts und Filme zu dem ich jetzt erst gekommen bin im Kurzreview:
The Thing – USA 2011





Vorgeschichte von Carpenters The Thing in der wir erfahren, was im norwegischen Forschercamp passiert ist, die das Alien und das Raumschiff entdeckt haben.
Es hätte schlimmer kommen können. Ganz klar spielt das verspätete Prequel an keiner Stelle in derselben Liga wie Carpenters Meisterwerk, aber es versucht sich im respektvollen Umgang mit dem Original in dessen Anfang es immerhin nahtlos überleitet.
Was dem neuen Film fehlt sind starke Charaktere und die ruhige, suspensegeladene Stimmung des Originals. War im Original jede Figur auf ihre Weise einprägsam und interessant, dienen die viele Figuren des norwegischen Camps hauptsächlich als verheizbares Kanonenfutter, für das “Ding” das sich diesmal entgegen der Tagline von Carpenters Film (“Man is the warmest place to hide”) weniger versteckt, als wie ein Slasher-Killer hinter seinen Opfern her ist. Die verschiedenen Mutationen sind dabei durchaus originell und faszinierend konzipiert, kranken allerdings an ihrem digitalen Look, der sie nur in wenigen Momenten als so real und greifbar erscheinen lässt, wie Rob Botins Latexkreationen. Das diesmal eine außenstehende US-Forscherin (und Amerikanerin) als Identifikationsfigur in den Plot gepresst wurde, die sich mit dem eindimensionalen Mad Scientist rumstreiten darf, tut der Spannung auch nicht wirklich gut, denn so stellt sich nie das Gefühl echter Abgeschlossenheit ein und die Idee mit den Plomben als Nachweis der menschlichen Echtheit ist leider auch nicht halb so nervenzerfetzend, wie der Bluttest des Originals.
Die Musik und Kameraführung versucht sich schon dran Carpenters Werk zu imitieren und es gibt zugegeben viel langweiligere und ärgerlichere Filme als dieses neue Thing. Aber leider fügt das Prequel der Geschichte weder etwas interessantes hinzu, noch ist er je mehr als eine Fußnote zum Original. Und dessen Schicksal nach geflopptem Kinostart erst spät zum Kulterfolg zu werden, dürfte das Remake wohl auch nicht erwarten – denn dazu ist es einfach zu gewöhnlich.
Submarine – UK 2011





Der eigenwillige britische Teenager Oliver Tate muss sich mit der Beziehungskrise seiner Eltern, dem Erwachsenwerden und der schwierigen Beziehung zur Freundin Yordana herumschlagen.
Nicht die originellste Coming of Age-Story, aber dennoch eine sehr skurril und sehr englisch, respektive walisisch erzählte Story über das Erwachsenwerden und die erste große Liebe. Die Darsteller sind eher sympathisch, als schön und Meilen entfernt von den geleckten US-Kollegen. Der Soundtrack ist großartig stimmungsvoll und die Küste von Swansea bildet den passenden optischen Background, der die innere Melancholie und jugendliche Unsicherheit wie den Hang zum großen, prätentiösen Drama widerspiegelt. Als Geistesverwandter von Adrian Mole und Nick Twisp kann Oliver Tate durchaus überzeugen und wenn er mit seiner Freundin Freundin zusammen Dinge anzündet, sich selbst Super 8-Erinnerungen erschafft oder elaborierte Todesphantasien durchspielt, ist das eigenständig genug um davon abzulenken, dass die Themen natürlich universell sind und wir diese Teen-Angst schon dutzendfach gesehen haben. Letztlich funktioniert der Film auch eher darüber wie er die Story erzählt, als darüber was er erzählt. Besonders erwähnenswert neben den jungen Hauptdarstellern auch Noah Taylor, als dauerdepressiver Vater und Sally Hawkins als Olivers Mutter.
Real Steel -USA 2011





Heruntergekommener Ex-Boxer wird überraschend mit seinem Sohn konfrontiert und muss nicht nur seine Beziehung zu ihm kitten sondern auch einen abgetackelten Kampfroboter zum Sieg führen…
Ohne Hugh Jackmans Charme hätte diese Robo-Version von Rocky wirklich Probleme. Dank ihm bleibt der Film im soliden Fahrwasser des Kinderkinos, der ideale Sonntag-Nachmittags-Kost ohne jede Überraschung abliefert.
Tricktechnisch ist das ganze überraschend zurückhaltend und gerade deswegen beindruckend, die Roboter verschmelzen nahtlos mit der real gefilmten Action. Dramaturgisch wirds bisweilen etwas anstrengend, denn der kleine Junge überschreitet mehr als einmal die Grenze zum Nervigen, zumal er nie als Kind wirklich glaubhaft wird, so sehr ist er den Erwachsenen des Films überlegen.
Die Logik ist auch nicht der große Freund des Drehbuchs und Captain Kitsch schlägt im tränenseeligen Final dann auch härter zu, als jeder Kampfroboter.
Mit 12 hätte ich den Film vielleicht geliebt, aber als Erwachsenem bietet der Streifen dann doch zuwenig Überraschungen als das es für ein mehr als “ganz nett” reichen würde. Trotzdem ist der Film mit seiner warmherzigen Harmlosigkeit immer noch um Längen sympathischer als Transformers und Co.
Tim & Struppi und das Geheimnis der Einhorn – USA 2011





Tim & Struppi lernen auf der Suche nach dem Geheimnis das sich in den drei Miniaturnachbildungen des Schiffs “Einhorn” Kapitän Haddock kennen und stürzen sich mit ihm in ein Abenteuer…
Wie erwartet setzt Spielberg im Bereich Motion-Capture-Film neue Maßstäbe. Technisch stellt er die Werke von Zemeckis deutlich in den Schatten und auch das Problem der toten Augen ist zwar nicht ganz verschwunden, aber deutlich besser als in anderen Werken. Problematischer ist da schon das Mischkonzept, die künstlerische Entscheidung die Figuren weder ganz menschlich, noch ganz stilisiert wirken zu lassen. So haben wir seltsam cartoonige Gestalten mit Sommersprossen, Poren und und Haaren auf den Armen – die zumindest für mich nie ganz den seltsamen Hauch des sterilen Abschütteln konnten.
Die Story geht im großen und ganzen in Ordnung, bietet klassische Abenteuerkost und einige rasante Actionszenen und wohl die schönste Intro-Animation der letzten Jahre, die Anklänge an “Catch me if you can” liefert – nicht zuletzt weil wir auch hier wieder mal John Williams im Jazz-Modus erleben dürfen.
Soweit ich es beurteilen kann, bleibt der Film auch den Figuren und dem Erzähltonfall Herges relativ treu, spielt mit kleinen Verweisen auf den Tintin-Kosmos, was Fans des Jungreporters sicher freuen dürfte. Mein Fall war der Mix aus relativ brutaler Action, in der ständig mit Maschinengewehren und Pistolen geballert und getötet wird und sehr kinderaffinen Slapstick-Humor allerdings schon in den Comics und Zeichentrickfilmen nicht ganz. Tim und Struppi sind noch ganz okay, aber Captain Haddock (schön gespielt von Andy Serkis) der ständig zwischen weinerlichem Säufer, Selbstüberschätzung und Trottel hin und herspringt ist auf Dauer genau wie Schulze & Schultze mit ihrer Dauerdebilität ziemlich anstrengend. Was ich in einem konsequent cartoonigen Film, mit überzeichneten Figuren wie Shrek oder Despicable Me akzeptieren kann, wirkt in diesem Halbrealistischen Look unpassend und merkwürdig. Zugleich passiert im Grunde relativ wenig und nach dem ganz unterhaltsamen Showdown mit dem Schurken bleibt das Gefühl, das wahre Abenteuer stünde erst noch bevor. Bei aller Kritik bin ich dennoch gespannt was Peter Jackson aus dem nächsten Film macht, denn Spielberg geht inszenatorisch doch zu oft auf Nummer Sicher und erinnert in den Actionszenen streckenweise unangenehm an Indiana Jones 4 – auch wenn er und seine All-Star-Screenwriter-Horde wohl versucht haben das Flair von Raiders zu imitieren.
Es bleibt kein schlechter Film, der die zahllosen Fans (so sie sich nicht an Beckmessereien aufreiben) und kleinere Kids wohl gut unterhalten dürfte (wenn man es okay findet sie Filme sehen zu lassen in denen Nonstop mit Waffen herumgefuchtelt und geballert wird), bei dem wir aber gespannt sein können, ob er viele neue Fans hinzugewinnen wird.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- November 18th, 2011 •
- 21 Kommentare
- Schlagwörter: Hugh Jackman, Steven Spielberg, Submarine, The Adventures of Tintin, the thing, Tintin













































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