Reviews: Hugo, Ghost Rider – Spirit of Vengeance, Underworld Awakening, Verblendung, Die Drei Musketiere (Review)

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Kurz vor den Oscars, hier ein paar aktuelle und ein paar nachgeholte Reviews.

Hugo – USA 2012
★★★½☆-★★★★☆

Nach dem enttäuschenden Trailer der eine Kinderlovestory im Amelie-Look versprach, ist der Film letztlich eine positive Überraschung. Auch wenn Asa Butterfield hauptsächlich aus blauen Kulleraugen und schiefer Schnute besteht, funktioniert seine Figur hinreichend gut um in die Geschichte zu ziehen. Natürlich wird er von Chloe Morez in jeder Szene die die beiden zusammen haben an die Wand gespielt, aber dennoch wünscht man dem armen Waisenkind, dass es seinen Sinn im Leben finden möge.

Die Story, so konstruiert sie auch ist, schafft tatsächlich die Begeisterung für das frühe Kino des Trickfilmpioniers George Méliès in angemessene Bilder umzusetzen, die auch dem heutigen Publikum eine Ahnung von der Faszination geben, die die simplen Effekte damals gehabt haben müssen. Natürlich geschieht dies meist durch kühle berechnetes Stellvertreterstaunen, aber was einem Spielberg recht ist, sollte Scorcese nur billig sein. Ben Kingsley legt viel Gravitas und Wehmut in seine Figur, die von allen im Film am menschlichsten wirkt. Neben ihm geraten viele der anderen Nebencharaktere leider zu Holzschnitten, die bewusst auch “skurrilen Charme” gebürstet sind, deren Subplots aber leider mehrheitlich im dramaturgischen Nichts enden. Schade um großartige Schauspieler wie Richard Griffths, Frances de la Tour und Christopher Lee, die zwar immer eine Freude anzusehen sind, letztlich aber nur malerisches Hintergrundrauschen gerieren, ohne tatsächliche Relevanz für die Geschichte zu haben.

Gewöhnungsbedürftig auch der hochartifizielle Look, der manchmal funktioniert, manchmal aber auch aus Story reisst, genau wie das uneinheitliche 3D das nur in wenigen Momenten interessant wirkt, meist aber egal ist oder sogar (wie im von ILM hingeschluderten Eingangs-Shot) billig wirkt und genau die Stimmung zerstört, die der Film zu erzwingen sucht. Vieles ist zu dick aufgetragen, die Farben zu bunt, der Dreck zu malerisch, das oh-so-französische-Flair das mittels penetranter Musikuntermalung wie aus einem Pepe-Le-Pew-Cartoon wirkt. Stellenweise versucht der Film einfach zu sehr niedlich, pitoresk und adorable zu sein und hämmert einem die Poesie ähnlich wie Amelie mit dem Holzhammer ins Auge.

Zum Glück gibt es auch die kleinen intimen Momente, die anrührenden Szenen in denen Scorceses Liebe zum Film und zu Méliès sichtbar und nachspürbar wird. In denen er sich mehr auf die Schauspieler, als auf die künstliche Bahnhofswelt verlässt und die Akteure einfach nur miteinander reden lässt.

Da berührt der Film, da gelingt ihm dann tatsächlich für Sekunden die Magie zu erzeugen, die er oft nur behauptet. Wenn Méliès sich enttäuscht weinend aufs Bett fallen lässt, wenn er letztlich doch einen seiner Filme nocheinmal mitansieht, sagt das mehr aus als überkandidelte Traumsequenzen oder die stets zur Fremdscham einladenden Klamottereien des penetrant chargierenden Sacha Baron Cohen, dessen Bahnhofspolizist die anstrengenste und unangenehmste Rolle des ganzen Films ist.

Der Philosophie der Mechanik und das jedwedes Ding seine Funktion hat und repariert werden kann, ist Scorcese dann gerade im Finale doch etwas zu sehr verhaftet, wenn sich die Figuren nicht als lebendige Menschen sondern nur als Bauteile in eine perfekte Erzählmaschine einfügen, deren Ziel das Happy End ist. Denn ein kleines bißchen fehlt dem Film, wie auch dem Automaton den der junge Hugo zusammenbaut das echte, schlagende Herz, das auch dann weitertickt, wenn niemand mehr den Schlüssel umdreht.


Ghost Rider – Spirit of Vengeance – USA 2012

★★★☆☆

Eigentlich klingt es wie eine unschlagbare Mischung. Mr. Psycho Cage plus die Regie-Berserker Neveldine/Taylor. Und tatsächlich macht der zweite (angeblich für sich selbst stehende, letztlich aber doch wie ein Sequel wirkende) Ghost Rider mehr Spaß als sein träger Vorgänger. Die Kameraarbeit ist gewohnt abgefahren, der Schnitt ebenfalls und Cage grimassiert und chargiert sich schön over-the-top durch das Spektakel. Kann man gucken. Doch natürlich gibt es ein ABER, denn was dem Film fehlt ist leider spektakuläre Größe und die nötige Gravitas, die die Story über das Niveau einer TV-Folge Supernatural heben. Die günstigen Locations (der Film wurde in Rumänien und der Türkei) fallen leider doch auf, denn es mangelt an spektakulären Landschaften, epischen Bildern und generell dem ganz großen Spektakel, dass man von einem zünftigen Ende-der-Welt-Dämonen-Fight erwartet. Da sich Neveldine/Taylor hier erstmals an einen PG13-Streifen gewagt haben, bleibt das Ganze auch relativ harmlos und brav was die Fightszenen angeht – es ist wie Crank mit angezogener Handbremse. Die Story um den Sohn des Teufels, der sein Schicksal zu erfüllen hat bleibt weit unter ihren Möglichkeiten, weder der Gewissenskonflikt noch die Verführung werden spürbar dramatisiert und das obwohl Ciarán Hinds als Teufel durchaus eine ansprechende Besetzung ist.

Schafften es die beiden Regisseure sowohl die Crank-Filme als auch Gamer auf inspirierte Weise viel teurer und rasanter wirken zu lassen, als es die Budgets vermuten ließen, wird hier deutlich, dass knapp 60 Millionen für einen Studiofilm anscheinend doch zuwenig sind, um mehr abzuliefern als gedämpftes Spektakel ohne große Spannung oder Schauwerte. Was letztlich bleibt ist Cages Performance und einige starke Kamerasperenzchen und das sehr offensive 3D – das ist okay, aber leider nicht wirklich die Explosion die ich von Neveldine/Taylor und Cage erwartet hätte.

Underworld Awakening – USA 2012
★★☆☆☆

Ächz. Die wohl unsympathischte Actionheldin geht in die dritte Runde, nach ihrer Auszeit im vorigen Teil. Selena metzelt sich gnadenlos durch die Gegend, massakriert Schuldige wie Unschuldige auf bestialische Weise – und das alles für eine nicht existente Handlung und Actionszenen die aus dem Wiederkäuen der ewig gleichen Posermomente besteht. Selbst wenn die Zeit drängt findet Selena immer noch Zeit in Slowmo den Catwalk zu machen. Das ganze ist natürlich weniger spannend oder mitreissend als mit der Zunge an einem 9-Volt-Block zu lecken, aber vermutlich reicht es den Fans immer nur more of the same zu servieren. Selbst die schlechten Resident Evil-Teile wirken gegen diese öde und zynische Metzelarie noch wie innovatives Autorenkino und gegen Beckinsales Selena bietet Mila Jovovich mit Alice eine tiefgründige Charakterstudie.
Das die Rendereffekte der Wölfe auf dem Niveau einer Xena-Folge sind und das Charakterdesign eher aussieht als hätte ein Troll einen Gorilla gevögelt, sei nur noch am Rande erwähnt.
Unerfreulich, unnötig und sterbenslangweiliges Formelkino dessen angedrohte Fortsetzung uns hoffentlich erspart bleibt.

Verblendung – USA 2011
★★★☆☆

Nicht wirklich schlecht, nur unglaublich überflüssig. Fincher hat außer seinen sterilen Hochglanz-Bildern der Story nichts wirklich neues hinzuzufügen. Der geleckte Look nimmt dem ganzen aber auch viel von der Unmittelbarkeit und Rauhheit der schwedischen Verfilmung, schafft Distanz und lässt spürbar kälter. Rooney Mara wirkt leider auch eher wie ein Mädchen aus gutem Hause, dass zu Halloween als Cracknutte geht, als tatsächlich wie die authentische Naturgewalt, als die Nomie Rapace Lisbeth Salander spielte. Daniel Craig fehlt die knarzige Unscheinbarkeit von Michael Nyqvist – er wirkt zu cool, zu heldenhaft. Technisch ist das Ganze okay, aber genau wie das Remake von So finster die Nacht bleibt der Beigeschmack, dass hier unnötig etwas nachgedreht und geglättet wurde, ohne dabei tatsächlich etwas originär neues zu schaffen.

Die Drei Musketiere – (The 3 Musketeers) US/Deutschland 2011

★★★☆☆

Ich wage es kaum zu sagen, aber ich hab mich durchaus gut unterhalten gefühlt. Als moderne Antwort auf die überkandidelten, albernen Lester-Verfilmungen aus den 70ern ist der Film durchaus ein annehmbares Guilty Pleasure. Er nimmt sich nie ernst, noch behauptet er eine sehr werkgetreue Verfilmung zu sein. Die Schauspieler sind sich durchaus der cartoonhaftigkeit ihrer Figuren bewusst und spielen entsprechend und in dem Kontext ist das ganze ein harmloser, unterhaltsamer Spaß.
Logan Lehrman, der in Percy Jackson an Gesichtslähmung zu leiden schien, ist als D’Artagnon ein ganze passable Besetzung, der zwar nicht an Michael York heranreicht, aber eine weit bessere Figur macht als Chris O’Donnel seinerzeit. Gleiches gilt für die restlichen Musketiere. Mila Jovovich als Mylady macht ebenfalls Spaß, genau wie Christoph Waltz als verschlagener Kardinal (auch wenn er nicht an Tim Currys überdrehten Wahnsin heranreicht).
Selbst die finale Luftschlacht mit den “Air-Ships” war im Grunde ganz putzig anzusehen. Die Musketiere sind pures Popcornkino mit hohem Slapstick-Trash-Faktor und als solche das Ansehen wert – und sind wir mal ehrlich, auch die Vorlage war eher packender Abenteuer-Schmöcker als feinsinnige Literatur.

In : Review

About the author

Oliver “Batz” Lysiak studierte Mediensoziologie und arbeitete als Redakteur u.a. für NDR, RTL, Pro7, wo er lernte, dass “die Zuschauer Ironie nicht verstehen”. Seit 2006 betreibt er, zusammen mit vier anderen Cinemaniacs, das erfolgreiche Filmblog “Die Fünf Filmfreunde” und arbeitet als “Creative Director” und Filmjournalist bei Deutschlands größter Filmwebsite moviepilot.de. Er mag Wombats, Katzen und Leute die im Kino die Klappe halten und träumt davon, irgendwann von Stephen Fry adoptiert zu werden.

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21 Comments

  1. Seba

    @Underworld: LOL. Made my day Batzman. Aber so scheiße (“scheisse” im Sinne von “unsehenswert) fand ich den Film nicht, was vielleicht an meinen Beiden Amphoren Pils rechts und links von mir, plus der dazugehörigen Portion Tacos mit Käse-Dip lag.

  2. Dr.Strangelove

    Ich mag Remakes ja so gar nicht. Aber Verblendung von Fincher ist richtig gut. Und besser als das Original. Bei Nachtwache oder Insomnia empfehle ich das Original. Bei Finchers Version von Verblendung kommt das ganze richtig schön düster daher. Das Original wirkt dagegen wie ein TV Film… erinnert teilweise an einen aufgemotzten Tatort. Rooney Mara spielt, imho auch besser als die Frau im Original. Ich finde so Gothik Tussen generell IMMER lächerlich und war total überrascht das so eine Figur mal “gewirkt” hat. Das einzig schlimme an “Verblendung” sind die letzten 30, 40 Minuten. Der Film findet keine Ende… macht auf cool, Frau setzt sich noch mal eine Perrücke auf und kassiert noch mal kräftig ab. (Wo sie ja zu Beginn ne arme Psychotante ist.. die eben ganz gut hacken kann.) Das ist am Ende einfach zu viel. Im übrigen finde ich Daniel Craig auch alles andere als “zu cool” für den Film. Der hat früher ähnliche Rollen gespielt. Zerbrechlichere… und das passt total.
    Und generell ist Fincher mit diesem Film für mich wieder interessant geworden. Benjamin Button, Zodiak, Facebook, fand ich alle schrecklich. Hab’ nicht viel erwartet. Finde Remakes eigentlich überflüssig… aber dieser Film haut schon gut rein.

  3. Ced

    Hugo war ein magisches Stück Film, das ich lange nicht mehr in dieser Form gesehen habe. Das 3D war für mein Empfinden endlich mal interessant eingesetzt, was für mich dann der Fall ist, wenn es sich nicht in den Vordergrund schiebt. Was auch nicht zur Thematik passen würde. Vielmehr sieht es sich eher als Hommage an das alte Kino. Cohen ist sicherlich diskutabel, tatsächlich fand ich ihn aber sehr charmant und gut besetzt, wenn man dahinter nämlich nicht Cohen sehen möchte. Das gelang mir zumindest gut.
    Das alles würde ich aufgrund von 3,5 und 4 Sternen (völlig ok) eigentlich nicht betonen wollen müssen, wenn die textliche Kritik nicht eher nach einem Stern klingen würde.

  4. Michael

    Ich dachte mir auch, dass Verblendung am Ende noch viel zu lange weiterläuft. Da wollte man wohl dem Buch irgendwie Tribut leisten, vermute ich mal. Oder auf die Fortsetzungen vorbereiten, weil jetzt ist die ja Millionärin.

    Was mich verfolgt ist der Part im Keller vom Serienkiller. Ich krieg nicht das “was wäre wenn ich da hinge” aus dem Kopf. Fand ich herb, wie der jahrelang fröhlich da alles foltert und umbringt.

  5. Kai

    Also, deine Meinung zu Kate Beckinsale bzw. Selena in Ehren, aber teilen mag ich sie nicht in Gänze. Ok, der vierte Teil war gefühlt recht kurz und hat die “Geschichte” nicht so weiter transportiert wie die bisherigen Teile. Es fehlten auch deutlich einige bisherige Schauspieler. Toll war aber Selenas Tochter! Ich denke, da steckt noch einiges potential für die nächsten Teile drin. Gefehlt hat das “mystische”, alte Schriften, geheime Zusammenhänge, Vampyre, sowas. Forschungslabor in seiner Kühle ist eher Racoon City. Aber sei es drum, der Teil war ok und bekommt von mir ne 2-. Und die Werwolfanimationen waren ok, Zeitlupengebrüll = Zeitlupenanimation. *lach* Naja, ok, hat einen nicht vom Hocker gehauen.

    Dafür sensationelle 13,50 € im UCI war schon SEHR frech! Arschgeigen!

  6. Silent Rocco

    Die Kritik zu Verblendung triffts ziemlich gut. Emotional total egal, Rooney nicht wiklich glaubwürdig, Craig zu cool und der Film direkt in den Credits schon vergessen, egal, wie sauber er aussieht und wie gut er klingt. Aber gut, generell ist Krimi nicht so meins. Inhalt ist einfach mal superegal. Kein Vergleich zum grandios geschriebenen Social Network.

    Hugo hat mich nicht im geringsten erwischt und größtenteils gelangweilt. Man sieht die ganzen Zutaten, aber allein dieser Dauerzuckerguss und der oft billige Look lassen mich hoffen, dass gleich The Artist und nicht dieser Kitsch bei den Oscars abräumt. Und Cohen ist einfach nur ein ganz unlustiger Witz.

  7. MTA

    Ich würde die amerikanische Neuverfilmung eines Romans auch gar nicht als Remake eines schwedischen TV-Mehrteilers verstehen. Rooney Mara bringt eine verletzliche Komponente in die Rolle mit ein, die bei Rapaces eindimensionalerer Hau-drauf-Version weniger gegeben war. Und den Vorwurf, Craig wirke zu cool und heldenhaft, kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen. Sein Blomkvist ist ein glaubwürdig dargesteller engagierter, analytischer Journalist. Weder dauerhaftes Herumkauen auf der Brille, noch technische Inkompetenzen oder Ausrutschen im Wald (um nur mal Beispiele zu nennen, die mir spontan einfallen) sind cool oder heldenhaft. Mir klingt das sehr nach einem Vorurteil Daniel “Bond” Craig gegenüber, das eigentlich nur haltbar ist, wenn man den Film nicht gesehen oder seine Vorurteile sehr sehr lieb gewonnen hat.

  8. Sophie

    Sooo schlecht war der nicht, der Film. Bisschen wie ein langer Trailer für das kommende Sequel vielleicht. Doof irgendwie auch der Michael-Tease ohne Ergebnis im Endeffekt und das mit der Tochter … na, ich weiß nicht. Erinnerte mich irgendwie an Twilight pt. IV, ein bisschen weitergefuehrt. Aber KB ist einfach hammer in der Rolle und mit Milla auch nicht wirklich zu vergleichen. Alice und Selene (ja, nicht Selena^^) sind schon recht verschieden im Aufbau und der Charakter”entwicklung” (ok, bei Selene findet die nicht wirklich statt, aber die ist ja auch ein Vampir). Naja, vllt mag ich auch Selene’s Outfit mehr, wer weiß. Auf jeden Fall hat der Film nicht weniger Sterne verdient als Ghost Rider II.

  9. ZSSnake

    “Selbst die schlechten Resident Evil-Teile wirken gegen diese öde und zynische Metzelarie noch wie innovatives Autorenkino und gegen Beckinsales Selena bietet Mila Jovovich mit Alice eine tiefgründige Charakterstudie.”

    Also wenn man sowas schreibt, sollte man sich zumindest Resident Evil Afterlife mal angeschaut haben. Und falls das passiert ist, dann sollte man auch die Wahrheit schreiben. Dagegen wirkt Underworld Awakening dann nämlich doch noch ein gutes Stück besser. Nichts gegen Resi 4, ich fand den Film okay, aber gemessen am Rest der Reihe schon ziemlich platt, ein Anderson halt, Zeitlupe, Zeitlupe, bisschen Action (selbstredend in Zeitlupe), mehr Zeitlupe und ein oder zwei Storyhappen. Underworld 4 war rasant gemacht, cool, hatte ein paar echt nette Ideen (Mega-Mutanten-Wolf, Die Handgranate ;-)) und hat mir nicht nur als Fan der Reihe wirklich Spaß gemacht. Und es wirkte insgesamt durchaus weit inspirierter und storytechnisch doch zumindest etwas treibender als dieses sinnlose Zeitlupen-Action-Gehampel in Resident Evil 4. Der schaute sich an, als wenn Anderson die Story nach dem Spielen von Resident Evil 5 auf der Rückseite einer Serviette geschrieben hätte und peinlich darauf geachtet hat, alles was irgendwie etabliert war (Erde als Wüste, ausgemergelte Zombies) zu übergehen oder einfach zu ignorieren (Alice verliert ihre besonderen Kräfte zu Beginn des Films, schnetzelt aber trotzdem fröhlich übermenschlich weiter). Underworld Awakening hat zumindest die Story von Teil 1+2 aufgegriffen und die Welt konsequent weitergedacht und mit neuen Ideen ein wenig ausgebaut. Da war sicher nicht so viel Story, wie ich mir gewünscht hätte, aber es passte zumindest innerhalb der Serie alles weiter logisch zusammen.

    Wie dem auch sei, wenn ich ein Urteil fälle, sollten doch die Verhältnisse stimmen. Das sollte hier nur mal erwähnt sein. Und bevor hier Vorwürfe laut werden, ich hätte Underworld irgendwie lieber als Resident Evil: Mir gefallen beide Reihen als Unterhaltungsfilme gut und ich habe mit beiden Reihen viel Spaß (gehabt), wenn ich sie geschaut habe.

  10. krösus

    hab mir underworld jetzt auch angesehen und fand nicht unbedingt schlecht, aber viel, viel zu kurz. wenn man den abspann abzieht, ist der ja vllt grade mal 75 minuten lang. dann hat man noch die rückblenden am anfang und kommt vvlt auch 70 minuten? das war mir zu kurz. netter film, aber da hätte man mehr draus machen können.
    und was resident evil angeht, muss ich meinen vorrednern recht geben. ich fand resident evil bisher immer ganz cool, aber der letzte teil hat mich so DERMAßEN gelangweil, dass ich es kaum ausdrücken kann.
    bei underworld gabs wenigstens was rasantes, was actionreiches (ohne dass der halbe film in slo-mo ist) und die tochter fand ich auch relativ cool und sicher interessant für kommende teile. und selbst wenn die action nur um der action willen da war, fand ichs gelungener als bei RE.

    um nochmal auf verblendung zu sprechen zu kommen: mag vllt ignorant sein, aber ich werd mir den amerikanischen nicht angucken. hab als sie raus kamen zuerst die bücher gelesen, dann die schwedischen filme gesehn und später nochmal in extended fassung (konnte man beim ZDF bestellen, weiß nicht ob das jetzt noch so ist) und alles, wirklich alles war genau so wie ich es mir vorgestellt habe. klar, dass man in einem film (auch in extended) nicht alles unterbringen kann, was in dem buch vorkommt, aber was meinen geschmack angeht kann der amerikanische nicht besser sein.
    zudem habe ich keine lust so ein projekt dann noch mit meinem geld zu unterstützen. hab schließlich sämtliche bücher gekauft , 2 filme im kino gesehn und die extended box geholt. da bezahl ich nicht für die selbe story mit anderen gesichtern nochmal geld.
    beste grüße
    krösus

  11. krösus

    wuah was hab ich mir den da am anfang für komische fehler erlaubt?!

  12. Binding

    David Finchers US-Remake ist zwar ziemlich gut bzw. auch nicht wesentlich schlechter als das Original. Allerdings wirkt es – wenn man den kaum anders ablaufenden schwedischen Film bereits kennt – recht öde (man sieht sich halt quasi dasselbe nochmal an), und die etwas stylishere Inszenierung sowie die Musik von Trent Reznor reißen es dann auch nicht mehr raus.
    SPOILER: Außerdem gibt es einige wohl dem Mainstream geschuldete Glättungen bezüglich der Figur Lisbeth Salander, die ihren Charakter verletzlicher und weicher machen – das Gegenteil im Original macht für mich aber gerade den Reiz der Figur aus. Bei Fincher gibt es keine Vermöbelung durch Mob-Typen (stattdessen ein harmloses Gerangel mit einem Rucksack-Dieb), nur angedeuteten Lesben-Sex (Lisbeth liegt mit einer Gespielin nackt im Bett), und die Protagonistin verliebt sich zu allem Überfluss sogar in den Journalisten (!), sodass er ihr am Ende mehr oder weniger das Herz bricht, als sie ihn mit seiner Chefin davonturteln sieht. Vorher sieht man unnötigerweise auch noch, wie sie ihm einen superkitschig-naiven Kleinmädchen-Liebesbrief mit Pferd-und-Herzchen-Motiv in einen Umschlag steckt!!! Bevor sie den Serienmörder verfolgt, fragt sie zudem nach, ob sie ihn umbringen darf (!), und bei dem folgenden Autounfall des Killers (bei dem er verbrennt), passiert alles von selbst, das heißt sie tötet ihn nicht selbst. Nee, so eine halbgar-agierende Lisbeth will ich nun wirklich nicht sehen! Die ist mir eindeutig zu kuschelig. So gut Rooney Mara auch ist – Noomi Rapace bleibt einfach die bessere und coolere Lisbeth!

  13. fünfcentweisheit

    3,5-4 Sterne? Also dreikommsiebenfünf Sterne!
    Warum macht ihr nicht gleich den imdb 10 Sterne Quatsch mit?
    Oder noch besser: Prozentpunkte! Dann weiss man auch ganz sicher, dass einem der Film mit 78% nicht so gut gefallen hat, wie der mit 79%!

    gesichtspalme.jpg

  14. Der grüne Blob

    Das “Verblendung” wie ein aufgemotzter Tatort wirkt, finde ich auch, allerdings nicht schlimm. Noomi Rapace ist in meinen Augen die perfekte Besetzung. Ich kenne keine die das besser hingekriegt hätte.

  15. splatterjack

    Also die 3 Musketiere 3 Punkte? Das war ein Film zum Abgewöhnen, ich hoffe, dass Ihr Euch hier einfach nur vertan habt, anders kann ich mir das einfach nicht erklären.

  16. Doughnut

    Die Neuauflage der 3 Musketiere war einfach nur ein seelenloses, peinliches Stück Zelluloidabfall, schlechte Tricks, schlechte Schauspieler (alles warn mies, auch die guten), alberne Action – und zwar nicht gut albern, fremdschäm-albern – und eine totale Vergewaltigung der Romanstory.
    0/5 Sternen imo
    Hab mich selten so geärgert über einen Film, und ich fand sogar Transformers 3 okay, hab also schon kaum Ansprüche. Ich hab mich bei den Musketieren geradezu abgezockt gefühlt hinterher. Schicker Trailer, der Film dafür ein einziger Schwindel. GRRRR!!! *rot anlauf*

    Bei Hugo geh ich dafür mit dem Review konform, allerdings seh ich den Vergleich Butterfield-Moretz genau andersrum. Er hat sie permanent an die Wand gespielt. Imo kann das Mädel gar nicht schauspielern. Das war mir ausnahmslos alles zu affektiert-kleinmädchenhaft.
    Beim 3D würd ich ebenfalls die Eingangsszene kritisieren, allerdings auch nur die. Der Rest vom Film war super, fand ich.

  17. ALex

    Also bei Verblendung hatte ich gemischte Gefühle, es gab Szenen die fand ich tatsächlich besser im Remake, wie der Dialog mit dem Bösewicht in seinem “Kill-Room” oder das Aufeinandertreffen der beiden Hauptfiguren.
    Und der Spruch “darf ich ihn umbringen” hat im Kino für einige Lacher gesorgt, was wahrscheinlich auch beabsichtigt war von den Machern.
    Generell würde ich sagen, dass die amerikanische Version immer wieder durch ein paar flotte Sprüche aufgelockert wurde, hab ich persönlich nichts dagegen. Ich kann daher verstehen, dass Fans den düsteren Ton des Originals vermisst haben.
    Dagegen war das Action-Finale im Remake sehr aufgesetzt und unangebracht, da gefiel mir die nüchterne, schwedische Fassung besser, auch das Handeln Lisbeth’s vorm Autowrack ist da wesentlich nachvollziehbarer und runder.
    Und dieser gefühlte-25Minuten-Epilog war ja mal ziemlich überflüssig, das hat mich an den Bond-Film “Casino Royale” erinnert (nicht wegen Daniel Craig), aber da hat der Film sich auch geweigert zu enden.
    Und das Intro von Verblendung sieht auch irgendwie aus ‘nem Bond FIlm aus;)

    Was Paul Anderson angeht, der Junge hat’s einfach nicht drauf. Immer die selben SlowMotion-Kamellen die der uns auftischt, seit Matrix nennt man das wohl Action. Können die Typen sich nicht mal ein paar Tage hinsetzen, um über kreative, dynamische Action oder SPANNENDE Plots nachzudenken. Ich will ja nichts sagen…..aber bei geschätzten 75Mio Dollar Produktionskosten, könnte man ja zumindest bei einem Tässchen Fenchel-Tee darüber nachdenken.

    Gibt’s eigentlich schon Pläne für ein Re-Boot von Resident Evil? ….Bitte.

  18. Thief

    “Ghostrider die Zweite” war ja mal der größte shit den ich jemals im Kino gesehen habe.
    Hätte höchstens gerade mal auf DVD funktioniert, das erste mal das ich im Kino Sekundenschlaf hatte, dabei ging ich so gut gelaunt an die Sache ran. Hab mich dann später mit bestimmt fünf Händen voll Leute unterhalten, die fanden den alle buchstäblich “scheiße”, 3D war auch für’n Arsch…weiß nicht was Batze da gesehen hat?!?!
    Kann mich noch an den Veriss von Green Hornet erinnern, der war um längen besser als Ghostrider…dabei war der Trailer so vielversprechend das ich mich glatt nach dem ersten mittelmäßigen Ghostrider dazu hab überreden lassen mir den neuen Cage-Film zu geben. Fehlt nur noch das er bald in selbstfinazierten, in Rumänien gedrehten Billigstreifen zu sehen sein wird, will’s mal nicht hoffen…

  19. Katrin

    Na, Hauptsache ist doch, die Filme haben genug “Gravitas”, was? Ich schmeiß mich weg, echt! Kommt mal wieder runter, liebe Leute.

  20. Thies

    Bin gestern endlich dazu gekommen mir “Hugo” anzusehen. Er lief nur noch in einer Nachmittagsvorstellung, die trotz Kinotag nur von einer Handvoll Zuschauern besucht wurde. Während “sich The Artist” auch im Multiplex-Kino eine Nische erkämpfen konnte, geht Scorseses Film damit ziemlich klanglos unter, was ich eine gottverdammte Schande finde. Denn wärend mich “The Artist” mit einem leichten Schulterzucken und dem Fazit “war ganz amüsant” zurückliess, kam ich aus “Hugo” mit feuchten Augen und einem breiten Grinsen.

    Mir ist natürlich klar, dass die Oscars ein reines Hollywood-Schaulaufen sind, und die Preise nichts über die Qualität der prämierten Filme aussagen müssen, aber im direkten Vergleich kann ich nur ein Fazit ziehen: Scorsese wurde wieder mal um seinen verdienten Oscar beraubt. Hier hat jemand nicht nur eine reine Fleissarbeit abgeliefert, sondern offensichtlich sein gesammtes Herzblut einfliessen lassen um das Publikum an seiner Liebe zum Kino teilhaben zu lassen.

    Das einzige was ich bemängeln würde ist das die Geschichte etwas überkonstruiert ist und schon nach einer halben Stunde zu einem Happy End führen könnte, wenn die beiden Hauptfiguren nicht so permanent maulfaul wären.

    [ACHTUNG! SPOILER!] Schliesslich hätte bereits im ersten Drittel folgender Dialog stattfinden können
    George Méliès: “Dieses Tagebuch beschreibt eine Maschine die ich einmal gebaut habe.”
    Hugo Cabret: “Diese Maschine steht bei mir auf dem Dachboden. Möchten Sie sie wiedersehen?”
    George Méliès: “Oh ja, sehr gerne. Übrigens ich war mal ein berühmter Filmemacher.”
    Hugo Cabret: “Ach wirklich? Ich liebe das Kino!”
    beide munter schwatzend ab. Abblende und “THE END”
    [SPOILER ENDE]

  21. Jake

    Ich fand Hugo optisch auch toll. War mir aber zu langweilig. Und immer nur riesige Kulleraugen, die irgendwen anstarren. Nach einer Stunde ausgemacht.

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