In der Videothek mit Dennis Gansel… Filmcheck!

15 Comments

Seine Filme lassen mich oft etwas gespalten zurück, denn oft haben sie was Dialoge und Story angeht doch einige Schwächen. Andererseits sehen sie verdammt gut aus. Dennis Gansel ist einer der wenigen deutschen Regisseure, die tatsächlich Bilder und Schnitt können. Die es drauf haben ihre Filme wirklich nach Kino aussehen zu lassen – was in Deutschland immer noch eher die Ausnahme ist. Und auch wenn ich “Die Welle” inhaltlich eher schwach fand (was auch an der Vorlage liegt), hat mir der trashige Vampir-Fun “Wir sind die Nacht” viel Spaß gemacht und Napola schafft es, wenn auch etwas naiv, die Faszination Nationalsozialismus in diabolisch-betörende Bilder zu setzen.

Für moviepilot war ich mit Dennis Gansel anläßlich seines neuen Films “Die vierte Macht” in der Video-Collection in Berlin – und erlebte einen sehr sympathischen Regisseur, der spürbar Filmfan ist und offen erzählt welche Filme er mag und mit welchen er gar nichts anfangen kann.

In : Filmfun, Thema

About the author

Oliver “Batz” Lysiak studierte Mediensoziologie und arbeitete als Redakteur für NDR, RTL, Pro7, wo er lernte, dass “die Zuschauer Ironie nicht verstehen”. Seit 2006 betreibt er, zusammen mit vier anderen Cinemaniacs, das erfolgreiche Filmblog “Die Fünf Filmfreunde” und arbeitet als “Creative Director” und Filmjournalist bei Deutschlands größter Filmwebsite moviepilot.de. Er mag Wombats, Katzen und Leute die im Kino die Klappe halten und träumt davon, irgendwann von Stephen Fry adoptiert zu werden.

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  • http://www.silentrocco.com Silent Rocco

    Einer der wenigen in Deutschland, die wissen, dass Film nicht immer heißen muss mit ‘ner Kamera ewig auf Langeweile draufzuhalten und danach noch die Postpro zu überspringen.

  • http://seite360.de Plor

    Gansels Filme bestehen fast immer zu 90% aus mit nerviger Musik unterlegten Montagesequenzen, um bloß nicht langweilig zu werden. Dann doch lieber den “schnarchigen” Fassbinder oder den “verqueren” Almodovar.

    Dass sich Gansels Geschmack mit meinem (abgesehen von den Filmen, die cineastischer Konsens sind) zu gerade mal 10% deckt, bestärkt mich in dem Vorhaben, in Zukunft eher einen Bogen um seine Filme zu machen.

  • driftwood

    glaubt er tatsächlich, er sei der einzige der sydney pollack kennt?

  • tobi

    Oh man, beim Sydney Pollack Kommentar musste ich auch kurz mit dem Kopf schütteln. Für wie dumm hält er den die Filmcheckseher.

  • Igby

    …war doch ein sehr sympathischer auftritt – auch, wenn er scheinbar glaubt, sich hier an 15jährige zu wenden, sein filmgeschmack seltsam im absoluten 70er und 80er mainstream festhängt und er mit seinem serienwissen mal besser hinterm berg gehalten hätte (ja: ‘entourage’ ist äußerst unterhaltsam, aber die erzählerisch beste serie? bitte?).

    und auch, wenn ich jetzt selbst an ihm rumnörgele, fand ich die batzmann-einleitung – die ja letzlich nichts anderes ist, als ein ziemlich herablassender ‘daumen knapp halbhoch’ – ziemlich befremdlich. der mann ist so nett, hier eine viertelstunde über seinen filmgeschmack zu reden – und kriegt dafür erstmal ein an dieser stelle ja völlig überflüssiges, weil kaum aussagekräftiges, jedenfalls aber mal absolut deplaziertes: ‘mein ding isser ja nich’ so’, reingedrückt. das nennt man mal schlechte blogger-manieren. ich würde mir an seiner stelle jedenfalls ziemlich verarscht vorkommen, wenn ich diesen eintrag lesen würde…

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Batzman (Oliver Lysiak)

    @Driftwood

    Sicher nicht, aber er weiß sicher wieviele Jugendliche die Filmchecks sehen und bei denen hört Regisseurswissen eben doch eher bei Tarantino und Spielberg auf… oder noch schlimmer: Bei Michael Bay

  • http://www.fuenf-filmfreunde.de Batzman (Oliver Lysiak)

    @Igby

    Blödsinn – ich schreibe genau was ich an seinen Sachen mag und das ich ihn für einen der Regisseure halte die wirklich großartig aussehende Bilder hinbekommen und das ich “Wir sind die Nacht” sehr gern mochte und “Die Welle” eher schwach fand. Das ist nicht herablassend sondern ehrlich. Gansel ist extrem sympathisch und hat einen sehr coolen Filmgeschmack, der sich in vielen Bereich durchaus mit meinem deckt.

  • Dr.Strangelove

    omg. Österreichische Filme und Leute einfach mal als schräg, seltsam abstempeln anstatt einen Regisseur oder Film zu nennen. Traurig. “Harold und Maude” ist super. Er spricht ja da von sensibel. Da sollte er sich dann aber schon mal “Hana-Bi” von Takeshi Kitano anschauen. Und auch die Actionfilme von Kitano sind unglaublich gut. Überraschend das er so gar nichts damit anfangen kann. Und am Ende lobt er wirkliche olle Winnetou Action Filme und zieht über “Kunst Film Regisseure” her.
    Aaaaaaaaaaaaaaaarrrrrrrg.
    Aber genau hab’ ich mir so einen Regisseur vorgestellt. Und immerschön auf die Filme schauen… aus Europa und Co… wo die Filmemacher anschließend ein dickes Angebot aus Hollywood bekommen haben.
    Allein aus Deutschland wären das Roland Emmerich, Florian Henckel von Donnersmarck, Robert Schwentke.
    Die Syncro bei seinem Film scheint ziemlich scheiße zu sein. Nur mal am Rande. Aber vielleicht kommt er ja in Rußland groß raus, oder USA… ächz. Dennoch danke das ihr auch mal so einen Regisseur gezeigt habt. Purer Horror. In meinen Augen. Aber absolut okay wenn man auf so was steht.

  • Igby

    @Batzmann:
    Tja… was soll ich sagen?! Da scheint Dir wohl ‘ne Antenne zu fehlen, was wann wo hingehört. Aber andererseits scheint’s für Dich ja zu funktionieren. Also immer munter weiter so!

  • http://www.palastmagazin.de Chris

    Seine Wort gegen Fassbinder und Almodovar haben mir zwar zunächst etwas weh getan aber auf der anderen Seite ist es sein gutes Recht die Filme nicht gut zu finden! Er sagt ja nicht, dass die Filme schlecht seien, er gibt nur zu dass sie nicht sein Bier sind. Warum sollte er behaupten er mag die Filme – seine Art finde ich sehr ehrlich.
    Gute Filme polarisieren, d.h. es muss auch Leute geben welchen die Filme nicht gefallen. (Mein persönlicher Filmgeschmack bildet exakt das Gegenteil von dem Herren ab, kann nix mit Spielberg anfangen, finde aber z.B. Fassbinder großartig!)

    Ausserdem muss ich sagen, dass der Mann einen sehr “gewöhnlichen” Filmgeschmack hat, finde das mal interessant, dass es auch Regisseure gibt welche sich nicht nur Fellini und Bergman anschauen.
    Dieser Filmgeschmack färbt sich auf seins Filme ab (welche mir ÜBERHAUPT nicht gefallen)

    Nur eines: Sydney Pollack unbekannt?? WTF!
    Man sollte dem Mann auch mal von Stanley Kubrick erzählen: totaaal vergessener Regisseur, kennt nieeeemand von euch :P

  • robgordon

    Es ist gut, dass nicht alle deutschen Regisseure wie Gansel sind, aber er ist doch einer der wenigen, die in Sachen Optik endlich mal Eier zeigt.
    Als Lehrer werde ich ihm ewig dankbar für seine “Welle”-Version sein, hat mir meine Filmanalyse-Stunden gerettet.

  • http://blog.jensprausnitz.com jp

    Der Mann redet ohne Punkt und Komma – habt ihr gemerkt wie viel Gequatsche noch im Ansatz rausgeschnitten wurde? Ich glaube es macht weder Spaß einen Beitrag mit ihm zu schneiden, noch einen seiner Filme. Man hört zwar heraus das er Filmfan ist, trotzdem würde ich mir keinen Film mit ihm neben mir im Kino oder auffer Couch anschauen wollen. Hört sich wohl gerne selber reden…

  • Binding

    Ich finde alle Gansel-Filme ziemlich gut und kann auch alles abnicken, was er als positive Beispiele anführt. Aber Bertolucci und Pollack kennt keiner? Ähm, ja. Und wieviel Cineast kann jemand sein, der weder Takeshi Kitano noch Pedro Almodóvar gut findet??? Ich kann zwar verstehen, was er an ihren Filmen nicht mag, aber dennoch kommt man ihnen nicht vorbei! Das Beispiel “Zerrissene Umarmungen” ist zwar tatsächlich recht sperrig, lohnt sich aber unbedingt. Und vor allem als Vampir-Fan hat er da auch was ziemlich Geiles verpasst, denn in dem Film reden ja zwei Cineasten über ein superinteressantes Vampirfilm-Projekt. Apropos: Ob er wegen seiner (für mich nicht nachvollziehbaren) Abneignung gegen Filme von Park Chan-Wook etwa auch “Durst” nicht gesehen hat? Ist ja ebenfalls ein ziemlich abgefahrener Vampirfilm!

  • Binding

    Ich finde alle Gansel-Filme ziemlich gut und kann auch alles abnicken, was er als positive Beispiele anführt. Aber Bertolucci und Pollack kennt keiner? Ähm, ja. Und wieviel Cineast kann jemand sein, der weder Takeshi Kitano noch Pedro Almodóvar gut findet??? Ich kann zwar verstehen, was er an ihren Filmen nicht mag, aber dennoch kommt man an ihnen nicht vorbei! Das Beispiel “Zerrissene Umarmungen” ist zwar tatsächlich recht sperrig, lohnt sich aber unbedingt. Und vor allem als Vampir-Fan hat er da auch was ziemlich Geiles verpasst, denn in dem Film reden ja zwei Cineasten über ein superinteressantes Vampirfilm-Projekt. Apropos: Ob er wegen seiner (für mich nicht nachvollziehbaren) Abneignung gegen Filme von Park Chan-Wook etwa auch “Durst” nicht gesehen hat? Ist ja ebenfalls ein ziemlich abgefahrener Vampirfilm!

  • Thies

    So sympathisch Dennis Gansel auch rüberkommt, so merkwürdig ist seine Auswahl. Dass ihm “Rosemary’s Baby” besser gefällt als “Chinatown” ist wirklich kein Thema, aber das allein am Plakat, bzw. Cover der DVD festzumachen wohl kaum ein belastbares Argument. Und für das österreichische Kino könnte man doch zumindest mal einen Filmtitel nennen, wenn man es für derart besonders hält, oder? Und Bertolucci und Sidney Pollack, die beide Oscars für den Besten Film gewannen, als unbekannt zu bezeichnen? Ein Fehlgriff wie die DVD von “Aliens” in die Kamera zu halten, während man von Ridley Scott redet, wirkt da schon eher verzeihlich.

    Es sei ihm gegönnt, dass ihm die Winnetou-Filme – derren Regisseur nicht unbekannt ist, er heisst Harald Reinl – besser gefallen als die von Fassbinder. Aber sein Werk einfach mit einer Armbewegung wegzuwischen ist kein Zeichen von Coolness; es deutet eher darauf hin wie beschränkt der eigene Horizont dann doch noch ist.

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