John Carter (Review)

39

“Virginia!”

Originaltitel: John Carter
Land: USA 2012
Regie: Andrew Stanton
Buch: Andrew Stanton & Marl Andrews
Besetzung: Taylor Kitsch, Lynn Collins, Willem Dafoe, Mark Strong, Dominic West, Ciaran Hinds

★★★½☆

Durch einen Zufall verschlägt es den Bürgerkriegs-Soldaten John Carter aus Arizona auf den Mars, den seine Einwohner Barsoom nennen. Zu seiner Überraschung hat er dort Superkräfte und wird schnell zum Spielball im Krieg zwischen den drei Völkern des Mars, die sich auf dem ressourcenarmen Planeten bis aufs Blut bekämpfen.

Was für ein angenehm-altmodischer Film. Obwohl ich die Trailer eher uninteressant fand und auch kein Freund von Sandalenfilmen bin, hat es John Carter geschafft mich gut zu unterhalten.

Als Sci-Fi sollte man das ganze allerdings nicht betrachten, denn auch wenn es um Aliens und den Mars geht ist John Carter näher an Indiana Jones und dem Prince Persia, als an Star Wars oder Avatar. Die Story ist auf den ersten Blick recht simpel, hat aber einige nette Wendungen und Facetten, die dem Zuschauer konstante Aufmerksamkeit abnötigen. Wer nicht aufpasst kann gerade am Anfang schnell verpassen, in welcher Konstellation die Figuren zueinander stehen und wer da jetzt warum mit wem Zoff hat.

Ob es geschickt ist den Zuschauer erst mit einer Mars-Schlacht zu ködern und ihn dann durch die Exposition auf der Erde und im Wilden Westen zu führen, anstatt gleich dort anzusetzen und den Sprung auf den Mars tatsächlich als Überraschung wirken zu lassen, sei mal dahingestellt. Die Vorgeschichte ist notwendig und charmant umgesetzt, wirkt aber natürlich unspektakulärer… wirklich Fahrt nimmt der Film erst auf, als es nach Barsoom geht. Dort schüttelt der Film auch seine anfänglich noch recht ernsthafte Stimmung ab und wird zu einem abenteuerlichen Wilde-Ride, der sich seiner Pulp-Herkunft an jeder Stelle bewusst ist.

Andrew Stanton nimmt seine Figuren mit dem notwendigen Humor, was hilft die im Grunde hanebüchen-altmodische Mars-Prämisse zu schlucken. Lässt man sich jedoch darauf erstmal ein, erwartet einen eine sehr lebendige Welt, die viel andeutet und erahnen lässt ohne alles plump auszubuchstabieren.

Viel Spannender als der Grundkonflikt um den machthungerigen Sab Than, der sich von den mächtigen Therns manipulieren lässt und der Prinzessin Deja Thoris zur Heirat zwingen will, sind die Thargs – die vierarmigen Marsbewohner mit ihrer faszinierenden Krieger-Kultur. Großartig animiert sind sie in jeder Szene präsent und fühlen sich nie nach Special-Effects an. Stanton vermittelt mit wenigen Skizzen wie die Tharg-Kultur funktioniert, welche Ehrbegriffe, Rituale und Lebensabläufe sie haben. Sie alleine sind das Ansehen des Films wert, denn dieses Volk fühlt sich so lebendig und spannend an, dass ich fast wünschte, der Film würde sich nur ihnen widmen.
Was nicht heißt das die Auseinandersetzung zwischen den Roten und Blauenm zwischen Zodanga und Helium (okay über die Namen muss man auch erstmal wegkommen) nicht spannend wäre, aber sie wirkt naturgemäß gewöhnlicher und weniger exotisch.

Es braucht auch etwas sich auf das Retrodesign, die Kleidung und die Sets einzulassen – denn wer nicht gerade auf Xena und Co. steht wird sich mit den tätowierten Mars-Menschen wahrscheinlich etwas schwer tun. Akzeptiert man den Look, offenbaren sich aber viele sehr schicke Designs und das steampunkige Luftschiff-Design ist eine wohltuende Abgrenzung zum üblichen glatten Look jüngerer SciFi-Filme.

Schauspielerisch gibts auch wenig Grund sich zu beschweren. Taylor Kitsch als raubauziger Held, ist ein symphatischer Normalo, während Lynn Collins als emanzipierte Prinzessin mit wissenschaftlichen Background durchaus mit Prinzessin Leia mithalten kann, was ihren Witz und ihre Wehrhaftigkeit angeht. Willem Dafoe verleiht Tas Tarkas mittels Performance Capturing eine eindrucksvolle Präsenz und auch Thomas Haden Church holt aus seiner kleinen Rolle raus, was sie hergibt. Dominic West ist sicherlich nicht der eindrucksvollste Bösewicht, was im Kontext des Films allerdings passt, denn er ist kein geniales Mastermind sondern ein eher simpler Haudrauf der letztlich nur Handlanger der manipulativen Therns ist.

Die Nebenrollen sind ebenfalls passend besetzen und überraschen mit hochkarätigen Akteuren wie Ciarán Hinds, Mark String, James Purefoy oder Ex-Spy-Kid Darryl Sabara.

Etwas durchwachsener sind die restlichen Effekte, die von sehr cool bis zu offenkundiger Greenscreen-Kulisse reichen. Die in der realen Wüste in Utah gedrehten Szenen überzeugen durchweg, während die Palastkulissen immer einen gewissen Pappdeckelcharme versprühen, der gerade in Verbindung mit dem nachträglich (und gegen den Willen des Regisseurs) beschlossenen 3D bisweilen ungelenk wirkt. Die Actionszenen sind routiniert und (bis auf eine überflüssige und zum Glück sehr kurze Podrace-Paraphrase) unterhaltsam ohne allerdings neue Akzente zu setzen.

Der Monsterhund Woola wird die Zuschauer sicher ebenfalls spalten, denn er ist eindeutig Comedy-Relief, als solches aber mir zumindest deutlich sympathischer als die entsprechenden Figuren aus den neuen Star Wars-Filmen und nicht halb so penetrant.

Leicht wird es John Carter nicht haben. Denn auch wenn die Romane von Edgar Rice Burroughs letztlich als Inspiration für alle modernen SF/Fantasy-Epen von Flash Gordon, über Conan bis zu Star Wars und Avatar diente – der Film wird zweifelos mit diesen Werken verglichen werden, die den Vorteil haben, dass sie einen zeitgemässeren Look haben. Das Retrofeeling und die unverblümte B-Movie-Erzählweise wird nicht jedermanns Sache sein und wenn schon in den USA John Carter-Comics und Bücher nicht jeder kennt, dürften sich die Fans hier wohl noch schwerer finden lassen.

Wer sich darauf einlässt, der hat allerdings die Chance einen sympathischen Film zu erleben, der wirklich in eine lebendige, komplexe Fantasy-Welt entführt und sich dabei nie übermässig ernst nimmt. This should be a fun ride.. und yes it is. Not for everybody, though.

In : Review

About the author

Batzman (Oliver Lysiak)
Oliver “Batz” Lysiak studierte Mediensoziologie und arbeitete als Redakteur für NDR, RTL, Pro7, wo er lernte, dass “die Zuschauer Ironie nicht verstehen”. Seit 2006 betreibt er, zusammen mit vier anderen Cinemaniacs, das erfolgreiche Filmblog “Die Fünf Filmfreunde” und arbeitet als “Creative Director” und Filmjournalist bei Deutschlands größter Filmwebsite moviepilot.de. Er mag Wombats, Katzen und Leute die im Kino die Klappe halten und träumt davon, irgendwann von Stephen Fry adoptiert zu werden.

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  • Pingback: Review: JOHN CARTER | ChristiansFoyer

  • http://www.grindthatauthority.de PlayStar

    Hat mich vorher nicht die Bohne interessiert, wird aber nun geguckt. Hoffentlich in 2D.

  • HansM

    Damit ist es ja sogar ein Stern besser als Avatar! ;-)

  • http://awesomatik.wordpress.com Ken Takel

    Also ICH kenne das Buch und kann mit gutem Gewissen sagen, dass es echt schlecht ist. Aber wieso soll nicht auch mal der Film besser sein als die Vorlage.

  • Doughnut

    Sag mal, wieso schreibst du nicht gleich auf Englisch? Die haben auch weniger Kommas und kein dass, also pure win win, um es mal in deiner Sprache auszudrücken. ;)

  • Sascha

    Doughnut: “Johannes Fuhrmann” for teh win!

  • Bäm!

    N Rieview zu so nem Quatsch haut ihr sofort raus, aber zu so Meisterwerken wie “Shame” Schweigen im Walde.

  • Sascha

    @Bäm!: die 5FF wählen und bewerten Filme unverschämt subjektiv. Das hat Vor- und Nachteile.

  • Seba

    Mmh… ich hab mir den gestern angeschaut: Fand den jetzt nicht so hammermässig, aber wenn man sich das hier “Wer sich darauf einlässt, der hat allerdings die Chance einen sympathischen Film zu erleben, der wirklich in eine lebendige, komplexe Fantasy-Welt entführt und sich dabei nie übermässig ernst nimmt. ” zu Herzen nimmt, dann geht’s schon.

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  • Ufomuschi

    Sorry aber ich denke das der Film floppen wird.

    Der ganze optische Stil ist furchtbar.
    Der erinnert zu sehr an die üblen neuen Star Wars Teile. Hat einfach keine Atmosphäre.

  • burns

    @Ufomuschi: Du weißt aber schon, wie sich die neuen SW-Teile verkauft haben, oder? :-)

  • Ferris Bueller

    Die obligatorischen Rechtschreibfehler in Batz’ Text sind wieder grausige Hindernisse fürs Auge. Kann nicht einer deiner Moviepilot-Praktikanten die Reviews gegenlesen, ehe sie publiziert werden, Batz?

  • Matze

    Hey kann nicht jemand mal ein Kommentarfilter-Addon schreiben, mit dem man die Kommentare heraus filtern kann, die das Wort Schreibfehler enthalten :)

  • Binding

    Vier Details haben mir diesen Film (der ansonsten ganz okay wäre bzw. mit seiner Sandalen-Steampunk-Ästhetik sogar ganz schick anzusehen ist) total vermiest (in dieser Reihenfolge):
    - Der schlabbrig-bescheuerte Alien-Köter Woola verleiht dem Ganzen eine superdämlich-infantile Note, die dem Projekt echt schadet!
    - Die Thargs sehen aus wie die Grashüpfer aus “Das große Krabbeln” (und damit eindeutig viel zu familienfilmmäßig).
    - Die Riesenmonster in der Arena sehen einfach nur scheiße aus und sind absolut lächerliche Kinderkacke.
    - Andrew Stanton hätte als Regisseur von “Findet Nemo” und “Wall-E” was wesentlich Besseres hinbekommen müssen – vor allem auch vor dem Hintergrund, dass der Film unglaubliche 150 Millionen Dollar gekostet hat!

    Und nur mal so am Rande gefragt: Gibt es eigentlich noch Filme, in denen Mark Strong NICHT mitspielt?

  • burns

    @Binding: “Und nur mal so am Rande gefragt: Gibt es eigentlich noch Filme, in denen Mark Strong NICHT mitspielt?”

    Und ich dachte schon, ich wär’ der einzige…!

  • Florian

    Hab den mir gestern auch angeschaut und fand ihn ganz ok bis gut :) Review passt und der Hund ist Klasse!! :)

  • Roland D.

    Oder genauer: Wo Mark Strong nicht den glatzköpfigen Bösling spielt…

    Ansonsten klingt Kommentar 12 so, wie ich mir das so ca. vorstellen. Plus, dass ich annehme dass Carters Herumgehüpfe nervig ist.

  • burns

    @Roland D.: Der hatte in TINKER, TAILOR, SOLDIER, SPY tatsächlich Haare auf’m Kopf. Hätte ihn fast nicht wieder erkannt!

  • ALex

    Für mich wirkt der Film auch ziemlich uninteressant, nicht nur von der Geschichte her, sondern eher vom visuellen Look. Selbst bei so einem Schnarch Film wie Sky Captain, war der Stil wesentlich klarer und durchdachter.
    Ich muss den meißten Leuten zustimmen die sagen, dass das so leblos wie Star Wars aussieht. Obwohl wahrscheinlich ein anderes Studio für die visuellen Effekte zuständig war, hat man das Gefühl, das man hier auf Nummer sicher gehen wollte. Der visuelle Stil vom Film trägt keine eigene Handschrift, und wirkt unglaublich uninspiriert.
    Und ich sehe das immer wieder mit Filmen unserer Generation, die technischen Effekt-Möglichkeiten sind in den letzten Jahren unglaublich gewachsen, nur die Kreativität der Künstler ist irgendwo in den letzten 30 Jahren stehen geblieben. Erscheint mal eine Film mit ‘nem eigenen visuellen Stil (Gladiator, 300, Sin City..etc) wird wie immer nur versucht, besagten Film ohne eigene Ideen zu kopieren. Das bezieht sich nicht nur auf dem visuellen Stil eines Films, sondern auch auf Poster und Promotion Material. Wobei ich zugeben muss, das ich immerhin ein Poster gut fand, das erst mein Interesse für diesen Film geweckt hat.

    http://4.bp.blogspot.com/-WY6sjmCHwlo/Tw6Vaeo6JaI/AAAAAAAAA34/HSb4HMH9B8Y/s1600/john_carter_poster.jpg

    Gerade bei Science Fiction Filmen, wo es andere Welten zu entdecken gibt, und es so viele Möglichkeiten gibt diese zu gestalten, sehen die meißten Visionen heutzutage sehr nüchtern aus (Avatar). Zwei alte John Carter-Poster von Frank Frazetta, haben meine Fantasie viel mehr stimuliert als das ganze Disney PromoMaterial zusammen.

    http://blog.malingron.com/wp-content/uploads/2011/06/frazetta_pom-l22.jpg
    http://onlyhdwallpapers.com/wallpaper/frank_frazetta_john_carter_and_the_savage_apes_of_mars_high_resolution_desktop_1692x1100_wallpaper-218319.jpg

    Ich hab jetzt nicht erwartet dass man sich an diesen visuellen Look hält, ist ja auch Quatsch, ich will lieber dass der Regisseur seinen eigen Stil entfaltet. Aber bei 3D Filmen von Pixar und manchen Dreamworks Filmen ist der Stil wesentlich fokussierter, und das liegt jetzt nicht daran, dass alles in 3D ist. Wenn man sich die Artbooks der einzelnen Filme anschaut, sieht man das unterschiedliche Stile ausprobiert werden, um den “Ton” und Atmoshäre des Films zu treffen. Es wird schnell klar, das in Pre-Production viel Zeit investiert wurde für die wichtigsten Elemente: Script, Storyteling & Look.
    Ich glaube im Realfilm nennt man diesem Bereich “Production Design”. Um mal 2 gute Besipiele zu nennen, die Bond-Filme (“Der Spion der mich liebte”, “Moonraker”), hatten gutes Design. Von einem Ausnahme-Künstler: Ken Anderson, der übrigens auch den ikonischen “War Room” von Dr. Strangelove designt hat, und dieses Design hat wiederum den amerikanischen Präsidenten bewogen, den echten “War Room” genauso zu gestalten.
    Der einzige Film den ich kenne, wo so viel Aufwand für Look betrieben wurde, war Alien 1, auf der DVD kann man viele unterschiedliche Visionen der Welt von vielen Künstlern bewundern: HR Giger, Moebius (R.I.P.)etc

    Oder wenn man John Carpenters The THING nimmt, was mich an diesem Film fasziniert sind nicht die Effekte, bei denen einige wirklich gealtert sind und andere immer noch genial aussehen. Sondern die Atmosphäre in der Basis in der Arktis, und die Art wie die Basis gefilmt worden ist. Die Isolation und Hoffnungslosigkeit da draussen wurde sehr gut eingefangen, und wirkt in manchen Outdoor-Szenen so als würde es gar nicht auf der Erde stattfinden. Natürlich ist die Musik dafür auch unglaublich wichtig, aber das ist ein anderes (langes) Thema. All diese wichtigen Elemente findet man in den Kubrick Filmen, die einem neue oder bekannte Welten aufzeigen, die einem schon in den ersten Minuten in den Film “einsaugen”. Ich glaube, dass ist es was ich an den heutigen Filmen vermisse. Irgendwie ist es schwieriger für mich geworden in die Filme einzutauchen ,weil heute alles so düster, blass, unmotiviert und leblos aussieht. Als hätte man sich nur ‘ne Woche genommen, um den Stil festzulegen. Oder es liegt vielleicht an den heutigen Künstlern, die andauernd versuchen Star Wars oder andere Klassiker zu huldigen (Super 8), und es deshalb nicht schaffen über diesen enormen Schatten zu springen. Keine AHnung.

    Ach ja, Sonntag-Morgen-Rant.

  • dok

    150 MILLIONEN ? meine güte , wenn das nicht reicht für ordentliche spezialeffekte , dann sollte man vielleicht wieder zurück zu den anfängen der sfx industrie . das gibt mir echt zu denken …

  • Lance

    nicht 150 sondern 250 Millionen US-Dollar soll das Budget betragen haben und die ersten BoxOffice-Eindrücke sind alles andere als gut

  • Mafri

    Ich bin mit relativ geringen Erwartungen reingegangen. Ein unterhaltsamer Science-Fiction/Fantasy-Film, der leider durch hölzerne Dialoge, blasse Hauptdarsteller und allzu offensichtlichen Handlungsverlauf stark verwässert ist – erinnert mich vom Gesamteindruck und Feeling her sehr an die Neuverfilmung der “Time Machine” von 2002. Ciaran Hinds, Mark Strong und Willem Dafoeund Brayn Cranston in ihren kleineren Nebenrollen überzeugen in jeder Sekunde. Das Setting ist einigermaßen interessant. Alles in allem nichts, was man nicht schon irgendwo gesehen hätte, aber für nen gemütlichen Abend taugt John Carter allemal.

  • dok

    250 millionen ? und die japaner machen einen film , der knappe 2einhalb stunden lang fast ausschliesslich aus special effects besteht (“Gantz – Die ultimative Antwort”) , für knappe 20 ?

  • firejoe

    Gantz ist ganz gut …aber du kannst die Effekte nicht mit denen von John Carter vergleichen…wo sind die Massenszenen, Schlachten in Gantz?

    120 Millionen am Startwochenden, davon “nur” 30 in den USA…ich denke das er sich einspielen wird, kein Megaerfolg und kein zweiter Teil…

  • Ben

    Ungenügende Spezialeffekte?????? Syky Capain hat bessere Effekte als JC.
    Ich frage mich wer von hier überhaupt den Film gesehen hat,.
    Schon traurig wenn wirklich gut gemachte SciFi Filme wie JC kein Interesse mehr bei den verbliebenen Fans des Genres hervorrufen. Kein Wunder das immer weniger SciFiserien, und SciFi Filme aufgelegt werden.
    JC weiß hervorragend zu unterhalten und geht wie Star Wars mehr in die Richtung SciFi “Märchen”.
    Gutes, gleichermaßen unblödes und nicht ambitionsüberfrachtetes Abenteuerkino, bei dem es einfach Spaß macht, es sich im Kino- so richtig gemütlich zu machen, ist selten und John Carter bietet genau das.Auch sind wirklich sehr viele Anspielungen auf andere SciFi Filme zu finden. Eine Arenaszene erinnert an „Star Wars Episode 2“ und die kleinen Raumfahrzeuge sowie die Podracer an„Star Wars Episode 1“ zu haben. Das Volk der Thark erinnert an die NA`Vi aus „Avatar“ und die Therns mit ihren blauen Augen an die Charaktere aus „Dune“. Jedoch sollte man berücksichtigen, dass all diese genannten Blockbuster ihre Ideen von der Buchvorlage zu John Carter haben.JC bietet jede Menge Action wie die Luftschlachtszenen, die Marslandschaft sind in wunderschönen landschaftsBildern eingefangen und die beiden Städte Zadonga und Helium sind umwerfend designt, das auf mächtigen Spinnenbeinen zerstörerisch durch die Gegend stampfende Zadonga ist schlicht überwältigend. „John Carter überrascht durch eine opulente Inszenierung, einfallsreiche Kreaturengestaltung und -zeichnung, gelungene Effekte und überzeugende Hauptdarsteller, die dieser Mischung aus Science-Fiction, Pulp und Fantasystoff Glaubhaftigkeit einhauchen.
    Problem des Films, nur wenige potentielle Zuschauer haben wahrscheinlich überhaupt was von der Figur John Carter gehört.

  • Binding

    Äh, 250 Millionen Dollar??? Kein Wunder, dass ich da einen falschen Betrag genannt habe – das ist ja unglaublich! Und es lässt den Film deswegen leider noch mehr in meiner Gunst sinken.

  • Mein Senf

    Abzüglich des obligatorischen Disney/Pixar-Extrapunkt ist “John Carter” dann wohl pures Mittelmaß.

  • ALex

    @Ben:
    Die ganzen Sci-Fi FIlme die du oben genannt hast (bis auf Dune), fand ich persönlich sehr langweilig und fantasielos umgesetzt. Was beweist, das unsere Geschmäcker und Vorstellungen von SciFi-Märchen sehr unterschiedlich sind.
    Du hast auch nur gesagt, dass “die-und-die-Szene” an Star Wars erinnert und jene an Avatar. Aber sind diese Sequenzen besser umgesetzt in JC oder genauso routiniert wie die genannten Filme? Ich konnte von den ganzen Trailern & Promo-material wirklich nichts Eigenes festmachen. Am Besipiel von den Frazetta Postern wollte ich zeigen, wie unterschiedlich man diese Welt illustrieren kann.
    Aber von den Ausschnitten, sah mir die Welt und die Figuren immer noch zu künstlich aus. Zugegeben, die Kreaturen sehen besser aus als in den neuen Star Wars Filmen, aber die Messlatte ist da auch nicht besonders hoch.
    Ich schau mir lieber die Hawkmen aus Flash Gordon an, auch wenn es nur nach Pappflügel und billigem Kostüm aussah, war es zumindest authentisch.
    Und dass der Film fast einstimmig nur durchschnittliche Bewertungen bekommen hat, lässt mich nicht darauf schliessen, dass mir hier ein Meisterwerk entgangen ist. Da spar’ ich lieber die 12 Euro für Promotheus, ich hoffe der kommt wenigstens in 2D in die Kinos.

  • Turtle

    Ich habe den Film am WE gesehen und war ziemlich begeistert. Zwar habe ich das Buch nicht gelesen (wird nachgeholt), aber dafuer dass der Stoff ca. 100 Jahre alt ist, war es doch sehr unterhaltsam. Der Film hat definitiv B-Movie-Qualitäten, eher einseitige Charaktere und ein paar Plotholes, aber ich finde ihn trotzdem unterhaltsamer als z.B. Avatar. Bei dem gab es so viele Fremdschämmomente die wirklich gruselig sind, John Carter hat die auch, aber da störten sie mich nicht. Eben weil der Film so ist wie er ist. Das einzige was ernsthaft genervt hat, war der 3D-Effekt.
    Avatar werde ich mir nie wieder anschauen (und wenn nur unter Androhung von Strafe), John Carter schon.

  • burns

    John Carter ist ein Film mit dem Herz auf dem rechten Fleck, der seine handelsübliche Story mit einigen schönen Drehungen und Wendungen erzählt, ein ganz ganz großes Kinomärchen und für mich der beste Abenteuerfilm der letzten 12 Jahre. Nichts könnte weiter entfernt sein von dem seelenlosen, hirnfreien und emotionsfernen Gekacke eines Michael Bay; die Optik ist grandios und man merkt auch jeden Cent, der hier ausgegeben worden ist – und das fängt schon mal mit den Ideen überhaupt an, die die Designer hier hatten.
    Das 3D ist effektiv und unaufgeregt, der Score für Michael Giacchino, den ich sinst eher gar nicht mag, mehr als gelungen und überrascht sogar mit einigen unerwarteten und fein instrumentierten Kammermusik-Stellen, die Schauspieler machen ihre Arbeit so wie sie das sollen und das Pathos kommt an den genau richtigen Stellen, nicht ohne zumeist wieder von unaufdringlichem Humor gebrochen zu werden.
    Der Film ist – und da hat Batzman einfach nur absolut recht – ein ganz großer oldstyle-Abenteuerfilm, der seine Geschichte mit allen Mitteln, die er hat, erzählen will – und vor allem kann.
    Wer ganz großen Kinozauber will, so wie ihn unsere Großeltern schon genossen haben, mit bester Unterhaltung und staunenden Augen, der geht da rein.
    Der Rest darf sich gerne weiterhin, ohne den Film gesehen zu haben, über optische Looks und Metathematiken zum Film als solchen, per se und im Quadrat auslassen.
    Ich für meinen Teil gehe da nochmal rein; wenn Popcorn-Film – dann so. :-)

  • Doughnut

    Scheißfilm, so ein peinlicher, uninspirierter Rotz, meine Fresse!
    “Wir müssen Helium retten! (bitte nächstes Mal mit hoher Fistelstimme, käme noch lustiger)… Ich liebe dich! … Mein Kostüm ist vulgär. … Schau mal, ein adipöser Hund! … Wow, du kannst ja springen wie ein Frosch. Kannst du auch Sachen mit deiner Zunge fangen? Hol das Stöckchen! Nicht du, Moppel-Köter! … Wo wir unsere Lebensmittel anbauen? Brauchen wir nicht, wir ernähren uns vom Licht des 8. Strahls. … Ob sie am Xena-Set schon unsere Kostüme vermissen?”

    250 Millionen! Das muss man sich mal vorstellen!

    @ Ben:
    “Jedoch sollte man berücksichtigen, dass all diese genannten Blockbuster ihre Ideen von der Buchvorlage zu John Carter haben.”
    Bullshit. Visuelle Ideen lassen sich nicht aus Büchern klauen. Und die Nullachtfünfzehnstory von John Carter kann man schwer als Vorlage für irgendwas bezeichnen. Und komme mir bloß keiner mit “misslungener Adaption” oder solchem Kokolores. Die Bücher sind mit Sicherheit keinen Deut weniger blöd.
    2 verfeindete Städte im Wüstensand, die da übrigens völlig reingeklatscht wirken, eine davon böse, die andere gut (warum auch immer); eine edle Rasse primitiver Wilder … also Marsindianer … simpelste Moral und eine nicht funktionierende Lovestory (die Chemie stimmt nicht und alles wirkt überhastet, die paar Szenen reichen einfach nicht und die Schauspieler bringens auch nicht rüber), eine kitschige sowie unsäglich ausgelutschte Abenteuergeschichte in der Fantasiewelt eines 12-Jährigen, der zu viel Karl May gelesen hat (Jules Verne ganz sicher nicht, dazu war das zu viel Fantasy und zu wenig Steampunk-Technik) … obwohl, sogar 12-Jährigen ist das offenbar zu blöd, die neben mir waren jedenfalls alles andere als angetan.
    Wieder mal ein Kinobesuch, den ich so richtig bereue. Danke, Batz, für die nächste Gurke, die du empfiehlst (nach dieser dreisten Zuschauerabzocke namens “Die 3 Musketiere”).

  • Doughnut

    Der Prometheus-Trailer vor dem Rotzfilm war allerdings ne Wucht, freue mich mordsmäßig auf den Streifen.

  • Doughnut

    Das mit den Therns hab ich übrigens kapiert (es braucht sich also keiner die Mühe machen, mich deswegen zu belehren), die andere Stadt mit nem komischen Name … Zamunda oder so … war also weniger “böse” als vielmehr fremdgesteuert von den “Bösen”.
    Was die aber sollten, wurde in keiner Sekunde klar.

  • Mr. Gentleman

    Meine Herren, ich bitte Sie.

    Es gibt meinerseits keinen Bedarf an vulgären Ausdrücken und Beschimpfungen. Ich bin mir im Klaren, dass einige Herren unter ihnen mit grosser Emotionalität an diese Themen herangehen, trotzdem sollten Sie sich zivilisierter ausdrücken.

  • Finnef

    ich fand den film super und möchte gerne mehr pulp!

  • Bommel

    “Wer sich darauf einlässt…” ist Filmkritikersprache und lautet übersetzt: “Nur mit 2,0 Promille oder ausgeschaltetem Hirn akzeptabel”.

  • http://www.cinemotions.de Dirk

    Zitat von meinem Blog vor der Premiere: “Doch irgendwie werde ich das Gefühl nicht los das John Carter eine riesen Enttäuschung wird.” Und ich hatte Recht!

  • Wayne

    John Carter sah definitiv nicht so steril aus wie Sky Captain oder die Star-Wars-Prequels.
    Alles in allem eine ganz sympathische Geschicht, mit guter Optik, aber insgesamt fehlt dann doch was. Die Wertung geht in Ordnung.

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