Poster-Retro: “Batman Returns” (1992)

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Unser Leser Bäm! regte mich dazu an, doch mal die Poster zu Tim Burtons “Batman Returns” (Batmans Rückkehr) vorzustellen, die zu meinen liebsten Motiven überhaupt gehören und auch als Originaldrucke an meiner Wand hängen. Die Poster zum Film wurden von der Illustratorin, Malerin, Animationskünstlerin und Graphidesignerin Andrea Alvin unter “Aufsicht” von Tim Burton entworfen. Die Posterkampagne begann lange vor Start des Films im Juni 1992 (ja, man ließ diesen durch und durch düsteren Film, in dem es zu 75% schneit, im Sommer anlaufen und wunderte sich dann, dass er nicht das Einspiel des Vorgängers erreichte). Das allererste Poster war, gelinde gesagt, sehr schlicht: Es zeigte lediglich die gemalte Silhouette des Batman-Kopfes (siehe oben), ein früher Teaser-Entwurf sozusagen. Auf dem ersten richtigen Teaser-Plakat war dann das Bat-Logo zu sehen, das im Gegensatz zum ersten Film drei Jahre zuvor seine goldgelbe Farbe verlor – ein erstes Indiz dafür, dass das Sequel deutlich dunkler ausfallen würde. Auch die weiteren Motive verfolgten diese Richtung: Finstere Schwarz- und Blautöne bestimmten die drei Charakterposter von Batman, Catwoman und dem Pinguin sowie das finale Gesamtplakat.

Den kommerziellen Interessen Warners lag schlussendlich ein Film vor, den Burton für rund 80 Millionen US-Dollar in völliger künstlerischer Freiheit und komplett abgeschottet in den Burbank Studios inszenierte, und der den Titelhelden nicht nur weitgehend vernachlässigte, sondern sich auch wenig um dessen Comic-Tradition scherte. Der attraktive Batman-Mythos spielte in Burtons Gotham City, das einem überdimensionalen, pervertierten weihnachtlichen Kinderzimmer glich, nur noch die Rolle einer gescheiterten Maskerade. Das erklärt natürlich die nachfolgenden Joel-Schumacher-Interpretationen der Figur (“Batman Forever” und “Batman & Robin”), die vor Camp geradezu strotzen, mehr oder weniger von selbst.

Hier also die wunderschönen Poster zu “Batman Returns”:

Und falls jemand dieses Meisterwerk tatsächlich noch nicht kennen sollte: Schnell nachholen.

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Rajko Burchardt mein es gut mit den Menschen. Die Spielwiese des Bayerischen Rundfunks nannte ihn vielleicht auch deshalb "einen der bekanntesten Entertainment-Blogger Deutschlands".

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15 Comments

  1. Bäm!

    Toll!! :)
    Freut mich!
    Die persönlichen Artikel sind doch die besten!
    Danke

  2. Flx

    Das Batman-Single-Poster sowie das Hauptplakat mit allen Charakteren sind voll daneben. Dafür sind alle anderen einfach nur genial!

  3. Silent Rocco

    Das erste ist der Brüller. Herrlich lustig. Die anderen sind halt Poster. Nicht großartig, aber auch nicht daneben. Haben für Dich nunmal besonderen Wert, weil Du sie als Originaldrucke hast.

  4. MTA

    Das finale Gesamtposter hing von 1992 bis 2002 an der Wand meines Zimmers und musste erst nach meinem Wegzug aus dem Elternhaus dran glauben. Einer meiner Lieblingsfilme aller Zeiten und wird unbedingt bald wieder geschaut! Vielen Dank für den schönen kleinen Artikel!

  5. Jet Strajker

    @Rocco:
    Den “besonderen Wert” hatten sie für mich schon vorher, denn deshalb habe ich sie mir ja überhaupt erst gegönnt.

  6. serjical_strike

    Ich bin ja mittlerweile der Ansicht, dass Returns bereits den Weg für die Schumacher-Filme geebnet hat, was Albernheit und over the top Bullshit anbelangt.

    Hatte ihn lange auch als “düster” verbucht, aber beim letzten Gucken dacht ich mir doch, dass “düster” und “dunkel” zwei Paar Schuhe sind. Vor allem der Story-Strang des Pinguins ist verworren und inkonsistent, andere Storyaspekte werden plötzlich einfach fallen gelassen (der große Max Schreck-Plan). Aber vor allem: Pinguine mit Jetpacks? Und mit den Schumacher-Filmen soll’s albern geworden sein?

  7. Tim

    @serjical_strike:

    Aus heutiger Sicht magst du Recht haben, jedoch solltest du das ganze mal aus historischer Sicht sehen. Überleg mal was Batman, zumindest im Tv/ Film vorher war. Burton ebnete das, was aus Batman mit den Nolan Filmen heute ist. Über die Richtung von Teil 3 und 4 müssen wir gar nicht reden, die waren definitiv ein Rückschritt. Wenn ich heute an die Catwoman Szene denke bekomm ich immer noch einen Schauer, im positiven. Wenn ich an die Bilder zum neuen Dark Knight bezüglich Catwoman denke, hoffe ich, dass sie es nicht verkacken :-)

  8. Dr.Strangelove

    Ich hatte damals auch wahnsinnige Angst vorm Joker. Ich fand Tim Burtons Batman damals sehr düster/dunkel. Heute eher lächerlich. Vielleicht lag es einfach daran das ich damals 12 war. Vielleicht aber auch nicht. Bin gespannt ob ich in 15, 20 Jahren die Batman Filme von Nolan vielleicht auch total albern finde. Kann gut sein. Einige Szenen darin finde ich jetzt schon unfreiwillig komisch. Diesen Pathos von Harvey Dent. … “die Stadt hält es nicht aus… das Batman der Bösewicht ist,.. gib mir die Schuld” (irgendwas in der Richtung.) Und die ganzen Witze. Vielleicht werde ich es nicht ganz so albern finden wie Tim Burtons Batman. Aber so albern wie alte James Bond Filme. Die sind ja teils auch rechte ernst… aber auch lustig. hmmm. Mal sehn.

  9. Ferris Bueller

    Stinknormale Poster bis auf das Erste – so what?

  10. Frybird

    “Aber vor allem: Pinguine mit Jetpacks? Und mit den Schumacher-Filmen soll’s albern geworden sein?”

    Das schlimme und irritierende ist ja, das die Schumacher Filme noch viel alberner und überzogener ist.

    Batman Returns war da an sich schon grenzwertig, aber Forever hat es nochmal getoppt damit das man gefühlte 3/4 der Gesamtlänge Jim Carrey und, of all people, Tommy Lee Jones dabei zugeguckt hat, wie sie mit brüllendem Gelächter durch die Gegend gehüpft sind.
    Und so blöde die Raketen-Pinguine waren, Gehirnwellen-Absorptions-Settop-Boxen gewinnen da doch allemal.

    Über Batman und Robin braucht man dann kaum mehr reden. Für Schwarzenegger wirkt es selbst nach Sachen wie Junior und Kindergarten Cop noch zu dämlich, Uma Thurman’s “Schauspielerische Leistung” wirkt geradezu sarkastisch, die Settings und die Story sind eigentlich nurnoch dämlich und Clooney sagt “Hi Freeze, ich bin Batman” und zückt die Visa-Karte

  11. Fluffy Bunny

    Burton’s Batman Filme sind in meinen Augen Meisterwerke – Nicholson’s Joker, Frau Pfeiffer die einzig wahre (mit Abstand attraktivste *sabber*) Catwoman und Herrn DeVito’s Pinguin… das toppt auch kein Herr Nolan.

    Nicht falsch verstehen, ich mag Dark Knight (und vor Allem Herrn Ledger und Herrn Wayne’s Dienstwagen – Gibt’s den auch in schwarz?) ebenso gern wie jeder Andere, aber man sollte nicht vergessen, daß Batman nunmal eine Comicfigur ist und das seine Gegner u.a. ein Clown, ein Pinguinmann und ein Krokodilmensch sind!

    Dark Knight war ein toller Film, aber nicht nötigerweise ein Comic- oder ein Batmanfilm – man hätte die Charaktere auch einfach durch “normale” Menschen ersetzen können und hätte immernoch einen perfekten Action-Thriller gehabt. (Batman Begins kann ich nicht leiden, die Handlung war so gar nix für mich.)

    Burton’s Filme sind wunderbare Adaptionen von Frank Miller’s Dark Knight Returns Universum und haben so, wie Herr Miller im Comic, das düstere und beängstigende in das Batman-Universum zurückgebracht. (Denkt allein an die Stadtkulisse von Gotham – das ist Neo-Gothik, das ist GOTHam, nicht das umbenannte Chicago aus Nolan’s Batman… sorry!)

    Poster 2 – also den Logo Teaser – ist ein fantastisches Teil!!!

  12. Mr. Fahrenheit

    Hach…
    Auch ich hatte das letzte Motiv als A1-Druck im Kinderzimmerlein und habe es beim Auszug in einem Anfall von Radikalismus zusammen mit anderen coolen Postern (für deren Entsorgung ich mich heute ebenso in den Arsch beissen könnte) ins Altpapier gegeben.Damnit!
    Man kann die Burton-Filme nicht mit den Nolan-Filmen vergleichen. Sollte man auch gar nicht…
    a.) andere Zeit (was damals so als cool empfunden wurde..:))
    b.) total andere Herangehensweise
    Ich persönlich empfinde die Burtonfilme als großartig, Returns gar noch ein Quäntchen besser als den Ersten. Aus vielen bereits oben beschriebenen Gründen.(unerreichte Darstellung Gothams und vor allem ein bisher unerreichtes Batmobil. Nolan hat nicht umsonst gar nicht erst probiert um es umzugestalten und sich gleich für einen Panzer entschieden)
    Nolan hat aber den Charakter zielgerichtet weiterentwickelt und das auf die bestmögliche Weise wie ich finde.
    Über die Schumacher-Filme sollte man gar nicht erst reden, es sollte nur darüber nachgedacht werden, ihn dafür eines Tages vor den Comickadi zu ziehen aufgrund unangebrachter Demontage des großartigsten aller Superhelden. Zu wissen, das man den damaligen Burton nicht verbessern konnte berechtigte nicht zu dieser unglaublichen Scheisse :)
    Ich bin sehr gespannt auf “The Dark Knight rises”, denn die Gefahr, das Nolan diesmal den Bogen überspannt ist gegeben. Das wäre allerdings extrem schade.
    Zum Schluss nochmal ein dreifaches Hoch auf Michael Keaton, der extrem viel filmischen Mist gemacht hat, sich aber in der Darstellung des Batmans in meinen Augen nicht hinter Christian Bale zu verstecken braucht.
    So sei es.

  13. HansM

    Danny Devitos Schauspiel Höhepunkt. Wie er als Pinguin aufgeht ist für mich immer noch sensationell. Wenn man nicht wüsste dass er es ist, man würde es nicht glauben.

  14. HansM

    Den neuen “Dark Knight Rises” Trailer haben hier alle mitbekommen?

  15. Wayne

    Also ich bin auch der Meinung, dass definitiv, dass Burton mit “Batmans Rückkehr” den Weg für Schumacher ebnete.
    Natürlich ware bei Schumacher alles noch bekloppter, aber das ändert nichts daran, dass der Pinguin mit seiner Truppe und die “echten” Pinguine mit Jetpacks einfach dämlich sind.
    Schade um den Catwoman-Strang. Da wird hier und da was angedeutet (Max Schreck) und dann kommt so was albernes dabei heraus.
    Tut mir Leid, aber mit Burtons erstem Batman-Film, der allerdings auch einige alberne Momente hatte, nur passte es dank dem Joker da hinein, kann es “Rückkehr” in keinster Weise aufnehmen. Es als Meisterwerk zu titulieren ist auch absurd.

    Ps.: Zum Thema ob Batman nicht realistisch angelegt werden darf, weil seine Gegner der Pinguin oder ein Krokodilmensch waren.
    Es ist schon klar, dass es seit 1939 hunderte von Interpretationen gab, zig Gegner, tausende von Comics.
    Eins blieb aber immer gleich: Batman ist Bruce Wayne und dieser ist ein Mensch ohne übernatürliche Fähigkeiten.
    Deshalb ist ein realistischer Ansatz nur logisch, siehe die besten Comics, welche alle aus dne 80ern stammen und einen düsteren, realen Ansatz bieten.

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