Review

Let Me In (Review) (UPDATE)

Standard, 16. 4. 2012, Mal Sehen (Malcolm Bunge), 20 Kommentare


Originaltitel: Let Me In
Herstellungsland: USA 2010
Regie: Matt Reeves
Darsteller: Kodi Smit-McPhee, Chloë Grace Moretz, Richard Jenkins

[rating:3.5]

1984.
Der zwölfjährige Owen (Kodi Smit-McPhee) ist ein klassischer Außenseiter, der von seinen Klassenkameraden gehänselt wird. Wer kann es ihnen verdenken, sieht Owen doch verdammt unheimlich aus, mit seiner blassen Haut und diesem ständig abwesenden Blick. Dass er auch nachts halbnackt mit einer seltsamen Maske seine Nachbarn beobachtet, macht ihn auch nicht wirklich normal.

Aber ein Vampir ist er trotzdem nicht. Den Job übernimmt die neue Nachbarin Abby (Chloë Grace Moretz), die gerade nebenan eingezogen ist. Owen und Abby freunden sich schnell an und was sich bis hierhin wie eine ekelhafte Twilight-Imitation anhört, täuscht gewaltig. Die Art und Weise wie sich die zarte Bande, die sich zwischen den beiden Kindern knüpft ist zwar ziemlich untypisch für einen Horrorfilm, aber das Blut sprudelt trotzdem literweise. Freunde von abgerissenen Gliedmaßen und spritzendem Blut kommen hier genauso auf ihre Kosten, wie die Liebhaber von charmanten Boy meets Girl Filmen.

An Abbys Seite steht noch ein namensloser Mann (Richard Jenkins), der ihr dabei hilft an die tägliche Blutsration zu bekommen. Dafür macht er sich, mit einer schwarzen Plastiktüte über den Kopf, auf die Suche nach Blutspendern. Dass ihm diese Aufgabe ziemlich zu schaffen macht, macht die Figur umso interessanter. Aber das wäre jetzt einer dieser fiesen Stellen, an denen man Gefahr läuft zuviel von dem Film zu verraten.

Der einzige Wehmutstropfen ist die abgehackte Bewegung, die sich einstellt, sobald Abby auf die Jagd geht und sich auf ihre Beute stürzt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass man das auch besser hinkriegen kann. Aber darüber können wir schnell hinwegsehen, wenn man den beiden jungen Schauspielern bei der Arbeit zuschaut: Chloë Grace Moretz macht sich als Vampirmädchen mit Tendenz zur schlachtenden Lolita ziemlich gut, und wäre schon ganz alleine ein Highlight, wenn nicht der Kodi Smit-McPhee ihr stellenweise die Show stehlen würde. Eine Einstellung mit ihm reicht manchmal schon aus, dass ich mir ein Kissen vors Gesicht drücken möchte.

Der Trailer fasst das Gefühl eigentlich ziemlich gut zusammen:

Youtubedirektlink

UPDATE
Weil es in den Kommentaren bemängelt wird: Hier wurde mit keinem Wort erwähnt, dass es sich um ein Remake handelt. Das hole ich nicht nur hiermit nach, sondern verweise auch gleich mal auf dem Batz sein Review!

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20 Kommentare

  • Reply Andrea 16. 4. 2012 at 11:16

    Man kann sich natürlich auch „Let the right one in“ ansehen, das ist das Original und vermutlich etwas besser als das Remake..
    http://www.imdb.com/title/tt1139797/

  • Reply Ollyy 16. 4. 2012 at 11:29

    Und? Ist es besser als das Original „Let the Right One In“?

  • Reply reto 16. 4. 2012 at 11:33

    find ich jetzt doch grad ein bisschen krass, dass ihr das grandiose original dieses films mit keinem wort erwähnt.
    http://youtu.be/sZJUgsZ56vQ

  • Reply connor 16. 4. 2012 at 11:38

    Seltsam uninspiriertes Review. Kein Wort zum Original? Und darüber, dass „Let Me In“ so viel mehr ist als ein Vampirfilm über eine „schlachtende Lolita“? Und könntest du eventuell aus „Dafür macht er sich, mit einer schwarzen Plastiktüte über den Kopf, an junge Männer zu schaffen … Dass ihm diese Aufgabe ziemlich zu schaffen macht, macht die Figur umso interessanter“ ein macht oder ein schaffen rausnehmen?

  • Reply Ellen 16. 4. 2012 at 11:45

    Hab mich ein wenig gewundert, dass du „So finster die Nacht“ nicht erwähnst. Das Original hatte ich mal gesehen und fand’s ziemlich gut.

  • Reply Mal Sehen 16. 4. 2012 at 11:47

    @Connor: Danke für den Hinweis! Habe es geändert.

    Zum Original: Den habe ich leider nicht gesehen und kann deswegen nichts dazu sagen.
    An diejenigen, die das Original kennen: Kommt das Remake dran, oder eher nicht?

  • Reply Chris 16. 4. 2012 at 11:55

    Das Remake ist absoluter Schrott im Vergleich zum Original (oder dem Buch).

  • Reply DasNeX 16. 4. 2012 at 11:56

    Das Original ist ein großartiger und recht verstörender Film.
    Dann werde ich das Remake mal begutachten und sehen, wie sehr das Material verstümmelt wurde ;-)

  • Reply Mal Sehen 16. 4. 2012 at 11:57

    Dito! :)

  • Reply justus_jonas 16. 4. 2012 at 12:04

    Das Remake geht okay. Macht aber nur wenig anders (oder besser) als das Original. Obwohl beide Hauptdarsteller des Remakes einen tollen Job machen, können sie den schwedischen Hauptdarstellern nicht das Wasser reichen.
    http://www.ugo.com/movies/let-me-in-trailer-let-the-right-one-in-comparison

  • Reply nrq 16. 4. 2012 at 12:23

    bin damals selbst erst über batz‘ review auf das großartige original aufmerksam geworden: http://www.fuenf-filmfreunde.de/2008/12/23/so-finster-die-nacht/ – da wäre ein vergleich echt angebracht gewesen.

  • Reply Hong-An 16. 4. 2012 at 12:23

    Mich würde die Meinung von Kollege Batzman interessieren, da er das Original seinerzeit rezensiert hat.

    http://www.fuenf-filmfreunde.de/2008/12/23/so-finster-die-nacht/

  • Reply Erik 16. 4. 2012 at 12:26

    @Mal Sehen: Hättest Du gleich geschrieben, dass Du das Original nicht gesehen hast, dann wäre mir auch nicht so sauer aufgestoßen dass das Review so blutleer (haha, Wortspiel) daher kommt. Dieses Versäumnis solltest Du beheben. „So finster die Nacht“ kommt zwar stets mit leisen Tönen und nur ganz selten mit einem Paukenschlag, ist dafür aber umso atmosphärischer. Ich finde es zwar irgendwie überflüssig dass es überhaupt ein Remake gibt, aber ich erdreiste mich mal nicht darüber zu urteilen, solange ich es nicht gesehen hab. So hat mir das Review zumindest in Erinnerung gerufen was ich noch tun wollte.

  • Reply Ken Takel 16. 4. 2012 at 12:30

    Alle reden vom Original und keiner redet vom Buch. Der Roman von Lindqvist ist richtig gut. Mit dem Film kann ich mich nicht anfreunden. Ich fand den langweilig. Hatte mir das mehr im Stil von Nightwatch (Ole Bornedal) erhofft aber stattdessen fand ich die Inszenierung künstlich. Immer dieses anschweigen. Fast wie bei Kaurismäki, nur halt nicht lustig.

  • Reply Diogenes 16. 4. 2012 at 18:03

    Bei dem Begriff „Wehmutstropfen“ wird mir ein bisschen wermütig ums Herz.

  • Reply Binding 17. 4. 2012 at 9:54

    „So finster die Nacht“ ist einer der besten und außergewöhnlichsten Vampirfilme ever! Wer das nicht erkennt, hat nicht wirklich Ahnung vom Genre.

    Das Remake ist zwar ähnlich gut, weil es bis auf wenige kleine Abweichungen (und völlig unnötige CGI-Attacken!) im Prinzip derselbe Film ist. Aber wer braucht so etwas, wenn es schon ein geniales Original gibt?

    Ich weiß: die Amis – aber das war eine rhetorische Frage.

  • Reply Wilfried Ritz 17. 4. 2012 at 11:55

    An das Original kommt kein Remake.
    Meine Empfehlung: Erst das Buch lesen und dann das Original schauen.

    Ich habe Chloë Grace Moretz nicht abgenommen, das Sie eigentlich einen Vollkastrat darstellen soll.
    Bei Lina Leandersson gelingt mir das schon eher.

  • Reply Deadpool 18. 4. 2012 at 16:51

    Lustig, dass hier alle vom „Original“ reden. Davon abgesehen, dass manche Szenen Einstellung für Einstellung nachgedreht wurden, ist die amerikanische Version sehr viel näher am Buch. Europäischer Kultursnobismus ;)

  • Reply Binding 18. 4. 2012 at 17:14

    @ Deadpool: Wir befinden uns hier beim Thema Kino, und da geht es nunmal um Filme. Wenn es ein Remake von einem anderen Film gibt, ist der ältere das Original – egal, ob es eine Buchvorlage dazu gab oder nicht. Für den Film muss es eh wurscht sein, ob es schon ein Buch von der Story gibt, denn er muss als Film funktionieren und soll keine Literatur abbilden. Du kannst höchstens sagen, dass die Originalstory aus dem Buch stammt, aber das interessiert mich als Filmfan nicht die Bohne. Legitim ist natürlich die Frage, wie werkgetreu ein Film einen Roman o. Ä. umsetzt, aber das ist zu großen Teilen auch keine cineastische Fragestellung. Oder anders gesagt: Der Film muss für sich selbst stehen (können).

  • Reply leonJFkennedy 24. 11. 2013 at 13:33

    WOW… voll lange her, gestern gesehen (remake) und als schwule Vampir-Romanze abgestempelt… voll gay – die rezension muss wohl von einer edward liebenden emo braut geschrieben worden sein. igitt…

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