American Pie – Das Klassentreffen (American Pie: Reunion) – USA 2012






Die Ex-Teenies aus American Pie kommen für ein Klassentreffen zurück in die alte Heimat und müssen sich mit Eheproblemen und dem Erwachsenwerden herumschlagen.
Öfftz. Nachdem die Regisseure ja doch sehr sympathische Zeitgenossen waren und ich den letzten Harold & Kumar-Film durchaus witzig fand, tut es mir fast leid American Pie eine so schlechte Bewertung zu geben. Doch es hilft nichts: Der Film ist langweilig, die Gags sind abgestanden, der Humor ist unglaublich verklemmt und eine Entwicklung scheint seit Teil 1 nicht stattgefunden zu haben. Es hat fast etwas mitleidiges, wie sehr der Film nostalgische Gefühle beschwört und dabei nicht nur originelle neue Ideen vermissen lässt, sondern überschätzt wie gut die alten Filme waren. Die US-Antwort auf die isrealisch-deutsche “Eis am Stiel”-Serie war immer pubertäres Kicherkino mit zu alten Darstellern, doch damals konnten die R-Rated-Momente zumindest noch für ein “ohoho wie gewagt”-Hüsteln sorgen.
Nachdem die Epigonen wie “Hangover” die (haha) Latte mittlerweile immer tiefer und tiefer gelegt haben, wirken die Scherze in Reunion schon sehr betulich und angestaubt. Zumal die Figuren jetzt auch nicht wirkliche Sympathiebolzen sind, an deren Schicksal einem irgendwas liegen würde. Stiffler ist immer noch ein asoziales Arschloch und es erschreckt etwas, wie sehr er am Ende zum missverstandenen Best Buddy verklärt wird, wie selbstverständlich es als Sieg gefeiert wird, wenn er dem unamerikanischen ekligen Ausländer der sein Boss ist (und der natürlich ein Schwächling mit kleinem Schwanz ist, der nur die Heißen Weißen Weiber flachlegen will) Schläge androht und ihn so auf seinen Platz verweist. Das es keine 10min bis zum ersten Schwulenwitz dauert und der Humor auch ansonsten eher auf dem Niveau von “Ich scheisse in eine Kühlbox” bleibt, macht die Sache nicht erträglicher. Schade auch um Jims Dad und Stifflers Mom – wahrscheinlich noch die unterhaltsamsten Charaktere des Films, die insgesamt vergeudet werden und im Abspann eine Fremdscham-Szene hinlegen, die man Menschen ihres Alters gerne erspart hätte.
Wer damals glaubte es sei ulkig, wenn ein 22jr seinen Lümmel in einen Kuchen schiebt, der wird wahrscheinlich auch hier wieder gut bedient. Wer seinen zotigen Humor etwas abgefahrener und origineller mag, schaut sich vielleicht doch nochmal Harold & Kumars 3D Christmas an.
The Ward (John Carpenter’s The Ward) – USA 2011





Junge Frau wird in psychatrische Klinik eingeliefert nachdem sie ein Haus angezündet hat. In der Klinik trifft sie auf andere Insassen und einen mörderischen Geist…
Oh John. Wie gerne würde ich seinen ersten Kinofilm seit über zehn Jahren mögen, aber leider ist The Ward tatsächlich ein erschreckend abgenudelter und spannungsfreier Abklatsch von besseren Werken. Was nichtmal an den Schauspielern oder der Kameraarbeit liegt, die solide Arbeit verrichten. Es ist die unoriginelle Inszenierung, der Rückzug auf schlappe Buh-Effekte und verschämte Gore-Momente, die verhindern das bei The Ward je sowas wie Spannung aufkommt. Der Plot-Twist den man auch schon dutzendfach besser gesehen hat, verpufft ungenutzt genau wie das Interesse des Zuschauers an den Figuren. Shame und schade, wenn ein so wunderbarer Regisseur wie Carpenter so ödes Zeug abliefert. Vielleicht sollte er doch lieber wieder TV-Arbeiten Masters of Horror drehen, denn die Werke waren deutlich interessanter als das was er hier hinlegt.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- April 26th, 2012 •
- 13 Kommentare
- Schlagwörter: american pie, John Carpenter
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