-Tony Stark: Let’s do a headcount: Your brother, the demigod; a super-soldier, a living legend who actually lives up to the legend; a man with breathtaking anger management issues; a couple of master assassins; and you’ve managed to piss off every single one of us.
-Loki: That was the plan.
-Tony Stark: Not a great plan.

Originaltitel: Avengers, The
Herstellungsland: USA 2012
Regie & Buch: Joss Whedon
Darsteller: Chris Hemsworth, Robert Downey Jr., Scarlett Johansson, Chris Evans, Mark Ruffalo, Jeremy Renner, Stellan Skarsgård, Samuel L. Jackson, Gwyneth Paltrow, Cobie Smulders, Tom Hiddleston, Clark Gregg





Mal Sehen: 




Thors Adoptivbruder Loki ist zurück und will die Weltherrschaft. Nick Fury trommelt die mächtigsten Helden der Welt zusammen um gegen ihn zu kämpfen. Dumm nur, dass Iron Man, Thor, Captain America, Hulk, Black Widow und Hawkey nicht gerade die geborenen Teamplayer sind.
Boy, that was fun. Ich bin kein Superhelden-Fan. Ich lese ab und an mal ein Comic, kenne die bewegte Historie der meisten Helden aber eher durch Recherche in Wikipedia und der großen Marvel-Encyclopedie als durch eigenes Schmöckern Hefte. Mein Überblick über die unzähligen Reboots, Crossovers und Re-Imaginations, Alternate Timelines usw. ist eher fragmentarisch. Ich schaue mir Superhelden-Filme an und einige mag ich und andere nicht. Deswegen mag mir vergeben sein, wenn mir nicht alle Abweichungen, Kanonverstösse und ähnliches auffallen an denen sich die Hardcore-Fans aufreiben mögen: Ich mochte den Film als Film verdammt gerne. Als Film, der zugegeben die gewaltige Bürde trägt durch fünf Vorgänger-Streifen von sehr unterschiedlicher Qualität gehyped worden zu sein. Von großartig (Iron Man 1) über gut (Captain America), zu okayish (Iron Man 2), bis vergessenswert (Thor, Hulk) war eine Menge dabei und alleine das Joss Whedon sich der Aufgabe gestellt hat, diese ganzen sehr unterschiedlichen Figuren in einem Film vereinen zu wollen gebührt ihm Respekt.
Das er es aber tatsächlich geschafft hat einen Film abzuliefern, der besser ist als alle seine Vorgänger, der es schafft jeder einzelnen Figur gerecht zu werden und dabei eine simple, aber smart-erzählte Geschichte zu präsentieren, kann man ihm kaum genug danken. Was ich nach den lamen Trailern kaum zu hoffen wagte: The Avengers ist gut. Richtig gut. Okay, ich atme mal eben in eine Tüte und beruhige mich, aber es passiert selten, dass ein so gehypter Film tatsächlich soviel Spaß macht.
Vorbei ist die Zeit der jammerigen, wehleidigen Superhelden, vorbei die Zeit des “grittigen Realismus” a la Nolan. The Avengers scheut nicht vor Drama und Pathos zurück, vergisst aber nie seine Comic-Wurzeln und das diese Kombination von Superhelden eben auch albernes Potential hat. Whedon flüchtet nicht davor, er thematisiert es und macht diese Welt dadurch umso glaubhafter. Das er mit Ensemble-Casts umgehen kann und ein Meister des Hyper-Dialoges ist, in dem die Pointen hin und herfliegen und Popkultur-Referenzen völlig beiläufig benutzt werden, wissen wir seit Buffy, Dollhouse und Firefly (und natürlich auch Doctor Horribles Sing-Along-Blog). Hier wendet er seinen Schreibstil auf das Avengers-Team an und es ist eine wahre Freude zu sehen, wie sich die unterschiedlichen Charaktere anfrotzelen, abwägen, herausfordern und umwerben. Dabei ist ihm hoch anzurechnen, dass er der Verlockung widerstanden hat, den Film zu einer “Iron Man und seine Freunde”-Show zu machen. Natürlich ist Robert Downey Jr. die fleischgewordene Coolness und hat einige der besten Dialoge im Film (etwa wenn er zu einem überflüssigen, riskanten aber sehr witzigen Zwiegespräch mit Loki seinen Anzug auszieht) – aber die anderen Figuren haben ebenso markante Szenen. Black Widows Introduktion bei einem Verhör oder ihr Gespräch mit Bruce Banner. Ihre Scharade mit der sie Loki austrickst. Bruce Banners Plänkeleien mit Tony Stark und Captain America. Captain Americas naive Art, in der er sich erst langsam an die Neuzeit gewöhnt und die meisten Anspielungen nicht kapiert – und die Coolness mit der er Stark die Stirn bietet und zum strategischen Anführer der Avengers wird. Agent Colsons Fanboy-Momente und sein Last Stand gegen Loki, Captain Americas Ausflug nach Stuttgart, Nick Fury kleine Manipulationen und seine Auseinandersetzung mit seinen Bossen, Iron Mans und Thors witziger Clash… die unterschiedlichen Momente des Final Fights. Es gibt unzählige erinnernswerte Szenen, kleine Gags, große Pointen und epische Bilder (auch wenn die Spezialeffekte genau genommen eher durchschnittlich sind und garantiert keine neuen Maßstäbe setzen).
Trotz der ganzen einzelnen Momente, wirkt der Film wie aus einem Guß, statt wie eine Nummernrevue, denn die ganzen Fragmente fügen sich ohne Durchhänger zu einem großen zusammen. Was auch am glaubwürdigen Schurken liegt: Die Entscheidung Loki, gespielt von Tom Hiddlestone, zum Megaschurken aufzujazzen, ist nach der eher schwachbrüstigen Bedrohung die er in Thor entfachte kein No-Brainer. Doch er funktioniert, was ebenso Whedons Skript, wie Hiddlestones Performance zu verdanken ist. Loki ist smart, stark, witzig, wahnsinnig, getrieben und überaus ambivalent. Ein faszinierendes Monster mit tragischen Facetten und einem kranken Humor. Das er der Adoptivbruder des immer etwas tumb wirkenden Thor ist, sorgt für zusätzliche Reibung und Unterhaltungswert.
Und als wäre das nicht genug sorgt der Film für eine weitere Überraschung: The Hulk works. Finally. Nach Ang Lees ambitioniert-interessanten Fehlschlag und dem unentschlossenen Edward Norton-Vehikel wurde mit Mark Ruffalo endlich ein idealer Darsteller für Banner gefunden, der dessen neurotisch-linkische Seite ebenso überzeugend verköprert wie die in ihm schlummernde Agressivität. Überraschender und wichtiger ist allerdings: Ruffallo funktioniert nicht nur als Banner sondern auch als Hulk. War es bisher immer der Tiefpunkt des Films wenn die quietschgrüne Wutmaschine herumhüpfte wie in einem Videospiel, ist er diesmal endlich ein funktionierendes Element dieser Comic-Welt dessen Szenen ebenso spannend wie witzig sind. Man glaubt ihm seine Gefährlichkeit, wenn er Black Widow verfolgt und die halbe SHIELD-Zentrale demoliert, man lacht mit ihm, wenn er beiläufig Thor wegditscht und Loki… zeigt was ein Hulk drauf hat. Die Animation ist besser als in den Vorgängern, aber auch die Physik des Hulks und die Art wie er erzählerisch eingesetzt wird stimmt einfach. Aus Tony Stark eine coole Sau zu machen ist keine Kunst. Aber den Hulk (der abermals von Lou Ferigno gesprochen wird) zum Teil eines Teams zu machen ist wirklich bemerkenswert. Genauso wie das surreal-phantastische Element der Schlussschlacht, wenn sich die seltsame Armee Lokis mit halbmechanischen Kaulquappen-Monstern durch New York kämpft. Das ist Comic, so wie man es sich vorstellt und wünscht.
Interessant, wenn auch beiläufig eingewoben, sind die kleinen Momente in denen der Film zwischen all der gelungenen Popcorn-Unterhaltung mal wieder Autoritäten hinterfragt und Seitenhiebe verteilt. Vor allem SHIELD und Nick Fury kommen nicht wirklich gut weg, mit ihrer radikalen “Der Zweck heiligt die Mittel”-Vorgehensweise, die nicht nur Tony Stark mehrfach hinterfragt. Fury ist ein Manipulator, der beiläufig die weltweite Überwachung initiert und die Avengers auch mal mit geschickten Lügen dazu bringt, zu machen was er für richtig hält. Whedon kennt seine Vorlagen und auch wenn er nicht die epische Breite eines “Civil War” hat um moralische Grundsatzfragen zu diskutieren, verklärt er (wie in seinen Rewrites zu Captain America) nie den Pathos der Weltenrettung zum absoluten Freibrief. Wenn die Avengers am Ende weiterhin eine Gruppe von Einzelgängern sind, die lieber sich selbst gehorchen als einem Oberbefehlshaber, dann ist das auch eine Message von Eigenverantwortung und Unabhängigkeit die sympathisch ist.
Joss Whedon, der schon bekundet hat ein Sequel drehen zu wollen, das kleiner und anders ist als dieser Film, hat einmal mehr bewiesen was er drauf hat und nach dem absehbaren Erfolg dieses Films hoffentlich auch wieder genug Backing um eigene Projekte finanziert zu bekommen. Und nach dem Durchhänger Iron Man 2, freue ich mich jetzt tatsächlich wieder auf den dritten Teil.
Spider-Man und der Dunkle Ritter müssen sich verdammt anstrengen, wenn sie dem Genre dieses Jahr noch irgendwas wirklich interessantes hinzufügen wollen.
Mal Sehen sagt:
Eigentlich gibt es nicht viel hinzuzufügen. Batz hat den Nagel dermaßen auf den Kopf getroffen und dabei sogar noch ein paar Details aufgeführt, die mir weiter nicht aufgefallen sind. Danke dafür!
Als Comic-Fanboy geht man natürlich ganz anders an eine Verfilmung ran. Ich will nicht einmal sagen, dass es kritischer wäre, aber das Gefühl ist doch ein anderes. Whedon schafft es aber, dass man durchweg begeistert bei der Stange bleibt und das auch trotz zwei dermaßen überflüssiger Figuren, wie Black Widow und Hawkeye. Es ist ja nicht so, dass ich die beiden Comicfiguren durchweg langweilig finde (ok, tue ich schon, so ein bisschen), aber der halbe Stern Abzug gilt tatsächlich den beiden. Man kann den Auftritt von Scarlett Johansson allerdings damit verzeihen, dass es heutzutage eben ab und zu eine starke Frau geben muss, mit der sich die Zuschauerinnen identifizieren können. Und damit die männlichen Zuschauer etwas Heißes in Leder zu sehen kriegt. Aber war es so nötig mit Jeremy Renner als Hawkeye eine verkappte Liebesgeschichte reinzuquetschen? Gemessen mit der Länge des Films, sind die Auftritte von Black Widow und Hawkeye noch erträglich und es ist ja nicht so, als würden sie nicht auch für den Bruchteil einer Sekunde ein bisschen Coolness versprühen.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- April 26th, 2012 •
- 61 Kommentare
- Schlagwörter: Avengers, Joss Whedon, marvel, Spider-Man, The Avengers









































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