Hypedruck (Update)

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Bild via Drawing Daily

Ich weiß nicht, ob wir drüber reden müsssen. Irgendwie ja. Irgendwie betrifft es ja unser Thema. Irgendwie haben wir damit zu tun. Klar, wir haben hier keine Lösungen. Wir können auch nur Küchentischpsychologie und ich denke das selbet viele professionelle Psychiater und Psychologen an dem Fall verzweifeln werden. Aber ich frage mich sofort: Was sind hier für Ursachen am Werk?

Na klar, natürlich haben die Filmemacher niemanden umgebracht oder so. Aber der Vorabhype um “The Dark Knight rises” wurde weltweit so unglaublich hochgekocht, das einen solch eine Tragödie wie in Denver zwar nachwievor unendlich schockiert und fertig macht, aber ganz leise im Hinterkopf ein kleines Stimmchen fiepst: “Ihr habt ihnen eine zu einfach zu besteigende Bühne ermöglicht.”

Das wird niemandem gerecht und das kann nicht mal ein Erklärungsansatz sein. Ich bin absolut ratlos, was ich mit dieser Situation machen soll. Von nun an auf alle Berichterstattung über Dark Knight verzichten? Irgendwie auch bescheuert, der Film kann ja nix dafür. Aber ich wünsche mir irgendeine logische Reaktion des Verleihs, die das alles irgendwie erträglicher macht. Ich brauche jetzt eine Stimme, die unmittelbar mit dem Film verbunden ist und die sagt: “Klar, einfach so weitermachen, als wäre nichts geschehen, können wir auch nicht. Und deswegen:… ”

Ja, deswegen was?

UPDATE

Christopher Nolan hat sich geäussert:

Speaking on behalf of the cast and crew of ‘The Dark Knight Rises,’ I would like to express our profound sorrow at the senseless tragedy that has befallen the entire Aurora community. I would not presume to know anything about the victims of the shooting but that they were there last night to watch a movie. I believe movies are one of the great American art forms and the shared experience of watching a story unfold on screen is an important and joyful pastime. The movie theater is my home, and the idea that someone would violate that innocent and hopeful place in such an unbearably savage way is devastating to me. Nothing any of us can say could ever adequately express our feelings for the innocent victims of this appalling crime, but our thoughts are with them and their families.

Natürlich muss nun weitergemacht werden. Natürlich soll der Film nicht “verbannt” werden und natürlich kann der nichts dafür. Ich mag in großen Teilen die Diskussion hier, weil ich schon trotzdem auch finde, das dieses Thema hier hin gehört. Reflexartiges “Der ist ein Spinner und darf nicht ernst genommen werden und der soll unseren Film in Ruhe lassen!” kann ich verstehen, denke aber das ein wenig Reflektion nicht schadet. Ich will das jetzt auch nicht hochkochen oder groß ewig ausdiskutieren. Ich finds schon gut, das darüber zu reden hier in weiten Teilen möglich ist. Danke schön.

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  1. Mocca

    Die Premiere in Paris samt Interviewtermine der Hauptdarsteller ist abgesagt worden. Immerhin dort wird nicht “weitergemacht”. Und ich bin grade ein bißchen froh, dass ich zu spät für Premierentickets gekommen bin, denn es hätte einen fahlen Geschmack hinterlassen. Ich hoffe darauf, dass man bald hinter irgendeinen Grund kommt – ich wünsche mir irgendetwas total blödsinniges wie “er wollte den Lärm nicht mehr ertragen” – aber was auch immer der Beweggrund gewesen sein mag – darauf muss dann tatsächlich reagiert werden. Wie kann ich dir aber auch nicht sagen… Immerhin wird jetzt wieder über das Waffengesetz debattiert. Au Mann, ein Kinosaal, egal welcher Film, was kann es dafür bloß für einen Grund geben?! Aber es muss doch…

  2. andreas(mag inception)

    also ich glaube,das ganze hat absolut GAR nichts mit kino oder batman zu tun. der typ hat diese premierenfeier als bühne benutzt, wie nilz schon gesagt hat, aber das da offensichtlich andere kräfte am werk waren,dürfte selbsterklärend sein. wir wissen zu wenig, um irgendwelche schlüsse zu ziehen und ehrlich gesagt finde ich den impuls “irgendwas muss JETZT gemacht werden” ziemlich fatal, da er schnell dazu verleitet, zu etwas position zu beziehen, was wir noch gar nicht verstehen können…

  3. moody

    Ich glaube man sollte genau das tun: Weiter machen, wie zuvor. Ich werde mir den Film nächste Woche einfach ganz normal im kIno angucken. Nicht einmal der Film war ein Vehikel für sein vorhaben, sondern der Hype um ihn, den er scheinbar nutzen wollte, um den größtmöglichen medialen Effekt zu erzielen. Wenn du, ihr oder wer auch immer nun nicht über den Film berichtet, dann verstärkt ihr doch genau diesen Effekt, auf den er es abgesehen hat und würdigt doch auf eine verquere Art seine Tat.

    “Ihr habt ihnen eine zu einfach zu besteigende Bühne ermöglicht.” Das verstehe ich auch nicht so ganz…fiept das echt so bei dir im Kopf?! Was soll den dieser ‘Ich habs euch ja gesagt’-Gedankengang, mal abgesehen davon, dass er ziemlich zynisch ist?! Sollen die Medien jetzt nicht mehr gehäuft über gesellschaftlich/kulturelle oder auch Sportereignisse wie Olympia berichten, da irgendein Knallkopf das als ‘Bühne’ benutzten könnte?! Vielleich sollte einfach mal pauschal alles Verboten werden ausser Arbeiten, Fressen und Kacken. Bei anderen Sachen könnte ja jeder kommen und das irgendwie als Inspiration oder ‘Bühne’ benutzen (siehe ‘Der Fänger im Roggen’)….

  4. Silent Rocco

    Aha, da dreht einer im Kino durch und dann soll man irgendwie hinsichtlich des Filmes darauf reagieren? Und wenn mal einer in ‘nem McDonalds um sich ballert, muss sich McDonalds entschuldigen und keiner geht dort mehr essen? Und wenn einer in ‘ner Schwimmhalle um sich schießt, wird am besten sofort das Wasser rausgelassen.

    Da ist eine schlimme Tragödie passiert. Und der Verrückte hat sich einfach mal einen Ort ausgesucht, wo viele Menschen auf einem Haufen hocken. Jetzt das irgendwie auf den Film speziell oder das Medium an sich zu beziehen und irgendeine Schlussfolgerung zu erwarten, wäre einfach falsch. Das ist eher mal wieder ein Argument dafür, nicht jedem Ami frei ‘ne Waffe in die Hand zu drücken. Aber ja, es werden sicher wieder schnell falsche Schuldige gefunden, damit bis zum nächsten Massenmord Ruhe ist.

  5. Nilz N Burger

    Ich finde den Fall ein bisschen diffiziler. Ein Schwimmbad wird nicht so aggressiv beworben. Es läuft nicht alles auf den einen Tag hinaus, an dem ich unbedingt in das Schwimmbad muss. Oder zu Mc Donalds. Und: Es geht bei Mc Donalds Werbung um BUrger, nicht um ein gewalttätiges Produkt. Deswegen besteht hier schon ein Zusammenhang. Wie gesagt: Natürlich ist der Typ irre und wahnsinnig und der Film kann ja nichts dafür, wenn einer durchdreht. Aber dennoch: Der Verleih/Das Studio startet einen Kampagne, die sich auf ein bestimmtes Datum zuspitzt und wir, die ganzen Blogs etc. helfen ihnen dabei. Was okay ist, weil es eben diese Spannung ist, die wir ja auch so mögen, die Spannung einen lang ersehnten und heiss erwarteten Film endlich zu sehen. Aber gerade die Nolan Batmans leben sehr von ihrer direkten, düsteren und harten Gewalt. Das spiegelt sich dann auch in der Kampagne wieder und das wiederum kann für jemand gestörtes schon ein Trigger sein, denke ich mir. Deswegen find ich die Frage schon nicht unwichtig.

    Ob es zynisch ist, das ich erschrecke und denke, das man diese Bühne bereitet hat? Ich denke nicht. Ich war und bin wirklich schockiert darüber.

  6. justus_jonas

    Es steht zu erwarten, dass einige Medien den Film als Ursache heranziehen werden. Sie werden von Chaos reden, sie werden aus dem Zusammenhang gerissene Szenen als Scheinbar-Begründung liefern. Sie werden die Gasmaske neben die Bane-Maske halten. Fox wird wieder das Hollywood-Messer wetzen. Das ist alles so schön einfach. Da muss man sich nicht zum Kern des Problems vorarbeiten… Aber bitte: Wie sollte der Film-Verleih reagieren? Was sollen Christopher Nolan & Co. dazu sagen? Und warum? Die abgesagte Premierenfeier in Paris verstehe ich als Zeichen des Respekts und der Anteilnahme gegenüber den Opfern. Die Gewalttat wird kaum als Reaktion auf den Batman-Hype stattgefunden haben. Man kann davon ausgehen, dass der Täter den Film NICHT gesehen hat. Die Trailer werden ihn kaum dazu getrieben haben. Was man jetzt braucht, ist eine Zeit des Innehaltens, Nachhörens und Hinschauens. Und keine Zeit für übereilte Reaktionen. Auch nicht hier.

  7. Nitpicker

    Bin der gleichen Meinung. Ich denke ich muss nicht betonen wie verabscheuungswürdig und tragisch ich diese Geschehnisse finde, jedoch finde ich es schwierig hier eine Verbindung zu, oder Konsequenzen bezüglich des Films zu ziehen. Es ist in einem Kino passier; deswegen aus Pietät einen Tag die Multiplexe zumachen? Es ist in Denver passiert, also freiwillig eine Woche lang auf Denver Clan verzichten? Ja, ist etwas sarkastisch und grob gehobelt, man möge mir das verzeihen. Aber diese “Verbindungen” sind in meinen Augen allesamt für das was passiert ist irrelevant.

    Ich finde jedenfalls, dass die Tatsache dass das bei einer TDKR-Vorstellung geschehen ist, sollte überhaupt keinen Einfluss auf die weiteren Vorgänge dieses Films betreffend haben. Das die Premiere in PARIS abgesagt wurde – gut, das finde ich noch okay. Aber darüber hinaus bitte nichts mehr, ich fänd’ das nicht sinnvoll.

    Selbst wenn sich herausstellen sollte, dass der Amokläufer einen auf “Bane” gemacht hat, sogar dann SELBST DANN wäre ich gegen eine irgendwie geartete Auswirkung auf den Film. Was eine gute Sache wäre; wenn sich die Verantwortlichen für den Film vielleicht daran beteiligen den Angehörigen und Verletzten (finanziell?) etwas Gutes zu tun – sowas fänd’ ich wesentlich besser.

  8. moodylike

    ich kann mich da moody nur anschließen, mehr muss nicht dazu gesagt werden. wieso sollte man darauf reagieren? was hat der film damit zu tun? sollen wir ihm jetzt die aufmerksamkeit geben, die er wollte? was passiert ist schrecklich, und die einzige reaktion, welche am sinnvollsten wäre, ist die verschärfung des waffengesetzes. ich meine es ist kein einzelfall. in schulen, einkaufszentren und was weiss ich noch wo….regelmäßig identische stories. soll man jetzt schulen, einkaufszentren usw schließen, löst diese art der reaktion das problem? wohl kaum. es ist schrecklich was passiert ist, genauso schrecklich, wie davor auch. aber so ist es nun mal im land der unbegrenzten möglichkeiten. ich für meinen teil werde zur premiere des films gehen. mehr kann man wirklich nicht dazu sagen, moody hat es perfekt auf den punkt gebracht.

  9. Hitmanski

    Bin irgendwie sehr zwiegespalten, was solche Postings wie oben betrifft. Einerseits hatte ich heute Mittag tatsächlich ein seltsameres Gefühl in der Magengegend, als es -so zynisch es klingt- bei ähnlichen Ereignissen der Fall war – was wohl vor allem daran liegt, dass einem dieses gesamte Kino-Szenario und der Premiere-Trouble tatsächlich unbequem bekannt vorkommt. Auf der anderen Seite erscheint es mir aber auch falsch, das alles mit Kino, Film oder Batman in Bezug zu bringen – zum einen, weil etwaige Interpretationen nicht selten wieder zur alten “Gewaltfilm”-Debatte führen, zum anderen weil ich glaube, dass hier letztlich nur eine geeignete Bühne gesucht und gefunden wurde. Das hat aber nichts mit Kino zu tun, sondern hätte genauso gut den SuperBowl, das nächste Gaga-Konzert oder ähnliches treffen können.

  10. löscht diesen dreck

    ja was man auf keinen fall machen sollte dem spinner auch noch die aufmerksamkeit geben die er wollte… bravo macht ihr super…

    clap, clap, clap

  11. protohype

    So tragisch und unbegreiflich solche Vorfälle sind, Fakt ist: Verhindern kann man Sie leider nicht.
    Vielleicht kommen die Amis durch diesen Amoklauf mal auf die Idee, das Waffenrecht einzuschränken. Wahrscheinlich aber nicht.
    Wie der Krieg gegen den Terror wird der Krieg gegen den(?^^) Amok (ich wette, irgendwer wird den bald ankündigen) nicht zu “gewinnen” sein.

  12. DMK

    Nee, nee. Es gibt einfach heutzutage immer mehr “Massenereignisse”. Ob das im Sport, in der Musik, beim Film oder anderen Freizeitevents (Partys etc.) ist: Überall wird mehr und mehr gehypt, unzählige Menschen kommen zusammen und bieten – pardon – eine perfekte Zielgruppe im wahrsten und traurigsten Wortsinn. Heute ein Kinosaal, morgen ein Rock am Ring, übermorgen die Mensaparty.

    Nicht Waffen töten Menschen, sondern Menschen töten Menschen.

  13. Satyr

    Meine Güte, immer dieselbe betroffene Diskussion wenn irgendwo ein Attentat passiert. Selbst wenn die ganze Welt unisono im Hare-Krishna-Rhythmus wippen würde, käme irgendein Spacko noch auf die Idee, jemanden mit der Bio-Holz-Perlenkette zu strangulieren. Und dann fragt sich jeder, ob Hare Krishna wirklich des Rätsels Lösung ist.

    Jemand ist ausgetickt, dachte sich, auf der “Batman”-Premiere sind viele Leute, womöglich verkleidet, und hat sein Ding durchgezogen. Dass jetzt jedes Filmblöckle von Denver bis Nowosibirsk da was drüber bloggen muss, ich weiß ja nicht.

    Aber die Fünf Filmfreunde können ja aus Protest (gegen wen oder was auch immer [Gewalt auf der Welt?]) jegliche Berichterstattung zu “Batman” einstellen…vielleicht hilft es ja. Immerhin steht “Der Hobbit” vor der Tür.

  14. andreas

    also für mich steht das viel eher in zusammenhang mit breirik. ohne eine krude weltsicht wird man gar nicht in der lage sein, so rational und kühl zu handeln und so viele menschen umzubringen. das batman da jetzt etwas triggert ,kann gut sein,aber das hätte JEDEN anderen film treffen können, es war im endeffekt nur ein katalysator für eine kranke gesellschaft

  15. burns

    Dass Nilz sich diese Frage aber nicht umsonst stellt, zeigen unsere Antworten.
    Von “irgendwie muss der Verleih eine Reaktion zeigen” bis “erst recht weitermachen wie bisher” haben wir ja alles in wenigen Antworten schon an Bord. Ich kann beide Positionen ziemlich gut verstehen und wüsste jetzt auch keine Antwort darauf.
    andreas(mag Inception) hat aber auch recht, wenn er sagt, dass wir ohnehin erstmal warten müssen, bis wir etwas über die Hintergründe wissen (auch, wenn ich wie alle hier glaube, dass das Ganze mit dem Film selbst nichts zu tun hat).
    Dass Nilz sich und uns also die Frage stellt (er plädiert ja für nichts), scheint aufgrund schon unserer Diskussion etwas zu sein, was sich natürlich ergibt.
    Ich persönlich möchte jetzt vor allem wissen, was die Motivation der Tat war…

  16. Dieter

    Also wenn ich die Berichterstattung nicht vollkommen falsch überflogen habe, dann bestätigt sich doch jetzt anscheinend gerade, dass der Typ den Joker als Vorbild genommen hat, oder?

    Mir ging diese ganze Entwicklung vieler, und im im besonderen der Batman-Filmreihe hin zu düster, hoffnungslos, Terroristen, Stadt zerstören, Chaos anrichten und das alles in glorifizierten Hochglanzbildern mit hippem Hollywoodgrading ja schon länger auf den Sack.
    Mag sein, dass sich vielleicht jemand wirklich zu sehr in diese ganze Terrorpanik verbunden mit kruder Verbundenheit zu den “Bösewichten” hineingesteigert hat und dann eben mal durchgedreht ist….
    Naja, das ging mir nur so als erstes durch den Kopf, aber die Medien werden sich ja nun sowieso darum kümmern, dass dieser Amoklauf Wochenlang die Öffentlichkeit beschäftigt und damit weiterhin durchgeknallte Individuen und potentielle Täter animiert.

    So hart das auch klingen mag, aber ich kann nicht so wirklich viel mit diesem Medienaufschrei anfangen, und den “wir beten für euch” Postings auf Facebook. Jeden Tag sterben viele viele Menschen aus den verrücktesten Gründen auf der Welt. Und warum genau muss man jetzt diesem Vorfall wieder so eine gigantisch große Aufmerksamkeit schenken? den Toten bringt es nichts, den potentiellen Spinnern wird wieder eine Bühne bereitet und der “Anti-Killerspiel-Lobby” spielt es auch mal wieder in die Hände.
    Bringt irgendwie nicht viel.
    Sinnvoller wäre doch die Berichterstattung möglichst klein zu halten, die Toten zu würdigen und mal ernsthaft über die Waffengesetze der USA nachzudenken.

  17. Binding

    Unabhängig von der Diskussion um den eventuellen Zusammenhang zwischen Tat und Film geht es momentan darum, direkte Nachahmungstaten zu verhindern. Deswegen gibt es in New York schon Kino-Vorstellungen mit Polizeischutz. Und das könnte leider auch dazu führen, dass der Start-Termin des Films verschoben wird (bisher liefen ja nur Previews). Und eine große US-Kinokette hat bereits reagiert, indem sie den Besuchern ab sofort verboten hat, verkleidet und mit Spielzeugwaffen zu Kino-Vorstellungen zu kommen.
    Solche Reaktionen – also spürbare Einschränkungen des Alltagslebens – sind normalerweise genau das, was Terroristen bezwecken, und genau deswegen sollte das Leben (aus Trotz und als Zeichen des Widerstands gegen den Terrorismus) immer normal weitergehen – im Sinne von Kommentar #8. Ein terroristischer Hintergrund wird zwar momentan noch ausgeschlossen, aber auch wenn es letztlich “nur” ein Amoklauf war, hat die Tat diesmal leider eine ähnliche Wirkung.

  18. toasted

    Was man vielen Antworten hier entnehmen kann ist Empathie, was zeigt, dass (Gewalt beinhaltende) Filme nicht so dramatisch abzustumpfen scheinen, wie in regelmäßigen Abständen immer wieder propagiert wird. Beruhigt doch irgendwie.
    Mehr kann man zu dem ganzen derzeit gar nicht sagen, weil derzeit wohl noch keine Informationen zu den Hintergründen der Tat bekannt sind. Insofern ist eine Reaktion darauf (abgesehen von Betroffenheit und Anteilnahme – im positiven Sinn gemeint) einfach verfrüht.

    Eine Diskussion, die derzeit allerdings geführt werden könnte, wäre die immer wieder auftretende Diskussion zu den Waffengesetzen der USA, aber da ist hier einfach das falsche Forum für. Das wäre mal eine Aufgabe der USA, aber da werden sich die Personen, die da lenkend eingreifen könnten, wohl wieder drumherum schlängeln.

  19. burns

    Ich setze es mal trotz Off-Topic trotzdem rein, weil es jetzt schon mehrfach angesprochen worden ist. Es gibt schon US-Äußerungen zu der Bewaffnung des Täters. (tagesschau.de)

    Die erste ist natürlich einfach nur lustig (also so oberlippe-verzieh-lustig):

    “Er war schwer bewaffnet, berichtet Polizeichef Oates: “In den vergangenen 60 Tagen hat er vier Waffen in Waffenläden gekauft. Im Internet besorgte er sich insgesamt 6000 Schuss Munition.” Alles auf LEGALEM Weg, BETONT der Polizeichef.”
    Asso, ja dann…

    “Dem Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, reichen […] symbolische Taten allerdings nicht: “Vielleicht ist es an der Zeit, dass die beiden Leute, die Präsident sein wollen, uns sagen, was sie mit den Waffen in diesem Land vorhaben. Denn dies ist offensichtlich ein Problem im ganzen Land.”

    In einer Umfrage vom vergangenen Oktober gaben 73 Prozent der Amerikaner an, dass der Waffenbesitz in den USA nicht eingeschränkt werden soll.”

  20. Roland D.

    Zum Thema: Wie sollen die Filmverleiher denn reagieren? Darf es kein Premierendatum mehr geben, auf das sich “alles zuspitzt”? Sollen Filme (und andere Großveranstaltungen, und derer gibt es doch jede Menge) nicht mehr beworben werden dürfen? Das ist nicht sinnvoll und gar nicht durchführbar.
    Das mit der Paris-Premiere war ein richtiges Zeichen der Pietät, aber so viel mehr halte ich nicht für nötig. Wie schon von anderen gesagt, es hätte auch der Super Bowl sein können, oder das Rock am Ring.

    OffTopic, an die Mods hier:
    Bei mir sind seit einigen Tagen dort, wo für einen Kommentar Name + Email einzutragen sind, manchmal schon Name u. Email eingetragen, allerdings die von anderen Usern, nicht meine Daten…k.A. woran sowas liegen kann, ich wollte es nur erwähnen.

  21. Christian

    1. Es gibt weiß Gott gewalthaltigere Filme als Batman.
    2. Niemand weiss aktuell was den Täter zu der Tat brachte.
    3. Als symbolischer Akt des Mitgeühls ist es schon ok einmal kurz inne zu halten und den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl auszusprechen. Deswegen aber den Film als solches als Mitschuldigen hinzustellen und ggfs nicht zu verleihen bzw vorzuführen ist einfach nur falsch.
    4. Von weiter Ferne betrachtet erinnert die Planung, soweit sie bis jetzt bekannt ist, schon arg an Breivik.
    5. Natürlich töten Menschen Menschen und nicht Waffen, aber man macht es solchen Leuten zu einfach an Waffen und Munition ranzukommen. Komplett verhindern wird allerdings auch ein schärferes Waffengesetz solche Taten nicht (das haben wir hier in Deutschland in den letzten Jahren auch bitter erfahren).

  22. Andi

    Ja, ich finde, dass es zu kurz gedacht ist, zu sagen der Film oder die Promotion des Films sei für das, was passiert ist schuld.

    Aber fast genau so kurz gedacht finde ich, dass die Kommentare oben sich so lesen, als ob das sehr laxe Waffengesetz die Ursache für das Attentat war.

    Ja, ich bin für eine Verschärfung des Waffengesetzes. Waffen sollten nicht einfach so für jedermann erwerblich sein. Aber die Tatsache, dass jeder rankommt an solche Waffen ist doch nicht die URSACHE.

    Es erleichtert dem Täter das umzusetzen, was er vorhat. Und deshalb sollte man dies erschweren. Aber wenn jemand aus irgendwelchen Gründen auch immer das Verlangen hat zu töten, dann macht er das. Waffen hin oder her. Dann nimmt er halt Messer oder besorgt sich die Waffen illegal oder baut sich Sprengsätze oder was weiß ich.
    (Wie oben auch steht: Nicht Waffen töten Menschen, sondern Menschen tun es.)

    Aber als allererstes sollte man vielleicht mal anfangen, die tatsächlichen Auslöser zu finden. Ist die gesellschaftliche Entwicklung schuld? Ist die teilweise große Armut schuld? Ist eine falsche Erziehung / mangelnde Zuneigung der Eltern schuld? Oder die Politik und die Tatsache, dass so viel Geld in Militär und so (relativ) wenig in Bildung ausgegeben wird? Oder die Tatsache, dass sich die Amerikaner sich im Ausland wie Chefs und Polizisten aufführen und unter zweifelhaften Gründen Kriege anfangen? Ich weiß es nicht, aber ich finde, dass man diese Aspekte analysieren und verbessern sollte. Ja, es ist sehr schwer und anstrengend, sich als Staat / Regierung sich dieser Thematik zu stellen. Wahrscheinlich ist das viel schwieriger, als ein verschärftes Waffengesetz durchzubringen. Aber das ist meiner Meinung nach der richtige Weg.

    In Kanada ist (soweit ich weiß) das Waffengesetz genau so lax wie in den USA. Und da haben die solche Probleme nicht (oder nur in deutlich kleinerem Ausmaße). Das wird schon seine Gründe haben.

  23. Andi

    Nachtrag: Ich habe gerade das erste Mal tatsächlich Berichte über die Tat gelesen (vorher habe ich davon nur am Rande mitbekommen).

    Ich habe oben in meinem Posting mehrere mögliche Gründe aufgeführt, die (als Kombination untereinander und / oder mit anderen Gründen) möglicherweise Auslöser für solche Taten sein können. Vielleicht war der Täter aber auch einfach nur gestört. Soll es ja auch geben.

    Und noch was: Ich habe generell nichts gegen solche Filme wie diesen Batman. Aber bedenklich finde ich es schon, wenn bei der Premiere von so einem doch gewalthaltigen Film Kinder, Kleinkinder und sogar Babys dabei waren.

  24. der alte sack

    war jetzt heute im ufa beim Wake-up kino und haben unseren guten alten Batman gesehen. Und ich muss sagen: Selber anschauen. Der beste der drei Batmanfilme (die Ausnahmedarstellung von Joker durch ledger, wollen wir mal nebenanstellen und alleine für sich stehen lassen und würdigen). Nein, der Film hat alles was ein Nolan-film braucht. Ich sage jetzt auch nicht mehr viel dazu, sondern nur eines: Das Geld lohnt sich auf jeden Fall. (Wobei das Wakeupkino uns mit drei Eure (inkl. Kaffeee und Brezel) ja eh nicht viel gekostet hat. Aber kann ein Tag besser beginnen, als den dunklen Ritter zu sehen, der aufersteht?

    Geht rein und genießt, jede MInute lohnt sich wirklich…

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