Reviews: Merida – Legende der Highlands, Ted (Review)

20 Comments

Merida – USA 2012
★★★½☆

Die junge Schottenprinzessin soll heiraten um das Königreich zu sichern, hat darauf aber mal so gar keine Lust – sehr zum Unwillen ihrer Mutter.

Some Spoilers Ahead.

Merida macht Spaß. Bärenspaß, ohne zuviel verraten zu wollen. Nach Cars 2, für den Pixar ja ziemlich aufs Maul bekam (obwohl er mir mit seiner Agentenstory wesentlich besser gefiel als Cars), sind sie mit Brave, bzw Merida wieder auf sicherem Terrain.
Die Animation ist wie immer großartig und fängt den typischen Reiz schottischer Highlands gut ein, das Charakterdesign ist nach kurzer Gewöhnungsphase ebenfalls stimmig und Merida und ihre Truppe samt schottischem Akzent (den sie im Original sprechen) extrem knuffig.

Die Story hält ebenfalls Überraschungen bereit, die heftigste erinnert etwas an Disneys Brother Bear und ist aus dem Marketing und den Trailern zurecht komplett herausgehalten worden. Der Twist wiegt auf, dass die rebellische Mädchen-Story die der Film erzählt, natürlich nicht so originell ist wie andere Pixar-Filme. Die visuelle und inhaltliche Innovation von Wall-E und Oben, die Vielschichtigkeit der Incredibles wurde diesmal zugunsten einer leichtfüssigeren Story aufgegeben, die optisch opulent ist, für Pixar-Verhältnisse aber überraschend oft auf Slapstick und Klamauk setzt.

Was vielleicht auch auf den Wechsel hinter den Kulissen zurückzuführen ist, bei dem der jetzige Regisseur vor zwei Jahren das Ruder übernahm, weil der Film wohl unter Brenda Chapman nicht rund genug lief. Das führt dazu, dass Merida tonal bisweilen etwas durchwachsend ist und von comichaftem Slapstick (hauptsächlich durch Meridas Mutter und die drei Brüder) zu Alptraumhaftem Horror (die geniale Mordun-Szene die es optisch locker mit dem Elefantenfriedhof in Lion King aufnehmen kann) wechselt, was den Film etwas fragmentiert wirken lässt, als wären im Nachhinein lustige Szenen hinzugefügt worden, weil man Angst hatte der Filme könnte sonst zu ernst und düster werden.

Dabei funktionieren die einzelnen Elemente sehr gut und wenn der Humor der Story dient, wie bei der Bogenschiessen-Sequenz oder in den Szenen mit Meridas Vater und den Clans-Bossen ist es wirklich eine wahre Freude zuzusehen. Stellenweise hätte ich mir sogar gewünscht mehr zu sehen, mehr zu erfahren. Die Hexe ist ein kurioser, fast an Ghibli-Filme erinnernder Charakter, dessen Motivation leider unklar bleibt und der viel zu schnell aus der Geschichte verschwindet, ohne das ihr Arc wirklich durcherzählt wurde.

Der Road-Trip mit Muttern ist eine tolle Idee, aber leider zeigt er zu wenig. Hier hätte sich die Chance geboten wirklich Zeit mit den beiden starken Charakteren zu verbringen, aber Merida und Bären-Mum bekommen leider nur eine Frühstücks und eine Fischfang-Szene und das muss ausreichen um all ihre Probleme zu lösen. Gerne hätte ich auf Kleinbären-Klamauk-Szenen verzichtet und auch auf den großen Showdown und den Film einfach im Schloss enden lassen, wenn dafür die emotionale Reise der beiden Hauptfiguren ausführlicher und etwas glaubwürdiger durcherzählt worden wäre. Pixaruntypisch schien es da etwas an Mut zu fehlen neue Wege zu beschreiten und etwas ist das Bemühen spürbar, für jeden etwas zu bieten und es allen Zielgruppen recht zu machen. Was auch die merkwürdige Mixed-Message erklärt, auf der der Film endet: “Verwirkliche dich selbst, sei selbstbewusst, aber hör trotzdem auf deine Eltern und unterwirf dich der Tradition.”

Das wirkt irgendwie nicht ganz ausgegoren, auch wenn ich es grundsätzlich begrüsse, dass die starry Disney-Formel bei der nur “Be yourself no matter what” propagiert wird, hier zumindest varriert wird. Diese kleinen Holperer machen Merida nicht schlechter, erzeugen aber den Eindruck, dass Pixar nach dem Tiefschlag den sie durch Cars 2 einstecken mussten und dem unverdienten Flop von John Carter (der ja über Bande auch dem Pixar-Brain-Trust entsprang) erst wieder zurück finden muss zur alten Selbstsicherheit und Konsequenz mit der sie früher erzählt haben.

Bis dahin ist Merida ein spannender, sympathischer und extrem elegant animierter Film, dessen einziges echtes Problem ist, dass man im Grunde nur noch mehr Zeit mit den Figuren verbringen würde (alleine die ganzen Clans-Querelen könnten locker einen eigenen Kurzfilm füllen). Von der Generation kleiner Kinder, die wahrscheinlich nachts von Mordun träumen und Angst vor ihm haben, mal ganz zu schweigen. Aber so soll es bei Märchen ja auch sein.

Ted – USA 2012
★★★☆☆

Als Kind wünschte sich John, dass sein Teddybär lebendig würde, damit er einen Freund hat. Der Wunsch wurde erfüllt und Ted lebendig. Mit 35 muss John jetzt feststellen, dass sowas ja toll ist, wenn man ein Kind ist, aber schwierig wenn man langsam mal erwachsen werden will.

Im Gegensatz zum Trailer, der eher auf Pipikaka-Humor setzt, ist Ted dann doch recht harmlos. Klar Seth McFarlane hat seine provokativen Throw-Away-Gags, aber insgesamt überrascht Ted dann doch alleinig dadurch, wie zahm und brav die Story insgesamt ist.

Was nicht heißt, das es nicht einige amüsante Momente gibt und die Chemie zwischen Ted und John nicht funktioniert, zumindest abseits der etwas nervigen Slapstick-Momente. Und gerade der Off-Erzähler und einige der Random-Popkultur-Referenzen dürften die Nerds erfreuen.

Was ihm leider abgeht ist durchgängiger Charme, konsistente Charaktere und Originalität – denn dafür das er eine altbekannte Story abspult, die beispielsweise in Shaun of the Dead charmanter und stimmiger erzählt wurde, strengt er sich dann doch etwas zuwenig an. Ja Ted ist ein sprechender Teddy und die Welt akzeptiert das scheinbar einfach (because nobody gives a shit – was als Gag gut, als Erklärung aber nicht wirklich glaubhaft ist) und weil der Film den Teddy als normale Person behandelt, tut dies der Zuschauer auch bald. Was dem Film viel vom Novitätswert raubt, denn so schön es einerseits ist, dass Stimme und Animation den Bären so glaubhaft zum Leben erwecken, so wenig wird letztlich daraus gemacht. Er ist eben einfach Johns Kindheitskumpel, der zufällig wie ein Teddy aussieht.

Ist dies erstmal etabliert, gehen McFarlane leider etwas schnell die Ideen aus, denn viel passiert nicht, teilweise wirkt es als wäre eine Sitcom-Folge künstlich in die Länge gestreckt worden. Und so schön auch die Chemie zwischen Ted und John ist – die zwischen ihm und der von Mila Kunis gespielten Lori ist leider weniger überzeugend. Sie ist ein extrem schwammig und inkonsistent gezeichneter Charakter, der über weite Strecken eher als Whiny Bitch, als Stick in the Mud, als typische Verkörperung von “Frauen sind Partypuper” rüberkommt. Denn das was Ted so anstellt ist selbst verglichen mit dem was Alf früher so abzog, relativ harmlos, wenn auch deutlich weniger jugendfrei. Loris unvermeidliche Wandlung in ihrer Beziehung zu John lässt wenig mitfiebern, weil sie selbst in den besten Momenten eher vom Drehbuch zusammengezwungen wirken, als tatsächlich wie zwei Menschen die sich wunderbar ergänzen. Mila Kunis kulleräugige Tussigkeit strengt bisweilen an und lässt Leichtigkeit und Sinn für Albernheit vermissen und auch wenn Wahlberg insgesamt einen ganz guten Job macht und seine Interaktion mit Ted makellos ist, wirken sein juvenilen Anflüge mehr als einmal recht aufgesetzt.

Farlane kann sich auch nicht recht entscheiden, ob er nun wirklich eine durchgeknallte Farce mit Comic-Charakteren drehen will (die Art wie er Rückblenden, Popkultur-Gags und Nebenfiguren, überflüssige aber nette Cameos einsetzt erinnert schon extrem an Family Guy) oder doch eine emotional berührende Story. Teile des Films nehmen sich wahnsinnig ernst und machen auf großes Drama, während vieles dann wieder zu over-the-top ist und damit das Drama unterminiert.

Das die Story-Beats wirklich absolut Malen-nach-Zahlen ablaufen und bis zum Finale absehbar sind, schmälert den Reiz dieser trotzdem ganz spassigen Komödie dadurch doch wieder. Die Gags die sitzen sind die typischen McFarlane-Sprüche, die ätzenden Seitenhiebe gegen Sandler, Superman, Cheers – die 80er Nostalgie – die jedoch im Gegensatz zu den Werken von Wright/Frost/Pegg immer etwas aufgepropft wirkt und nie eine homogene Einheit mit Figuren, Setup und Story wird.

Für MacFarlanes ersten Anlauf im Realfilm dennoch überdurchschnittlich und durchaus Lust auf mehr machend. Und alleine für den eingängigen Thunder-Song muss man den Film letztlich dann doch mögen.

In : Review

About the author

Oliver “Batz” Lysiak studierte Mediensoziologie und arbeitete als Redakteur u.a. für NDR, RTL, Pro7, wo er lernte, dass “die Zuschauer Ironie nicht verstehen”. Seit 2006 betreibt er, zusammen mit vier anderen Cinemaniacs, das erfolgreiche Filmblog “Die Fünf Filmfreunde” und arbeitet als “Creative Director” und Filmjournalist bei Deutschlands größter Filmwebsite moviepilot.de. Er mag Wombats, Katzen und Leute die im Kino die Klappe halten und träumt davon, irgendwann von Stephen Fry adoptiert zu werden.

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20 Comments

  1. KodyMonstah

    Kann mir nicht vorstellen, dass Merida spannend sein soll. Das grobe Ganze hab ich schon an Hand des Trailers vorhersagen können.

  2. firejoe

    schon wieder einer, der nur den Trailer gesehen hat und dir alles über den Film erzählen kann…gibt’s leider auch in meinem Bekanntenkreis ein paar sol Leute…”Man hast du den Trailer gesehen, der Film ist ja sowas von Mist”.

  3. firejoe

    schon wieder einer, der nur den Trailer gesehen hat und dir alles über den Film erzählen kann…gibt’s leider auch in meinem Bekanntenkreis ein paar solche Leute…”Man hast du den Trailer gesehen, der Film ist ja sowas von Mist”.

  4. Dr.Strangelove

    Stimmt schon. Aber das Gefühl ist ja echt. Und warum ist das so? Mir geht es bei Comic Action Filmen oft so. Fantastic Four, Thor, Iron Man … ist für mich alles “ein Film”. Das werden viele nicht so sehen. Aber da reicht mir auch ein Trailer… und es kommmt mir so vor als würde ich den ganzen Film kennen. Held ist im Exil, Bösewicht ist gar nicht Böse, Superheld bekommt aufs Maul, muss sich finden, hat Probleme in der Liebe, mit den Eltern. Es ist einfach ein einziger Brei. Es ist eben Hollywood.

    Und da nerven dan eher so Typen die sagen: Ne, ist dieses mal ganz anders… weil der Bösewicht ist ganz anders. (Aber das Konstrukt selbst. Held, Bösewicht, und die ganzen anderen Faktoren ist eben doch nur ein einzige Brei der seit jahrzehnten neu aufgekocht wird).

  5. firejoe

    Dr. Strangelove: Nun, dann weiß ich nicht ob du den neuen Batman schon gesehen hast, aber da gibt es am Ende noch eine Überraschung mit dem Bösewicht die nicht im Trailer vorkommt und die mich wirklich überrascht hat.

    …sicher Hollywood… Trailer, Trailer und nochmals Trailer, Trailer vom Trailer, Teaser vom Teaser…das geht mir auch schon auf die Nerven :-)

  6. mightymib

    Meine Güte. Es gibt bei epischen (Helden-)Geschichten halt nur eine begrenzte Zahl an Versatzstücken bzw. Plotzutaten, die manchmal besser, manchmal schlechter neu vermischt und mit einem halbwegs unverbrauchten Setting abgeschmeckt werden. Bei Brave bekommt man schön aufbereitete, als schottische Folklore präsentierte und liebevoll animierte Unterhaltung.

    Und sorry, wer jetzt naserümpfend sämtliche Marvel-Helden in einen Topf wirft mit den Worten “eh immer alles dasselbe”, der isst seine Spaghetti wohl auch immer mit derselben Sauce, weil das sind ja auch immer nur Teigwürmer mit gewürzter Flüssigkeit dran.

  7. Binding

    Wenn man den neuen Bond-Trailer sieht, hat man auch das Gefühl, bereits die komplette Story des Films zu kennen. Mich nervt das zwar auch, weil die Produktionsfirmen heutzutage offensichtlich überhaupt kein Risiko mehr eingehen wollen und lieber den potenziellen Zuschauern gleich mal zeigen, was sie so alles zu bieten haben. Aber ein Trailer ist zum Glück dann ja doch noch was anderes als der ganze Film. Seltsam, dass man das manchen Leuten extra erläutern muss.
    Was soll man denn übrigens in Sachen Wiederholungen von Genre-Filmen halten? Da kommt es ja gerade darauf an, eine gute Mischung aus Tradition und neuen Ideen hinzubekommen. Und was sagt nochmal die Literatur-Lehrerin in “The Amazing Spider-Man”? Eigentlich gibt es überhaupt nur einen Plot!

  8. Dr.Strangelove

    Ist es das was ihr/wir sehen wollen. Immer wieder eine Neuinterpretation von bekannten Geschichten. Mal ist Batman düster, mal nicht. (Klar, natürlich ist Nolan komplett anders als Burton) … aber eben auch nicht. Es steckt beides drin. Und gerade bei Pixar / Disney / und Comic Action Filmen ist es doch echt nur noch ein Spektakel. Da werden ein paar neue Kameratrick ausprobiert. Die Animation ist noch besser. Die Liebesgeschichte wird anders erzählt. Und batman lässt sich eben auf eine andere Art und Weise verarschen. Oder wird eben mal nicht verarscht sondern verkloppt. Je nachdem. Joker ist anders als Bale. Aber eine Stufe darüber sind es eben beides Bösewichter. (genauso wie es sie auch bei Iron Man, Thor, usw.. gibt) Das ermüdet. Man hat das Gefühl alles zu kennen. Und gleichzeitig ist es neu. Aber das Grundgerüst ist immer gleich.

  9. Binding

    Das Immergleiche kommt daher, dass man es mit (Seh- und Story-)Konventionen zu tun hat, die im Sinne des Spruchs “Never change a winning Team” bis zum Erbrechen ausgereizt werden. Man kann dabei eigentlich nur bei Details etwas verändern – oder man schafft etwas so Originäres, dass – wenn es Erfolg hat – fortan selbst zur Vorlage einer Konvention wird. So ergeht es eigentlich fast allen Avantgardisten und Künstlern, die etwas Innovatives erschaffen, das die (Pop-)Kultur maßgeblich beeinflusst: Irgendwann ist es Konvention und somit langweilig.
    Das ist übrigens auch genau eine der Aufgaben von Filmkritik und Filmhistorie: Das Erkennen und Benennen solcher originärer Beispiele, die die Filmsprache weiterentwickeln und somit Kinogschichte schreiben. Und es ist auch genau das, was man als Cineast sucht, wenn man sich ständig neue Filme ansieht: die aus künstlerischer Sicht wenigen echten Perlen unter den vielen Kieselsteinen.

  10. Mona

    “Joker ist anders als Bale. Aber eine Stufe darüber sind es eben beides Bösewichter.”

    Hä? Soll Batman 90 Minuten lang über eine Wiese schlendern und Blumen pflücken?

  11. Mona

    “Joker ist anders als Bale. Aber eine Stufe darüber sind es eben beides Bösewichter.”

    Hä? Soll Batman 90 Minuten lang über eine Wiese schlendern und Blumen pflücken?

    Und wenn wir noch ein paar Stufen weitergehen, dann sind Batman und Merida alle nur Filme. Der eine animiert, der andere nicht. Wo ist denn da schon der Unterschied.

  12. .fringer

    @ Dr.Strangelove
    “Joker ist anders als Bale. Aber eine Stufe darüber sind es eben beides Bösewichter.” What??

    Du meinst wohl eher “Joker ist anders als BANE”.
    Aber Hauptsache schön auf die Kacke hauen… man man man.

    mfg.
    .fringer

  13. Doughnut

    “Es sind nur Bösewichter” ist Schubladendenken.
    Mag sein, dass das bei Comic-Bösewichtern anders ist, denn viele der Antagonisten dort sind einfach nur irgendeine zu Ende gedachte fixe Idee (keine richtige Motivation und Charakterisierung, eher ein Thema, mit dem der Bösewicht spielt, während er halt böse ist).
    Normalerweise lohnt es sich aber, die Schublade wieder aufzumachen und sich die Figuren genauer anzusehen. Die Nuancen, die ihr so verächtlich als unerhebliche Variation bezeichnet, sind ja oft grad das Interessante.
    Was das reine Brechen von Konventionen als Selbstzweck bewirkt, sieht man ja am Großteil der modernen Kunst. Das ist ja auch oft nur noch ein einziger Rhetorik-Circlejerk vor handwerklich unterwältigenden Kreativverrenkungen, damit sich am Ende alle Beteiligten intellektueller fühlen können als vorher.
    Wenn man Mainstream-Filme sieht, sollte man sich außerdem nicht drüber wundern, wenn der Film am Ende doch brav der im Kulturkreis des Hauptmarkts vorherrschenden Moral/Kulturkonvention folgt. Menschliche Gesellschaften suchen eben permanent nach Selbstbestätigung, daran ist nichts verwerflich und das mindert den Spaß, den ein derart eingeschränkter Film machen kann, auch nur unerheblich.
    Wenn zB alle Filme/Serien wie die von Monty Python oder wie Southpark wären, dann wärn die auch nicht mehr lustig (Southpark-Hasser weghören), sondern nur nervig.
    Konventionen können nicht permanent von jedem gebrochen werden, sonst hätte man den Karnevals- oder Ballermann-Effekt. Da wirkt es auch eher so, als ob eine Bande von Spießern organisiert, kollektiv und angestrengt mal die Sau rauslassen wollte.
    Wer sich über Konventionen im Film echauffieren kann, tut mir eigentlich einfach bloß leid.

    Ich hab Brave noch gar nicht gesehen, aber gibt es da überhaupt einen “Bösewicht”? Würde mich wundern.
    Zudem ist Pixar gerade dafür bekannt, interessante, frisch wirkende Geschichten zu erzählen. Sicher nicht unbedingt Vorlagen für große philosophische Debatten, aber trotzdem innovative Filme, die die kindliche Phantasie beflügeln und eben nicht auf den üblichen ausgetrampelten Pfaden wandeln (irgendein Vorbild gibts immer). Brave mag zwar weniger innovativ sein, aber dafür spielt es die Schotten-Karte. Und wer Schottland und die Schotten nicht mag, ist ein schlechter Mensch, behaupt ich einfach mal ^^.

  14. Doughnut

    “Es sind nur Bösewichter” ist Schubladendenken.
    Mag sein, dass das bei Comic-Bösewichtern anders ist, denn viele der Antagonisten dort sind einfach nur irgendeine zu Ende gedachte fixe Idee (keine richtige Motivation und Charakterisierung, eher ein Thema, mit dem der Bösewicht spielt, während er halt böse ist).
    Normalerweise lohnt es sich aber, die Schublade wieder aufzumachen und sich die Figuren genauer anzusehen. Die Nuancen, die ihr so verächtlich als unerhebliche Variation bezeichnet, sind ja oft grad das Interessante.
    Was das reine Brechen von Konventionen als Selbstzweck bewirkt, sieht man ja am Großteil der modernen Kunst. Das ist ja auch oft nur noch ein einziger Rhetorik-Circlejerk vor handwerklich unterwältigenden Kreativverrenkungen, damit sich am Ende alle Beteiligten intellektueller fühlen können als vorher.
    Wenn man Mainstream-Filme sieht, sollte man sich außerdem nicht drüber wundern, wenn der Film am Ende doch brav der im Kulturkreis des Hauptmarkts vorherrschenden Moral/Kulturkonvention folgt. Menschliche Gesellschaften suchen eben permanent nach Selbstbestätigung, daran ist nichts verwerflich und das mindert den Spaß, den ein derart eingeschränkter Film machen kann, auch nur unerheblich.
    Wenn zB alle Filme/Serien wie die von Monty Python oder wie Southpark wären, dann wärn die auch nicht mehr lustig (Southpark-Hasser weghören), sondern nur nervig.
    Konventionen können nicht permanent von jedem gebrochen werden, sonst hätte man den Karnevals- oder Ballermann-Effekt. Da wirkt es auch eher so, als ob eine Bande von Spießern organisiert, kollektiv und angestrengt mal die Sau rauslassen wollte.
    Wer sich über Konventionen im Film echauffieren kann, tut mir eigentlich einfach bloß leid.

    Ich hab Brave noch gar nicht gesehen, aber gibt es da überhaupt einen “Bösewicht”? Würde mich wundern.
    Zudem ist Pixar gerade dafür bekannt, interessante, frisch wirkende Geschichten zu erzählen. Sicher nicht unbedingt Vorlagen für große philosophische Debatten, aber trotzdem innovative Filme, die die kindliche Phantasie beflügeln und eben nicht auf den üblichen ausgetrampelten Pfaden wandeln (irgendein Vorbild gibts immer). Brave mag zwar weniger innovativ sein, aber dafür spielt es die Schotten-Karte. Und wer Schottland und die Schotten nicht mag, ist ein schlechter Mensch, behaupt ich einfach mal ^^.

  15. Doughnut

    Sry für den Doppelpost.
    Lag aber nicht an an mir, sondern an dieser lahmen Seite, die meine geposteten Kommentare nie sofort anzeigt und mir stattdessen gern mal irgendeine willkürliche Fehlermeldung ausspuckt. :P
    Wo wir grad dabei sind, wieso verschluckt sich mein PC mit Win 7 64 bit, Firefox und dem aktuellen Flashplayer bei den FFF und NUR bei den FFF jedes Mal und friert Firefox für mindestens eine Minute komplett ein?
    Wegen dem Mist hab ich extra zu einer älteren Flashplayer-Version gewechselt.

  16. xVx

    Dark Knight Rises: drei Sterne.
    Merida: dreieinhalb Sterne.

    WTF?!

  17. Doughnut

    @ xVx:
    Also bei Dark Knight Rises geh ich völlig konform mit der Wertung.
    Fand die Actionszenen bis auf die langweiligen Zweikampfduelle zwar besser als Batz, aber mehr als 3 Sterne hätte ich diesem prätentiösen und viel zu lang gestreckten Gewurschtel auch nicht gegeben. ;)

  18. Mona

    Hab es endlich geschafft Merida anzuschauen und war begeistert. Meiner Meinung nach einer der besten Pixar-Filme, wenn nicht sogar der Beste. Allein schon die Landschaftsanimationen sind überwältigend. Und endlich mal ein Pferd, das sich wie ein Pferd verhält und nicht wie ein Stand up Comedian! Etwas gestört hat mich, dass der Übergang vom lustig unbeschwerten Teil in den düsteren Part des Films etwas abrupt war. War für mich einfach nicht ganz ausgefeilt.
    Zur Botschaft muss man sagen, dass es durchaus schwierig ist eine moderne “Message” mit historischem Hintergrund zu verknüpfen. Ich finde, dass sie das ganz gut gelöst haben. Für mich stand das Mutter-Tochterverhältnis definitiv mehr im Vordergrund. Ich war mit meiner Mutter im Kino und im Anschluss sind wir uns weinend in die Arme gefallen, weil man viel von sich in den Szenen wiederentdeckt hat.
    Kleine Anmerkung zu den in der Rezension erwähnten Mordun-Alpträumen: Ich war in der Nachmittagsvorstellung und neben mir war noch ein Kindergeburtstag im Saal und die Hälfte der Zeit hatte ich ein fünfjähriges Mädchen neben mir, die nach der Mama geschrien hat. Wenn ein Disney/Pixar-Film schon mal ab sechs Jahren freigegeben ist, sollte man als Eltern sich schon Gedanken machen.
    Achja, und ich hätte gern mehr von der Hexe gesehen!

  19. MacGuffin

    Bzgl. Merida: unterhaltsam, besser als erwartet, aber mMn bei weitem nicht der beste Pixar-Film (sorry @Mona). Wurde mit der Hauptfigur nie richtig warm.

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Fünf Facefreunde
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    jurassiraptor:

    fromdirectorstevenspielberg:

    Whoever created this: thank you!!

    Haha! Well done!

    11/27/14

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    officialgaygeeks:

    That lightsaber sound lol


    Get the My Neighbor Groot shirt http://buff.ly/1EFUcA2 http://ift.tt/1BEBgm8

    11/16/14

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    pennyfornasa:

    Putting The Cost Of The ESA’s Rosetta Mission In Perspective

    "So what do we get for our €1.4bn? Rosetta is both an astounding feat of engineering (catapulting a tonne of spacecraft across millions of kilometres of space and ending up in orbit around a comet just 4 km across) and an extraordinary opportunity for science (allowing us to examine the surface of a lump of rock and ice which dates from when the Solar System formed).

    Like a lot of blue-skies science, it’s very hard to put a value on the mission. First, there are the immediate spin-offs like engineering know-how; then, the knowledge accrued, which could inform our understanding of our cosmic origins, amongst other things; and finally, the inspirational value of this audacious feat in which we can all share, including the next generation of scientists.

    Whilst those things are hard to price precisely, in common with other blue-skies scientific projects, Rosetta is cheap. At €1.4bn, developing, building, launching and learning from the mission will cost about the same as 4.2 Airbus A380s—pretty impressive when you consider that it’s an entirely bespoke robotic spacecraft, not a production airliner. On a more everyday scale, it’s cost European citizens somewhere around twenty Euro cents per person per year since the project began in 1996.

    Rosetta has already sent us some stunning images of Comet 67P/Churyumov–Gerasimenko and today’s landing will, with any luck, provide us with our first close-up glimpse of the chaotic surface of this dirty snowball. If you’re a sci-fi fan, then, you might consider the mission to have been worth its price tag just for the pictures. The total cost for the Rosetta mission is about €3.50 per person in Europe; based on the average cinema ticket price in the UK (€8.50), it has cost less than half of what it will cost for you to go to see Interstellar.”

    Via Scienceogram: http://scienceogram.org/blog/2014/11/rosetta-comet-esa-lander-cost/

    Find Out How Budget Cuts Canceled NASA’s Own Comet Landing Mission: http://www.penny4nasa.org/2014/11/11/how-budget-cuts-canceled-nasa-own-rosetta-comet-landing-mission/

    11/15/14

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    meatbicyclevevo:

    i never wanted this to end

    10/20/14

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    iambluedog:

    Life is too short to be holding on to old grudges

    10/20/14