Prometheus – Dunkle Zeichen (Review)

23

“Whoops, sorry “

Originaltitel: Prometheus
Produktionsland: USA 2012
Regie: Ridley Scott
Drehbuch: Jon Spaihts, Damon Lindelof
Darsteller: Michael Fassbender, Noomie Rapace, Guy Pearce, Charlize Theron

★★★☆☆

Nachdem das Archäologenpärchen Elizabeth und Charlie rund um die Welt ein paar Höhlenzeichnungen gefunden haben, die alle auf eine bestimmte Sternenkonstaltion deuten, sind sie überzeugt die Einladung einer fremden Intelligenz, die sie die Engineers nennen, gefunden zu haben. Der uralte Millionär Peter Weyland nutzt das Geld seiner Firma um ein hochmodernes Raumschiff namens Prometheus auf eine Expedition zum Mond LV-223 zu schicken, um das Geheimnis der Engineers zu entschlüsseln.

Och menno. Selten war ich so zwiegespalten bei einem Review, denn Prometheus ist ein verdammt ärgerlicher Film. Nicht weil er misslungen oder absolut schlecht wäre, sondern weil er soviel mehr sein könnte. Trotzdem: Seht ihn euch an. Man kann hinterher darüber diskutieren, sich ärgern oder streiten, aber wer SciFi mag sollte ihn sich ansehen.

Spoilers Ahead. Guckt den Film, dann lest weiter.

Es gab wohl keinen Science Fiction-Film der letzten Jahre der so verdammt gut aussah. Der alleine vom optischen Gefühl her, soviel richtig gemacht hat. Vergessen wir das wie immer ziemlich überflüssige 3D, das ist unwichtig und macht nicht viel her, aber der Look des Films ist klasse. Vom Vorspann bis zur Landung auf LV-223 erschafft Ridley Scott eine grandiose Atmosphäre. Er lässt uns wie schon in Alien und in Blade Runner (und seien wir ehrlich, was er danach gemacht hat, war mit Ausnahme von Thelma und Louise eher mittelprächtiges Zeug) tatsächlich in eine andere Welt abtauchen, die wir gerne selbst erkunden würden. Selbst die schwülstige Seeding-Szene zu Beginn kann das nicht trüben. Michael Fassbender als David der alleine durch die Prometheus wandert, verspielte Referenzen an Alien Resurrection, das Erwachen der Crew… wie die Kamera das Raumschiff von Innen und Außen einfängt. Das nimmt durchaus für den Film ein. Überhaupt fangen die Probleme des Films immer dannn an, wenn man eine Sekunde beginnt nachzudenken und sich nicht von den tollen Bildern einlullen lässt. Aber die Bilder an sich beweisen, dass Scott immer noch weiß wie man wirklich große Bilder hinstellt, die so nur im Kino zur Geltung kommen können.

Die Landung des Raumschiffs, ja sogar noch der erste Erkundungsspaziergang, das alles ist ziemlich stimmungsvoll. Solange man nicht nachdenkt. Über die merkwürdige Organisation der Expedition, bei der sich die Crewmitglieder offenbar vorher nie gesehen haben oder auch nur irgendein Interesse daran hatten, wohin es genau geht. Über die unausgegorenen Charaktere die zum Großteil extrem überflüssig sind. Wo Cameron in der Aufwachszenen in Aliens mittels weniger, präziser Skizzen die unterschiedlichen Marines einführt – ihre Beziehung untereinander und zu den Zivilisten definiert (und das obwohl auch er sich hier ungeniert grober Klischeefiguren bedient), wirkt die Crew in Prometheus merkwürdig unstimmig, ja die meisten bekommen wir nichtmal vorgestellt und die die wir sehen wirken nicht unbedingt, wie die hochqualifizierten Fachleute die man auf eine derartig teure Expedition mitnehmen würde. Das zwei Jesus-Freaks das ganze Pro-Forma leiten, aber sofort mit der ziemlich unterforderten und überflüssigen Charlize Theron aneinandergeraten ist ebenso holperig erzählt, wie die merkwürdige Motivation Davids.

Es ist die nicht nachvollziehbare Dummheit der Figuren, die schon während des Films dazu führte, dass ich aus der Handlung gefallen bin und begann über alles nachzudenken. In einem blöden B-Film – und seien wir ehrlich: Aliens war nie mehr als ein guter Action-Kracher – kann man vieles weggucken was nicht stimmig ist. Das Problem mit Prometheus ist, dass er mehr sein will. Das er nicht weniger als den Sinn des Lebens, das ultimative wo kommen wir her, gibt es Götter, den ganzen Tschingderassebumm aufrollt. Prometheus will eben nicht nur ein Slasher im All sein wie Alien, kein Actionkracher wie Aliens, kein WTF-auch immer wie Alien 3 und keine parodistische Groteske wie Alien Resurrection. Er will Fragen stellen und zum Nachdenken anregen, er will bis zu einem gewissen Grad ernstgenommen werden, wie die Macher in Interviews auch gerne erzählen. Das Dumme ist nur: Unter all dem Geschwurbel ist nichts außer Ödnis und Poserei und wieder einmal Damon Lindeloff, der Großmeister des Teasers ohne Auflösung. Der glaubt es würde ausreichen eine tiefsinnige Frage platt aussprechen zu lassen, um damit schon tiefsinnig zu sein. Doch jeder Glückskeks hat mehr Wahrheiten und Antworten zu bieten als Prometheus, der sich nie wirklich entscheidet, was er eigentlich will.

Egal wie sehr Lindeloff, Spaihts und Scott auch mit existenzphilosophischen Ansätzen herumspielen, letztlich flüchten sie sich doch in Action-Set-Pieces und bestücken ihren Film mit den dümmsten Idioten, die das Universum zu bieten hat. Man muss nicht so weit gehen, dem Film kreationistische Propaganda zu unterstellen, weil er genau die Wissenschaftler die Kreationisten am heftigsten zu schaffen machen, Biologen und Geologen, als absolut unfähige, feige, zänkische Arschgeigen darstellt. Aber man darf sich wundern, darüber wie Scott es wagt seine Figuren dämlicher agieren zu lassen, als die dickbrüstigen Teenie-Girls die in Freitag der 13. mal eben alleine Wasser holen tappsen, wenn draußen der Machetenmörder Gassi geht.

Wieso nehmen sie ihre Helme ab? Wieso interessieren sich Wissenschaftler nicht für die Leiche eines Aliens und gehen lieber alleine zurück? Wieso verlaufen sie sich in einer absolut kartographierten Höhle? Wieso versucht ein Wissenschaftler einen zischenden Penis-Wurm der sich wie eine wütende Kobra aufklappen kann mit Babytalk und Dutzidutzi-Gelaber anzuquatschen und anzufassen? Man muss kein Wissenschaftler sein, um das Verhalten dieser Spezies für feindseelig zu halten und trotzdem benimmt sich die komplette Horde dort, als wären sie die ersten Menschen. Während das Verhalten der Protagonisten in Alien auch deswegen glaubwürdig war, weil sie klar definierte Figuren waren, die sich im Rahmen ihres Charakters stimmig verhielten, ist Prometheus ein einziges Schlamassel. Was nicht an den Schauspielern liegt, die wirklich ihr bestes geben und – wie im Falle von Michael Fassbender – damit zum Teil faszinierende Einzelmomente erschaffen. Es ist das Ganze das keinen Sinn macht. Ob es der Captain ist, der wenig zu tun hat, als seine Crewmitglieder die alleine in einer Höhle hängen zu ignorieren um mit Charlize Theron zu vögeln oder eben Charlize Theron die.. ähm ja… da ist. Oder Peter Weyland (Guy Pearce im schäbigsten Opa-Make-Up seit Leo DiCaprio in J. Edgar) der sich grundlos versteckt. Oder ein komplexer Medizinautomat der nur auf Männer ausgerichtet ist, dann aber mit drei Handgriffen doch an einer Frau eine (typisch männliche?) Bauchöffnung mit Entfernung eines Aliens vollziehen kann, die etwa so glaubwürdig ist und aussieht wie diese Kaufhausautomaten, bei denen man mit einem Greifarm ein Kuscheltier erbeuten soll. Oder Noomi Rapace, die unkaputtbare christliche Wissenschaftlerin die nach eben dieser Operation mit zugetackerter Plauze noch Die-Hard-mässige Actionszenen hinlegt.

It is such a beautiful mess. Und natürlich spielt das ganze fraglos im Alien-Universum, egal wie sehr Scott und der Verleih vor dem Film herumgeiert haben. Vielleicht wäre es sogar besser, wenn der Film sich stärker von Alien distanzieren würde, alleine um den ständigen Vergleichen zu entgehen, doch Scott reibt einem in jeder Sekunde unter die Nase, dass er wir es hier mit Alien-Territory zu tun haben. Ob der Trailer die typischen Sounds verwendet oder der erste Auftritt Weylands mit dem klassischen Alien-Thema unterlegt wird, die Schifsskathedrale der Engineers mit Giger-Tapete bespannt ist oder am Ende ein überdimensionaler Facehugger auftritt, gefolgt von einer Vorstufe des Chestbursters. Es ist fast schon penetrant, wie sehr Scott mit den Verweisen auf die Serie hausieren geht – besonders wenn man bedenkt, dass er es schafft eine der ikonographischen Figuren des Films nachhaltig zu beschädigen. Gigers Phantasie entsprang der Space Jockey und wie genial war es, dass wir ihn damals nur sahen und uns ausmalen konnten, welche phantastische Geschichte dieses exzentrisch aussehende andere Alien hinter sich hatte. Die Entscheidung das brillante Giger-Design wegzuwerfen und als bloßen Raumanzug zu denunzieren und die Engineers als fette Bodybuilder mit Glatze darzustellen um die aufgewärmte, halbgare Erich van Däniken “Chariot of the Gods”-Story zu rechtfertigen, ist zurückhaltend ausgedrückt mit unglücklich zu beschreiben. So ausgelutscht und unoriginell ist dieser Ansatz, dass selbst die Vorstellung das die Maya-Pyramiden den Predatoren huldigten, noch leichter zu schlucken ist. Die ganze Spiritualität Prometheus wirkt hingeschludert, bis hin zur Andeutung, dass es der Mord an Jesu war, der die Enginners zum Entschluss brachte die Menscheit zu vernichten. Im fertigen Film mag man dies nur rechnerisch erahnen, tatsächlich war dies aber im Drehbuch sogar explizit ausformuliert. Wie Nolans Dakr Knight begnügt sich auch Scott damit irgendwie wichtiges… Zeug zu sagen. Auf dem selben Niveau auf dem Kiffer “yeah man, this is so deep… woaaah” sagen, wird hier mit den letzten Fragen hantiert.

Das es wenig Sinn macht, dass die Engineers den Grundstein für die Evolution legen, sich irgendwann entschließen uns zu vernichten weil wir ihren Abgesandten gekreuzigt haben und überall in Höhlen Sternenkarten verteilen, die auf eine Biowaffenfabrik im Weltall deuten, lässt einen doch immer wieder Sidney Wang aus “Eine Leiche zum Dessert” zitieren: “Gloßaltige Theolie, hat nul einen Haken. – Was denn? – Ist dämlich. Dämlichste Theolie die ich je gehört habe!”

It’s such a fucking shame. Denn Prometheus hat selbst in diesem ganzen Mess und diesen unendlich doofen Charakteren immer wieder Momente und Szenen die toll sind. Wenn David Charlie fragt, wie weit er gehen würde um die Wahrheit herauszufinden, ehe er ihn mit dem Multifunktionsschleim infiziert, ist das für sich genommen eine sehr effektive Szene. Sie macht insgesamt nicht viel Sinn, genau wie die holographischen VHS-Aufnahmen des Überwachsungssystem in der Höhle, die Reaktion des Engineers wenn er zur Rede gestellt wird oder irgendwas an dieser Mission. Aber für sich genommen ist sie schön anzusehen. Stellenweise wirkt es als haben Spaith und Lindelof nur Szenen geschrieben ohne sich irgendwie um deren Einordnung in eine Story zu kümmern. Wäre es nicht cool wenn, scheint der Ausgangspunkt einiger Szenen gewesen zu sein und wenn sie nicht mehr weiter wußten, wechselten sie einfach zur nächsten Szene. Ob sie selber wirklich einen Plan haben, was der Multifunktionsschleim ist der sowohl zum Seeden von Planeten taugt, als Biowaffe, als Embryoinkubator, als Augenwurm und Zombiemacher darf angesichts von Lost bezweifelt werden. Was hätte aus diesem Film, mit dieser Besetzung werden können, wenn Scott nur ein anständiges Drehbuch gehabt hätte? So rumpelt sich der Film im letzten Akt durch Action-Szenen in denen wie aus dem Nichts Gung-Ho-Szenen mit Charakteren kommen, die im ganzen Film dreimal an der Kamera vorbeigingen, für deren Heldenmut wir aber plötzlich irgendwas wie Bewunderung aufbringen sollen. Der Engineer beginnt eine überflüssige Vendetta gegen Shaw in einem Showdown der aufgepropft wirkt und Shaws letztliche Entscheidung die Suche weiterzuführen noch unverständlicher macht. Echte Christen keep on rolling, der Weg ist das Ziel und der im Grunde nach wie vor spannende Diskurs in welcher Beziehung Lebewesen zu ihren Erschaffern, seien es nun “Engineers” oder im Falle der Androiden Menschen, wird nichtmal im Ansatz versucht zu beantworten. Aber schön das wir mal drüber geredet haben.

Hätte Scott sich damit zufrieden gegeben, nur einen spannenden Alien-Film zu drehen, wie vor 33 Jahren – vielleicht hätte er wieder ein Meisterwerk abgeliefert. So ist es doch nur eine ebenso schöne wie faszinierend-ärgerliche, sehenswerte aber frustrierende Hülle. Eine stylishe Hochglanzurne vertaner Chancen. Fast wünschte ich nach dem Kinobesuch vor acht Wochen, dass der Film wirklich mies und misslungen wäre. Es wäre leichter einen Schrottfilm zu verdauen, als Prometheus der einen in jeder ärgerlich-dummen Szene immer wieder daran erinnert, wie gut er eigentlich sein könnte.

Ich hab selten eine Pressevorführung mit einer derartigen Dynamik erlebt, die nicht nur daran lag, dass die extrem euphorisierten Kollegen kurz vorm Randalieren waren als der Film losging und zunächst mal falsch projeziert und erst nach Pfiffen und Buhrufen nochmal gestartet wurde. Jeder wollte diesen Film sehen, war er neben Avengers und Dark Knight Rises doch DER sehnlichst erwartete Streifen und kassierte mehr Goodwill im Vorfeld, als realistischer Weise Angesichts Ridley Scotts letzter Filme gerechtfertigt wäre. Umso enttäuschter waren die Reaktionen am Ende. Neben vereinzelten Lachern, auch bei Szenen die durchaus als dramatisch gedacht waren, lag vor allem Ernüchterung auf den Gesichtern der Kollegen, die wahrscheinlich am ehesten mit dem Gefühl zu vergleichen war, dass die Hardcore-Fanboys von Star Wars hatten als sie das erste Mal aus Phantom Menace kamen. Okay: Prometheus ist sehenswerter als Lucas Anschlag auf Star Wars und es gibt auch kein Jar Jar Binks – aber das Gefühl das die Chance verpasst wurde, etwas fantastisches abzuliefern war spürbar. Die zweite Hälfte des Films provozierte mehr als einmal ein WTF-Gefühl und vernehmliches Aufstöhnen im Saal, wenn einmal mehr Shaws Kreuz dramatisch ins Bild baumelte. Wenn klar wurde, dass die Dummheit der Figuren kein Ausrutscher war und die Unausgegorenheit der Story nichtmal in einem halbwegs befriedigenden Finale klären würde.

Als klar wurde, das Lindelof einmal mehr hohle Posen und verschwörerisches Antäuschen nicht als Mittel der Erzählung sondern als Selbstzweck versteht. “Why do you made me”, fragt Androide David und bekommt die Antwort “We made you because we could” worauf er erwiedert: “Can you imagine how disappointing it would be for you to hear the same answer from your creators?” Lindelof fängt in diesem Dialog die Essenz seines Schreibens ein, ohne wirklich zu verstehen (wie /Film-Kollege Adam Quigly richtig betont), warum dieser Ansatz für narrative Werke die sich penetrant mit dem Aufwerfen von Fragen beschäftigen, ohne je ernsthaft eine mögliche Lösung anzubieten nicht wirklich funktioniert. Was als herausfordernd und innovativ kaschiert wird, ist letztlich lazy screenwriting, bewahrt es doch davor, sich tatsächlich mit etwas ernsthaft auseinandersetzen zu müssen oder eine tatsächlich im Rahmen der Narration befriedigende Antwort zu entwickeln. Darum, sagt Lindelof auf die Warum-Frage, die er selbst erst ins Spiel gebracht hat und die er dem Zuschauer penetrant um die Augen haut. Wären es originelle Fragen, neue Fragen, herausfordernde oder ungewöhnliche formulierte Fragen, hätte die bloße Erwähnung durchaus einen Eigenwert. Aber Klippschul-Philosophie, die jeder Pubertierende in der hormonellen Grübelphase schon dutzendfach gestellt hat als Aufhänger zu nehmen und dann nichtmal irgendwas als Antwort in der Hinterhand zu haben ist erbärmlich. Whoaah man, this is so deep.

Am Ende beschädigt der Film den Franchise fasst noch mehr, als die Alien vs. Predator-Filme, die zumindest nur harmloser Nonsense waren und keinerlei Ambitionen hatten. Prometheus, entmystifiziert wie soviele unnütze Prequels die Klassiker. Sowenig wie wir wissen wollten, dass die Macht der Jedi von Midichlorians verursacht wird (und mit viel Aspirin und Tee schnell auskuriert werden kann), sowenig wie wir wissen wollten das Darth Vader ein greinender Douchebag war, Hannibal ein gestörtes Kriegskind, James Bond ein weinerlicher Proll und Wolverine ein tappsiger Trottel – sowenig hilft es zu wissen, dass die Aliens keine interessante, komplexe Rasse mit Insektoiden-Verhaltensweisen sondern nur eine merkwürdige gezüchtete Biowaffe sind, die etwas aus dem Ruder liefen. Oder das sich hinter dem Space-Jockey keine unvorstellbar geheimnisvolle Rasse versteckt, sondern eine Bande von interstellaren Arschgeigen die auf dem Weg zur Auslöschung eines Planeten eine Bruchladung erlebten. Das Ende des Films lässt keinen zweifel offen, dass sich Scott und Lindelof eine Fortsetzung erhoffen – doch die erzählerische Richtung die sie einschlagen, die Methode-Lindelof macht wenig Mut tatsächlich noch etwas wirklich neues zu entdecken und lässt eher erschauern davor, was vom Charme vom Fremdartigen, vom Alien tatsächlich noch überbleiben wird, wenn die Macher mit ihm fertig sind. Für eine wirklich mutige Version darf man auch Klassiker umerzählen, aber für das Glückskeks-Blabla das hier geboten wird ist es schon eine Schande einen Mythos zu zertrümmern.

Wenn der Film nur nicht so verdammt gut aussehen würde. Und Fassbender nicht so verdammt gut wäre als David.

In : Review

About the author

Batzman (Oliver Lysiak)
Oliver “Batz” Lysiak studierte Mediensoziologie und arbeitete als Redakteur für NDR, RTL, Pro7, wo er lernte, dass “die Zuschauer Ironie nicht verstehen”. Seit 2006 betreibt er, zusammen mit vier anderen Cinemaniacs, das erfolgreiche Filmblog “Die Fünf Filmfreunde” und arbeitet als “Creative Director” und Filmjournalist bei Deutschlands größter Filmwebsite moviepilot.de. Er mag Wombats, Katzen und Leute die im Kino die Klappe halten und träumt davon, irgendwann von Stephen Fry adoptiert zu werden.

Related Articles

  • Pingback: Second Unit #21 (Total Recall [2012]) | Second Unit

  • frmedica

    Der Film wird mich nicht beeindruckt. Ende des Films enttäuscht mich.

  • murgrain

    Toll ausformulierte und schön provokante Kritik, die sich sehr mit meiner Wahrnehmung deckt. Dieser Film will mehr sein als Sci-Fi-Horror und weckt durch atemberaubende Bilder, einen faszinierend spielenden Michael Fassbender (was von dem noch kommt, ich bin gespannt!) und die großen Fragen zu Beginn unheimliche Neugier und Erwartung. Aber er scheitert dann grandios (und ist da wohl tatsächlich “Lost” nicht unähnlich). Vor allem der Wust an dumm handelnden, flachen Figuren und der fehlende Mut/Plan für ein Zu-Ende-Erzählen hat auch mich bitter enttäuscht. Gut hier Leidensgenossen gefunden zu haben.

  • Sascha Klandestin

    Ich würde den Film sogar schlechter bewerten als Batz – was eine Premiere ist. Ich finde nämlich das Design der Aliens total schlecht. Bei dem Alien-Schiff habe ich immer gedacht: ja, so muss es aussehen, aber die Aliens passen nicht rein. Bei Gigers Aliens konnte man die sexuelle Symbolik auch übersehen. Und jetzt hat man Penis-Schlangen! Subtil ist anders.

    Im Kino wurde viel gelacht. Kein gutes Zeichen für einen Alien-Film.

  • Kuemmelmonster

    Die Hohe Zeit des SF war eben doch die Ära der von Stanley Kubricks “Odysee im Weltraum”. Als die groß angelegten Weltraummissionen noch mit eher emotionsfreien, aber zweifellos hochkarätigen Wissenschaftlercharakteren besetzt waren, die sich auch wie glaubhafte Wissenschaftler verhielten. Die vor allem im Film auch die Zeit erhielten, professionell zu agieren und zum Beispiel ein ausfallendes Funkmodul mehrfach auszubauen, zu testen und wieder einzubauen. Für so etwas fehlt modernen Filmen einfach die Zeit. Für so etwas gehen moderne Regisseure kein Risiko ein. Denn sie sind verantwortlich für ein Budget das eine Stadt ernährt, deren Einwohner im Abspann in 5 oder 6 Spalten aufgelistet werden. Ein zu langsamer Film könnte schauerlich floppen, auch wenn die Kritik ihn als Meisterwerk feiern sollte.

  • http://twitter.com/SimonZumkeller Simon Zumkeller

    In jeder Sakrotanwerbung werden wir über die Gefahren von unsichtbaren, selbst über die Luft aufnehmbaren Bakterien, Pilzsporen und Viren unterrichtet, aber hey, wir sind ja schließlich auf einem anderen Planeten, dessen Luft noch kein Mensch geatmet hat! Also los! Let´s do it! Ein solches Maß an Dummheit gehört bestraft.
    Aber bei Engineers, dessen Weisheit in diesem Film auch anzuzweifeln ist, wundert es nicht wenn einfach alle Schöpfungen in Prometheus Amok laufen.

  • Deckard

    Sehr ärgerlich diese Kritik – weil sie so zutreffend ist und so erschöpfend die Mängel des Films benennt. Ärgerlich für mich, der ich nun weiß, warum nach dem Verlassen des Kinos ein schales Gefühl blieb und sonst keine Nachwirkung. Immerhin waren die Bilder so stark, dass ich die Blödigkeit der Figuren ausblenden konnte. Wenn auch nur zum Teil: das stumpfe Draufgängertum der “Helm ab”-Szene und die niedliche Idiotie der “Lost in the Labyrinth”-Szene vermutet man in einem Michael Bay Film.

    Schade, schade, Chance verpasst. Hoffentlich gibt´s keine zweite.

  • Hokahey

    Ja, Fassbender ist ausgezeichnet und es ist wirklich “a beautiful mess.” Hast du Danny Boyle’s “Sunshine” gesehen?

  • Schwarzmaler

    Viel zu freundlich. Sehe den Film gerade zum ersten Mal – absoluter Schrott. Keine Struktur, kein Spannungsbogen, zuviele ärgerliche kleine Handlungen ohne eine große Handlung, ein albernes “Ich bin dein Vater”… Schau mir morgen lieber Alien an.

  • Pepelino

    Besorgnis erregende Kommentare. Der Film hat wunderbar gezeigt wie alles anfing. Die ersten Bilder die Replay auf den Bildschirm bekommt, eine versteinerte Figur die in einem seltsamen Gebilde sitzt, von innen explodiert… Nun wisst ihr wer die Figur war, warum sie von innen explodierte und was die vielen Eier dort zu suchen haben. Verpackt in schöne Bilder, mit einem wunderbaren Michael Fassbender, einem guten Replay Ersatz… Schade, das einige einen Film nicht schauen können, sondern sezieren müssen. Und die Figuren, die hier als dämlich bezeichnet werden, sind in jedem Horror-Streifen und auch in den vorangegangenen Alien-Filmen genauso dumm. Klar waren die ersten Filme wunderbar spannend, mit genialer Musik, düsterer Atmo. und einem Design, das man so nicht kannte. 3 war noch ok. 4, so weit ich mich erinnern kann, ekelig. Und was erwartet ihr vom Ende? Es keins, es geht ja weiter. Vielleicht aber auch nicht, wenn viele von Euch aus den Eiern schlüpfen. ;)

  • Pepelino

    Oh Mann, die Autokorr.
    Manchmal fragt man sich, ob Kritiker noch begeisterungsfähig sind, denn es gelingt Ihnen nicht mehr einen Film einfach nur zu schauen und zu genießen. Es gibt Fluten von schlechten Filmen. Der gehört nicht dazu. Filme dieser Art haben zu meist Handlungslücken, sie gefallen trotzdem. Als eingefleischter Alien-Fan aus dem vorigen Jahrhundert, kann ich nur sagen, das Alien 4 schlechter war. Für Neulinge ist Prometheus wohl nicht nachvollziehbar.

  • burns

    “Schade, das einige einen Film nicht schauen können, sondern sezieren müssen.”
    Das ist eine FILMKRITIKSEITE, Freund Pepelino. Wenn Du Kondome kaufen willst, gehst Du dann auch zum Fahrradgebrauchthandel?

  • burns

    “Manchmal fragt man sich, ob Kritiker noch begeisterungsfähig sind, denn
    es gelingt Ihnen nicht mehr einen Film einfach nur zu schauen und zu
    genießen.” Sobald also ein Kritiker einen Film begründeterweise nicht so gut findet wie Du, dann ist er gleich jenseits jeglicher Begeisterungsfähigkeit? Ist das nicht ein bisschen – ähm – egozentrisch?

    Ich bin ein echter Filmjunkie, heule bei durchschaubarsten Emo-Effekten gerne ab, sitze oft mit offenem Maul vor geilen Storywendungen und freu mich über guten Stoff von Andreas Dresen genauso wie über welchen von Steven Spielberg.

    Prometheus habe ich in New York auf Riesenleinwand in der Premiere mit extremem Soundapparat gesehen. Trotzdem fand ich den scheiße. So, und jetzt? Bin ich nicht begeisterungsfähig?… *seufz*… *sich abarbeit*

  • Pepelino

    Ich sag ja, nix für “Alien” Neulinge. In diesm Fall hätte man doch lieber an die Masse denken sollen…
    In diesem Fall interessieren mich auch kleine Unstimmigkeiten nicht. Ab und an habe sogar ich mich gewundert, macht aber nix. Wenn alles stimmig sein muss, dann guckt einfach, ne Doku.
    Hier bin ich durch Zufall gelandet, macht aber auch nix.
    Den Roman da oben zum Film habe ich gleich weggelassen. Die Kommentare habe ich dann doch gelesen. Hab mich über das durchweg Negative gewundert. Zwar schade, macht aber wiederum nix. Dachte einfach schreib mal was. Der eine sieht nicht das, was andere gesehen hat.
    Ich kann also nur hoffen, dass es eine Fortsetzung eines meiner Lieblingsfilme gibt. Vielleicht ist es wie in der Liebe – gegen Kritik ist man immun. Man lässt sich den Geliebten durch niemanden vermiesen, sie können es eh nicht nachvollziehen. In diesem Sinne…

  • Pepelino

    Ach so, meine Meinung zu Kritikern ist unerschütterlich. Bei positiven wie negativen dingens. Sezierer interessieren doch keinen Kinobesucher – doch am Rande. Und was man manches mal zu hören bekommt, ist haarsträubend. Zum Glück wissen wir, dass es nur subjektiv sein kann.

  • Pepelino

    Ha, hab’ ich jetzt erst gelesen. Ein Supervergleich – oh Mann. Wie gesagt, zufällig hier. Mitten im Fahradladen. Hab mich verirrt. Die Kondome gab es ja im Kino. Wenn ich Sex ständig nur mit Mütze mache, vergesse ich wie schön es ohne sein kann.

  • Pepelino

    Ha, hab’ ich jetzt erst gelesen. Ein Supervergleich – oh Mann. Wie gesagt, zufällig hier. Mitten im Fahradladen. Hab mich verirrt. Die Kondome gab es ja im Kino. Wenn ich Sex ständig nur mit Mütze mache, vergesse ich wie schön es ohne sein kann.

  • Pepelino

    Ist das ein Durcheinander mit den Kommentaren hier. Jetzt habe ich aber den Weg zurück nach Hause gefunden. Hier oben wird mir schwindelig. Ich gehe also los. Ciao

  • Pepelino

    Ist das ein Durcheinander mit den Kommentaren hier. Jetzt habe ich aber den Weg zurück nach Hause gefunden. Hier oben wird mir schwindelig. Ich gehe also los. Ciao

  • burns

    “Zum Glück wissen wir, dass es nur subjektiv sein kann.” Das stimmt nicht. Es gibt Dinge, die objektiv bewertbar sind, zumindest beschreibbar, wie Licht, Ton, Schnitt, Drehbuch etc. Gute (!) Kritiker haben natürlich auch nur einen eigenen Geschmack – wie jeder andere auch -, haben aber auch genügend Fachwissen zum Film (wie Batz) um über das Handwerk dahinter (unterhaltsam) Auskunft geben zu können.
    Das scheint von Dir (denkbar unaggressiv) und anderen (hier sehr oft sehr aggressiv) nur unter Mühen verstanden werden zu können: Keiner nimmt Dir, dass Du den Film subjektiv MAGST. Aufgabe eines Kritikers ist es aber, möglichst objektiv und an der Sache zu begründen, was daran nicht gut gemacht ist. Das kann Dir natürlich komplett wurscht sein und Dein Mögen sei Dir unbenommen. Aber Kritikern generell vorzuhalten, sie seien nicht fähig, Spaß an dem zu haben, was sie kritisieren, ist nun wirklich extrem kurzsichtig. Das ist ein Totschlag-Argument, denn das Einzige, was Batzman machen könnte, um angemessen auf eine Sichtweise wie Deine zu reagieren, wäre, alle handwerklichen Begründungen wegzulassen und – so wie Du und der Rest der Nicht-Film-Fachwelt – einfach nur zu schreiben “Geil, mochte ich” und “Dreck, mochte ich gar nicht.” Dann gäbe es nur noch heiteres subjektives Empfinden und jeder lustvolle (!!!) Austausch über die Produktion des Filmes wäre ausradiert.
    Ist das wirklich wünschenswert? Dass sich Leute nur noch über ihr persönliches Befinden austauschen und gar nicht erst versuchen, über die Sache selbst zu sprechen? Willst Du das wirklich? Wenn ja, dann musst Du weiterhin Leute doof finden, die mit Fachwissen über kreative Erzeugnisse urteilen. Ich habe als Musiker auch so meine Probleme mit Kritikern – aber nur, wenn sie offensichtlich keine Ahnung von der Materie haben. Wenn jemand weiß, wovon er spricht, dann muss ich das ernstnehmen. Dass heißt nicht, dass meine Musik nicht den Leuten, die im Konzert saßen und die nicht den Anspruch haben, mit “höheren Weihen” das Gehörte fachmännisch zu beurteilen, trotzdem gut gefallen oder sie gar berühren dürfte.
    Aber dass auf solchen Fachfilmseiten so viele nicht unterscheiden können zwischen einem WERTURTEIL (“ICH mag das, MIR gefällt das”) und einem SACHurteil (“Das und das ist so und so gemacht”) – sorry, das zermürbt beim Lesen der Kommentarseiten nicht wenig.

  • Roman Leu

    Die Kritik spricht wichtige Punkte an und ist sehr gut geschrieben, keine Frage. Sie hat mir geholfen den Film sogar noch mehr zu mögen. Das lustige daran ist meiner Meinung nur das der Kritiker wie fast alle Kommentarschreiber dem Regisseur komplett auf den Leim gegangen sind. Ich glaube das ein Visionär wie Ridley Scott ziemlich genau weiss was er macht. Der denkt auf zig verschiedenen Ebenen. Die Menschen die jetzt so enttäuscht sind, wären es auch beim ersten Alien Film gewesen. Der hat nämlich zu Beginn auch fast nur negative Kritik geerntet. Die Gründe dafür waren Ähnliche wie jetzt bei Prometheus. Er hätte sicherlich einen Film machen können der alle zufrieden gestellt hätte. Ich selbst hab mich ausgezeichnet amüsiert. Science FICTION

  • sinnlos

    sehr treffend analysiert. Ich hab geheult vor lachen bei “Wieso versucht ein Wissenschaftler einen zischenden Penis-Wurm der sich wie eine wütende Kobra aufklappen kann mit Babytalk und Dutzidutzi-Gelaber anzuquatschen und anzufassen?”
    Vielen Dank, dass so eine wahre Filmkritik im Internet zu finden ist und man sich nicht auf imdb verlassen darf.

  • Rick

    sehenswerter als Lucas’ Anschlag auf Star wars ? Sorry aber danach konnte ich den Artikel nicht mehr ernst nehmen.

Fünf Facefreunde
Fünf Filmtumblr

  • Sin City: A Dame To Kill For – Neuer Trailer

    Und schon gibt es den zweiten Trailer zu Sin City: A Dame To Kill For…


    04/24/14

  • 70 Filme in 10 Minuten gesweded

    70 Filme in 10 Minuten gesweded

    Neben meinem Hauptjob hier bei den Filmfreunden, hab ich ja noch ein paar kleine Nebenbeschäftigungen. Bei den Short Cuts, die ich für YouTube mache (und die manchmal hier auftauchen), kam neulich eine Automarke zu uns und sagte: “Hey, wir wollen was cooles über “Inspiration” machen. Und da haben wir an euch gedacht. Fällt euch was ein?”

    Oh Boy, ob uns was einfällt? Hahahahaha:

    [youtube=http://w…

    View On WordPress

    04/22/14


  • True Blood Season 7 – Trailer

    "There’s no one left." Am 22. Juni 2014 startet auf HBO die siebte und letzte Staffel von "True Blood".


    04/21/14