Reviews: Resident Evil: Retribution, Mixed Kebab (Review)

6 Comments

Resident Evil: Retribution – USA/DE 2012
★★★½☆

Alice Zombies Arschtritt. Explosionen. Rinse and repeat.

Schöner Trash, der Spaß macht. Okay dafür das das Drehbuch die extrem in die Länge gezogene Version von “Milla has left the Building” ist, wird schon etwas viel rumgeschwurbelt, aber was die reinen Schauwerte angeht und die Originalität der Actionszenen ist dieser Teil dem lahmen Vorgänger um Längen überlegen. Es bewahrheitet sich die Faustregel: Alle RE-Filme mit geraden Nummern sind Schrott, die ungeraden machen Spaß.

Und mittlerweile gehts ja auch Blut und Goremässig nicht mehr so verschämt zur Sache wie in den Anfangstagen. Klar Paul W.S. Anderson lebt nach wie vor seinen Zeitlupenfetisch aus und wahrscheinlich wäre der Film nur ne Stunde lang, wenn man alle Slowmos mit normaler Geschwindigkeit abspielen würde – aber der Scope ist diesmal richtig fett und die (oft digitalen) Sets machen durchaus was her.

Natürlich muss man Spaß an dieser Art von Action-Trash haben, denn wie schon bei den Mortal Kombat-Filmen nimmt sich hier nichts ernst und Monster, Zombies und Mutanten dienen weniger der Story als einem Action-Set-Piece nach dem anderen. Narrativ ist das nur lose verbunden und es bleibt immer das Gefühl, das die Szenen auch problemlos untereinander getauscht werden könnten, ohne das es dem Verständnis schaden würde.

Was neu ist, sind die sehr viel deutlicheren Anlehnungen an den Look der Games. Ob Ada Wong oder Leon Kennedy – auch wenn die Figuren nicht innerhalb der Spielchronologie agieren, posieren und agieren sie mittlerweile doch extrem oft wie in den Zwischensequenzen der Games. Das das alles funktioniert und auch dreiste Aliens-Rip-Off-Momente noch ganz charmant sind, liegt an der fluffigkeit der Inszenierung. Denn statt wie in Sucker Punch bedeutungsschwanger und pseudodramatisch rumzuprölen, setzt Anderson auf harmlos-debilen Spaß.

Leons Frisur ist genauso unpraktisch und markant wie in den Spielen, die Kettensägen-Las-Plagas sind genauso ätzend-gefährlich wie im Spiel und der Licker, sowie BadAss Rodriguez funktionale Gegner. Und so geht es eben Level um Level nach oben… bis zum unvermeidlichen Kampf mit dem Levelboss.

Milla macht ihre Sache gewohnt gut und kann verletzlichkeit und BA-Attitüde routiniert kombinieren und ist generell so sympathisch (etwas das Kate Beckinsales Charakter in der Underworld-Serie so absolut abgeht), dass man ihr auch die doofen Plot-Moment irgendwie verzeiht, wenn sie erst nach Ewigkeiten draufkommt der guten Jill mal den Gedankenkontrollkäfer aus dem Dekollte zu rupfen (D’oh!). Kudos auch an den Darsteller von Wesker, der es tatsächlich schafft die gesamte Zeit wie eine 3D-Animation Stand ca. 2001 zu wirken.

Fazit: Spaß für Fans der Reihe, Hass für alle die es schon immer scheisse fanden denn Anderson liefert nur more-of-the-same – diesmal allerdings mit wesentlich größerem Aufwand und einem unvermeidlichen Cliff-Hanger der zumindest mich dazu bringt, mich auf die nächste und vielleicht letzte Folge zu freuen.

Nach einem Sommer von Filmen die sich furchtbar ernst nehmen und gar nicht merken wie dünn ihre “anspruchsvollen”, “emotionalen” Stories doch sind ist RE5 das richtige Gegengift: Fun-Trash ohne jeden Anspruch, Augenkino mit niedriger Halbwertzeit aber hohem Unterhaltungswert. Und ich würde gerne mal Paul W.S. Andersons Batman sehen- alleine um zu erleben wie die Nolan-Fans nen Pflaumensturz bekommen.

Mixed Kebab – Belgien 2012
★★★★☆

Bram heisst eigentlich Ibrahim und ist schwuler Türke, der in Belgien lebt. Eigentlich hat er damit kein Problem, hat er sich doch damit arangiert, dass er seine Familie anlügt und sich irgendwann brav in die vorgeplante Ehe mit einer Cousine einfügt. Blöd nur, dass er sich ausgerechnet jetzt in Kevin verknallt und auf die Idee kommt ihn auf seine Reise in die Türkei mitzunehmen…

Da kommt schon einiges zusammen – und doch fühlt sich das ganze durchaus realistisch an und deckt sich durchaus mit dem, was man im Alltag und von schwulen Türken so mitbekommt, die sich wohl zurecht immer davor fürchten, sich zuhause zu outen.

Das Mixed Kebab es schafft dieses Thema nicht zum bleischweren Befindlichkeitsdrama sondern zu einem unterhaltsamen, sympathischen und berührenden Film zu machen spricht für diese belgische Produktion, die sich dennoch konsequent weigert einfache Lösungen und Antworten anzubieten.

Zurück bleibt leider, trotz der differenzierten Darstellung der Problemlage auch der wohl unvermeidliche Eindruck, dass man sehr froh sein kann als Schwuler kein Türke zu sein und es wahrscheinlich für die Gesundheit auch besser ist, sich nicht mit Leuten einzulassen deren Traditionen dem gesunden Menschenverstand im Wege steht.

In : Review

About the author

Oliver “Batz” Lysiak studierte Mediensoziologie und arbeitete als Redakteur für NDR, RTL, Pro7, wo er lernte, dass “die Zuschauer Ironie nicht verstehen”. Seit 2006 betreibt er, zusammen mit vier anderen Cinemaniacs, das erfolgreiche Filmblog “Die Fünf Filmfreunde” und arbeitet als “Creative Director” und Filmjournalist bei Deutschlands größter Filmwebsite moviepilot.de. Er mag Wombats, Katzen und Leute die im Kino die Klappe halten und träumt davon, irgendwann von Stephen Fry adoptiert zu werden.

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  • Deschi

    Einen…. Pflaumensturz? Mein Zwerchfell ist erschüttert. Danke für die schöne Review, lieber Batz. Ich bin zwar ein Nolan-Fan aber TDKR ist wahrlich viel zu pseudo bedeutungsschwanger geraten. Timimg und zwischenmenschliche Chemie passen einfach nicht. Jetzt habe ich doch lust bekommen, mich dem Resident Evil Franchise mal unvoreingenommen zu nähern.

  • Llew

    wow. Dem Resident Evil review kann ich absolut nicht zustimmen. War meiner Meinung nach mit der schwächste Teil bisher. Und auch die Faustregel find ich nicht zutreffend. Naja geschmäcker sind bekantlich verschieden aber fand die action szenen diesmal arg mau und die Story noch n Ticken dümmer wie sonst

  • Llew

    wow. Dem Resident Evil review kann ich absolut nicht zustimmen. War meiner Meinung nach mit der schwächste Teil bisher. Und auch die Faustregel find ich nicht zutreffend. Naja geschmäcker sind bekantlich verschieden aber fand die action szenen diesmal arg mau und die Story noch n Ticken dümmer wie sonst

  • cereb

    Resident Evil Retribution ist noch schwächer als der Vorgänger. Ein einziges Ärgernis. Ich bin extrem angenervt.

  • Binding

    Diese Rezension trifft’s genau auf den Punkt. “Retribution” ist natürlich gaga ohne Ende, aber hat
    tatsächlich sehr viel Spaß gemacht. Jedenfalls mehr als das enttäuschende “Bourne”-Ripoff, “96 Hours –
    Taken 2″ oder der vorangegangene vierte Teil, weil sie jetzt
    interessante neue Ideen reingebracht haben und viel mit Klonen und
    Simulationen spielen. Ist jedenfalls sehr abwechslungsreich – und die ultrastylishen Slowmo-Kampfsequenzen sind diesmal auch super.

  • Binding

    Diese Rezension trifft’s genau auf den Punkt. “Retribution” ist natürlich gaga ohne Ende, aber hat
    tatsächlich sehr viel Spaß gemacht. Jedenfalls mehr als das enttäuschende “Bourne”-Ripoff, “96 Hours –
    Taken 2″ oder der vorangegangene vierte Teil, weil sie jetzt
    interessante neue Ideen reingebracht haben und viel mit Klonen und
    Simulationen spielen. Ist jedenfalls sehr abwechslungsreich – und die ultrastylishen Slowmo-Kampfsequenzen sind diesmal auch super.

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    Part of the cast of Avengers: Age of Ultron.

    07/27/14

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    unamusedsloth:

    No CAPES!

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    strikerhercules:

    » Because only Vin Diesel could ever be ridiculously nerdy enough to attend the UK world premiere red carpet for Guardians of the Galaxy wearing a “I am Groot” t-shirt and walking on stilts

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    Eeeewwwww

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