Abraham Lincoln, Vampirejäger (Abraham Lincoln Vampire Hunter) – USA 2012





Nachdem die Eltern des jungen Abraham von Vampiren umgebracht wurde, schwört er Rache und wird zum.. Politker, der nebenher noch Vampire jagt.
Ein Film der leider etwas unter dem “Snakes on a plane”-Syndrom neigt und es selten schafft einzulösen, was der großartig-trashige Titel verspricht, weil er sich insgesamt doch etwas zu ernst nimmt.
Was nicht bedeutet das ALVH langweilig oder wirklich schlecht wäre. Denn wenn man sich einmal mit dem merkwürdigen Digital-Look angefreundet hat, den Bekmambetov hier gewählt hat und der irgendwo zwischen 300, Sin City und Iron Sky liegt, dann bietet der Film doch einige sehr coole und einprägsame Momente.
Wobei Bekmambetov zu oft zuviel Respekt vor Lincoln hat und in jeder Sekunde versucht ist, ihn zwar als Vampirschlächter zu zeigen, aber auch seinen realen historischen Meriten gerecht zu werden. Was so mittelgut funktioniert, denn wenn wir ehrlich sind ist das genau der Grund warum uns Spielbergs-Film schon nicht hinter dem Ofen vorlocken wird. Ja Lincoln war schon ganz cool und stuff, aber wir wollen keine wichtige Geschichtslektion über Sklavenbefreiung und die Bürde der Verantwortung des Präsidentenamtes sondern… nunja Gore, Guts und Vampire die mit Pferden schmeissen.
Und zum Glück gibt es sie: Diese unglaublichen Momente, die uns dann doch zeigen dass Timur vielleicht immer noch kein begnadeter Geschichtenerzähler ist, aber immer noch ein Auge für interessante WTF-Momente hat. Die finale Schlacht auf dem Zug ist beeindruckend und originell inszeniert und versöhnt dann trotz der vielen Schwächen mit diesem Film, der zwar eine vertane Chance ist – aber eine die trotzdem noch gut unterhält.
Looper – USA 2012





Joe ist ein Looper, er entsorgt unliebsame Personen die ihm aus der Zukunft geschickt werden, damit sie nie gefunden werden können. Alles läuft super, bis eines der Opfer aus der Zukunft er selbst ist…
Ein High-Concept-Film der nicht nervt oder enttäuscht? Gibts doch! Nach dem faszinierenden Meisterwerk “Brick” und dem mediokeren “Brothers Bloom” ist der neuste Streich von Rian Johnson wieder rundherum befriedigend. Klar, er hat kein analytisch, wissenschaftliches Zeitreisekonzept wie Primer – aber die Prämisse funktioniert trotz der Unlogeleien gut genug. Looper ist kein perfekter Film, er hat seine Schwächen und Plotholes – doch wie es bei guten Filmen so ist – sie verspielen sich, weil die Figuren und Geschichte an sich funktioniert und fasziniert. Weil er sein Publikum nicht für doof hält und trotzdem kein esoterischen Arthaus-Film abliefern will.
Und letztlich ist der Film trotz seiner Action und Sci-Momente eben auch eine Charakterstudie, die das Looper-Konstrukt benutzt um die Figur des Joe zu reflektieren. Einen ziemlich gewissenlosen Zeitgenossen, der sehr auf den eigenen Vorteil bedacht ist, dass er sich sogar selbst opfern würde ohne mit der Wimper zu zucken.
Für das Mini-Budget ist es zudem überraschend wie wirkungsvoll Johnson mit wenigen Szenen glaubwürdige Zukunftsszenarien etabliert, die auch dem eher konventionellen Setting im letzten Akt den besonderen Spin verleihen, ihn von üblichen Single-Set-Filmen abzuheben.
Schauspielerisch ist besonder Levitt beeindruckend, der sich mimisch und von der Körpersprache erschreckend gut seinem Alten Ego, bzw. Alter Ego Bruce Willis annähert. Die zusammengenkniffenen Augen, das schiefe, ironische Grinsen – das alles ist Spot on – selbst ohne die Make-Up-Applikationen die ihm eine neue Nase und etwas irritierende Augenbrauen bescheren.
Wenn Willis und Levitt sich im Restaurant gegenübersitzen ist das Ergebnis faszinierender als jedes Actionspektakel und spannender als jeder Shoot-Out.
Doch auch die Nebenrollen sind klasse besetzt. Ob Emily Blunt, der ewig stammelnde Paul Dano, Jeff Daniels als gechillter BigBoss oder Noah Segan als fast bemitleindeswert inkompetenter Kid Blue, der verzweifelt nach Ruhm und Anerkennung sucht. Und das Kind Cid ist wohl eines der creepigsten und irritierensten Filmkinder der letzten Jahre, dessen gewählte Ausdrucksweise in krassen Kontrast zu seinem Alter steht und der im letzten Akt eine schlicht furchterregende Präsenz entwickelt.
Johnsons Film ist bei aller Zeitreise- und Philosophie-Jonglage genau wie Brick immer unterhaltsam und verliert sich nie in moralinsaurem Geschwurbel. Es bleibt immer ein gewisses Augenzwinkern, es ist immer der Spaß am Erzählen spürbar der deutlich über jedem Tiefsinn und jedem Bemühen steht.
Dafür spricht auch das Weltenkonzept, das sich zwar fröhlich in der Filmgeschichte bedient, es aber schafft es glaubhaft neu zusammenzubauen und das ganze unangestrengt selbstverständlich wirken zu lassen. Außerdem zeigt er, dass es möglich ist gute SciFi auch für um die 30 Mio Dollar zu drehen – und beschämt damit locker die ganzen verkackten Blockbuster wie das grauenhafte Total Recall-Remake.
Mann tut was Mann kann – Deutschland 2012





Eigentlich will Paul keine Beziehung sondern nur noch unkomplizierte One-Night-Stands. Dann verliebt er sich doch, in eine Frau die kurz vor der Heirat steht und muss sich obendrein mit den Problemen seiner gesammelten männlichen Freunde herumschlagen.
Für das was er ist, macht MTWMK eine menge Spaß und es ist auch durchaus schön jenseits der Teenie- und Tussi-Filme mal eine erwachsene Love-Story erzählt zu bekommen, deren Darsteller rundum sympathisch sind und die ungewohnt unzynisch daherkommt.
Denn der Film hält bei Laune, obwohl er ohne große Antagonisten und Arschlöcher auskommt. Mit Zen-hafter Gelassenheit gleitet Wotan Wilke Möhrings Figur durch die Widrigkeiten des Lebens, lässt nach und nach seine Kumpels bei sich einziehen ohne genervt zu reagieren und realisiert so langsam, was er wirklich will.
Die Szenen in der Männer-WG gehören dabei zu den Highlights, zwischen Philosophie und Nervenzusammenbruch bleibt doch immer ein warmherziges Wir-Gefühl. Und auch wenn die etwas zu überdrehte Figur von Oliver Korritke die Glaubwürdigkeit etwas strapaziert und das Ende auch ohne den groben Slapstick ausgekommen wäre, bleibt ein kleiner sympathischer Streifen für verregnete Sonntagnachmittage, der einem ganz blauäugig den Glauben daran wiedergeben will, dass es nicht nur Arschgeigen gibt auf der Welt.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- Oktober 14th, 2012 •
- 13 Kommentare
- Schlagwörter: Abraham Lincoln Vampire Killer, Antikörper, looper, looper. rian johnson, wotan wile möhring
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