Batzmans Jahresrückblick 2012: The Good, the Bad and the Meh

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Es wird wieder einmal Zeit für den Schulterblick vor der nächsten Biegung. 2012 ist durch, 2013 steht auf der Matte und wir ziehen Resüme, was hat uns im Endzeitjahr 2012 gefreut, geärgert, überrascht und enttäuscht. Der Jahresrückblick der Filmfreunde, das letzte Aufgebot, das Amen in der Kirche. In 3D.

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BATZMANs Jahresrückblick

THE GOOD:

Flauschs des Jahres:

Suraj Sharma and tiger in Life of Pi.

LIFE OF PI – Mal ein spirituell antouchierter Film, der nicht auf den Sack geht: Die Real-Life Version von Calvin & Hobbes zeigt das Ang Lee weiterhin zu den sympathischsten Regisseuren derzeit gehört und obendrein als einer der wenigen 3D so einsetzt, dass es tatsächlich wirkt und nicht aus dem Film wirft. Obendrein: Richard Parker ist eindeutig die beeindruckenste Computeranimation des Jahres.

Die Muppets – Die Puppen tanzten wieder und besser hätte das Jahr kaum starten können. In Zeiten, in denen alles dark, gritty und total edgy sein muss, war es wundervoll, wie Jason Segel die Muppets zu neuem Leben erweckte. Eingängige Songs, Kermit, Piggy und knuffige Gags. Und das Interview mit Kermit, Piggy und Walter ist weiterhin eines der All-Time-Highlights meines Jobs und einer der wenigen Momente, bei denen ich mal aufgeregt war.
Der Lorax – okay der Film hat gewaltige Schwächen und die Dramaturgie ist irgendwie auch nur so mittelgelungen, aber die Animation ist ziemlich klasse und die Seussche Menagerie schon extrem knuffig.

Geek-Out des Jahres:

Einen echten Nerdgasm wie Scott Pilgrim gab es 2012 leider nicht, aber genug Mainstreamstreifen, die den inneren Geek befriedigen:

LOOPER & SAFETY NOT GUARANTEED – Zwei Zeitreisefilme, zweimal der Fokus auf starke Schauspieler statt auf Effektspektakel und zweimal gut gesetzte Actionmomente in einer ansonsten eher ruhigen Story. Looper macht Spaß ohne sich in intellektueller Wichserei zu ergehen und der hierzulande außerhalb der Wahrnehmung versickerte Safety Not Guaranteed macht aus einem scheinbaren Psychodrama eine mitreissende und anrührende Thrillerstory, die immer wieder überrascht.

RALPH REICHTS – Disney Animation stellt erstmals Pixar in den Schatten und beweist das sie solide Stories mit haufenweise Nerdgags verbinden können und damit sowohl Altgamer als auch Kids begeistern können. Jetzt müssen sie es nur noch schaffen das die Leute auch in die Filme gehen hierzulande …

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CABIN IN THE WOODS – Die Freunde von klassichem Slasher quengelten zeitweise, ihnen sei es nicht gruselig genug, doch für Genrefreunde ist dieser Meta-Film ein ziemlicher Spaß, der nicht nur durch die Zitatendichte erfreut, sondern auch durch das fatalistische Ende, das man immer besser nachvollziehen kann, je öfter man die Kommentare in Blogs und anderswo liest.

DENTION – der durchgeschossene Mash-Up-Movie mit ADHS ist keineswegs perfekt, aber man merkt ihm den Spaß und die Experimentierfreude an mit der Slashermovies, John Hughes-Komödien, Zeitreisefilme und Bitch-Movies wie Clueless vermengt werden. Atemlos, seltsam und letztlich doch sympathisch das hier nichtmal Josh Hutcherson stört.

Thrill des Jahres:

DAME, KÖNIG, AS, SPION – wohl einer der stylishten Filme von 2012 und gleichzeitig eine sehr gelungene Neuverfilmung von John Le Carrés Klassiker. Der bekannteste Band aus den Smiley-Stories wird kongenial kondensiert, hat eine brillante Besetzung bis in die kleinste Nebenrolle, ist wundervoll gefilmt und das zu „La Mer“ montierte Finale ein Genuß.

ARGO – Ähnlich spannend war in diesem Jahr nur noch Afflecks freie Interpretation des es echten Drama um US-Diplomaten, die mittels eines wahnsinnigen Plans aus dem Iran gerettet werden sollen. Klasse gespielt und in stimmigem Zeitkolorit schafft der Film alleine als Spannungskino einige der fesselnsten Momente im Kinojahr 2012, auch wenn er dabei die Wahrheit etwas der Story unterordnet.

Action 2012:

DREDD – Leider absolut untergegangen ist dieser derbe Streifen mit Verhoeven-Feeling eines meiner Highlights des Jahres, denn selten wurde pure Action so smart, trocken und effektiv umgesetzt und das auch noch in einem sehr sehenswerten 3D und für ein Budget, das die Kaffeekasse eines Blockbusters darstellt.

RESIDENT EVIL 5: RETRIBUTION – Storymässig wieder eher hohl lieferte der Film auch diesmal wieder mein Guilty Pleasure-Event des Jahres ab mit rasanten Actionszenen und viel Milla die Monster verkloppt-Momenten. Das 3D war eher okay, aber nach dem bescheidenen Teil 4 geht das alles schon in Ordnung.

THE EXPENDABLES 2: Die Fortsetzung lieferte, was Teil 1 nur versprach: Den absoluten Actiontrash mit den steinalten Recken im Ironiemodus die im Wesentlichen ihre Catchphrases aufsagen durften. Doof aber spassig und gute Grundlage für Teil 3

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HEADHUNTERS – Norweger haben einen an der Marmel und kein Film bewies das so schön, wie dieser trashige Actionthriller um einen kleinwüchsigen Trickdieb der plötzlich auf die Abschussliste eines Psychopathen gerät. Böse, blutig und ein bisschen blöde macht der Film trotzdem jede Menge Spaß.

Unterschätzteste Filme des Jahres

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JOHN CARTER – Die Mischung aus Prince of Persia-Look und SciFi sank wie ein Stein und traumatisierte Disney so nachhaltig, dass sie den Film erst ganz schnell auf DVD/BD verheizten und dann sogar zum Streaming freigaben und alles dafür taten, den herbeigeschriebenen Flop zu bestätigen. Ganz nüchtern betrachtet ist das John Carter zwar kein Meisterwerk, aber ein extrem phantasievoller, witziger und sehr liebevoll inszenierter SciFi-Streifen der tatsächlich ziemlich unterhaltsam ist und mit den Tharks eine der interessantesten Alienrassen der letzten Jahre zu bieten hatte, die extrem gut animiert waren.

PARANORMAN – Fantastische Stop-Motion-Animation und eine temporeiche, makabere und gagreiche Story mit knuffigen Figuren, die mehr noch als Super 8 den Geist des 80er Jahre Teeniefilms atmete und eindeutig von Horrorfans gemacht wurde. Wollte leider auch keine Sau sehen, während der 08/15-Streifen Hotel Transylvania die Kinocharts stürmte – nur einer von vielen Gründen das deutsche Publikum entmündigen zu lassen.

Beste Superhelden:

AVENGERS: Die Trailer waren furchtbar, die Vorgängerfilme von genial bis daneben – aber Joss Whedon schaffte es tatsächlich wieder den dringend benötigten Spaß uns Heldengenre zu bringen und all seine Stärken, was Ensembles angeht, auf die Avengers zu übertragen. Smarte Dialoge, ein cooler Bösewicht und tatsächlich mal kohärent inszenierte Actionszenen ließen vergessen, dass die Story im Grunde nur aufgebügelte alte Spandexschlübber bot.

CHRONICLE – Okay der Film hat echt heftige Macken, vor allem weil er sich selbst in die Tasche lügt und Ausreden erfindet, um der Found-Footage-Falle zu entkommen. Aber er bot gleichzeitig die wohl neben SUPER besten Impulse im Bereich Superhelden vs. Real Life, gute Schauspieler und ein Finale, das für kleines Geld ordentlich Sachen kaputtmachte.

Feelgood des Jahres:

MOONRISE KINGDOM – Kauzig, knuffig und mit seiner Puppenstubenoptik irgendwie faszinierend hat es dieser Film vom ollen Anderson mich doch mal wieder zu begeistern. Kinder die reden wie 35jr New Yorker, Erwachsene, die sich kindisch benehmen und dazwischen ein Edward Norton in der ersten guten Rolle seit einigen Jahren.

BEST EXOTIC MARIGOLD HOTEL – Ebenfalls bunt und mit allen alten ehrenwerten Zauseln die das britische Kino zu bieten hat. Nicht besonders tiefgründig und ein paarmal nahe am ZDF-Fernsehfilm retten die Darsteller und eine Portion grimmiger Humor den Film vor der Banalität.

Eier des Jahres:

CLOUD ATLAS – Ich mochte den Film, mit all seinen Schwächen, die er zweifelsfrei hat. Aber noch mehr mochte ich, dass hier tatsächlich etwas riskiert wurde und für viel Geld ein Film produziert wurde, der sich kaum vernünftig pitchen und noch schwerer bewerben lässt und der bei allem ungewöhnlichen Ansatz letztlich doch sehr süffig wegzugucken ist.

Toll aber will ich nicht wiedersehen-Film des Jahres:

WE NEED TO TALK ABOUT KEVIN – Großartig gespielt, toll besetzt und effektiv inszeniert ist dies einer der wirklich beeindruckenden Filme, die ich trotzdem so schnell nicht wiedersehen möchte. Was für ein ätzendes Kind.

WTF des Jahres:

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ABRAHAM LINCOLN VAMPIRJÄGER – Ähnlich wie Spielbergsfilm nimmt er Mr. Präsident etwas zu ernst, ja vielleicht sogar noch etwas ernster als Onkel Steven. Und der Look des Films ist ziemlich gewöhnungsbedürftig und ja man erwartet bei dem Titel einfach mehr Trash & Fun. Aber wenn der Oberschurke in einer Verfolgungsszene mit Pferden wirft, ist das schon ziemlich cool. Und das Finale mit dem Zug entschädigt auch für so einiges.

UND SONST SO?

Spaß gemacht haben mir dieses Jahr auch noch folgende Filme:

Mixed Kebab – Belgisch/Türkischer Schwuppenfilm der ernüchternd zeigt das Arschgeigen mit Migrationshintergrund und Intoleranz woanders auch nicht anders aussehen als hierzulande und der obendrein noch ganz gut unterhält

Rock of Ages – Tom Cruise als Rocker? Okay ein bisschen angestrengt wirkte er schon und in die Oberklasse der Fun-Musicals kommt er auch nicht, aber dennoch war dieses Jukeboxmusical schon ziemlich spassig.
Game Change – Okay im Wahljahr über alte Sarah Palin-Witze lachen ist jetzt auch nicht so originell, aber spannend ist es allemal noch einmal zu sehen, wie dumm und gefährlich diese Frau tatsächlich ist und als historische Fiktion ist der Film damit ebenso wichtig wie Recount.
Juan of the Dead – Zombies aus Kuba das ist trashing, spassig, sehr blutig und ein bisschen politisch.
Die Frau in Schwarz – Ich bin eine Muschi, was Geisterfilme angeht, aber dieser Retrogrusler von Hammer machte doch sehr viel richtig. Schöne Bilder, gute Besetzung und creepige Schockmomente

Iron Sky – Vielleicht nicht der Oberknaller, den sich viele erwarteten, aber doch um einiges besser als andere Trashfun-Filme und mit mehr Schauwerten als so mancher Hollywoodstreifen. Die Story war schön debil, die Musik eingängig und letztlich zählt doch nur Götterdämmerung muss fliegen!

The Artist – Auch nicht sooo doll, wie man denken würde, aber doch konsequent wegguckbar und klasse gespielt. Passt schon!

THE BAD

Miesestes Remake:

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TOTAL RECALL – Drei Brüste, aber keine Eier. Mutloser, öder Scheiss ohne Vision und Ambition. Ärgerlich, doof und langweilig. Weg damit

Größte Enttäuschung:

PROMETHEUS – Alleine die Bilder und Michael Fassbender rechtfertigen immer noch eine Anguckempfehlung. Aber bei Gott war das Drehbuch dämlich und die Charaktere Idioten. Soviel Potential, soviel schöne Ansätze und alles letztlich geopfert für religiöses Blabla und erzwungene Verweise auf den besseren Vorgnger. Oh my…

Blödestes Sequel:

PIRANHA 3DD – Öchz. Das ging ja mal so richtig in die Hose. Uninspiriert, albern statt witzig und schlecht getrickst ist dieser Versuch kultigen Trash zu machen mal so gar nix. Öde popöde.

DAS BOURNE VERMÄCHTNIS – Jeremy Renner im Sidequel zur besseren Bournereihe als verzweifelter Versuch einen toten Franchise am Leben zu erhalten, nachdem die Hauptakteure sich verdrückt haben. Langweilig, uncharismatisch und strunzendoof – und vor allem wer besetzt Schnarchnase Renner bitte immer als Actionhelden?
ZORN DER TITANEN – Erstaunlich, wenn der Vorgänger ald die beschissenste Post-3D-Konvertierung aller Zeiten in die Geschichte eingegangen ist, ein Sequel zu drehen, das nur wenig besser ist und zudem eine noch ödere Story erzählt. Ohne 3D war der Vorgänger zumindest netter Trash, aber das Sequel war nur noch doofer Götterquark das einen Percy Jackson zurückwünschen lässt

Getretner Quark des Jahres:

THE DARK KNIGHT RISES – Selbst einige Nolan-Fanboys mussten zähneknirschend zugeben, dass der Meister diesmal eher aufgeblasenen Schmonz statt Epos abgeliefert hat. Catwoman war cool, ein paar Oneliner auch auch aber Batman als Jammerlappen und Bane mit einer Stimme wie die Lehrer bei den Peanuts – das machte alles hinten und vorne keinen Sinn und war deutlich zu lang. Mal ganz abgesehen davon, dass die Actionszenen mit zum konfustesten gehörten, was man 2012 im Kino sehen durfte.
SNOW WHITE AND THE HUNTSMAN – Wo Mirror, Mirror immerhin noch unterhaltsamen Trash bot und eine charmante Bollywood-Muiscal-Nummer am Ende, versuchte dieser Streifen uns Hasenzahn-Kristen Stewart als Schönste von Allen zu verkaufen. Und so sympathisch sie auch ist – eine schauspielerische Offenbarung bot sie hier ebensowenig wie in Twilight und der Versuch das Märchen zum Actionspektakel aufzubretzen scheiterte nicht nur an Charlize Theron als peinlichster Schurkin des Filmjahres, die selbst Overacting einen schlechten Ruf verpasst. Und ich hab 100x lieber die echten Zwerge aus Mirror, Mirror mit Time Bandit Feeling als die digital verkleinerten Edelmimen.

Peinlichster Scheiss des Jahres:

PROJECT X – Okay ich wünsche mir eh ein Verbot von Found Footage-Filmen, denn was auch immer dieses Subgenre mal für einen Charme gehabthaben mag, er war im Grunde direkt nach Blair Witch tot. Und auch wenn er mal nicht für paranormalen Geisterscheiss im Heimvideo-Look missbraucht wird, nervt er, wie Project X eindrucksvoll bewies. Charaktere, die so ätzend sind, dass sie sogar die Lappen aus Hangover sympathisch erscheinen lassen und das Abfeiern des Arschlochverhaltens als höchstem Wert – kein Wunder, das der Film ein Erfolg wurde.

Nur Pferden gibt man einen Gnadenschuss 2012

GEFÄHRTEN – Selbst als Spielbergfan, der ihm viel Scheiss und Mittelmaß nachsieht und viele seiner Filme für Meisterwerke hält: Das War Horse war ganz ganz großer Schrott, was jedem klar war der die Synopsis gelesen hatte. Eine Mischung aus Lassie kehrt heim und Die Brücke mit der Optik von Gone with the Wind – srsly, Steven was ist da bitte passiert? Und wo bleibt der Vampir der dieses Pferd schmeisst?

THE MEH

Reboots, Remakes und Sequels ohne Not

JAMES BOND SKYFALL – Ja okay, er ist Meilen besser als Quantum Trost und als eine Folge von Spooks wäre er sogar ziemlich gut. Als Bondfilm werde ich mit der halbgaren Mischung nicht wirklich warm, denn solange am Ende nicht die Welt auf dem Spiel steht, sondern nur eine Oma umgebracht und ein Bauernhaus gesprengt wird, fühlt es sich einfach nicht nach Bond an.

With Great Hair Comes Great Responsibility - SPiderman Hair

THE AMAZING SPIDER-MAN – Das Reboot das wirklich niemand brauchte, abgesehen von den Buchhaltern bei Sony. Lustlos routiniert ist der Spinnenjunge nicht wirklich sauschlecht, aber leider doch so extrem unnötig, unambitioniert und aufs Teeniepublikum zugeschnitten, dass er leider doch nur das große Gähnen auslösen konnte.

MEN IN BLACK 3 – Besser als Teil 2 mit einem zugegeben großartigen Josh Brolin machte die ganze Zeitreisestory dann doch leider nicht soviel Spaß, wie sie sollte, vor allem weil den Cartooncharakteren dann plötzlich versucht wurde, ganz viel depressives Tiefengeschwurbel mitzugeben. Aber zugegeben, der Alien der alle Zeitströme kennt war eine coole Idee.

DER HOBBIT – Es tut weh den Film hier einzusortieren und alleine die Gollumszene lohnt schon das ansehen, aber trotzdem ist hier einfach extrem viel schief gegangen und es bleibt das Gefühl nicht die Extended Fassung, sondern einen ersten Workprint gesehen zu haben, der eigentlich noch drauf wartet, auf eine ansehbare Länge runtergeschnitten zu werden. Denn selbst wenn ich HFR und dessen Probleme ignoriere, bleibt ein Film mit schönen Ansätzen dessen Pacing die Hölle ist.

VERBLENDUNG – Finchers geleckte Bilder und die solide Inszenierung machten das Ganze nicht unbedingt besser. Denn letztlich bleibt wie beim ebenfalls okayen „Let me in“ das Gefühl die schaumgebremste, bravere US-Fassung eines im Original beeindruckenden Films zu sehen. Kann man gucken, aber eigentlich brauchs niemand.

Heult doch des Jahres:

DRIVE – Als Poserfilm mit schicken Bildern ein Gewinner, abseits der Stilübung in Style aber doch eine etwas hohle Geste, und auch wenn ich mir viel Mühe gebe – Ryan Gosling beim Autofahren mit Streichholz im Mundwinkel zuzugucken ist auf Dauer ähnlich spannend wie Treebeard beim Waldspaziergang anzusehen. Und wenns um altmodische Gangsteraction geht, schaue ich dann doch lieber nochmal The Sweeney

Twilight-Nachfolger des Jahres:

DIE TRIBUTE VON PANEM – Okay das wird also das nächste Twilight, was ja zumindest ein kleiner Schritt nach vorne ist. Schade das die Hauptrolle von Miss Menopausenblick gespielt wird und deren Rolle mal so gar nix alleine gebacken bekommt, denn so wird das nichts mit der starken, faszinierenden Frauenfigur – solange alle Nebenrollen spannender sind und das Grundkonzept dieses Battle Royal für Teletubbies nicht plausibler wird, sehe ich den Sequels eher unenthusiastisch entgegen. Andererseits: Auch Harry Potter brauchte 3 Filme, bis es endlich groovte.

Und sonst so:

DER DIKTATOR – statt Mockumentary zur Gänze geskriptet und bis auf wenige Momente nur so mittelkomisch. Die Satire bleibt deutlich hinter den Möglichkeiten zurück und statt Mumu-Zoten würde etwas mehr Biss Dem Dikator gut tun. Denn solange die Werbekampagne zum Film besser ist als der beworbene Streifen reichts leider nur für Meh.

DARK SHADOWS – Hat seine Momente und Alice Cooper ist immer gut, aber letztlich bleibt er doch nicht so in Erinnerung wie frühere Burton Werke. Trotzdem: besser als Alice, aber nicht so gut, wie Frankenweenie der im Januar kommt.

Das wars. Kein schlimmes Jahr, aber auch kein spektakuläres. Keine wirklich extremen Knaller, für die Ewigkeitsliste, aber viel gutes Zeug das Spaß gemacht hat.

Dann mal einen guten Rutsch und auf das 2013 spannender wird, als es derzeit aussieht. Und bitte Snyder/Nolan – versaut Men of Steel nicht.

In : Features, Thema

About the author

Oliver “Batz” Lysiak studierte Mediensoziologie und arbeitete als Redakteur u.a. für NDR, RTL, Pro7, wo er lernte, dass “die Zuschauer Ironie nicht verstehen”. Seit 2006 betreibt er, zusammen mit vier anderen Cinemaniacs, das erfolgreiche Filmblog “Die Fünf Filmfreunde” und arbeitet als “Creative Director” und Filmjournalist bei Deutschlands größter Filmwebsite moviepilot.de. Er mag Wombats, Katzen und Leute die im Kino die Klappe halten und träumt davon, irgendwann von Stephen Fry adoptiert zu werden.

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24 Comments

  1. Mikael

    Ist das Bourne Vermächtnis wirklich so doof? Hatte vor mir den evtl. mal zu holen.

    Drive fand ich einen Topfilm, der gehört für mich in die obere Hälfte.

    Vom Rest habe ich nur einen kleinen Teil gesehen, aber stimmt schon so die Liste.

  2. Dr.Strangelove

    James Bond erinnerte dann doch stark an die Batman Filme. (was der Regisseur selbst ja auch zugab). Das letzte Drittel von Skyfall war so dumm.

    Ein Tipp an alle Menschen die Nachts auf einem Feld vor einem kranken Psychopathen davon laufen, der einen versucht umzubringen. Macht die verdammte Taschenlampe aus!

    Ich finde es nach wie vor Schade das ihr kaum “Arthouse” Filme in der Liste habt.

    – Holly Motors von Leos Carax
    – Liebe von Michael Haneke
    – Paradies: Liebe / Glaube von Ulrich Seidl
    – Die Wand von Julian Pölsler
    – Barbara von Petzold
    – Beasts of the Southern Wild von Benh Zeitlin.
    – Beyond the Hills von Cristian Mungiu
    – Oslo, 31. august von Joachim Trier
    – Monsieur Lazhar von Philippe Falardeau

    (Und ich habe jetzt nur die größten, bekanntesten “Arthouse” Filme genannt an die man nur schwer vorbeikommt.)

    Die großen Blockbuster haben alle entäuscht. Skyfall, Batman, Avengers, Spiderman, …*gähn* Und die angeblich “kleineren Blockbuster” wie Looper fand ich auch eher so “Mehh”.

    Überraschend gut fand ich 50/50 und Premium Rush.
    Premium Rush mit Joseph Gordon-Levitt und Michael Shannon. Eigentlich ein sehr alberner Film. Ohne Tiefe. Mit ein paar Twists.
    Dennoch sind dann aber die Verfolgungsjagden mit dem Fahrrad unglaublich gut. Und das macht den Film einzigartig. So was wurde eben noch nie gezeigt. Vielleicht lässt sich der Film mit
    “Nicht auflegen!” vergleichen. Eher “geht so”. Aber die “Umgebung” macht dann eben manchmal den ganzen Film zu etwas besonderen.

  3. Binding

    1. Drive

    2. We Need To Talk About Kevin

    3. Holy Motors

    4. The Artist

    5. Beasts Of The Southern Wild

    6. Life of Pi

    7. Argo

    8. Hugo Cabret

    9. Sleep Tight

    10. My Week with Marilyn

    Und schweren Herzens weglassen musste ich leider
    (alphabetisch):

    – Gnade

    – Headhunters

    – Jonas

    – Kriegerin

    – Moonrise Kingdom

    – 7 Psychos

    – W.E.

    – Ziemlich beste Freunde

    Mit Batzmans Liste bin ich außer “Drive” zufrieden. Den Möchtegern-Cool-Horror “Cabin in the Woods” finde ich allerdings völlig überbewertet, und bei “Dame König As Spion” war ich entweder zu müde oder er ist boring like hell.

  4. Dr.Strangelove

    “Dame König As Spion” fand ich auch langweilig. “We Need To Talk About Kevin” muss ich mir noch anschauen. Ich denke halt immer… das von der ersten Minute an alles im Film gesagt ist. Und er dann nur einen Aneinanderreihung schrecklicher Szenen ist. Und es eben keine Antwort gibt. (ähnlich wie bei Funny Games oder so). Bietet “We Need To Talk About Kevin” wirklich mehr?

  5. charlotte

    gefährten ist ein toller film wenn man ein herz hat ;-)

  6. charlotte

    gefährten ist ein toller film wenn man ein herz hat ;-)

  7. Oliver Lysiak

    Die Liste ist ja erstmal nur meine Liste und ich gebe zu ich bin sehr selektiver Arthaus-Gucker. Holy Motors will ich noch sehen. Haneke und Petzold kann ich nicht ausstehen und lasse ihre Sachen deswegen lieber weg. Beast of the Southern Wild ist so gehyped das ich wohl nicht dran vorbeikomme ihn doch noch zu sehen… zum FFF hab ichs mir gespart weils irgendwie vom Trailer nicht so spannend erschien.

  8. Lukas Ikceinezrok

    @batz … du hast nen filmgeschmack wie n klostein !

  9. Stefan

    Ich fand das Bourne Vermächtnis gar nicht so schlecht. Man wird auf jeden Fall gut unterhalten, wenn er auch mit den Vorgängern leider nicht ganz mithalten kann.

  10. Binding

    “Kevin” ist nicht nur schauspielerisch super (neben Tilda Swinton sind vor allem auch die Kevin-Darsteller alle genial!), sondern auch von der Regieleistung her (rot als Leitmotiv, keine geradlinige Dramaturgie). Abgesehen davon ist es ein total unbequemer Film, der den Zuschauer in der Tat alleine lässt. Aber dafür ist er auch von allem etwas: “omen”mäßiger Horrorfilm, Familiendrama, Psychothriller. Must see, finde ich.

  11. Binding

    Der Film hätte der “Soldat James Ryan” für den Ersten Weltkrieg werden können (bezogen auf die Härte und den Realismus), und er hätte konsequent die Sichtweise des Pferdes zeigen können. Das wäre (künstlerisch) superinteressant gewesen. Stattdessen ist es eine kitschige Schmonzette im schlimmsten Spielberg-Style geworden. Eine absolute Enttäuschung – und sogar ein Ärgernis, finde ich.

  12. Binding

    Der Haneke-Film ist sicherlich inhaltlich und schauspielerisch sehr gut, aber ich fürchte, man kann ihn sich auch als Theaterstück reinziehen. Und deswegen habe ich ihn mir auch erspart. Dasselbe mit Petzold.

    “Beasts” ist tatsächlich ein ganz besonderer Film voll mit “magischem Realismus” – allerdings ohne dabei kitschig zu sein. Ganz im Gegenteil – es ist ein beklemmend-melancholischer Endzeitfilm, der mitten unter uns spielt. Er hat ja sogar den Publikumspreis auf dem Fantasy-Filmfest gewonnen!

  13. Mischa

    Lieber Batzmann, ich hoffe, du erlaubst mir diese konstruktive Kritik: Gerade bei einem Jahresrückblick würde ich mir schon wünschen, dass man noch einmal drüberliest – da stecken so viele haarsträubende und ärgerliche Flüchtigkeitsfehler drin, dass es das Lesen arg erschwert. Ein Korrekturlesen wäre super gewesen. Zeitdruck gab’s doch nicht wirklich, oder? ;) Inhaltlich ansonsten sehr interessant. Freue mich, dass Dredd es in die Liste geschafft hat.

  14. Mischa

    Lieber Batzmann, ich hoffe, du erlaubst mir diese konstruktive Kritik: Gerade bei einem Jahresrückblick würde ich mir schon wünschen, dass man noch einmal drüberliest – da stecken so viele haarsträubende und ärgerliche Flüchtigkeitsfehler drin, dass es das Lesen arg erschwert. Ein Korrekturlesen wäre super gewesen. Zeitdruck gab’s doch nicht wirklich, oder? ;) Inhaltlich ansonsten sehr interessant. Freue mich, dass Dredd es in die Liste geschafft hat.

  15. Mischa

    Lieber Batzmann, ich hoffe, du erlaubst mir diese konstruktive Kritik: Gerade bei einem Jahresrückblick würde ich mir schon wünschen, dass man noch einmal drüberliest – da stecken so viele haarsträubende und ärgerliche Flüchtigkeitsfehler drin, dass es das Lesen arg erschwert. Ein Korrekturlesen wäre super gewesen. Zeitdruck gab’s doch nicht wirklich, oder? ;) Inhaltlich ansonsten sehr interessant. Freue mich, dass Dredd es in die Liste geschafft hat.

  16. Mischa

    Lieber Batzmann, ich hoffe, du erlaubst mir diese konstruktive Kritik: Gerade bei einem Jahresrückblick würde ich mir schon wünschen, dass man noch einmal drüberliest – da stecken so viele haarsträubende und ärgerliche Flüchtigkeitsfehler drin, dass es das Lesen arg erschwert. Ein Korrekturlesen wäre super gewesen. Zeitdruck gab’s doch nicht wirklich, oder? ;) Inhaltlich ansonsten sehr interessant. Freue mich, dass Dredd es in die Liste geschafft hat.

  17. Mischa

    Lieber Batzmann, ich hoffe, du erlaubst mir diese konstruktive Kritik: Gerade bei einem Jahresrückblick würde ich mir schon wünschen, dass man noch einmal drüberliest – da stecken so viele haarsträubende und ärgerliche Flüchtigkeitsfehler drin, dass es das Lesen arg erschwert. Ein Korrekturlesen wäre super gewesen. Zeitdruck gab’s doch nicht wirklich, oder? ;) Inhaltlich ansonsten sehr interessant. Freue mich, dass Dredd es in die Liste geschafft hat.

  18. Silent Rocco

    Für mich war Beasts der kitschigste Film des Jahres, ohne einen Hauch Entwicklung, leider. Von Anfang an wird das kreative Setting mit der Schmalzkelle ertränkt und bleibt bis zum Ende krass überraschungsfrei, für mich eine große Enttäuschung nach all dem Festival-Hype. Habe deshalb auch Angst vor Life of Pi, da dort auch schon die Trailer im Kitsch ertrinken und Freunde meinen, wäre ein großartiger Film ohne die Tonnen an Zuckerguss. Aber geguckt wird er. Ich mag Lee sehr.

    Ansonsten bin ich sehr einer Meinung mit Binding und Strangelove. Das Jahr war blockbustertechnisch ein Witz (mir hat Avengers jedoch extrem gefallen) aber es gab wirklich großartige Arthouse-Perlen. Wenn ich nach ner Filmempfehlung gefragt werde, nenne ich seit Monaten immer wie aus der Pistole Holy Motors, der befriegidengste Film seit langem. Komplex, lustig, fordernd, unendlich schön, unglaublich gespielt, mit vielen großen und kleinen Botschaften, durchweg überraschend. Und ja, selbst wenn man kein Haneke-Fan ist, sollte man Amour sehen, einer der grundsätzlichsten Filme zum Thema Liebe. Und eine der Überraschunges des Jahres war auch für mich We Need to Talk About Kevin. Das asselige Plakat lies ein langweiliges Dramedy vermuten, aber dahinter verbarg sich eine physisch spürbare Kinoperle, die sich einbrannte für ganz ganz lang.

  19. CarFreiTag

    Grösste Enttäuschungen 2012:

    The Dark Knigh Rises, Prometheus und Der Hobbit. Traurig, aber wahr.

  20. Leto

    Der Jahresrückblick bei 5FF führt mir immer wieder schmerzlich vor Augen, wie viele gute Filme ich leider verpasst habe. Na, da muss ich auf DVD/BR jede Menge nachholen. Als Anregung so weit wie immer ein vortrefflicher Rückblick.

    Bei einer Einschätzung muss ich aber energisch widersprechen ;-): Weder Harry Potter I noch II waren SO schlecht wie “Die Tribute von Panem”! Bei diesem Murks fragte ich mich von der ersten bis zur letzten Minute, wie man diese hanebüchene Story mit grottigen Darsteller(Inne)n in einem völlig unplausiblen Szenario irgendwie ernst nehmen kann.
    Bei einigen Murks-Blockbustern tat es mir übrigens doch um das handwerkliche Talent leid, das zumindest spürbar in bestimmte Bereiche investiert wurde: So schlecht das TOTAL RECALL Remake auch war, die Effekte waren erste Klasse – und bei SNOW WHITE tat es mir um einige wirklich bizarr-berauschende optische Ideen leid, die den Quark zwar nicht retten konnten, aber doch zu beeindrucken wussten (und um James Newton Howards martialischen Soundtrack).

  21. BarryLyndon

    Von Haneke habe ich nur ein paar Sachen gesehen, Funny Games, Das weiße Band. Als einer der wenigen deutschsprachigen Regisseure schafft er es etwas Relevantes zu schaffen. Petzold, Dresen und Hochhäusler hingegen machen Filme die das visuelle Äquivalent eines drei Tage altes Stück Brotes sind. Dass solche Leute ihre Filme finanziert kriegen…

  22. Ilonga

    Es ist so geil, eine Rubrik “meh”! Aber, liebe Kameraden, wo ist die Rubrik “arty-farty”? Oder ficki-ficki? Werdet endlich wieder kreativer!

  23. x

    Warum schreiben immer Leute über Filme, die keine Ahnung haben?

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Fünf Facefreunde
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    officialgaygeeks:

    That lightsaber sound lol


    Get the My Neighbor Groot shirt http://buff.ly/1EFUcA2 http://ift.tt/1BEBgm8

    11/16/14

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    pennyfornasa:

    Putting The Cost Of The ESA’s Rosetta Mission In Perspective

    "So what do we get for our €1.4bn? Rosetta is both an astounding feat of engineering (catapulting a tonne of spacecraft across millions of kilometres of space and ending up in orbit around a comet just 4 km across) and an extraordinary opportunity for science (allowing us to examine the surface of a lump of rock and ice which dates from when the Solar System formed).

    Like a lot of blue-skies science, it’s very hard to put a value on the mission. First, there are the immediate spin-offs like engineering know-how; then, the knowledge accrued, which could inform our understanding of our cosmic origins, amongst other things; and finally, the inspirational value of this audacious feat in which we can all share, including the next generation of scientists.

    Whilst those things are hard to price precisely, in common with other blue-skies scientific projects, Rosetta is cheap. At €1.4bn, developing, building, launching and learning from the mission will cost about the same as 4.2 Airbus A380s—pretty impressive when you consider that it’s an entirely bespoke robotic spacecraft, not a production airliner. On a more everyday scale, it’s cost European citizens somewhere around twenty Euro cents per person per year since the project began in 1996.

    Rosetta has already sent us some stunning images of Comet 67P/Churyumov–Gerasimenko and today’s landing will, with any luck, provide us with our first close-up glimpse of the chaotic surface of this dirty snowball. If you’re a sci-fi fan, then, you might consider the mission to have been worth its price tag just for the pictures. The total cost for the Rosetta mission is about €3.50 per person in Europe; based on the average cinema ticket price in the UK (€8.50), it has cost less than half of what it will cost for you to go to see Interstellar.”

    Via Scienceogram: http://scienceogram.org/blog/2014/11/rosetta-comet-esa-lander-cost/

    Find Out How Budget Cuts Canceled NASA’s Own Comet Landing Mission: http://www.penny4nasa.org/2014/11/11/how-budget-cuts-canceled-nasa-own-rosetta-comet-landing-mission/

    11/15/14

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    meatbicyclevevo:

    i never wanted this to end

    10/20/14

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    iambluedog:

    Life is too short to be holding on to old grudges

    10/20/14

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    10/09/14