Reviews: Django Unchained, Pitch Perfect (Review)

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Django Unchained – USA 2012
★★★★½

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Der Sklave Django schliesst sich mit einem Kopfgeldjäger zusammen um seine Frau aus der Sklaverei zu befreien

Endlich wieder ein rundum gelungener Tarantino. Während Death Proof bis auf wenige Momente ziemlich lahmte und mich auch Inglorious Basterds nicht völlig überzeugen konnte (alle Szenen zwischen Brühl/Laurent bremsten den Film gnadenlos aus), ist Django, trotz spürbarer Überlänge, enorm unterhaltsam und mitreissend.

Sein Spaghettie-Southern (wie er es selbst nennt) bietet alles um selbst Westernverächter zu begeistern, denn er bringt endlich wieder das im Überfluss, was in seinen letzten beiden Filmen nur partiell enthalten war: Brillante, groovende, witzige Dialoge, die an keiner Stelle langweilen oder in einfaches Gelaber abdriften, wie es leider in Death Proof mehrfach passierte und auch bei den Basterds, wenn Waltz gerade nicht dabei war.

So genial Waltz Rolle als Landa auch war, hier darf er nochmal eine Schippe drauflegen und beweisen, dass er als (zwar ambivalenter) aber dennoch positiver Charakter genauso faszinierend sein kann, wie als Schurke. Sein, in Anlehnung an Martin Luther King Dr. King Schultz getaufter, Kopfgeldjäger ist der treibende Motor, der den Film souverän durch seine mäandernde Story dirigiert. Dabei überrascht zwar nicht der Wortwitz, aber die Menge an Humor die Tarantino dem Film gegönnt hat. Denn bei aller Ernsthaftigkeit die hinter den Bildern rund um das Thema Sklaverei zu spüren ist, ist Django Unchained unverschämt witzig. Ja er scheut nicht davor zurück selbst an Monty Python gemahnende Szenen einzubauen, in denen kreuzdämliche KuKluxKlan-Anwärter über das für und wider von Kapuzen diskutieren.

Diese Szene mit Jonah Hill irritiert zwar, weil sie stimmungsmäßig so völlig anders ist als der restliche Film, sie wirkt wie ein Einschub, ein Nachsatz – aber sie ist gerade in ihrer übertriebenen Länge so absurd komisch, dass man ihr nachsieht den Erzählfluss zu unterbrechen.

Es erstaunt aber sowieso, wieviel man dem Film nachsieht, der gar nicht versucht es optisch mit Leone und Co. aufzunehmen und dessen Vistas zwar zweckmässig gefilmt, aber nicht legendär beeindruckend daherkommen. Tarantino filmt und inszeniert souverän, slick und gut anschaubar ohne dabei den Stil eines klassischen Spaghettie-Westerns nachzuäffen. Wo bei Grindhouse noch die Imitation überwog, ist er hier selbstsicher genug seinen Western ganz eigenständig und ohne Retrolook zu drehen – ohne dabei was Szenen und Musik angeht (das Original-Django-Theme ist dankenswerter Weise dabei und auch der Rest des Soundtracks ist gewohnt eigenwillig eingängig) auf Referenzen zu verzichten.

Fast wirkt es, als wäre Tarantino erwachsener geworden und würde entspannter erzählen. Klar, er findet nicht recht zu einem Ende und hier und da hätte gekürzt werden können, aber es gibt keine Stelle, auf die man den Finger legen möchte und denkt “Die hätte rausgemusst”. Djangos Annäherung an Schultz, der Exkurs in deutscher Sagenkunde, die Lehrzeit, die ersten Abenteuer sind ebenso spannend, wie der eigentliche Hauptgang, wenn es nach Candyland geht um Djangos Frau aus dem Besitz von Calvin Candie zu befreien.

Leonardo Dicaprio spielt diesen bubihaften Sklaventreiber mit diabolischer Freude und angemessenem Overacting, das hier aber perfekt passt. Genauso wie Samuel L. Jacksons Stephen – einer extrem smarten und ebenso bösartig-gefährlichen Figur. Stephen wird zum eigentlichen Gegner Djangos, während Schultz sich an Candie abarbeiten darf und damit eine stimmige Dualität erzeugt.

Lediglich Kerry Washington als Brunhilde/Broomhilda bleibt unterfordert, denn die Damsel in Distress die ihr Tarantino geschrieben hat, bleibt eben passiv und demütig. Was für ihre Figur passt, ihr aber nicht viel Interpretationsraum und Chancen zum Glänzen lässt.

Was auch einer der wenigen Kritikpunkte ist, die man an den Hauptfiguren anbringen könnte: Jamie Foxx Django ist optisch dank eindrucksvoller Maske und Frisur viel besser als erwartet, wird aber dennoch von der kraftvollen Figur des Dr. King Schultz gnadenlos in den Schatten gestellt. Ja die Figur ist so übermächtig, dass Tarantino sie selbst aus dem Film entfernen muss, um Django endlich Raum zum Atmen zu geben und zu beweisen, dass er der Titelheld des Films ist.

Foxx ist nämlich durchaus okay. Ich hatte viel Schlimmeres befürchtet nach den ersten Trailern. Er macht seine Sache ganz gut, aber er ist bei aller Sympathie kein BadMofo, kein Clint Eastwood, kein Franco Nero (auch wenn er mit ebendem eine sehr schöne Cameo-Szene teilt). Seine Stimme ist zu sanft, zu weich. Man nimmt ihm ohne Probleme die Liebe zu seiner Frau ab und dass er alles für sie tut, was man ihm nicht so ganz glaubt ist die obercoole Sau die “I like the way you die, Boy!” ausspuckt. Insofern wirkt das Ende, dass ihm einige sehr stylishe Posen gönnt, wie Tarantinos Art der Wiedergutmachung dafür, dass Django gerade in der ersten Hälfte des Films nur der Sidekick von Schultz ist.

Dabei ist die Machtverschiebung die sich mit dem Handlungswechsel nach Candyland andeutet durchaus geschickt inszeniert, denn je mehr sich Schultz und Django in Candys Reich wagen, desto unsicherer wird sich Schultz, desto mehr schwindet seine Überlegenheit und desto aktiver wird Django der zu allem entschlossen ist, um seine Frau zu retten. Das ist klug und schlüssig gedacht, leidet aber doch immer noch daran, dass Django selbst in Candyland wieder und wieder in den Hintergrund tritt und Samuel L. Jackson, DiCaprio und Waltz die Leinwand dominieren.

Das ist schade, weil damit die Chance verschenkt wird, Django schon mit diesem Film zu einem ähnlich legendären Helden, wie seinerzeit den alten Sargschlepper Franco Nero zu machen. Und ob ein nach dem Ende durchaus vorstellbares Sequel je Realität wird, darf bei Tarantino durchaus bezweifelt werden.

Unterm Strich bleibt trotz allem ein grandioser, wortgewaltiger, witziger und auch überraschend anrührender, ja fast erwachsener Tarantinofilm, der trotz seiner over-the-top Gewaltexzesse nie ins sadistische abgleitet und ganz beiläufig mehr Denkanstösse zur Sklaverei-Vergangenheit der USA liefert, als dies Spielbergs-Lincoln-Epos mit seiner Heldenverklärung schafft.

Django. Ansehen.

Pitch Perfect – USA 2012
★★½☆☆

Sanges-Truppe an der Universität muss sich zusammenraufen und gegen die Konkurrenz beim Songwettstreit durchsetzen

Als filmisches Gegenstück zu Leuten die “No homo” sagen, versucht Pitch Perfect mit aller Macht das Muscial für Leute zu sein, die Musicals total ätzend und schwul finden. Leider bleibt bei dem krampfhaften Versuch ein Anti-Glee zu sein auch jeder Charme und genau das auf der Strecke was Musicals oft ausmacht: Das Pathos, die große Geste, ironische übersteigerte Emotion, die Lebensfreude und Lust an der Musik.

Das hier ist Hangover und Bridesmaids mit Musik, die Choreographien wirken hingerotzt um bloss nicht wie Musical zu wirken. Die Songauswahl nimmt sich mit Glee nicht viel. Nur dass man statt der glatten Studioproduktion, die dort oft den Drive nimmt, hier das Gefühl hat die ersten Runden vom DSDS-Casting zu sehen. Dünne Stimmen und öde Arrangements die selbst für A Capella sehr mager klingen. Und wenn man nicht gerade Fat Amy Fan ist, die mit aller Gewalt als die coole Dicke inszeniert wird und im Endeffekt dieselbe Rolle ist die Rebel Wilson immer spielt, fällt es schwer in Pitch Perfect sympathische Figuren zu entdecken.

Die Darsteller der Uni-Freshman sind fast noch älter als bei Glee und größtenteils ohne eigenen Charakter über ihr Klischee hinaus. Die Story ist ziemlich Schema F – was okay ist, aber ohne entsprechende Inszenierung leider doch etwas öde bleibt. Für eine Satire auf Musikfilm-Klischees ist Pitch Perfect zu mutlos, für ein Musical zu schwunglos, für eine Komödie dann doch zu witzlos und letztlich bleibt die einzige Qualität diese “ich find Musicals auch scheisse”-Attitüde, mit der er sich beim Publikum anbiedert.

In : Review

About the author

Batzman (Oliver Lysiak)
Oliver “Batz” Lysiak studierte Mediensoziologie und arbeitete als Redakteur für NDR, RTL, Pro7, wo er lernte, dass “die Zuschauer Ironie nicht verstehen”. Seit 2006 betreibt er, zusammen mit vier anderen Cinemaniacs, das erfolgreiche Filmblog “Die Fünf Filmfreunde” und arbeitet als “Creative Director” und Filmjournalist bei Deutschlands größter Filmwebsite moviepilot.de. Er mag Wombats, Katzen und Leute die im Kino die Klappe halten und träumt davon, irgendwann von Stephen Fry adoptiert zu werden.

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  • ZheParadox

    Nach all der Kritik die du einstecken musstest (meist unbegründet) ist dies eine echt tolle Review!

    Habe den Film gestern Abend gesehen und kann mich nicht entsinnen wann ich Kino das letzte mal so sehr genossen habe.

    Daumen HOCH!

    Toller Film und so wie jeder am besten OV… Rein da!

  • burns

    Auf einen “erwachsenen Tarantino”, der zu einem eigenständigen Ton findet, ohne zum x-ten Male ein von ihm geliebten Genre metazurecyclen, warte ich schon länger und bin jetzt sehr gespannt.

    Für Musical bin ich jederzeit zu haben, weil auch selbst beruflich damit befasst, und hatte mich auf Pitch eigentlich schon ein bisschen gefreut. Die Rezension, Batz, ist aber doch sehr aussagekräftig, so dass ich mir den im Kino schenke, aber sicher aus Interessen mal auf DVD reinziehen werde.

    Danke für die zwei hilfreichen Kritiken, Batz.

  • Lomexx

    In Sachen Django bin ich 100 Prozent d’accord (schlimmer Ausdruck eigentlich) – Pitch Perfect fand ich dagegen überraschend sympathisch, spaßig und unterhaltsam, die Musiknummern teilweise gar mitreißend. Scheint dann wohl schwer Geschmackssache zu sein – soll heißen: ruhig mal einen Blick riskieren!

  • Vito

    Ich hatte ja wirklich schon alle Hoffnung aufgegeben und mir gedacht, dass da nach Death Proof und IB nur noch Müll kommt – aber offensichtlich (und wenn der Batz SOOOOO viele Sterne gibt ist sehr OFFENSICHTLICH) habe ich mich geirrt. Ich bin sehr gespannt. Nach meinem Umzug in die USA ist das dann auch meine erste Kinoerfahrung hier! Ich habe gehört, dass es hier richtig lustig werden kann im Kino ;-) Danke, Batzmann

  • http://www.ruben-grimm.de/ Ruben Grimm

    Naja zu Death Proof finde ich muss man immer sagen: Wir haben die eruopäische Version gesehen, die gut 30 Minuten länger ist, als die amerikanische Grindhouse-Fassung. Das der Film nicht 110 Minuten trägt ist ihm deutlich anzusehen. Er ist halt Homage-Kino.

    Aber ich will Tarantino gar nicht zu viel verteidigen. Es ist sein schlechtester Film.

    Die Abneigung gegen Inglourious Basterds und die Laurent/Brühl Passagen kann ich dagegen nicht teilen. Ich finde die hatten durchaus Charme und Humor und dass sie den Film bremsen, nunja so ist Tarantino. Er zieht an und bremst, er zieht an und bremst wieder. Das macht er seit den Reservoir Dogs-Tagen und ich liebe es ;)

    Bin jedenfalls mehr als gespannt auf Django. Karten für die OV sind reserviert und dadurch, dass ich mir im letzten Monat nochmal alle Tarantinos gegeben habe, habe ich ordentlich Bock bekommen.

  • http://www.ruben-grimm.de/ Ruben Grimm

    Naja zu Death Proof finde ich muss man immer sagen: Wir haben die eruopäische Version gesehen, die gut 30 Minuten länger ist, als die amerikanische Grindhouse-Fassung. Das der Film nicht 110 Minuten trägt ist ihm deutlich anzusehen. Er ist halt Homage-Kino.

    Aber ich will Tarantino gar nicht zu viel verteidigen. Es ist sein schlechtester Film.

    Die Abneigung gegen Inglourious Basterds und die Laurent/Brühl Passagen kann ich dagegen nicht teilen. Ich finde die hatten durchaus Charme und Humor und dass sie den Film bremsen, nunja so ist Tarantino. Er zieht an und bremst, er zieht an und bremst wieder. Das macht er seit den Reservoir Dogs-Tagen und ich liebe es ;)

    Bin jedenfalls mehr als gespannt auf Django. Karten für die OV sind reserviert und dadurch, dass ich mir im letzten Monat nochmal alle Tarantinos gegeben habe, habe ich ordentlich Bock bekommen.

  • http://www.ruben-grimm.de/ Ruben Grimm

    Naja zu Death Proof finde ich muss man immer sagen: Wir haben die eruopäische Version gesehen, die gut 30 Minuten länger ist, als die amerikanische Grindhouse-Fassung. Das der Film nicht 110 Minuten trägt ist ihm deutlich anzusehen. Er ist halt Homage-Kino.

    Aber ich will Tarantino gar nicht zu viel verteidigen. Es ist sein schlechtester Film.

    Die Abneigung gegen Inglourious Basterds und die Laurent/Brühl Passagen kann ich dagegen nicht teilen. Ich finde die hatten durchaus Charme und Humor und dass sie den Film bremsen, nunja so ist Tarantino. Er zieht an und bremst, er zieht an und bremst wieder. Das macht er seit den Reservoir Dogs-Tagen und ich liebe es ;)

    Bin jedenfalls mehr als gespannt auf Django. Karten für die OV sind reserviert und dadurch, dass ich mir im letzten Monat nochmal alle Tarantinos gegeben habe, habe ich ordentlich Bock bekommen.

  • Simon

    Finde diese Django-Review von Batman auch sehr gelungen. Keine “krawaillig gezwungen polarisierende und hysterisch selbstverliebte Show-Review”, sondern eine sehr unterhaltsame und frische Auseinandersetzung mit dem Film an sich. Auch wenn ich die Meinung von Batzman zu Death Proof nicht teilen kann. In dieser Form kann ich sie aber respektieren.

  • Martin Sane

    So isses Batz! Skurrile Charaktäre, witzige Dialoge und ein cooler Plot gewürzt mit WTF?-Momenten und brutaler Gewalt (zur brutalen Gewalt hab ich gehört dass der Film wegen negativem Feedback beim Prescreening nachträglich gecuttet wurde. Die Augenszene beim Ringkampf beispielsweise). Sam Jackson hätte meiner Meinung nach ebenfalls eine Oscar-Nominierung verdient. Wie er sich darüber aufregt wie Django mit seinem Herrn spicht und gleichzeitig Bedrohlichkeit ausstrahlt ist hervorragend. Foxx hat vielleicht tatsächlich ein zu softes Stimmchen um ein badassMoFo zu sein aber wenn man auf “I’m counting 6 bullets, Nigger” “I’m counting 2 guns, Nigger” antworten darf wird aus jedem ein würdiger Django. Die Dialoge sind einfach großartig und endlich wieder so wie man es bis Kill Bill gemocht hat.
    An das Wort Nigger sollte man sich allerdings schnell gewöhnen. Es fällt das eine oder andere Mal.

  • http://www.facebook.com/Batzman Oliver Lysiak

    Meint: Wenn ich deiner Meinung bin ist es ein gutes Review, wenn nicht ist es ein “Show Review”. Ahja. Figures ^^

  • .fringer

    Ich habe DJANGO oder auch liebevoll die “Christoph-Waltz-Show” genannt, gestern gesehen und bin total überwältigt. Das ganze Kino hat gefeiert. Eine tolle Stimmung. Der KuKluxKlan wurde richtig schön demontiert, herrlich. Die 165min vergingen wie im Flug. Tarantino hat es echt wieder geschafft. Da können sich manche sogenannte selbstverliebte “Blockbuster” mal eine verdammte Scheibe abscheiden. CGI-Action-Hirn-Fick ist eben nicht alles. Ich werde mir den Film noch mal ansehen, dann aber mit einem Klickzähler, bin echt gespannt auf welche Anzahl das Wörtchen “Nigger” in dem Film kommt :)

    mfg.
    .fringer

  • ZheParadox

    mir gefällt Batman :D

  • Pingback: Gesammelte Links 10 | nicolasheinzelmann.com

  • Lohokla

    Erstaunlich das allen “Filmkritiker” und “Experten” wohl ein anderer Film gezeigt wurde als mir.

    Django ist ein netter Mainstreamklumpen geworden.

    Gemessen an der Erwartungshaltung den man an diesen Film haben konnte,
    kann ich jedoch guten Gewissens sagen Tarantino hat versagt.

    Er verfehlt nicht nur alle seine Vorbilder, nein er kumuliert sie nicht mal Tarantino typisch zu seinem eigenen Genre.

    Das Alleinstellungsmerkmal der Sklaverei verhunzt Tarantino durch seine Banalisierung der Gewalt als Unterhaltungsfaktor.

    Jedem versierte Kenner der Werke von Leone, Corbucci und Barboni wird zudem auffallen, dass alle Nebenrollen blass und unbedeutend bleiben.
    5 Sekunden Screentime für einen unbekannten Schauspieler reichten in einem ihrer Werke aus um mehr Profil zu bekommen als es Tarantino zb. für Walton Goggins schafft.

    Dies ist besonders bedenklich, da er selbiges mit zich deutschen Schauspielern in den Basterds schaffte.

    Fraglich bleibt zudem auch warum er Dicaprio 5 Minuten nach der Einführung als menschenverachtenden Sklavenhalter wieder komplett von Samuel L Jackson demontieren lässt.

    So fällt auch auf das die Charakterentwicklung von Dr. King Schultz bzw. seine moralische Einstellung über den Film hinweg nicht konsistent ist.
    Auf der einen Seite soll er der eiskalt kaklurierende Kopfgeldjäger sein der einen vom Business erzählt als Django Skrupel hat einen gesuchten vor den Augen seines kleinen Sohnes zu erschießen. Auf der anderen Seite soll er
    plötzlich so ein moralisches Übertier sein das er sich Opfert nur um Calvin Candy zu erschießen, einen von tausenden Sklavenhaltern im Süden.

    Ich könnte noch jede Menge andere Inhalte aufzeigen und darlegen, vermutlich sind jedoch eh schon zu viele auf den Hype aufgesprungen, als das sie sich ernsthaft mit dem Film auseinandersetzen können.

    Es ist sehr interessant wie viele angebliche Filmexperten Django über das Niveau eines guten Mainstreamfilms hinnaus loben.

    Das trotz offensichtlichen Versagen und Fehlern hinsichtlich
    Umsetzung, Story – aufbau und -Inhalt.

  • Simon

    @Oliver aka Batzman aka Batman ;->: Falsch gedacht. Eine gute oder schlechte Review hängt bei mir nicht davon ab, ob ich die gleiche Meinung über den Film habe wie der Kritiker/ Autor. Ich fand halt persönlich Deine letzten Reviews zu krawallig und bemüht…und dies lag eher am Stil. Diese hier finde ich einfach sehr unterhaltend und frisch. War ein Kompliment!

  • schango

    “I’m counting 166 min. of screen time, nigger!” und keine Figur hat sich auch nur annähernd innerlich verändert – alles also bloßes langatmiges Western-Action-Filmchen mit Drehbuch-Golden-Globe (Hi,hi!)

  • evilnerd

    brownnose…Batze, der sehr wohl ein Mann der Inszenierungen ist (mal mit mal ohne Lippgloss), hat halt den Hang zur Selbstdarstellung. Aber hier isser mal top.

  • P.M.

    Ich finde die Charakterentwicklung von ihm schon ziemlich konsistent. Schultz kommt aus Europa in die Staaten und bringt daher auch einen gewissen Moralkodex mit, der ihm in den Staaten irgendwie abhanden kommt. Im Saloon am Anfang reflektiert er das ein wenig, wenn er sagt, daß er ja eigentlich mit der Sklaverei Probleme hat, aber das Geschäft… Im Laufe des Films wird diese Moral in ihm wieder zum Leben erweckt. Zum einen natürlich durch das Vater/Sohn-Verhältnis mit Django, die Liebe Djangos zu Brunhilde, die Geschichte der Brunhilde als gewissermaßen Deutsche und schließlich die Nicht-Identifikation mit der weißen Sklavenhaltergesellschaft, die ihm mit Beethoven ebenfalls ein Identifikationsangebot unterbreitet. Schultz erkennt auf der Farm, die ja nicht einfach irgendeine Sklavenfarm unter Tausenden ist, sondern *die* Sklavenfarm schlechthin, daß all sein zynisches Getue als Kopfgeldjäger keinen (romantischen) Wert hat, erinnert sich an die romantisch-ideellen höheren Werte des Lebens und findet seine Erfüllung darin, den Sklavenhalter zu erschießen.

  • P.M.

    Ich finde die Charakterentwicklung von ihm schon ziemlich konsistent. Schultz kommt aus Europa in die Staaten und bringt daher auch einen gewissen Moralkodex mit, der ihm in den Staaten irgendwie abhanden kommt. Im Saloon am Anfang reflektiert er das ein wenig, wenn er sagt, daß er ja eigentlich mit der Sklaverei Probleme hat, aber das Geschäft… Im Laufe des Films wird diese Moral in ihm wieder zum Leben erweckt. Zum einen natürlich durch das Vater/Sohn-Verhältnis mit Django, die Liebe Djangos zu Brunhilde, die Geschichte der Brunhilde als gewissermaßen Deutsche und schließlich die Nicht-Identifikation mit der weißen Sklavenhaltergesellschaft, die ihm mit Beethoven ebenfalls ein Identifikationsangebot unterbreitet. Schultz erkennt auf der Farm, die ja nicht einfach irgendeine Sklavenfarm unter Tausenden ist, sondern *die* Sklavenfarm schlechthin, daß all sein zynisches Getue als Kopfgeldjäger keinen (romantischen) Wert hat, erinnert sich an die romantisch-ideellen höheren Werte des Lebens und findet seine Erfüllung darin, den Sklavenhalter zu erschießen.

  • P.M.

    Ich finde die Charakterentwicklung von ihm schon ziemlich konsistent. Schultz kommt aus Europa in die Staaten und bringt daher auch einen gewissen Moralkodex mit, der ihm in den Staaten irgendwie abhanden kommt. Im Saloon am Anfang reflektiert er das ein wenig, wenn er sagt, daß er ja eigentlich mit der Sklaverei Probleme hat, aber das Geschäft… Im Laufe des Films wird diese Moral in ihm wieder zum Leben erweckt. Zum einen natürlich durch das Vater/Sohn-Verhältnis mit Django, die Liebe Djangos zu Brunhilde, die Geschichte der Brunhilde als gewissermaßen Deutsche und schließlich die Nicht-Identifikation mit der weißen Sklavenhaltergesellschaft, die ihm mit Beethoven ebenfalls ein Identifikationsangebot unterbreitet. Schultz erkennt auf der Farm, die ja nicht einfach irgendeine Sklavenfarm unter Tausenden ist, sondern *die* Sklavenfarm schlechthin, daß all sein zynisches Getue als Kopfgeldjäger keinen (romantischen) Wert hat, erinnert sich an die romantisch-ideellen höheren Werte des Lebens und findet seine Erfüllung darin, den Sklavenhalter zu erschießen.

  • P.M.

    Ich finde die Charakterentwicklung von ihm schon ziemlich konsistent. Schultz kommt aus Europa in die Staaten und bringt daher auch einen gewissen Moralkodex mit, der ihm in den Staaten irgendwie abhanden kommt. Im Saloon am Anfang reflektiert er das ein wenig, wenn er sagt, daß er ja eigentlich mit der Sklaverei Probleme hat, aber das Geschäft… Im Laufe des Films wird diese Moral in ihm wieder zum Leben erweckt. Zum einen natürlich durch das Vater/Sohn-Verhältnis mit Django, die Liebe Djangos zu Brunhilde, die Geschichte der Brunhilde als gewissermaßen Deutsche und schließlich die Nicht-Identifikation mit der weißen Sklavenhaltergesellschaft, die ihm mit Beethoven ebenfalls ein Identifikationsangebot unterbreitet. Schultz erkennt auf der Farm, die ja nicht einfach irgendeine Sklavenfarm unter Tausenden ist, sondern *die* Sklavenfarm schlechthin, daß all sein zynisches Getue als Kopfgeldjäger keinen (romantischen) Wert hat, erinnert sich an die romantisch-ideellen höheren Werte des Lebens und findet seine Erfüllung darin, den Sklavenhalter zu erschießen.

  • .fringer

    Bei allem Respekt für deine Meinung und deine Ausführungen warum Tarantino in deinen Augen “versagt” hat, hast du eine Sache, meiner Meinung, nicht bedacht. Und zwar den Fun-Faktor oder auch den Unterhaltungs-Faktor. Klar, kann man alles auf die Goldwaage legen, den Film in seine kleinsten Bestandteile zerlegen und dadurch seine Schwächen herauskristalisieren, muss man aber nicht. Ich für meinen Teil hatte wirklich seit langer Zeit mal wieder richtig Spaß im Kino. Mir wurde nicht versucht eine hochkomplexe aber letztendlich belanglose Geschichte zu erklären oder eine 1:1 Vorlage von einem Schundroman in Bildern zu zeigen. Tarantino hat den Stoff auf seine Weise interpretiert, wie er es jeher schon immer macht. Das macht seine Filme auch so anders und das ist die Unterhaltung von der ich spreche. Die 165min gingen trotz einiger lange Szenen richtig gut ins Land. Andere Filme wie beispielsweise das total gekünstelte “Die Tribute von Panem”, der ganze Twilight Mumpitz oder auch dieses Möchtegern Action-Märchen “Snow White & The Huntsman” haben sich hingegen sooo ewig hingezogen, das ich schon immer auf die Uhr geschaut habe wann denn der Quatsch endlich vorbei wäre… diese Filme werde ich mir auch persönlich nie wieder in meinem Leben ansehen.

    Tarantinos Filme sind nicht perfekt und natürlich auch Geschmackssache, aber er ist wenigstens ehrlich und das macht eben Spaß.

    mfg.
    .fringer

  • burns

    Dieses “angebliche Filmexperten” nervt und lässt v.a. Dich selbst als einigermaßen arrogant dastehen. Es ist ja völlig okay, was Du schreibst und begründest, das hat ja Hand und Fuß. Andere setzen in der Bewertung andere Schwerpunkte und sehen daher die Dinge anders. Denen deswegen ein – wenn von diesen überhaupt selbst propagiertes – “Expertentum” abzusprechen, ist dann doch ein ziemlich snobistischer Zug: Anderen was anzudichten, was sie selber nie in Anspruch genommen haben, um es ihnen dann großspurog abzusprechen… Nne. Das’ ja mal nich’ gut.

  • OnkelNiko

    Na spitze, und das gibt Dir das Recht, gleich mal im ersten Kommentar zu spoilern oder was? Idiot.

  • Arckanum

    Ich habe anscheinend auch einen anderen Film gesehen als die meisten hier. Ausser einer ansprechenden Eröffnungssequenz und zwei Dynamit Explosionen ist bei mir nichts hängen geblieben. Die vier (oder waren es fünf?) Shootouts waren langweilig und ein müder Versuch das überlange Werk über die Zeit zu retten. Die einzelnen Segmente des Films wirken fast wahllos zusammen getackert so als ob man sie beliebig gegeneinander austauschen könnte. Ich bin schwer enttäuscht.

  • http://twitter.com/TheSchmah Emanon

    Mir fällt grad auf, dass Dr. King Schultz in Django Unchained gar nicht das deutsche Nibelungenlied erzählt, wie oft behauptet wird. Er erzählt Wagners “Ring des Nibelungen”, was aber nur eine schlechte Umdichtung des Sigurdliedes aus der isländischen Edda ist und nichts mit dem deutschen Siegfried von Xanten zu tun hat.
    In der Edda befreit Sigurd Brynhild. Im Nibelungenlied holt Siegfried Brünhild für seinen König Gunther. Er selbst bekommt Krimhild.
    Dass Siegfried gegen den Drachen kämpft und Brünhild befreit und bekommt, stammt so nur von Wagner.
    Allerdings war Wagners Uraufführung dieses Stücks 1876 und Django Unchained spielt 1858. Dr. King Schultz konnte diese Story so also gar nicht kennen.
    Ich muss sagen, dass ich jetzt ein bisschen enttäuscht von Tarantino bin – aber daher gibt’s für den Film auch nur 9.5/10.

  • http://twitter.com/TheSchmah Emanon

    Mir fällt grad auf, dass Dr. King Schultz in Django Unchained gar nicht das deutsche Nibelungenlied erzählt, wie oft behauptet wird. Er erzählt Wagners “Ring des Nibelungen”, was aber nur eine schlechte Umdichtung des Sigurdliedes aus der isländischen Edda ist und nichts mit dem deutschen Siegfried von Xanten zu tun hat.
    In der Edda befreit Sigurd Brynhild. Im Nibelungenlied holt Siegfried Brünhild für seinen König Gunther. Er selbst bekommt Krimhild.
    Dass Siegfried gegen den Drachen kämpft und Brünhild befreit und bekommt, stammt so nur von Wagner.
    Allerdings war Wagners Uraufführung dieses Stücks 1876 und Django Unchained spielt 1858. Dr. King Schultz konnte diese Story so also gar nicht kennen.

  • http://twitter.com/TheSchmah Emanon

    Mir fällt grad auf, dass Dr. King Schultz in Django Unchained gar nicht das deutsche Nibelungenlied erzählt, wie oft behauptet wird. Er erzählt Wagners “Ring des Nibelungen”, was aber nur eine schlechte Umdichtung des Sigurdliedes aus der isländischen Edda ist und nichts mit dem deutschen Siegfried von Xanten zu tun hat.
    In der Edda befreit Sigurd Brynhild. Im Nibelungenlied holt Siegfried Brünhild für seinen König Gunther. Er selbst bekommt Krimhild.
    Dass Siegfried gegen den Drachen kämpft und Brünhild befreit und bekommt, stammt so nur von Wagner.
    Allerdings war Wagners Uraufführung dieses Stücks 1876 und Django Unchained spielt 1858. Dr. King Schultz konnte diese Story so also gar nicht kennen.

  • Samson

    interessante beobachtung!

  • SIC

    Django…
    Was soll die Dressur-Nummer zum Schluß?!
    Tarantino weigert sich Nigger zu sagen?! (den ganzen Film hörte man nur Nigger hier Nigger da und bei ihm hieß er Schwarzer oder Blacky?! Angst vor Imageschaden?)

  • SIC

    Django…
    Was soll die Dressur-Nummer zum Schluß?!
    Tarantino weigert sich Nigger zu sagen?! (den ganzen Film hörte man nur Nigger hier Nigger da und bei ihm hieß er Schwarzer oder Blacky?! Angst vor Imageschaden?)

  • SIC

    Django…
    Was soll die Dressur-Nummer zum Schluß?!
    Tarantino weigert sich Nigger zu sagen?! (den ganzen Film hörte man nur Nigger hier Nigger da und bei ihm hieß er Schwarzer oder Blacky?! Angst vor Imageschaden?)

  • SIC

    Django…
    Was soll die Dressur-Nummer zum Schluß?!
    Tarantino weigert sich Nigger zu sagen?! (den ganzen Film hörte man nur Nigger hier Nigger da und bei ihm hieß er Schwarzer oder Blacky?! Angst vor Imageschaden?)

  • Binding

    Ich bin schon seit “Reservoir Dogs” ein Riesenfan von Tarantino, war jetzt aber von “Django Unchained” ebenfalls schwer enttäuscht. Natürlich ist es ein sehr guter Film, der die meisten anderen Produktionen im Kino meilenweit überragt – schließlich ist es ja ein Tarantino. ABER: Abgesehen vom Western- und Sklaverei-Thema an sich wiederholt sich Tarantino diesmal einfach nur. Und auch wenn ich Christoph Waltz liebe und er erneut einfach nur göttlich war, trifft das leider auch auf ihn zu, denn er zeigt in gewisser Weise nur eine Variante von seiner Landa-Darstellung aus “Inglourious Basterds”. Und wenn wir schon bei diesem Film sind – den ich stattdessen für ein wahres Meisterwerk halte: Dort wird sowohl das Rache-Prinzip für eine Menschengruppe vorweggenommen als auch die Hommage an die Italo-Western (denn die erste Sequenz in der französischen Bauernhütte war eine geniale Verneigung vor Sergio Leone). Wenn man dann noch berücksichtigt, dass “Django Unchained” wirklich enorme Längen hat und so gut wie gar nichts über die Vorgeschichte seiner beiden Hauptdarsteller erzählt (was sie leider ziemlich schnurz erscheinen lässt), kann ich zu keiner allzu positiven Wertung kommen. Mit der Sequenz, in der Tarantino selbst mitspielt, hat er sich meiner Meinung nach übrigens trotz Selbstironie auch nicht gerade was Gutes getan.

  • name

    Oder er setzt damit noch einen drauf. An “Nigger” hat man sich ja schon gewöhnt zu diesem Zeitpunkt im Film. Da kommt “Blacky” mal wieder schön beleidigend daher, oder?

  • name

    Oder er setzt damit noch einen drauf. An “Nigger” hat man sich ja schon gewöhnt zu diesem Zeitpunkt im Film. Da kommt “Blacky” mal wieder schön beleidigend daher, oder?

  • Elso

    … deutsche Dichtung des Mittelalters um 1200. Keine Erfindung von Richard Wagner :-)

Fünf Facefreunde
Fünf Filmtumblr
  • 70 Filme in 10 Minuten gesweded

    70 Filme in 10 Minuten gesweded

    Neben meinem Hauptjob hier bei den Filmfreunden, hab ich ja noch ein paar kleine Nebenbeschäftigungen. Bei den Short Cuts, die ich für YouTube mache (und die manchmal hier auftauchen), kam neulich eine Automarke zu uns und sagte: “Hey, wir wollen was cooles über “Inspiration” machen. Und da haben wir an euch gedacht. Fällt euch was ein?”

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