Warum es so viele Scheissfilme gibt – Soderberghs State of the Cinema-Rant

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Auf dem San Francisco Film Festival hat sich Steven Soderbergh mal den gesammelten Frust von der Seele geranted und dabei eine Bestandsaufnahme des derzeitigen Studio-Systems und des US-Kinos im Allgemeinen vorgenommen. Vieles klingt sehr plausibel, erhellend und bestätigt was man als Filmjournalist selbst so am Rande mitbekommt. Besonders interessant ist seine Erklärung warum es für Studios uninteressant ist, einen kleinen Film für 10 Mio$ in die Kinos zu bringen, wenn es im Marketing genausoviel kostet wie einen Tentpole-Movie für 150 Mio$.

Hier gebt es zum vollständigen Text seiner Rede. Im Video seht ihr einige Ausschnitte mit den wichtigsten Aussagen, die das Film Festival eigentlich nur zu Dokumentationszwecken anfertigen ließ. Nach dem Riesenecho den Soderberghs Rede entschlossen sie sich es zu veröffentlichen.

“Speaking of meetings, the meetings have gotten pretty weird. There are fewer and fewer executives who are in the business because they love movies. There are fewer and fewer executives that know movies. So it can become a very strange situation. I mean, I know how to drive a car, but I wouldn’t presume to sit in a meeting with an engineer and tell him how to build one, and that’s kind of what you feel like when you’re in these meetings. You’ve got people who don’t know movies and don’t watch movies for pleasure deciding what movie you’re going to be allowed to make. That’s one reason studio movies aren’t better than they are, and that’s one reason that cinema, as I’m defining it, is shrinking.”

[via: Indywire]

In : News

About the author

Batzman (Oliver Lysiak)
Oliver “Batz” Lysiak studierte Mediensoziologie und arbeitete als Redakteur für NDR, RTL, Pro7, wo er lernte, dass “die Zuschauer Ironie nicht verstehen”. Seit 2006 betreibt er, zusammen mit vier anderen Cinemaniacs, das erfolgreiche Filmblog “Die Fünf Filmfreunde” und arbeitet als “Creative Director” und Filmjournalist bei Deutschlands größter Filmwebsite moviepilot.de. Er mag Wombats, Katzen und Leute die im Kino die Klappe halten und träumt davon, irgendwann von Stephen Fry adoptiert zu werden.

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  • http://www.trancefish.de/ Marc Shake

    Ich mag Soderbergh’s (gehört das Apostroph hier hin?) Aussagen aber leider ist das das übliche Geheule von Kreativen über die böse, fiesen Exceltabellenauskenner. Das hast du doch heute überall. Personal in Firmen wird als Humankapital bezeichnet, in der Musikindustrie gibt’s einen Hype nach dem anderen und Acts mit Bestand werden wegrationalisiert.

  • http://www.facebook.com/Batzman Oliver Lysiak

    In der Filmindustrie waren über viele Jahre halt Leute die Filme mochten am Ruder. Nicht immer fähige Leute und oft auch Egomanen, aber eben doch Leute deren Leidenschaft Film war. Das ist in den 90ern und Noughties leider immer mehr erodiert und heutzutage hat man schon als Filmjournalist wenn man mit den Studio-Leuten oft das Gefühl, dass sich keine Sau für die eigenen Filme interessiert.

  • disqus_lHjgUUJHOE

    Kino ist keine Kunstform mehr, Kino ist ein Anlagemodell mit Redite. Um hierbei erfolgreich zu sein ist Marketing wichtiger als der Inhalt des Films. Deswegen gibt es Trailer für das Massenpublikum und Franchise, sowie große Namen was die Schauspieler angeht.

  • Guest

    Der Filmindustrie geht es da ja nicht anders als der Wirtschaft.
    Eine Horde emsiger Optimierer haben sich da ein paar Gedanken gemacht und dann kann es losgehen.
    Lustigerweise funktioniert das Wegrationalisieren bei einer Filmproduktion genau umgekehrt:
    Statt einem Drehbuchautoren werden 37 menschliche Ideenböller auf die Umsetzung der Geschichte angesetzt.
    Das vielversprechende junge Talent gegen den prestigeträchtigen schauspielenden Multimilliarden-Dollar-Act und statt Herzblut muss ganz viel CGI in das Filmchen. Das kostet zwar immer mehr wird dafür aber auch viel, viel mehr mehr einbringen. Pump it up. Pump it up. Es gibt noch viele Blasen die wir noch zum platzen bringen können. Notfalls die Seifenblase von einem traumhaft schönen Kino längst vergangener Tage.

  • Dr.Strangelove

    Man muss sich nur mal die Filme der 90er Jahre anschauen und diese mit den Filmen der letzten 6, 7 Jahre vergleichen.
    Comicfilme: Spiderman, X-men, Iron Man, Avengers, usw… Teil 1, 2, 3, 4 … dann Hangover 1, 2, 3, Disney/Pixar Märchenfilme. King Kong 3D. (Classiker neu aufgelegt). Zauberer von Oz. Harry Potter, Vampier Zauber Filme.
    (Eben der ganze Fantasy scheiß wo sich die breite Masse drin wieder finden kann.. weswegen auch Spiele wie World of Warcraft so erfolgreich wurden)

    Der größte Rotz: Guy Richy dreht Sherlock Holmes als Actionfilm und J.J. Abrams dreht Star Trek als Actionfilm.

    Ich rede jetzt nur über Hollywood. Natürlich gibt es Ausnahmen und es gibt nacht wie vor tolles Kino. Aber vor 10, 15 Jahren war das noch ein wenig anders. (zumindest was Hollywood angeht. Oder? Dazu muss man sich einfach nur die Filme aus der Zeit anschauen und wird merken das es bergab geht)

  • genervt

    War das nicht damals in den 70ern so, als George Lucas mit seinem innovativen Star Wars die böse, schwerfällige Studiolandschaft auf den Kopf gestellt hat?

  • Dr.Strangelove

    Möchte auch anmerken das die Kickstarter Aktion von Zach Braff ganz okay ist. Das gebashe gegen Ihn (Millionär dank Scrubs der betteln geht um dann doch nur Mainstraim Kino abzuliefern) ist Bullshit.
    Es spielt keine Rolle ob Zack dann eben doch ein Happy-End einbaut (wie Hollywood ach). Die Produzenten ändern ja gerne das halbe Drehbuch. Und Zacks Film kostet bestimmt mehr als 2 Millionen. Schätze mal eher so 10 bis 20 Millionen. Und Zack wird genug von seinem eigenen Geld in den Film stecken.
    Und alle die mecken das Kickstarter nicht DAFÜR gemacht sei. Pfff. Aber es funktioniert. Zach ist nicht der erste “Star” der darüber an Geld kommt. Kickstarter kann eben so genutzt werden also wird es eben auf die Art (auch) genutzt. Wenn es möglich ist, wird es eben gemacht. Klar. Funktioniert nur wenn man einen Namen hat. Aber ist doch schon gut das so was überhaupt funktioniert…. und ich finde es schön wenn man sich durch die 2 Millionen ein wenig vom System frei kaufen kann.

  • tobi

    Er hat ja nicht unrecht. Aber das sagt jemand der selber oft Teil des Studiosystems – siehe Ocean’s Eleven – war & stets mit Hollywood-Darstellern zusammen arbeitet. Vielleicht sollte Soderbergh selbst mal eine John-Cassavetes-Biographie in die Hand nehmen & sehen das Filme auch außerhalb des Studiokomplexes entstehen können. Ist vielleicht anstregender, dafür hat man aber mehr Freiheiten & den Endschnitt sicher.

  • tobi

    Nur weil es überall so ist, heißt es nicht gleich, dass es auch gut ist.

  • Elliot

    Is ja nix neues, er nennt ja auch schon Lösungsansätze (Filme selber Verleihen). Trotzdem wird immer von höchster Stelle nur gemeckert statt gehandelt. Sollen die ganzen Meckerzausel doch einfach ein neues “United Artists” gründen. Die Kohle sollte doch bei denen irgendwie zusammen kommen.

  • http://www.trancefish.de/ Marc Shake

    Das habe ich ja auch nie gesagt. ;)

  • JOXX

    ich sag nur

    Haywire
    Magic Mike
    Mr. Soderbergh !

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