Reviews: Evil Dead, Epic (Review)

3

Evil Dead – USA 2013
★★½☆☆

Junge Leute, Waldhütte, Dämonen, oh my.

Another month, another remake. Doch seien wir fair: Evil Dead gibt sich mehr Mühe als die meisten seelenlosen Cash-Ins die uns aus dem House Platinum Dunes entgegenschwappten. Was wohl auch daran liegt, dass hier die Macher des Originals dem neuen Regisseur Fede Alvarez als Produzenten direkt über die Schulter guckten.

Die Besetzung ist gutes Mittelmaß, niemand der im Gedächnis bleibt, aber auch niemand der als Totalausfall nervt. Wenn sie ein Problem haben, dann das sie unterfordert werden und einfach zu blaß bleiben – was besonders für den sonst ganz überzeugenden Lou Taylor Pucci gilt, der als dusseliger Science-Geek wohl die doofste Figur des Film spielen muß.

Und eines muß man Alaverez lassen, er liefert wohl die blutigsten Splatterszenen eines Mainstream-Horrorfilms in den letzten Jahren ab, der locker mit den Abscheulichkeiten der Saw-Serie mithalten kann. Das alles als überzeugende Old-Fashioned-Make-Up-Effekte ohne viel digitalen Schnick-Schnack. Ob Nadeln, Nägel, Äxte, Messer oder Kettensäger – was immer geeignet ist den Körper durch neu geschaffene Körperöffnungen zu penetrieren kommt hier genüßlich zum Einsatz.

Und im Grunde ist auch der Twist, dass die Twentysomethings nicht zum Feiern sondern um den Drogenentzug ihrer Freundin zu begleiten ins Waldhäuschen gehen eine schicke Idee. Aus der leider nicht im Ansatz das herausgeholt was sie an Potential birgt. Denn was hätte man alles aus der Gleichsetzung von Drogenentzug/Besessenheit machen können, wieviele Möglichkeiten bietet diese Idee – bis hin zu etwas radikalem, wie das es gar keine paranormalen Wesen gibt und alles nur aus Sicht der Süchtigen gezeigt wurde.

Stattdessen bleibt der Film leider sehr Überraschungsfrei, stellt brav die ikonischen Szenen des Originals nach und ist insgesamt zu phantasiearm um irgendwas neues, originelles zu machen. Außer dem festen Vorsatz jede Form von Humor zu meiden (und ja auch Teil 1 von The Evil Dead arbeitete mit skurrilen, schwarzhumorigen, surrealen Momenten) gibts keine Vision, keine Idee die Alvarez zur abgedroschenen Story hinzuzufügen hätte. Aber es war eben nicht die Geschichte, die Tanz der Teufel damals interessant machte, sondern die Inszenierung.

Und da waren Raimis Dutch-Angles, sein langsamer Spannungsaufbau, sein wunderbares Sound-Design und die überbordende Surrealität einfach um einiges mitreißender als Alvarez der einem zwar mit dem nackten Gekröse ins Gesicht springt, aber dem bis auf ein paar überflüssige J-Horror-Momente (die auch eher Spannung wegnehmen als erzeugen) und dem ebenso überflüssigen Prolog nichts zu der ganzen Story einfällt.

SLIGHT SPOILERS AHEAD

Es fühlt sich weird an, ein Jahr nach Cabin in the Woods einen Film zu sehen der so brav alle Tropen des Genres abkaspert ohne auch nur den Versuch zu unternehmen etwas neues zu wagen. Hier wird absolut unironisch und als hätten 30 Jahre Horrofilm nicht stattgefunden Figuren präsentiert die dümmer sind als Ashs Freunde aus dem Original. Egal wie deutlich ihnen gesagt wird: LEST DAS VERFICKTE BUCH NICHT, sie machen es.

EVIL DEAD ist trotz des ganzen Gores leider kein Stück gruselig. Die Demon-Cam wird eher pflichtschuldig abgefrühstückt, erzeugt aber genau wie die Tree-Rape-Szene keinerlei Atmosphäre. Schockeffekte sind rar, Alvarez setzt auf Ekel – der zugegeben oft auch funktioniert, wenn sich Nadeln ins Gesicht Bohren, Arme amputiert werden und Nägel Hände durchschlagen. Auf der Strecke bleibt die Ambivalenz, der Grusel und der Spaß durch die verschlagenen Dämonen der Join us hier nie wirkliche Mission ist.

Und der Twist am Ende tatsächlich wieder ein Final Girl statt einen “Ash”-Charakter überleben zu lassen fühlt sich dann leider auch eher als Rückschritt, denn als Emanzipationsversuch an. Ein Typ als Final Girl ist auch heute noch die Ausnahme – ein Mädchen – not so much. Und wenn nach dem Abspann Bruce kurz sein “groovy!” aufsagen darf, dann ist das weniger cool als Erinnerung an einen besseren Film.
THE EVIL DEAD wird ein Kultfilm bleiben. EVIL DEAD ist ein passabler Splatter für die Masse die nach Saw ihren Blutfix braucht – aber erinnern wird sich an ihn in 30 Jahren wohl niemand mehr.

Epic – USA 2013
★★★½☆

Unbemerkt von fast allen Menschen tobt im Wald ein Krieg zwischen den Leaf-Men, winzigen Waldmenschen und den bösen Borkenkäfern deren König den Wald verkarsten will und nichtmal davor zurückschreckt die Königin des Waldes zu ermorden. Durch Zufall wird ein junges Mädchen in den Kampf verwickelt und muß, selbst auf Käfergröße geschrumpft um ihr Leben und das eines Saatkorns fürchten, an dem das Wohl des gesamten Waldes hängt.

Epic ist tatsächlich eine positive Überraschung gewesen. Nach einem bemerkenswert grauenhaften Trailer, der den Film aussehen lässt wie eine krude Mixtur aus Ferngully und Arthur und die Minimoys, präsentiert sich Epic dann doch als sympathische, wenn auch recht überraschungsfreie Wald-Fantasy mit bemerkenswert hohem Bodycount. Denn hier wird tatsächlich gestorben, hier geht es um Leben und Tod, wenn die Leaf-Men gleich im Intro schon die gegnerischen Borkenkäfer Soldaten von ihren Flugmäusen schubsen und die brutal an Windschutzscheiben zersplattern. Für einen Film der frei ab sechs Jahren ist, ist das doch ganz ordentlich. Es macht deutlich, dass etwas auf dem Spiel steht, wenn die sympathische Hauptdfigur MK zusammen mit dem von Collin Farrel gesprochenen Krieger-Ronan aufbricht um den gesegneten Saatkorn zu beschützen. Selbst Josh Hutchersons Nod-Figur und die beiden Kalauer-Schnecken sind im Grunde ganz sympathisch und touchieren die Grenzen des nervigen Sidekick zwar leicht, kriegen aber immer wieder die Kurve um letztlich doch liebenswert zu sein. Etwas blaß bleibt Christoph Waltz als Oberborkenkäfer, der seine Aufgabe als Bösewicht zwar so einigermaßen erfüllt, aber nie zum überlebensgroßen Superschurken wird den der Film bräuchte um die Bedrohung wirklich spannend zu machen.

So macht es zwar Spaß zu sehen wie die zusammengewürfelte Truppe aus Menschenmädchen, Schnecken und Leaf-Men auf Expedition geht, aber ihr Erfolg und Überleben steht nie in Frage und die Lovestory zwischen Nod und MK (und der Nacktschnecke und MK – eeeeeww) bleibt auch ohne echte Chemie.

Dafür bekommen die Zuschauer schöne digitale Naturbilder, prächtige Landschaften in angenehmen 3D und viele rasante Actionszenen und mehr oder minder subtile Gags. Kein großer Film für die Ewigkeit, aber solide Familienunterhaltung – und verglichen mit der anstrengenden Hysterie die zuletzt Die Croods verbreiteten, ist Epic geradezu ein wohltuend stimmungsvoller Film, dessen Action Spaß macht statt auszulaugen.

In : News

About the author

Batzman (Oliver Lysiak)
Oliver “Batz” Lysiak studierte Mediensoziologie und arbeitete als Redakteur für NDR, RTL, Pro7, wo er lernte, dass “die Zuschauer Ironie nicht verstehen”. Seit 2006 betreibt er, zusammen mit vier anderen Cinemaniacs, das erfolgreiche Filmblog “Die Fünf Filmfreunde” und arbeitet als “Creative Director” und Filmjournalist bei Deutschlands größter Filmwebsite moviepilot.de. Er mag Wombats, Katzen und Leute die im Kino die Klappe halten und träumt davon, irgendwann von Stephen Fry adoptiert zu werden.

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