After Earth (Review)

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afterearth

After Earth – USA 2013
★★☆☆☆

Will Smith und sein Sohn stürzen auf der verwilderten Erde mit ihrem Raumschiff ab. Hilarity ensues.

Eins vorweg: Ja der Film hat sehr starke Scientology-Anklänge auch über die Tagline “Fear is a choice” hinausgehend. Aber es wäre zu einfach ihn nur deswegen zu verurteilen, weil Will Smith und seine Frau die das ganze produzieren, konzipieren und orchestrieren anscheinend der Psychosekte doch näher stehen, als sie es öffentlich gerne zugeben. Und auch das Smith und Sohn sehr bizarre Interviews geben, die die Frage stellen, von welchem Planeten sie beide stammen soll nicht der Grunde der Verurteilung sein. Auch das die letzten Filme des Gun-for-Hire Regisseurs M. Night Shyamalan grauenhaft waren spielt keine Rolle, denn auch wenn er am Drehbuch dieses Debakels mitgeschrieben hat (zusammen mit dem Typen der Book of Eli verbrochen hat), geht es nicht darum den Ruf des Regisseurs zur Vorverurteilung heranzuziehen.

Nein After Earth ist einfach nur ein schlechter SciFi-Film, dessen gute Momente sich an den Fingern einer halben Hand ablesen lassen. Er ist langweilig. Stinkend langweilig. Er baut auf eine Prämisse die selbst mit drei zugedrückten Augen keinen Sinn macht, hat extrem unsympathische Hauptfiguren, mediocre Tricks und ein Weltendesign, dass mal so überhaupt keinen Sinn macht. Blinde Monster die Menschen jagen und sie nur an ihren Angstpheromonen erkennen und die trotzdem wahnsinnig schwer zu töten sind, srsly? Eine technische Hochkultur die komplexeste Computersystem hat, aber ihre Raumschiffe aus Schilfrohr und Klopapier baut und alle wirklich lebensnotwendigen Aparate anscheinend aus Keksmaterial backt, welches bei leichtesten Erschütterungen kaputt geht. Egal ob lebensnotwendige Notrufsignale oder Atemplätzchen. Alles sieht aus wie aus Barbies Übungsbäckerei und geht leichter kaputt als ein Zwieback im Rucksack. Nicht das es heute schon robustere Geräte in Flugzeugen gibt, als sie hier in After Earth präsentiert werden. Und warum sollte ein Militärkommando auch Schusswaffen statt einem überdimensionierten Klappmesser als Standardwaffe haben. Oder Klamotten die nicht nur modisch bei Gefahr die Farbe wechseln, sondern den Träger auch schützen oder tarnen?

Natürlich wäre es möglich über dieses Niffeligkeiten hinwegzusehen, wenn uns die Story packen, mitreissen, die Charaktere zum mitfiebern einladen würden. Doch Will Smith war wohl so sehr davon überzeugt, seinen Sohn mit diesem Vanity-Vehikel zum Actionstar zu machen, dass er den eigenen Charme mal komplett abschaltet und eine eindimensionale, lahme Performance abliefert die lediglich die Frage offen lässt, wen von beiden man als Zuschauer unsympathischer findet: Den autoritären Thetan-Vater der seine Performance im Sitzen durchtelefoniert. Oder den jammerlappigen Sohn der von Jaden Smith mit beeindruckender Leere gespielt wird. Außer seine Augenbrauen zusammenzuziehen und quengelig dreinzuschauen bringt er leider so gar nichts an Persönlichkeit, Charakterentwicklung oder Menschlichkeit ein. Wie sein Vater ist er leer und öde – und es birgt natürlich eine bittere Ironie, das Will und Jaden hier die Geschichte eines Vaters erzählen, der versucht mit aller Gewalt den Sohn nach seinem Bilde zu formen und zu drillen, weil er glaubt ihn so für die Welt zu stählen. So deckungsgleich sind hier Film und Realität, das es schwerfällt die Parallelen zu ignorieren. Aber natürlich muss man es dem Vater anlasten, einem erfahrenen Hollywoodstar, wenn er seinen 14jr Sohn sehenden Auges in so ein Debakel laufen lässt. Wenn er ihm so eine schwache Story schreibt und ihn dann schauspielerisch derartig im Regen stehen lässt. An Will wäre es gewesen die emotionalen Momente zu meistern, statt dessen wuchtet er die alleinige schauspielerischen Verantwortung für diesen Blockbuster auf Jadens Schultern, der darunter prompt zusammenbricht. Selbst ein talentierterer Jungdarsteller wäre mit diesem Skript und der humorlosen Geschichte auf eine Harte Prüfung gestellt worden, doch Jaden tat sich schon mit Karate Kid schwer und ist hier hoffnungslos überfordert.

Da hilft es wenig, dass die ganze Heldenreise ohne jede Überraschung abläuft (in Kenntnis des Regisseurs erwartete ich fast, dass sich am Ende rausstellt, dass der Vater beim Absturz starb und der Sohn ihn sich nur eingebildet hat um zu überleben, aber nein – nichtmal eine so absehbare Wendung ist dem Film vergönnt). Auch die eher mittelprächtigen CGI-Effekte die irgendwo zwischen Primeval und Sound of Thunder liegen, lenken vom missratenen Ganzen ab. Hyänenaffen, Riesenadler und nekische Egel, sowie das Generische Alienmonster sind weniger erschreckend als irritierend und zerstören die zum Teil recht beeindruckenden Naturaufnahmen. Warum auf einem menschlosen Planeten alle Lebensformen darauf spezalisiert sind Menschen zu töten, wissen aber vermutlich nichtmal die Drehbuchautoren, die dem ganzen versuchen durch endlose Rückblenden etwas mehr emotionale Substanz zu geben. Doch egal wie oft sie Jadens Kindheitstrauma aussspielen oder ihn Moby Dick lesen lassen – es bleibt eine strunzend-öde Story, die leider nichtmal als spaßiger Trash wie “Lost in Space” funktioniert.

Wenn der Film Scientology-Propaganda ist, dann hat Smith der Psychosekte einen Bärendienst erwiesen. Und M. Night Shyamalan, der hier komplett unambitioniert auf Autopilot drehte, wird wohl froh sein, dass die Werbekampagne des Film seinen Namen komplett verschwiegen hat. After Earth – das klingt immer etwas nach Goatse – Der Film und ist tatsächlich aber nur halb so lustig.

Fear is not a choice. Kreativer Bankrott vielleicht schon.

In : Review

About the author

Oliver “Batz” Lysiak studierte Mediensoziologie und arbeitete als Redakteur u.a. für NDR, RTL, Pro7, wo er lernte, dass “die Zuschauer Ironie nicht verstehen”. Seit 2006 betreibt er, zusammen mit vier anderen Cinemaniacs, das erfolgreiche Filmblog “Die Fünf Filmfreunde” und arbeitet als “Creative Director” und Filmjournalist bei Deutschlands größter Filmwebsite moviepilot.de. Er mag Wombats, Katzen und Leute die im Kino die Klappe halten und träumt davon, irgendwann von Stephen Fry adoptiert zu werden.

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24 Comments

  1. pelke

    Ein gutes Review. Wenn nicht jeder Satz voller Rechtschreibfehler wäre, könnte man es besser lesen. Wieso ist es so schwer, das und dass korrekt zu benutzen?

  2. Kumi

    Japp, inhaltlich super, die Form ist schlimm. Ich nehme aber mal an, dass der Text spät in der Nacht nach dem Film entstand. Und welcher Korrekturleser ist da noch wach?

  3. swser

    Will Smith will seinen Sohn als coolen Schauspieler aufbauen. Aber es klappt nicht.

    Kinder solcher Eltern sind auch sonst immer verdammt. Wissen nichts von der realen Welt, haben das Geld ihrer Eltern und leben in ihrer Blase. Und sie bleiben immer der Sohn von irgendwem – denn für eine funktionierende eigene Karriere müssten sie am echten Leben teilgenommen haben, sich selbst aufgebaut haben – statt sich die Karriere mit Papis Geld gekauft zu haben.

  4. slowcar

    Schöner Verriss. Was allerdings nicht erklärt wo die zwei Sterne herkommen. Geht die Skala nur von 2 bis 4,5? Natürlich kann man für House of Wax o.ä. noch ein bischen Platz lassen, aber 2 Sterne?

  5. Richard

    Ja, die ganzen Zeichensetzungsfehler mal übersehen – das scheint ja niemand mehr hinzubekommen… Wozu braucht man denn auch noch Kommas… :-)
    Ich frage mich im Übrigen auch, woher die zwei Sterne kommen, wohl schwerlich von den zum Teil beeindruckenden Naturaufnahmen…

  6. burns

    Noch weitere Allgemeinplätze und Klischees, die dringend auf die Seite geblasen müssen?

  7. burns

    Ihr lest hier Batzens Rezensionen alle Drei noch nicht so lange mit, oder? ;-)

  8. Richard

    Doch, aber ich hatte mich bisher noch nicht angemeldet… :D

    Bin also den bildungssprachlichen Sprachgestus (“medio[k!]er”) in Verbindung mit dem Fehlen jeglichen grammatikalischen Wissens schon gewohnt… ;)

    Die Seite gefällt mir aber trotzdem!

  9. XX

    Dass

  10. ichso

    1.”CGI-Effekte die irgendwo zwischen Primeval und Sound of Thunder liegen” ist eine schöne Beschreibung, bei der man sich die Mittelmässigkeit und Künstlichkeit richtig gut vorstellen kann.
    2. Vielleicht doch mal von einem Deutschlehrer den Unterschied zwischen “das” und “dass” erklären lassen. Da scheint man etwas grundsätzlich nicht verstanden zu haben.
    3. Wo kommen nach so einem Verriss dann plötzlich die zwei Punkte her? Mit der Bewertung widerspricht sich die Review selber.

  11. Flo Lieb

    Batzman rezensiert einen Blockbuster-Film. Hilarity ensues.

    Aber wofür gab’s am Ende eigentlich die 2 Sterne, Batz? Was hatte dir denn am Film “gefallen”?

  12. Flo Lieb

    Franzosen gehen jeden Abend mit einem Baguette unterm Arm nach Hause (s. auch “96 Hours”).

  13. Flo Lieb

    Ich glaube, die orthographischen Fehler sind allesamt von ihm eingebaut für so Leser wie euch ;)

  14. Oliver Lysiak

    Der Film hat ein paar ganz nette Bilder zu bieten, das rechtfertigt zwei Punkte. Transformers ist nochmal deutlich schlimmer.

  15. Matty

    Kommt eigentlich auch noch eine Kritik zu Fast 6? Da der auch im Blockbusterkinobereich mitspielen wollen wäre interessant was Ihr von dem Streifen haltet.
    Bezüglich After Earth hoffe ich die ganze Zeit den Film irgendwie zu mögen aber wirklich gutes hab ich bisher noch gar nicht darüber gelesen. Macht mir etwas Sorge. Die beste Zeit von Will Smith scheint wohl vorbei zu sein. Die Pause war vielleicht doch keine so gute Idee.

  16. Matty

    Kommt eigentlich auch noch eine Kritik zu Fast 6? Da der auch im Blockbusterkinobereich mitspielen wollen wäre interessant was Ihr von dem Streifen haltet.
    Bezüglich After Earth hoffe ich die ganze Zeit den Film irgendwie zu mögen aber wirklich gutes hab ich bisher noch gar nicht darüber gelesen. Macht mir etwas Sorge. Die beste Zeit von Will Smith scheint wohl vorbei zu sein. Die Pause war vielleicht doch keine so gute Idee.

  17. mein senf

    Mich würde interessieren, weshalb die beiden auf dem Poster wie zwei Schuljungen gucken, die grad beim Klauen erwischt worden sind.

  18. dok

    besser als transformers ? das dürfte nun auch die unentschlossenen in scharen ins kino treiben ;)

  19. dok

    naja , hauptsache er schreibt überhaupt noch . gibt mittlerweile kritiker , die nur noch in ihre iphone-kamera labern …

  20. Thomas

    Die entscheidende Frage ist doch, was sind die 22 Funktionen des einzig originalen Messers?

  21. GroteskeAder

    Bitte was?
    Nicht, dass ich Transformers verteidigen will, aber im Gegensatz zu dem Film hier muss man sich nicht darüber streiten, ob da ein Mehrwert ist. Transformers ist eins: Blockbuster-Action-Gedöns mit viel Bumm. Nicht mehr, nicht weniger und was anderes erzählt der auch nicht, während After Earth für sich beansprucht, ‘n ernsthafter Film zu sein. Ich denke, den Schrott mit Transformers zu vergleichen ist…unpassend.

  22. Beobachter

    Ja du hast Recht. Ich bin Willi-Fan aber leider muss ich dir Recht geben. Traurig!

  23. WowKrieger

    Dafür müssen wir auf After Earth II, III und IV warten.
    Aber mir hat es bereits mit Teil I gereicht! Nie wieder!!!

  24. AJ

    Haters always gonna hate…. ihr seit so kindisch… ganz ehrlich!
    ich würde sogar sagen ihr seit neidisch… wo ist das problem wenn er ‘s geld seines Vaters nutzt..? bald kommt ihr und sagt er kann auch nicht rappen… echt?… pfff … EINS soll man aus Will seine Filme wissen ‘Emotion’ und ‘Ehre’ ( nicht jeder versteht seine Filme bzw. jeder versteht sie wie er kann/wenn er sie verstehen kann) – noch nicht gewusst? dann noch reden`?

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    officialgaygeeks:

    That lightsaber sound lol


    Get the My Neighbor Groot shirt http://buff.ly/1EFUcA2 http://ift.tt/1BEBgm8

    11/16/14

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    pennyfornasa:

    Putting The Cost Of The ESA’s Rosetta Mission In Perspective

    "So what do we get for our €1.4bn? Rosetta is both an astounding feat of engineering (catapulting a tonne of spacecraft across millions of kilometres of space and ending up in orbit around a comet just 4 km across) and an extraordinary opportunity for science (allowing us to examine the surface of a lump of rock and ice which dates from when the Solar System formed).

    Like a lot of blue-skies science, it’s very hard to put a value on the mission. First, there are the immediate spin-offs like engineering know-how; then, the knowledge accrued, which could inform our understanding of our cosmic origins, amongst other things; and finally, the inspirational value of this audacious feat in which we can all share, including the next generation of scientists.

    Whilst those things are hard to price precisely, in common with other blue-skies scientific projects, Rosetta is cheap. At €1.4bn, developing, building, launching and learning from the mission will cost about the same as 4.2 Airbus A380s—pretty impressive when you consider that it’s an entirely bespoke robotic spacecraft, not a production airliner. On a more everyday scale, it’s cost European citizens somewhere around twenty Euro cents per person per year since the project began in 1996.

    Rosetta has already sent us some stunning images of Comet 67P/Churyumov–Gerasimenko and today’s landing will, with any luck, provide us with our first close-up glimpse of the chaotic surface of this dirty snowball. If you’re a sci-fi fan, then, you might consider the mission to have been worth its price tag just for the pictures. The total cost for the Rosetta mission is about €3.50 per person in Europe; based on the average cinema ticket price in the UK (€8.50), it has cost less than half of what it will cost for you to go to see Interstellar.”

    Via Scienceogram: http://scienceogram.org/blog/2014/11/rosetta-comet-esa-lander-cost/

    Find Out How Budget Cuts Canceled NASA’s Own Comet Landing Mission: http://www.penny4nasa.org/2014/11/11/how-budget-cuts-canceled-nasa-own-rosetta-comet-landing-mission/

    11/15/14

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    meatbicyclevevo:

    i never wanted this to end

    10/20/14

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    iambluedog:

    Life is too short to be holding on to old grudges

    10/20/14

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    10/09/14