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Godzilla (2014) (Review)

Standard, 12. 5. 2014, Rocky Balbea, 17 Kommentare
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godzilla2014

„Er ist ein Gott!“
„Er ist ein Monster!“

[rating: 3.5] Rocky Balbea

Wenn ich ehrlich bin, schaue ich mir super gerne Monsterfilme an, frage mich aber meistens nach dem Film, warum eigentlich? Im Endeffekt geht es ja immer nur  um zwei Dinge:

1) Die monströse Ausgeburt wird eine halbe Ewigkeit suggeriert. Man sieht nur Einzelteile, hört nur schreckliche Geräusche, sieht nur ab und an verheerende Zerstörung. Die Hälfte des Filmes besteht aus einem ständigen Spiel von tease & denial: den Zuschauer heiß machen, ihm ein bisschen was geben, aber nicht alles. Das Prinzip ist wie beim Striptease. Ein ewiger  Aufbau, der einen anmacht und wenn man dann doch alles frontal zu sehen kriegt, sind es halt doch nur Brüste. Also nichts gegen Brüste. Worauf ich hinaus will: das Spiel vorm endgültigen Blankziehen, der mindfuck des Monströsen, der ist ja der eigentliche Spaß und der muss unbedingt intelligent gemacht sein. Denn das Monster hat die größte Macht im Dunkeln. Das ist jetzt eine Metapher. Bitte nicht so verstehen wie einst Roland Emmerich, der seinen Godzilla (1998) tatsächlich fast die ganze Zeit im Dunkeln rumlaufen ließ. Das hat dem Film auch nicht geholfen.

2) Ist das Monster erstmal aus dem Sack, muss es zeigen, was es alles drauf hat. Ab hier geht es wirklich um Action und Schauwerte, fette Kämpfe und krasse Monsterskills. Und dabei eben auch um „Mensch vs. Monster“ oder noch besser, weil noch mehr Attraktion und Voyeurismus: „Monster vs. Monster“.

Nun die Frage: Wenn das Prinzip „Monsterfilm“ so klar ist und dazu die Geschichte „Godzilla“ mit ihrer nunmehr 30. Verfilmung auch so ziemlich jedem bekannt — wie macht man daraus einen interessanten Film? Geht das überhaupt?

Ich hätte es nicht geglaubt, aber es geht. Indem man so einen Film eben nicht an Michael Bay und Co. gibt, sondern an einen Regisseur wie Gareth Edwards (Monsters), der aus der Independent-Kinoszene kommt und der dem Godzilla Mythos mit Respekt und einem nichtkommerziellen Ansatz begegnet. Zugegeben, die Geschichte an sich ist nicht neu oder überraschend, vielmehr lehnt sie sich im Grundsatz an das alte Strickmuster an: Der Physiker Joe Brody (Bryan Cranston) verliert seine Ehefrau (Juliette Binoche) bei einem tragischen Nuklearunglück in Japan in den 1990er Jahren. Parallel dazu finden zwei Wissenschaftler (Sally Hawkins und Ken Watanabe) ein riesiges Echsenskelett und zwei ebenso riesige Parasitenkokons in einer Höhle in Asien. Blöd nur: einer der Kokons ist leer, der Parasit scheinbar geschlüpft. Fast forward 2014: Brodys Sohn Ford (Aaron Taylor-Johnson) ist inzwischen erwachsen und Leutnant beim US Militär. Gerade zu seiner Frau (Elizabeth Olsen) und seinem Sohn zurückgekehrt, erfährt er, dass der inzwischen als verrückt geltende Vater in Japan festgenommen wurde, weil er in die kontaminierte Zone des ehemaligen Reaktors eingedrungen ist, um Beweise dafür zu finden, dass der Nuklearunfall keiner war, sondern dass die Regierung hier etwas zu vertuschen sucht. Brody Senior kann seinen Sohn überzeugen ihm zu helfen und beide geraten mitten in die Geburt eines M.U.T.O.s (Massive Unidentified Terrestrial Organism), die schwerwiegende Folgen für Japan und die USA haben wird.

Fast eine ganze Stunde nimmt sich der Film für den Aufbau und die Familiengeschichte der Brodys Zeit — ein überraschend starker Fokus auf etwas, von dem man anfänglich erwartete, dass es nur die menschliche Hintergrundhandlung darstellen soll, vor der sich alsbald Monster kloppen. Noch überraschender ist, wie lange es dauert, bis die namensgebende Echse dann auftaucht. Irgendwie fühlt sich Godzilla 3D von Anfang an anders gewichtet an, als man es von einem Sommer-Blockbuster erwarten würde. Der Film verweigert sich den Regeln des Actionkinos und etabliert sich eher wie ein klassisches Drama, welches dann ab einem bestimmten Punkt von Katastrophen in Form von riesigen Monstern und von dummen menschlichen Entscheidungen vorangetrieben wird. Das schon geschilderte Monsterfilm-Problem umgeht Edwards dabei lange Zeit dadurch, dass er mehrere davon anbietet, die insgesamt weit über die Hälfte des Filmes brauchen, bis man sie in Gänze gesehen hat und weiß, was sie alles können. In meiner Lieblingsszene kommt es endlich zum M.U.T.O. vs. Godzilla Kampf mitten in der Innenstadt von San Francisco, die man aus der Sicht von Fords Ehefrau erlebt. Und gerade als es so richtig abgehen soll, schwingt die Tür des Gebäudes zu, in das sie sich rettet und es ist Feierabend. Da musste ich echt lachen, so ertappt hab ich mich in meinem geifernden Voyeurismus gefühlt. Ganz ehrlich, so wie der Film das schon fast gegen seinen Zuschauer benutzt — das ist clever.

Noch viel cleverer aber ist die Art, wie Edwards mit den Monstern als Protagonisten umgeht. Anstatt sie, wie einst noch Emmerich, auf verblödete Action-Katalysatoren zu reduzieren, sind sowohl die M.U.T.O.s als auch Godzilla mit einer natürlichen Intelligenz ausgestattet, die ihre Handlungen vorantreibt und glaubwürdig macht. Hier stampft Godzilla nicht einfach so in der irgendeiner Großstadt herum, er hat ein Ziel und sogar eine Strategie — auch wenn die jetzt nicht die ausgeklügelte ist. Es ist eigentlich ein bisschen traurig, dass man das extra betonen muss, aber Godzilla 3D tut sich hervor, indem er die Natur und deren tierische Mutationen ernst nimmt und sie nicht oberlehrerhaft von oben herab betrachtet. Und da wären wir auch schon bei den menschlichen Protagonisten. Hier hat der Film die meisten Schwächen. Allen voran Sally Hawkins und Ken Watanabe, zwei ausgezeichnete Schauspieler, die in ihren Rollen als „die Wissenschaftler“ zu glubschäugigen Glotzern degradiert werden. Faktisch machen sie nichts anderes als hilflos-bestürzt den Mund offen zu haben und abwechselnd eine These und ein OMG!! auszustoßen. Der Rest des Ensembles gestaltet sich recht bunt. Auch wenn viele die typischen Monster-Actionfilm Rollen einnehmen (der Held, die Ehefrau, die Wissenschaftler, das Militär…), so geht keine der Figuren so recht in die Tiefe und keine hat die Hoheit über die Handlung. Das hat hier aber System, denn sie alle fassen sich zusammen in eine Art menschlicher Organismus mit multiplen Erzählperspektiven, in die der Film auch permanent rein- und rausspringt. Chaos eben, so wie bei richtigen Katastrophen. Und hier ist es auch wieder eine Frage des Geschmacks: mag man dieses Chaos, welches mitunter in den spannendsten Momenten woanders hin springt, um dort einen anderen Strang wieder aufzunehmen oder nervt es einen, dass man hier keinen stringenten Spannungsaufbau und die dementsprechend folgende Katharsis bekommen kann? Ich persönlich schätze ja eigentlich einen gelegentlichen kinematografischen coitus interruptus und mochte den Fakt, dass sich der Film dadurch einfach mehr nach einer realistischen Auseinandersetzung anfühlt als nach einem mythischen Monsterfilm oder einem „Unter-400-Explosionen-machen-wirs-nicht“ Actionblockbuster. Trotzdem, ein Teil von mir war sauer, dass er am Ende so mächtig geteast wurde und dann nicht die volle Packung Monster bekommen hat.

Bleibt nur eine Frage: was ist jetzt mit Godzilla? Der Namensgeber des Filmes hat in der Tat gar nicht so eine tragende Rolle. Die, die er einnimmt, ist aber durchaus eine große, respektvolle Verneigung vor dem japanischen Original (und damit das genaue Gegenteil von Emmerichs Monsterechse). Wie in den alten Godzilla-Filmen der 1970er und 1980er Jahre nimmt er die Rolle einer balancierenden Naturgewalt ein. Er hilft, ein wenig mürrisch, den Menschen, die zwar viel Wissen haben, aber irgendwie doch nur atomaren Mist bauen und ist hier wieder in seiner klassischen Rolle als Mahner und Naturgewissen zu finden. Der erhobene Zeigefinger mag nerven, aber so unter uns, es ist nicht so als ob wir den nicht bräuchten.

 

 

[rating: 2] Nilz N. Burger

Meine Güte, was war denn das bitte schön für ein Quark?

Meine Kollegin Balbea hat den Film hier schon ganz richtig beschrieben und eingeordnet, ich begreife nur nicht, warum ich das cool finden sollte. Ich gehe in „Godzilla“, nicht etwa in „Eine schrecklich zerrissene Familie“ oder „Meine Frau, mein Kind, Godzilla und ich“ oder gar „Der verrückte Professor und die noch verrücktere Mutation“. In diesem Film geht es nämlich um alles, nur nicht um Godzilla. Godzillas Auferstehung und sein San Francisco zerstörender Kampf gegen die M.U.T.O. stellt so etwas wie die Cutscenes dar, zwischen der Handlung über eine Familie, die sich wiederfinden muss, einem Mann, der seinen Vater vermisst und zweier Wissenschaftler, die um die Erde reisen um überall zu staunen.

Blockbuster-Usus ist natürlich, die einzigen Stars im Cast so schnell wie möglich sterben zu lassen, um denen nicht so viele Drehtage zahlen zu müssen. Bei Godzilla bleiben dann leider nur noch Schauspieler übrig, von denen man einst sagen wird: „Sie haben sich stets bemüht.“. Charisma sucht man vergeblich, vor allem bei Aaron Taylor-Johnson, der als Hauptrolle eigentlich das ganze Teil zusammenhalten sollte (wenn man das schon nicht dem Titel-Monster zutraut), aber leider total scheitert, auch nur ein Fitzelchen Empathie auszulösen. Er ist ein guter Soldat, der von A nach B rennt, fremde Kinder rettet und sein eigenes sucht.

Überhaupt Kinder: Spielberg, Lucas, Donner, meinetwegen auch noch Abrams wissen ja genau, wie sie Kinder in Filmen einsetzen müssen, so das man als Zuschauer sofort eine Identifikationsfigur hat. Godzilla-Regissseur Edwards hat da irgendwas nicht so richtig kapiert, in seinem Versuch, dieses Konzept zu übernehmen. Jedes Mal, wenn es spannend werden oder etwas passieren soll, wird die Situation sofort aus der Sicht des einzigen, in der Szene anwesenden Kindes erzählt – egal ob ein (anstrengend konstruierter) Bezug besteht, oder nicht. In der Hoffnung, dass die Szene so noch viel besser funktioniert. Das ist so offensichtlich wie lächerlich.

Genauso wie eine Riesenechse zwei Drittel eines Films lang „verstecken“ zu wollen (oder zu müssen). Immer kommen alle superzufällig zu spät oder gucken in die falsche Richtung. Dieses Katz und Wolkenkratzergroßemaus – Spiel hat mich nur angestrengt und genervt, anstatt Suspense aufzubauen. Weil es sich so unheimlich grotesk ernst genommen hat. Überhaupt: Humor, und sei es als comic relief, findet in diesem Film nicht statt. Nie. Zu keinem Zeitpunkt. Wird vermutlich auch als richtig empfunden, um mehr Härte reinzukriegen. Ich empfinde es eher als Schüler, die versuchen erwachsen zu wirken, um an der Tanke Alk zu bekommen. Man merkt ihnen an, wie sie versuchen mit tiefer Stimme zu sprechen und irgendwie ist der Versuch ja auch niedlich, aber ernst nehmen kann ich das leider gar nicht.

Unterm Strich bleibt ein Big Budget Film der bei mir den Eindruck hinterlässt, einen heillos überforderten Regisseur gehabt zu haben, der alles irgendwie so ein bisschen wollte, aber sich auf nix richtig konzentriert hat. Er verheddert sich in den wenigen Subplots und enthält dem Zuschauer das vor, was er zu sehen geglaubt hat, als er sich die Kinokarte kaufte. Kann man machen, kann ich aber dann auch doof finden. Wenn das jetzt ein „besserer“ Godzilla sein soll, als Emmerichs, dann ist das definitiv nicht mein Monster. Da gucke ich lieber nochmal „Pacific Rim“, den fand ich nämlich wenigstens spannend und spektakulär. Und der brauchte nicht mal 3D dafür (Btw: Warum Godzilla jetzt in 3D sein musste, würde ich dann auch noch gerne erklärt bekommen…).

Meine zwei Sterne gibt es für den tollen Score, die super Titelsequenz und das coole Monsterdesign, welches nämlich ziemlich gut war, wenn man auch nicht blinzeln darf, um all seine Einsätze mitzukriegen. Auf den Film kann man getrost auf die DVD warten. Da macht dann bestimmt noch jemand einen Supercut, nur mit den Monsterszenen. Dann kann man sich die besten 2 Minuten des Films auch so angucken.

 

 

[rating:2.5] Batzman

Der Dicke Grüne ist wieder da. Und mit den heruntergeschraubten Erwartungen nach den Trailern und Clips, macht er dann doch gar keine so schlechte Figur. Natürlich ist er extrem humorlos und nimmt sich viel, viel zu ernst. Natürlich leidet er am Nolan-Faktor, wenn gute Schauspieler völlig ernsthaft strunzdoofe Dialoge aufsagen müssen und wirklich keiner dabei auch nur ein halbes Augenzwinkern zulässt. Und natürlich ist Godzilla ein erschreckend godzillafreier Film und der Spruch eines US-Kollegen man sollte dem Film den Preis verleihen für den „Film in dem am wenigsten passiert in den ersten 2/3“ ist durchaus berechtigt.

Es passiert extrem wenig und alle menschlichen Figuren sind furchtbare Abziehbilder, die Frauenfiguren eine veritable Katastrophe und der emotionale Anker des Film etwa halb so involvierend wie Mühlespiel im Seniorenstift. Aaron Johnson ist als hunkiger Held so ziemlich das charmfreiste seit Charlie Hunnam in Pacific Rim und ob er jetzt seine Frau und Kind rettet, seine Daddy-Issues in alle Richtungen aufarbeitet oder Mothra einen fahren lässt – es könnte egaler nicht sein. Ein Film der den Bodycount eines Atomkrieges hat und im dem selbst Godzillas niedliche Verteidgungsringkämpfe Tausende töten, lassen die Beziehungsprobleme einer Army-Dumpfbacke die im Grunde nichts relevantes zur Handlung oder Problemlösung beiträgt relativ unbedeutend erscheinen.

Der einzig unterhaltsame Charakter wird mit Bryan Cranston leider nach 20min entsorgt und Ken Watanabe ist zwar durchaus unterhaltsam wenn er mit ernster Miene „Gojirrraaa“ in die Kamera haucht, hat aber leider auch herzlich wenig zu tun, wenn man von ein paar ungelenken Hiroshima-Trauma-Referenzen absieht.

Godzilla selbst bleibt wie gesagt ja leider auch die meiste Zeit abgetaucht und deswegen darf das neue Monster MUTO (Nachname wahrscheinlich FUKA) und seine holde Gespielin den Großteil der genreüblichen Verheerungen übernehmen. Und genau in den Momenten funktioniert der Film trotz seiner platten und humorlosen Art dann doch erstaunlich gut. Was vor allem daran liegt, dass Regisseur Edwards mal die Kamera stillhält, sich nicht in wacklige Nahaufnahmen flüchtet und tatsächlich zeigt was gerade passiert. Spannend ist das natürlich nicht und sein Hang Kinder als dramaturgische Bauernopfer immer dann in den Fokus zu rücken, wenn das Publikum mitfiebern soll ist von unfassbarer Holperigkeit, die jedwede spielbergsche Eleganz vermissen lässt. Aber wer in einen Monsterfilm geht um hausgroße Monster zu sehen, die sich auf die Fresse hauen und in Hochhäuser werfen, der kommt hier deutlich öfter auf seine Kosten als bei Pacific Rim – wo das ganze wackelig im Dunkeln stattfand und so hyperkinetisch inszeniert war, das man sich eher in einem Computerspiel als in einem Kaiju-Film wähnte.

Edwards lässt brav rangeln und kloppen, hat ein paar hübsch stilische Tableaus und Einstellungen zu bieten und erliegt dann endlich doch oft wieder dem naiven Charme, der die Tohofilme liebenswert machte. Wenn er allen pseudowissenschaftlichen Blabla mal ignoriert und einfach zwei Monster aufeinander loslässt dann findet der Film seine Mitte und macht Spaß. Tricktechnisch geht das absolut in Ordnung und einige Einstellungen, gerade die des zwischen Schiffen wegtauchenden Godzilla sind durchaus beeindruckend und schön anszusehen. Überhaupt hat Edwards Talent für Bilder und Stimmungen. Wenn die Dialoge nicht immer alles kaputt machen würden, weil sie dort deklamieren und erklären, wo sie lieber schweigen sollten, wäre der Film streckenweise wirklich rundum gut. Denn der schöne Einstieg, die tolle Titelsequenz und die stimmungsvolle Musik von Alexandre Desplat machen auch vieles richtig, spielen mit dem Mythos und der Erhabenheit die den Riesenmonstern inne wohnen kann und setzen immer mal wieder unterhaltsame Akzente.

Godzilla ist in jedem Fall besser als Emmerichs Versuch, doch der Versuch den damaligen Klamauk durch übertriebene wissenschaftliche Erdung und „großes Drama“ aufzufüllen will insgesamt nicht gelingen. Zu banal ist dafür die Story, zu egal alle menschlichen Figuren und die penetranten Familienprobleme (von denen auch die MUTOs nicht verschont bleiben) sowie Godzillas zahnlose Abwesenheit über 2/3 des Films machen ihn dann leider doch nicht zum ganz großen Wurf.

Edwards bleibt ein Effektregisseur dem menschliche Dynamik und Interaktion fremd bleiben, der nichtmal zu merken scheint, dass ihm eine echte Hauptfigur fehlt und er für eine Laufzeit von über zwei Stunden deutlich zu wenig Geschichte erzählt. Aber immerhin: Er liefert gute Kämpfe ab und hat ein Auge für Bilder und eindeutig Spaß daran die alten Toho-Filme zu zitieren. Das der digitale Godzilla manchmal immer noch wie ein Mann im Gummianzug wirkt, ist insofern dann durchaus konsequent und genauso spaßig wie der finale Showkampf mit schnäbelnden MUTOs und feuriger Mund zu Mund beatmung. Makes no sense und die im Trailer vorkommende Freiheitstatue ist natürlich eine glatte Lüge (da der Film nie über Las Vegas hinausgeht) – aber was solls. Der dicke Grüne war schon immer ein bißchen doof und mit der groben Kelle serviert.

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17 Kommentare

  • Reply doom 12. 5. 2014 at 19:25

    Balbea mag den familiären Focus und Burger will mehr Monster. Herrlich. Hab beide Reviews gern gelesen. Dank Balbea freu ich mich auf den Film und Dank Nilz spar ich mir die Karte und warte auf die DVD. Ich denke, die weibliche Verstärkung tut den Filmfreunden gut.

  • Reply Binding 13. 5. 2014 at 2:29

    Sorry, aber leider wirkt das Titelvieh immer noch so, als ob da jemand im Gummi-Anzug durch Miniatur-Requisiten stapft. Zwar gibt es eine bedrohlich-düstere Katastrophenfilm-Atmosphäre, aber genau deswegen wirken die Monster total lächerlich. Denn sie passen da partout nicht dazu – vor allem, wenn sie auch noch auf dämliche Weise vermenschlicht werden. Da hätte eher Humor wirklich gut getan, aber in der Tat: Fehlanzeige. Ich habe mich sehr schnell gelangweilt und letztlich fast nur Grütze gesehen. Das Ganze ist genauso sinn- und hirnlos wie die „Transformers“-Filme. Der japanische „Godzilla – Final Wars“ von Ryuhei Kitamura aus dem Jahr 2004 war definitiv besser, spaßiger und sympathischer. Die besten Szenen haben an „Cloverfield“ und „Der Nebel“ erinnert, die ebenfalls die weitaus besseren Filme sind. Und wenn man dann noch überlegt, dass der Regisseur vorher den Arthouse-Monsterfilm „Monsters“ gemacht hat, fragt man sich schon, wie das alles überhaupt sein kann. Was bleibt? Nur völlig überraschungsfreier, grob gestrickter Edel-Trash für Kids.

    • Reply Guest 23. 5. 2014 at 12:05

      Monsters als Arthouse zu bezeichnen ist aber auch weit aus dem Fenster gelehnt :)

  • Reply Platzhalter 13. 5. 2014 at 22:27

    Mhhhh… was mich wirklich „erschüttert“ ist das die meisten Reviews oder Kommentare, ob positiv oder negativ auf die Düsternis und Ernsthaftigkeit des Filmes hinweisen.
    Ja verdammt noch mal, musste man wirklich noch einen „Batzilla“ abdrehen?

    Nein, das ist nicht mein Sicht auf, oder auch nur eine Idee für, Godzilla, und wer da jetzt auf den ach so ernsten und schlauen ersten Auftritt der Gottechse verweist: Das war für mich allerhöchstens Ausschlachtung ernster Themen mit eher bescheidener Tricktechnik… also so viel wert wie seine späteren Filme wo er sich zB. mit Müllmonstern prügelt.

    Ich finde es traurig das anscheinend keiner außerhalb von „echten Kinderfilmen“ die Chuzpe hat seinen Film gewollte Dämlichkeit, einen Lacher oder wenigstens ein Augenzwingern zu geben.
    Hat sich Gareth Edwards etwa nicht getraut den über Jahrzehnte „entwickelten“(wenn man jeden ,sicherlich drogenbedingten ;), Drehbucheinfall zählt) Charakter Godzillas wirklich zu zeigen, oder viel eher, ist er gar unfähig dessen Charakter zu sehen?

    Sorry… das muss so ausschauen als würde ein Nerd den Verstand verlieren weil Seite 3 der 5. Ausgabe nicht 100% wiedergegeben wird, und natürlich wird niemals so heiß gegessen wie
    gekocht.

    Trotzdem, wenn man sich nicht mal bei König der Monster aufregen darf wann dann ;)

    • Reply Rocky Balbea 13. 5. 2014 at 23:37

      Aufregen geht immer und ist gut für den Kreislauf :)
      Ich finde es spannend, dass dem Film jetzt mangelnde Komik bzw. Leichtigkeit vorgeworfen wird. Ich glaube es ist nicht so, als ob sich Edwards nicht getraut hätte, vielmehr hat er einfach ein ganz anderes Konzept. Ehrlich gesagt — und das sei jetzt mal dahingestellt, ob man das Endergebnis jetzt als gelungen oder nicht betrachtet — finde ich es sehr interessant und mutig so etwas wie Godzilla, der ja lange schon Trash und lustig ist, wiederzubeleben in der Art wie er ursprünglich mal gedacht war. Es wäre viel leichter gewesen das Ganze nicht ernst zu nehmen und da so ein ironisch-heiteres Unterhaltungsfilmchen draus zu machen, dass man noch mit vielen Explosionen etc. anreichert.

      • Reply Nilz Bokelberg 14. 5. 2014 at 9:36

        Nun ja, es gibt ja zwischen „superersnthaft“ und „ironisch-heiter“ ja noch so etwas wie eine Grauzone. Und da kommt der halt nicht hin, weil er sich viel ZU ernst nimmt. Er soll sich ja nicht verarschen, aber den Stock hätte er sich nun auch schon mal aus dem HIntern ziehen können. Denn überhaupt gar keinen Humor zu haben, bei einem Monsterfilm, dass kann man ihm schon vorwerfen, find ich.

        • Reply Martin Sane 14. 5. 2014 at 13:48

          Ich verstehe die Diskussion um mangelnden Humor oder sich selbst zu ernst nehmen ehrlich gesagt nicht. Ohne den Film bis jetzt gesehen zu haben – warum ist es denn verwerflich einen im Grunde Katastrophenfilm mal ohne Gags, Overacting und Avenger-Oneliner zu machen. Schließlich läuft es für alle Beteiligten in dem Film gerade ziemlich scheia. Die Schwierigkeit bei dem Versuch einen ernsten Science-Fiction-Monsterfilm zu machen liegt vielleicht darin, dass viele die alten albernen Godzilla-Filme in Erinnerung haben und…nun…es halt keine Riesenmonster gibt. Vielleicht scheitert der Film darin die Zuschauer dies vergessen zu lassen, vielleicht können aber viele einfach nicht über ihren geistigen Schatten springen (was überhaupt nicht verwerflich ist).
          So oder so, ein Monsterfilm der versucht die Katastrophe spürbar zu machen ist meiner Meinung nach absolut legitim. Ob dies in diesem Fall gelungen ist wird nächste Woche im Kino getestet. Trotzdem jetzt schon meine 5 Cent.

          • Bomster 15. 5. 2014 at 10:40

            Ein ernster Katastrophenfilm braucht sicher keine Gags, Overacting und Oneliner. Dafür sollte er aber dann wenigstens interessante Charaktere bieten, die in ebenso interessante Situationen geraden, und das hat Godzilla nicht hinbekommen – statt dessen gab es Stereotype wie „die Allerwelts-Kernfamilie“, „den Flottenadmiral“ und „den japanischen Wissenschaftler“ (und einen total vergeudeten Bryan Cranston), und wenn die alle dann plötzlich mit heiligem Ernst davon schwafeln, dass die Riesenmonster sich in der Urzeit von Nuklearenergie ernährt hätten, und man ja eigentlich bloss auf Godzilla warten müsse, weil er damals der Alpha-Predator gewesen sei, der „die Balance herstellen würde“, dann harmonieren Inhalt und Ton einfach nicht.

            Bei einem ‚echten’/’ernsten‘ Katastrophenfilm ist es ja auch meist so, dass die Katastrophe den Hintergrund darstellt, vor dem die persönlichen Dramen der Charaktere ablaufen. Bei Godzilla werden die Menschen zu Statisten ohne interessante Geschichte (fair enough, ist ja Godzilla), aber *gleichzeitig* werden diekämpfenden Monster zwei Drittel der Laufzeit lang ausgeblendet, turnen auf Fernsehbildschirmen oder irgendwo durchs Fenster erspäht im Hintergrund herum. In der Theorie ist „Nicht-zeigen,-weil-Spannungsaufbau“ eine feine Sache, aber hier wirkte das eine Dreiviertelstunde lang völlig mechanisch durchgezogen, so als wüsste der Regisseur, dass er so etwas machen muss, aber keine Ahnung hat, wozu das gut sein könnte. Das ganze war dann wie ‚Cloverfield‘, aber mit schlimmen Pappkameraden statt der oberflächlich-unsympathischen Großstadt-Twens -nur dass ich Cloverfield trotz der Unsympathen spannend fand. Das trübe Grau-in-Grau-Ambiente (danke auch, 3D-Brille) hat sein übriges dazu getan, dass ich das Gefühl hatte, hier das filmische Equivalent von lauwarmem Haferschleim zu sehen.

            So gesehen ist mein Fazit, dass ich vermutlich am Wochenende entweder noch mal Cloverfield oder Pacific Rim rauskramen werde, um Spaß mit Monsterfilmen zu haben. Emmerichs Godzilla aus Protest zu kaufen und anzusehen wäre jetzt sicherlich zuviel, aber selbst der sieht bei aller Emmerichhaftigkeit gegen den neuen Film gar nicht so unsexy aus.

  • Reply Jediknight 14. 5. 2014 at 7:09

    man kann an allem was auszusetzen haben… aber besser als so mancher Blockbuster der doch nun eindeutig Trash war wie z.B. Battleship (der mir übrigens sehr gut gefallen hat – als übertrieben ernster Actioner – der auf einem Spiel basiert) war Godzilla schon… ich bin wahrscheinlich der einzige Mensch der Welt, bei dem David Goyers Geschichten Anklang finden… Anyway….

  • Reply ly 16. 5. 2014 at 22:15

    Pacific Rim is super, stimmt. Die restliche Review is Mumpitz. Ich bin grad ziemlich froh, dass es dieser Regisseur nach Blockbuster Hollywood geschafft hat und hoffe der wird nicht so schnell gierig und blöde wie manch Anderer. Godzilla auf DVD schauen is ne ziemlich bekloppte Idee.

  • Reply Godzilla (2014) - Lohnt es sich? 17. 5. 2014 at 15:49

    […] minutenlanger Gigantenkeilerei ausgehen, denn der Film spielt arg mit den Erwartungen. Was viele Kritiker doch sehr stört. Immer dann wenn der Zuschauer denkt “Wow, jetzt geht los” blendet […]

  • Reply Fluffy Bunny 20. 5. 2014 at 10:55

    Besser spät als nie komm ich dazu auch mal mein Tütchen Senf dazuzugeben.

    Ich mag Godzilla, selbst den Emmerich Quatsch (wegen dessen Design allein schon), kann aber kaum einen Film davon sehen, weil sie mir trotz der Sympathie zu Charakter einfach zu gleichförmig und schlecht sind. Meine Favs sind der erste (1954), Destroy All Monsters (1964) und der letzte (2004)

    In meinen Augen ist dieser Godzilla das beste was man aus dem Sujet machen konnte.
    Schön eingefügt in die Weltgeschichte, toller neuer Look, weltumspannende Handlung, toll!
    Das einzige was mir einen Furz zu lang war ist der Endkampf, der irgendwie 20 Minuten zu dauern scheint.
    Was mir auch nicht so zusagt ist das Design der MUTOs – Erinnert sich jemand an Cloverfield? Bissl nah daran! Klar, ein Schmetterling wäre nochmal blöder gewesen, erst recht wenn kleine Elfen dazu schweben, singen und tanzen…

    Sonst war es top, ich habe Monsters schon sehr geliebt und dieser Film ist ein Stück weit eine konsequente Fortführung des Stiles – dazu noch allemal spannender als Monsters 2…

  • Reply Rudi Ratlos 21. 5. 2014 at 15:11

    Mh, böse Riesenviecher, die wie eine Mischung aus Pokemon und Evangelion-Engelsdingern aussehen und sich viel zu selten auf die Umme hauen, dafür viel Langeweile, Blabla und Geglotze… Naja, immerhin war die Optik und die Akustik fein und wenn mal was passierte, war das auch ordentlich inszeniert. Grundsätzlich war „Pacific Rim“ aber die geilere Monstersause und es ist schade, dass jetzt der lahme Godzilla den dicken Reibach macht – vielleicht sollte sich del Toro das Marketing-Team des momentanen Boxoffice-Königs sichern, um Pacific Rim 2 zu einem ordentlichen Erfolg werden zu lassen…

  • Reply Silent Rocco 22. 5. 2014 at 12:30

    Großartiges IMAX-Erlebnis! Fand den Film bis auf den grottigen Kindercast absolut stark! So geht Blockbuster. Beim weißen Hai oder Jurassic Park regt sich auch niemand auf, dass das Monster nicht gleich in Minute 10 eine Stadt zerstört. Sind wir schon so desensibilisiert? Dramaturgie alter Schule gibt’s hier. Den ständigen Monsterfix bekommt man durch die MUTOs. Godzilla gibt es selten, was diese Momente aber nur umso besonderer macht. Fantastischer Zug. Wie gesagt, die Kinder… grausam (uncharismatisch und sowas von talentfrei), Hauptdarsteller etwas blass…alles andere: Knaller!

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  • Reply Gromit 17. 6. 2014 at 22:58

    Oh Mann! Ich fand Pacific Rim aber sowas von erstaunlich überraschungsarm und Kinderkram – für meinen Geschmack jedenfalls spielt dieser neue Godzilla doch in einer gaaanz anderen Liga! Mir hat die Review von Rocky Balbea aus dem Herzen gesprochen

  • Reply fluffy 23. 8. 2014 at 14:24

    Tjoa, ziemliche Grütze der Film.
    Wie ich hier lese, dass der Regisseur ausm Independent Bereich kommt, frage ich mich wieso er die ewig gleiche Helden-Geschichte eines US-Soldaten erzählen möchte.
    Am meisten gestört während des Schauens hat mich, dass alle Mitglieder der Familie des Hauptcharakters immer beteiligt waren, wenn die Monster irgendwo erscheinen.
    Sein Vadder arbeitet im Kraftwerk, seine Matsch stirbt dabei, als es explodiert. Ok.
    Sein Vadder und er kommen nach 15 Jahren genau an dem Tag wieder vorbei, als das Flug-Muto schlüpft. Schon nicht mehr ganz so ok.
    Er fliegt nach Hawaii. Wer taucht auf? Na klar, das Muto und Godzilla.
    Godzilla taucht unter ner Brücke durch. Wer hockt im Bus? Sein Sohn, wer sonst. Usw usf. So eine Schwachsinns-Aneinandereihung muss doch nun wirklich nicht sein.
    Pacific Rim fand ich auch ziemlich mau.

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