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R.I.P. Carrie Fisher – Our Princess is gone

Standard, 27. 12. 2016, Batzman (Oliver Lysiak), 1 Kommentar

Carrie Fisher ist gestorben. Nachdem überraschenden Tod von George Michael hatten wir gehofft, das 2016 endlich damit fertig ist uns bekannte Menschen zu nehmen, die etwas Freude ins beschissene Leben bringen. Aber nein, warum auch. Jetzt ist also auch Carrie Fisher gestorben, nachdem wir uns heute Morgen noch darüber gefreut haben, als es hieß ihr Zustand wäre nach dem Herzinfarkt stabil. Die Hoffnung war verfrüht, sie ist den Folgen erlegen. Unsere Prinzessin ist tot.

Und man sollte meinen, ich wäre nach diesem Katastrophenjahr, das öffentlich, politisch, gesellschaftlich und privat eine einzige Ansammlung von Hiobsbotschaften war irgendwann taub und abgehärtet, aber irgendwie macht es diese weitere Nachricht nur noch schlimmer. Das Leben zeigt uns einmal mehr den Finger, als wollte es sagen: Warum glaubt ihr eigentlich das es 2017 besser wird?

Carrie Fisher ist ein bedeutender Teil meiner Jugend. Denn sie gehörte zu Star Wars, zu Krieg der Sterne wie man in den 80ern noch sagte. Und ohne als kleiner Batz Return of the Jedi im Kino gesehen zu haben, hätte ich nie angefangen mich für Filme zu interessieren. Carrie gehörte dazu. Sie war eine coole, ironische, kämpferische Figur die immer weit mehr war, als nur die zu rettende Damsel in Distress. Selbst im entwürdigenden Sklaven-Outfit wusste sie sich Leia selbst zu retten und war immer vorne mit dabei, wenn es galt das Imperium zu bekämpfen.

Und wie bei allen Star Wars-Stars behielt ich ihre Karriere im Auge, schaute Filme in denen sie mitspielte, sah wie sie von der Schauspielerin zum Skriptdoktor und zur Autorin wurde. Erfuhr wie sehr sie mit ihrer verkorksten Hollywood-Familie, mit Drogensucht, mit Depressionen kämpfte. Wie sie ihre Alkoholsucht und ihre Tiefphasen in Bühnenprogrammen verarbeitete und dabei immer einen entwaffnenden, manchmal schmerzhaft ehrlichen Humor bewahrte der Mut machte.

Zweimal, auf der Star Wars Celebration 2015 und 2016 hatte ich das Glück sie auf der Bühne sehen zu dürfen. Sie war eine Wild Card, jemand der sagte was ihr in den Kopf kam, der austeilen konnte, aber immer auch Sprüche auf eigene Kosten machte. Carrie Fisher frotzelte über George Lucas und Star Wars und ihr Leben als Franchise-Figur und hatte gleichzeitig eine große Zuneigung zu den Filmen und den Fans. Sie war Live ein Erlebnis, jemand der einen riesigen Saal in den Bann ziehen konnte, weil man nie wusste, was sie als nächstes erzählt. Jemand der sich für keine Albernheit zu schade war und trotzdem auch bittere, unbequeme Dinge augenzwinkernd aussprach.

Sie wusste wie Hollywood Frauen jenseits der 35 behandelt, sie wusste wie viele der Fans Slave-Leia nur als Wichsvorlage ansahen. Sie wusste um die Beschissenheit der Weltlage und sie gab nicht auf und machte immer weiter. Altwerden ist nichts für Angsthasen sagte Bette Davis einst und auch Carrie Fisher war sich dessen bewusst. In ihrem letzten Buch, The Princess Diaries scherzt sie noch darüber, dass die neuen Digitalkameras so scharfe Bilder machen, dass Falten und Tränensäcke ihren eigenen Agenten brauchen. Carrie Fisher war ein Hollywood-Kind, ein Stehaufmännchen und sie war unsere Prinzessin.

Und ich hätte ihr von ganzem Herzen noch viele Jahre gewünscht, in denen sie unpassende, frivole, witzige, anrührende und sarkastische Sprüche machen kann.

Sie wird, wie so viele in diesem Jahr, entsetzlich fehlen.

***

Ein schönes Video, dass an ihre Arbeit als Skript-Doktor erinnert

Carrie Fisher auf der Star Wars Celebration 2015

Ausschnitt azs Carrie Fishers Soloprogramm „Wishful Drinking“

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1 Kommentar

  • Reply Jens 28. 12. 2016 at 11:28

    danke für den text.

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