Features Review

Resident Evil 6 – The Final Chapter (Kritik)

Standard, 29. 1. 2017, Batzman (Oliver Lysiak), 2 Kommentare

Alice ist zurück und in Resident Evil 6 The Final Chapter will sie noch einmal der Umbrella Corporation in den Arsch treten. Und weil die Story durch unzählige Klone und Storysprünge mittlerweile so verworren ist, dass auch die Macher nicht mehr durchblicken, werden die Filme 2-5 fast ignoriert, wenn Alice jetzt nochmal in den Hive eindringt um die Welt vor dem T-Virus zu retten.

Dass die Story ein bisschen doof ist geht in Ordnung, denn seien wir ehrlich: Logische Stories waren jetzt nie die Stärke der Resident Evil-Filmserie. Sie lebte viel eher von Mila Jovovich als Ass-Kicking-Alice und fantasievollen, coolen Actionszenen in denen sie Zombies, Zombiehunden, Lickern, Nemesis und anderen Viechern den Garaus machte. Und dafür liebe ich die Serie wirklich, weil sie nie mehr sein wollte als stylishe, gut gefilmte Popcorn-Unterhaltung. Leider hat sich ja schon früh eine merkwürdige Odd/Even-Regel bewahrheitet, nach der jeder gerade Teil der Serie eher mittelmäßig ist.

Eins war damals gut, 2 eher so meh, 3 war super, 4 war meh und 5 hat wieder Spaß gemacht. Teil 6 kann dieser Formel leider nicht wirklich entkommen, denn während die Weiterführung der Story schon okay ist… auch wenn es extrem suckt, dass der Cliffhanger aus Teil 5 überhaupt nicht aufgelöst wird! Was Teil 6 aber wirklich schadet sind die Actionszenen, bzw. der Schnitt.

Denn was ich immer mochte an der Serie war die gute Actionchoreographie. Davon ist hier nur in Ausnahmefällen etwas zu sehen, denn wie viele moderne Filme ist der Film extrem shaky gedreht und so hektisch geschnitten, dass es oft schwerfällt überhaupt zu erkennen was passiert. Vorbei sind die Zeiten in denen wir Alice Eleganz durch die Lüfte gleiten sehen um in ausgefeilten Choreographien Zombies zu killen, jetzt geht alles unter in einem Schnittgewitter, gegen das mancher Bourne-Film noch langsam wirkt. Das ist echt schade, denn die Kampfszenen waren wirklich die Highlights der Filme und Regisseur Paul W.S. Anderson hat ja oftmals bewiesen, dass er es besser kann.

Er war für mich auch immer einer der besten 3D-Regisseure, der wirklich wusste wie man das Format wirkungsvoll einsetzt und bisher immer in echtem 3D gedreht hat. Selbst ein Film wie seine Thee Musketeers, die man nur mit viel zugedrückten Augen als passabel bezeichnen kann, hatte wirklich effektiv und gut eingesetztes 3D. Resident Evil 6 ist leider nachträglich von 2D auf 3D konvertiert worden und wow… das sieht man leider. Zusätzlich zum hibbeligen Actionschnitt ist das 3D extrem flach und langweilig. Ich weiß nicht ob es Kostengründe waren, weil es einfacher ist 2D zu drehen und ob die Action anders geschnitten werden musste, weil Milla Jovovich mit 41 nicht mehr so athletisch ist wie früher.

Aber es ist schade, denn die doofe Grundstory geht in Ordnung und es gibt auch coole optische Ideen und hassenswerte Bösewichte. Und ich finde es immer noch verblüffend wie sie es schaffen, dass Albert Wesker, der ja seit Afterlife von Shawn Roberts gespielt wird aussieht wie die Game-Figur. Oder wie der prollige Cousin von Max Headroom.

Wie gesagt: Es stört mich nicht, dass die Story einmal mehr nur ein Aufhänger ist für die verschiedenen Action-Szenen und das die Pläne von Umbrella umständlicher und blöder sind als die eines durchschnittlichen Bond-Schurken: Und ja es ist schon cool wieder im Hive zu sein und alte Räume aus neuem Blickwinkel zu sehen und das generelle Set Design ist echt schick. Was die Schauspieler außer Milla angeht… sie sind okay, auch wenn ich es schade finde, dass wir außer Claire Redfield keine Figur aus den früheren Filmen wiedersehen – und Claire hat jetzt auch nicht wirklich viel zu tun.

Ansonsten: Kein Leon, keine Ada, keine Jil. Und auch wenn es ganz lustig ist, dass die Red Queen diesmal von Milla Jovovichs echter Tochter gespielt wird, wäre es doch irgendwie cooler gewesen ein kleines Mädchen zu finden, dass dem aus Teil 1 etwas ähnlicher ist, so sehr wie Teil 6 sich auf den ersten bezieht. Mein Fazit: Gemessen an der allgemeinen Trashigkeit der Serie, kein Totalausfall, aber eben doch nicht so unterhaltsam wie einige der Vorgänger.

Für Fans ist das ganze wohl trotzdem sehenswert, alleine aus Kompletistensicht, aber ich hätte mir schon einen runderen Abschluss gewünscht. Wobei wer sich ein bisschen auskennt mit Horrorfilm-Serien, der weiß wie ernst man den Untertitel The Final Chapter nehmen darf. Nach Freitag der 13. Das letzte Kapitel kamen noch 8 weitere Filme…

Und ich habe ein bisschen das Gefühl, dass wir auch Alice nicht zum letzten Mal gesehen haben werden.

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2 Kommentare

  • Reply Daniel aus Mannheim 9. 3. 2017 at 14:18

    Ich hab nie verstanden, wie sich die (Film-) Serie solange halten konnte. Beim ersten Teil war ich als Fan der Spiele noch gehyped, nach dem zweiten Film war dann aber klar in welche Richtung sich das ganze entwickelt. Nach dem dritten FIlm hab ich mir dann den Rest erspart.
    Glaubst Du, man darf die Original PS1- Spiele nicht gespielt haben, um die Filmserie genießen zu können?

  • Reply Sonja 20. 3. 2017 at 7:42

    Ich für meinen Teil würde mich über noch mehr Resident Evil nicht freuen, langsam wird es…, da fehlt mir das passende Wort…
    Man kann ihn sich anschauen, aber das reicht dann auch schon.
    Dennoch ist Milla in dieser Rolle perfekt, könnte mir da keine andere Vorstellen. :-)
    Gute Review lieber Batzman, weiter so und eine schöne Woche.
    Lg Sonja

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