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The Lego Batman Movie (Kritik)

Standard, 13. 2. 2017, Batzman (Oliver Lysiak), 2 Kommentare

Lego Batman Movie

Batman und ich haben schwierige Jahre hinter uns. Ich fand die trashige 60er Serie immer auf ihre Art ganz lustig, hab dann die düsterere Burton-Version, vor allem Batman Returns geliebt und die 90er Jahre Zeichentrick-Serie ziemlich gefeiert. Dann kamen die komischen Schumacher-Filme, die ich auch mit viel Sinn für Trash nicht wirklich mochte. Dann gab es einen soliden Neustart mit Batman Begins und ja klar The Dark Knight war ziemlich beeindruckend – aber hauptsächlich wegen den Szenen mit dem Joker, nicht so sehr wg Bales Batman. Dark Knight Returns fand ich schon ziemlich schwach und mein Lieblingsbatman fand zu der Zeit sowieso schon woanders statt. Die Arkham-Games haben die mythische Atmosphäre vom Dunklen Ritter eingefangen und erinnerten mich sehr an eine Mischung aus Burton und der alten Zeichentrickserie… und dann gab es noch Lego-Batman, der sich eher an den 60er Jahren orientierte und vor allem den Spaß in den Vordergrund stellte.

The Lego Batman Movie – Das Review: Hier die bequeme Version zum Angucken

Beides sehr gute Adaptionen die mich Batman im Kino nicht vermissen ließen… denn trotzdem die Figur gut besetzt war, fand ich Batman V Superman einen katastrophal schlechten Film, der die schwächen des Nolan-Batman nochmal deutlich potentierte. Der Erfolg der Batman-Figur liegt ja auch daran begründet, dass er ein zutiefst pubertäres Grundkonzept hat. Wir wissen wie ernst sich Teenager nehmen und wie wichtig es für sie ist, wenn sie gerade ihre eigene Persönlichkeit entwickeln dass sie Dinge entdecken die sie für tiefsinnig und bedeutend halten. Gerade Jungs wollen dann besonders männlich sein und glauben, dass erwachsenes Verhalten gleichzusetzen wäre mit Humorlosigkeit, Herumgrübeln und Stärke. Und Batman ist wie andere Harte Typen da die ideale Projektionsfigur. Jemand der Erwachsen ist, aber nie verwunden hat dass seine Eltern umgebracht wurden. Dessen ganzes Leben aus Selbstjustiz und dem Kampf gegen das was er als Böse ansieht besteht. Der Wortkarg ist und grüblerisch und der SozialKontakte nur als Rolle spielt, wenn er sich als Bruce Wayne verkleidet. Genauso sehen sich ja Teenager-Jungs auch oft: Keiner versteht sie, keiner weiß wie sehr sie an der Welt leiden, wie schwer alles ist und am liebsten wollen sie nach ihren eigenen Regeln spielen. Ganz Tough, ganz hart und wortkarg denen aufs Maul hauen, die böse sind.

Ich meine seien wir realistisch: Batman ist ein Soziopath. Klügere Regisseure wie Tim Burton haben das erkannt ihn ihn als zwilichtige Gestalt inszeniert. Keaton als Batman ist ein verklemmter Spießer, der seine unterdrückte Sexualität im Kampf mit der ebenfalls gestörten Catwoman auslebt. Er ist kein Held, sondern eigentlich eine arme Wurst, der sich in coole Posen flüchtet, weil er Batman und ich haben schwierige Jahre hinter uns.

Ich fand die trashige 60er Serie immer auf ihre Art ganz lustig, hab dann die düsterere Burton-Version, vor allem Batman Returns geliebt und die 90er Jahre Zeichentrick-Serie ziemlich gefeiert.

Dann kamen die komischen Schumacher-Filme, die ich auch mit viel Sinn für Trash nicht wirklich mochte. Dann gab es einen soliden, stimmungsvollen Neustart mit „Batman Begins“ und ja klar „The Dark Knight“ war ziemlich beeindruckend – aber hauptsächlich wegen den Szenen mit dem Joker, nicht so sehr Bales Batman wegen.

„Dark Knight Returns“ fand ich schon ziemlich schwach und mein Lieblingsbatman fand zu der Zeit sowieso schon woanders statt. Auf der Konsole. Die Arkham-Games haben die mythische Atmosphäre vom Dunklen Ritter eingefangen und erinnerten mich sehr an eine Mischung aus Burton und der alten Zeichentrickserie… und dann gab es noch Lego-Batman, der sich eher an den 60er Jahren orientierte und vor allem den Spaß in den Vordergrund stellte.

Beides sehr gute Adaptionen, die mich Batman im Kino nicht vermissen ließen. Denn trotzdem die Affleck gut besetzt war, fand ich Batman V Superman einen katastrophal schlechten Film, der die Schwächen des Nolan-Batman nochmal deutlich potentierte.

Der Erfolg der Batman-Figur liegt ja auch daran begründet, dass er ein zutiefst pubertäres Grundkonzept hat. Wir wissen wie ernst sich Teenager nehmen und wie wichtig es für sie ist, wenn sie gerade ihre eigene Persönlichkeit entwickeln, dass sie Dinge entdecken die sie für tiefsinnig und bedeutend halten.

Gerade Jungs wollen dann besonders männlich sein und glauben, dass erwachsenes Verhalten gleichzusetzen wäre mit Humorlosigkeit, Herumgrübeln und Stärke. Und Batman ist wie andere Harte Typen da die ideale Projektionsfigur. Jemand der Erwachsen ist, aber nie verwunden hat das seine Eltern umgebracht wurden. Dessen ganzes Leben aus Selbstjustiz und dem Kampf gegen das was er als Böse ansieht besteht.

Der Wortkarg ist und grüblerisch und der Sozial-Kontakte nur als Rolle spielt, wenn er sich als Bruce Wayne verkleidet. Genauso sehen sich ja Teenager-Jungs auch oft: Keiner versteht sie, keiner weiß wie sehr sie an der Welt leiden, wie schwer alles ist und am liebsten wollen sie nach ihren eigenen Regeln spielen. Ganz tough, ganz hart und wortkarg denen aufs Maul hauen, die böse sind.
Ich meine seien wir realistisch: Batman ist ein Soziopath. Klügere Regisseure wie Tim Burton haben das erkannt und ihn als zwielichtige Gestalt inszeniert. Keaton als Batman ist ein verklemmter Spießer, der seine unterdrückte Sexualität im Kampf mit der ebenfalls gestörten Catwoman auslebt.

Er ist kein Held, sondern eigentlich eine neurotischer Typ, der sich in coole Posen flüchtet, weil er als Mensch nicht funktionstüchtig ist.

Und das bringt uns zum Lego Batman-Filme, denn er bringt auf den Punkt was in der Wahrnehmung von Batman und in dessen unreflektierter Glorifizierung seit Jahrzehnten falsch läuft. Was Zack Snyder nie kapieren wird, der immer noch glaubt Batmans Arschlochattitüde wäre die einzige Art einen Superhelden zu erzählen und der sogar Superman genauso erzählt, weil ihm jemand der tatsächlich gut ist zu schwul wirkt. Wie unsexy, wie uncool ist jemand, der nicht an seinem Leben leidet und der tatsächlich gerne Menschen rettet.
Lego Batman erkennt diesen Charakterfehler und macht ihn zum zentralen Ankerpunkt der Geschichte. Denn es geht im Grunde nur darum, dass Batman eine sozial gestörte arme Wurst ist, der im Endeffekt nichts bewirkt.

Gleich zu Beginn des Films muss er sich vorwerfen lassen, dass er seit Jahrzehnten gegen die Schurken kämpft, aber Gotham trotz allem eine der Kriminalitätsverseuchtesten Städte der Welt ist. Und selbst der Joker erkennt das Problem, das er und Batman sich im Grunde brauchen, weil ohne seinen schillernden Dauergegner hat Batman keinen Lebenszweck. Er sitzt traurig in der Batcave und weiß nichts mit sich anzufangen.

The Lego Batman Movie voller Anspielungen auf die alten Filme. Ob Joker daran erinnert wird, dass eine Pläne im Nolan-Film oder bei Burton schon nicht geklappt haben oder die bekannten Tropen der Batman & Robin Beziehungen parodiert werden. Natürlich gibt es schwule Anklänge, natürlich gibt es Zitate auf Anti-Haifisch-Sprays und aufpoppende Comic-Geräusche und ganz nebenbei werden auch noch sexistische Klischees des Franchise hochgenommen. Etwa wenn Batman Barbara Gordon als Batgirl bezeichnet und sie nur fragt, ob sie ihn dann auch Batboy nennen darf.
Das Schöne ist: Der Film funktioniert auch emotional, denn er traut sich Batman über lange Zeit als gefühlsgestörten Idioten zu zeigen und geht dabei noch weiter als der erste Lego-Film, in dem er ja quasi nur eine Lachnummer war. Im Zusammenspiel mit Robin, Alfred und Barbara bekommt Lego Batman tatsächlich sowas wie echten Charakter.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist das extreme Tempo des Films, der eine ganze Weile braucht, bis er sich die erste Atempause gönnt. Anders als im Lego Movie, indem Emmet und Co uns langsam die Welt erklärten und deren Logik erstmal etablieren, ehe das Abenteuer losging, drückt Regisseur Chris McKay extrem aufs Gas.

Man merkt ihm seine Herkunft an, denn bisher inszenierte er über 40 Episoden von Robot Chicken und manchmal fühlen sich die Szenen in The Lego Batman Movie auch an, wie die kurzen Comedy-Clips der Stop-Motion-Serie. Da er aber hier einen Spielfilm macht und kein 15min Show, wäre etwas mehr Ruhe manchmal schön gewesen, denn das Tempo ist auf 104min manchmal etwas anstrengend.

Das ist kein großes Problem, aber ab und zu hätte ich mir ein paar mehr Pausen zum Atemholen gewünscht. Und ein paar mehr Verweise auf den übergeordneten Lego-Kosmos hätte man sich als Fan des ersten Films auch erhofft, denn es gibt zwar ein paar Cross-Over-Figuren – die aber nicht auf denselben Kosmos verweisen wie der erste Film. Und wer hoffte Emmet und WildStyle zu sehen. wird leider auch enttäuscht.

Das sind aber wie gesagt nur Kleinigkeiten. Insgesamt haben die Macher hier einen würdigen Nachfolger abgeliefert und… und das ist eigentlich noch wichtiger: The Lego Batman Movie ist der wohl beste Batman-Film der vergangenen Jahre.

Ja, The Lego Batman Movie macht Spaß und alles ist noch awesome. Also schauen wir mal was der Lego Ninjago-Movie bringt, der schon im September starte soll.

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2 Kommentare

  • Reply Hennes 14. 2. 2017 at 12:22

    Hi,

    da ist ein ziemlich großer Abschnitt im Text doppelt vorhanden, so wäre beim kopieren/einfügen der Text vom Anfang in die Mitte kopiert worden. Schau mal bitte ab “ Er ist kein Held, sondern eigentlich eine arme Wurst, der sich in coole Posen flüchtet, weil er …“ Da wurde der Anfang des Artikels bis zum selben Abschnitt wieder komplett rein kopiert.

    Außerdem ist vermutlich „Dark Knight Rises“ gemeint, anstelle von „Dark Knight Returns“.

    Zum Herrn Batman – ich fand eigentlich Michael Keaton als Batman nie so richtig dolle, bis ich dann plötzlich Christian Bale vorgesetzt bekommen habe. Seit „Dark Knight Rises“ ist jetzt dann doch wieder Herr Keaton mein Lieblingsbatman (So ich denn von anderen Medien wie den Videospielen, die ich auch sehr gut fand, absehe). Ich kaufe auch Ben Affleck seinen Batman leider nicht so recht ab und fand „Superman Returns“ gar nicht so schlecht, wogegen ich „Man of Stell“ gar nicht recht mochte. Mein Problem an der Sache ist eigentlich aber, dass ich sowohl Batman, also auch Superman eigentlich mögen WILL. Als Kind habe ich halt die Superman Filme geschaut und die Batman Serie und auch die Comics gelesen und eigentlich freue ich mich auf jeden neuen Film aus der Richtung. Meistens bekomme ich dann leider nur Gurken serviert. Aber ohne Hamburger dazu…

    Desto mehr freue ich mich auf den Lego Batman Film, der zwar für mich kaum etwas mit Batman zu tun hat, aber ich mochte den LEGO Movie und denke der hier wird auch toll.

    Mal so ganz off Topic – Wenn der Herr Affleck nicht mehr den Batman geben mag, ich fände James Purefoy als Batman mal eine tolle Idee.

  • Reply burns 15. 2. 2017 at 0:25

    Lieber Batz,

    ich lese hier seit vielen Jahren mit und mag Deine Kritiken, aber bitte: Würdest Du einmal den Text durchgehen, bevor Du ihn abschickst? Von der Menge an Tippfehlern mal abgesehen, fängt sogar mich nun langsam die fehlende Interpunktion an zu nerven.
    Einen Text so abzugeben, zeugt von einer „Mir doch wurscht, was Du davon hältst!“-Haltung gegenüber dem Leser, und wenn dem so ist, frage ich mich, warum Du überhaupt Texte veröffentlichst.
    Das clasht auch total mit der flotten, gut unterrichteten und intelligenten Schreibe, die Du draufhast und setzt die unnötig herab.
    Sorry.

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