Pixar gilt für viele deutsche Animatoren sicher immer noch als Traumarbeitsplatz. Für Saschka Unseld ist dieser Traum seit einigen Jahren Realität. Er hat an u.a. an Toy Story 3 mitgearbeitet und legt mit “The Blue Umbrella” seinen ersten Kurzfilm vor, der vor dem diese Woche startenden Pixar-Prequel “Die Monster Uni” läuft. Zur Berlinale haben wir Saschka in der Videothek Delikatessen getroffen, unserer neuen Location für den Filmcheck. Dort erzählte er uns, welche Filme ihn begeistern, welche ihn beeinflusst haben und womit man ihn jagen kann.

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After Earth – USA 2013
★★☆☆☆

Will Smith und sein Sohn stürzen auf der verwilderten Erde mit ihrem Raumschiff ab. Hilarity ensues.

Eins vorweg: Ja der Film hat sehr starke Scientology-Anklänge auch über die Tagline “Fear is a choice” hinausgehend. Aber es wäre zu einfach ihn nur deswegen zu verurteilen, weil Will Smith und seine Frau die das ganze produzieren, konzipieren und orchestrieren anscheinend der Psychosekte doch näher stehen, als sie es öffentlich gerne zugeben. Und auch das Smith und Sohn sehr bizarre Interviews geben, die die Frage stellen, von welchem Planeten sie beide stammen soll nicht der Grunde der Verurteilung sein. Auch das die letzten Filme des Gun-for-Hire Regisseurs M. Night Shyamalan grauenhaft waren spielt keine Rolle, denn auch wenn er am Drehbuch dieses Debakels mitgeschrieben hat (zusammen mit dem Typen der Book of Eli verbrochen hat), geht es nicht darum den Ruf des Regisseurs zur Vorverurteilung heranzuziehen.

Nein After Earth ist einfach nur ein schlechter SciFi-Film, dessen gute Momente sich an den Fingern einer halben Hand ablesen lassen. Er ist langweilig. Stinkend langweilig. Er baut auf eine Prämisse die selbst mit drei zugedrückten Augen keinen Sinn macht, hat extrem unsympathische Hauptfiguren, mediocre Tricks und ein Weltendesign, dass mal so überhaupt keinen Sinn macht. Blinde Monster die Menschen jagen und sie nur an ihren Angstpheromonen erkennen und die trotzdem wahnsinnig schwer zu töten sind, srsly? Eine technische Hochkultur die komplexeste Computersystem hat, aber ihre Raumschiffe aus Schilfrohr und Klopapier baut und alle wirklich lebensnotwendigen Aparate anscheinend aus Keksmaterial backt, welches bei leichtesten Erschütterungen kaputt geht. Egal ob lebensnotwendige Notrufsignale oder Atemplätzchen. Alles sieht aus wie aus Barbies Übungsbäckerei und geht leichter kaputt als ein Zwieback im Rucksack. Nicht das es heute schon robustere Geräte in Flugzeugen gibt, als sie hier in After Earth präsentiert werden. Und warum sollte ein Militärkommando auch Schusswaffen statt einem überdimensionierten Klappmesser als Standardwaffe haben. Oder Klamotten die nicht nur modisch bei Gefahr die Farbe wechseln, sondern den Träger auch schützen oder tarnen?

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Mit leichter Verspätung kommt hier Wasting Away – der Podcast über Filme die man nur mit viel Alkohol ertragen kann. In der dritten Folge freuen sich sich Sebastian und ich zunächst über Worlds End-Trailer, lobpreisen die geniale Dokumentation “Shut up little man!” und haben dann doch nicht genug Alkohol getrunken um Robert Altmans “Popeye” mit Robin Williams wirklich genießen zu können.

Wer direkt zur Filmbesprechung springen möchte: Ab 01:12:30 gehts los

Und für die Hardcorehörer gibts noch einen Exkurs zu Star Trek, den wir aus Längengründen aus Folge 2 rausgenommen hatte und einen zu Community-Staffel 4. Anmerkung: Die Folge wurde aufgezeichnet ehe bekannt wurde, dass Dan Harmon zu Community zurückkehrt.

Viel Spaß bei Wasting Away #3

Evil Dead – USA 2013
★★½☆☆

Junge Leute, Waldhütte, Dämonen, oh my.

Another month, another remake. Doch seien wir fair: Evil Dead gibt sich mehr Mühe als die meisten seelenlosen Cash-Ins die uns aus dem House Platinum Dunes entgegenschwappten. Was wohl auch daran liegt, dass hier die Macher des Originals dem neuen Regisseur Fede Alvarez als Produzenten direkt über die Schulter guckten.

Die Besetzung ist gutes Mittelmaß, niemand der im Gedächnis bleibt, aber auch niemand der als Totalausfall nervt. Wenn sie ein Problem haben, dann das sie unterfordert werden und einfach zu blaß bleiben – was besonders für den sonst ganz überzeugenden Lou Taylor Pucci gilt, der als dusseliger Science-Geek wohl die doofste Figur des Film spielen muß.

Und eines muß man Alaverez lassen, er liefert wohl die blutigsten Splatterszenen eines Mainstream-Horrorfilms in den letzten Jahren ab, der locker mit den Abscheulichkeiten der Saw-Serie mithalten kann. Das alles als überzeugende Old-Fashioned-Make-Up-Effekte ohne viel digitalen Schnick-Schnack. Ob Nadeln, Nägel, Äxte, Messer oder Kettensäger – was immer geeignet ist den Körper durch neu geschaffene Körperöffnungen zu penetrieren kommt hier genüßlich zum Einsatz.

Und im Grunde ist auch der Twist, dass die Twentysomethings nicht zum Feiern sondern um den Drogenentzug ihrer Freundin zu begleiten ins Waldhäuschen gehen eine schicke Idee. Aus der leider nicht im Ansatz das herausgeholt was sie an Potential birgt. Denn was hätte man alles aus der Gleichsetzung von Drogenentzug/Besessenheit machen können, wieviele Möglichkeiten bietet diese Idee – bis hin zu etwas radikalem, wie das es gar keine paranormalen Wesen gibt und alles nur aus Sicht der Süchtigen gezeigt wurde.

Den Beitrag „Reviews: Evil Dead, Epic (Review)“ weiterlesen…

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Vor kurzem erzählte Kevin Smith noch, dass er nach dem bei Publikum und Kritik gleichermaßen gefeierten RED STATE nur noch einen zweiteiligen Eishockey-Film drehen wolle, um das Filmemachen dann an den Nagel zu hängen und sich ganz anderen Dingen zu widmen wie YouTube oder Podcasts. Doch schon damals gab er zu, dass diese Aussage nicht definitiv sei und er vielleicht doch noch andere Sachen machen werde, wenn er wirklich Bock drauf hätte.

Den hat er wohl offensichtlich, denn wie er heute auf seiner Facebook-Seite schrieb ist der erste Drehbuchentwurf für Clerks 3 fertig:

IT IS ACCOMPLISHED! CLERKS III, FIRST DRAFT!
At 137 pages, it plays like THE EMPIRE STRIKES BACK of what’s now become the Clerks Trilogy. And I am SO in love with it. Pictured is the script with the clapboard we used on the original CLERKS. Both the old clapboard and the old filmmaker are ready to go back to Jersey for the last time…
——————
Wanna hear about it? Come see me getting SUPER GROOVY in a city near you and simply ask “How’s CLERKS III coming?”
http://seesmod.com/

Nachdem ich sowohl RED STATE als auch Clerks 2 ziemlich gern mochte und sogar Zach & Miri make a porn gute Seiten abgewinnen konnte und obendrein großer Fan von Smiths Bühnenshows bin, freue ich mich mal verhalten über die Rückkehr von Randal und Dante.

And I’m not even supposed to be here today.

Letzte Woche hatte ich die Gelegenheit mich mit J.J. Abrams, Simon Pegg und Alice Eve über den neuen Trek-Film zu unterhalten. Dabei fragte ich Abrams, ob er inzwischen mit den Serien warm geworden ist, warum es immer noch keine Queer-Charaktere in Trek gibt und ob er sich davor fürchtet Star Wars zu versauen, weil Simon Pegg ihn dann umbringen wird.

Zum Start von Star Trek Into Darkness habe ich mit manniac für moviepilot eine Episode der Faktenflut zum Thema Trek gemacht, inkl. drei Fakten die direkt von J.J. Abrams, Simon Pegg und Alice Eve kommen. Without much further ado: Das MovieBäm zu Star Trek.

Auf dem San Francisco Film Festival hat sich Steven Soderbergh mal den gesammelten Frust von der Seele geranted und dabei eine Bestandsaufnahme des derzeitigen Studio-Systems und des US-Kinos im Allgemeinen vorgenommen. Vieles klingt sehr plausibel, erhellend und bestätigt was man als Filmjournalist selbst so am Rande mitbekommt. Besonders interessant ist seine Erklärung warum es für Studios uninteressant ist, einen kleinen Film für 10 Mio$ in die Kinos zu bringen, wenn es im Marketing genausoviel kostet wie einen Tentpole-Movie für 150 Mio$.

Hier gebt es zum vollständigen Text seiner Rede. Im Video seht ihr einige Ausschnitte mit den wichtigsten Aussagen, die das Film Festival eigentlich nur zu Dokumentationszwecken anfertigen ließ. Nach dem Riesenecho den Soderberghs Rede entschlossen sie sich es zu veröffentlichen.

“Speaking of meetings, the meetings have gotten pretty weird. There are fewer and fewer executives who are in the business because they love movies. There are fewer and fewer executives that know movies. So it can become a very strange situation. I mean, I know how to drive a car, but I wouldn’t presume to sit in a meeting with an engineer and tell him how to build one, and that’s kind of what you feel like when you’re in these meetings. You’ve got people who don’t know movies and don’t watch movies for pleasure deciding what movie you’re going to be allowed to make. That’s one reason studio movies aren’t better than they are, and that’s one reason that cinema, as I’m defining it, is shrinking.”

[via: Indywire]

Agent Coulton wird ja bekanntlich re-animiert und kämpft ohne Hilfe der Avengers gegen Superschurken, Aliens und anderes Geschmeiss. Hier kommt endlich der erste Trailer zur Serie die von Joss Whedon produziert wird: Agents of S.H.I.E.L.D. – nicht zu verwechseln mit dem TV-Film “Nick Fury – Agent of S.H.I.E.L.D.” mit David Hasselhoff ^^

“Scheisse, aber total scheisse” – “Genau, ich werd nichts ins Grab gehen ohne das Sequel zu sehen.”

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In Folge 1 widmeten wir uns ROAD HOUSE als Hauptfilm. In der zweiten Folge unseres Filmcasts zu “Filmen die man nur mit Alkohol ertragen kann” quatschen Sebastian und ich zunächst über Iron Man 3, dem Trailer zu Pacific Rim und klären die Frage ob Promis-Kickstartern sollten und widmen uns schließlich ausführlich der wahnwitzigen Trashperle “BIRDEMIC – SHOCK & TERROR

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“I have no idea what I’m supposed to do! I only know what I CAN do!”

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Originaltitel: Star Trek Into Darkness
Herstellungsland: USA 2013
Regie: J.J. Abrams
Buch: Orchi, Porchi & D’oh!
Darsteller: Chris Pine, Sylar, Judge Dredd, Zoe Saldana, Simon Pegg, That Asiandude, Anton Yelchin, Sherlock, Thatwoman FromthatTVshow, Robocop

★★★☆☆

Kirk ist kaum aus der Garage raus mit der Enterprise da verstossen er und Spock auch schon gegen die Prime Directive und werden degradiert. Doch dann wird Starfleet vom Terroristen John Harris angegriffen und Kirk und Co. gehen auf Rachemission um ihn im klingonischen Sperrgebiet zu stellen…

Machen wir es kurz: Für alle die Star Trek immer schon doof fanden, ist auch der zweite Teil wunderbare Hirn-Aus-Unterhaltung mit hohem Schauwertfaktor, einigen sehr schicken Action-Set Pieces, guter- zum Teil sogar brillanter Besetzung – und deutlich weniger Lensflares als im Vorgänger. Wer nicht mehr vom Kinobesuch erwartet als kernige Männer, karikierte Charaktere und schöne Bilder findet hier den wahrscheinlich unterhaltsamsten, wenn auch nicht den schönsten Sci-Fi-Film des bisherigen Jahres (den Schönheitspreis gewinnt bisher Oblivion). Und als Trek-Fan kann ich auf der pragmatischen-rationalen Ebene auch anerkennen, dass die Filme als Tentpole-Release nur funktionieren können, wenn sie so breit wie möglich schießen und den Nerd/Geek/Fan-Faktor getrost ignorieren. Nicht umsonst betonen Abrams und sein Produzent Bryan Burke bei jeder Gelegenheit, dass sie die Serien nie mochten und ihr einziges Ziel war Filme zu machen die ohne jegliches Vorwissen anguckbar sind. Sie behaupten nie etwas anderes machen zu wollen, spielen mit offenen Karten, was ja durchaus sympathisch ist und sie davor bewahrt am eigenen Anspruch zu scheitern. Denn als das was er sein will funktioniert Star Trek Into Darkness absolut.

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Iron Man 3 – USA 2013
★★★½☆

Iron Man – frisch traumatisiert von den Ereignissen in The Avengers, fordert ungewollt den Mandarin heraus, der ihn daraufhin scheinbar persönlich ins Visier nimmt…

Shane Black liefert einen ganz soliden Beitrag zur Iron Man-Reihe ab, der in jedem Fall cineastischer und unterhaltsamer ist als der vergeigte zweite Teil, der vor lauter Avengers anteasen nicht dazu kam eine eigene Story zu erzählen. Die Action-Setpieces sind wohldosiert über den Film verstreut, das 3D ist absolut überflüssig und Szenen wie die Zerstörung von Starks Anwesen fühlen sich realistisch genug an um einen gewissen Eindruck zu machen. Obendrein ist der Look im sympathischen Retrostil gehalten. Nicht ganz so luftig wie die Avengers, aber auch bar jeder “dirty, gritty, darkness” die die Nolan-Filme (und wahrscheinlich auch “Man of Steel”) so monoton und öde macht, liefert Black einen Actionfilm in der Anmutung der frühen 90er Jahre. Saftige, warme Farben und ein polierter Look, der sich nicht am heute üblichen blau/gelb/grün-Color-Grading a la Michael Bay orientiert. Und das mit dem Subplot des Extremis-Virus ein sehr typisches Comicelement eingeführt wird, ist grundsätzlich auch nicht schlecht. Auch nett das die Chemie zu Rhode diesmal besser ist und Don Cheadle sich in der Rolle mehr zuhause fühlt als im Vorgänger.

Was Blacks Film holpern lässt ist das Skript und der recht unausgegorene Ton des Films, der Iron Man als Figur weniger ernst nimmt und fast das Gefühl aufkommen lässt, es wäre dem Regisseur unangenehm echte Gefühle und Emotionen zuzulassen. Zu oft ist Iron Man 3 “to cool for school” – um mal eine passende 80er Floskel zu verwenden. Er flüchtet sich in Slapstick, kalauernde Oneliner (die gerade in der grauenerregenden Synchro schwer zu ertragen sind und mehr nach “Die Zwei” klingen als nach einem aktuellen Film) und reserviert Emotionen für cheesige Nostalgie. Klar: Tony Stark ist ironischer Typ, der mit Popkulturzitaten um sich wirft, gerne post und wenig wirklich ernstnehmen will. Das ist okay und macht Robert Downey Jr. zu einer so idealen Besetzung für die Rolle. Was seine bisherigen Auftritte ausgemacht hat, war allerdings, dass sich der Film selbst nie mit Stark gemein gemacht hat, sondern die ganzen Quips und Gags als ein Element seines Charakters schilderte – was gerade in Whedons Dialogen in The Avengers wunderbar funktionierte.

Den Beitrag „Kurzreviews: Iron Man 3, Maniac, The Room (Review)“ weiterlesen…

“Road House transzendiert die Doofheit”

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Sebastian und Batz starten mit dieser Woche einen neuen, unregelmässigen Podcast, der sich neben aktuellen Film und Serien-Starts vor allem einem Thema widmet: Dem Trashfilm. Wir nehmen uns ein Beispiel an Max Golds Radiotrinkerin und starten den Podcast nüchtern, brauchen dann aber spätestens wenns zum Hauptfilm kommt eine Menge Alkohol. Vor allem wenn der Film ROAD HOUSE heißt, denn ich an diesem Abend zum ersten Mal gesehen habe. Wasting Away – der Filmpodcast.

Doch ehe es spirituell wird, diskutieren wir in dieser ersten Folge vor allem die aktuellen Thriller/Horror-Serien die in den letzten Wochen gestartet sind: Von Hannibal über Bates Motel bis zur Netflix Eigenproduktion Hemlock Grove und dem Amazon Piloten zur Zombieland-Serie

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Doctor Who ist die dienstälteste SciFi-Serie der Welt – derzeit läuft die aktuelle Staffel in der BBC. Was es mit der TARDIS, Daleks, Sarah Jane und Sonic Screwdriver und Spin-Offs auf sich hat, gibt es jetzt im Schnelldurchlauf für alle Neueinsteiger und Fans. Für die Faktenflut haben wir die wichtigsten Facts und die nettesten Trivias rund um Doctor Who zusammengestellt.

“Wollen sie vielleicht einen kostenlosen Persönlichkeitstest machen?”

Originaltitel: Oblivion
Herstellungsland:USA 2013
Regie & Buch: Joseph Kosinski
Darsteller: Tom Cruise, Morgan Freeman, Olga Kurylenko, Nikolaj Coster-Waldau, Andrea Riseborough

★★★☆☆

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Jack Harper alias Tom Cruise ist Dronenwärter auf der vom Krieg mit Aliens zerstörten Erde. Als er eine menschliche Überlebende in einem abgestürzten Raumschiff findet, beginnt sich alles was er über sein Leben weiß aufzulösen…

Joseph Kosinski hat ein Händchen für eindrucksvolle Bilder und deswegen ist Oblivion wie Tron:Legacy vor allem eins: Schick anzusehen. Frank Lloyd Wright meets Applestore in ästhetisch ausgesucht eleganten Settings, inklusive einem Swimming Pool über den Wolken der so wunderschön ist, das die Frage ob die Menschen dort oben nicht erfrieren würden nur kurzzeitig aufblitzt.

SOME SPOILERS AHEAD

Die Stimmung des Films ist auch durchaus sympathisch über weite Strecken. Tom Cruise, der trotz seiner schlechtgelaunten Susi am Touchpad relativ allein wirkt, erledigt seinen Job und weckt Erinnerungen an Silent Running, Dark Star oder für die jüngeren Zuschauer: Moon (mit dem er mehr gemein hat, als man sich wünschen würde). Trotzdem ist es ganz lustig Cruise als Hauswart der abgewrackten Erde dabei zuzusehen, wie er Dronen repariert und mit seinen iShip durch die Gegend fliegt.

Das er den braven Hausmeister nicht verinnnerlicht hat, das die Story die man ihm erzählte was passiert sei nicht stimmt, das weiß man spätestens nach dem Trailer und deswegen schleicht sich alllerdings auch immer wieder Ungeduld ein. Die Bilder sind toll, doch die Geschichte ist dünn und Kokotschinski erzählt sie in elegischer Ausführlichkeit, während aus dem Dolby Atmos System Tron-Tracks von Rudis Resterampe puckern, die diesmal allerdings nicht von Daft Punk sondern von M83 stammen.

Den Beitrag „Oblivion (Review)“ weiterlesen…

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Die Kollegen bei Schnittberichte.com haben einen interessanten Hinweis geposted, wie der Verleih WILD BUNCH die ursprüngliche FSK18-Freigabe von Harmony Korines SPRING BREAKERS auf die kassenträchtigere FSK16 drücken konnte. Der Film blieb uncut, aber eine Texttafel am Ende stellte klar, dass die bösen Mädels nicht ungestraft entkommen sind:

“Wild Bunch bestätigte uns auf Anfrage, dass die deutsche Fassung im Gegensatz zur Originalversion vor dem Abspann noch eine Texteinblendung enthält, die das Schicksal der Mädels in ein wesentlich rechtsstaatlicheres Bild rückt. Kommen die verbliebenen Antiheldinnen im Original wohl unbehelligt davon, lässt die deutsche Fassung ihre Zuschauer wissen, dass sie später verhaftet wurden, eine lange Haftstrafe verbüßen und eine sich im weiteren Prozessverlauf umbringt.”

Ob der Regisseur dazu sein okay gegeben hat ist leider nicht bekannt. Aus Marketinggründen ist das natürlich durchaus verständlich, hat der Film auf Grund der Besetzung doch das Potential eine junge Zielgruppe zu erreichen. Und da er bis auf die Textergänzung uncut blieb, ist das ganze natürlich weniger krass als in vergleichbaren Fällen, wo tatsächlich für eine niederigere Freigabe der Film gekürzt wurde (zuletzt bei Schwarzeneggers THE LAST STAND). Dennoch verfälscht ein pädagogisch entschärftes Ende durch die Texttafeln den Film nicht unerheblich.

Das ich Roger Ebert sehr schätzte habe ich hier ja schon oft zum Ausdruck gebracht. Das sein zu früher Tod tragisch und ein echter Verlust ist, brauche ich hoffentlich nicht extra zu betonen.
Doug Walker alias The Nostalgia Critic hat jetzt einen wundervollen, emotionalen und sehr persönlichen Nachruf produziert in dem er nochmal auf den Punkt bringt, warum Ebert so wichtig war – egal ob man seiner Meinung zustimmte oder nicht.

UPDATE: Aus dem gegebenem wie traurigen Anlass seines Todes hier nochmal ein Text von 2008 in dem ich damals erklärt habe, warum ich Roger Ebert verdammt gerne hatte. Sein Kampf gegen den Krebs, sein Mut und seine ungebrochene Liebe zum Film waren bewundernswert. Das er diesen Kampf jetzt im Alter von 70 Jahren doch verloren hat und damit wie sein Freund Gene Siskel viel zu früh starb, um so trauriger. Ich werd dich vermissen Roger. Deine Texte, deine Tweets und dein Glauben daran das Kino mehr ist als nur flackernde Vergänglichkeit.

Ich bin niemand der Idole hat. Denn Idole bedeuten immer eine unkritische Vergötterung und das liegt mir einfach nicht. Das bedeutet jedoch nicht, daß es nicht Menschen gibt vor denen ich immensen Respekt habe und eine große Zuneigung zu ihnen und ihrer Arbeit verspüre.

Rogert Ebert ist einer dieser Menschen. Er ist vielleicht der berühmteste Filmkritiker der Welt und eine der wenigen Legenden, die sich diesen Status hart erarbeitet haben. Ihm und seinem verstorbenen Kollegen Gene Siskel mit dem er 20 Jahre lang Siskel & Ebert moderierte gebührt der Verdienst ernsthafte, geistreiche, unterhaltsame, leidenschaftliche und spannende Filmkritik im Fernsehen populär gemacht zu haben.

Wenn sich Siskel und Ebert stritten flogen die Fetzen, es ging hart zur Sache und es wurde ernstlich gestritten. Die beiden zeigten dem Publikum, daß man sich mit Filmen auseinandersetzen kann, das man unterschiedlicher Meinung sein kann und sich dennoch respektieren.

Den Beitrag „I love Roger“ weiterlesen…

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Richard Griffiths ist tot. Die meisten kennen den britischen Charakterdarsteller wohl als Onkel Vernon aus den Harry Potter Filmen oder Filmen wie Sleepy Hollow, Hugo oder Naked Gun 2. Seine berühmteste Rolle spielte er in Whitnail & I, dem britischen Kultfilm aus den 80er Jahren in der er als bizarrer Onkel Monty brillierte. Auf der Bühne war er ein vielbeschäftigter Akteur (u.a. neben Daniel Radcliffe in Equus) mit großer Präsenz, Humor und gewissem Temperament (er warf schonmal Leute aus Vorstellungen wenn Leute sie Handy nicht ausgemacht hatten). Eine seiner eindrucksvollsten Rollen war die des Lehrers Hector in History Boys, die er erst auf der Bühne und schließlich auch in der Verfilmung spielte.

Er starb gestern im Alter von 65 an den Komplikationen einer Herzoperation.

Daniel Radcliffe schrieb dazu: “Richard was by my side during two of the most important moments of my career. In August 2000, before official production had even begun on Potter, we filmed a shot outside the Dursleys’, which was my first ever shot as Harry. I was nervous and he made me feel at ease.

Seven years later, we embarked on Equus together. It was my first time doing a play but, terrified as I was, his encouragement, tutelage and humour made it a joy. In fact, any room he walked into was made twice as funny and twice as clever just by his presence. I am proud to say I knew him.”

Griffiths’ Withnail & I Co-Star Richard E. Grant schrieb auf Twitter: “My beloved ‘Uncle Monty’ Richard Griffiths died last night. Chin-Chin my dear friend.”

(via: BBC und Orange News)

G.I. Joe 2 – Die Abrechnung (G.I. Joe 2 – Retaliation) – USA 2012/13
★★☆☆☆

Zartan hat sich als US-Präsident verkleidet und intrigiert gegen die Joes. Die versuchen ihn zu enttarnen ehe er die Weltherrschaft übernimmt.. oder so…

Auweiha. Das ist ja mal ein schöner Schuss in den Ofen. Schade eigentlich, denn der erste Teil war überkandidelter, spassiger Trash – der seiner Vorlage durchaus angemessen war. Und irgendwo in diesem verkorksten, überkomplizierten Drehbuch von Gi.I. Joe 2 liegt sogar ein klassischer Bond-Film versteckt den ich gerne sehen würde.

Doch leider versackt das Ganze in einem Skript mit viel zu vielen scheissegalen Figuren ohne Charakter und zu vielen Szenen in denen Leute herumstehen und langweiliges Zeug reden. Bruce Willis hat offenbar mal wieder so gar keinen Bock gehabt und kommt deswegen auch nur für 10min überhaupt vor, hat eine halbe Actionszene und wollte sich ansonsten wohl wenig bewegen – weswegen die meisten Szenen mit ihm in einem Vorstadtreihenhaus spielen – so eine Art My Crib in langweilig. Hui noch eine Waffe im Kühlschrank, wie lustig – lass mich diese Szene noch 10x sehen, die wird ja immer lustiger je länger sie läuft. Not.

Channing Tatum wollte wohl auch wichtigeres erledigen und trotz Nachdreh mit ihm ist er ca. 6min zu sehen. Was uns mit Dwanye Johnson und seiner Bande von Langweilern zurücklässt die einer austauschbarer sind als der andere. Die dann mit viel zusammenhanglosen Actionszenen, die wirken als wären sie von jemand gedreht worden der keine Ahnung hat worum es im Film überhaupt geht, einen im Grunde ganz charmanten und vor allem simplen Plot verhunzen. Und sich dabei viel zu ernst nehmen. Like really fucking to seriuos. G.I. Joes sollten kein Drama spielen und keine grimmigen Söldnersätze ausspucken denn sie sind lebende Comicfiguren denen nolansche grittyness genauso schlecht bekommt wie Inzestsex einer Disney-Prinzessin.

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