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That there is one damn fine coat you're wearin'.

Originaltitel: Sin City
Herstellungsland: USA 2005
Regie: Frank Miller, Robert Rodriguez, Quentin Tarantino
Darsteller: Jessica Alba, Rutger Hauer, Elijah Wood, Bruce Willis, Benicio Del Toro, Michael Madsen, Clive Owen, Mickey Rourke, Nick Stahl


★★★★½

Denken Sie sich ein Superlativ ihrer Wahl und setzen sie es als Bewertung für Sin City ein. Großartig, brilliant, innovativ etc. Wenige Filme haben eine derartige Welle an Goodwill und positiver Kritik vor sich hergetrieben, wie Sin City. Ein Film der eigentlich alles das macht, was man von einem Erfolgsfilm nicht erwartet. Er ist in Schwarz-Weiß, er ist erst frei ab 18, er ist ein Anthologie-Film, er hat Überlänge. Oft genug reicht eines davon um einen Film krepieren zu lassen, wenn er nicht grade "Titanic" oder "Lord of the Rings" heisst.

Doch Regie-Guerrilla Robert Rodriguez ist ein unberechenbarer Bastard und es muß konstatiert werden, das der Film allen positiven Reviews gerecht wird. Nicht nur der Trailer sah gut aus: Auch der Film ist es. Die hochgradig stilisierte Vignetten-Sammlung nach Frank Millers düsteren Serie-Noir Comics, Stories von Mord und Verrat, Liebe und Verlust, Rache und Betrug, sieht großartig aus und die Optik passt wie Faust aufs Auge zum Hard-Boiled-Style, dem sich die verschiedenen Off-Erzähler befleissigen.

Wo einem George Lucas mit seinen gruseligen Star Wars Episoden die Schauspielführung vor Green-Screen zu Totalausfall wird und selbst Mimen wie Ewan McGregor und Samuel L. Jackson zu Knallchargen verkommen, da hat Allroundtalent Rodriguez alles im Griff. Auch wenn sich die meisten Darsteller nie gegenüber standen und der gesamte Film am Computer zusammengebaut wurde, hat man nie das Gefühl das die Figuren mit der Luft reden oder ins Leere starren, anstatt ihr Gegenüber anzusehen. Die All-Star-Cast darf sich mal mit mal gegen den Typ besetzt in plakativen, testosteron-triefenden Monologen austoben, an denen Mickey Spillaine seine helle Freude hätte. Der schmale Grad auf dem sie wandern, ist ihnen dabei stets bewusst und dank der gradlinigen Reduktion auf das wesentliche schaffen es alle die Mike Hammer-Gedächnissätze nie albern wirken zu lassen. BaSin City wird im Rahmen der Erzählung ernst genommen und nicht ironisiert, alles ist nunmal überlebensgroß. Die Gangster sind härter, die Psychopathen durchgeknallter und die guten Cops zäher als es die Polizei erlaubt.

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"Kretsche to the rescue!"

Originaltitel: King Kong
Herstellungsland: Neuseeland / USA 2005
Regie: Peter Jackson
Darsteller: Naomi Watts, Jack Black, Adrien Brody, Andy Serkis, Jamie Bell

King Kong
★★★☆☆

Zur Beachtung: Review enthält Spoiler

Für die drei Leute die die letzten 100 Jahre in einem Erdloch verbracht haben:
30er Jahre, Depression. Der abgewrackte Regisseur Denham (Jack Black) unternimmt mit seinem Minimalfilmteam und zwei Schauspielern eine Reise auf einem Seelenverkäufer um ein mythisches Eiland als Kulisse für sein nächsten Streifen zu entdecken. Das Eiland ist zwar unentdeckt, aber nicht unbewohnt. Eine Horde schlechtgelaunter Stabhochsprung-Neger greift sie an und verschleppt die Hauptdarstellerin um sie nach Landessitte zu opfern.
Statt gefressen zu werden freundet sich die Gute aber mit dem Riesenaffen an, dem sie eigentlich geöpfert werden soll. Kong schüttelt sie zwar stundenlang wie ein ein Pennäler der eine unzüchtige Geste macht, lässt sich dann aber von ihren Jonglierkünsten besänftigen. Ein Traumpaar!
Dummerweise beschließt die Filmcrew den Affen einzufangen, was ihr nach einigen Umstänlichkeiten auch gelingt. Der Affe wird als Attraktion nach New York verschleppt, rastet bei seiner Premierenvorführung aus, legt weite Teile Manhattens in Klump und lässt sich nach einem romantischen Zwischenspiel mit Naomi Watts vom Empire State Building schießen.

Selten hat mich ein Film in diesem Jahr so zwigespalten zurückgelassen, wie King Kong. Das Peter Jackson seine Probleme hat sich von Material zu trennen, ist seit dem zweiten Teil von LOTR bekannt und wurde in den zwölf Enden von Return of the King nocheinmal eindrucksvoll bestätigt. Vielleicht hat er auch etwas falsch verstanden, als die Produzenten sagten "Peter wir wollen diesmal etwas weniger von dir…" und fing deswegen seine Radikaldiät an, statt das Drehbuch noch etwas zu trimmen.
King Kong ist zu lang. Das Original, dem Storytechnisch wenig hinzugefügt wird brachte es auf rund 90 Minuten, die Neuverfilmung läuft locker mal doppelt so lange, ohne das wirklich mehr passiert.

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“Sand wird überschätzt…”

Eternal Sunshine

Originaltitel: Eternal Sunshine of the Spotless Mind
Herstellungsland: USA 2004
Regie: Michel Gondry
Darsteller: Jim Carrey, Kate Winslet, Kirsten Dunst, Tom Wilkinson, Elijah Wood
★★★☆☆

Bisweilen hat man dieses Gefühl, das jemand einem einen Witz erzählt, von dem man genau weiß wie er ausgeht. Das mag in Ordnung sein, wenn es ein guter Witz ist. Problematisch wird es wenn der Witz 108 Minuten geht.

Ein ähnliches Gefühl beschlich mich nach 20 Minuten in “Eternal sunshine…” – man weiß wohin die Reise geht, darf aber keine Abkürzung nehmen.

Dabei ist die Grundidee eine sehr schöne, die zumindest eine solide 30min Twilight Zone-Folge abgegeben hätte: Was wäre, wenn man unliebsame, schmerzliche Erinnerungen einfach aus dem Gedächnis tilgen kann um unbelastet sein Leben weiter zu führen. Eines der einprägsamsten Bilder des Films ist denn auch der Moment in dem die männliche Hauptrolle (Held wäre für diesen Langweiler zuviel gesagt), eine Karte erhält auf dem steht, das ihn seine Freundin aus dem Gedächnis löschen ließ und er sie bitte nicht mehr dran erinnern soll.

Was für Möglichkeiten einer Geschichte. Wie satirisch und pointiert hätte man sezieren können, ob es tatsächlich wünschenswert ist selektiv Erinnerungen zu löschen. Leider entschließt sich der Film dazu eine handelsübliche Liebesgeschichte zu erzählen. Und das in einem Tempo und einer Bildsprache, die Eric Rohmer-Filme als gewagte, hyperkinetische Popkultur erscheinen lassen.

Bar jeden Humors stolpern die Figuren durch den Film. Alles ist in fahlen Tönen gehalten, was per se kein Negativum ist, in Zusammenspiel mit der elegischen Erzählweise und der freudlosen Handlung sehr ermüdet.

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"Please just let me go, please… "

Originaltitel: Hostel
Herstellungsland: USA 2005
Regie: Eli Roth
Darsteller: Jay Hernandez Derek Richardson, Eythor Gudjonsson, Barbara Nedeljakova, Jana Kaderabkova

★★☆☆☆

Hostel

Zur Beachtung: Review enthält Spoiler

Zwei amerikanische Rucksacktouristen, Paxton, Josh und der Isländer Oli durchstreifen Europa. Natürlich ist es dort genau wie sie es sich vorgestellt haben. In Holland wird nur gekifft und gepimpert und in der Slovakai sind die Städte hässlich un die Leute creepy. Sehr creepy sogar.

Denn nachdem der Besuch einer slovakischen Stadt sich erst recht vielversprechend anließ, mit drei dickbusigen Lokalschönheiten die es gar nicht erwarten konnten mit den drei Ami-Typen Whoopee zu machen, nimmt die Sache schnell eine unerfreuliche Wendung, als Oli und Josh kurz nacheinander verschwinden und Paxton herausfindet, daß die kleine Slovakenstadt sich ihr Einkommen mit einem Folterhospital aufbessert. Reiche Europäer und Amerikaner können dort einen Urlaub buchen um den ultimativen Kick zu genießen: Menschen zu foltern und zu töten.
Die dafür notwendigen Opfer rekrutriert man aus vorbeistreunenden Backpackern, die kaum jemand vermisst.

Da ist er also, Eli Roths heißerwarteter zweiter Film nach Cabin Fever . Gut ich gebe zu, ich hab den Film nicht so heiß erwartet, fand ich schon Roths Erstling maßlos überschätzt und letztlich ziemlich öde.

Sein neues Werk, für welches diesmal Tarantino seinen Namen als "presenter" hergibt, reiht sich prima ein in die Reihe von vorhersehbaren Terrorfilmen, die detailverliebt aber letztlich vorherhsehbar die Lust am voyeristischen Folterfilm bedienen ohne dabei wirklich was originelles oder spannendes zu erzählen. Der Film kokettiert streckenweise damit wie "hart und dreckig" er doch gemacht ist, aber im Endeffekt fehlen ihm die Eier um wirklich zu schockieren.

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“Beneath this mask there is more than flesh. There is an idea, Mr. Creedy, and ideas are bulletproof. “

Originaltitel: V for Vendetta
Herstellungsland: Deutschland USA 2006
Regie: James McTeigue
Darsteller: Natalie Portman Hugo Weaving Stephen Rea John Hurt Stephen Fry

★★★★½

Vendetta

England in nicht allzuferner Zukunft. Ein defacto faschistischen System kontrolliert das Land. Die Welt hat sich weitergedreht. Amerika ist im Chaos versunken. Bürgerkrieg. Im vereinten Königreich bestimmen Ausgangssperren und Kontrollen den Alltag, Berieselung vom gleichgeschalteten staatlichen Fernsehen.
Am 5. November, dem Tag an dem in England traditionell Guy Fawkes gedacht wird, einem Revolutionär der 1605 versuchte König James I. zu stürzen, bringt ein Terroranschlag Unruhe ins Land. Eine mit Guy-Fawkes-Maske verkleidete Figur orchestriert einen Bombenanschlag und dringt danach in den Fernsehsender ein und zwingt die Verantwortlichen eine Videobotschaft landesweit auszustrahlen, die die Bürger aufruft in genau einem Jahr auf die Straße zu gehen und gegen die Herschaft ihres Diktaters Sutler zu protestieren. Als Zeichen würde an genau jenem Tag das Parlamentsgebäude inklusive Big Ben gesprengt. Die junge TV-Angestellte Evey wird ungewollt in den Strudel des Terrors hineingezogen, als der maskierte Rächer V ihr zufällig das Leben rettet. Während die Regierung mit Härte reagiert, verfolgt V seine eigene Agenda, nimmt Rache an den Männern die ihm und England Unvorstellbares antaten. Währendessen entdeckt der gegen ihn ermittelnde Kommissar, nach und nach die unbequeme Wahrheit über seine Regierung.

Ein Tag. Zwei Filme. Zwei Erwartungen. Gestern habe ich V for Vendetta und The Producers gesehen. Ich war mir ziemlich sicher, das mir The Producers gefallen würde, hatte allerdings meien Zweifel was Vendetta anging. Lagen mir doch einige vergurkte Comic-Verfilmungen noch schwer im Magen, machte der Actionlastige Trailer und das Hirnhämmernde “From the creators of the Matrix-Trilogy” auch nicht grade Lust den auf den Film. Super. Hatten die Warchowski-Brossers mal wieder einen hirnlosen, pseudoanspruchsvollen Ballerpeng-Film für 14jr Videospielepileptiker gedreht.
Lediglich die Vorlage, ein Comic-Roman von Alan Moore, versprach zumindest etwas Niveau, aber auch dessen Werke waren schon grottig verfilmt worden: League of extraordinary gentleman oder der schnarchlangweilige From Hell. Grund genug für Moore, sich noch vor Fertigstellung dieses Films davon zu distanzieren.

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Der Graf von Monte Hype
Originaltitel: Oldboy
Herstellungsland: Südkorea 2003
Regie: Park Chan-wook

Darsteller: Choi Min-Sik, Yu Ji-Tae, Kang Hye-Jeong, Ji Dae-Han

★★½☆☆

Anmerkung: Review enthält Spoiler!

Holt die Stromstöcke raus, ihr werdet mich hassen für diese Besprechung.

Sheesh, where to begin.

Mit Geheimtipps ist das ja immer so eine Sache. Besonders beim Fantasy-Filmfest enpuppen sich die viel gelobten "Knaller" ja oft als doch eher durchschnittliche Kost. Ich denke da an die letztjährige Werke wie "Wrong Turn", "Cabin Fever", "Monster Man" oder "Ju On – The Grudge"… oder den diesjährigen Hype "Haute Tension".

Meist routiniert gefilmtes Genrekino, im besten Fall ganz unterhaltsam, aber keinerlei Offenbarung für jemanden dessen Kinoerfahrung länger als zehn Jahre zurückreicht. Im ärgerlichen Fall schlicht langweiliger Mist.

Jetzt also Oldboy. Fast wünschte ich im Kino der Film wäre nicht so hochgejubelt worden, dann wär die Erwartungshaltung geringer.

Der Film erzählt eine Rachegeschichte. Ein Mann namens Dae-su Oh wird 15jahrelang ohne Angabe von Gründen eingesperrt, dann freigelassen und geht auf einen Rachefeldzug. Sein Peiniger spielt ein Katz und Klops-Spiel mit ihm, fordert ihn auf herauszufinden warum er eingesperrt wurde.

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“Never Cry Wolf…”

Crywolf

Cry_Wolf – USA 2005
★★★☆☆

Ach ja, mal wieder ein Teenie-Slasher. Nur das diesmal eigentlich nicht sonderlich viel geslasht wird. Cry_Wolf spielt an einem Internat. Eine Gruppe von Schüler setzt sich mit dem Thema Manipulation und Lüge auseinander – wie leicht können Leute manipuliert werden, wie leichtgläubig sind Menschen? Man beschließt einen praktischen Testzu starten und denkt sich, basierend auf einem tatsächlich passierten Mord eine verwegene Story eines Serienkillers aus, der von Schule zu Schule zieht und schon im ganzen Land seine Opfer suchte. Verbreitet wird das ganze dann an alle Mitschüler per email. Der Streich klappt wunderbar, langsam breitet sich Panik ind er Schule aus. Doch schon bald scheint aus dem Spaß ernst zu werden, als sich der erfundene Killer per Internet tatsächlich bei den Schülern meldet.

Gut, ich geb zu ich ging mit sehr niederigen Erwartungen an den Streifen, da ich wußte das er in den USA nicht grade sehr wohlwollend besprochen wurde. Umso größer mein Erstaunen, das hier – trotz der Mitwirkung von JonBonJovi in einer Nebenrolle – keineswegs eine Gurke sondern ein solider kleiner Thriller gedreht wurde.

Julian Morris, ein ausgesprochen purzlig anzusehender junger Mann aus England, spielt die Hauptrolle des Owen der neu an das Internat kommt und die zwilichtige Truppe kennenlernt, mit der er zusammen den makaberen Streich ausheckt. Da er niemanden wirklich kennt, glaubt er zunächst als sich der Killer meldet an einen Scherz seiner neuen Freunde, doch schon bald verschwindet der erste von ihnen spurlos.

Regieneuling Jeff Wadlow spielt routiniert mit Schreckmomenten, Genrekonventionen und Erwartungen und liefert eine Auflösung die zwar nicht brüllend originell ist aber dennoch befriedigt. Fokus der Story ist weniger das Abschlachten der Kids nach dem Zehn-Kleine-Negerlein-Prinzip, wie man es von Filmen dieser Art gewohnt ist – viel mehr steht das Mißtrauen innerhalb der Gruppe, bei der bald niemand mehr dem anderen vertraut und auch der Lehrkörper nicht ganz das zu sein scheint was er vorgibt im Mittelpunkt.

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"KREISCH!!!"

Originaltitel: The Descent
Herstellungsland: Großbritannien 2005
Regie: Neil Marshall
Darsteller: MyAnna Buring, Craig Conway, Natalie Jackson Men

the descent

★★☆☆☆

Zur Beachtung: Review enthält Spoiler

Hier die komplette Story des Films. Eine Truppe junge Frauen, von denen eine durch den Unfalltod ihres Mannes und ihrer Tochter traumatisiert ist, beschließen einen Abenteuertrip und wollen ein wenig in einer Höhle herumkrabbeln. Blöderweise hat eine aus der Gruppe beschlossen, das Abenteuer noch etwas spannender zu gestalten, indem sie statt einer bekannten abgesicherten Höhle eine noch unerkundete herausgesucht hat, wovon die anderen Mädels aber nischte wissen. Die Truppe krabbelt in die Höhle, verirrt sich nachdem eine Höhlenwand eingestürzt ist und muß feststellen das sich anscheind Gollum und die Morlocks mal gepaart haben, denn deren Nachfahren (die ich insgeheim Gorloks getauft habe) leben in der Höhle und verknuspern eine Tussi nach der anderen. Das übliche zehn kleine Negerleinspiel unterbrochen von viel Kreisch und zig Varianten des klassischen "Du denkst da kommt was, der Held guckt hin, da ist nichts, aber wenn er sich umdreht isses doch da"-Buh-Effektes.

Gorloks
Die Väter der Gorloks: Morlock und Gollum

Irgendwie ist es jedesmal dasselbe mit den Hypes vom Fantasy-Filmfest. Ob jetzt Oldboy oder Haute Tension, zumeist lassen mich die vielgerühmten Filme dann doch relativ kalt.
Ich mochte Dog Soldiers vom selben Regisseur, einen soliden und spassig anzuschauenden Werwolf-Streifen. Zwar stammten die Figuren auch dort aus dem Charakterbaukasten für Genrefiguren und das Ganze war munter aus besseren Vorbildern zusammengeklaut, aber dennoch hatte der Film einen gewissen Drive, der ihn unterhaltsam machte.
Er hatte zudem einen unschätzbaren Vorteil gegenüber The Descent: Man hat etwas gesehen.
Im Höhlenkrabbelfilm fühlte ich mich permanent an den alten Spruch "kämpfende Neger im Tunnel" erinnert. Die Werbezeile des Films lautet zwar: "Afraid of the dark? You will be." – Vergessen wurde aber wohl, das man sich nur dann gruselt, wenn man überhaupt was sieht und das zum anderen Figuren da sein sollten, bei denen es einen schert ob sie Kapheister gehen oder durchkommen.
The Descent überschlägt sich nicht grade mit Charakterisierung. Im wesentlichen gibt es drei Figuren. Die Heldin die man mögen soll, weil es ihren Ollen und die Tochter zerbatzt hat. Ihre beste Freundin, die man mögen soll weil sie die beste Freundin ist. Und einen Lucy-Liu-Verschnitt der die Ethnic-Tough-Bitch mimen darf, die man zur Genüge aus Horrorfilmen kennt, von Aliens bis Resident Evil. Der Rest der Truppe ist Kanonenfutter und im Dunkeln kann man sie eh nicht auseinanderhalten.

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"I think you've made a mistake. We're not heroes! "

Originaltitel: Chronicles of Narnia: The Lion, the Witch & the Wardrobe, The
Herstellungsland: USA 2005
Regie: Andrew Adamson
Darsteller: Georgie Henley, William Moseley, Skandar Keynes, Anna Popplewell, Tilda Swinton


★½☆☆☆

Narnia gören
Narnia Kinder beim in der Gegend herumstaunen

Zur Beachtung: Review enthält Spoiler

Zweiter Weltkrieg, vier Kinder werden aus nicht näher genannten Gründen zu einem obskuren Professor aufs Land evakuiert. Beim Versteckspiel im riesigen Landhaus entdecken sie das ein Wandschrank der Zugang zu einem Land namens Narnia darstellt. Dort angekommen werden sie als die lang erwarteten Retter und Thronfolger empfangen, die das Land von der Herrschaft einer bösen Schneehexe befreien sollen. Eines der Kinder, Edmund, läßt sich von der Hexe verführen und bringt alle in Gefahr. Der mächtige Löwe Aslan opfert sich für ihn. In einer großen Schlußschlacht werden die Horden der Hexe besiegt. Die Kinder können aus dem Schrank kommen.

Ich ging mit gemischten Erwartungen in den Film. Leider war das ganze dann nichtmal ein gemischtes Vergnügen, sondern doch sehr gleichmässig anstrengend. Hauptsächlicher Nervfaktor sind die Kinder, die ich den schlimmsten Super-Nanny Kandidaten nicht wünsche. Zwei nervige mopsgesichtige Mädchen die aussehen, wie geklonte Rene Zellwegers – beide mit je einem Gesichtsausdruck: Die Kleine muß permanent niedlich erstaunt ihre Milchzähne blecken, die Ältere guckt immer etwas borniert und ungefickt aus der Wäsche. Die Jungen sind keinen Deut besser. Ein Lukas-Haas mit Bauchweh-Look-a-like darf den grummelnden Edmund geben. Und irgendein talentfreier Saubermann ohne jegliche Mimik spielt den strahlenden Königssohn Peter. So gut, so stark so laaaangweilig, das man schreien möchte. Nichts an diesen Blagen ist liebenswert, so aseptisch saubergeschrubbt eiern sie durch den weitgehend ereignislosen Film.
In Narnia ist trotz viel Gezetter im Grunde nicht viel los. Und warum die Gören als Erretter angesehen werden, und es nun ausgerechnet vier Menschenkinder braucht, die die dummen Untermenschen aus der Unterjochung führen wird auch nie recht klar. Sonderlich viel Charisma oder erwähnenswerte Talente haben die Youngster nicht aufzubieten. Edmund verrät für Schlickerkram und aus Naivität seine Familie, Peter ist zu doof ein Schwert richtigrum zu halten und man denkt immer er würde mit einem Lineal rumfuchteln. Die Mädchen müssen im wesentlichen erstaunt gucken oder heulen und tragen auch wenig zur Rettung Narnias bei. Eher stehen sie alle im Weg rum und man fragt sich ob der Löwe SicteLan nicht auch alleine mit der Schneeschlampe aufgeräumt hätte. Was an ihnen so huldigenswert ist, bleibt wohl Geheimnis von C.S. Lewis.

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I made that armour! (…) It's not magic; it's just shiny.

Brothers grimm

Originaltitel: Brothers Grimm, The
Herstellungsland: Tschechische Republik / USA 2005
Regie: Terry Gilliam
Darsteller: Matt Damon, Heath Ledger, Jonathan Pryce, Lena Headey, Peter Stormare

★★★☆☆

Es ist ein wenig schade, wenn man aus einem guten Film kommt und dennoch nicht ganz zufrieden ist. Vielleicht wäre es für Gilliam besser gewesen, den Film unter Pseudonym zu drehen, dann hätten sich die meisten wohl an einem gut gemachten, witzigen und wendungsreichen Fantasyfilm erfreut, der einige schöne Momente skurrillen, an Monty Python gemahnenden Humor aufweist. Die Erwartungshaltung wäre die gewesen, einen routinierten Hollywoodblockbuster zu sehen und man hätte sich gefreut, das man mehr bekommen hat, als man dachte.

Doch der Reihe nach. Brothers Grimm – Gebrüder Grimm wäre sicher ein für deutsche Zuschauer sehr unverständlicher Titel gewesen, da ja niemand hier weiß wer das sein soll, und außerdem klingt Brossers ja auch viel cooler und schnittiger – Brothers Grimm also, erzählt die Geschichte der beiden Titelfiguren Jakob und Wilhelm, die im Gegensatz zu ihren realen Vorbildern nicht Märchenerzähler sondern fahrende Hochstapler sind. Den Grundplot hat man so schon gesehen, nicht zuletzt im Steve Martin-Vehikel "Leap of Faith – Der Scheinheilige" – Ein paar Betrüger gaukeln der leichtgläubigen Landbevölkerung Übernatürliches vor und sehen sicht letztlich mit realen Wundern und Phantasmen konfrontiert. Im Deutschland um Siebzehnschlagmichtot geistern die Grimme Brüder nun durchs französisch besetzte Deutschland und verschrecken die Bauern, bis ihnen die Obrigkeit auf die Schliche kommt. Doch statt einer Strafe, sollen die beiden das Verschwinden von Kindern in einem abgelegenen Dorf aufklären.Irgendjemand würde dort Unheimliches antäuschen und Päntz entführen. Natürlich stellt sich heraus, das dort keine Con-Artisten ihr Unwesen treiben und auch die abgebrühten Brüder lernen, das an Märchen und Sagen mehr dran ist als die Schulweisheit und soweiter….

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"Oh, those girls are ten a penny. You've got so much more. You've got – you've got – a wonderful personality!"

Originaltitel: Corpse Bride
Herstellungsland: Großbritannien 2005
Regie: Tim Burton, Mike Johnson
Darsteller: Johnny Depp, Helena Bonham-Carter, Christopher Lee, Tracy Ullman, Richard E. Grant

★★★★☆

Corpse Bride

Zur Beachtung: Review kann Spoiler enthalten

Ein kurioses Filmjahr. Die Publikumszahlen gingen zurück, die Blockbuster fehlten und doch gibt es rückblickend mehr lohnenswerte Filme als noch im Vorjahr.

Zwei erstaunliche Regisseure mit dem Hang zum schwarzhumorig-absurden bringen in diesem Jahr jeweils gleich zwei neue Filme heraus. Der stets vom völligen Zusammenbruch bedrohte Terry Gilliam, meldet sich nach Jahren der Flaute mit dem halb-geglückten Brothers Grimm sowie mit dem anstehenden Tideland zurück. Tim Burton, dem man schon nach dem quirlig-herzwärmenden "Charlie and the chocolate factory" seinen Affenfilm-Faux-Pas endgültig verziehen hatte, reicht pünktlich zu Halloween seine neueste Animations-Extravaganz "The Corpse Bride" nach.

Wie auch schon bei den stilistisch sehr ähnlichen, von Burton produzierten Filmen "Nightmare before christmas" und der Roald Dahl-Verfilmung "James and the Giant Peach", scheiden sich die Geister an Look und Feel dieses Film. Burton bleibt sich treu.
Die Story des jungen Victor, der, aus neureicher Familie stammend in eine bankrotte Edelfamilie einheiraten und die junge Victoria ehelichen soll, bei der Probe zur Hochzeit jedoch versehentlich die Leiche einer ermordete junge Braut zur Frau nimmt, die darauf besteht das er seinen Schwur einhält, weist viele Parallelen zu den Vorgängerfilmen, ja sogar zu Burtons Animationserstling "Vincent" auf.
Wieder staksen groteske, langbeinige Figuren durch düster-gothische Kulissen, wieder steuert Hauskomponist Danny Elfmann Musik und Songs bei. Wieder darf ein Hund aus dem Jenseits an die Seite seines Herrchens zurückkehren – Seit Frankenweenie ein immer wiederkehrendes Element in Burtons Erzählkosmos.

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"Wieso hat er den verdammten Apfel da reingehängt? Er wußte doch was passiert?"

Originaltitel: Antikörper
Herstellungsland: Deutschland 2005
Regie: Christian Alvart
Darsteller: Wotan Wilke Möhring, Heinz Hoenig, André Hennicke, Hauke Diekamp

★★★☆☆

Antikörper

Die Konstellation ist bekannt und in kaum einer Vorschau wird versäumt daraufhinzuweisen. Ja Antikörper hat eine ähnliche Konstelation wie jener Psychokiller-Film mit Jodie Foster. Es gibt einen eingesperrten Serienkiller, der gerne Spielchen spielt und von einem unerfahrenen Bullen vom Lande verhört wird.
Auch der Regisseur ist sich dessen gewahr und kann sich eine Spitze gegen den übermächtigen Konkurrent aus Hollywood nicht verkneifen. Angriff ist die beste Verteidigung. Denn Antikörper hat mehr zu bieten, als lediglich einen Abklatsch von "Silence of the Lambs" oder dem völlig überschätzen "Seven".

Zum Inhalt: Gabriel Engel (Erzengel Gabriel – Vollstrecker göttlichen Willens? – Meta-text ick hör dir Trapsen) hat als Kruzifixmörder die Nation seit Jahrne in Atem gehalten. Endlich ist es einer Soko gelungen ihn in Berlin dingfest zu machen, nicht jedoch bevor er sein dreizehntes Opfer, wieder einen kleinen Jungen mißbraucht und umgebracht hat.
Gabriel scheint die Verhaftung nichts auzumachen, genüßlich gesteht er alle Morde, ohne die abstoßensten Details auszusparen. – Alle Morde bis auf einen. Den an einem zwölfjährigen Mädchen will er nicht begangen haben. Dorfpolizist Martens, der seit Jahren vergeblich versuchte den Fall zu klären, reist in die Großstadt und wird Opfer des Psychospiels das sich Gabriel für ihn ausgedacht hat.

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Even Im edible, but that is called cannibalism, dear children and is frowned upon in most societies.

Originaltitel: Charlie and the Chocolate Factory
Herstellungsland: USA / UK 2005
Regie: Tim Burton
Darsteller: Freddie Highmore, Johnny Depp, Helena Bonham Carter, Christopher Lee

★★★★☆

Unwillkürlich muß man an W.C.Fields denken: Wer Tiere und kleine Kinder hasst, kann kein schlechter Mensch sein. Wenn Johnny Depp als Willy Wonka nach Jahren des Eremitendasein die Tore seiner geheimnisumwitterten Süßwarenfabrik öffnet um fünf Kindern einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren, dann spricht vor allem eines aus seinem Blick: Ekel. Wo Gene Wilder, in der von Autor Roald Dahl gehassten 1971er Verfilmung seines Buches, als ulkiger Derwisch durch sein Schokoladenland hopste, da agiert Johnny Depps Wonka mit umwerfenden Menschenekel.
Irgendwo zwischen Jack Skellington und Howard Hughes. Gummiebehandschuht, alleine auf seine Arbeit fokussiert, mit scharfem Verstand und doch kindlichem Gemüt und kaum ausgebildeten sozialen Kompetenzen. Er ist "weird", er ist "creepy" – er wirkt wie ein fröhlicher Psychopath, der jederzeit überschnappen könnte.
Und er ist großartig. Seine Mimik ist ein Highlight in einem an Schauwerten und exzellenten Schauspielern keineswegs armen Film. Jedes Kind ist trefflich besetzt, dies sind mit Ausnahme des knuddelig gutherzigen Charlie alles "Kids you love to hate", die alles vereinen was einem an Kindern auf den Geist gehen kann. Von der verwöhnten kleinen Göre über den verfressenen Dummkopf bis zum videotischen Daddelbengel – keines dieser Kind erzeugt Mitleid, wenn es beim Fabrikbesuch den von Wonka arrangierten Unfällen zum Opfer fällt. Einzig Charlie und sein knarziger Großvater verdienen unsere Sympathie. Sicher hier wird mit der groben Kelle verteilt, die Guten sind so gut das es scheppert und die dummen, ignoranten, bösartigen Menschen sind überzeichnet bis zur Karikatur. Burtons Jugendbuchverfilmung, ist ein visuelles Fest, mit sarkastischem Humor, surrealer Grandezza und herzerwärmender Liebenswürdigkeit. Sollte ihm jemand das "Planet of the Apes"-Remake noch nachtragen, dieser Film muß als Entschuldigung mehr als reichen.

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Mike: They're pretending to be alive…

Riley: Isn't that what we're doing? Pretending to be alive?

Originaltitel: Land of the Dead
Herstellungsland: USA / FR / CN 2005
Regie: George A. Romero
Darsteller: Simon Baker, Dennis Hopper, Asia Argento, Eugene Clark, John Leguizamo

★★★½☆

Land of the dead

Es ist schön den Satz "Manchmal kommen sie wieder" schreiben zu können, ohne an Unionspolitiker zu denken.
Zum vierten Mal lässt George Romero jetzt also die Zombies los. 1968 kamen sie zum ersten Mal. "they're coming to get you Barbra", 1978 dann die "Dämmerung der Toten", die bei uns Zombie hieß und nur in der actionlastigen, dafür inhaltsleereren Schnittfassung von Argento auf den Markt kam, später in den Sog der Video-Nastie-Diskussion geriet und ganz verboten wurde. Bis heute kann man "Dawn of the Dead" bei uns nur in einer stark gekürzten Fassung sehen, die dem Film kaum gerecht wird.
"Day of the dead" – die zynische Abrechnung mit der Militärgläubigkeit der Reagan-Jahre, von 1985, ein schwarzhumorig-grimmiges Kammerspiel ereilte natürlich dasselbe Schicksal. Das sich hier niemand die Mühe machte, die Filme auf ihre Meta-Ebene zu durchleuchten, ist im Lande von Alexander Kluge und Co. schon fast selbstverständlich.

Ganze zwanzig Jahre hat es gedauert bis Romero grünes Licht für eine weitere Folge seiner Untoten-Serie erhielt. Nur vier Filme konnte er seit 1985 umsetzen, zu riskant, zu eigensinnig erscheint der bärige Pittsburgher Hollywood, als das sie ihm ihr gutes Geld anvertrauen mochten.
Ironischerweise half ihm dabei das slicke, maingestreamte Hollywood-Remake seines "Dawn of the dead" das unerwartet erfolgreich war. Jahrelang ging Romero mit dem Skript for "Dead Reckoning" hausieren, aber erst die actionreiche Re-Imagination (wie man das ja heute so euphemistisch umschreibt) seines Klassikers sorgte dafür, das der Vater der Zombies einen Film drehen durfte. Vielleicht liegt es auch an der gegenwärtigen Stimmung, vielleicht brauchen düstere Zeiten, wie jene in denen wir leben, diese Filme. Vielleicht war das Kino auch wirklich erst unter George W. bereit für die Renaissance des Genres. Das Romero dafür auch fünf Millionen weniger bekam, als das mit 20 Millionen Dollar eh schon recht günstige Dawn-Remake, spricht für das tiefe Mißtrauen, das die Industrie ihm entgegenbringt.

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“Seems the one who really missed the ship, was me…”

PoseidonOriginaltitel: Poseidon
Herstellungsland: USA 2006
Regie: Wolfgang Petersen
Darsteller: Kurt Russel, Richard Dreyfuss, Josh Lucas, Mike Vogel, Emmy Rossum, Kevin Dillon

★★★☆☆

Auf und nieder, immer wieder. Mit der Poseidon ist es wie mit der Titanic oder einem Yoyo, sie geht immer wieder gerne unter. So auch in der Neuverfilmung des Katastrophenfilm-Klassikers Die Hölllenfahrt der Poseidon” von 1972. Die Story ist die gleiche geblieben: Am Silvesterabend wird das Luxuskreuzfahrtschiff Poseidon kurz nach Null Uhr von einer gigantischen Welle erfasst und herumgewirbelt. Sie endet Kieloben im Meer dümpelnd, derweil sich eine Horde überlebender auf dem Weg macht vom Ballsaal gen Heck zu krabbeln in der Hoffnung dort gerettet zu werden. Statt Ernest Borgnine, Shelley Winters und Co. dürfen sich diesmal der altgediente Katastrophenrecke Kurt Russel, nebst Tochter und deren Freund, Richard Dreyfuss als depressiver Altschwuler, sowie Nebenrollen-Hengst Josh Lucas und die üblichen Schreifrauen und Kinder durch den havarierten Kahn kämpfen.

Zeit also mal wieder für einen Popcornfilm, dachte man sich. Drehen wir doch mal Titanic, aber diesmal für Männer. Ohne Celine Dion-Geschnulze, ohne Postkartenkitschbilder, ohne König-der-Welt-Gesabbel. schmierige Arbeiterromantik, verkackte Anschmachtmomente und ohne dicke Frauen am Bug die Eisberge anlocken. Drehen wir ein Remake von “Poseidon Inferno”.

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Angriff der Klamauk-Bots – Es gibt Reis, Lord Vader!

Originaltitel: Star Wars: Episode III – Revenge of the Sith
Herstellungsland: USA 2005
Regie: George Lucas
Darsteller: Ewan McGregor, Hayden Christensen, Natalie Portman, Ian McDiarmid
★★½☆☆

Episode III Star Worse

Es ist schwer jemanden noch zu mögen, wenn er einem in den ersten zwei Minuten die man ihn kennt auf die Schuhe spuckt.
Ungefähr so fühlte ich mich ab der ersten Minute im neuen Star Wars-Film. Ich hatte meine Erwartungen nach Episode I und II ja schon heruntergeschraubt, ich dachte, wenn ich wenig erwarte, dann könnte ich auch nicht enttäuscht werden… Aber es ist Herrn Lucas ein weiteres Mal gelungen, über zwei Stunden auf meinen Kindheitserinnerungen herumzutrampeln und einer charmant-naiven Weltraumfabel bei lebendigem Leib des Herz herauszureißen.

Dabei wollte ich den Film irgendwie mögen, mich am Ende der Trilogie irgendwie mit Star Wars versöhnen, das in meiner Kindheit noch Krieg der Sterne genannt wurde.. Doch selbst wenn ich den Anfangstext in der Diktion einer Blouevard- Gazette ignoriere eröffnet der Film mit einem Totalausfall.
Christopher Lee und irgendein digitaler Hühnerhabicht mit Keuchhusten namens General Grievous haben angeblich den späteren Imperator Palpatine gekidnapped und Obi-Wan und Anakin eilen zur Rettung. Was der Anfang einer rasanten Raumschlacht sein könnte, entpuppt sich aber schnell als Knallerbse, denn wie schon in Episode 2 dienen Droiden mal wieder als Comic Relief, fragt sich nur Relief wovon, denn noch ist im Film gar nichts passiert…
Das hindert Lucas aber nicht daran die Klamauk-Bots auf Obi-Wan loszulassen, das es nur so zirpt. Lustige Geräusche und Roboter-Slapstick vom schlimmsten – fast als wären die Drei Stooges zusammen mit Adam Sandler und Chris Rock als Blechbüchsen wiedergeboren worden. Stolpern, holpern, tischirpen, lustige Sachen sagen… wer dachte die furchtbare Szene aus Episode 2 in der C3PO und R2D2 durch eine Fabrik torkeln durfte, wären an Peinlichkeit kaum zu toppen, der wird hier zum ersten Mal eines Besseren belehrt. Die ersten 20 Minuten des Films sind ein einziger Roboter-Kalauer. Das selbst R2D2 mittlerweile rumhüpft, fliegt und springt wie ein Transformer dem ne Duracell im Hals steckt, wundert da auch nicht mehr.

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"Hautse hautse.. immer auffe Schnauze…"

Originaltitel: (Green Street) Hooligans
Herstellungsland: Großbritannien / USA 2004
Regie: Lexi Alexander
Darsteller: Elijah Wood, Charlie Hunnam, Claire Forlani, Marc Warren

★★☆☆☆

Hooligans

Okay, ich gebe zu Fußball ist jetzt nicht grade ein Sport dem ich sehr viel Empathie entgegenbringe.

Ich gebe auch zu, das der Hauptgrund warum ich mir Hooligans angesehen habe der war, das ich sehen wollte ob die beiden Berufspurzel Charlie Hunnam (Queer as Folk) und Elijah Wood (Lord of the Rings) es überzeugend schaffen, ein paar toughe Typen zu spielen.

Zur Handlung: Der junge Matt Bruckner fliegt aus Harvard raus, weil er für einen Studienkollegen Drogenbesitz auf sich genommen hat. Das der Kollege ihn verarscht hat, merkt er zu spät. Um sich abzulenken reist er nach London und besucht seine Schwester und ihren Mann Steve. Der war früher einmal Anführer einer "Firm" wie sich die militanten Fußballfans eines Vereines nennen, seiner Familie zuliebe hat er sich jedoch aus der Szene zurückgezogen. Sein Bruder Pete hat seine Nachfolge angetreten. Er freundet sich schnell mit Matt an und führt ihn das Leben der Hooligans ein, deren schönstes Ziel es ist sich mit gegnerischen Fans auf die Fresse zu hauen. Anfangs noch geschockt, entdeckt Matt bald den Reiz dieser Blut und Boden-Spielchen und wird zum aktiven Mitschläger. Da er von Haus aus Journalistikstudent ist, schreibt er seine Erfahrungen in einem Tagebuch nieder, was zum Eklat führt, als die Mitglieder der Firm dahinterkommen. Pete stellt sich vor Matt, kann aber einen Bruch nicht verhindern. Ein frustriertes Mitglied der Green Street Hooligans gibt einer feindlichen Firm einen Tipp und es kommt zum finalen Kampf, auf Leben und Tod, in den auch Steve widerwillen hineingezogen wird.

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Mit großer Macht kommt großer Blödsinn

Originaltitel: Spider-Man 2
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2004
Regie: Sam Raimi

Darsteller: Tobey Maguire, Kirsten Dunst, Alfred Molina, James Franco, Elizabeth Banks

★★½☆☆

Du liebe Güte! Spider-Man ist zurück. Ja dieser realistische Superheld. Der so menschlich wirkt weil er mit all den Alltagsproblem zu kämpfen hat genau wie wir Durchschnittloser. Und was für ein Loser er ist. Der komplette erste und der halbe zweite Akt des Films beschäftigt sich nur damit Peter Parker als unselbständiges weinerlich-vertrotteltes Arschloch zu zeigen, der es wirklich so richtig dolle schwer hat. Er wird ausm Pizzabotenjob geworfen, vom Uniprofessor angemault, verliert sein Freundin in spe und seine Spinnekräfte stottern plötzlich. Und weil er so "süss" linkisch ist fällt er dauernd aufs Maul oder eckt irgendwo an, weil er ja anscheind die motorische Koordinationsgabe eines epileptischen Tanzbären besitzt.

Nach zehn Minuten des Films hat man den Wink der Filmemacher verstanden: Jau, uns' Peter is ne arme Sau. Schade das der Film nicht müde wird, uns diese Tatsache zu erzählen. Immer wieder. 40 Minuten. 50 Minuten. Wir erleben einen Helden bei dem man schon froh ist, wenn er beim Nutella-Brot streichen keine bleibenden Verletzungen erleidet.

Nebenher wird neuerlich die Mär vom genialen Wissenschaftler runtergeleiert, der durch ein hirnrissiges Experiment plötzlich zum wahnsinnigen Superschurken mutiert. Was genau an der feinsinnigen Storyführung eines Stan Lee immer so gelobt wird, erschloß sich mir schon beim Lesen seiner alten Comics nicht – doch auch die Filmvariante der Doc Ock-Kreation ist an Dämlichkeit schwer zu überbieten. Doctor Octalus wird das Opfer einer Reihe in den Rücken eingelassener Lastkräne die bei der Präsentation seines Lebenswerkes, einer superdupihuiboahwat-Energiequelle, die er noch nie vorher getestet hat, dummerweise mit ihm verschmelzen und fortan seine Sinne vernebeln und lustige Scharaden aufführen. Nebenbei zischeln sie wie die Schlange Kah und verstehen es FSK12-kompatibel Menschen zu töten.

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"May I take your hats, your coats, your swastikas? "

Originaltitel: Producers, The
Herstellungsland: USA 2005
Regie: Susan Stroman
Darsteller: Nathan Lane Matthew Broderick Uma Thurman Will Ferrel


★★½☆☆

producers

Max Bialystock (Nathan Lane) ist ein abghalfterter, erfolgloser Broadway-Produzent. Grad ist sein letztes Stück "Hamlet – The Musical" gefloppt, da läuft ihm der neurotische Buchhalter Leo Bloom (Mathew Broderick) über den Weg. Der stellt beiläufig bei der Durchsicht der Bücher fest, das man wohl mehr Geld mit einem gezielten FLop machen können, als mit den kläglichen Versuchen echte Erfolge zu produzieren. Max wird sofort hellhörig. Er überredet Leo mit ihm zusammen einen gewaltigen FLop zu produzieren um dann mit den unterschlagenen Produktionsgeldern abzuhauen. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach dem schlechtesten Stück aller Zeiten und werden in dem Werk eines durchgeknallten Exildeutschen (Will Ferell) fündig: Springtime for Hitler, einer absurden Hommage an den von allen mißverstandenen Gröfaz.

Schnell wird noch ein miserabler, unglaublich tuntiger Regisseur und eien ebenso talentfreie Besetzung engagiert und schon sollte der lukrative Flop perfekt sein. Leider entpuppt sich die Produktion als Riesenerfolg….

Manchen Filmen bringt man einfach ein sehr großes wohlwollen entgegen. Ich mag Mel Brooks Frühwerke, inklusive der Filmvorlage für dieses Musical. Ich mag Mathew Broderick und Nathan Lane, Uma Thurman und Will Ferell und ich liebe schrille Musicals wie Little Shop of Horror, Moulin Rouge oder auch die bekannten Klassiker aus den goldenen 50ern.

Ich wollte mich wirklich mitreißen lassen von diesem Film, dessen Broadway-Version seit Jahren immer neue Rekorde bricht und mit Lane und Broderick auch in London sehr erfolgreich lief. Nur leider passierte nichts. Die Musik ist eingängig und nett, die Story ist hinreichend albern und überdreht, aber dennoch zog mich dieses Musical nie wirklich in seine Welt.

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"Why would you worry about me? We don't even like each other, remember? "

Originaltitel: Final Destination 3
Herstellungsland: USA 2006
Regie: James Wong
Darsteller: Mary Elizabeth Winstead, Ryan Merriman, Harris Allan, Jessica Amlee, Texas Battle

★★½☆☆

final destination

Wieder einmal pfuscht eine Unheilsvision dem Plan des Todes ins Handwerk. Waren es im ersten und zweiten Teil des FD-Franchises ein Flugzeugunglück und eine Massenkarambolage auf der Autobahn, die jeweils ein jugendlicher Held vorhersah und damit eine Gruppe von Leuten rettete, die eigentlich auf der Todesliste standen, so muß im dritten Teil ein Achterbahnunfall herhalten. Im Mittelpunkt stehen zwei Paare, die zusammen mit vielen Klassenkameraden in die Devils-Ride-Bahn einsteigen. Wendy hat schon vorher ein ungutes Gefühl, der gesamte Rummelplatz wirkt auf sie bedrohlich, als sie für das Jahrbuch der Schule Fotos von ihren Klassenkameraden macht. Durch einen Zufall sitzt Wendys Freund neben ihrer Freundin und sie landet am Ende des Wagens mit deren Freund Kevin. An dieser Stelle schlägt die Vision zu und WANG, sieht sie die Achterbahn aus den Gleisen fliegen und alle grausam umkommen. Gott sei Dank, war die Szene wie in den anderen Filmen wieder nur eine Vorblende, die ihr genug Zeit lässt Panik zu bekommen und aus der Achterbahn auszusteigen, zusammen mit einigen ihrer Klassenkameraden.

Wie nicht anders zu erwartem wird die Vision Wirklichkeit. Ihr Freund und ihre Freundin sterben – sie bleibt mit Kevin und den anderen am Leben. Und wieder beginnt das alte Spiel, der Tod versucht sich diejenigen zu holen die dem Unglück entkamen und beginnt sie auf phantasievolle Weise durch kleine Alltagszufälle umzubringen. Immer schön in der Reihenfolge in der sie auf der Achterbahn gestorben wären.

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