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"Grow these back…"

Originaltitel: X-Men: The Last Stand
Herstellungsland: USA 2006
Regie: Brett Ratner
Darsteller: Patrick Stewart, Hugh Jackman, Ian McKellen, Halle Berry, Famke Janssen

★★★★☆

X-Men 3

Zur Beachtung: Review enthält leichte Spoiler

Zum dritten Mal bereits treten die X-Men an. Und wie schon die ersten Male geht es bei diesen Superhelden vorrangig darum Probleme zu klären, die mit ihrem Anderssein zusammenhängen als den üblichen Heldenkram zu erledigen. Nachdem im letzten Film der Präsident überzeugt werden konnte, daß die Menschen und Mutanten friedlich koexistieren können, könnte alles so schön sein.

Lediglich Magneto (Ian McKellen), Ex-KZ-Häftling mit der Fähigkeit Metall zu beherrschen, ist weiterhin davon überzeugt, daß die Menschheit eine Gefahr darstellt, die die Mutanten letztlich vernichten will. Als ein Pharmakonzern ein Heilmittel erfindet, das dauerhaft das Mutationsgen unterdrückt und somit Mutanten kurieren kann, ist dies nur Wasser auf seine Mühlen.
In der Tat gibt es Hinweise, das die Kur nicht so freiwillig verabreicht wird, wie man es vorgibt.

Der psychologische Druck auf die Andersartigen sich "kurieren" zu lassen wächst. Auch einige Mutantenwie Rogue überlegen sich "heilen" zu lassen um endlich ganz normal zu sein, endlich dazuzugehören. Professer Xavier (Patrick Stewart), Leiter des Internats für Mutantenkinder und Verfechter eines friedlichen Zusammenlebens zwischen Mensch und Mutant, sieht sich erneut zwischen den Stühlen.  Magneto scharrt immer mehr Mutanten um sich, plant die Hersteller des Heilmittels auszulöschen. Die Regierung wappnet sich gegen die Mutanten und zu alledem kehrt auch die telekinetisch begabte Jean Grey, die sich im zweiten Teil für ihre Freunde opferte zurück. Allerdings ist sie nicht mehr dieselbe wie zuvor und droht zur tödlichen Gefahr zu werden.

Meine erste Reaktion als ich hörte das Brian Singer, Regisseur der ersten beiden Filme den dritten X-Men-Streifen nicht mehr drehen will, weil er sich lieber "Superman Lives" widmen wollte, und das stattdessen Brent Ratner die Regie übernimmt, war nur: Bitte nicht!

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Grave Robbers from Outer Space!

hitchhikers

Originaltitel: Hitchhiker's Guide to the Galaxy, The
Herstellungsland: Großbritannien / USA 2005
Regie: Garth Jennings
Darsteller: Martin Freeman, Sam Rockwell, Mos Def, Zooey Deschanel, John Malkovich, Stephen Fry, Alan Rickman

★★☆☆☆

Okay. Soweit keine Überraschungen. Im Gegensatz zu "Star Worse- Episode III" waren bedingt durch die Ausschnitte und Trailer die Erwartungen an die Hollywood-Version des Anhalters nicht allzuhoch. Sicher es gibt Namen im Cast die aufmerken lassen: Stephen Fry als Stimme des Buches ist zweifellos ein gelungener Wurf, schon in den Audiobooks von Harry Potter, weiß er durch Understatement und leise Ironie zu gefallen, er ist ein gelungener Ersatz für die vertraute Stimme von Peter Jones, der dem Anhalter bis zu seinem Tod die Erzählstimme lieh. Auch Alan Rickman als Stimme von Roboter Marvin weiß grundsätzlich zu gefallen. Wenn sie nur die Chance hätte einen Bruchteil der Dinge zu sagen, die Marvin in den früheren Versionen des Anhalters so originell machten.

Der Film ließ mich resigniert zurück. Ich hatte das Gefühl, im Vorzimmer einer Behörde gesessen zu haben, in dem jemand, dem der Sinn für Humor im Alter von zwölf chirurgisch entfernt wurde, einem Amerikaner im grellen Hawaiihemd versucht den Hitchhiker nachzuerzählen… und der wirklich jede Pointe in den Sand setzt. Jede.

Es gibt Lieblingswitze. Man weiß wie sie enden, man weiß was passieren wird. Man ist nicht überrascht, aber man amüsiert sich dennoch. Gute Komödien haben diesen Effekt. Bisher hatte das beim Anhalter immer geklappt. Egal ob die originale Hörspielreihe, die Fernsehserie, das Computerspiel oder die Bücher – es gab immer Variationen der bekannten Geschichte und es war immer witzig. Gut über die letzten beiden Bücher des Hitchhikers kann man diskutieren, es ist bekannt, das Adams zu dieser Zeit eigentlich von Arthur Dent die Schnauze voll hatte und eigentlich keine Comedy mehr schreiben wollte, aber im Großen und Ganzen war stets nachvollziehbar, warum der Hitchhiker Kultstatus geniesst und in mehr als einer Variante in Wissenschaft und Popkultur zitiert wurde.

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“Wooooowwww”

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The Fantastic Four – USA 2005
★★☆☆☆

Einer der Filme deren Trailer schon so nichtssagend war, das ich mir den Film für einen
DVD-Abend aufhob. Vier Astronauten wollen irgendeine Radioaktive Wolke im Weltraum beobachten, etwas geht schief, sie mutieren nach und nach zu Elastikmann, Unsichtbare Frau, Streichholzmann und Ziegelwandmann. Achja ihr Auftraggeber hat auch was abbekommen und wird kurz vor Schluß des ereignislosen Films zu Dr. Kapuzenmännchen und will die Weltherrschaft oder Pfandwertbriefe oder was Superbösewichte halt so wollen.

Was ist es eigentlich mit Stan Lee-Comics, das sie so wahnsinnig tiefgründig sein soll? Vielleicht muß man amerikanische Maßstäbe anlegen, aber die meisten Stories der Comiclegende sind doch genau genommen ziemlich doof. Gegen die Backgroundstories von Spider-Man, Hulk und Fanta4 wirken doch Superman und Batman wie Shakespeare.
Der ganze Film ist einer der unspektakulärsten Blockbuster die ich gesehen habe. Nichts dagegen das in einem Superheldenfilm auch mal geredet wird, X-Men sind ein gutes Beispiel für interessante Charakterzeichnungen in dem Genre, aber bei den Fanta4 passiert wirklich nix. Das ganze sieht aus und fühlt sich an wie ein Samstagmorgen-Cartoon.

Die Tricks sind absolut unterdurchschnittlich, das Ding alias Ziegelwandmann sieht in jeder Sekunde aus wie ein Schauspieler im Gummikostüm, keien Spur von Gravitas und echtem Stein.. und Elastomann darf einige der hingepfuschtesten Morph-Stretcheffekte der letzten 10 Jahre vorführen. Wo auch immer die 100 Millionen Dollar-Budget hinverschwunden sind – auf der Leinwand sieht man nichts davon, vielleicht sollte man mal prüfen, ob einige der Beteiligten jüngst größere Anschaffungen getätigt haben.

Inhaltlich wird Fanta4 locker von der Disney-Familienkomödie Sky High in die Tasche gesteckt, die zudem auch die interessanteren Bilder und Hauptdarsteller aufweisen kann.
Die meiste Zeit des Films entdecken die Figuren das sie jetzt Superkräfte haben. Und reden darüber.. und stellen fest das sie imme rnoch Superkräfte haben. Und machen flache Witzchen, das es die Sau graust.

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Lisa Reisert: Is it Jack for short?

Jackson Ripner: No. I haven't gone by Jack since I was ten years old Last name's Ripner.

Lisa Reisert: Jack Ripner… Jack theee….oooohhhh.

Jackson Ripner: There you go.

Red Eye

Originaltitel: Red-Eye
Herstellungsland: USA: 2005
Regie: Wes Craven
Darsteller: Rachel McAdams, Cillian Murphy, Brian Cox

★★★☆☆

Ich mag zu milde sein mit Wes Craven. Aber bis auf "Scream 3" und "Music of the Heart", habe ich ihm wenig wirklich übel genommen. Selbst "Vampires in Brooklyn" war auf interessante Art und Weise mißlungen und hatte ein, zwei nette Momente, auch wenn Eddie Murphy fast immer scheusslich ist, es sei denn er synchronisiert einen Esel.

Ich empfand selbst Cravens-Werwolf-Heuler "Cursed" in der Unrated-Fassung noch ganz ulkig. Er konnte nicht an den Ingwer-Schnapps-Filmen klingeln, war aber solide-durchschnittliche Abendunterhaltung. Das mag aber auch dran liegen, das ich eine Schwäche für Werwolffilme habe. Genau wie beim Thema Killerspinnen, ist es schwer in dem Bereich etwas zu drehen das ich wirklich völlig mißlungen finde. Aber abwarten, vielleicht dreht Sophie Coppola ja mal einen Werwolf-Film. Lost in Transformation.

Craven ist vielleicht kein Meisterregisseur, aber er ist ein guter Handwerker. Er weiß welche Strippen er ziehen muß, um eine Reaktion zu erzielen. Das gilt auch für den neusten Film, für Red Eye (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen koreanischen Unheimliche-Langhaarfrauen-im-Zug-Geisterfilm), der aus geballtem Klischee mit guten Schauspielern eine packende, spannende Story erzählt. Keine logische Story, aber eine spannende.
Es geht um die junge Lisa (Rachel McAdams), die als Buchungsmanagerin in einem großen Luxus-Hotel arbeitet. Sie muß, eines Todesfalls in der Familie wegen, zu ihrem Vater fliegen. Im Flughafen und später im Flugzeug trifft sie auf den charmanten Jackson Ripner, dargestellt von Cillian Murphy, der aussieht wie ein junger Willem Dafoe nach der Botoxkur.
Der Plausch mit Ripner plätschert dahin, bis dieser ihr offenbart, das er ihretwegen in der Maschine sitzt. Er will sie zwingen im Hotel anzurufen um einen wichtigen Hansel von der Homeland-Security, der dort demnächst ankommt in ein anderes Zimmer zu verlegen. Natürlich damit man ihn besser aus dem Weg räumen kann. Wenn sie nicht gehorcht, würde ein Kollege von Ripner sich um Lisas Vater "kümmern".

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"What the F..og???"

Originaltitel: Fog, The
Herstellungsland: USA 2005
Regie: Rupert Wainwright
Darsteller: Tom Welling, Maggie Grace, Selma Blair

★★☆☆☆

What the fog?

Das Leben ist nicht sehr nett zu John Carpenter und mittlerweile scheint er sich auch daran gewöhnt zu haben. Immerhin leiht er diesem Gurkenremake seines Klassikers "The Fog " seinen Namen als Co-Producer. Wie sagt er in Interviews: "Solange Sie mich bezahlen, ist es mir egal."
Wenn man sieht wie die Filmindustrie ihn behandelt, kann man die Verbitterung und den Zynismus nachvollziehen.

Die "Handlung", wenn man das denn so nennen will: Irgendwann haben die Vorväter der heutigen Inselbewohner von Antonia Bay (Oder Antonia Island? – Der Film scheint sich da nicht sicher zu sein) mal die Bewohner einer Leprakolonie auf See ausgesetzt. Die haben das bis heute nicht verknusen können und machen nun unterstützt vom titelgebenden Nebel Jagd auf die Nachkommen der Vorväter. Oder so ähnlich.  Im Wesentlichen wumbelt beständig Nebel durchs Bild, macht Scharaden und ab und zu kommt ne Leprahackfresse und macht Buh! -  aber nicht zu doll Buh! denn der Film wurde ja für ein PG13-Rating produziert und ist deswegen auch nur halb so spannend wie ein Klassenausflug ins Landesmuseum.

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Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung

Corporation

Originaltitel: Corporation, The
Herstellungsland: Kanada
Erscheinungsjahr: 2003
Regie: Jennifer Abbott, Mark Achbar

Darsteller: Noam Chomsky, Mikela J. Mikael
★★★★☆

Dokumentationen haben Konjunktur. Dank Michael Moore und seinen filmischen Polemiken gilt das ehmals als Kassengift geschmähte Genre plötzlich wieder als "cool". In eine ähnliche Richtung, jedoch weniger unsachlich als Moore geht die dreistündige, kanadische Dokumentation "The Corporation".

In drei Teilen wird das Wesen großer weltweiter Aktien/Handelsgesellschaften untersucht, ihre Handlungen und ihren gesellschaftlichen Einfluss. Mit überraschender, zuweilen erschreckender Offenheit reden Manager und Führungskräfte von Weltkonzernen über Firmenphilosophien und Geschäftsgebaren.

Konzerne haben den Rechtsstatus von Personen – die Filmemacher fragen, nicht ohne ironischen Hintersinn: Wenn Konzerne Personen sind – was für eine Art Mensch sind sie? Eine Verhaltensanalyse am Beispiel üblicher Konzernpraktiken lässt Muster erkennen, die in der Psychologie mit Psychopathen assoziert werden.

Am Beispiel mehrerer detaillierter Einzelfälle, vom Druck eines Medikamentenherstellers auf FOX-NEWS bis zum US-Stars die die ihre Kleidercollectionen von Kinderarbeitern nähen lassen, fächert die Doku die verschiedenstens Facetten auf, die den Einfluss, die Macht von Konzernen und das Versagen demokratischer Strukturen bezeugt.

Ohne sich selbst in Michael Moore Manier zu inszenieren schaffen es die Autoren verschiedene Sichtweisen darzustellen, Befürworter und Gegner von Weltkonzernen zu Wort kommen zu lassen. Es wird kein eindimensionales Feindbild aufgebaut, sondern nach geschichtlicher Entwicklung und nach Lösungsansätzen gesucht. Konzernchefs sind eben keine ungreifbaren James-Bond-Bösewichte sondern Menschen – und diese Menschlichkeit ist oftmals erschreckender als die Dämonisierung die vielfach betrieben wird, wenn es um Kapitalismuskritik geht. Gekonnt werden Denkmuster und Besitzkonzepte hinterfragt, die einem so selbstverständlich erscheinen, das man sich nie die Mühe machte groß darüber nachzudenken – und die einem erst wenn man es tut, als bizarre Denkkonstrukte erscheinen.

Bleibt zu hoffen, das sich ein deutscher Sender findet, der die dreiteilige Dokumentation in angemessener Form auf unsere Bildschirme bringt.

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Originaltitel: Road to Guantánamo, The
Herstellungsland: Großbritannien 2006
Regie: Michael Winterbottom, Mat Whitecross
Darsteller: Riz Ahmed, Steven Beckingham, Nancy Crane, Christopher Fosh

★★½☆☆

Michael Winterbottom und sein Co-Regisseur stellen die Geschichte der "Tripton Three" nach. Rhuhel Ahmed, Asif Iqbal und Shafiq Rasuljener,  drei in England aufgewachsenen Muslims, die über Jahre hinweg im US-Gefangenenlager festgehalten wurden. Grund dafür war eine Reise nach Pakistan, im September 2001. Einer von ihnen sollte dort seine Braut kennenlernen die seine Mutter für ihn ausgesucht hat. In einer Moschee lauschen die drei strenggläubigen Moslems einem Iman der seine Schäfchen auffordert nach Afghanistan zu gehen und ihren Glaubensbrüdern dort humanitäre Hilfe zu leisten Die drei beschließen dem Folge zu leisten, reisen nach Afghanistan das grade von den Amerikanern befriedet wird, geraten durch verschiedene dumme Zufälle in die Taliban Hochburg Kunduz und schließlich in amerikanische Gefangenschaft und werden nach Guantanamo deportiert.
Ihre Geschichte, das sie aus England stammen nimmt ihnen niemand ab, jahrelang müssen sie Terror, Verhöre und Psychofolter über sich ergehen lassen, bis ihre Geschichten endlich verifiziert werden und man sie freilässt.

Die auf der diesjährigen Berlinale mit dem silbernen Bären für die beste Regie ausgezeichnete Dokudramisierung, hat ein Problem: Sie ist weder Fisch noch Fleisch und verreckt auf halber Strecke in Emotionalisierung, wo sie Fakten liefern sollte.
Als reiner Spielfilm würde man ihr gewisse künstlerische Freiheiten zugestehen, Zuspitzungen erwarten, erlauben daß die Erlebnisse mehrer Gefangener zu einem Gesamtbild zusammengefasst werden, das personalisiert und emotionalisiert wird.  Aber Winterbottom will keinen Spielfilm abliefern. Er behauptet die Wahrheit zu verkünden und zu bebildern und an der Stelle driftet der gutgemeinte Film aufs Glatteis.

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“I got a jar of saaahand!”

Pirates of the Caribbean 2Originaltitel: Pirates of the Caribbean: Dead Man’s Chest
Herstellungsland: USA 2006
Regie: Gore Verbinski
Darsteller: Johnny Depp, Orlando Bloom, Keira Knightley, Bill Nighy, Jonathan Pryce

★★★★☆

Ja,Ja. Jack is back. Nicht der Nicholson, sondern Captain Jack. Johnny Depp tritt zum zweiten Mal als leicht tuntiger Keith-Richards-Pirat an um das Freibeuter-Genre in die Neuzeit zu wuchten. Galt es im letzten Film dem Fluch des Aztekengoldes zu entkommen, der die Mannschaft der Black Pearl in Untote verwandelt hatte, so darf Jack diesmal dem Zorn Davey Jones entkommen, dem Käptn des legendären “Fliegenden Holländers”. Der sieht aus wie eine Kreuzung aus Doc Ock und Käptn Iglo, der übers Verfallsdatum ist und versucht mit seiner Mannschaft obskurer Krustentiere Jack Sparrow den Garaus zu machen, weil dieser sich nicht an einen Pakt halten mag, den er vor Jahren mit Jones abschloß. Umbringen kann man den auftentakelten Seebären nur, wenn man sein Herz findet, welches er praktischerweise in einer Schatzkiste deponiert hat. Man weiß ja nie. Dummerweise sind auch andere Finsterlinge hinter dem Schatz her und so kreuzen sich abermals die Wege aller Hauptdarstelelr des ersten Teils. Sei es nun bei Kannibalen, Seeschlachten, Krakenangriffen oder wüsten Gefechten in rollenden Mühlrädern.

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Die Stories um Roger Corman-Filme sind Legende. Er der es immer schaffte auch mit Minimalstbudgets Filme zu stemmen, von denen viele zu Recht als Mini-Klassiker und Trash-Perlen verehrt werden. Ungezählt die Regisseure und Schauspieler die ihre Karriere bei Corman begannen oder beendeten. Von Boris Karloff, Vincent Price, Peter Cushing und Jack Nicholson bis Joe Dante, James Cameron bis Bruce Dern. 

Little Shop of Horrors 1

Eine der am häufigsten Nacherzählten Anekdoten rankt sich um "Little Shop of Horrors", der angeblich nur gedreht wurde, weil Corman eine Kulisse rumstehen sah, die ihm gefiel. Diese sollte aber abgerissen werden. Er handelte einen Deal aus, dass er innerhalb einer Woche einen kompletten Film schreiben und in zwei Tagen drehen könnte, der diese Kulisse nutzte.
Es klappte (fast – aber die Erwähnung von Nachdrehs würde die Anekdote zerstören) und binnen Rekordzeit wurde die abstruse Geschichte rund um einen schüchternen Blumenverkäufer und seine fleischfressende Lieblingspflanze geboren: Little Shop of Horrors.

Seymour Krelboined entdeckt eine seltsame neue Venusfliegenfallenart, die immer dann enomrn wächst, wenn man ihr Blut zu fressen gibt. Erst durch Zufall, später bewusst verfüttert Seymour Einbrecher und Nachbarn an die unersättliche Pflanze, die nichts geringeres als die Weltherrschaft anstrebt.
Der billige kleine Streifen, der bewusst auf Übertreibung und absurd-schwarzen Humor setzte, fand sein Publikum und wurde, wie so viele Corman-Produktionen, zum Kultfilm.  Mittlerweile ist auch er ins Public Domain gefallen und kann deswegen kostenlos im Internet angesehen und heruntergeladen werden.

Little Shop of Horrors 2

Jahre später entdeckten die späteren Disney-Hauskomponisten Alan Mencken und Howard Ashman "Little Shop of Horrors" neu und nahmen ihn als Grundlage für das  gleichnamige Broadway-Musical. 

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I'm sorry Will, I can't do that

Originaltitel: I, Robot
Herstellungsland: USA 2004
Regie: Alex Proyas

Darsteller: Will Smith, Bridget Moynahan, Alan Tudyk, James Cromwell
★★★☆☆

Ach jaa… es gibt doch noch nette Popcornfilme. Nach einem sehr unerfreulichen Kinojahr, das außer Kill Bill 2 und HP3 wenig angenehmes zu bieten hatte, und mich mit Lost in Translation, Van Helsing und Spider-Man 2 vergrätzte – jetzt doch mal ein kleiner Lichtblick.
I, Robot ist natürlich Popcornkino und nicht sonderlich tiefschürfend. Aber er ist rasant, unterhaltsam und nervt einen nicht mit pathetischem Selbstzweifelsgeschwalle wie Peter Parker.

Die Rollen sind klar verteilt, Will Smith ist – nunja, Will Smith – er heisst nur anders und mag keine Roboter. Er ist ein altmodischer Kauz, der gerne Turnschuhe in die Kamera hält und Stereoanlagen besitzt die nicht sprachgesteuert sind. Achja und er hat eine Luke-Skywalker-Gedächnismetallarm.
Ooder vielleicht trägt er auch nur die bessere Hälfte von Robocop auf, man weiß es nicht. Die Zukunft ist ansonsten wie immer. Hartz IV scheint der Bringer gewesen zu sein, denn niemand ist mehr arbeitslos und das obwohl alle niederen Tätigkeiten von Robotern vollbracht werden. Man sollte zwar meinen, das sich die sozialen Probleme verschärfen, wenn noch mehr Arbeitsplätze wegfallen – aber wer bin ich Logik ins Spiel zu bringen, wenn augenscheinlich alles wunderbar läuft.

US. Robotics – die Älteren erinnern sich, das ist die Firma die früher die lustigen Modems hergestellt hat – ist mittlerweile der größte Produzent von Robotern. Und kurz vor der Einführung des neuen Modells mit Pfefferminzgeschmack und sechs neuen Klingeltönen passiert ein PR-Desaster sondershausen. James Cromwell – der Erfinder des Warp-Antriebes – springt aus dem Fenster und landet mitten im Attrium der RoboterbauFirma. Er war nämlich im Nebenjob deren Chef und Gründer und – konträr zum verbreiteten Glauben – Der Erschaffer von Asimovs Robotergesetzen. Also quasi Zefram Cochrane ihm sein Schauspieler seine Robotergesetze.

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NVA

Gibts dies Jahr wieder ein Gartenfest bei ihnen? Das war letztes Jahr so ungezwungen.”

Originaltitel: NVA
Herstellungsland: Deutschland 2005
Regie: Leander Haußmann
Darsteller: Kim Frank, Oliver Bröcker, Detlev Buck, Ralf Dittrich

★★★½☆

NVA

Bild oben: Frodo und Hendrik – Übungen in purzlig gucken .

Es war einmal… irgendwann kurz vor der Wende. Der letzte Schwung junger Rekruten tritt an, um widerwillig dem Klassenfeind Bastion zu sein. Hendrik (Kim Frank), naiv-unschuldiges Bübchen mit Stauneblick, erzählt diese letzten Tage der NVA aus seinem Blickwinkel. Abstruse Parolen und Rituale, erniedrigende Spielchen der Stubenältesten, der Kampf mit morschem Gerät und mürber Moral. Die Geschichte einer Grauen Armee Fraktion, die sich selbst ihres Sinnes nicht sicher war. Fehlender Glaube wird durch Disziplin und Idelogie wettgemacht, oftmals am Rande der Karikatur. Ob Hendriks Freund, der aufsässige Krüger oder die verknöchert-verspiesserten Vorgesetzten, allen vorran Kommandeur Kalt (Detlev Buck) – sie alle sind zum Lachen, aber nicht lächerlich. Am Ende steht das Ende… die Wende, die die sinnlose Armee auch offiziell obsolet machen wird.

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“My body may be a work-in-progress, but there is nothing wrong with my soul. “

Transamerica

Originaltitel: Transamerica
Herstellungsland: USA 2005
Regie: Duncan Tucker
Darsteller: Felicity Huffman, Kevin Zegers, Fionnula Flanagan, Graham Greene

★★★★½

Doctor: How do you feel about your penis?
Bree Osbourne: It disgusts me. I don’t even like looking at it.
Doctor: And how about your friends?
Bree Osbourne: They don’t like it either.

Bree überlegt sich mit welcher Stimme sie sprechen soll. Bree hält sich mit Telefonmarketing über Wasser. Bree hieß früher Stanley. Sie steht kurz vor ihrer letzten Operation, nach der sie endgültig auch körperlich eine Frau sein wird. Ausgerechnet jetzt erreicht sie der Anruf eines jungen Mannes, der grade in New York im Gefängnis sitzt und behauptet Stanleys Sohn zu sein, von dem sie bisher nicht einmal wußte, das er existiert.
Für Bree ist der Siebzehnjährige zunächst nichts weiter als eine unangenehme Erinnerung an ihr verhasstes Leben als Mann. Erst durch sanften Druck ihrer betreuenden Psychologin, macht sich Bree wenige Tage vor ihrer letzten wichtigen Operation auf den Weg um ihren Sohn zu treffen. Sie bezahlt seine Kaution und muß feststellen das er von Zuhause ausgerissen ist und sich als Stricher durchschlug, nachdem sich seine Mutter umbrachte. Sein Traum: Nach Kalifornien zu gehen und dort Karriere in Pornofilmen zu machen… oder einem Job als Tierpfleger zu suchen und dann mit seinem Vater zu leben.
Bree fasst den Plan Toby zu seinem Stiefvater zurückzubringen, kauft sich vom spärlichen Geld ein heuntergekommenes Auto und macht sich mit Toby auf den Weg durch Amerika – ohne ihm zu sagen, das sie sein Vater ist und früher einmal ein Mann war.

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“Boo!”

Originaltitel: American Dreamz
Herstellungsland: USA 2006
Regie: Paul Weitz
Darsteller: Dennis Quaid, Willem Dafoe, Hugh Grant, Marcia Gay-Harden

★★★½☆

American Dreamz

Ganz Amerika fiebert mit, als die neue Staffel der Erfolgsshow “American Dreamz” ansteht. Wieder soll ein neues Gesangstalent gefunden werden, daß sich gegen hunderte Mitbewerber durchsetzt.

Martin Tweed (Hugh Grant), der Produzent und sympathisch-aalglatter Master of Ceremony hasst seinen Job im Grunde, ist aber Profi genug sich nichts anmerken zu lassen. Sein Motto ist, wenn man an der Spitze steht, gibt es nur einen Weg: Weiter nach oben, Abstieg ist keine Option. Wer einmal nachlässt ist tot.

Zur gleichen Zeit befindet sich die Regierung in der Krise. President Staton (Dennis Quaid), ein eher simpler Mann der bislang von seinen Beratern durch die Widrigkeiten des Regierungsgeschäfts manövriert wurde, bekommt plötzlich Zweifel an der Richtigkeit seines Handelns. Statt der offiziellen Dossiers mit informationen zum Thema zu lesen, zieht er sich in sein Schlafzimmer zurück und beginnt Tageszeitungen zu wälzen. Auch solche die nicht auf Regierungslinie liegen. Seine Berater, allen vorran Chris Klein (Willem Dafoe) zeigen sich besorgt, die Öffentlichkeit wundert sich über den verschwundenen Präsidenten.

Um die Lag ezu entspannen beschließt man eine PR-Offensive und bucht den Präsidenten bei dutzenden Öffentlichkeitsterminen: Talkshows wie Ophrah und Larry King und natürlich auch in Amerikas Unterhaltungssendung Nummer Eins: American Dreamz. Dort soll der Präsident für eine Sendung die Jury verstärken.

Moderator Tweed stellt derweil schon die Besetzung für die Show zusammen, die diesmal noch publikumswirksamer sein soll. Eine blonde Vorzeigetussi, deren Freund grad aus dem Krieg heimgekehrt ist. Ein rappender Jude und ein Musical-vernarrter Araber werden ins Finale gepusht. Dumm nur daß sich der Araber als Schläfer entpuppt, der jetzt reaktiviert wird um im Finale den Präsidenten zu töten.

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There is nothing to be afraid of. I promise”Stimmt. Leider.

Originaltitel: Omen, The
Herstellungsland: USA 2006
Regie: John Moore
Darsteller: Liev Schreiber Mia Farrow, David Thewlis, Michael Gambon, Pete Postlethwaite

★★☆☆☆

The Omen Remake

Die Zeichen sind wie immer sehr deutlich, zumindest wenn man sie richtig hininterpretiert. Die Geburt von Satans Sohn steht bevor. Das merkt man zwar im Vatikan, sieht aber nicht ein irgendwas zu unternehmen. Derweil erblickt der Sprössling des Leibhaftigen denn auch mal wieder das Licht der Welt und man schafft es ihm dem Hiwi des amtierenden US-Diplomaten in Rom anzudrehen, indem man behauptet sein eigenes Kind sei bei der Geburt verstorben. Robert Thorne (Liev Schreiber), lässt sich auf den Deal ein und erzählt nichtmal seiner Frau (Julia Stiles), das sie irgendein fremdes italienisches Kind großziehen. Ein paar Jahre ziehen ins Land und pünktlich zum Sechsten Geburtstag werden beim kleinen Damien (Muffiges Kind) die Teufelsgene aktiv. In seinem Umfeld kommt es zu merkwürdigen Todesfällen, seine Super-Nanny ist ausgesprochen creepy und die Mutter beginnt Unheil zu wittern. Zudem taucht ein zugedrogter Priester auf, der Thorne warnt und ihm nahelegt Damien beizeiten den Garaus zu machen. Zusammen mit dem Fotografen Jennings (David Thewlis) beginnt er die seltsamen Vorzeichen und Bibel-Limmericks zu untersuchen und bald schon wird sein verdacht zur Gewissheit….

Was soll man zu dem Film sagen? Erstmal wohl dass John Moore anscheinend so gar keinen Bock drauf hatte. Anders lässt sich nicht erklären, wie man einen derartig faden 1:1 Aufguss eines soliden Gruselklassikers abliefern kann. Wer das Original kennt, dessen Drehbuch hier bis auf Unwichtigkeiten unverändert, übernommen wurde, der wird mit diesem Film keinen Spaß haben. Kein Schock, keine Szene die überrascht – höchstens dadurch dass sie hastiger und optisch langweiliger abgehandelt wird als in Richard Donners Fassung. Wie ein Beamter der mit dem Klemmbrett in der Hand Szenen abhakt, leiert Moore die bekannten Stellen herunter.

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“Don’t be difficult “

Originaltitel: Squid and the Whale, The
Herstellungsland: USA 2006
Regie: Noah Baumbach
Darsteller: Jeff Daniels, Laura Linney, Jesse Eisenberg, Owen Kline, Halley Feiffer, William Baldwin

★★★★½

Squid an dthe whale

New York 1986, die beiden Brüder Frank und Walt sind in privilegierten Verhältnissen aufgewachsen. Der Vater Literatur-Professor und Buchautor, die Mutter ebenfalls eine Intellektuelle die sich schriftstellerisch langsam emanzipiert. Familienoberhaupt Bernard Berkmann hat zu allem eine Meinung und kategorisiert Kunst oder Menschen rigoros. Die organisierte Welt bekommt jedoch Risse, als sich das Paar, nach Jahren unbewältigter Spannungen für die Kinder überraschend trennt.

Gegen ihren Willen werden der junge Frank und sein älterer Bruder Walt gezwungen sich auf eine Seiten zu stellen, versuchen beide Elternteile sie für sich einzunehmen und merken nicht, dass ihre “unkomplizierte Offenheit” mit der sie über alle Probleme mit den Kindern reden, diese hoffnungslos überfordert. Jeder der beiden Jungen geht auf unterschiedliche Weise mit der Situation um, Frank beginnt zu trinken, irritiert in der Schule durch sexuellen Vandalismus, Walt versucht dem idealisierten Vater nachzueifern und scheitert, als dessen Heiligenschein zu verblassen beginnt.

Noah Baumbachs autobiographischer Film ist eine wunderbare, unspektakuläre und genau beobachtete Geschichte einer Mittelstandskatastrophe. Weniger laut als “Kramer gegen Kramer”, weniger rührseelig als der typische TV-Movie der Woche, werden hier hochintelligente Menschen vorgeführt, die trotz aller Bildung, trotz allem Einfühlungsvermögen nicht in der Lage sind mit den Widrigkeiten des Alltags und der Familie umzugehen.

Das angekratzte Ego Bernhards (überraschend differenziert und glaubwürdig verkörpert von Jeff Daniels), der mit dem Verlust seiner Autorität nicht klar kommt, der so an seine Überlegenheit gewöhnt ist, das er nicht mal gegen seinen jüngsten Sohn beim Tischtennis verlieren kann ohne zu diskutieren, wird ebenso fein herausgearbeitet, wie die Verwirrung der beiden Söhne, die sich plötzlich mit einer Situation auseinandersetzen müssen, die sie nur aus dem Freundeskreis kannten, aber bei ihren perfekten, lockeren, gebildeten Eltern nicht erwartet hätten. Vater Bernhards Standardsatz mit der er versucht alle Probleme wegzuschieben ist “Don’t be difficult” Sei jetzt nicht schwierig.

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That’s touching, in a juvenile sort of way.

munich

Originaltitel:Munich
Herstellungsland: USA 2005
Regie: Steven Spielberg
Darsteller: Eric Bana Daniel Craig Ciarán Hinds Mathieu Kassovitz Hanns Zischler Ayelet Zorer Geoffrey Rush

★★☆☆☆

München 1972 Olympiade – Palästinensische Terroristen der Gruppe Schwarzer September bringen 11 Athleten des Israelischen Olympiateams in ihre Gewalt. Die Geiselnahme endet tödlich, alle Athleten sterben. Israel beschließt die Verantwortlichen des Schwarzen Spetember zur Rechenschaft zu ziehen. Ein ehemaliger Mossad-Agent namens Avner (Eric “Hulk” Bana) und eine Truppe von Spezialisten werden beauftragt 11 der Drahtzieher umzubringen. Der Film erzählt die Geschichte dieser geheimen Spezialeinheit, wie sie nach und nach einen nach dem anderen umbringt und sich dabei am Rande auch mit der Legitimität ihrer Taten auseinandersetzt.

Jetzt hab ich den Film doch geschaut, obwohl mich der Trailer eigentlich überzeugt hatte ihn nicht zu sehen. Manchmal soll man sich einfach auf sein erstes Gefühl verlassen. Nachdem mich “War of the worlds ” schon fast wieder mit Spielberg versöhnt hatte, stellt er hier mal wieder unter Beweis, warum so viele amerikanische Filme die sich mit “wichtigen” Themen beschäftigen letztlich so banal sind: Sie begnügen sich damit altbekannte Allgemeinplätze aufzusagen und dabei ein höcht wichtiges Gesicht aufzusetzen.

Abgesehen davon, daß “inspiriert von einer wahren Geschichte” Filmen immer mit gewisser Vorsicht zu begegnen ist und durchaus fraglich ist, wieviel der Story nur sehr frei herunterinspiriert wurde – bleibt einfach ein ganz gravierendes Problem: Wozu einen fast dreistündigen, höchstrepetativen Film, der im Endeffekt nichts wirklich originelles oder auch nur den Hauch einer neuen Sichtweise zu erzählen hat.
Avner und sein Team bomben und morden sich anfangs noch stümperhaft, später zunehmend kaltblütiger, durch die Weltgeschichte, unterbrochen von einigen wenigen moralischen Einschüben, in denen kurz der Standpunkt der Palästinenser angerissen wird und die Frage gestellt ob so eine Racheaktion sinnvoll oder legitim ist.

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Wal-Mart – The high cost of low price – USA 2005

★★★★☆

Der Regisseur von Outfoxed meldet sich zurück. Diesmal seziert er nicht Fox News, sondern Amerikas größten Einzelhändler Wal-Mart. Robert Greenwald schafft es auch dieses Mal geschickt aus vielen Puzzleteilen ein Gesamtbild zusammenzusetzen, das durchaus erschreckend ist. Man kennt die Fakten zum Teil aus der South Park-Folge “Something Wall-Mart this way comes” oder aus den Simpsons, aber es ist dennoch erschreckender, die Methoden von Wal-Mart im nichtfiktionalen Kontext geschildert zu bekommen. Von systhematischer Ausbeutung der Mitarbeiter, die zu Überstunden gezwungen werden, über die Bedingungen unter denen Wal-Mart im Ausland produzieren lässt, bis zu Umweltskandalen oder der wissentlichen Gefährdung der Kunden durch unbewachte Großraumparkplätze: Wal-Mart vereinigt fast alles was assozialen Turbokapitalismus auszeichnet, auch wenn sie damit sicher nicht alleine sind. In einem sehr geschickten Schachzug eröffnet Greenwald den Film mit Bildern von Kleinstädten deren gesamter Einzelhandel, Läden die seit mehreren Jahrzehnten dort ansässig waren, nach der Eröffnung eines Wal-Mart binnen weniger Monate in den Ruin getrieben wurden. Er lässt konservative, erzpatriotische, republikaner-wählende Amerikaner zu Wort kommen, die von Wal-Mart um ihre Existenz gebracht wurden. Damit nimmt er gleich zu Beginn all jenen den Wind aus den Segeln, die Dokumentationen dieser Art von vornherein in die linksliberale Ecke stecken wollen. Es sind keine “bleeding heart liberals” die hier getroffen werden, sondern der konservative Durchschnittsami, dem Wal-Mart das Wasser abgräbt.
Nach diesem Einstieg kann er dann getrost von Gewerkschaften und Umweltschützern erzählen, von Menschenrechten, Rassismus und Kapitalismuskritik. Eine insgesamt glaubwürdige und spannende Dokumentation, die vielleicht einen Vorgeschmack darauf gibt, was uns in Deutschland erwartet, wenn die derzeitige Diskussion um “Arbeit um jeden Preis” und “Geiz ist geil” so weitergeht.

That there is one damn fine coat you're wearin'.

Originaltitel: Sin City
Herstellungsland: USA 2005
Regie: Frank Miller, Robert Rodriguez, Quentin Tarantino
Darsteller: Jessica Alba, Rutger Hauer, Elijah Wood, Bruce Willis, Benicio Del Toro, Michael Madsen, Clive Owen, Mickey Rourke, Nick Stahl


★★★★½

Denken Sie sich ein Superlativ ihrer Wahl und setzen sie es als Bewertung für Sin City ein. Großartig, brilliant, innovativ etc. Wenige Filme haben eine derartige Welle an Goodwill und positiver Kritik vor sich hergetrieben, wie Sin City. Ein Film der eigentlich alles das macht, was man von einem Erfolgsfilm nicht erwartet. Er ist in Schwarz-Weiß, er ist erst frei ab 18, er ist ein Anthologie-Film, er hat Überlänge. Oft genug reicht eines davon um einen Film krepieren zu lassen, wenn er nicht grade "Titanic" oder "Lord of the Rings" heisst.

Doch Regie-Guerrilla Robert Rodriguez ist ein unberechenbarer Bastard und es muß konstatiert werden, das der Film allen positiven Reviews gerecht wird. Nicht nur der Trailer sah gut aus: Auch der Film ist es. Die hochgradig stilisierte Vignetten-Sammlung nach Frank Millers düsteren Serie-Noir Comics, Stories von Mord und Verrat, Liebe und Verlust, Rache und Betrug, sieht großartig aus und die Optik passt wie Faust aufs Auge zum Hard-Boiled-Style, dem sich die verschiedenen Off-Erzähler befleissigen.

Wo einem George Lucas mit seinen gruseligen Star Wars Episoden die Schauspielführung vor Green-Screen zu Totalausfall wird und selbst Mimen wie Ewan McGregor und Samuel L. Jackson zu Knallchargen verkommen, da hat Allroundtalent Rodriguez alles im Griff. Auch wenn sich die meisten Darsteller nie gegenüber standen und der gesamte Film am Computer zusammengebaut wurde, hat man nie das Gefühl das die Figuren mit der Luft reden oder ins Leere starren, anstatt ihr Gegenüber anzusehen. Die All-Star-Cast darf sich mal mit mal gegen den Typ besetzt in plakativen, testosteron-triefenden Monologen austoben, an denen Mickey Spillaine seine helle Freude hätte. Der schmale Grad auf dem sie wandern, ist ihnen dabei stets bewusst und dank der gradlinigen Reduktion auf das wesentliche schaffen es alle die Mike Hammer-Gedächnissätze nie albern wirken zu lassen. BaSin City wird im Rahmen der Erzählung ernst genommen und nicht ironisiert, alles ist nunmal überlebensgroß. Die Gangster sind härter, die Psychopathen durchgeknallter und die guten Cops zäher als es die Polizei erlaubt.

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"Kretsche to the rescue!"

Originaltitel: King Kong
Herstellungsland: Neuseeland / USA 2005
Regie: Peter Jackson
Darsteller: Naomi Watts, Jack Black, Adrien Brody, Andy Serkis, Jamie Bell

King Kong
★★★☆☆

Zur Beachtung: Review enthält Spoiler

Für die drei Leute die die letzten 100 Jahre in einem Erdloch verbracht haben:
30er Jahre, Depression. Der abgewrackte Regisseur Denham (Jack Black) unternimmt mit seinem Minimalfilmteam und zwei Schauspielern eine Reise auf einem Seelenverkäufer um ein mythisches Eiland als Kulisse für sein nächsten Streifen zu entdecken. Das Eiland ist zwar unentdeckt, aber nicht unbewohnt. Eine Horde schlechtgelaunter Stabhochsprung-Neger greift sie an und verschleppt die Hauptdarstellerin um sie nach Landessitte zu opfern.
Statt gefressen zu werden freundet sich die Gute aber mit dem Riesenaffen an, dem sie eigentlich geöpfert werden soll. Kong schüttelt sie zwar stundenlang wie ein ein Pennäler der eine unzüchtige Geste macht, lässt sich dann aber von ihren Jonglierkünsten besänftigen. Ein Traumpaar!
Dummerweise beschließt die Filmcrew den Affen einzufangen, was ihr nach einigen Umstänlichkeiten auch gelingt. Der Affe wird als Attraktion nach New York verschleppt, rastet bei seiner Premierenvorführung aus, legt weite Teile Manhattens in Klump und lässt sich nach einem romantischen Zwischenspiel mit Naomi Watts vom Empire State Building schießen.

Selten hat mich ein Film in diesem Jahr so zwigespalten zurückgelassen, wie King Kong. Das Peter Jackson seine Probleme hat sich von Material zu trennen, ist seit dem zweiten Teil von LOTR bekannt und wurde in den zwölf Enden von Return of the King nocheinmal eindrucksvoll bestätigt. Vielleicht hat er auch etwas falsch verstanden, als die Produzenten sagten "Peter wir wollen diesmal etwas weniger von dir…" und fing deswegen seine Radikaldiät an, statt das Drehbuch noch etwas zu trimmen.
King Kong ist zu lang. Das Original, dem Storytechnisch wenig hinzugefügt wird brachte es auf rund 90 Minuten, die Neuverfilmung läuft locker mal doppelt so lange, ohne das wirklich mehr passiert.

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“Sand wird überschätzt…”

Eternal Sunshine

Originaltitel: Eternal Sunshine of the Spotless Mind
Herstellungsland: USA 2004
Regie: Michel Gondry
Darsteller: Jim Carrey, Kate Winslet, Kirsten Dunst, Tom Wilkinson, Elijah Wood
★★★☆☆

Bisweilen hat man dieses Gefühl, das jemand einem einen Witz erzählt, von dem man genau weiß wie er ausgeht. Das mag in Ordnung sein, wenn es ein guter Witz ist. Problematisch wird es wenn der Witz 108 Minuten geht.

Ein ähnliches Gefühl beschlich mich nach 20 Minuten in “Eternal sunshine…” – man weiß wohin die Reise geht, darf aber keine Abkürzung nehmen.

Dabei ist die Grundidee eine sehr schöne, die zumindest eine solide 30min Twilight Zone-Folge abgegeben hätte: Was wäre, wenn man unliebsame, schmerzliche Erinnerungen einfach aus dem Gedächnis tilgen kann um unbelastet sein Leben weiter zu führen. Eines der einprägsamsten Bilder des Films ist denn auch der Moment in dem die männliche Hauptrolle (Held wäre für diesen Langweiler zuviel gesagt), eine Karte erhält auf dem steht, das ihn seine Freundin aus dem Gedächnis löschen ließ und er sie bitte nicht mehr dran erinnern soll.

Was für Möglichkeiten einer Geschichte. Wie satirisch und pointiert hätte man sezieren können, ob es tatsächlich wünschenswert ist selektiv Erinnerungen zu löschen. Leider entschließt sich der Film dazu eine handelsübliche Liebesgeschichte zu erzählen. Und das in einem Tempo und einer Bildsprache, die Eric Rohmer-Filme als gewagte, hyperkinetische Popkultur erscheinen lassen.

Bar jeden Humors stolpern die Figuren durch den Film. Alles ist in fahlen Tönen gehalten, was per se kein Negativum ist, in Zusammenspiel mit der elegischen Erzählweise und der freudlosen Handlung sehr ermüdet.

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