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世間乎
何物尓将譬
旦開
榜去師船之
跡無如

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“Ich kann kein Unrecht leiden. Ich kann mich nicht beugen, lieber gehe ich selber zu Grunde.”

Herstellungsland: Deutschland 2008
Regie: Marcus H. Rosenmüller
Darsteller: Maximilian Brückner, Brigitte Hobmeier, Maria Furtwängler, Thomas Schmauser

★★★★☆

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts treibt ein Räuber sein Unwesen in Bayern. Es ist der Räuber Kneissl, von der Gendarmerie gejagt und vom Volk geliebt. Frisch aus dem Gefängnis entlassen verliebt er sich in Mathilde und plant mit ihr nach Amerika zu gehen. Das benötigte Geld wird er schon als Schreiner verdienen, doch seine alten Feinde des Staates machen dem einen Strich durch die Rechnung. Er rebelliert und räubert erneut um das nötige Kleingeld zu erbeuten. Gejagt, auf der Flucht und nur bedacht ein freies Leben zu führen beginnt eine rasantes Katz und Maus-Spiel um Leben und Tod.

Ich gebe zu, ich mag die bayerische Sprache nicht sonderlich und knipste „Wer früher stirbt ist länger tot“ bereits nach 20 Minuten weg, aber was musste ich da sehen. Wer kann mir einen bayerischen Western nennen? Nein, der Bully Quatsch zählt nicht. Belehrt mich eines besseren, aber ich habe so etwas wirklich noch nie gesehen! Das ist ein neues Genre! Das ist weiss-blauer Tarantino! Ein Klasse Protagonist der Kneissl, dieser drahtige Underdog, dieser Lausbub, mit seinem Schnurrbad, seiner Drillingsbüchse und seinen gelben Cowboystiefeln.

Die in zwanzig Minuten gezeigte Vorgeschichte ist vielschichtig, aber nicht nervig. Im Schnelldurchlauf ohne zu spoilern: Vater stirbt beim räubern um die Familie zu ernähren, die Kinder eifern dem Vater in einer Art Pippi Langstrumpf-Manier nach, enden beide im Gefängnis, Mathias wird entlassen, versucht ein normales Leben zu führen, aber dies misslingt weil ihm das Ettikett Zuchthäusler anhängt. Alles schon gehabt? Richtig, aber hier funktioniert es wie ein richtig gutes Theaterstück und Franz Xaver Kroetz lässt grüßen.

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“Die Erde ist doch eine Scheibe…”

Originaltitel: Free Rainer
Herstellungsland: Deutschland / Österreich 2007
Regie: Hans Weingartner
Darsteller: Moritz Bleibtreu, Elsa Sophie Gambard, Milan Peschel, Simone Hanselmann, Gregor Bloéb

★½☆☆☆

Free Rainer

Der zynische und frustrierte Produzent Rainer (Moritz Bleibtreu) wird durch einen Unfall mit einem Opfer des Fernsehens konfrontiert. Pegah (Elsa Sophie Gambard) hat ihren Vater verloren und macht Leute wie Rainer und ihr Programm dafür verantwortlich. Sie schafft es auch in ihm ein Umdenken zu provozieren. Zusammen mit ein paar Hartz-Empfängern plant er die allmächtigen Quoten zu sabotieren um endlich wieder Anspruch in die Flimmerkiste zu bringen.

Nachdem Weingartner in “Die fetten Jahre” seine politische Message noch mit spannenden Dialogen, schauspielerischen Talenten und einem Sinn für Humor zu verknüpfen wusste, lässt er seine Zuschauer in seiner Inszenierung über die “Befreiung der TV-Haushalte” nun leider mit einem müden Kopfschütteln zurück. Denn der Versuch, das Kinopublikum zu besseren Menschen zu erziehen, scheitert an zu hohen Ambitionen und einer überzogenen Ernsthaftigkeit, mit der Weingartner die Volksverdummung durch das Fernsehprogramm in Frage stellt.

So leidet das Drehbuch unter einer an Körperverletzung grenzenden Banalität, die man so auch aus Seifenopern im hiesigen TV kennt. In ihren Diskussionen über den Fernsehkonsum kommt das Schauspiel-Ensemble über das Niveau von Vorschulkindern meist nicht hinaus. Zudem nimmt man keinem der Darsteller die Rolle des TV-Revolutionärs wirklich ab. Dies spiegelt sich vor allem in der Figur des TV-Produzenten Rainer wider, dessen Wandlung vom erfolgreichen Yuppie zum geläuterten Weltverbesserer nur ungläubiges Stirnrunzeln hervorruft.

Denn so überzeugend Bleibtreu zu Beginn des Films noch das zugekokste Ekelpaket mimt, so surreal wirkt er später als Anführer seiner bunt zusammen gewürfelten Mitstreiter im Kampf gegen die Unterhaltungsmaschinerie.

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“You can go to places in the world with pudding. That’s funny.”

poster-punch_drunk_love.jpgOriginaltitel: Punch-Drunk Love
Herstellungsland: USA 2002
Regie: Paul Thomas Anderson
Darsteller: Adam Sandler, Philip Seymour Hoffman, Emily Watson, Luis Guzmán

★★★☆☆

Denkt man an moderne Liebesfilme, so denkt man meistens zuerst an Filme wie „When Harry meet Sally“, „Pretty Woman“ oder „Moulin Rouge“.

Hört man den Namen Adam Sandler, denkt man an flache Komödien, die hauptsächlich für ein junges, relativ anspruchsloses Publikum produziert wurden. Beide Kategorien treffen zwar auf „Punch-Drunk Love“ zu, führen jedoch letztendlich dazu, die Erwartungen, die man mit solchen Filmen verbindet, zu enttäuschen. „Punch Drunk Love“ ist ein ruhiger, bizarrer Film mit romantischen, komischen Elementen, aber weder Liebesfilm noch Komödie. Alles in allem, läßt sich dieser Film wohl einzig in die Kategorie Groteske einigermaßen zufriedenstellend einordnen.

„Punch-Drunk Love“ führt den Zuschauer ohne Erklärung oder Hilfestellungen in das abstruse Leben Barry Egans ein. Nicht einmal der Film selbst erklärt sich: es gibt keine Titel. Dort wo Titel sein könnten, wirkt eine psychedelische Aneinanderreihung von Farbschlieren auf den Zuschauer ein.

Ähnlich verwirrend auch die Handlung: Ein Mann, Barry Egan, sitzt alleine in einer Lagerhalle am Schreibtisch und versucht telephonisch die Hintergründe einer Rabattaktion eines Fertigmahlzeiten-Herstellers zu erfahren, die ihm genug Flugmeilen bescheren würde, um den Rest seines Lebens nie wieder für einen Flug bezahlen zu müssen. (Dieser Aspekt der Handlung ist auch gleichzeitig die ursprüngliche Inspiration Andersons für den Film, da diese Geschichte auf einem Zeitungsartikel beruht.)

Direkt im Anschluß an einen Unfall vor besagter Lagerhalle, seinem Arbeitsplatz, wird scheinbar ohne Grund ein Harmonium vor seinen Füßen abgestellt, welches Barry mit zu sich ins Büro nimmt. Kurze Zeit später fährt eine Fremde auf den Hof seiner Halle, er erklärt sich bereit, ihr einen Gefallen zu tun – das Fundament für die Romanze ist gelegt. Eine mögliche Erklärung Barrys merkwürdiger, neurotischer, ans autistische grenzender Verhaltens- und Sprechweisen wird durch die Vorstellung seiner ihn unterdrückenden, regelrecht verbal mißbrauchenden Schwestern geliefert.

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Beim diesjährigen Fantasy-Filmfest in Frankfurt habe ich mir an insgesamt sechs Tagen 27 Filme angesehen (mein Rekord waren sechs Filme hintereinander an einemTag). Trotzdem sind mir scheinbar leider drei Titel durch die Lappen gegangen, die wohl lohnenswert waren:

„Baba’s Cars“: die schwedische Krimi-Groteske im Guy-Ritchie-Stil gewann den Frankfurter Publikumswettbewerb
„Hatchet“: guter alter Fun-Splatter im Stile der Achtziger
„Neighborhood Watch“: ein Post-9/11-Paranoia-Film, der laut Aussage eines Zuschauers „total krank“ sein soll

Im Folgenden eine Liste der restlichen mehr oder weniger sehenswerten Filme (in einigen Städten läuft das Fantasy-Filmfest ja noch), wobei „The Science of Sleep“ rausfällt, weil ich dazu schonmal vorher was geschrieben hatte:

„Severance“: Der Eröffnungsfilm war gleich einer der besten Beiträge! Die Büro-Belegschaft eines international agierenden Kriegswaffen-Herstellers macht einen Firmenausflug nach Osteuropa und landet dabei in einem abgelegenen Wald, wo ehemalige Söldner leben, die sich fortan auf eine gnadenlose Jagd nach den Großstadt-Heinis machen. Die Thriller-Groteske ist von Anfang an superwitzig-ironisch und geizt nicht mit harten Splatter-Szenen der lustigen Sorte (zum Beispiel tritt einer in eine Bärenfalle, und die dämlichen Rettungsversuche der anderen führen dazu, dass letztlich das ganze Bein abgepetzt wird). Der Witz ist aber eher immer von der fiesen Sorte, bei der einem das Lachen im Hals stecken bleibt – und genau das ist auch das gewisse Etwas, das das Ganze über durchschnittlichen Fun-Splatter weit hinaushebt. Eine weitere Kostprobe: Jemand will die Verfolger mit einer vermeintlichen Panzerfaust abknallen, doch es ist ein mobiler Raketenwerfer, und die Lenkwaffe macht plötzlich einen steilen Bogen nach oben, wo sie dann in unglaublicher Höhe ein herannahendes Passagierflugzeug abschießt!

„Scared“: Überraschend krasser Teenie-Splatter aus Thailand (unter anderem Pfählungen ohne Ende und ein heftiges Stielkreissägen-Gemetzel), der aber trotz eines aufgesetzt-sinnlosen „Battle Royale“-Twists am Ende seine öde „Zehn kleine Negerlein“-Standard-Story leider nur gähnend-langwelig abspult.

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„The Science of Sleep“ ist einer der charmantesten und fantasievollsten Filme, die ich je gesehen habe! Regisseur Michel Gondry beweist damit nach „Vergiss mein nicht“ („Eternal Sunshine of the Spotless Mind“) erneut, dass er zu den momentan interessantesten Filmemachern überhaupt zählt.

Es ist eine absolut nette Liebesgeschichte ohne Sülz zwischen einem Mexikaner (Gael Garcia Bernal aus „Amores Perros“) und einer Französin (Charlotte Gainsbourg), wobei sich die Realitätsebenen andauernd verschieben, weil der Mann ein reges Traumleben hat, das er nicht richtig von der Realität trennen kann. Außerdem ist der Typ ein Künstler mit sehr merkwürdigen Ideen und erfindet zum Beispiel auch eine Ein-Sekunden-Zeitmaschine!

Das ist natürlich ein gefundenes Fressen für Gondry, der auf gewohnt faszinierende Art alles wild miteinander mixt und dabei total schöne altmodische Stop-Motion-Filmtricksequenzen einbaut, die teilweise direkt aus seinen berühmten Björk-Videos zu „Human Behaviour“ und „Army of me“ entsprungen zu sein scheinen. Das Ganze hat insgesamt eine erfrischend abgefahrene Ästhetik, die sich völlig jenseits der heute üblichen, stets auf Hochglanz polierten computergenerierten Tricks bewegt und unter anderem das Besondere dieses Films ausmacht.

Hinzu kommen die genialen Hauptdarsteller, die teilweise wie aufgeregte Kinder spielen, und der Multikulti-Aspekt des Films, in dem gleichzeitig Englisch, Französisch und Spanisch gesprochen wird. Deshalb unbedingt in der Originalversion sehen.

Binding ist im echten Leben Filmkritiker und Redakteur. Für die F5 wird er kurze Verrisse oder Hochjubeleien von Filmen, die er soeben in der Pressevorführung (in diesem Fall dem Fantasy Filmfest) angeschaut hat, als Gastautor posten. On a regulary basis. Ein eigenes Blog hat er nicht, für so Gedöns hat er keine Zeit.

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Das Spielfilm-Remake von “Miami Vice” hätte auch anders heißen können – es ist nämlich einfach nur ein Polizeifilm, der in Miami spielt. Ansonsten hat er nicht mehr sehr viel mit der TV-Serie zu tun, zumal das ästhetische Konzept ein völlig anderes ist: Der Film spielt fast nur nachts. Michael Mann hat wohl tatsächlich großen Gefallen an der bereits in “Collateral” genutzten High-Definition-Kamera gefunden. Leider ist die Drogenfahnder-Undercover-Story 08/15 und so schon dutzendfach mal da gewesen. Jede einzelne “24″-Folge ist spannender!

Hinzu kommt, dass Colin Farrell total schmierig aussieht (mit prolligem Oberlippenbart) und Jamie Foxx eine bescheuert kantige Helmfrisur hat. Ansonsten sind die Jungs leider eine Spur zu ultracool – ohne jegliche Ironie. Das Ganze ist daher ein absolut dämlicher Männerfilm – auch wenn es starke Frauenrollen gibt. Nur eine einzige Szene hat mir wirklich gefallen. Das ist zu wenig.

Binding ist im echten Leben Filmkritiker und Redakteur. Für die F5 wird er kurze Verrisse oder Hochjubeleien von Filmen, die er soeben in der Pressevorführung angeschaut hat, als Gastautor posten. On a regulary basis. Ein eigenes Blog hat er nicht, für so Gedöns hat er keine Zeit.

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cars.jpgHabe heute das neue “Pixar”-Werk “Cars” gesehen und bin davon ziemlich enttäuscht. Nach wie vor ist “Pixar” wohl in technischer Hinsicht die angesagteste Adresse, wenn es um computeranimierte Spielfilme geht, aber irgendwie ist die Luft so langsam raus aus der ganzen Sache. Will sagen: Alles war wie immer perfekt animiert und sah bei Landschafts- und Stadt-Ansichten fast wie echt aus (by the way: braucht man so eine 1:1-Imitation der Welt in Spielfilmen überhaupt???). Aber die Story ist nicht interessant und rasant genug, um einen richtig anzutörnen – höchstens Du bist jünger als 10 oder absoluter Auto-Fan.

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Deep, deep Down…

Danger: Diabolik
(Diabolik)
ITA/FRA 1967 100 Min
von Mario Bava
mit John Phillip Law, Marisa Mell, Michel Piccoli, Adolfo Celi
DVD (Paramount)

★★★★½

Danger Diabolik

Diabolik ist schlichtweg das Reizwort für die Polizei und ihren höheren Befehlsgebern. Da Inspektor Ginko den gewieften Klaufuchs nicht erwischen kann, rückt er dem Drogenboss Valmont auf die Pelle. Er soll Diabolik fangen, damit die Polizei ihre Razzien in seinen Absatz-Etablissements wieder etwas lockerer handhabt.

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