Für’s Archiv: Das hier ist Quentin Tarantinos erster Film „My Best Friend’s Birthday“ beziehungsweise das, was davon übrig ist, denn die letzten „beiden Akte wurden bei einem Laborbrand vernichtet und Tarantino und seine Freunde gaben die Hoffnung auf, den Film jemals fertigzustellen.“ (Wikipedia)
Tarantino wollte bei diesem Projekt mehr seine schauspielerischen Fähigkeiten unter Beweis stellen als seine Regie-Künste. Der Film wurde auf 16mm Schwarzweißfilm gedreht, hatte ein Budget von knapp 5000 US$ und entstand nebenbei, während Tarantino bei Allen Garfield Schauspielunterricht nahm und ansonsten hauptberuflich in der Videothek „Video Archives“ arbeitete.
Neben Garfield und Tarantino spielen Craig Hamann, Crystal Shaw sowie ein paar damalige Freunde mit. Hamann, den Tarantino 1981 während des Schauspielunterrichts kennenlernte, verfasste diese teilweise autobiografische Geschichte 1984. Tarantino arbeitete sie später dann zu einen längeren Drehbuch mit ca. 30 Szenen aus. Nur ein knappes Jahr später begann Tarantino mit dem Drehbuch zu True Romance (1993), wobei er viele Ideen dieses Buches erneut aufgriff und verarbeitete.
Vor „My Best Friend’s Birthday“ gab es noch den Film „Love Birds in Bondage“ von 1983, der ist jedoch komplett zerstört und es existiert keine Kopie davon, was Birthday zum ersten (erhaltenen) Tarantino-Film macht.
Spätestens seit auf der letztjährigen Comic-Con der erste Trailer gezeigt wurde, haben echte Film-Nerds diesen Film auf dem Schirm: Kick-Ass – die furiose, blutige und völlig durchgeknallte Verfilmung des mittlerweile zum Kult avancierten Comics von Mark Millar und John Romita, Jr. verspricht beste, schwarz-humorige Unterhaltung.
Der Film wurde von Matthew Vaughn und Brad Pitt unabhängig auf die Beine gestellt und erst im Nachhinein kümmerte man sich um einen Verleih, nachdem klar war, das ihnen niemand mehr in den Film reinreden würde. Kick Ass erzählt die Geschichte von normalen Menschen, die versuchen im wahren Leben als bunt kostümierte, selbst ernannte Superhelden für Recht und Ordnung zu kämpfen. Ob nun Nicolas Cage als Big Daddy, seine Film-Tochter Chloe Moret als Hit Girl, der Newcomer Aaron Johnson als titelgebender Kick-Ass und der in Superbad als “McLovin” zu Ruhm gekommene Christopher Mintz-Plasse als Red Mist.
Wir haben für euch schon im Vorfeld 50 Karten organisiert, für die Previews die Ende März in Berlin, Bochum und Hamburg stattfinden werden. Wir werden die Karten als +1 verlosen, so dass 25 von euch mit je einer Begleitperson den Film für lau Wochen vor dem Kinostart am 15.04.2010 angucken können. Ist das cool oder ist das cool?
Also, seid ihr feucht geworden? Sabbert ihr schon? Wischt euch das Kinn ab und schreibt uns bis zum 27.03.2010 eine mail an gewinnen(ät)fuenf-filmfreunde.de, mit dem Stichwort “Kick Ass” und sag uns dazu, welches euer persönlicher Superhelden-Name wäre.
Wichtig: Da es in Kick Ass ordentlich zur Sache geht, können wir nur Volljährige in den Film lassen. Das Alter wird im Kino überprüft, als bitte macht nur mit, wenn ihr über 18 seid. Und gebt bitte an in welcher der drei Städte ihr gerne hingehen würdet, falls ihr gewinnt. Aus allen Einsendungen ziehen wir die Gewinner, die dann auf die Gästeliste kommen und von uns per mail benachrichtigt werden.
Okay das wars wieder einmal. Die Preise gehen im wesentlichen in Ordnung, auch wenn ich Coraline und District 9 durchaus ein Goldmännchen gegönnt hätte. Best FX für Avatar geht natürlich in Ordnung, aber der Kamera-Oscar für Camerons Schlumpfkatzen war dann doch eher ein Witz.
Da mich bei dem Ganzen insgesamt aber mehr die Show interessiert, als die Gewinner, fällt mir eines ein: WTF? Was war denn da bitte los?
Kein Eröffnungsfilm, stattdessen eine kurze Revuenummer mit… Neil Patrick Harris, der mit dem DDR-Fernsehballett ein paar halbierte Schwäne schwenken durfte. Was dummerweise auch noch das Beste und aufwendigste Event des Abends war und spätestens mit dem Auftritt von Steve Martin und Alec Baldwin den Wunsch aufkeimen ließ, das NPH auch den Rest der Veranstaltung moderieren würde (so wie er das im Herbst bei den Emmys souverän und witzig getan hat).
Statt dessen gab es Steve Martin, der schon seit Jahren in gelangweilter Lustlosigkeit erstarrt ist, die man ansonsten nur von Harald Schmidt kennt und Alec Baldwin, der wie Ottfried Fischer wohl mittlerweile den Kopf nicht mehr drehen kann, ohne die Schultern mitzubewegen und nicht so ganz realisiert, das er außerhalb von 30 Rock jetzt nicht gerade die spritzigste Perle im Sektkelch ist.
Zusammen kalauerten sich die beiden durch mal mehr, meist weniger gelungene Späßchen, die in ihrer biederen Darbietung und bar jeder echten Chemie zwischen den beiden, dann doch wirkte, als habe man versehentlich Bernd Stelter und Fips Asmussen einfliegen lassen. Was perfekt zur Bühne passte, die sah nämlich aus wie wenn die Oberstufe des Wiesengrund-Gymnasiums Bad Salzufflen die Aula festlich schmückt. Klein, beengt, piefig und mit einem muffigen Pseudoglamour versehen, der die ganze Veranstaltung auf das Niveau einer hochkarätig besetzten Schulaufführung herabzog.
Unterstützt wurde der Eindruck einer sparsam produzierten und zum Teil recht hastig zusammengestoppelten Veranstaltung vom fehlen wirklich origineller Ideen. Waren die aufwendigen Einspielfilme in den Jahren in denen Billy Crystal, Whoopi Goldberg oder Jon Stewart moderierte das Highlight der Show, gab es diesmal wenig zu bewundern.
Die übliche Totenrolle in Memorian, die dreisterweise Farrah Fawcett mal eben ausließ (was damit begründet wurde man könne ja nun nicht jeden aufnehmen) und die mal einfach jede Schauspielerin als Actor bezeichnete, dann ein half-assed Tribute to Horror-Movies (wie schön, nachdem das Genre ja traditionell nie eine Chance hat ausgezeichnet zu werden, wenn man vom Schweigen der Lämmer mal absieht) und als einziges Glanzlicht die Statements der animierten Figuren, bei denen tatsächlich mal etwas Aufwand betrieben wurde.
Einen Hauch von Gänsehaut vebreitete auch die verdiente Hommage an John Hughes, dessen Ex-Stars noch einmal an ihn erinnerten. Aber selbst die Featurettes zum Sounddesign und andere Kleinigkeiten machten den Eindruck mit der heißen Nadel gestrickt worden zu sein.
Auch ansonsten gab es wenig Grund sich abseits der Preise unterhalten zu sehen. Ein paar schöne witzige Dankesreden, u.a. vom Gewinner des Kurzfilm-Oscars oder Sandra Bullock und Jeff Bridges, kontrastierten mit viel Durchschnitt, einem bekifft dreinschauenden George Clooney, einem angepisst wirkenden James Cameron und einer ersten Reihe die absolut frei von Jack Nicholson war – wie kann bitte sowas passieren!?
Auch musikalisch gab es nichts, nichtmal die obligatorischen Pinkelpausen, wenn die besten Songs eingesungen werden. Alles wurde hektisch runtergerasselt und als dann tatsächlich mal eine Showeinlage für die beste Musik kam, sah es aus, als würde das Waldorf-Ballet Wittenberge die Namen der Nominierten als Ausdruckstanz darbieten. Ohne Zusammenhang zur Musik oder zum Inhalt der Filme wurde hier mal wieder bewiesen, warum selbst Menschen die Musicals lieben, bei Ballett das kalte Grausen bekommen. Die WTF-Gesichter im Publikum nach diesem Debakel sprachen Bände.
Höhepunkt dieses trotz des gehetzten Eindrucks zu langen Show-Schlamassels, aus dem sich die Moderatoren zwischendurch mal ganz verabschiedeten, war dann die Fuck-Off-Verkündung des Best Movie Awards. Die besten Filme waren über die ganze Show von uninspirierten und freudlosen Laudatoren vorgestellt worden (genau wie viele anderen Kategorien durch überlang-geschwätzige Einzellaudationen ins Infinitum gedehnt worden waren) und am Ende hatte man wohl so gar keinen Bock mehr und ließ Tom Hanks den Best Picture Award kurz rausnuscheln.
Das er den Preis Frau Bigelow, die direkt zuvor den als erste Frau ever den Best Director Oscar erhalten hatte, nicht gleich hinter die Bühne warf, war auch schon alles. “Hier nimm mit und jetzt ist Schluß, wir müssen inner halben Stunde hier raus sein, dann tagt hier der Kartoffelfarmer Verein Idaho”. Selten wirkte eine Oscarverleihung, so lustlos, konzeptlos und chaotisch wie in diesem Jahr. Und dabei waren schon Steve Martins erste beiden Hostings nicht gerade eine Offenbarung und spielten sich auf seltsam designten Bühnen ab.
Fürs kommende Jahr dann bitte wieder fragen ob Jon Stewart Zeit hat oder lasst es gleich NPH machen.
Der kann das nämlich. Und bitte lasst die Show nicht mehr von Hamish Hamilton inszenieren. Der hat ja auch die die letztjährigen MTV und Scream-Awards zu schnarchigen Veranstaltungen gemacht.
Danke.
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Jet Strajker meint:
Ein kurzes Nachwort:
Da ich mich nicht am F5-Live-Chat beteiligt habe, um mich ganz auf die Verleihung konzentrieren zu können, noch einmal ein paar Worte zur reichlich tristen Oscarverleihung, die da vergangene Nacht rasch über die Bühne gebracht wurde. Weitaus weniger innovativ, ideenreich und amüsant als unter der Regie von Baz Luhrman im letzten Jahr, wurden die Preise ohne inszenatorische Raffinesse vergeben, und am Ende blieb sogar trotzdem nicht einmal Zeit, um noch einmal die nominierten Best-Picture-Kandidaten vorzulesen. Das ging dann alles ganz schnell und unglamourös.
Und dennoch war die 82. Verleihung der Academy Awards kein allzu kurzweiliges Vergnügen, was wohl an der grauenhaften Moderation der beiden Hosts Steve Martin und Alec Baldwin gelegen haben dürfte (sollte diese Konstellation in irgendeiner Weise PR für ihren gemeinsamen Film “It’s complicated” betreiben?). So ungelenk, unkomisch und zahm wurden die Oscars wohl selten unterhalten.
Die wenigen Highlights besorgten dann andere. Ben Stiller zum Beispiel, der als Na’vi verkleidet noch den originellsten Beitrag zum eher unangenehmen, an diesem Abend aber offenbar sehr populären “Avatar”-Bashing abgab. Eine schöne Hommage an den verstorbenen Regisseur, Drehbuchautor und Produzenten John Hughes versammelte noch einmal die Stars des 80er-Jahre Coming-of-age-Kinos (darunter Molly Ringwold und Anthony Michael Hall). Und Jeff Bridges wurde in der “Crazy Heart”-Nominierungsrede von seinem einstigen Co-Star Michelle Pfeiffer anmoderiert, was sehr bewegend und wehmütig ausfiel und der Verleihung einen kurzen Augenblick wahrer Größe verlieh.
Actor in a Leading Role: Jeff Bridges in “Crazy Heart” Actor in a Supporting Role: Christoph Waltz in “Inglourious Basterds” Actress in a Leading Role: Sandra Bullock in “The Blind Side” Actress in a Supporting Role: Mo’Nique in “Precious: Based on the Novel ‘Push’ by Sapphire” Animated Feature Film: “Up” Pete Docter Art Direction: “Avatar” Art Direction: Rick Carter and Robert Stromberg; Set Decoration: Kim Sinclair Cinematography: “Avatar” Mauro Fiore Costume Design: “The Young Victoria” Sandy Powell Directing: “The Hurt Locker” Kathryn Bigelow Documentary (Feature): “The Cove” Documentary (Short Subject): “Music by Prudence” Roger Ross Williams and Elinor Burkett Film Editing: “The Hurt Locker” Bob Murawski and Chris Innis Foreign Language Film: “El Secreto de Sus Ojos” Argentina Makeup: “Star Trek” Barney Burman, Mindy Hall and Joel Harlow Music (Original Score): “Up” Michael Giacchino Music (Original Song): “The Weary Kind (Theme from Crazy Heart)” from “Crazy Heart” Music and Lyric by Ryan Bingham and T Bone Burnett Best Picture: “The Hurt Locker” Nominees to be determined Short Film (Animated): “Logorama” Nicolas Schmerkin Short Film (Live Action): “The New Tenants” Joachim Back and Tivi Magnusson Sound Editing: “The Hurt Locker” Paul N.J. Ottosson Sound Mixing: “The Hurt Locker” Paul N.J. Ottosson and Ray Beckett Visual Effects: “Avatar” Joe Letteri, Stephen Rosenbaum, Richard Baneham and Andrew R. Jones Writing (Adapted Screenplay): “Precious: Based on the Novel ‘Push’ by Sapphire” Screenplay by Geoffrey Fletcher Writing (Original Screenplay): “The Hurt Locker” Written by Mark Boal
Wie immer kurz vor den Oscars, wird der mittlerweile etablierte und seit 1981 jährlich gefeierte Gegenpreis einen Tag vorher verliehen: Die Razzies, die goldenen Himbeeren für die miesesten Leistungen des Jahres. Wie vor ihr schon Paul Verhoeven, Tom Selleck, Halle Berry und Bill Cosby holte sich in diesem Jahr die “Gewinnerin” Sandra Bullock den Preis selbst ab und verteilte dabei augenzwinkernd DVDs ihres “ausgezeichneten” Films “Verrückt nach Steve”, auf das die Jury sich im nächsten Jahr bei ihr entschuldigen möge. Bullock gilt auch als heißer Favorit der heutigen Oscar-Verleihung.
Heute startet der neue Tim Burton-Film “Alice im Wunderland”. Ich bin dazu ja neulich mal meinem ganz persönlichen weißen Kaninchen gefolgt. Rein beruflich natürlich.
The imaginative films of Czech animator/director Karel Zeman were poorly served in the West, usually presented if at all in heavily Americanized recuts. This brilliantly designed 1957 gem wasn’t released in the US until four years later and in the wrong screen ratio (the trailer obviously cuts off the top and bottom of the 1:33 frame).
Und natürlich ist der Film kompletto auf Youtube zu sehen, Playlist und weitere Infos nach dem Klick.
Ich freue mich ja ziemlich auf den neuen Burton, trotz CGI sehen die bisherigen Sachen schon ziemlich schick aus und alleine für den Satz “Ich brauche ein Schwein für meine Füsse” hab ich den Trailer 20x angeguckt. Klar das ich auch wieder mit unseren Mad Scientists im moviepilot-Keller an einem psychologisch ausgefeilten Persönlichkeitstest gearbeitet habe. Wir verraten euch: Welcher Figur aus dem Wunderland seid ihr am ähnlichsten?
Um euch zu zeigen, das ihr keine Angst haben müsst, hab ich den Test auch als erster gemacht und das kam raus:
Moviepilot hat eine Liste mit den Blockbustern 2010 zusammengefasst, wofür ich ihnen sehr dankbar bin. Ich habe mir mal die zehn rausgesucht, auf die ich mich am meisten freue. So eine Art Adventskalender der großen Unterhaltung!
Da wäre auf Platz 10Robin Hood:
Hood bei Youtube
Letztens kam die Costner-Verwurschtung im Fernsehen, worüber ich mich anfangs sehr freute. Ich hatte den Film seit Jahren nicht mehr gesehen, wusste aber noch, wie toll ich ihn fand.
Ja, ich war jung. Ich wusste damals nicht, dass Costners Gesicht eines Tages einen leichten Brechreiz erzeugen würde, wenn ich ihn sehe. Ist bestimmt ein netter Kerl, aber…
Deswegen landet der neue Robin Hood “nur” auf Platz 10. Es ist noch ein bitterer Kotze-Beigeschmack da.
Aber ich kann nicht anders, als mich wenigstens ein kleines bisschen auf den 13.05. zu freuen!
Wo Schatten ist, da muss auch Licht sein und in der Tat war 2009 rückblickend ein gutes Jahr für Kinofans. Viele mit Skepsis erwartete Filme überraschten positiv, Blockbuster bewiesen, dass man sein Hirn im Kino ruhig auch mal anlassen darf und kleine Indiefilme eroberten unsere Herzen. It was a very good year, in der Tat.
Hier also jetzt die Filme die uns in diesem Jahr am Besten gefallen haben.
Was für eine smarte, liebenswert-bittere Liebesgeschichte hier erzählt wird. Neben der starken Besetzung mit dem immer sehenswerten Joseph Gordon-Levitt und der entzückend-ungirliehaften Zooey Deschanel überzeugt hier auch das Zeitsprung-Gimmick, denn die fragmentierte Erzählweise ermöglicht hier tatsächlich die Beziehung der beiden mit anderen Augen zu sehen. Ernüchternd und ehrlich und doch nicht depressiv, ein schöner Film.
Das gleiche gilt für Adventureland in dem Jesse Eisenberg als Alter-Ego von Greg Mottola seinen prägendsten Sommer als Angestellter eines Vergnügungsparks erleben darf. Zwischen Nostalgie und Ernüchterung, Falco und Fahrgeschäften entsteht ein liebevoller, witziger und anrührender Blick auf erste echte Liebe und den schmerzhaften Schritten zum Erwachsenwerden. Achja und Kristen Stewart darf zeigen, das sie eine respektable Schauspielerin ist und nicht nur maulig in die Gegend starren kann.
Ein extrem mainstreamiger, witziger Zombiefilm, in dem Zombies eigentlich nur eine Nebenrolle spielen. Nicht wirklich wichtig, aber verdammt unterhaltsam und mit einer erstklassigen Besetzung und dem wohl schönesten Cameo des Jahres. Nicht so smart wie Shaun of the Dead aber in Zeiten dummer Folterfilme und ausgelutschter Sequels eine willkommene Abwechslung. Nut up, or shut up!
Jedes Jahr kommt sie aufs Neue: Die Zeit der Rückschau. Was hat das Jahr gebracht. Was war gut, was war – Oh mein Gott ich bekomme Augenbluten!
Denn ehe wir uns dem Wahren, Schönen und Guten zuwenden, wollen wir der Chronistenpflicht genügen und eine kleine Bilanz der Demenz führen. Hier also die Liste der Filme, die uns in diesem Jahr am meisten geärgert, enttäuscht und genervt haben. Aber keine Angst, morgen kommen dann die Filme, für die wir das Kino lieben.
Schon der erste Teil beinhaltete alles was ich an dieser Art von Effektspektakel verachte. Doch Michael Bay schaffte es souverän den debilen Vorgänger noch zu unterbieten. Noch weniger Sinn, noch weniger Story, noch mehr rassistische Stereotype und noch mehr Humor über den sich vorzugsweise männliche prepubertäre Jungen wegschmeißen können: Notgeile Roboter die das Bein von Megan Fox begatten, Roboter am Krückstock und Roboter mit Abrißbirnen-Klöten. We’ve got balls. Dazu unübersichtliche Actionszene ohne Sinn und Verstand und eine Besetzung die den Spezialeffekten nur im Wege herumsteht. Spätestens wenn Shia LaBeouf in den Robo-Himmel einfährt, ist alles verloren. Danke, Herr Bay, aber das nächste mal hau ich mir gleich mit dem Hammer auf den Fuß, da habe ich mehr Spaß und kann mehr drüber lachen.
Liam Neeson gegen den ausländischen Abschaum der Erde. In Paris lebt nur gemeingefährliches Gesindel, das die jungfräulichen, unschuldigen Töchter Amerikas wegfangen und an dicke Araber verkaufen will. Wohl der mieseste ideologische Scheißdreck der in diesem Jahr in die Kinos geschwappt ist. Eine denkfaule, sadistische Rächerphantasie, die genau das Publikum ansprechen will, das sich auch von Gossenjournalisten zu Rufen nach der Todesstrafe aufwiegeln lässt. Neeson schlachtet bergeweise Schuldige und Unschuldige ab, foltert und mißhandelt und läßt mal so richtig den ohnmächtigen Kleinbürger mit all seinen Ängsten und Ressentiments Rache üben, an einer Welt die er nicht versteht. Das die Zuschauer dieses geistigen Absud in die Charts katapultierten, sollte Grund sein von Volksbegehren und mehr direkter Demokratie dringend Abstand zu nehmen.
Natürlich gibt es viele wertvolle Botschaften in Avatar, die wirklich zum Nachdenken anregen. Das betont James Cameron, der mit unserem Heiland ja nicht nur die Initalien gemein hat, ja oft und gerne. Wir lernen vom Krieg gegen den Terror, von der Schlechtigkeit des Kapitalismus, vom Einklang mit der Natur und so weiter. Ich bin nachdem ich den Film gestern ein 2x gesehen habe, weil manniac auch gerne reinwollte noch einmal in mich gegangen, habe nachgedacht und überlegt welche Dinge mir Avatar eröffnet hat:
1) Naturvölker sind blöd wie Ziegelstein und haben auch nach Jahrzehnten der Erfahrung mit den Skypeople absolut nicht gerafft, das es nix bringt Pfeile gegen Panzerfahrzeuge zu schießen
2) Wissenschaftler und Intellektuelle sind unnütze Weicheier. Wenn man was erledigt bekommen will muss ein dummer Soldat her, der dann auch gleich als Erlöser den Kaffern mal zeigen kann wie man ordentlich Kleinholz macht
3) Es gibt keine dicken, untrainierten oder sehr alten, gebrechlichen Na’vi. Und keine Pimmel.
4) Pandora ist nur ein anderes Wort für Delgo oder doch für Terra? Yay, Lawsuit!
5) Wenn du im Dschungel kämpfst und nicht gesehen werden willst und die Evolution dich eh schon aus nicht hinreichend geklärten Gründen blau gemacht hat: Mal dich nicht an wie ein schwuler Truthhahn bei der Landwirtschaftsmesse – sonst bekommst du eine Kugel in den Schädel
6) Wenn du einen zünftigen Genozid planen willst, lass da keinen dummen emotionalen General ran, sondern jemand der was von Taktik versteht und nicht unnütz Bodentruppen verheizt, wenn das ganze auch aus der Luft zu erledigen wäre. Und laßt verdammt noch eins die Heckklappe zu bis du wirklich DIREKT AM ZIEL bist. Sonst kommen nämlich Eingeborene und Flugsaurier rein, wie die Fruchtfliegen auf den Obstsalat.
Probably the best explanation for the Asylum’s success is its exquisite timing. Multimillion-dollar marketing budgets create the hunger for a certain type of movie, and the Asylum can get something that satisfies this demand into the hands of home viewers at just the right moment. Thanks to advances in digital video equipment, the company can even make the product look, if not quite Weta-worthy, at least passable: It has never been easier to put a marginally convincing-looking pteranodon onscreen.
It helps that, over the past decade, megamovie filmmakers like Roland Emmerich (2012) and Michael Bay (Transformers) have made it easier for us to accept — and forgive — the sort of strident malarkey found in the Asylum’s films. Take away the effects budget and A-list stars, and most blockbusters are no less ridiculous than their Asylum counterpart. (Lest we forget: Bay’s first Transformers film centered on a pair of magical eyeglasses.)
The Asylum simply strips away all of the lofty ambitions found in a big-budget spectacle and boils down the hot-selling concept to its essence. If the movie is about robots, you get robots. If it promises dinosaurs, you get dinosaurs. “We don’t skimp on the genre,” Latt says. “When I talk to writers, I say, ‘OK, take a three-act structure. Write your first act, your second act, your third act — let’s develop it. Let’s get it good. Now take the first and the second act and throw them away. I only want to make act three. Because that’s when the drama happens.”
Oder: Wieviel unterschwelliges religiöses Geschwafel erträgt ein Film?
Ich bin mir gerade nicht ganz sicher und leider finde ich die Mail dazu nicht, aber ich glaube Batz hat mal wieder religiöse Aspekte in Avatar gefunden, die ihn gestört haben. Das passiert aber öfters und ich denke mir inzwischen nichts mehr dabei.
Der folgende Artikel könnte aber jedem etwas Gegenwind geben, der in Avatar religiöse Gehirnwäsche erkennt. Die guten Leute von Scienceblogs, die Wissenschaft so erklären, dass auch Nilzenburger sie verstehen würde, haben sich die Mühe gemacht einen Artikel von der Webseite von Sylvestre Huet zu übersetzen:
Die erste Hypothese, auf der « Avatar » beruht, ist die, dass ein ausserirdisches Leben existiert, welches sehr dem unseren ähnelt. Er lädt geradezu zu einer angeregten Debatte über die Grenzen der Biologie und Kosmologie ein, die sich genau um die Frage des Ursprung des Lebens dreht : War das, was auf der Erde vor 3.8 Milliarden Jahren auf der Erde passierte, ein angesichts der verfügbaren Ingredienzien und Umstände ein unvermeidbarer Prozess oder eine fantastische Ausnahme?
Ich möchte übrigens an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen zu erwähnen, dass ich mich immernoch dagegen wehre Avatar zu schauen. Tolle Effekte hin oder her, aber der Trailer hat alles versaut. Ich kriege Traumfänger, Poster mit am Mond vorbei fliegenden Delfinen und Harlekin-Puppen nicht aus dem Kopf, wenn ich diese Bilder sehe. Vielleicht warte ich, bis RTL sich die Rechte kauft und ein fünf Stunden Spektakel daraus macht.
Insofern kann ich mir jetzt keinen Reim darauf machen, ob Cameron eine Lanze für die Darwinisten unter uns bricht. Im Grunde könnte man das über jeden Sciencefiction-Film sagen, aber sind wir mal ehrlich: Man kann auch einiges überinterpretieren. Vielleicht möchte uns Cameron auch einfach nur sagen, dass er am Mond vorbeifliegende Delfine toll findet.
Das Jahrzehnt, das in die Geschichte als “die Nuller-Jahre” eingehen wird, geht zu Ende. Grund genug für uns euch nach dem besten und dem schlechtesten Film dieser Zeit zu fragen. Aber das wollen wir nicht einfach so machen, wo kämen wir denn da hin? Habt ihr alle zu Weihnachten bekommen, was ihr haben wollt? Oder sind noch Wünsche offen? Dann holt euch doch euer Weihnachtsgeschenk jetzt und hier bei uns, denn wir haben einmal Preise gesammelt und es ist der Hammer, was dabei rausgekommen ist. Aber seht selbst:
Erstmal, für die Lesefaulen unter euch (und das sollen ja einige sein), eine kleine Videopräsentation:
1x XBOX Elite mit den Spielen Lego Batman und PURE und dem “Popcorn”-Set dazu, mit Fernbedienung, Gold-Membership und 800 Punkten zum einkaufen auf dem Xbox-Live-Marktplatz…Alter! wir hauen ne XBox raus! Mit dicker Festplatte, Headset und dem ganzen Gedöns! Wie krass ist das bitte schön?
2x je eine Horst Schlämmer DVD von seinem Film “Isch kandidiere“. Weisste Bescheid, Schätzelein.
3x je eine IT-Crowd DVD, entweder Staffel 1, 2 oder 3. Ihr glaubt es nicht? Tja, this, Freunde, is the Internet.
1x BD und 1x DVD “Watchmen – Die Wächter“, die vermutlich akkurateste Comicverfilmung ever. Meiner Meinung nach.
1x BD “Freitag der 13.” (2009 remake) und die Frage warum sich “White Zombie” eigentlich aufgelöst haben…
1x BD und 1x DVD “Der Fluch der zwei Schwestern” zum nachgucken, wie zwei Brüder zwei Schwestern inszenieren.
1x BD “The Untouchables“, trotz Kevin Costner a fuckin Classic, Baby!
1x DVD “Christmas Time in South Park” mit der kompletten Geschichte von Mr. Hankey, dem Weihnachtskot.
10 x Mask Keychain (Freitag d. 13. Masken-Schlüsselanhänger), Jasons Hockeymaske zum überall dabei haben.
1x Transformers 2 Actionfigur Megatron, absolut “mint” und neu verpackt. Definitv einer Zierde für jedes Nerd-Regal.
Wie versprochen hier die ganze Wahrheit über die Küss den Frosch-Premiere in Hamburg. Hamburg, die Stadt deren Einwohner soviele Worte für Regen haben, wie die Inuit für Schnee. Die Stadt in der ich zwei Jahre gelebt habe, ehe ich nach Berlin flüchtete. Es war Zeit sich meinem alten Hanse-Nemesis erneut zu stellen. Immerhin war mir von Disney versprochen worden, ich dürfte mit einem der Stars des Films die Stadt erkunden. Was wirklich passiert ist, berichte ich euch hier:
Eigentlich sollte es einen wundern, wenn es noch irgendeinen Menschen im Netz gibt, der noch nie die IT Crowd gesehen hat, aber da man immer vom unglaublichsten ausgehen soll und weil die ersten drei Staffeln (die vierte wird gerade produziert) nun in Deutschland überall auf DVD erhältlich sind, hier eine kleine Zusammenfassung für den einen Typen da hinten, der sonst immer nur Spiegel Online liest und nichts von dieser grossartigen Serie mitbekommen hat:
Moss und Roy sind die beiden Jungs der IT-Abteilung von Reynholm Industries. Die sitzen in einem Kellerraum, was zwar von mangelndem Respekt zeugt, den beiden aber alle Freiheiten lässt. Und so sieht ihr Büro auch aus: Eine chaotische Ansammlung von Pizzakartons und Computerschrott. Es ist offensichtlich: Die beiden Jungs sind ziemliche Nerds. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, den Mitarbeitern die sie verzweifelt anrufen nur zu sagen: “Have you tried turning it off and on again?”, das löst meistens alle Computerprobleme im Haus.
Roy ist eher der “gemütliche” Typ, ein Slacker der den ganzen Tag damit beschäftigt ist, Arbeit aus dem Weg zu gehen. Ausserden könnte man sagen, er ist von den beiden Jungs mehr in der Realität verwurzelt, weil er auch mal Frauen datet. Mit eher durchschnittlichem Erfolg.
Moss ist eine Art Über-Nerd. Natürlich wohnt er noch bei seiner Mutter, natürlich analysiert er jedes Problem rein mechanisch, auch zwischenmenschliches. Und natürlich versteht ihn niemand, wenn er versucht etwas zu erklären, was ihm selbstverständlich erscheint. Da kommt bei allen nur fachchinesich an.
Ich geb zu wir hatten bei diesem Filmcheck unsere Fanboy-Momente. Vom Prakti Andreas, über Kameramann manniac bis zu mir hatten wir alle mindestens eine DVD zum signieren dabei, als wir am Mittwoch den neuesten Filmcheck gedreht haben. Und das obwohl vielen der Name Andreas Deja vielleicht gar nichts sagen wird. Doch die Filme an denen Disneys derzeit profiliertester Zeichner mitgewirkt hat, die kennt jeder. “Der König der Löwen” war einer der ersten Filme, die ich mir damals Mitte der 90er aufwendig als englische VHS in einem Münchner-Spezialversand orderte, weil in unbedingt Jeremy Irons-Stimme hören wollte. Ich liebe Scar, die Art wie er spricht, wie er sich bewegt, wie er genervt die Augen verdreht, wenn dämliche Hyänen und Minilöwen ihm auf den Senkel gehen.
Doch Deja hat mehr drauf als Scar. Er spielte mit seinem Zeichenstift den Titelhelden in “Roger Rabbit” und “Herkules”, den Jafar in “Aladdin”, Lilo in “Lilo und Stitch”, den widerlichen Gaston in “Die Schöne und das Biest” oder den wumbeligen Gurgi im wenig bekannten “Taran und der Zauberkessel”. Nächste Woche, am 10. Dezember, startet dann “Küss den Frosch” – dort hat er die verschrobene Voodoo-Hexe Mama Odie und ihre Blindenschlange mit Leben erfüllt.
Beim Filmcheck war Andreas Deja dann genauso sympathisch und unkompliziert, wie er in Interviews oder dem Bonus-Material zu den Disney-Klassikern immer erscheint. Der in Polen geborene, in Deutschland aufgewachsene Zeichner liebt Animationsfilme – nicht nur die von Disney. Was ihm ansonsten noch so gefällt, seht ihr im Video und ausnahmsweise bewerbe ich hier auch mal ein moviepilot-Gewinnspiel. Wer die Zeichnung die Andreas für uns angefertigt hat gewinnen möchte, der klickt HIER und schickt uns dann die richtige Antwort zu. Auch wenn ich die am liebsten selbst behalten würde ;)
Ganz ehrlich: Vampire sind öde. Okay vielleicht nicht so langweilig wie Mumien – nichts ist so ungruselig wie eine schlechtgelaunte Mullbinde – aber dennoch ziemlich öde.
Zumindest die meisten. Denn mehr als jedes andere Monster haben Vampire die Macher und das Publikum herausgefordert sie zu romantisieren, zu vermenschlichen, in ihnen keine echte Bedrohung sondern irgendein erotisches Ideal zu sehen. Vampire verführen ihre Opfer meistens, bis diese ihnen willig die Schlagader entblößen und darum betteln endlich gefi- gebissen zu werden. Es ist ja nicht so, als hätte Twilight den Trend ausgelöst. Schon zu Bela Lugosis Zeiten schwärmten die Girlies, die damals noch Backfische genannte wurden, für die erotische Ausstrahlung des bissigen Ungarn und schickten ihm Liebesbriefe und Unterwäsche.
Dracula erschien immer als der bessere Liebhaber, der neben den gepflegten Umgangsformen das Verlangen nach Exotik und Leidenschaft befriedigte. Dagegen konnte der brave Freund oder Ehemann nur abstinken, selbst wenn er sich extra in den Tigertanga oder die lustige Büx mit dem Elefantenrüssel zwängt. Vampire sind sexy.
Was ja alles schön und gut ist, aber eben nicht wirklich gruselig und sie als Protagonisten eines Horrorfillms ziemlich untauglich macht. Es fehlt einfach die Bedrohung, das Unerwartete, der Schock, das im wahrsten Sinne des Wortes Monströse. Denn selbst wenn Vampire mal nicht als erotische Knatterbüchsen im edlen Zwirn dargestellt werden, präsentieren die Filmemacher sie wenigstens als leidende, melancholische Grübelottos die ja soooo darunter leiden nicht sterben zu können. Wo der erste Nosferatu noch ein echtes Monster war, dem ich auch heute ungern im Dunkeln begegnen würde, war Herzogs Nosferatu in der Form von Klaus Kinski schon längst der weltschmerzschwere Leidensmann, der den Tod als Erlösung herbeisehnt. Jaja der Tod der ist ein Abgrund, tausend Nächte tief…
Nachdem auch das gerade vom Kollegen Jet gepostete Poster (sic!) wieder aussieht wie ein Paparazzibild von Kurt Becks Schwarzwaldurlaub, ist es vielleicht an der Zeit sich zu fragen, was eigentlich mit The Wolfman los ist.
Es liegt auf der Hand, das ein Film dessen Releasedate fünf Mal verschoben wurde (von zunächst November 2008 bis zum letzten bisherigen Termin im Februar 2010) seine Probleme hat. Das verwundert nicht, wenn man sich ansieht das der erste Regisseur Mark Romanek nach einem Jahr PreProduktion entnervt das Handtuch warf und dann nach ewiger Suche (statt Leuten wie Frank Darabont oder Martin Campbell) Joe “Jurrassic Park III” Johnston beauftragt wurde die Scherben zusammenzukehren.
Was ihm – auch mit einem neuen Drehbuchautor – nur teilweise gelang. Rick Baker, der für das Monster-Make-Up verantwortlich ist, und sich zunächst um den Job gerissen hatte, wusste erstmal nicht was er mit Hauptdarsteller Benicio DelToro anstellen soll – da dieser von Natur aus schon sehr haarig sei, wäre es der Unterschied zwischen Mensch und Werwolf eher gradueller Natur. Später beschwerte sich Baker im Interview mit MTV, das die Transformationszene, das Herz jedes Werwolf-Streifens, nicht ihm überlassen wurde, sondern aus dem Rechner stammt und deswegen ziemlich unrealistisch aussehen würde (wozu heuert man Rick Baker an, wenn man ihn nicht die Transformation designen lässt? – doch wohl kaum für den “Harry-Rowohlt an einem schlechten Tag”-Look, den der Wolfman jetzt hat).