Was bisher geschah:
Ich wurde entführt, mit Jever betäubt und dazu gezwungen mich in der Gefangenschaft dubioser Kreaturen, die mehr Ähnlichkeit mit Untoten haben, als mit Lebenden, ein Horrorfilm nach dem Nächsten anzuschauen. Dies ist mein geheimes Tagebuch, das ich in Angesicht des Celluloid gewordenen Schreckens schrieb…
(Teil 1)

DEAD HUNTERS – Sevillian Zombies, so stellt es sich heraus, ist das Grausamste, das jemals Platz in einem DVD-Regal verschwendet hat. Ich weiß nicht was mich mehr erschrecken sollte: Das Gefurze des Zombiehundes auf der Matratze neben mir oder das menschenverachtende Fehlen jeglichen Talentes, der
Schauspieler
vor mir. Klamottentechnisch auf den Stand eines Gothics aus den 90ern stehen geblieben und allesamt darum bemüht so cool auszusehen wie Keanu Reeves in Matrix, stampfen diese schlimmen Menschen durch irgendeiner Kleinstadt, um als Zombiespezialeinheit gegen übelst geschminkte Menschen zu kämpfen, die nur eins wollen: Raus aus diesem Film Gehirne.
- Mal Sehen •
- Oktober 28th, 2008 •
- 28 Kommentare
- Schlagwörter: Dead Hunters, Halloween, Horror, Severance - Ein blutiger Betriebsausflug
Rückblickend betrachtet ziehe ich mehr aus den 24 Stunden Gefangenschaft in einem Vorort von Berlin, als die Erinnerung an blanke Angst. Vielleicht gehe ich auch soweit zu sagen, dass sich etwas positiv in mir gewandelt hat. Die Furcht vor Untoten ist soweit auf ein relatives Minimum gesenkt, was nicht heißt, dass diese Biester nicht doch so ziemlich das Furcheinflößenste sind, was ich kenne.
Unter einem fadenscheinigen Vorwand wurde ich aus Berlin gelockt. Man wolle mir und meinem Blog zu Ehren ein Fest feiern, wie es Berlins suberbe Landschaft es noch nie gesehen hat. So richtig mit Feuerfehrwagen, kleinen Kindern an Ballons und allem Pipapo. Ich gebe zu, dass ich ein wenig stutzig war, als ich den Anruf erhielt. Spätestens das diabolische “Gehirrrrrrrrrne!”-Grunzen im Hintergrund hätte mich wach rütteln müssen. Aber mein ausgeprägtes Ego war schneller und stärker und so setzte ich mich an einem Samstag in die Bahn, um weit hinter Oranienburg von Vorstadtidylle eingelullt zu werden.
Was ab dem Zeitpunkt passiert, lichtet sich erst Tage später, als der Schock nachlässt und ich anhand der Polaroids, die ich in meiner zerissenen, stinkenden und mit Hundehaaren verseuchten Hose finde. In den kommenden Tagen werde ich versuchen diese 24 Stunden für euch zu rekonstruieren.
- Mal Sehen •
- Oktober 27th, 2008 •
- 7 Kommentare

Foto by manniac
Als junger Batz hatte ich es nicht leicht, als um 1983 (zum Start von Return of the Jedi) meine Leidenschaft für Horror, SciFi und Fantasy erwachte. Damals, liebe Kinder, gab es noch kein Internet, keine IMDB, keine DVDs und keine Fünf Filmfreunde. Für die Videothek war ich zu jung, im TV liefen wenn überhaupt nur grausam kastrierte Fassungen (ich erinnere mich düster an die ARD-Fassung von Poltergeist in der die komplette Spiegelszene fehlte) und Kaufkassetten waren etwas exotisches das nur die Kinder von Millionären erwarben (zu dem Thema hatte ich ja schonmal einen Artikel geschrieben). Damals war es für einen minderjährigen Pöks noch harte Arbeit an Informationen oder gar die Filme selbst zu gelangen.
Wollte man sich nicht auf die zweifelhaften “Fachkommentare” seiner Schulkameraden verlassen, die beständig irgendwas “Zombies im Kaufhaus” und “Evil Dad” faselten, musste man auf Bücher zurückgreifen, ja sogar noch auf deutsche Bücher. Denn zum einen war selbst mein Englisch mit 11-13 noch eher rudimentär entwickelt und zum anderen fingen die Buchhandlungen in Hannover erst Ende der 80er an, wenigstens ein kleine englische Buchecke einzurichten. Da gab es dann zwar Stephen King im Original, aber keine Fachbücher. Also hielt ich mich an die Heyne Filmbibliothek und schmöckerte mich dort durch alles was es zum Thema gab. Der Klassische Horrorfilm, Standardwerke zu Science Fiction und Fantasy. Ich bereue dies nicht, denn neben einem guten Überblick über die wichtigen Filme des Genres – von Melies bis zum Effektfilm der frühen 80er – lernte ich so auch viele andere Klassiker und grundsätzliches über Kino, Dramaturgie, Subtexte und generell die Kunst des Filmemachens.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- Oktober 26th, 2008 •
- 17 Kommentare
Am kommenden Freitag ist es wieder soweit. All Halllows Even steht ins Haus. Das heißt Marshmellows und Rasierklingen. Kleine Kinder am Spieß. Lustige Kostümparties und Massenmorde in Malmö.
Und für uns bedeutet es: Eine Woche lang steht der Horror bei uns im Mittelpunkt. Wir widmen uns den Mumien, Merkeln, Mutationen, den dunklen Seiten des Films. Wir schauen uns Klassiker an, schwelgen in Kindheitserinnerungen und schauen in die Zukunft.
In diesem Sinne. Viel Spaß bei den Tales from the Fünf Filmfreunde, wünscht euch,
Pinbatz und die anderen Cryptkeeper
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- Oktober 25th, 2008 •
- 3 Kommentare
Über die BBC Serie LIFE ON MARS, hatten wir hier je schon mehrfach berichtet. Wie so viele Shows von der Insel zeichnete sie sich durch eine originelle Idee und eine beeindruckend gespielte und inszenierte Umsetzung aus. Die Story um den Detective Chief Inspector und Profiler Sam Tyler, der durch einen Unfall scheinbar vom Jahr 2006 ins Jahr 1973 zurück versetzt wird und sich dort mit den rustikalen Ermittlungsmethoden seiner Kollegen rumschlagen muss (und mit dem Problem was überhaupt passiert ist und wie er wieder zurück kommt), zählte zu den Highlights der letzten Jahre.
Natürlich floppte die Serie grandios, als sie in gekürzter Form im deutschen Fernsehen lief. Und natürlich stöhnten alle Fans des Originals auf, als bekannt wurde, dass ABC die Rechte der Serie gekauft hatte und ein US-Remake plante. Wir wissen ja alle, dass Amerikaner den britischen Dialekt so schwer verstehen und überhaupt mit der Art der Inselaffen so ihre Probleme haben.
Ein Remake einer Serie muß nicht prinzipiell scheitern, aber auf jede geglückte Version wie “Queer as Folk” und vielleicht noch “The Office” folgen ein Dutzend grauenhafte Versuche: Die US-Version von Lars von Triers “The Kingdom” konnte genauso wenig überzeugen wie die US-Fassung von “Cracker – Für Alle Fälle Fitz”. Von den verschiedenen Anläufen die unternommen wurden “Fawlty Towers” zu amerikanisieren ganz zu schweigen.
Ein wenig Hoffnung machte die Ankündigung, dass Colm Meany – den meisten wahrscheinlich als Chief O’Brien aus “Deep Space Nine” und “TNG” und Filmen wie “The Commitments” bekannt – für die Rolle des Gene Hunt, des Guv, engagiert wurde. Eine perfekte Besetzung, ähnelt Meany seinem UK-Vorbild doch nicht nur physisch. Er verfügt genau über die richtige Mischung aus Humor, Rauheit und Dickschädeligkeit die die Rolle braucht.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- Oktober 11th, 2008 •
- 29 Kommentare
- Schlagwörter: LifeonMars

Das Empire Magazin hat in einer Leser-Umfrage kombiniert mit Umfragen bei Schauspielern und Kritikern seine 500 besten Filme aller Zeiten zusammengestellt, ihre Printausgabe statten sie dazu auch noch gleich mit einhundert verschiedenen Cover-Varianten aus, damit die ganzen Magazinsammler da draußen mal richtig kirre werden. Das ganze ist online natürlich nur als einhundert-teilige Klickstrecke verfügbar, damit Empire seinen Anzeigenkunden brutal hohe Leserzahlen vorgaukeln kann. Immerhin: deutsche Internetangebote klassischer Medien hätten daraus ganz ohne Ironie eine fünfhundert-teilige Klickstrecke gemacht. Und deshalb habe ich grade die komplette Liste abgetippt. This service is brought to you by yours truly Filmfreunde. (Eine Liste der besten Filme aller Zeiten ohne Polanskis „Repulsion“, dafür aber mit „Dumm und Dümmer“ ist wohl auch eher unbrauchbar… aber jetzt hab ich sie abgetippt, da müsst Ihr jetzt einfach durch.)
500. Oceans Eleven
499. Saw
498. Back to the Future II
497. Crouching Tiger, Hidden Dragon
496. Superman Returns
495. Jailhouse Rock
494. Sideways
493. In the Company of Men
492. Amores Perros
491. Ben-Hur
490. Sweeney Todd: The Demon Barber Of Fleet Street
489. Brick
488. Princess Mononoke
487. Superbad
486. Breakfast at Tiffanys
485. The Wicker Man
484. The Fountain
483. The Big Red One
482. Scream
481. Topsy-Turvy
480. The Son’s Room
479. The Secret Life of Walter Mitty
478. Flesh
477. Rebel without a Cause
476. Santa Sangre
475. Pirates of the Caribbean: Dead Man’s Chest
474. Enter the Dragon
473. Into the Wild
472. Le Doulos
471. Harry Potter and the Prisoner of Azkaban
470. Glengarry Glen Ross
469. Fear and Loathing in Las Vegas
468. The Crow
467. The Deer Hunter
466. Snatch
465. 12 Monkeys
464. Seven Brides for seven Brothers
463. Juno
462. Dead Mans Shoes
461. Halloween
460. Crash LA
459. Ikiru
458. Batman
457. Full Metal Jacket
456. 28 Days Later
455. Top Gun
454. The Bourne Supremacy
453. Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull
452. Unbreakable
451. Cover Movie
- Renington Steele •
- Oktober 6th, 2008 •
- 85 Kommentare
- Schlagwörter: Lists
…um sie zu retten.
Was für eine Woche. Uns ist allen noch etwas schwindelig. Nicht weil wir je befürchteten, dass die Filmfreunde zerbrechen, sondern weil die Eigendynamik die das ganze angenommen hat, doch gewaltiger war, als wir es uns vorgestellt hatten. Es ist grade wie nach einer Party, wenn man wach wird und sieht, das irgendjemand in den Nudelsalat gekotzt hat und die Couch Brandlöcher hat.
Es ging rund.
In der Tat, hatten wir eigentlich gar nicht damit gerechnet.
Doch der Reihe nach, um zu erklären was passiert ist. Dog alias Dominic hat einfach keine Zeit mehr für die Filmfreunde und hat sich, wie am Montag gesagt verabschiedet. Ohne Streit und völlig einvernehmlich. Er bleibt als freier Autor dabei, wird aber kein festes Mitglied der Truppe mehr sein. Ein Filmfreund a.D. sozusagen.
Wir haben eine Weile hin und her überlegt und uns dann recht bald entschieden, dass wir keinen Bock haben Vier Filmfreunde zu sein. Gleichzeitig hatten wir aber auch keine Lust auf irgendwelche öffentlichen Aufrufe. Castingshows sind scheiße. Außerdem ergab sich bald jemand, von dem wir glauben, dass er sich mit Film auskennt, sehr produktiv ist, gute Reviews schreibt und seinen ganz eigenen Geschmack mitbringt.
Es war uns klar und wichtig , dass wir ehe wir Dogs Ausstieg bekannt geben, schon die Neubesetzung kannten, der sich per mailingliste schonmal an uns gewöhnen konnte. Das die Beschnupperphase schon gelaufen ist, wenn er hier wirklich loslegt. Ich glaube wir haben eine gute Wahl getroffen, aber dazu an anderer Stelle mehr.
Warum diese Woche? Sagen wir, es schien zum damaligen Zeitpunkt eine gute Idee zu sein. Noch ehe der Ersatz feststand, hatte ich die Idee, den Wechsel zu inszenieren. Wir sind ein Filmblog. Wir liefern Gerüchte, berichten über virale Aktionen. Entschlüssen Cloverfield und verfolgen Harvey Dent durchs Netz.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- September 26th, 2008 •
- 198 Kommentare
- Schlagwörter: wechselwoche
Ich hätte es wissen müssen. Da bastel ich mal in mühevoller Kleinarbeit für meinen Job bei moviepilot einen Test, schinde dabei zwei Flasher zu Tode, damit alles rechtzeitig fertig wird und wir ein WALL-E-Spielchen haben, dass keine andere Seite hat, und dann sagt mir der Test, dass ich ein Fembot bin.
Muß an meiner liebenswürdigen Art liegen und meiner Angewohnheit Leute die nerven zu pulverisieren ;)
Und ihr so?
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- September 17th, 2008 •
- 18 Kommentare
Sprüche wie „Alter Schwede!“ oder „Dänen lügen nicht“ könnten das diesjährige Fantasy-Filmfest (zurzeit noch in Stuttgart und München) als passendes Leitmotiv begleiten. Denn vier der besten Beiträge kommen aus Skandinavien, wobei der Vollständigkeit halber in diesem Zusammenhang auch noch Norwegen genannt werden muss. Doch dazu später mehr, wenn die Top-5-Liste kommt.
Von den 64 Filmen, die diesmal in Frankfurt gelaufen sind – Kurzfilme, Klassiker, Ausfälle und Wiederholungen nicht mitgezählt –, habe ich immerhin 27 geschafft. Wenn im Folgenden bestimmte Titel aus dem Programm nicht auftauchen, habe ich sie entweder nicht gesehen oder aber als uninteressant eingestuft. Den andernorts so gelobten ungarischen Krimi „The Investigator“ (noch kein Start-Termin bekannt) zum Beispiel fand ich trotz einiger Pluspunkte nur mäßig – genauso wie das visuell viel zu dröge Psycho-Drama „Downloading Nancy“ (noch kein Start-Termin bekannt), obwohl dort ein höchst formidables Schauspieler-Trio (Maria Bello, Rufus Sewell und Jason Patric) am Werk ist. Ach ja, und „Repo! The Genetic Opera“ von „Saw II, III + IV“-Regisseur Darren Lynn Bousman (noch kein Start-Termin bekannt) habe ich bewusst nicht sehen wollen, weil ich Film-Musicals hasse und mir der Schock von „Sweeney Todd“ noch zu tief in den Knochen steckt …
Auf einige potenziell sehenswerte Beiträge habe ich leider auch wegen eines vermeintlich besseren Parallelfilms verzichtet: auf den Teenie-Slasher „Donkey Punch“ (noch kein Start-Termin bekannt), den Mystery-Thriller „Dorothy Mills“ (noch kein Start-Termin bekannt), den subtilen Horrorfilm „The Broken“ (noch kein Start-Termin bekannt), den Yakuza-Krimi „Like a Dragon“ von Takashi Miike (ab 20.10. auf DVD) und den Whodunit-Thriller „The Oxford Murders“ von Alex de la Iglesia (noch kein Start-Termin bekannt).
- Binding •
- September 8th, 2008 •
- 25 Kommentare
- Schlagwörter: FFF
Obwohl Comics seit vielen Jahrzehnten zur Popkultur gehören und sich langsam auch beim Dümmsten die Erkenntnis durchgesetzt haben sollte, dass es mehr als nur Mickey Maus gibt, wird immer wieder deutlich, dass “the Powers that be” dieses Medium immer noch nicht kapiert haben.
Wie sonst ließen sich dümmliche, moralinsaure und öde Lehr-Comics erklären, die unter dem Deckmäntelchen Studenten das Rechtssystem näher zu bringen, plumpe Anti-Piracy-Propaganda machen. Natürlich setzt diese, wie immer, auf Übertreibungen und zum Teil auch auf Lügen und illustriert sehr deutlich, dass sich in den Köpfen der Content-Industrie seit “Don’t copy that floppy” nichts, aber auch gar nichts bewegt hat.
Auch wenn dieses Edu-Comic namens “Justice Case Comics: The Case of Internet Piracy” von einer (von Richard Nixon in den 70ern ins Leben gerufenen) Non-Profit-Organaisation namens “National Center for State Courts” herausgegeben wurde und Anwälte und Richter an dem Machwerk mitarbeiteten, liest es sich wie ein feuchter Traum der Content-Industrie: Ein junges Mädchen lädt bedenkenlos ein paar Songs aus dem Netz und schon flattert ihr eine Gerichtsvorladung ins Haus und sie droht Haus Hof und Stipendium zu verlieren. Am Ende kommt sie dann mit Sozialstunden und einer Bewährungsstrafe davon (muss also nicht in den Knast und wird auch nicht vergewaltigt, wie das in deutschen Antiraubkopier-Clips gern suggeriert wird) und hat natürlich eine wichtige Lektion gelernt: Kopieren böse! Copyrightindustrie gut!
Wer sich das ganze durchlesen möchte: Hier findet ihr den das Comic als PDF
[via: Wired]
+++
Achja und hier dürft ihr auch noch das tolle Copyright-Quiz spielen (damit hab ich nichts zu tun!)
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- August 28th, 2008 •
- 12 Kommentare
Gewisse Diskussionen kommen ja leider immer wieder. So wie Herpes. Die ersten 200x möchte man noch erklären oder auf vorige Erklärungen hinweisen, aber irgendwann reagiert man doch genervt und vielleicht auch unfreundlicher als es eigentlich gerechtfertigt ist.
Da gerade jüngst um Zohan und Dark Knight mal wieder die bekannten Diskussionen aufflammen, folgen jetzt hier nochmal ein paar allgemeine Worte zu den Bewertungskriterien der F5, auf die ich in Zukunft dann einfach verweisen werde, ehe ich mir den Mund fusselig rede.
1) Wir sind Fünf Filmfreunde
Das mag viele Leser überraschen, weil es ja auch keinen Hinweis darauf gibt, aber ich denke ich kann das Geheimnis jetzt lüften (und damit ein hartnäckiges Gerücht bestätigen): Wir sind fünf unterschiedliche Leute. Die bunten Bilder am Ende eines Artikels stehen für den Autor und sind kein dekoratives Element. Das klingt jetzt erstmal kompliziert, aber ist eigentlich gar nicht so schwierig.
Kurz gesagt bedeutet es einfach, dass jeder Artikel die Meinung seines Autors wiederspiegelt und nicht eine abgestimmte, in Redaktionssitzungen durchdiskutierte Gemeinschaftsmeinung. Deswegen ist es irreführend zu sagen: Die F5 haben den Film so und so bewertet, weil das meist einfach nicht stimmt, wie ihr bisweilen auch an Doppel- bzw. Tripple-Reviews merkt. Wir sind fünf Leute deren Geschmack sich bisweilen extrem unterscheidet, was auch bedeutet das wir uns oft genug auch in die Haare kriegen und einander zusammentreten. Nilz und ich mussten mal mehrere Wochen im Krankenhaus zubringen, weil wir uns über die Qualität von Adam Sandler einfach nicht einigen konnten, und die mechanische Diskussion etwas eskaliert ist.
Natürlich vertragen wir uns immer wieder, denn Nilz ist einfach viel zu gut im Bett, als das ich ihm dauerhaft böse sein könnte. Und auch Renington kann man schlecht etwas nachtragen, wenn er seinen Bambiblick aufsetzt.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- August 24th, 2008 •
- 26 Kommentare
- Schlagwörter: Christopher Nolan, Review, The Dark Knight
Filmblogger zerstören die seriöse Filmkritik. Zumindest wenn man Josef Schnelle glauben schenken mag, der sich gestern in der Berliner Zeitung in eine flammende Tirade wider die verderbliche Wirkung der “Internet-Blogs” verstieg und dabei neben den üblichen Print vs. Online-Klischee-Argumenten auch versuchte Roger Ebert für seine kruden Thesen einzuspannen.
Meine Kollegin Ines und ich haben uns dazu ein paar Gedanken gemacht:
“Natürlich hat Schnelle nicht Unrecht, wenn er schreibt, dass es bei Kritiken große qualitative Unterschiede gibt. Natürlich macht es etwas aus, ob jemand ein fundiertes Filmwissen besitzt, das im besten Falle neben dem klassischen Filmkanon auch Grundlagen der Film- und Medienanalyse beinhaltet. Natürlich gibt es Fanboys-Reviews, die inhaltlich nicht über ein “Boah, geiler Film” hinausgehen. Natürlich gibt es die “Worst Movie ever!”-Blöker. Das Internet ist ein Abbild der Welt und dort finden sich auch viele grauenhaft schlechte Autoren und lausige Filmbesprechungen. Geschenkt.
Das zu betonen klingt so simpel, wie die Erkenntnis, dass in jedem Jahr hundertausende Bücher veröffentlicht werden, die jeden Tisch beleidigen würden, wenn man sie benutzte um ihn am Wackeln zu hindern. Dass jeden Tag Zeitungen erscheinen, in die kein Fisch eingewickelt wollen würde.
Schnelle verwechselt in seinem Artikel Medium und Qualität, wie dies gerne und häufig getan wird. Für jedes indiskutable Fanboy-Review, finden sich Dutzende ausgesprochen kenntnisreiche und oftmals auch ansprechend formulierte Filmkritiken von Bloggern, Forenschreibern und Online-Magazinen.”
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- August 15th, 2008 •
- 23 Kommentare
Ich bin heute morgen aufgewacht mit einer filmphilosophischen Frage: Wie wichtig ist der Wiedersehwert eines Films? Wenn ich zum Beispiel Herr der Ringe nehme. Der erste Teil hat mich umgehauen und ich hätte nie gedacht, das mich ein Fantasy Thema jemals so interessieren könnte. Aber das hier war von vorneherein so unheimlich gewaltig und episch, das sog einen förmlich auf. Dann kam endlich der zweite Teil und ich bin wieder ins Kino gerannt. Ich war immernoch begeistert, wollte jetzt aber auch endlich wissen wie es ausgeht. Dann der dritte Teil. Ich ging ins Kino, kam raus und dachte nur: Geschafft. Aber ich hatte seitdem nicht mehr das Bedürfnis, mir die Dinger nochmal anzusehen. Man erinnert sich an ein paar gute Szenen, aber eben auch an Länge. Lange Länge. Und dann au DVD auch noch extended? Ähem….
Es gibt noch andere Filme, die zum Teil auch als Meisterwerke gelten, bei denen ein mehrmaliges sehen irgendwas kaputt macht. Pulp Fiction zum Beispiel. Nach dem ersten sehen kenne ich ja die Zeitsprunggags und der Film verliert plötzlich grosse Teile seines Reizes und Travolta ist gar nicht so cool, wie es einem vorkam. Klar, der Film ist/war wichtig für das moderne Kino, aber er hat für mich einen recht geringen Wiedersehquotienten. Vielleicht so 2-3. Oder Forest Gump. Das war ein toller Film, als der rauskam. Hat mich echt geflasht. Aber als ich das zweite Mal ins Kino ging, schlief ich kurz nach dem Vorspann ein und wachte kurz vor dem Abspann wieder auf.
- Nilz N Burger •
- August 6th, 2008 •
- 48 Kommentare

Bei New Scientist habe ich diese wunderbare Grafik gefunden, die die Wahrheit über CGI-Effekte mehr als auf den Punkt bringt: der Wow-Effekt von CGI-FX waren wohl mehr der Faszination über den Fortschritt der Technik geschuldet, als den Effekten selbst. Und heute, wo man mit CGI praktisch alles und jeder visualisieren kann, stellen sich Müdigkeitserscheinungen ein. Mit anderen Worten: niemand will im Jahr 2008 CGI-Ameisen und -Werwölfe sehen. CGI is over (was natürlich übertrieben ist, aber who cares).
Das erinnert mich daran, dass bis heute meine Lieblingseffekte immer noch die (analogen) Blitze aus Poltergeist sind. Das waren noch wunderbare Effekte, bei denen man staunend vor der Leinwand saß, wo man sich heute nur denkt: meh, schon wieder Viecher aus dem Rechner. Ich will meine 80er-Jahre-Blitze wiederhaben, aber ich denke nicht, dass ILM und Weta auf mich hören werden. Schade. Der Artikel zur Grafik ist übrigens ebenso interessant:
Surely the point of special effects is to show things that can’t otherwise be filmed, and that’s been the driving thrust behind all the big developments in stop-motion animation, blue-screen compositing and so forth. CGI now seems to be able to do everything these technologies did but better. The fight with the skeletons in Jason and the Argonauts (1963), a tour de force of stop-motion at the time, could presumably be done more convincingly in CGI, for half the effort.
And that seems to be the problem. CGI has pretty much done everything. The robots in Transformers had more components than previous CGI creatures, but that was the only novelty – unfortunately leaving viewers with no choice but to notice the plot. I think the only way CGI is going to be able to make the graph go up again is if someone actually comes up with something genuinely new for it to show.
- Renington Steele •
- August 2nd, 2008 •
- 27 Kommentare
- Schlagwörter: FX
George Lucas hat mit der Sunday Times über einen möglichen weiteren Teil zu Indiana Jones und über die Gründe, warum der letzte so suboptimal war („Spielberg war’s!“ sagt Lucas. „Lucas, Du Arschloch“ sag ich), gesprochen.
“If I can come up with another idea that they like, we’ll do another. Really, with the last one, Steven wasn’t that enthusiastic. I was trying to persuade him. But now Steve is more amenable to doing another one. Yet we still have the issues about the direction we’d like to take. I’m in the future; Steven’s in the past. He’s trying to drag it back to the way they were, I’m trying to push it to a whole different place. So, still we have a sort of tension. This recent one came out of that. It’s kind of a hybrid of our own two ideas, so we’ll see where we are able to take the next one.” (Coming Soon)
Das ganze hört sich für mich nach einem definitiven fünften Teil an, obwohl ich hoffe, dass die Idee an Spielbergs und Lucas’ Differenzen zerbricht. Alleine der Satz „I’m trying to push it to a whole different place“ zeigt, wie sehr Lucas die Ideen und Grundzüge seiner Filme (sicherlich nicht mutwillig, aber doch:) zerstören will. „I’m trying to push it to a whole different place“ hat uns Filme wie „Jaxon X“ gebracht, in dem Jason Vorhees durch eine Raumstation latscht.
Das hört sich auf dem Papier natürlich erstmal cool an, genauso, wie wenn Indiana Jones in einem Kühlschrank the Fridge nuked oder eben die Macht das Ergebnis irgendwelcher Medichloreaner (oder wie man die schreibt) ist. Genauso kopfschüttelnd sitze ich mittlerweile vor den Ideen, einen wie Rambo auf eine Raumstation zu schicken. Solche Ideen werden geboren aus purem Fandom und ich kann es nachvollziehen, dass sich ware Nerds und Fans gerne ausmalen, wie es wäre, wenn Jason oder Rambo in Space aussehen würden. Das Ergebnis hat allerdings (bis jetzt) noch jede ikonographische Filmfigur demontiert und der Lächerlichkeit preisgegeben.
- Renington Steele •
- Juli 29th, 2008 •
- 27 Kommentare
- Schlagwörter: Adventure, George Lucas, Harrison Ford, Indiana Jones, Indiana Jones 5, Steven Spielberg
Warum ich den Filmkritiker Roger Ebert mag, habe ich hier ja neulich ausführlich erzählt. Nach über 30 Jahren verabschiedet sich Ebert, der von vielen Operationen und langer Krankheit gezeichnet ist, jetzt vom Fernsehen. “I ain’t a pretty boy no more”, sagte er scherzhaft, auf seine schweren Eingriffe im Gesicht angesprochen. Doch auch wenn sein Aussehen und seine Fähigkeit zu sprechen gelitten haben, seiner Liebe zum Kino und seinem Geist und Witz tut dies keinen Abbruch.
Nachdem sein langjähriger TV-Partner Gene Siskel schon vor einigen Jahren starb und dessen Nachfolger Roeper wohl ohne Ebert, der bereits seit zwei Jahren nicht mehr in der Show auftreten konnte und seither von wechselnden Gastkritikern vertreten wurde, so nicht weitermachen wird, heißt es Abschied nehmen von “At the movies”. In seiner Kolumne erinnert sich Ebert noch einmal und beschreibt, was für ihn den Reiz des Formats ausmachte und was das besondere war an seiner Freundschaft zu Siskel.
We began to catch on. Jack Nicholson told Gene, “Harry Dean Stanton called me and said there were a couple of guys discussing movies on TV and they didn’t even look like they should be on TV.” We didn’t. Tall and thin, short and fat. Laurel and Hardy. We were parodied on SNL and by Bob Hope and Danny Thomas and, the ultimate honor, in the pages of Mad magazine.
One thing we never did, apart from an occasional special show, was depart from the format: Two critics debating the week’s new movies. No “advance looks” at trailers for movies we hadn’t even seen. No celebrity interviews. No red carpet sound bites. Just two guys talking about the movies.
(…)
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- Juli 28th, 2008 •
- 2 Kommentare
Aaaaaaw. Das ist der Grund, warum ich das Internet liebe. Der erste Film von Steven Spielberg, nach dem er seine Produktionsfirma benannt hat, nämlich „Amblin“, gibts kompletto auf Youtube.
Largely a silent movie, running at 25 minutes, made and marketed for the even by late-60’s measly sum of $20.000 Amblin’ is the first film the then 22-year-old Spielberg shot on 35mm. And it is a fantastic look at the pure unbridled potential that was and is Steven Spielberg.
Filming started June 6th, 1968, spent a weekend on a set at a soundstage belonging to Cinefx, a company owned by Denis Hoffman, who funded and produced the short film. Here it almost got cancelled, when Spielberg and Allen Daviau (whose work on Amblin’ is wonderful, and who went on to do E.T, Empire of the Sun and The Color Purple with Spielberg) spent three times the allotted 35mm stock. After this, it spent 8 days in the baking melting unbearable heat of the southern California desert, where unpaid crew quit left and right.
Once filming wrapped, Spielberg himself spent 6 weeks of his nights cutting the three hours of footage down to the 25 minute final piece, in a lent editing room, while listening to soundtracks on his record player.
Binary Bonsai hat die ganze Story zu Spielbergs Erstling und zusätzlich einen 350MB-Download als AVI in besserer Qualität. Sagte ich es schon? Ich lieeeebe das Internet.
- Renington Steele •
- Juli 16th, 2008 •
- 9 Kommentare
- Schlagwörter: Steven Spielberg
Den ganz großen Hype haben die X-Files zugegeben hinter sich, aber dennoch: Die Serie hat in den 90ern neue Maßstäbe in Punkto Originalität, Komplexität, Witz und Spannung gesetzt. Auch wenn man sich im eigenen Mysterygespinst irgendwann verhedderte und die letzten paar Staffeln nicht unbedingt zu den Sternstunden der X-Akten gehören. Ich hab mir neulich die Serie auf DVD besorgt, weil sie sehr günstig zu haben waren (wer kann bei 12€ pro Stafffel schon nein sagen?) und konnte dadurch erfolgreich meine alte Begeisterung für Mulder, Scully, Skinner, den Cigarette Smoking Man und die Lone Gunmen neu entfachen.
Ich mag Duchovny und Gillian Anderson und freue mich auf den neuen Film, auch wenn er wohl kaum – wie im Trailer behauptet – das Event des Sommers werden wird. Muß er ja auch nicht. Es reicht ein spannendes und witziges Wiedersehen mit alten Freunden und die Ankündigung, dass man den verschwurbelten Mytharc der Serie diesmal außen vor lässt und eine eigenständige Handlung erzählen möchte, klingt vielversprechend.
Weniger gut klingt dagegen, dass sich FOX aus peinlichem Pfenniggefuchse kurzerhand entschlossen hat Mulder diesmal nicht von seiner legendären Stammstimme Benjamin Völz, sondern von Ben Affleck- Sprecher Johannes Berenz sprechen zu lassen. Auch wenn ich mittlerweile fast nur noch O-Ton schaue, regt mich das unglaublich auf. Denn bei allen Vorbehalten gegen Synchros: Völz passt zu Mulder wie Faust aufs Auge. Er ist toll, er brachte genau die richtige Mischung aus Ironie, Bessenheit und Coolness mit, die Duchovny auch im Original auszeichnen. Auch wenn ich mir Scullys Stimme, Frau Pigulla mittlerweile durch 100 Jahre Galileo und n-tv etwas übergehört habe: Die Synchro von Akte X war im großen und ganzen sehr gelungen und hat wirklich passende Stimmen ausgesucht. Völz, der wie im harten Synchronbusiness üblich, ansonsten für eine komplette Synchro nur rund 4.000 Euro bekommt und bei Zweitverwertungen gänzlich außen vor bleibt, hatte für den Film 20.000€ gefordert. Klingt viel, ist aber gemessen an dem was für Gagen ansonsten im Filmgeschäft gezahlt werden nicht so größenwahnsinnig wie man spontan vermuten möchte. Immerhin hat Völz den deutschen Mulder mindestens ebenso geprägt wie Randolf Kronenberg Eddie Murphy oder Thomas Danneberg Schwarzenegger, John Cleese und Stallone. Oder noch treffender so wie Wolfgang Draeger Woody Allen. Völz gehört zu Fox und grade bei einem X-Files-Film aus Geiz auf einen billigeren Sprecher zurückzugreifen ist ein Schlag ins Gesicht aller Fans und der Kinogänger, die nicht auf die Originalfassung ausweichen können oder wollen.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- Juli 9th, 2008 •
- 43 Kommentare

Es gibt Filme, die ich mir als Kind anschaute und mich in irgendeiner Art und Weise tief beeindruckt haben. Jedenfalls sind sie mir in Erinnerung geblieben und wenn ich mir die vermeintlichen “Klassiker” heute anschaue, frage ich mich manchmal warum mich die Filme begeisterten.
- Dog Hollywood •
- Juli 3rd, 2008 •
- 35 Kommentare

Als „Metropolis“ 1927 uraufgeführt wurde, fiel er bei Kritik und Publikum durch und wurde danachh von Paramount radikal gekürzt und zusammengeschnitten. Die ursprüngliche Fassung galt seit dem als verschollen. Bis gestern.
Am Dienstag vergangener Woche reiste Paula Félix-Didier in geheimer Mission nach Berlin, um sich dort mit drei Filmgutachtern und mit Redakteuren des ZEIT-Magazins zu treffen. In Gepäck der Museumschefin aus Buenos Aires: eine Kopie einer Langfassung von Fritz Langs Metropolis, darin Szenen, die seit fast 80 Jahren als verschollen galten. Nachdem die drei Experten den Film begutachtet haben, sind sie sicher: Der Fund aus Buenos Aires ist ein echter Schatz, eine Weltsensation. Metropolis, der bedeutendste Stummfilm der deutschen Geschichte, darf seit diesem Tag als wiederentdeckt gelten.
Die Urfassung von Metropolis hatte Fritz Lang im Januar 1927 in Berlin präsentiert. Der Film spielt in der Zukunftsstadt Metropolis, sie wird von Joh Fredersen beherrscht, dessen Arbeiter unter der Erde leben. Sein Sohn verliebt sich in eine junge Frau aus der Arbeiterstadt – der Konflikt nimmt seinen Lauf. Es war der teuerste deutsche Film, den es bis dahin gegeben hatte. Es sollte ein Großangriff auf Hollywood werden. Doch bei Kritikern und Publikum fiel der Film durch. Die Vertreter der amerikanischen Paramount kürzten den Film radikal und schnitten ihn um. Sie vereinfachten die Handlung extrem, auch Schlüsselszenen schnitten sie heraus. Die Originalfassung war nur bis Mai 1927 in Berlin zu sehen – bis heute galt sie als verschollen. Wer den Film zuletzt in der restaurierten Fassung sah, las zu Beginn folgende Einblendung: „Über ein Viertel des Films muss als verschollen gelten.“
- Renington Steele •
- Juli 3rd, 2008 •
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- Schlagwörter: Metropolis







Largely a silent movie, running at 25 minutes, made and marketed for the even by late-60’s measly sum of $20.000 Amblin’ is the first film the then 22-year-old Spielberg shot on 35mm. And it is a fantastic look at the pure unbridled potential that was and is Steven Spielberg.























