szmtag

Heute im gar-nicht-mal-so-kurz-Review: Der fantastische Mr. Fox +++ A Single Man +++ The Crazies (2010) +++ Cabin Fever 2 – Spring Fever

A Single Man – USA 2009
★★★½☆

Los Angeles kurz nach der Kuba-Krise: George Falconer (Collin Firth), Universitätsprofessor hangelt sich nach dem Tod seines langjährigen Lebensgefährten von Tag zu Tag. Nach außen der perfekte, adrette Gentleman, ist er innerlich kurz vor dem Zusammenbruch und denkt darüber nach allem ein Ende zu bereiten. Wie wird dieser vielleicht letzte Tag in seinem Leben ausgehen?

Das der Regisseur bislang Modemacher war, kann der Film nicht verleugnen. Viel ist hier der unbedingte Wille zum Stil. Ob es die übertriebene 60er Jahre Optik ist, in der alle Figuren aus “Father knows best” entsprungen zu sein scheinen (oder wahlweise aus der “Somewhere thats green”-Traumsequenz in “Little Shop of Horror”), die Erinnerungsflashbacks die hart am Kitsch kratzen oder die nicht eben subtile Farbdramaturgie, die immer dann die Sättigung hochschraubt, wenn unser Protagonist sich für Momente mal wieder mit dem Leben, mit angenehmen Erfahrungen und Zuneigung verbunden sieht. Dazwischen, so sagt es uns der Stil, ist sein Leben grau und öde. Das ist elegant, aber teilweise schon etwas geleckt und gestelzt und verliert damit an unmittelbarer Nähe.

Das der Film dennoch funktioniert und sich die eher behauptete als gefühlte Beziehung zum verstorbenen Ex verschmerzen lässt, liegt an der wunderbaren Besetzung, allen vorran natürlich Collin Firth, der hier angenehm nuanciert spielt. Auf den ersten Blick dröger Spießer, lauert unter der Oberfläche fast der Rebell, der gekonnt gelernt hat sich anzupassen, seine subversiven Gedanken nur unterschwellig zu akzentuieren. Das er eben nicht nur der konservative Nachbar “in den besten Jahren” ist, wie es die Umwelt wahrnimmt, zeigt sich immer wieder in kleinen Blicken und Gesten.

Den Beitrag „Kurzreviews: Der fantastische Mr. Fox, A Single Man, The Crazies 2010, Cabin Fever 2 (Review)“ weiterlesen…

Schnurz und kerzlos: Die Kino- und DVD-Sichtungen der letzten Wochen, für die mal wieder die Zeit fehlt sie in epischer Länge zu reviewen.

Diesmal im Spiel: Gamer +++ 13 Semester +++ Stepfather (2009) +++ Stepfather (1988) +++ Planet 51 +++ The Box +++ A perfect getaway +++ Weekend of Blood +++ Die Nacht der Creeps +++ Eine Überraschung zum Fest

Gamer – USA 2009
★★★☆☆

In naher Zukunft sind die Visionen von Second Life, The Sims und Ego-Shootern noch einen Schritt weiter. Statt mit Computerfiguren wird mit echten Menschen gespielt, die per Chipimpuls im Hirn von außen fremdgesteuert werden können. Der als Mörder verurteilte Kable (Gerard Butler) lässt sich von Teenie Simon (Logan Lehrmann) durch mörderische Gefechte navigieren, in der Hoffnung irgendwann seine Freiheit erspielen zu können. Doch Ken Castle (Michael C. Hall) der Erfinder diesen realen Videospiele, hat ganz andere Pläne…

Mit Gamer erleben die Crank-Macher Neveldine/Taylor einen Rückschlag, sowohl was Fan-Zuspruch, als auch die Kritiker-Liebe angeht. Nicht ganz zu unrecht, denn Gamer ist leider nur ein mittelprächtiger Film, auch wenn er einige inspirierte Momente hat.

Faszinierend ist nach wie vor, wie sehr die beiden Game-Mechaniken imitieren und vom sinnlos herumstolpernden Passanten, über Power-Ups und typische Ego-Shooter-Choreographien vieles aufgreifen und optisch zitieren, was Genre-Fans kennen und lieben. Ebenso begrüßenswert ist ihr Sinn für extrem schwarzen Humor und Skurrile Situationen, wenn etwa der Bösewicht im unpassensten Moment eine Musicalnummer hinlegt, die in einer Metzelorgie endet.

Mit ihrem Faible für extreme Gewaltinszenierung, spritzenden Blutgeysieren, explodierenden Köpfen und abgetrennten Gliedmaßen gehen die Macher dabei bewusst an die Grenzen dessen was Spiele wie Manhunt und Co genüßlich zelebrieren. Das alleine ist zwar auffällig und nicht jedermans Bier, wäre aber unproblematischer, würden sie sich auf sicherem satirischen Terrain und in der Welt der Perma-Ironie bewegen, die sie in CRANK erschaffen haben.

Den Beitrag „Kurzreviews: Gamer, 13 Semester, Stepfather (2009), Stepfather (1988), Planet 51, The Box, A perfect getaway, Weekend of Blood, Die Nacht der Creeps, Eine Überraschung zum Fest (Review)“ weiterlesen…

Das würde mich jetzt mal interessieren:

Nehmen wir einmal an, ich würde eine Rezension eines Filmes schreiben und darauf aufmerksam machen, dass das Ende des Films in dem Trailer zum Film zu sehen ist. Würde mir jemand einen Vorwurf daraus machen können..?

Danke.

P.S.: Ich sollte vielleicht noch dazu sagen, dass der Film auch noch lahm bis scheiße ist.

  • Schlagwörter:

Die professionelle Filmkritik steckt in einer Krise. Immer mehr Zeitungen halten “Content” wohl eher für ein notwendiges Übel, als den eigentlichen Sinn ihrer Veröffentlichung. Die Häppchenkultur hat Einzug gehalten. Immer mehr News-Bits, immer weniger Analyse, immer weniger Herausforderung an das Publikum, das sich auch gerne mit geschriebenem Bubble-Gum abspeisen lässt.

Waren früher die bunten Seiten, die Klatsch- und Tratsch-Artikel nur ein Element der Berichterstattung, scheinen sie mittlerweile der einzige Fokus der Blattmacher zu sein. Die Leserzahlen stagnieren oder gehen zurück, nicht nur hierzulande, sondern auch in den USA.

Doch während einige Protagonisten der deutschen Filmkritik die Blogosphäre und das Internet als Schuldige ausgemacht haben (wir berichteten hier ausführlich ), machte Starkritiker und Pulitzerpreisträger Roger Ebert in seinem jüngsten Blog-Artikel den Celebritykult verantwortlich. In einem sehr lesenswerten, zornigen Artikel schreibt er:

“Der Todesstoß kam diese Woche, als die einst ehrenwerte Associate Press ein 500-Worte-Limit für alle Unterhaltungs-Artikel aussprach. Diese 500 Worte betreffen Kritiken, Interviews, News, Trendberichte und Denkanstösse. Sicher, das ist machbar. Aber mit einem Film wie Synecdoche, New York?

Schlimmer noch: AP verlangt von seinen Unterhaltungs-Autoren den Fokus auf jene Art kurzlebiger Celebrity-Berichte zu legen, für die sich das Publikum ja augenscheinlich so sehr begeistert. Die AP, lange Zeit als unentbehrlich für jede Nordamerikanische Zeitung angesehen, sah sich in letzter Zeit mit einigen Kündigungen konfrontiert und wurde zweifellos darüber in Kenntnis gesetzt, was die Leser wirklich wollen: Affären, Scheidungen, Sucht, Krankheit, Erfolg, Scheitern, Todesspekulationen, Verhaftungen, Ausfälle, Skandale, “Wer wurde mit wem gesehen”, “Wer wurde mit wem beobachtet” und Top Ten-Listen dieser Dinge.

Der Promikult-Virus frisst unsere Kultur bei lebendigem Leibe und Zeitungen setzen sich ihm auch noch freiwillig aus. Er lehrt unsere Jugend schäbige Werte, befüttert ungesunde Neugier, missachtet die Privatsphäre und ignoriert Werte und Leistungen. Eine der TV-Promishows hat verkündet, es werde über die Obama-Family wie über eine Hollywood-Story berichten und ich verspüre den Drang etwas gegen eine Wand zu schmettern. (…)

Den Beitrag „Rogers Rant: Promikult killt Filmkritik“ weiterlesen…

In Batman versteht man keinen Spaß.
Auch so ein Satz, den ich nie zu schreiben geglaubt hätte, aber es ist so: Der Bürgermeister des türkischen Ortes Batman hat ein Problem damit, dass man den Namen einfach so verwendet, ohne zu fragen.

“Es gibt nur einen einzigen Batman auf der Welt und die Produzenten haben den Namen verwendet, ohne um Erlaubnis zu fragen.” sagt Bürgermeister Huseyin Kalkan.

Ja, nee… Ist klar.

via

Verwandte Artikel

Filmblogger zerstören die seriöse Filmkritik. Zumindest wenn man Josef Schnelle glauben schenken mag, der sich gestern in der Berliner Zeitung in eine flammende Tirade wider die verderbliche Wirkung der “Internet-Blogs” verstieg und dabei neben den üblichen Print vs. Online-Klischee-Argumenten auch versuchte Roger Ebert für seine kruden Thesen einzuspannen.

Meine Kollegin Ines und ich haben uns dazu ein paar Gedanken gemacht:

“Natürlich hat Schnelle nicht Unrecht, wenn er schreibt, dass es bei Kritiken große qualitative Unterschiede gibt. Natürlich macht es etwas aus, ob jemand ein fundiertes Filmwissen besitzt, das im besten Falle neben dem klassischen Filmkanon auch Grundlagen der Film- und Medienanalyse beinhaltet. Natürlich gibt es Fanboys-Reviews, die inhaltlich nicht über ein “Boah, geiler Film” hinausgehen. Natürlich gibt es die “Worst Movie ever!”-Blöker. Das Internet ist ein Abbild der Welt und dort finden sich auch viele grauenhaft schlechte Autoren und lausige Filmbesprechungen. Geschenkt.

Das zu betonen klingt so simpel, wie die Erkenntnis, dass in jedem Jahr hundertausende Bücher veröffentlicht werden, die jeden Tisch beleidigen würden, wenn man sie benutzte um ihn am Wackeln zu hindern. Dass jeden Tag Zeitungen erscheinen, in die kein Fisch eingewickelt wollen würde.

Schnelle verwechselt in seinem Artikel Medium und Qualität, wie dies gerne und häufig getan wird. Für jedes indiskutable Fanboy-Review, finden sich Dutzende ausgesprochen kenntnisreiche und oftmals auch ansprechend formulierte Filmkritiken von Bloggern, Forenschreibern und Online-Magazinen.”

Weiterlesen

Verwandte Artikel

“Sophie, what am I doing here?”

Originaltitel: Mamma Mia!
Herstellungsland: Großbritannien / USA 2008
Regie: Phyllida Lloyd
Darsteller: Amanda Seyfried, Meryl Streep, Colin Firth, Pierce Brosnan, Stellan Skarsgård, Julie Walters, Dominic Cooper, Christine Baranski

★★★★½

Die junge Sophie (Amanda Syfried) lebt zusammen mit ihrer Mutter Donna (Meryl Streep) auf einer nicht näher benannten griechischen Insel. Beide führen eine kleine Pension. Doch Veränderungen stehen, denn Sophie will heiraten und ehe sie ihrem Geliebten das Ja-Wort gibt, möchte sie endlich wissen wer ihr Vater ist.

Dumm nur, dass Donna in ihren jungen Jahren kein Kind von Traurigkeit war, weswegen auch gleich drei Kandidaten als potentieller Vater in Betracht kommen und von Sophie in Donnas Namen zur Hochzeit eingeladen wurden. Dumm auch dass diese davon gar nichts weiß und erstmal wenig begeistert ist, als aus heiterem Himmel Bill (Stellan Skarsgård), Sam (Pierce Brosnan) und Harry (Colin Firth) auf der Matte stehen…

Nachdem es ja Leute gab, die überrascht waren, als in Sweeney Todd gesungen wurde, sag ich es sicherheitshalber auch hier vorweg, falls einer der Leser die letzten neun Jahre in einem Erdloch in Usbekistan zugebracht hat: Mamma Mia! ist ein Musical, das ausschließlich alte ABBA-Songs verwurstet und passend zur Handlung einsetzt, um die Story zu erzählen. Es hat davon abgesehen aber inhaltlich so gar nichts mit der schwedischen Truppe zu tun.

Die Geschichte um die burschikose Donna, ihre besten Freundinnen, drei mutmaßliche Väter und Sophie nebst Gatten in spe, bedient sich einer klassischen Sitcom- (oder wie man früher sagte Boulevard-Komödien)-Situation. Verwirrungen, Verwechslungen, wer kriegt wen und und warum. Dazwischen wird ständig getanzt, gesungen und über Sex geredet.

Lose angelehnt an einen alten Film mit Gina Lolobrigida namens “Buona Sera, Mrs. Campbell”, bleibt die Handlung stets übersichtlich und ist bemüht das Publikum nicht zu überfordern. Das hat auf der Bühne tausende Male vor ausverkauften Häusern funktioniert. Das klappt auch im Film.

Den Beitrag „Mamma Mia!“ weiterlesen…