szmtag

Es wird wieder einmal Zeit für den Schulterblick vor der nächsten Biegung. 2012 ist durch, 2013 steht auf der Matte und wir ziehen Resüme, was hat uns im Endzeitjahr 2012 gefreut, geärgert, überrascht und enttäuscht. Der Jahresrückblick der Filmfreunde, das letzte Aufgebot, das Amen in der Kirche. In 3D.

review2012

BATZMANs Jahresrückblick

THE GOOD:

Flauschs des Jahres:

Suraj Sharma and tiger in Life of Pi.

LIFE OF PI – Mal ein spirituell antouchierter Film, der nicht auf den Sack geht: Die Real-Life Version von Calvin & Hobbes zeigt das Ang Lee weiterhin zu den sympathischsten Regisseuren derzeit gehört und obendrein als einer der wenigen 3D so einsetzt, dass es tatsächlich wirkt und nicht aus dem Film wirft. Obendrein: Richard Parker ist eindeutig die beeindruckenste Computeranimation des Jahres.

Die Muppets – Die Puppen tanzten wieder und besser hätte das Jahr kaum starten können. In Zeiten, in denen alles dark, gritty und total edgy sein muss, war es wundervoll, wie Jason Segel die Muppets zu neuem Leben erweckte. Eingängige Songs, Kermit, Piggy und knuffige Gags. Und das Interview mit Kermit, Piggy und Walter ist weiterhin eines der All-Time-Highlights meines Jobs und einer der wenigen Momente, bei denen ich mal aufgeregt war.
Der Lorax – okay der Film hat gewaltige Schwächen und die Dramaturgie ist irgendwie auch nur so mittelgelungen, aber die Animation ist ziemlich klasse und die Seussche Menagerie schon extrem knuffig.

Geek-Out des Jahres:

Einen echten Nerdgasm wie Scott Pilgrim gab es 2012 leider nicht, aber genug Mainstreamstreifen, die den inneren Geek befriedigen:

LOOPER & SAFETY NOT GUARANTEED – Zwei Zeitreisefilme, zweimal der Fokus auf starke Schauspieler statt auf Effektspektakel und zweimal gut gesetzte Actionmomente in einer ansonsten eher ruhigen Story. Looper macht Spaß ohne sich in intellektueller Wichserei zu ergehen und der hierzulande außerhalb der Wahrnehmung versickerte Safety Not Guaranteed macht aus einem scheinbaren Psychodrama eine mitreissende und anrührende Thrillerstory, die immer wieder überrascht.

“You feel pretty stupid, when you realize that all those street-lunatics proclaiming “The End is nigh” were basicly right….”

Originaltitel: 2012
Herstellungsland: Kanada/USA 2009
Regie: Roland Emmerich
Drehbuch: Harald Kloser & Roland Emmerich
Darsteller: John Cusack, Amanda Peet, Chiwetel Ejiofor, Thandie Newton, Oliver Platt, Danny Glover, Woody Harrelson

★★★½☆

2012-poster

Die Sonne hat Schluckauf und schickt schlechtgelaunte Neutrinos gen Erde, wodurch sich der Erdkern aufheizt und die Welt mit Katastrophen beglückt. Die Regierung hat zwar einen Plan, doch als der Doomsday schneller vor der Tür steht als erwartet, kämpft die Menschheit und der Schriftsteller Jackson Curtis mit seiner Familie ums überleben…

Was Roland Emmerich hier abliefert ist nicht weniger, als ein völlig überdrehtes “Best-of Desaster-Movie”. Es geht um die kindliche Freude an der totalen Destruktion, die liebevoll und visuell durchaus inspiriert vollzogen wird. Plausibilität ist dabei nur bedingt gefragt, wer es wagt die wacklige interne Logik des Spektakels zu hinterfragen, hat wohl wenig Probleme damit, jede Sekunde von 2012 effektiv auseinander zu nehmen. Als cheesiger Big-Budget-B-Movie, dessen Erklärungen genauso naiv sind, wie die der Monster- und Katastrophenfilme der 50er und 70er Jahre, funktioniert er dennoch erstaunlich gut.

Das überrascht, denn originell ist die Story und ihr Ablauf nun wahrlich nicht. Emmerich und sein Kumpel und Drehbuchautor Kloser destilieren hier die Essenz klischeehafter Actionsituationen. Die waghalsige und optisch wirklich beeindruckende Flucht aus L.A., das buchstäblich hinter den widerwilligen Helden im Nichts versinkt, ist so over-the-top, zitiert so viele Einzelkatastrophenmomente anderer Filme, das er alleine durch diese dreiste Anhäufung zu einem eigenen kleinen Kunstwerk wird, das völlig für sich stehen kann.

Auch wenn die weiteren Szenen nicht ganz an diese Flucht heran reichen, macht es doch Spaß der Welt beim Untergang zuzusehen. Vulkanausbrüche, Sturmfluten, Erdbeben, Feuersbrünste, Steinschläge – Emmerich fährt alles auf, außer der Küchenspüle, um das Publikum in seinen effektiv inszenierten Katastrophenreigen zu ziehen.

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2012flood

Schöne Promo-Idee für Emerichs „2012“: Die haben in Cantagalo, Brasilien eine U-Bahn „überflutet“.

Sony Pictures 2012 The Movie: Flooding the subway (via Superpunch)

Und apropos 2012: Für den Film ist bereits ein Sequel in Arbeit. Das wird 2013 heissen und eine Fernsehserie, die nach der Apokalypse spielt (ach was!). Io9 hat ein kleines Interview mit Emerich dazu:

io9: You may dislike sequels but I hear you are interested in making a TV series sequel to the this film called 2013?

Roland Emmerich: But that’s something different. It’s something like Lost, which has a totally different feel to it. It’s more than a little bit like District 9. These ships show up in Africa and [in] Cape Town there are survivors, and they are not happy people. Because they were left behind. And how do you start a new society? It has no visual effects, it’s all about characters. What will the future bring? Hope for us?

Will 2013 have to happen pretty quickly after this movie is released? Do you have any actors or additional writers in mind?

They just made a deal with ABC. And we’re very happy about that. I’m already discussing with the people that write and try to help them with what this could be. The original idea is from [2012 co-writer] Harold [Kloser], me and Mark Gordon. Mark is big in TV so Harold and I had an idea. Because there were a lot of things we couldn’t incorporate in 2012. And we thought it was interesting what happened after all this.

Roland Emmerich On 2012 Sequel: It’s Lost Meets District 9

Ein Fake-Werbespot der vor einiger Zeit herauskam und angeblich vom “Institute for Human Continuity” stammt, bereitet uns schonend auf den großen Abgang im Jahr 2012 vor. Auf der Website www.instituteforhumancontinuity.org erfährt man von einer Lotterie, in der ausgelost wird, wer denn die Apocalypse überleben darf.

Natürlich ist das ganze nicht echt, wie unschwer jedem klar sein dürfte, der Erich von Däniken nicht mit Tom Buhrow verwechselt. Außer man ist Amerikaner, dann findet man das ganze geschmacklos und gefährlich. Denn wie wir alle wissen, geht die Welt ja bestimmt wirklich unter 2012.

“so i saw this commercial me and my mom the other night and i have to admit iam a christian but the way it came on was so weird like it just pop out of no where and it went by so fast i just think its not cool and because you say he say she say and they say god is comming back god says no one knows this is a reason that iam blocking it out of my mind”

Fuck. Und ich hoffte wirklich PlanetX kommt und erschlägt Guido Westerwelle.

“You ever hear the story about the boy who cried wolf. you are all the townspeople who didnt beleive the boy who cried and was eaten becasue of it. You all think the world wont end in 2012 because it was predicted to happen SO many times in the past. and for that YOU will all die at the time it happens. Because you’ll be eating nachos and watching TV wondering why there are earthquakes every 2 minutes and why its getting hot and why you’re actually watching white fuzz or a blue screen.”

Den Beitrag „2012 Viral verschreckt Amis“ weiterlesen…

emmerich

Bruce Willis meinte mal, wenn man im Telefonbuch unter Weltenretter nachschlägt, würde man sein Gesicht finden. Folgerichtig dürften wir, wenn wir weiterblättern und nach Weltuntergang suchen, wohl ein Foto von Roland Emmerich entdecken.

Der Deutsche, der in seiner deutschen Heimat zunächst als Spielbergle verlacht wurde (weil er effektgeladene Unterhaltungsfilme statt deutschem Befindlichkeitskino abliefern wollte) und schließlich erfolgreich in die USA übersiedelte, ist seit Jahrzehnten der Experte für den gediegenen Weltuntergang. Ob er in Independence Day das Weltkulturerbe von Aliens zersprengen ließ, in Godzilla eine Riesenechse auf New York hetzte oder in The Day After Tomorrow die ignorante US-Bevölkerung mit einer überraschenden Klimakatastrophe konfrontierte.

Als Vorbereitung auf seinen neuen Spektakel-Streifen 2012 – Der Schatten der Sonne hatte Sony vor ein paar Tagen zu einer Sondervorführung geladen. Ausgewählte Journalisten durften schon einmal die ersten 50 Minuten des Films erleben und hinterher mit Emmerich, seinem Drehbuchautoren Harald Kloser und den beiden Stars John Cusack und Chiwetel Ejiofor reden, die sichtlich stolz auf ihr Weltuntergangs-Epos waren.

Zurecht, wie man sehen durfte. Denn wenn der ganze Film das Tempo und die Qualität der ersten 50 Minuten hält, dann dürfen sich Fans schon mal auf das wohl gewaltigste Action-Event des Jahres freuen. Selbst als jemand, der kein ausgewiesener Emmerich-Fan ist, musste ich zugeben, dass der Film beeindruckende Bilder und sympathische Figuren zu bieten hat.

Doch auch wenn Emmerich es inspiriert knallen, beben, explodieren und einstürzen lässt, unterscheidet sich 2012 deutlich von Explosionspornos à la Michael Bay. Denn Emmerich stellt keine Testosteron-Tanker, keine Militärkerle und keine juvenilen Power-Heroen in den Mittelpunkt, sondern Normalos, Nerds, Wissenschaftler, Musiker und Familien. Und obwohl der Film seine Exposition sehr fix abhandelt (Sonneneruptionen sorgen für eine Art Mikrowellenstrahlung, die das Erdinnere auflöst und die tektonischen Platten quasi frei auf der Erdoberfläche herumtreiben lässt), nimmt er sich Zeit, die nahende Katastrophe effektvoll einzuführen und in immer stärkeren Eruptionen schließlich hervorbrechen zu lassen. Und noch ein Unterschied zu anderen modernen Actionfilmen: Es gibt tatsächlich Dialoge und die Kamera hält still und wackelt nicht ständig herum, wie Peter Parkinson mit Schluckauf.

Den Beitrag „2012 – Roland Emmerich stürzt den Papst“ weiterlesen…


(Youtube Direkthill, danke Jimmy!)

Grade kam man in den Comments zu den fünf Minuten Apocalypsenporn aus Emmerichs „2012“ die Idee auf, das ganze mit dem Theme aus Benny Hill zu überlegen. Ich wollte schon was basteln, aber da war einer schneller. Hier kommt zusammen, was zusammengehört.


(Youtube Direkt2012, via /Film)

Ich sag’s ja ungern, aber diese Erdbeben-Szene aus Roland Emmerichs „2012“ kickt ein paar ernste Ärsche. Und da ich „Day after Tomorrow“ (im Gegensatz zu „10.000 BC“) nicht so wirklich schlecht fand, der war für einen Emmerich in sich erstaunlich schlüssig, hege ich hier leise Hoffnung, auf zwei Stunden Weltzerstörungsporn. Wir werden sehen.


(Youtube Direktdesaster, Danke Nils!)

Der Trailer zu Emmerichs „2012“ als sinnloser 70s-Katastrophenfilm im Exploitation-Style. Das beste, was ich bisher zu dem Film gesehen haben, großartig!


(Youtube Direktapocalypse, via io9)

Ich bin überhaupt kein Freund von Herrn Emmerich, weil er strunzdämliche Storys mit zwei, drei netten Momenten erzählt. Aber wenn dieser Trailer hält, was er verspricht (wovon ich nicht ausgehe), dann hat Emmerich bis jetzt nur geübt und diesmal haut er die ganze Welt zu Klump. Könnte ein Spaß werden, vielleicht.


(Youtube Direkt2012, via First Showing)

Roland Emmerich inszeniert mal wieder das Ende der Welt und das ist nur deshalb interessant, weil nächstes Jahr wieder jeder Depp in diesen Film rennen wird, weil es Emmerich immer wieder schafft, seinen billigen Mumpitz teuer aussehen zu lassen und zwischen die Effekte eine Groschenheftromanstory zu verkleistern, die die Erwähnung eigentlich nicht wert ist, woraufhin man den Film zurecht verreisst und ihm maximal 2 Sterne gibt, woraufhin wieder die Volldeppen in den Kommentaren rumstammeln, und sowas hier (inkl. Tippfehler) von sich geben:

„Schon krass, dass es Vollpfosten á la Reich-Ranizcki gibt, die zu einer aboluten Minderheit gehören und hier auf Emnmerichs Filmen rumreiten. Fragt euch mal warum seine Filme seit Jahren solche bombastischen Erfolge erzielen. Immer und immer wieder… Tja, irgendwer muss sie wohl doch gut finden. So ca. 99% der Menschheit… Ihr tut mir leid…“

Hier meine endgültige und schon seit Jahren feststehende Meinung zu Emmerichfilmen: Emmerich macht schlechte Filme und steht nur eine kleine Stufe über Uwe Boll. Leute, die solche Filme verteidigen, weil die ja so erfolgreich sind, fahren auch an den Ballermann und hören Banaroo und halten das eine für Urlaub und das andere für Musik. Wer sich jetzt angesprochen fühlt: Jawohl, ich meine genau Dich damit und ich halte Dich für einen Vollhonk. So.

Bisschen fies sein morgens hilft beim Wachwerden merke ich grade, har har har…

Mit Roland Emmerich ist das ja immer so ‘ne Sache. Seine Blockbuster strotzen nur so vor Effekten und man will sie ja dann auch sehen, die „Independence Days“ und „Day after Tomorrows“, nur um danach völlig enttäuscht aus dem Kino zu latschen, weil es außer Augenwischerei eben wieder nix war mit einem guten Film. Das dürfte mit seinem neuen Film nicht anders werden, wenn ich mir die Zusammenfassung der Handlung so durchlese.

The movie starts off in 2009 set in a “scientific lab” in India. Scientists discover that the storms on the sun are beginning to affect the Earth. They contact the White House but of course, no one hears the message.

Skip to 2010, and now everyone knows that the scientific mega-shit is about to hit the fan for Earth. The world’s “top scientists” are meeting to figure out a way out of their imminent doom. Some countries start building massive dams, and the rest of the world busies itself by stowing away priceless artifacts in secret storage facilities.

FINALLY we get to 2012 the West is plagued with more earthquakes than it’s seen before. Now we meet John Cusack’s character, divorced limo driver Jackson Curtis, who has two kids and seems pretty unaware that the world is about to throw up around him. Soon the destruction starts and we learn that the government has created secret Noah’s Ark-like ships to weather the apocalyptic storm. On the ships are rich people, government officials and people related to important people. Everyone else left on Earth can just die. Everything starts going to hell with more fires, tsunamis, dust storms and earthquakes. Yellowstone turns into a volcano. Curtis bands up with his kids and finds out the information about these reclusive and ridiculous arks and makes an attempt to put his family aboard one of them. (io9)

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