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What are you, Dad? Some kind of closet mobster?

Originaltitel: A History of Violence
Herstellungsland: USA 2005
Regie: David Cronenberg
Darsteller: Viggo Mortensen, Maria Bello, Ed Harris, William Hurt

★★★★½

historyofviolence

Tom Stall ist ein ruhiger und angenehmer Zeitgenosse. Er lebt in einer Kleinstadt in den USA, hat eine Frau und zwei Kinder die er rührend umsorgt. Seine Frau ist Anwältin, er führt ein kleines Diner. In der Gemeinde kennen ihn viele mit Namen, er ist respektiert, man mag ihn.
Dies ändert sich jedoch nachdem unvermittelt die Gewalt in seine Welt einbricht oder besser: zurückkehrt. Zwei durchreisende Psychopathen, die schon einige Leute auf dem Gewissen haben beschließen auch in seinem Diner einzukehren und ein bißchen Terror zu verbreiten. Zur allgemeinen Überraschung kann Tom ein Blutbad jedoch verhindern, die Kerle überwältigen, entwaffnen und ausschalten. Er wird über Nacht zur Berühmtheit, ein Lokalheld, der sich mutig für die Leben seiner Kunden und Angstellten einsetzte. Das Fernsehen berichtet und reißt den stillen, wortkargen Mann aus seiner Anonymität.
Bald schon taucht eine weitere dubiose Gestalt auf, die Tom als Joey anredet und sich als Mitglied der Unterwelt Philadelphias entpuppt. Der Mann, der sich Fogarty nennt (schön schaurig gespielt von einem einäugigen Ed Harris), beginnt Toms Familie zu verfolgen. Er behauptet er kenne Tom aus Philadelphia. Binnen weniger Tage zerfällt das heile Leben in trudelnde Fragmente, als Toms Familie sich fragen muß, ob sie jahrelang belogen wurden und wer Tom Stall wirklich ist.

Der Kanadier David Cronenberg hat wieder einen düsteren und verstörenden Film abgeliefert, in dem neben der Dekonstruktion des menschlichen Körpers auch die innerliche Verkrüppelung durch Gewalt thematisiert wird. Setzte er sich früher gerne mit der Angst vor der Veränderung des eigenen Leibes auseinander, wie in “Videodrome“, “The Fly” oder “ExistenZ“, so ist es hier der seelische Schaden, der durch die Zerstörung anderer Körper ausgelöst wird. Basierend auf einem Comic-Roman und ebenso brutal wie Sin City, zeigt sich hier die reale Seite der Gewalt, herausgelöst aus der narrativen Ästehetisierung.

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