Dredd 3d – GB/USA 2012





Zukunft. Alles Scheisse, Megacities, Kriminalität und Drogen. Beim Einsatz in einem Mega-Wohnblock werden Judge Dredd und seine junge Kollegin von der bösen Gangster-Chefin Ma-Ma isoliert und müssen um ihr Leben kämpfen.
Inmitten der miesen Remakes, Prequels, Sequels und PG13 Blockbustern ohne Eier ist er erfrischend einen so konsequent altmodischen Actioner wie Dredd zu sehen. Die Produktion verkörpert im besten Sinne die Tugenden des 80er Jahre Kinos und fühlt sich an mehr als einer Stelle an, als hätte Paul Verhoevens kleiner Bruder auf dem Regiestuhl gesessen.
Die Story ist schnörkellos und ohne viel Abschweifungen erzählt, konzentriert sich auf das Wesentliche und schafft es dennoch mit wenigen präzisen Skizzen eine in sich glaubhafte Welt zu erschaffen. Und trotz des zweifellos überschaubaren Budgets sind die Schauwerte nicht zu verachten. Gigantische Wolkenkratzer-Welten, psychedelische SlowMo-Drogen-Shootouts und das vielleicht beste 3D dieses Jahres, zusammen mit einem sehr sehr spröden Humor der in wenigen Momenten aufblitzt und einem zwiespältigen Helden der von Karl Urbans Unterkiefer überzeugend gespielt wird.
Die inhaltlichen Parallelen zu “The Raid” die von vielen angemerkt wurden, sind vorhanden, aber bestenfalls oberflächlich – denn optisch hat Dredd mehr Wumms, konzentriert sich mehr auf die Action als auf hibbelige Martial Arts-Wuseleien und versucht nicht auf die Tränendrüse zu drücken, wo es die Figuren nicht hergeben.
Dredd macht verdammt viel Spaß und ist auch wenn er die satirische Bissigkeit der Vorlage nicht erreicht ein Quantensprung zum üblen Stallone-Klamauk. Er präsentiert knallharte Action und ist sich dennoch immer der Ambivalenz dieses Konfliktes bewusst. Er verharmlost weder die Gangster noch glorifiziert er das Konzept der Judges.
Und vor allem: Er nimmt sich bei aller grimmigen Düsternis nie zu ernst, ist sich immer seiner Comicwurzeln bewusst und lässt die Charaktere entsprechend agieren.
- Batzman (Oliver Lysiak) •
- November 14th, 2012 •
- 18 Kommentare
- Schlagwörter: Argo, Ben Affleck, campaign, Cloud Atlas, Inbred, judge dredd, Will Ferrell, Zach Galifianakis








































