szmtag

Es kommt ja eher selten vor, dass ich mich freue, wenn Urheberrechtsverletzungen geahndet werden, in diesem Fall mache ich aber gerne mal eine Ausnahme. In Schweden haben zwei Regisseure einen TV-Sender verklagt, der ihren Film bei der Ausstrahlung mit Werbeunterbrechungen verschandelt hatte. Und sie haben in letzter Instanz gewonnen.

Die Werbeunterbrechung bei einem im TV ausgestrahlten Film verletzt das Urheberrecht des Filmregisseurs – und macht den Sender schadensersatzpflichtig. Zwei schwedische Filmregisseure gewannen jetzt nach sechsjährigem Kampf durch alle Instanzen vor Schwedens oberstem Gericht, dem Stockholmer Högsta Domstolen, einen Musterprozess gegen einen Kommerzsender.

Das Gericht urteilte, dass TV 4, zuschauerstärkster schwedischer Kanal, durch die Werbepausen das ideelle Urheberrecht dieser Regisseure an zwei ihrer im Jahre 2002 ausgestrahlten Filme verletzt hat. Und daher einen Schadensersatz von je rund 14.000 Euro zahlen müsse. Eine Unterbrechung von Filmen stelle immer eine “Kränkung der Integrität des Werkes und des Urheberrechts des Regisseurs” dar. Der Sender brauche daher eine Zustimmung der Rechteinhaber.

Link (via)

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Der stotternde Cyberspace-Pionier Max Headroom wird wieder über die Mattscheibe flimmern – und zwar als Werbefigur für Channel 4, die mit der (sichtlich gealterten) Figur, gespielt von Original-Schauspieler Matt Frewer, ihr Zeugs promoten wollen:

Channel 4 is to bring back 1980s creation Max Headroom to front a series of TV ads to raise awareness of the digital switchover.
The campaign, which breaks this Saturday, features Matt Frewer, the actor who played the original Max Headroom.
Ads will feature Headroom criticising Channel 4, which created the stuttering digital host in the 1980s, for ignoring his vision of a digital future.
The three week campaign, using the strapline “Get set for Digital”, also promotes Channel 4′s portfolio including E4, Film4, More4 and Channel 4+1. (Guardian)

Mir wäre zwar eine neue Serie lieber gewesen, grade in digitalen Zeiten wie diesen wäre das doch echt mal eine Herausforderung: Max Headroom im Google-Zeitalter. Fuck, yeah! Aber nee, eine Werbefigur draus machen. Naja, man nimmt, was man kriegt.

Fanboy hat noch ein paar Videos von damals™.

Batz sagt: Und hier ist das Video von heute:


YouTube DirectMax

Ich bin mir nicht ganz sicher, was ich davon halten soll. IBM hat ein Patent angemeldet, mit dem es möglich ist, DVDs mit Werbeunterbrechungen auszustatten.

Der Patentantrag Nr. 20070201829 beschreibt eine Methode, mit der sich die Inhalte von DVDs anhand zuvor gekaufter Zertifikate einschränken lassen. Bei jedem Abspielen der DVD wird das jeweilige Zertifikat geprüft und entschieden, ob eine DVD mit oder ohne Werbeunterbrechungen abgespielt werden soll.

Sieht das jeweilige Zertifikat Werbeunterbrechungen vor, so können Werbespots direkt von der DVD abgespielt oder aus dem Internet heruntergeladen und dann wiedergegeben werden, heißt es in der Patentanmeldung. So lassen sich DVDs mit jederzeit aktuellen Werbeunterbrechungen erzeugen. (Golem.de, via)

Wenn das nun heisst, das DVDs umsonst verteilt werden, dann könnte das wirklich eine Methode sein, um eine neue Einnahmequelle für Inhalte zu generieren, die über kurz oder lang sowieso umsonst im Netz zu haben sind. Andererseits: wer tut sich die Werbeunterbrechungen dann freiwillig an?

In einer Werbung für Bahlsens Pickup. Mein persönlicher, wahrgewordener Alptraum: Ballermann goes Tarantino. Kann mich mal bitte wer aufwecken?


(Youtube Direktargh, via)

Damals: Das war noch schön in meiner Jugend. Dieser Spot wo der Mann auf dem Bootssteg ins Wasser gezogen wurde, und wo die Oma so lacht und alle, wirklich alle einfach einen tollen Tag am Strand haben. Und jedesmal ging danach das Saallicht an, und jedesmal gabs für mich noch eine kleine Schachtel Eiskonfekt. Und wenn wirklich keiner mehr was wollte, dann wurde das Licht wieder ausgemacht und der Film fing an.

Heute: Werbung, Kinospots die man schon 1643mal gesehen hat und sich fragt, wie die regionale Tageszeitung darauf kommt, immernoch an ihrem verstaubten Kackspot festzuhalten. Dann der Eisspot. Alles so modern, tolle Kamera, glückliche Menschen. Und das alte Lied scheint auch noch durch. Aber dann: Licht an, schnell wieder aus und vor dem Film noch die Trailer.

Letztens: Ein Kino in meiner Stadt nutzt die Zeit nach dem Spot wieder für das Im-Kino-Eis-verkaufen. Ich freu mich total. Aber jetzt kommt die Härte: Während sie durch die Reihen ziehen, den Leuten ihr Geld und Eis geben, während sie all das in einem nur halb abgedunkelten Saal versuchen, FANGEN DIE TRAILER AN ZU LAUFEN.

Ist jetzt die Frage: Wann wars am besten?

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